Nummer 202
Samstag, Sen 7. November 1014.
7. Jahrgang
Neue Tageszerlun
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Stolf rarl|t die flaggt Zchaayaitjh-tal!
Drei englische Kriegsschiffe außer Gefecht gesetzt. — Bestürzung in London. — Gute Fortschritte
auf dem westlichen Kriegsschauplatz.
Der deutsche Generalstab ---- meldet: --
W. T. B. (Sroszes Hauptquartier, deu tz. November, vormittags. Amtlich.
Unsere Offensive nordöstlich und südöstlich ?)pern macht gute Fortschritte. 2lnch bei ra Bafföe nördlich Arras und in den Argonnc«» »vnrde Boden gewonnen. Unter schweren Verlusten sür die Franzosen eroberten unsere Truppen einen wichtigen Stützpunkt Bois Brnl« südöstlich von St. Mifficl.
.Xuf dem östliche»« Hriegsschouplat» Ijat stch nichts wesentliches ereignet.
Oberste Heeresleitung.
Der deutle Admiralstab „=—s== meldet: ====.
Stfrlin. (>. No«. (Amtlich.) Noch Meldung des eng. litrijcii Presse Büros ist am 1. Novcmbrr durch »nsrr Kreu- zergrschwnder in der Nähe der chilenischen Küste der englische Panzerkreuzer „Monmouth" vcruichtet, der Panzerkreuzer „Gocd Hope" brschädigt morden. Ter kleine Kreuzer „Glasgow" ist beschädigt entkommen. Aus deutscher Tritt waren beteiligt T. SW. Große Kreuzer „Scharnhorst" und „Guei- scnan", S. M. Kleine Kreuzer „Nürnberg", „Leipzig" und „Dresden". Unsere Tchisfc haben anscheinend nicht ge- tzltro.
Der steNvertretendc Ehes des Admiralstabs:
Behacke.
Großes Hauptguarticr, 6 . Nov. (Amtlich.) Ani !). November niachten unsere grasten und kleine» Kreuzer einen Angriss ans die englische Küste bei Harniouth. Tic beschosst!: die dortige» Küstenwrrke und einige kleine Fahr- zengc, die in der Nähe vor Anker lagen und augenscheinlich rinkn Angriss nicht erwarteten. Stärkere englische Streit- krisle waren 311111 Schutze dieses wichtigen Häsens nicht zur Ttrlle.
Das »»irren Kreuzer scheinbar solgendc Unterseeboot „D. 5" ist, wie die englische Admiralität bekannt gibt, ans eine Mine gelnuscn »iib gesunken.
Der Ehes des Abmiralstabs: v. Pohl,
Der österreichische Generalstab
meldet
7l.':cn, 6 . ?!ov, (W B. Richtamtlichl. Amtlich wird «crlautbart: Gestern wurde >m Norden nicht gekämpft. Ungehindert vom Feinde nehmen unsere Heercsbewcgungen sowohl in Russisch-Polen als auch in Galizien den beabsichtigten Verlauf. Wenn den Rüsten an einzelne» Teilen der Front trotz der örtlich günstigen Situation gewonnener Boden wieder vorübergehend überlasten wird. Io lst das in der Gcsairtlagc begründet.
Der Stellvertreter des Ch-ss des Eencralstabs: v. H ö f c r , Generalmajor.
Das türkische Hauptquartier ll -- meldet: -= ü
fi c 11 |t an ti 110 pel, 6 . N 6 v. (W. B. Nichtamtlich). Amtliche Mitteilung des Hauptquartiersi An unserer ^örtlichen Grenze sind unsere Truppen auf der ganzen Front in Fühlung mit dem Feinde. Auf der Neede von S -n ij in a wurden drei große englische Schiffe und mehrere klc-.nere englische und französische Dampfer beschlagnahmt, deren Besatzungen gefangen genommen wurden. Zn dem englischen und sein russischen Konsulat zu Bagdad wurden die Haussuchungen fortgesetzt Außer den bereits früher beschlagnahmten Waffen wurden sechzehn Mannlicher- und Masergewehre, 32 Revolver, 850 Gewehrpatronen, 170 Revolverpatronen und 15 Bajonette beschlagnahmt. Auf der englischen Botschaft sowie auf der hiesigen französischen Schule St. Benoit wurden Apparare für drahtlose Telegraphie gesunden.
