Einzelbild herunterladen

Sir. 250

plant. Nach derDaily News" werden vom Minister des Innern zwar keine Mitteilungen über diese Angelegenheit an die Presse gemacht, es fanden darüber jedoch Minister- ratssitznngcn statt, in denen Mac Kenna sich mit dem Pre- niierministcr besprach. Man glaubt, daß sich die Maß­regel ans alle Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren rrstrecke.

A»s Frankreich.

Für wen sich Frankreich verblutet. Wien, 23. Oktober. l2ß. B. Nichtamtlich) DasNeue Wiener Tageblatt" schreibt: Nachdem die französische Regierung sich gebunden hat, keinen kondcrsricdcn zu schließen, verlange jetzt ein Artilel derTi­eres", daß Franlreich, auch wenn die Deutschen bis Bordeaux tordrangen, die Waffe» nicht nicderlegen dürfe, bis England genug St-Ivisk'B habe ur-d u« Seekrieg beginne Ebenso habe Rußland keine Eile, den Franzosen zu helfen. Rußland habe sich nach Ostgalizien gcroorfen, das cs als Beute auser sehen habe. Fetzt spreche man davon, daß es den Krieg nach »ein Muster von 1812 führen wolle. Frankreich dürfe jetzt schon ahnen, welche Rolle es mit seiner Eefühlspolitik neben England, Rußland und Japan spiele.

Französisch-englische Freundichast. An einer zuständigen Stelle ist ein Dicnstbcricht eines Earnifonkommandos eingelau- ien, das mit der Aussicht über ein Gefangenenlager beglückt ist. Es lautet etwa folgendermaßen' Die Franzosen im Gesänge nenlager wollte» mit den Engländern nicht mehr zusammcn- stnn: sic erllärten, diese seien ihnen zu schmutzig, sie möchten von ihnen getrennt werde». Ich haue erwidert, Laß den Ecsanae- »en lerne Annehmlichkeiten verjchasst werden dürfen.

Ans England.

Katerstimmung i» London. London, 23. Olt. fW. B. Nichtamtlich). Der militärische Mitarbeiter derMornmg Post" schreibt! Während die Stimmung in Paris optimistisch bleibt, heißt es, die Stimmung rn London sei niedergedrückt. Die deutschen Kricgsnachrichten behaupten dies und einige Lon­doner Blätter scheinen zuzustimmcn. Die Leute scheinen ZU glauben, daß wir sicher genug wären, weil den Deutschen nichts Entscheidendes gelungen ist. Das ist eine gefährliche Aufiaf- sirng. Den Verbündeten ist ebensowenig etwas Entscheidendes gelungen. Die Deutschen bleiben im Besitz fast ganz Belgiens und eines Teiles von Frankreich. Die Lage ist nicht darnach angetan, zu jubeln, cs ist unangebracht, über den Feind zu witzeln und seine militärische Kraft und seinen Mut zu unter­schätzet,. Ter Versager des Artikels polemisiert ahne Namen zu nennen, gegen den militärischen Mitarbeiter derTimes", der gesagt hat, daß zwei Drittel der jetzt rm Felde stehenden deutschen Truppen zweiten und dritten Ranges feien, mehr oder wenigen ausgebildet u»d bis zu Fahren alt.

Der Mitarbeiter derMorningpost" sagt: Tatsächlich wur­den alle diese Truppen der zweiten und drillen Linie früher unter den Fahnen ausgebildet. Uebcr die Hälfte davon ist wahrscheinlich 32 Jahre oder jünger. Man sagt uns, wir soll­ten diese Truppen nicht überschätzen, die Jugend der Tcrrito- rialsoldatcn unserer beiden Armeen würde die Mängel der Ausbildung ersetzen. Wir sollten also unsere Truppen ins F Id schicken, bevor sic völlig ausgebildet sind, Kegen deutsche Trup­pen, deren Wert nicht genau brlannt ist. Der Tusgang werde zeigen, wer am besten abschneid:» würde.

DieMorningpost" sagt: Ls wäre ein Sport. Aber ein Krieg, zumal mit Deutschland, ist kein Sp,A. Das Risiko für solche Glückspicle ist zu groß. Der Verfass:: . . rieri die Fra­gen der Ausbildung und sagt: Tie havplsäch!! de Verzögerung wird wahrscheinlich aus der Sch ieri seit e,tl>.-h«i, Schieg tbungen für die Infanterie und Artillerie einzurichtcn.

