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Sir. 252

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Wie schweizerische Blätter berichte», wirb derNutzlose 31uroo" aus Teheran gedrahtet, datz sich der Mittclpunlt der rusienfcindlichen Agitation unter den Persern in den Jmam- freiten der Schiiten von Redschof und Kerbeia besindet und datz die Lage einenbedrohlichen Charakter" annimmt.

Ein Vertrag zwischen der Türkei und Asghanistan. Kon- . autrnopel, 23. Oft. Ein einsluhicichcs Mitglied des ungturlijchcn KomiteeUnion et Progres". das zu Beginn des nropäifchcn Kriegsausbruchs in besonderer Mission nach Af­ghanistan cnisandt wurde, ist dort glücklich angclangt. Es ourde vom Emir empfange», der wiederum einen seiner treue- len Note, den Emir Ali Asghon, hierher delegierte, voraus-, chtlich zu dem Zweck, sich über die Vorschläge des türkischen Zcrtraucnsmannes an Ort und Stelle zu vergewissern, dann nutz, um sich über die allgemeine Lage eingehend am Khali- latssitze zu insormiercn. Emir All Asghan mutzte als Diener einer hohen persischen Persönlichkeit verkleidet die beschwer­liche und gejahrvolle Reise nach Konstantinopcl zuiilcklcgcn. Er hatte in der kurzen Zeit seines Hierseins mchrsachc wichtige Besprechungen mit den leitenden türkischen Männern. Bor- Nestern wurde er nach der Zeremonie des Selamlils dem Sul­tan vorgestcllt. Eins Eondermisllon mit einem eigenhändigen Schreiben des Sulton-Khalifen an den Emir ist jetzt unterwegs. Der Abschluß eines Vertrages zwischen Afghanistan und der Türkei wird als vollzogen angenommen.

Die Pforte gegen die feindliche Presse. Konstantin o- pel, 2C. Oft. Die Regierung beschloß, gegen diejenigen euro­päischen Pressevertreter, welche falsche und die Interesse» der Türkei schädigende Nachrichten verbreiten, mit äußerster Strenge einzuschrciten. Der Minister des Aeutzercn wurde angewiesen, von dieser Entscheidung durch Zirlularnote den auswärtigen Missionen Kenntnis zu geben.

Unzusrieden« Inder. Aus Konstantinopcl wird gemeldet'

-Tanin" meldet aus Alexandrien: Zwischen hier durch- .enden indischen Truppen und der englischen Garnison haben blutige Zusammenstöße stattgefunden. Die Inder weigerten nch, nach Marseille und in den Krieg zu gehen. Das Kriegs­gericht sprach 30 Todesurteile gegen Inder aus. Bei der Ein- ichissung kam cs zu einem blutigen Handgemenge, wobei einige englisch« Soldaten getötet wurden.

Amerika regt sich.

London, 2G. Okt. f3B. B. Nichtamtlich). Der Korre- spoirdent derMorning Post" in Washington meldet: Die eng­lische Politik hinsichtlich der Kontrcbande könne die herzlichen Beziehungen mit Aincrika gefährden, wenn die durch die Beschlagnahme amerikanischer Schisse verursachte Erregung nicht bald beseitigt werde. Die britische Regierung handle weder offen, »och folgerichtig. Es erwecke den Eindruck, daß sie keine bestimmte Politik habe. Die Amerikaner nähmen Übel, was ne für eins ungerechtfertigte Einmischung hielten. Viele Kreise glaubten bestimmt, England lue dies alles, um den Ausbau der amerikanischen Handelsslotte zu stören. Die Er­regung würde schwinden, wenn die englische Regierung eine Erllürung Uber ihre Politik abgebe, sodatz die amerikanischen Produzenten und Exporteure die Lage genau übersehen könn­te». Je länger der gegenwärtige, höchst unbesricdigende Zu­stand andauerc, desto mehr werde er in der Presse erörtert und Sie Erregung gesteigert.

Die ,Mcw Port World" schreibt: Es befinden sich nicht viel deutsche Kriegsschiffe aus dem Ozean. Die Zahl der ame­rikanischen Handelsschiffe ist nicht groß: aber wir höre» nichts davon, datz britische Kreuzer deutsche einsangen, während fast täglich Schisse mit amerikanischer Flagge beschlagnahmt uiid durchsucht werden.

