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ziirmmer 350 ___Samstag, den 24. Oktober 1914. Jahrgang

DirVene Slaxesieitung ' ciicheint leDcn üLcrltag. Regelmäßige Beilagen ,,0e» ttanrr nu» Dege»".Sie Spi»n»ube". che,u>,oprci»: Le, Pen Poslans>»:i:u v ct.ti;,ii);u.o :Uit. I/O

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Erfüllungsort Friedbero. hchriffteitung und Serlag Friedberg (Hegen), Hanauer trage 12. Ferniprecher 48. Pssts-heck-Esnto lllr. 4859, 'Amt Franliiiit < 1 . LI.

AnlmllendrsMngen in U

Erfolge der Dcsterreicher. 4699 Ruffen gefangen. 14 eirglifche Dampfer versenkt.

(5ine neue Gewalttat der Englänter.

L- " ~ g

Der deutsche Generalstab V meldet:

Am Ascrkanal wurden gcstcr» Erfolge errungen. Südlich Tirmniden sind nnfcre Truppen vorgcgangen. Westlich Lille wa­ren unsere Angriffe erfolgreich. Wir setzten uns in den Besitz metzrerer Ortschaften. Ans der übrigen «yvout des Wcsthecres herrschte im wesentlichen ^ uhe.

Jm Osten wurden russische Angriffe westlich von Angustow rnrückgeschlagen nnd dabei mehrere Malchinengewehre erbeutet.

vom südöstlichen Kriegoschauplat« liegt »och Keine ablchliesiendc Meldung vor.

Der österreichische Generalstab - - meldet: *

SB l« n , 23. Oft. (Nichtamtlich) Amtlich wird oerlaut- dar, 23. Lltober, mittags:

Wahrend gestern in der Schlacht südlich von Przcmnsl hauptsächlich unsere gegen die ,kindlichen Stützpunkte entsandte schwere Artillerie das Wort yalic, entwickelte sich heute ein hei­liger Kamp, am unteren Sa«. Wir hatten den Gegner an meh- irren Punkte» aus dos westlich« User übergehen lasien, um ihn angrcikcn und schlagen zu könne». Bei Zarzecze nachten wir über 10011 Gesungene. Teile unseres Heeres erschienen über­raschend vor Zwangoroü, schlugen zwei seindliche Divisionen ,nd nahmen »600 Russen gefangen, erbeuteten eine Fahne nd 15 Muschinengewchee Bei der Rückkehr von einer erfolgreichen Aktion an der Save fließ unser FlußmonitorTenies" auf eine seindliche Mine und sank. Bon der Besatzung werden 33 Per­sonen vermißt. Die übrigen wurden gcrettrt.

Der Stellvertreter des Ehcss des Gencralsitabcs: von H ö f e r, Generalmajor

Die Verteidigung von Tsingtau.

Qi» englisches Linienschiff schwer beschädigt. Rocter- dani, 23 Cft. Tie Festung Tsingtau ist von zwei japa- nischcn Kriegsschissen und dein englisel>en Linicujchifs-in- umph" bis heute ohne Erfolg bcschosseil wordc». Anr 11. Oktober wurde dabei das Oberdeck desTriumph" durch einen schweren Hanbitzcntresfcr durchschlagen. Das deittjche KanonenbootJaguar" ist leicht beschädigt worden.

von mein dknilchku ooryfl)oboot rerßlilt.

(Nichtamtlich.) Ein Telegramm ans Schanghai meldet: Sicherem Vernehmen nach ist der japanische Kreuzer Takatschiro vor Tsingtau nicht aus eine Mine gelaufen, sondern durch einen Angriff des Torpedo­boots S 90 vernichtet worden. Das Tor­pedoboot wurde nach dem Angriff 60 See­meilen südlich von Tsingtau ans Strand ge­setzt und gesprengt. Die Mannschast ist ge­rettet.

13 englifche Dampfer versenkt.

London, 23. Oktober, (biichtam'.lith». O.-.i 2C-.

Bureau meldet aus Las Palmas: Der denl,e D'.ep.er . e seid- ist in Tanganila eingelauieu mit b:.i '.ö: ichafieu von

13 britische» Dampsern an Bord, die der tr , c St:.;:« .Karlsruhe" in der Slilaniik ro;, . c t. nage der vccjenftcn Schisse b:'.ä.:s> fih cv| UZ.'. T«:'.n::i.

s Jiod) kill tngliMr Srnp'tr f.s'.

Ans Rotterdam wird gemeldet: Ter de::. >bc Nr. - r Emden" hat außer fci gcmclö'.t::i Schisse» noa, t.:i neuen TompfcrTidgbert" versenkt.

Kelchädisiiing k'lnksi ftailsisilchrn aoriir^ßirirtfr».

Rom, 23. Cft. Ein österreichisches Torpedoboot be­schädigte vor der Bucht von Eattaro den französischen Tor-

pcdojägerFoudre" und entkam darauf unbeschädigt vor der verfolgenden englisch-französischen Flottile.

feine kiiMe 2d)(iippt in 0iiDiu?ii(rtfri'a.

Ans Tiidasrika wird genicldet, daß die Engländer iitic drahtlose Tepcsche aus Windhuk aufgefangru haben, die die Gefangennahme von drei englischen Offizieren und 53 Mann meldet.

Die Schlacht in Glander«.

