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Nr. 250 ___________

|in'o jiii de» Heercsbedars stark beschäftigt, Jn> glotzen galten macht sich eine, wenn auch langsame Tendenz zur Besserung bemerkbar; indessen sind noch zahlreiche Betriebe geschlosicn oder eingeschränkt, sidatz, trotz der vielen Hecresaustruge, im allgemeinen die Beschastigung der Textilindustrie noch nicht als normal bezeichnet weiden kann, (Leipz. Tagebl, u, a)

Leder, Auch in der Lederindustrie sind die für den Hecresbedars tätigen Unternehmungen sehr stark bcschärttgt und arbeiten vielsach mit Ueberstunden; die vorliegenden Auf­träge geben noch siir längere Zeit hinaus lebhafte Bcschaftig- uirg, dagegen hak IN den für den Privatbedarf arbeitenden Fabriken die Beschastigung nachgelassen, und diese mutzten viel­fach ihre Betriebe einschränken oder gar einsteNcn, (Münchll. Neueste Nach»,, Franks, Ztg, u, a)

Papier, Die Lag- hak sich weiterhin verschlechtert, (Berl, Ta geh! , Berlina: Pörsen-Zritung),

Dir Kathedrale ooit Keims »ad die Kirche 3t. ilftnt dasclbll als Kugclfängrr.

Ueber die Umstände, die zu Mt Beschietzung der Kathedrale von Reims durch ocutschc Artillerie geführt haben, wird uns berichtet: Die Franzosen sind es selbst gewesen, die das ehr­würdige Bauwerk der Zerstörungsgcfahr ausgeliefert haben. (Eine starke französische Artilleriegrupp- war so ausgestellt, datz die in geringer Entsernung hinter ihr liegende Kathedrale sich genau in der deutschen Schutzlinie befand und durch jedes ;u loch gehende Artilleriegeschotz gefährdet werden mutzte. Die dcuische Artillerie hatte nämlich im Osten von Reims auf den Höhen, die sich hart nordwestlich des Ortes Nogent l'Abesic hinziehen, Posto gesatzt, Lssenbar lag der Ausstellung der fran­zösischen Geschütze die Erwägung zu Erunde, datz man die Deutschen so in eine Zwangslage brachte, zwischen zwei sehr unangenehmen Möglichkeiten zu wählen: Entweder sie verzich­ten aus Ehrfurcht vor der Kathedrale aus die Beschietzung der iit ihrer Nähe stehenden Batterien, Dann fügten diese, ohne selvs: gefährdet zu werden, den deutschen Truppen die schwersten Verluste zu, Oder man jatzte schweren Herzens den Entschlutz, das Feuer der französischen Artillerie zu erwidern. Dann hat- leii die Fraiizosen die gewünschte Handhabe, »ns Deutsche vor aller Welt als Barbaren hinzustellen. Die Ausstellung einer zweiten feindlichen Artillericgruppc, von der bis jetzt noch nicht berichtet wurde, vor einem anderen südlich der Kathedrale ge­lesenen Gotteshaus, der Abteikirchc Et, Remi mit anstotzenden Klostergcbäudcn, in denen ein grotzcs Krankenhaus unterge- bro.ldt ist, zeigt zur Evidenz, daß es sich bei diesem Verfahren nicht um einen Zufall gehandelt hat, Kathedrale wie die Abtcilirche waren sozusagen als Kugelfang benutzt,

Wiesbadener in Tsingtau.

Zn der tapferen Besatzung Tsingtau'?, die die Ehre und den Ruhm des deutschen Namens so entschlossen zu wahren und zu erhöhen verstehen, gehören folgende Wiesbadener Söhne: 3, Secbataillon: Oberleutnant z, S, Buttersack, Kompagniesührer: Osiasiotisches Marine-Detachement: Oberleutnant z, S. Sched- Itr; Lstasiatische Station der deutschen Kriegsschiffe: Kanonen­bootJaguar", das vor kurzem vor Tsingtau vereint mit der Kaiserin Elisabeth" siegreich im Gefechte stand: Oberleutnant z, S, Fliegelskamp: Matrose Singer; KanonenbootIltis": Leutnant z, S. v, Secbach,

Die Anstände in Aegypten.