London, 22. Olt. DieMcrnlNjixest" sch .'ibt: Die Tat siichc, daß die Regierung Deutschland erlaubt seine 5 mec dur.g 3'fiervisten aus Amerika zu octsti'rkeu, fp.J: ,htcn, ja Em

ung beim britischen Publikum hrroorger.! . Die entmu- ügtc die Armee und verursachte die b:d.iun! ä sie Besorgnis bei de» Verbündeten. - Das Blatt warnt kt- -?vor dem großen Umschlag IN der Slimi-ung in C: - nk, der erfol­gen werde, wen» die Politik so,-gesetzt würde.

D-e chcrrschas! des Mcüs. p.iniland, : OH. Im Lon­doner Weftend sanden vor einnn t.iiinthen. - dessen Besitzer

für Deutjche gehalten wurden, neu: cutideutsche Kundgebungen statt. Drei Demoiistrante:, wurcon se.-.-.-stct . ,id r.-et.eu Trun- lenheit zu Geldstrafe» vciuri- >!. ''al) die T.--Nehmer an früheren ontidcutschcn Kundgcdun, , r. urteri. bestrast. Ein Teil der Presse fordert energisches etinsch...: > der Behörden, da sonst gegen die in Deutschland wohnenden Euzländer Re. orcffalicn verübt werden könn.en. ,

Aus

's,

Rnssische tzüooitisicrung in Lofsarrbft!,. K lnrrst, 22. . DU. Eine«reich« Mobilisa..:» !,!, wie in * »-.'.»«reichtet-« j Kreisen verlautet, von der tissischrn Sirzskt.l-g ,ür Bessarabien \ angeocdnet worden.

RussischeKriegsbcgeisirr-ng ;t K Hagen erhält ' dieTelegraphen tliiien" dn-e vachforgeud.. charakteristische I Stimmungsbild über russische Verhält-.,.sie:

Di: russische Presse bringt fast t-igti.! -.i-eldungen, di: ! daraus hindente«. das, die innere-, S:d.r i:r tzkeiten in Ruß. land sich crr schärfen. Einzeine Teile der rusü scheu Truppen haben keim Lust mehr, zu lan-psen. In verschiedene» Stad ten herrscht Mangel an Ralrungsuliti-ciii und in verschiede- ne» Eegriidrn mußte inan riejalen an - - .rn, da den Ausbruch von Vollsuuruheu b-fürchtet. Ebern!:.ri'iisch ii: die Verhättniiie in Rußland ist es auch, daß cs nicht an Stimme« sehir, die verlange», daß dirs.n, ,en, die -.gün­stige» über de» Krieg berichten, ersch. 's u werden lallen. Man ist in viele» Kreisen Rußtands auch der Ansicht, wenn die rufflschcn Heere an der Weichsel eine entscheidende Rie

Neu« Tageszeitung. Samstag, den 24. Oktober 191»

' ~ dcriagc erleiden sollten, werde cs mit Rücksicht aus die Stim- t mung im Volke Schwierigkeiten machen, den Krieg mit "Energie sortzusctzen."

Japanische Ossiziere in Rußland? Stockholm, 21, Olt, Ein deutscher Flüchtling, der soeben von Rußland angelangt ist, wnrde geftagt, ob die japanischen Truppen in Rußland Phantasie oder Wirklichkeit seien. Ich weiß nicht, antwortete er, aber wir sahen eine Menge japanischer Offiziere, die nach der Front ginge» mtb uns wurde erzählt, daß die Japaner von Wladiwostoi die schweren Kanonen geschickt hätten, die sic .urz vor dem Kriege bei Krupp gelaust haben.

A«!, -kr Weit des Isilinis.

Dir Mobilmachung in der Türkei, Das türkische General­konsulat in Kopenhagen verössentlicht folgende Bekanntmach­ung:

Auf Grund der allgemeinen Mobilisierung in der Tür-

lei und anläßlich der Annahme neuer Bestimmungen als Ergänzung des militärischen Strafgesetzes, werden die tür­kischen Untertanen aufgefordert, sich umgehend bei den kai­serlichen Konsulaten zu melden, um sich mit den genannten Bestimmungen bclanntzumachen."