Deutsche Erfolge \nx See. \
In London herrscht Heulen und gätncklappeiii. SW.v.i j muß zusehcn, wie sich die deutschen 'Truppen immer mehr ! der englischen Küste nähern, wie alle Versuche der Englän- > der, trotz der riesenhaften Verluste, die sie dabei erleiden, die Teutschcn znrückzudrängen erfolglos bleiben. Tazii I kcmnien die ausländischen Sorgen, die Gefährdung des j Snczkanals und der Bnrenansstand in Südafrika. Ter ein- I zige Trost bestand in dem felsenfesten Glauben, daß Britni- nien die Wogen beherrsche. Aber auch dieser Glaube beginnt zu wanken. Erlebte doch England in dieser Woche das furchtbare, daß feindliche Schisse seine Küste beschlossen haben. Seit Jahrhunderten ist dieser Fall nicht mehr ein- getrcten und nian kann es verstehen, wenn die Krämerseelen in London von bleichem Entsetzen ob dieses kühnen Wagnisses der Deutschen Marine befallen werden.
Und mitten in diese Künnnernis traf wie ein Tonnerschlag die Botschaft, das, deutsche Kriegsschiffe in ojscner Seeschlacht die englischen geschlagen haben. Eine Anzahl englischer Panzer war ausersehen worden, deutsche Kreuzer, die sich rechtzeitig aus den ostasiatisli>en Gewässern entfernt hotten, zn jagen und jetzt ist cs so ganz anders gekommen. Im Stillen Ozean, nahe der chilenischen Kiste mußten englische Panzerkreuzer deutscher Tapferkeit unterliegen.
Tie Früchte des Sieges lasten sich nocl) nickst ganz deutlich erkennen. Tic erste englische Nachricht sprach von dem Untergang des „Montmonth", der sckstvcren Beschädigung des „Good Hoope" und dem Entkommen des beschädigten „Glasgow." Es war schon auffallend, daß in dieser Meldung nichts über das Schicksal des beschädigten „Good Hoope" zu lesen war. Wäre er entkommen, so hätte man dies, gleichwie bei dem „Glasgow" melden müssen. Ge- nouere Nachrichten lassen kaum einen Zweifel, daß der „Good Hoope" untcrgegangcn ist, wenn es vielleicht auch gelungen ist, die Besatzung zn retten. „Glasgow" konnte sich in einen chilenischen Hafen flüchten, wo der Kreuzer interniert wird, d. st. er wird ans die Tauer des Krieges niattgcsctzt. Tie Seeschlacht im Stillen Ozean stat also mit der Autzcrkampssetzung von drei englischen Kriegs-' schiffen gccirdet. Ja die .Times" spricht sogar von einem vierten Schiff, den: „Oiranto", das in diesem Tressen beschädigt worden sein soll.
Dieser herrliche Sieg stat bewiesen, daß die englische Dorherrschast ans dein Meere nicht mehr nnbcsiritte» ist. Jeglichem konnnet sein Tag! Wie ei» Menetekel wird diese Woche dem heimtückischen Albion in seiner Geschichte ringe- schrieben lei».
Der Berlins des Kampfes.