Ter Berichterstatter desR, Courant" aus Kairo hat stinem Blatte einen Bericht geschrieben, dem derBerliner Börse» Courier" u. a, folgendes entnimmt:

Vorgestern paradierten die indischen Truppen durch die Hauptstrasjen von Kairo, inmitten der massenhaft zusam- mcngcströniten europäischen und eingeborenen Bevölker- »ng. Obwohl die Regierung, die von London aus tatsäch­lich das Niltal beherrscht, von der Absicht ausgegangen war, diirch den i»:iblick der Inder auf die Acgypter zu wirken, und deren aufrührerischen Geist zu dämpfe», scheint, dieser Zweck kanni erreicht worden zu lein, denn erstens sieht der Mohammedaner mit unsäglicher Verachtung auf dieheid­nischen Hordcn"3 herab, die er als Sklaven bezeichnet, und zweitens ist die Zahl der Inder sehr gering ausgefallen; es sind höchstens 4000 bis 6000,, während die Engländer ''Ns bisher a» 10,000 Mann glauben machen wollten. Man fabelt zwar von weiteren Truppen, die in Pord Said und Alexandrien liegen sollen, doch nicniand hat sie gesehen.

Man beklagt sich immer hier allgemein, datz wir über das, was im Ausland wirklich vorgeht, im unklare» gelassen iverdeii; ich kann der Regierung jedoch nicht unrecht geben, denn wenn die Aegypter z, B. genau wühten, was jetzt in der Türkei vergeht, wiirde es hier viel ynnötige Aufreg- iing geben. Hier und da sickert aber doch die Wahrheit durch, und der Schleier wird gelüftet, trotz des Tamokles- schwcrtes der Zensur, das über ganz Aegypten schwebt."

Was die (Fngliinfefr nt Her Tätigkeit der Emden" Ingen.

Loudo». 23. Okt. (SB. T. B. Nichtamtlich.) Tie Times" schreiben: Ter kühne deutsche kleine Kreuzer

Emden" ist wieder erschienen, dieses Mal in der Arabi- scl.en Sec, »nd hat eine gute Beute geinacht, die an Tonnen- gehalt den Wert der von derEmden" in der Bucht von Bengalen gemachten Beute noch übertrisst. TieEmden" versenkte diesmal fünf Schiffe, darunter ein ganz neues der Britisch East.^ndia Company, ein grotzes, mit Kautschuk und Zinn beladenes Schiff der Holt-Linic und ein wert­volles Baggerschiff. Sie beschlagnahmte ferner das mit Kohle beladene SchiffOxford", um ein verlorenes Kohlen- schiff zu ersetzen. Tas britische Publikrun war bisher ge­neigt, die Kreuzfahrt derEmden" mit Amüsement und Toleranz zu betrachten, ^besonders weil die Offiziere sich wiederholt als so gute Svortslcute erwiesen haben. Tie

Htut Tageszeitung. Samstag, den 24. Oktober 4SI

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Zeit ist aber gekonnncn, die Admiralität zu fragen, wann