DieWast-ingion Times" meint: Die Besorgnis der bri­tischen Regierung vor einem deutschen Angriff aus England scheine so panikartig geworden zu sein, daß Downingsireet lieber He Feindschaft der Vereinigten Staaten riskiere, als arncrila Nische Verschiffungen dulde, die die Aiissührung der deutschen Pläne fördern könnten. Die .Washington Times" schreibt serncr, die Feit sei geeignet sür Ernencriing komplizierter Fra t des Freihandels und der Schifsahrtsrechte. di« den Krieg .i 1312 veranlaßt haben. Weder Amerika noch England wünschten, daß diese Fragen »ach einem Jahrhundert der Ruhe durch einen ander» europäischen Krieg zu einer Krisis führten. Aber ein solches Ergebnis werde sicher e'ntreten, wenir noch orel mehr Beschlagnahmen einträle».

Allzuviel Bedeutung sind diesen Kundgebungen nicht bei- «mdieii, denn der echte Panlee iühll sich den Engländern allzu -hr a» Leib »nd Seele verwandt, als daß er ihm ernstlich bös- - !ii könnte. Es müßte schon dicker kommen, wenn sich John .-.,11 und Bruder Jonathan nicht mehr vertragen würden.^

Uom ÄaUunr.

E-irankmrg der Königin von Nuuiäaieu. Wien, 26. Oll. -hicknanrrkich). DasReue Wiener Tageblatt" meldet aus i u l a reft : Die Erschütterungen, denen die Königin Elisa- '!) ansgcjetzi gewesen ist, haben ihre Gesundheit so bepinslußt, NI sie das Bett huren muß. Vorerst bleibt die Königin noch i ..'Ularest. 'Rach ihrer Erholung wird die Königin nach Eur­er de-Arges udcrsiedeln.

Die Türkei »nd di- Annexion von Eprrus. Konstanti- -r pri, 21. Olt. (W. B. Lischtrmtlich). Die Nachrichten über 'ic verschleierte Annexion von Epirus seitens Griechenlands rrezen die lebhafte Ausmerksamkei« der hiesige» Kreise. Der grüne Turc" schreibt, die Annexion könnte nicht ohne Protest ieschchen. Die Intc-vention der Türkei sei in jeder Beziehung lerechtjcrligt, da die Inseln des Archipels Griechenland gegen sie Preisgabe seiner Ansprüche aus Südalbanien überlassen eien. Auch «nlgaricn sei in dieser Frage interessieri. da die Vergrößerung Griechenlands das Gleichgewicht ändere. Ls er »eise sich wieder einmal, daß die Interessen Bulgariensnd der Türkei identisch seien.

Schreckensherrschaft i» Mazedonien. Sofia. 26. Oktober. (» * Rrchtamtlichj. Das bulgarische Raiionallomiiee oer Eiltet« gestern eine große Versammlung in Sofia zweck»

Reue Tageszeitung. Dienstag, den 27. Oktober 1914

Aussprache über die erschreckenden Nachrichten, die ununterbro­chen aus Mazedonien anlangen. Mehrere Redner schilderten die unhaltbare Lage der bulgarischen Mazedonier, die unter fremder Herrschaft leben. Die Bcrsammlung nahm einstimmig eine Resolution an. in welcher gegen die unerhörte Schreckens­herrschaft der serbischen und griechischen Behörden in Mazedo­nien Ernspruch erhoben und die bulgarische Regierung gebeten wird. Mittel zur Erleichterung des grausamen Loses der maze­donischen Bnkg'ren zu suchen. Es wird versichert, daß die Re­gierung hierin :...: te» vollen einmütigen Beistand der ganzen Ration flö:,"-'!! i :: ;>>. welche ungeachtet der übermenschlichen Ansircbungen .:r si.nisten Bergingenheii zu jedem Opfer sür die Freiheit Mazedoniens bereit sei.

Ans England.