Kopenhagen, ü. Ros. „Brrltnske Tidende" meldet aus London: lieber die Seeschlacht an der chilenischen Küste u'hs weiter ober Rcwyork berichtet: Die englischen Schi-je bcianden sich i>:> Hasen von Eoronel, um Kohle» clnznnehmen. Sie verließen dann den Hasen. »IN weitere Nachforschungen noch den deutschen Kreuzern anmstellcn. Diese, welche ihnen ausgelaucrt hatten, sichren bcii englischen Schissen entgegen und crössncten bereits !> Kiloincter Abstand das Feuer, während die britischen Schisse erst bei t> Kilometer Abstand zu feuern begannen. In diesem Zeitpunkt war „Monmouth" bereits stark beschädigt, konnte zedoch noch einige Zeit de" Kampf sortsctzc», bis eine surchtbare Breitseite in Verbindung mit einem plötzlich auskommendcn Egclon das Schiss zum Ueberlegcn und Sinken brachte. Wegen des hohen Seeganges und des bestigen Sturmes waren Rettungsarbciten fast unmöglich, und es glückte nur sehr wenige» von der Mannschaft, die K'eä Man» zählte, sich zu retten. — „Politiken" meldet aus London: Der Kreuzer „Good Hope", der in d.r Seeschlacht stark beschädigt worden war, ist wahrscheinlich gesunken. Als der Kreuzer zuletzt gesehen wurde, war er in siilkendeni Zustande lind slihr in der Richtung aus die Küste. Plan hasst, daß cs gelang, das Schiff aus Grund zu setzen, so dost die Besatzung gerettet werde,! konnte. Bon Eoronel ist eine Hilssc.peditio» abgegangea.
- Ter Korrespondent des „Rewporl Hcräld" behauptet auch, dag der Kreuzer „Good Hope" schwer beschädigt wurde und auf die Küste ausgclauscn sei.
Berlin, G. Nov. Ucbcr de» Seekamps an der chileai- fcheu Küste wird dem „Lokalanzciger" noch aus Kopenhagen l'ö» heute berichtet: Ucbcr die Seeschlacht an der chilenischen Küste wird weiter aus London gemeldet: Die deutschen Kreuzer vercultgten ihr Feuer nach Vernichtung der „Monmouth aus den Kreuzer „Good Hope". Die schweren Geschütze der
deutsche» Schisse schosten mit bewundernswerter Treiisi.h>'lh.'it. Nachdem ocr Oberbau der „Good Hope" über Bord g 'i.:>ä>'u war, wurde das »Schiss kampsunfähig und muhte die Flnuft ng-h der Küste ergreifen. Das Wasser strömte durch zahlreiche chcr des Rumpscs in den Schissskörver. Die deutschen Kriegs- schisse setzten das Feuer fort, bis die „Good Hope" außer Sehweite war. Das Weiter war unsichtig: es regnete. Die Deutschen erklärten, die Engländer hätten heldenhaft gctämps:. ihr Feuer sei aber ohne gröherc Wirkung gewesen.
Amsterdam, ü. Nov. Ueber den Scckamps nn der chilenischen Küste bringen Telegramme aus Valparaiso in den englische» Blätter» noch einige Einzelheiten. Das dcuhchc Geschwader stand unter dem Beseht van Admiral Spce. Das Ge (echt wurde am Sonntag geliefert und zwar bei der Insel Santa Maria ans der Höhe von EotoncI; es begann nngejäyr eine Stande vor Einbruch der Nacht und endctc bei eiiitreten. der Dunkelheit. Aus dem großen englischen Kreuzer ,eSood Hope" wurde zwischen Leu beiden Schornsteinen eine Eiplosion wahigcnommcn. Der Kreuzer „Monmouth" sank nach vceschic- dcncn Schüssen und versuchte , »ach im Sinken einen der dcut. scheu Kreuzer zu ramme». Der deutsche Admiral briiite in einem Telegramm an. Sie chilenische Regierung sein Bedauern darüber aus, duh er wegen des stürmischen Wetters nicht iw Stande war, Boote auszusctzeu, um die Ucberlebcude» von der „Monmouth" zu reite». Man vermutet, daß der Kreuser „Glasgow" und .zOtrauto" (?) nur leicht beschädig, sind, beide S'tzisfc konnten sich, gedeckt von der „Good Hope", in: Schutze der Raast flüchten. „Gneisenau", „Scharnhorst" und .Rurnbeig", alle drei ebenfalls nur leicht beschädigt, sollte» gestern von Balpaiatso wieder "die hohe Sec gewinnen. Tie , Leipzig" und die „Dresden" sind mit vier bcwassncte» Traar porlschtsfr» außerhalb des Häsens geblieben. Man glaubt, daß das deutsche Geschwader durch drahtlosen Nachrichtendienst rc getinäßig über die Bewegungen der englischen Kreuzer unter richtet war. In einem Telegramm aus Valparaiso an den „Rewyark Herold" wird die Vermutung ausgesprochen, paß die deutschen Schisse von der Küste aus durch Spione unterrichte: wurden, als die englischen Schisse, nachdem sic ihre Kohlen tadung >n Eoroncl vervollständigt hatten, de» Hasen »erliegen die deutschen Kreuzer schiene» dem englische» Geschwader lein; Zeit gelassen z» haben, sich in Schlachiordnung auszusteilen.