D>e Presse in Kopenhagen iolgcit aus dieser 'Bekanntmach­ung, daß die Türkei die allgemeine Mobilisierung angeordnet hat.

Der Dreiverband gegen die Türkei. Wien, 21. Okt. Die ,.Politische Eorrespondcnz" meldet aus Konstantinopel: Die- russischen, englischen und sranzösischcn Untertanen in der Türkei sollen r , den Konsulaten dieser Staaten vertraulich Weisung erhalten hoben, sich der Gewerbesteuer nicht zu unterwerfen und gegenüber den türkischen Beamten, die sich zur Eintreibung die­ser Steuer bei ihnen einfinden sollten, aus ihrer Weigerung zu beharren.

Ein neu-r Gewaltstreich Englands. London, 23. Oktbr. Die britische Regierung hat allen hier befindlichen Vertretern fremder Regierungen die Mitteilung zngehen lassen, daß Eng­land die von der ägyptischen Regierung getroffenen Maßregeln b.llioe. Die ägyptische Regierung hatte allen seindlichen Schif­fen, die sich lange genug in den Häsen des Kanals aufhielten und deutlich zeigten, daß sie nicht abreifen wollten, um zu ver­melden, als Prisen genommen zu werden, den Befehl erteilt, den Suezkanal zu verlassen, mit der Begründung, daß der Ka ual nicht zu diesem Zweck erbaut worden sei.

Eine persische Rote Mi Rußland. Zürich, 23. Okt. Die persische Regierung überreichte der russischen Gesandtschaft in Teheran eine Rate. Persien verspricht darin strenge Neutrali­tät, fordert aber Rußland aus, die russischen Truppen aus der inilriärisch besetzten Provinz Aserbeidschan zuruckzuzichen.

Eine Heldentat der Pioniere.

Ueber eine unter ungewöhnlich gefährlichen Umständen

arsgesichrte Tat deutscher Pioniere berichtet ein Offizier eines Pionierbataillons an feine in Stettin wohnenden Eltern, In dem vomStett. Generalanzeiger" veröffentlichten Brief heißt es u. a.t

Es war eine grausige Nacht. Auftrag für uns beide Offi- . zierg, Leutnant L. und ich: Heute nacht 7 bis 3 Uhr während

Artilleric-Feuerpansc nachhaltige Zerstörung der Eisenbahnlinie ; zwischen Verdun ». St. Mihicl, auf der fortwährend Munitions- ' züge und Nrnnerungsgerät passierten. Drei Patrouillen wur- den angesctzt von meinem Kompagniechef: Leutnant L. ind rcki j mit je zwei freiwillig sich meldenden Unteroffiziere» und sechs schneidigen, todesmurigcn Leuten, ein Feldwebel dritte Pa- ! lrvuille. Erster« beide mit dem Auftrag, Eisenbahn an acht s Stellen zu zerstöre», letztere Zerftö.rung des unterirdischen Tc- : legraphenkabels Verdun-St. Mihiel. Es war ein gewagter Streich, die Maars stund uns zur Ueberwindung entgegen. Um 7 Uhr machten wir uns aus den Weg: stockschwarze Nacht, star- lor Regen, Wind. Ausgerüstet mit Sprengmaterialien, zogen wir los mitten ins Feindesland, Ans großen Umweg:-!, um der Sichtweite des Forts zu entgehen und durch die Linie der Befestigungen durchzukommen, gelangten wir an den Kana! de l'Est. An der französischen Posticrung durchzukommen, ':! »>g; Messer dem Posten unter die Brust gesetzt, kamen mir über die Kanalbrücke: nun gings vorwärts durch die Mrasnlederung. Mehrere sehr stark angeschwollene sumpsige Gräben wurden durchwatet oder durchichwommen, und wo zu morastig, auf ab­gesagten Weidenstümpfen überwunden. An der Maas, 40 Me­ter breit, angelangt, machte sich meine Patrouille fertig zum Durchschwimmen. Ich svrnng als erster voran i» voller Mon- tiil, nur ohne Säbel. Es war ein ziemlich harter Kamps gegen den Strom und die scheußlichen Schlinggewächse. Da ich meikic, daß starke Lebensgefahr mit dem Ueberschwiniinen verbunden war, schwamm ich nochnials zurück und ließ die Leute die Stie­le: ausziehr», was ich auch selbst tai, fragte nochmals, wec es sich nicht zumute, solle zuruätre-cn. Alle waren fest entschlos- !». Sl-i: i.atchen unsere Ladungen serlig. Die Sprenginu- nirion e-, .. i sich die Leute aus den Nacken, die Zünduiiftet steck! - sie unter die Mütze. Ich sprang voran, fand d-ütcn mit f vuijic: Lebensgefahr schließlich nach langem Bemühen a» de-! sehr : rsiig-a, mit Schilf bewachsenen Ufern eine LaN- d ÜI -stelle Alle Leute sprangen nacheinander nach. Ce iua- >"> bange Minuten, ich war stark im Zweifel, ob alle Leute den Kampf gegen St-.-öi>iung und Wasicrgewächse vashalten ii.'d «Le landen würden. Es gelang. Weiter gings vor e-ite. noch einmal mußten wir zwei stark angeschwollcn: Gräben durch Sch-oiinn- , überwinden, bis rür schließlich an die beabsichtigte Zerstö'n: -- -Ile d--r Bahn gelangten. Die Ladunge» lourdeu