* Die Deutsche»»«» iotgrirrg in England. Die Verfolgung der Deutschen in England, auch saldier, die schon seit Jahren ncu-

rralisielt sind, habe» besonders in London einen gar zu fana­tischen Charakter angenommen. Mir der größten Erbitterung geh! man jetzt gegen die Geschasisleute, wie gegen das Perso­nal vor und erzähle:, die in den letzten Tagen unter großen Hindernissen aus England zurückgekehrte Frauen und Mädchen asi kaum glaubhafte Talen des englischen Pöbels, gegen den die dortige Polizei, welche leine Schußwaffen, sonder» nur die be- kannlcn Gummiknüppel trägt, sich machtlos zeigt. Daß die Behörden zu diesen Verfolgungen selbst anrcgt, geh! aus der Behandlung der in den Konzentrationslagern internierten Dcuifchen hervor, welche meist unter freiem Himmel liegend bei Rächt nur Decken erhalten, unter denen mehrere Personen schlafen .müssen, während das Essen äußerst schlecht und sehr knapp ist. Die Folge ist. daß viele der Internierten krank und schon manche gcstorb:» sind. Das Los der in englische Eesan- gcnschast geratenen Deutschen soll dagegen zufriedenstellend sein. Unglaublich sind auch die Lügcnmeldungc^ über die zetzigen deutschen Verhältnisse und dessen Einwohner, Militär usw., durch welche die Engländer ihre Angst verbergen und die wirtlichen Zustände verheimlichen wollen. Der Ecschäftsver- lchr in London leide außerordentlich Rot. Die Spionenrieche- rei fei ebenso lebhaft und lranlhast, aber doch nur ein Angst­produkt.

Die Engländer sind iciuc Barbaren. Aus Aillwerpen wird

berichtet: Etwa 56 große Anlwerpcncr Handelshäuser haben wegen der Vernichtung ihrer Warenvorräte durch die Englän­der vor deren Abzug aus Aniwerpen dem amerikanischen Ge­sandten im Haag Entschädigungsansprüche gegen die englische Regierung i» Höhe von 236 Millionen Francs angezeigt, da die Vernichtung der Ware nicht während der Verteidigung der Stadt, sondern erst nach Räumung durch das abziehende eng­lische Korps mutwilligerweisc ersolgt sei. In Ermangelung einer Verbindung initz dem Konsularkorps in Havre wurde die Angelegenheit dem amerikanischen Gesandten im Haag zur vorläufigen Erledigung unterbreitet.

86 Defertcvre an einem Tage. Im ..Daily Chronikle" be- sindcl sich ein Berickit über die Verhandlungen gegen zwei Fah­nenflüchtige. Dabei bekundete ein Zeuge, daß an einem Tage 3 6 Soldaten aus dem englischen Lager entwichen seien.

Ans NnjNand.

Fünf rnsfischc Generäle in Lemberg begraben.Glos Raeodney" meldet, daß die Verluste der Russen in der 2. Schlacht bei Lemberg enorm waren. Während einer Woche allein wurden in Lemberg fünf in dieser Schlacht gefallenen Generäle beerdigt.

Verlegung der Grodnoer Acmtcr. Ans der Gonverne- nientSstadt Grodno sind sämtliche ärarischcn Aemter n. An­stalten nach Slonien an der Bahnstrecke irnch Bialostock im äußersten Osten des Gouvernements Grodno verlegt wor­den.

Die Getreide-Höchstpreise.

Berlin, 26. Okt. (W. T. B. Nichtamtlich.) Das Berliner Tageblatt" erfahrt: Der Bnndesrat wird am Mittwoch Höchstpreise für Weizen, Roggen, Gerste und Äleic festsehen, ausgenommen ist jedoch Braugerste. Der Roggenpreis dürste etwas niedriger als 225 Mark pro Toiine, der WeizcnpreiS etwas höher als der beantragte Preis von 250 Mark werden. Der Preis der Gerste wird niedriger werden, als der Roggcnpreis. Der gesetzliche Höchstpreis bezieht sich ans den Bezirk Berlin. Für die Üb­rigen Bezirke des deutschen Reiches werden Zuschläge bezw. Abschläge festgesetzt, das heißt, je weiter im Westen, um so lieber ist der Preis, je weiter im Osten um so niedriger. Fii, fvätere Monate werden Reports bewilligt, die zur Deckung der Zinsen, Spesen ufw. dienen sollen. Gleich­zeitig mit der Borichrift der geschlichen Höchstpreise gelan­gen einige Be sturm, »mqen über die Vermisch»ng de? Brotes n:st Kartoffelmehl. eine intensivere Ausmästung von Wer- zen lind Roggen zu Mehl, sowie ein Verbot des Vcrfütte- rern? von Brotgetreide zur Veröffentlichung. Der Staffel­tarif für Getreide »nd Kartostein bleibt bestehen. <Wie dem Wolffbnrea» hierz>: initgeteilt wird, find die Angaben im allgemeinen richtig, nur dürften die Zahlen vielleicht nick» gan, zirtreffeu.)