Alih Zkkgkiecht in ruaiildjrr Oorftfüiuuj.
2 ondon, 6 . No». Die „Times" erhält solgendc» Beriet über die Seeschlacht bei Chile: Vier deutsche Kreuzer, dar:::: tcr „Scharnhorst" und „Gneisenau" grisse» am Sonntag d' englischen Kreuzer „Eoodhope", „Monmouth", „Glasgow" , „Otranto" bei Eintritt der Nach! in der Nähe der Insel San,. Maria an. Der Kamps dauerte über eine Stunde. „Eoodheo. wurde derartig beschädigt, daß er gezwungen war, untre de, Schutze der Dunkelheit zu sliehcn. „Monmouth" versuchte stiehl», wurde aber von einem Keinen deutschen Kreuzer folgt und sank, nachdem er einige Trcsser erhalten hatte, ltn glücklicherweise machte das stürmische Wetter die Benutzung de: Baute unmöglich. Mau glaubt, daß die „Glasgow" und dir .Otrautü' bcschnoigt wurden, cs gelang ihnen aber dank ihrer großen Schnelligkeit in der Dunkelheit zu cnttommeu. Die deutschen Schifte erlitten leine schweren Beschädigungen. Zwei Mann des „lsincisenau" wurden leicht verwundet. Es wird ca- geiioinmcn, dag die ganze Besatzung des „Monmouth" uuige kommen ist. Die deutschen Ossizicrc erkennen einstimmig du- Mut der Dcsotzung des „Monmouth" an, die noch im Meinen! des llnlergchenr versuchte, das deutsche Schiss zum SIntcn zu bringen.
Bericht der ettgl. Admiralität
Lssiziell wird ans London, nach einer Meldung r . „fficrl. Tagebl,", am ü. November mitgeteilt:
„Ans deutscher (?) Onelle sind verschiedene Nachrickst, ' über einen Scekanips an der chilenischen Küste eingelz-sie:' Nach diesen Nachrichten, von denen die Admiralität >:o:st keine Bestätigung erstatten hat, sollen die Panzerki'-aze: „Scharnhorst" und „Gneisenau" und die wenig geici >>!:!..' Kreuzer „Leipzig", „Dresden" und „Nürnberg" ! '! d. chilenischen Küste konzentriert sein, woraus dort au, ■ ; Sonntag ein Kampf mit einem Teil des G:schwa! > .- >w-' Adniiral Eraddccks ,'tattgefuüdcn habe. Zusolge der ' ;v. scheu Nachrichten soll der englische Panzerkrenze' -.
moiith" in den Grund gebohrt u. der Panzerkreuzer Hoope" schwer beschädigt sein. Tie geschützten K . „Glasgow" »nd „Ltranto" entkamen. Tic Adn, kann diese Nachrichten als genau in, Augenbst-! n: c,kennen, da das Schlachtschiff „Canopus", das zur V