d»27t--.-.-.«!-.. aus meine» Pjisf gezündet, und in Eile macksten mir uns ans dem Staube, immer in der Besorgnis, sescn eiuzrnblick ocn der benachbarten Torswechc oder eine: Brücken- - achc ea-.de.-s und abgefangen zu werden. Eine sraichsische Kaeallericpairouille schoß aus uns, konnte aber ü, der sincht- bar morastigen Moasnieberung uns nicht erreichen Ohne Strii.üpfr und Schuhe, die Gewehre an dem diesseitigen Alaas- i.ser 0 !>,-genommen, gelang es uns nach Uebeiwi»d".ng der pkei- Hindernisse, olückuch »nvcrschrt aus unsereii Juslintcrie- i drr -rKIgegebe» mar ilber die Bri-cke über den Kanal de

Seite %

l Esl zurllckzukommen. Ich ging dann in bas erste beste Gehöft im Dorfe und störte eine Frau aus dem Gehöft, die mit der Pi­stole vor dem Kops, ohne Lärm zu machen und das Dorf zu alarmiere», ihre zwei Pferde voij einen Wagen spannen mußte, und in wilder FÄrt^ da wir wahnsinnig ftoren und »ich: ent­deckt werden wollten, gings !n einstündiger Fahrt zurück in unser Lluarticr zur Kompagnie, wo wir 4 Uhr morgens an kamen. Für unsere Rückkehr war von meinem Haupt-nrnn, der krank im Bett liegt, aufs beste gesorgt. Warme Decken, Glüh wein brachten uns bald wieder aus den Posten. E,n wem,

Schnupfen war alles, was wir davon beloinmen hatten, aus­genommen die vom Schilf zerschnittenen Füße und die stall milgenommenen Sachen, die noch heute ziemlich feucht sind und scheußlich nach Morast stink»». Wie ein Lausseuer war i m nächsten Tage die Tat beim ganzen Korps bclannt. Mein Hauptniann beantragte sofort das Eiserne Kreuz für alle Leute der Patrouille. Schon »ach 24 Stunden am Aüeuo des Tages gegen 8 Uhr kam ein Jägeruntcrosfizier. der uns die Auszcsch- nungen brachte. Allerdings teuer erkauft war trotzdem unser Ersclg. Leutnant L. und ein Unteroffizier haben in d u Flu­ten der Maas an einer breiten Stelle beim Durchjch»-!-:--nen den Heldentod gefunden. Die Kräfte muffen sie oerl uic.- Ui den. Auf halbem Wege sind sie beide ertrunken.

Dcutiche Alnttilio,:.

Bei einem Artillcricdepot ist in einer Sendung aus dem Felde nachstehender Gruß gefunden worden, der auf ausdrücklichen Wunsch der Absender verösentlicht wird:

Wir sagen für die gut funktionierende Munition unse­ren herzlichen Dank, da wir bis jetzt noch nicht einen ein­zigen Versager gehabt haben und hoffen, daß wir immer solche Munition erhalten. .