Der Kartosstiprcis.

Wir erhalten von der Landwirtschastskommer für des Gr-itzherzogtuni Hessin jotgendc Zuschrift.

Die Frage iibit den diesjährigen Kartoffelpreis wird z. Zi. allgemein beltanoett von Berufenen und noch mehr von Un beiufenen. Man verlangt von dem Landwirt ohne weiteres, daß er die Kartoffeln zu einem so billigen Preis liefert, wie sie 1813 geliefert werden konnte»

Die hänsige» Zeitiingsmitteilungen, daß unsere Kartosiel-

ctzlite vorzüglich a»sfalle, hat in den Kreisen der Konsumenten

die Berechtigung ju dieser Forderung anstrctcn tasie». Die. welche der Landwirtschaft ferner stehen, urteilen daher einzi' nur nach diesen Zeitungsmeldungen ohne zu bedeuten, welch: verschiedenen Einslüssc sür die Bildung des Kortoffelpreii maßgebend sind.

Vor allem ist die Kartoffelernte 1814 erheblich geringe! mic 1813, in welchem Jahr wir die größte Ernte in den letzten Jahrzehnten hatte». Im Großherzogtum Hessen füllt die Er»' ncccbc in einigen wichtigen Karlo'felanbaugcbietcn erheb! . unter dem Mittel aus. In den anderen Bezirken ist die Ern nicht um soviel größer, daß dieser Ausfall gedeckt werden kann Die Landwirischaft ist aber nicht nur Kartoffel- und Eetreide- licferant, sondern heute vor allem auch der einzige F.cischlicse- ranr für das Deutsche Reich. In Beachtung dieser Tatsache hat daher die Rcichsrcgicrüng schwerwiegende Forderungen an die Landwirtschaft gestellt. Die Kälber unter einem Gewicht von 75 Kilogramm und weibliches Rindvieh unter 7 Jahren dürfen nicht zur Schlachtbank geführt werden. Dieses Verbot ist außerordentlich schwerwiegend. Es zwingt die LandMric, ihr- Rindvichbestände zu erhalten, in den meisten Fällen zu v.r größer».

Zur Ernährung des Jungviehes find aber vorwiegend Pi - treibe oder Krastfnttcrmittcl nötig, da die Rauhfutrersioss und Rüben sür eine vollkommene Ermihrung des wachsend Rindes nicht ausrsichen. Die Krastfnttcrmittcl sind aber. d> die Einfuhr fehlt, knapp und außerordentlich hoch im Preis - Will der Landwirt seinen Viehstaiid erhalten, ist er gczmnn- ocn, einmal Krastsuttcrmittcl zu äußerst hohen Preisen zu kau­fen und andererseits seine sonstigen Erzeugnisse, darunter be soiiders die Kartoffeln, in erhöhtem Maße für die Ernährung des Viehes zu verwenden.

Um einen llebcrblick zu erhalten, um welche Mengen cs sich dabei handelt, sei erwähnt, daß Deutschland In den letzte» Jahren rund 3 Millionen Tonnen Gerste, 1.4 Millionen Tonne» Kleie, 8,8 Millionen Tonnen Mais und 6,7 Millionen Tonnen Oelkuchcii, Reisabfälle iifw. eingefiihrt hat. Ein großer Tci! dieser Einfuhr unterbleibt jetzt und wenn auch noch Borrät-, vorhanden waren, so bleibt immer ein großer Ausfall or Kraftfuttrrmilteln. Dobci ist noch zu beachten, datz in Frie- denszeiten große Mengen an Brotgetreide verfüttert werdeii, was die Landwirte jetzt im Interesse der Brotversorgung un­serer Bevölkerung unterlassen.