sie beabsichtigt, der kecken Laufbahn des KreuzersEmden" ein Ende zu machen. Sein Auftreten an der Küste von Karomandel hat Birma abgeschnitten und den Handel Kal­kuttas gelähmt: es hat England über eine Million Pfund Sterling gekostet. Das Wicdeicrfcheinen des Kreuzers bedeutet den direkten Verlust einer zweiten Million, sodatz wir in wenigen Wochen nahezu den Preis für einen Tread- nought verloren haben. TicEmden" ist ferner verant­wortlich für die gegenwärtige hohe Versichcrungsratc für Routen nach dem Orient, Sic kann uns evcnsiiell den in­dischen Postdienst unterbrechen. Wir wünschen nicht, die gegenwärtige Tendenz mitzninachen und hochgestellte See­leute anzugrcifcn, aber wir müssen eine wachsende Unzu- fridenheit mit den Matznahnicn der Admiralität verzeichnen. Es besteht allgemein das Empfinden, daß die Admiralität den Aiiforderirngen auf der hohen See nicht genügende Aufnierksanikeit schenkt. Eine amphibische Kriegsführung mag Anziehungskraft besitzen, aber wir ziehen es vor, datz die Flotte sich vor allen Dingen mit dem Ozean beschäftigt. Die Nation ist gleichzeitig mitzgestinuut, zu sehen, datz so viele deutsche Kreuzer noch ungestört die Meere durchfahren, und datz das mit soviel Reklame geschaffene Minenfeld das Erscheinen feindlicher Unterseeboote bei Ostende nicht ver­hindert. hat. Tie Nation fürchtet, datz bei der Admirali­tät die Tendenz herrscht, ihre Tätigkeit zu sehr zu zersplit­tern, und sie würde den Nachweis begrüßen, datz die Admi- ralität sich ausschlictzlicher auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentriert.

Die Ejnllhriiiiknng der ölanntiveiilbrennerei.

Im Anschlutz an die Beschlüsse des Bundesrats über di: Ermätzigung des Durchschnittsbrandes und die Erhöhung der Bergällungspflicht entnehmen wir denMünchener Neuesten Nachrichten" noch folgende weitere Einzelheiten der neuen Ord­nung:

Das Kontingent der Brennereien im Königreich Bayern leinschlietzlich Jungholz und Mittelberg), im Königreich Würt­temberg und Erotzhcrzogtum Baden beträgt sieben Zehntel des auf Grund des Beschlußes vom 2. November 1911 den ein­zelnen Brennereien für das Betricbsjahr 1911-12 zugewiesenen Kontingents.

Die aus den Einnahmen an Betricbsauflagc zu gewähren­den Vergütungen weiden mit Wirkung vom 18, Oktober 1914 wie folgt festgesetzt: a) für vollständig vergällten Branntwein des vergällungspslichtigen Ueberbrandes aus 8,07 Mark, ande­rer Art aus 9,21 Mark, b) für unvollständig vergällten Brannt­wein, der verwendet wird zur Herstellung von Essig, aus 9,29 Mark, zur Herstellung von essigsauren Salzen, Zelluloid, Kunst­seide und Kunstleder, sowie von Teerfarbstoffen und ihre orga­nischen Vorerzeugnisse aus 9,18 Mark, zu anderen Zwecken auf 9,195 Mark, c) bei der Ausfuhr für Branntwein aus Steinobst oder Beeren und Liköre, wenn die Ausfuhr in Flaschen bis zu 1 Liter oder in Fässern oder Korkflaschen bis zu 199 Liter Raumgehalt erfolgt, auf 0.14 Mark, für rohen und gereinigten Branntwein sowie für Branntwein und Branntweinerzeugnisse anderer Art aus 9,97 Mark, d) für Branntwein, der unter amt­licher Ueberwachung durch Verdunstung oder sonst durch natür­liche Einflüsse verloren geht und zwar des vergällungspflichti­gen Ueberbrandes auf 9,97 Mark, anderer Art auf 9,195 Mark für den Liter Alkohol,

Uebersteigt die in der Zeit vom 1, bis einschlietzlich 15, Ok­tober 1914 von den einzelnen Antragstellern vollständig ver­gällte Alkoholmenge 17 / j 2 > der im Oktober der Jahre 1911, 1912 und 1913 durchschnittlich für denselben Antragsteller oder seine Rechtsvorgänger in gleicher Weise steuersrei abgemessenen Menge um mehr als 5 Proz,, mindestens aber um mehr als

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Lchickt Zeitungen ins Keld.