Die Bedienung des 2. Geschützes der 3. Batterie Res.-Feldart.-Reg. Nr. . . .,

-z. Zt. in Frankreich, 4. Sept. 1914 Die Franzosen ziehen die Ohren ein,

Tenn deutsche Schrapnells platzen gar fein.

Hurra!

Es folgen die Unterschriften des Zugführers, d.:- Wachtmeisters und der Bedienung des Geschützes.

Die Erwiderung hierauf lautete:

Heil Euch, Ihr Helden vom 2 . Geschütz Daß stets alle Feinde sich ditcken.

Wenn sie von Ferne den flammenden Blitz Aus Eurer Kanone seh'n zucken.

Und wenn Ihr daL Ziel ganz genau habt erfaßt Dairn bleibt auch nicht einer von allen,

Der Tod kommt trotz ihres Duckens zu Gast Mmrch Franzmann und Brite muß fallen.

Drum haltet im Kampfe stets ruhig das Blai Und wenn Euch die Kugeln umbrausen.

Dann zielet wie auf dem Schießplatz so gut Und lasset den Gegcngruß sausen.

Was wir in.....hineinlaboriert

In den Kern der Schrapnells und Granaten Daran ist gottlob schon so mancher krepiert.

Unsere Pillen sind stets gut geraten.

Und so soll cs bleiben, das schwören wir treu Nie mög' unser Werk dort versagen.

Doch immer bleibt die Hauptsackf' dabc!

Ihr Helden im pechschwarzen Kragen.

Daß Ihr unser Wirken so dankbar erkennt,

Hat herzliche Freude bereitet.

Wir wünschen für jeden Kampf, der entbrennt.

Daß Gott Eure Kugeln geleitet!" (Schulze-L.i.) Tie alten kriegsfreiwilligen Oberfcueri' A r.

Landwirtes

Von den Händlern und Konjumvereiniguiigen wird gegen die Landwirte der Vorwurf erhoben, daß sie keine Kartoffeln abgäben, um auf diese Weife eine Preis- e r h ö h n n g zu erzielen. Zwar ist die diesjährige Ernte in unserer Gegend keineswegs eine gute zu nennen: wir wissen auch, daß ihr euch in Sorge befindet, wie ihr eure Vieh ernähren sollt; auf der einen Seite steigen Futter- mittelpreise zu nie dagcwesener Höhe, auf der anderen Seite sieht die Regierung dem ruhig zu, verbietet aber das Schlachte» simgcr und trächtiger Tiere. Das sind Wider­sprüche. Aber wir müssen auch aiici-kcniicn, daß die Preise für Kartoffeln solche sind, die den Ausfall ersetzen und wir grbcn euch den driiigeudeii Rat, eure Kartvsscln aus den Markt z» bringe». Der Krieg verlangt schwere Opfer von unserem gesamten Volke, kein Glied und kein Stand wird davon verschont. Wir alle müssen dazu beitragen, daß das Leid auf das geringste Maß beschränkt werde. Helft ihr also dazu mit, daß gerade der ärmere Teil unserer Bevölkerung nicht an Kartoffeln Mangel leidet. Wir wollen hiermit beweisen, daß wir den Bogen nicht üherspannen wollen, wir hoffen aber auch, daß man nicht verlangt, wie dies in Gießen und Büdingen geschehen-st, daß von der Behörde Preise für Kartoffeln festgesetzt wer- den, die den Berhältnissen keineswegs entffirecheu.

Heute toinmt cs vor ollem darauf all, das, ein Jeder seine Pflicht erfülle, dem Landwirte kommt die Aufgabe z», für die Eriiöhruug des Volkes Sorge z» tragen. Deshalb lufft euch uschi den Vorwurf mochen, ihr hieltet die Kar tos-clu zurück, soudcin übergebt sic. wo cs irgend angcht. dem Verkehr.

V - -? Landwirte von Frankfurt a. M. und II>-""rud.

I. A.: Bichnianii, Vorsitzender.

Ans der Heimat.

" Friedbrrg, 24. Ott. (Zur Frage des Kartoffclprciftö)

sikach derDarmst. Ztg." hat das Großh. Mniistcrium des die Grnüb Kreisaiiitcr und die Oberbürgermeister^