Wieviel höhere Preise der Landwirt heute besonders der Mühlen für Kleie, aber auch sonst für andere Futtcrmiticl zah­len muß, ersieht man aus folgenden Preisen sür 166 Kg. ver­schiedener Futtermittel ab Frankfurt a. M.:

Vor dem Krieg Heute Heute mehr Heute mehr

durchschniitl. in % Weizenkleie 10,7511,25 16,0616,50 5,10 46

Roggenkleie 11,50-12,00 16,0017,00 4,50 3S

Biertreber 11,6011,75 16;00-17,00 4,30 35

Palmkuchen 13,5014,10 17,5018,00 3,80 28

Reismehl 10,2510,75 17,7518,50 7,60 72

Daß die Landwirte auch höhere Preise für Getreide be­kommen, kann den ihnen auferlegten Mehraufwand nicht aus glcichen. Auch erholten die Landwirte in den weitaus meisten Fallen die Preise sür Getreide nicht, die besonders in den letz­ten Wochen des öfteren in Zusammenstellungen von Tageszei­tungen zu lesen waren und welche den Preisnotierungen an de» großen Märkten entnommen sind. Der Landwirt erhol! erheblich geringere Preise. Der Unterschied zwischen dem Marktpreis und dem Preis, welchen der Landwirt erhält, ist wie festgestcllt wurde, oft sehr erheblich.

Der Landwirt ist gezwungen, anstelle der zu teuren Kraft suttcrmittel seine eigenen Erzeugnisic, besonders Koriofscln, in erhöhtem Maße als Futter zu verwenden. Verzichtet er am diese Verwendung im Jnteresic der Lieferung von Kartoffeln für den menschlichen Konsum, dann muß ihm ein entspreche»» höherer Preis gewährt werden. Man kann von ihm nicht ver­langen, daß er zur Erhaltung des Viehstandcs höhere Preise für Krastsuttcrmittcl zahle und niedere Preise für seine Kartoffel, die er rationell verfüttern kann, nimmt. *

Hieraus dürfte hervorgehcn, wie unberechtigt die Forde­rungen nach den sehr billige» Kartofselpreiscn sind. Unsere Landwirte sind alle bereit, die Volksernährung sicher zu stellen Die deutsche Landwirtschaft ist hierzu auch jetzt in der Lage, man muß sic aber darin unterstützen, damit sic in wirtschakt- licher und betticbstcchnischer Beziehung dieser Forderung ge­recht werden kann.

Wenn jetzt ferner »och des Ocftcrcn über den Mangel an Kartoffeln auf den Märkten geklagt wird, dann ist doch zu be­achten, daß den Landwirten jetzt in der arbeitsreichsten Zei! des Jahres die Gespanne fast vollkommen fehlen.

Man fordert von der Landwirtschaft, daß sie di- Ernte der Hackfrüchte einbringt, aber auch die Herbstbestellung mit Brotgetreide durchführt. Diese Arbeiten können nicht ausgc- führt werde», wenn Frost eingetrcten ist. Die Sorge des Landwirtes muß daher jetzt in erster Linie fein, fein Feld zu bestellen. Dos Verbringen der Kartoffeln nach der Stadt kann auch noch später, ja muß später erfolgen. Aber auch dann wird es mit Schwierigkeiten verknüpft bleiben, da die Gespanne fehlen. Der Landwirt ist gezwungen. Hilssaelponne zu ver­wenden. er hat erheblich höhere.Transportkosten wie In Frie- denszeiten.

Daß auch die Preise, die in hiesiger Gegend für die Karies ketn ve» der Landwirtschaft verlangt werden, nicht unbercchtig! sind, das zeigen Preise der Kartoffeln aus den wichtigsten An- baugebietrn Deutschlands.

Die Karlofselpreisc waren nach Angabe der Kartosselhänb ler im Karrosselmarktbericht vom 18. Oktober für 180 Kg. -in

Wnggo nladung:

Berlin

S.citn,

Breslau

Magdeburg

Solzwedel

Eöln

Krank»"»*

Weißfleiichrge Sorten Up to bäte ujw. 5.606,00 6,30 4,80 5,90 6,26 7,207,80 6.306,8»

Gelbfleisch. Sor en Industrie »sw

5,90

6,40

i,40-7,00 6,80-7,20