Wer Angehörige beim Heere hat, soll ihnen so oft als inöglich die gewohnten Zeitungen zrrgängig machen, sie spinnen die Verbindungsfäden zur Heiniat und erfreuen da- das Herz unserer tapferen Krieger. Unsere Zeitung jolite bei soläien Sendungen nie fehlen, denn cs har nocy einen ganz besondcren^Vorteil/näinlich nufere wöchentlichen Zu- sannuenstellungcn der'Kriegsereignisse. Unsere Tapferen draußen im Felde,^vornehmlich die in der Front stehenden erhalten ja keines fortlaufende Kunde über die täglichen Er­eignisse: .deshalb werden sie diese.; zusannnensajsendeii Be­richte freudig'.begrüben.'ä Aber auch.wenn die Zeitungen ge­lesen sind' hört ihr Nützen für dcu Sotidaten nicht auf, ion- dcru sie'erfüllen noch äls Notfchutz gegen die Kälie einen lin- gemein weitvollcn^Zwcck: SHm Postenstehen wird selbst beim stärksten'Winddruck die Brust warm gehalten durch das Einschieben 'mehrerer Zeitungslagen zwischen Hemd und Hosenträger.', Soll ^Brust und Rücken gleichzeitig geschützt werden, so verfährt man folgendermaßen; Man schneidet in die für Brust und Rücken bestimmten Zeitungslagen mög­lichst tiefe halbe Halsausschnitte, damit auf der, Schulter die Teile sich decken,.läßt sich.von einem Kameraden das Rücken- lei: anlegen iind'verbindetFittf der Schulter das »nistteil Mit dem Rückenteil, wäs^am besten dnich einige Fadenstiche geschieht. - Ä^die^Z^M^ro^^iia^sockann ein kreisjör- migerb«8*floi>fcS ' hincing - schnitten tvVn deli.^BeilÄWwak^dicnm-'rwifchnt' Waffenro-k und. Mäntel'g^schsobmie^Zcüeung^la^wgegeiläTtlrchschlagei'. der Erdfechchtigkeift'iind.Zomit^^SDitz'^gcgmi Ertzrltnngc:!. Bei der Gewohnheit,^if.yin^'^Arm^lt schlafe», ist'eS rat­sam, Zeitungei^imt^isArin zmwickeln. k,Haben sich rhiii- niatischc Schmerzen.schon geltend axmacht, so kann man.dunh örtliche Umwicklungen ^nnch.hier: bald. Besserung" erreichen. '(Jeder Jäger wird'wisst»" wie"gl,t Zcftuiigspapier in, Stie- fel den Fuß'gcgen^Kältc und Feiichtigcit schützen kann.) Es ist die Pflicht aller,^.Welche Angehörige im Fcsdc haben, diese änf den^ segensreichen Wcrt.deS Papiers aufmerksam zu machen und sics.iu'i,regelmäßigen,Besitz, Non -Zeitungen zu bringen.'.damit-sie,diese Vorteile^ansnützen können

Alte Leutnants

Unter inehreren anderen in den 99er Jahren stehende« deutschen Männern, die freiwillig wieder in das Heer einge­treten find, um an dem Kampfe um Deutschlands Existenz tä­tig teilzunehmcn, galt bisher Leutnant von Dembinsky bet den 4, Ulanen mit 87 Jahren als der älteste,'Dann wurde ihm dieser Ruhm, der älteste Leutnant zu sei», von dem Leutnant Albert Treichel aus Koppalin (Hinterpommern) mit 88 Jahren streitig gemacht. Beide werden aber noch weit übcrtiofsen von dem Oberleutnant a, D, d. L,-Pioniere Wolfram, der trotz seiner TXY, Jahre als Oberbauleiter eines Arinieruugsab- schnlttes von Kllstrin cisrig Dienst tut.

Die amtlichen Verlustlisten

liegen in unserem Geschäftszimmer zu Jedermanns Einsicht auf. Wer nicht genau Bescheid weiß, wie die Adressen an Ange­hörige des Heeres (Truppenteil, Rcgiemnt, Kompagnie usw) bei Feldbriefen anzugeben ist, dem geben wir gerne Auskunst und sind bereit die Adressen zu schreiben,

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Telefonanruf in Friedbera Nr. 34.