Heftige Käinpse. DerAuistcrdamer Telegraaf" meldet: Der Kanonendonner schweigt leinen Augenblick. Selbst in Sluis Hirten in einigen Häusern die Fenster: cs scheint den ganzen Morgen unauihörlich sortzugche». Die Badeorte M>d- dadkcrkc und Westende und einige Dörfer leiden fürchterlich. In vlelcii Orten schlagen die Flammen aus. In Ostende ist es sehr lebendig. Automobile fahren hin und her und bringen Verwundete. Bei Bcijai und Blankcnbcrghe steht die Bevöl kcrung in Gruppen an den Dünen und am Strand, um den Kanonendonner zu hören. Eine Menge Flüchtlinge sind hier angekvmmen, verängstigt von dem Ecfchützdonner, den Schrap­nells n. der Bomben. Aus Rotterdam wird ferner vom 23. Oftober berichtet: In Holländifch-Flandcrn hat auch in ver­gangener Nacht das schwere Kanonengebriill aus südwestlicher Richtung angedauert. Flüchtlinge melden, daß die Engländer das Seebad Westendc bombardieren. In Blifstngen klirrten heute früh die Fensterscheiben. Es wird angenommen, daß ein Seegefecht stattgefunden hat.

Englische Moniiore. London. 23. Oft. Archibnld Hurd schreibt !mDaily Telegraph": Die an dem Seegefecht an der Küste teilnehmenden drei MonitorsMerfcy".Hum- ber" undScyern" sind für Brasilien gebaut und von der Ad­miralität bei dem Ausbruch des Krieges gekauft worden. Es sind gepanzerte Schiffe von 1250 Tonnen Wasserverdrängung mit einem zwcicinhalbzölligcn Panzer und dem geringen Tief­gang von 4J2 Fuß, bei voller Ladung S'/i Fuß, und einer Ge­schwindigkeit oo» 11'^ Knoten, Sie fuhren zwei fcchszöllige Geschütze mit huiiLertpiiindigen Gcfchosien bei einer Anfangs­geschwindigkeit von 3000 Fuß in der Sekunde das Geschütz kann ncunntal in der Minute feuern, ferner zwei 4,7zöllige Haubitzen mit 35psündigen Eeschosien bei einer Anfangsgc- ichwindigkeit von 1150 Fuß in der Sekunde, ferner vier drei­pfündige und sechs Kanonen mit Kcwchrkaiiber.

Tic {hiölpc ton Tsnnknhtrg nni) Slnhwpen.

Die Beute von Ta.incnberg, Berlin, 23. Oft. Die Kriegsbeute von Tannenberg war, wie derBerliner Lokal- anzeiger" in holländische» Blölicr» findet, so groß, daß die Deuifchen 10 3.0 Eisenbahnwagen brauchten, um die Beute fortzufchnfsen.

32.509 entwcssuele Belgier. Amsterdam, 23, Ott, Oer Nieuwe Rolterdamsche Cour." meldet aus Tcrncuzen: Vor­

gestern wurden hier ziemlich große Trupps von internierten Soldaten durchgcführt Vis zum 21. Lltober sind hier 32505 iiilernierlc Soldaten dnrchgekommen, darunter 380 Offiziere.

tfiü"!:! Itl (OfüftTfidjfr

Wien. Ott. (W. B. Nichtamtlich). Die Blätter melden ans E e r >:.' i o . Unsere Truppen wurden von der Bevöl- kcrnng r-i r.leiblichem Jubel empfangen. Die Bewoh­ner e!!!e:: : .! Truppen IN freudigster Erregung entgegen. Die Soldaten r - ::> i« Triumph in die Stadt geleitet. Der Ao-

zng «p! S!.<;\:i ersolgt« so rasch, daß in der Stadt kein erheb­licher Schaden angerichtet wurde.

Die Ruffen in Lemderg.

Änr Wien wird derBost. Zig." gemeldet: Die Russen die ursprünglich ihre Truppen bis auf eine kleine Besatzung aus Lemberg zurückgezogen hatten, warfen nach dem Entsatz c» Vrzemysl durch die österreichisch nngarifchc Armee außerordent­lich: Verstärkungen nach Lemberg. Gegenwärtig liegen dort bnt't'll Rlann. Tag und Nacht arbeiten sie an der VGestigan \ ! dir S'adt. Die Bevölkerung wird zum Schanzenzribcn ge I 7 »«-;». Di: anfangs milde Behandlung der V.wchncr ist \ e::c:-. >:p ' Regime gewichen. Es fehl! an Nahruiigemltlc!:!. \ j sie mehren sich ailnbcndiich. Die Russen wcil::i L:.::

p ::::> jeden Pre-s halten.

+ Haltung Portugals.

London. 23. Okt. (W. B, Nichtamtlich.)'Daily Lhroniclc" meldet: Tie kürzlich unilo.llfcndcn Gerüchte von

! einer bevorstehenden Ei»nii!ch»ng Portugals in den enro- ! paische:, Konflikt sind »nbegriindct.

London, 23. Okt. (SB. B. Nichtamtlich.) DasRen- iersche Bureau" erfährt, dciß Portugal seit Beginn des Krieges in enger Verbindung mir der englischen Negierung grstanden hat, um zu erwogen, wie die Besttinmimgcn des i Bündnisses am besten wirksam zu machen seien. Bestimmte militärisckze Einzelheiten über den Beistand Portngils würden noch beraten und in wenigen Tagen festgesetzt sein. Tie royaliststche Bewegung sei bedeutungslos.

Bange machen gilt nicht!

Köln, 23. Okt. (W. T- B, Nichtamtlich.) Die>- iiisckx' Zeitung" schreibt: Tic Nachricht- daß in England 1,20v,l>00 Mann ausgebildet werden, ist wenig glaubhast. An Mannschaften wcrd" es England nicht fehlen, da cs zurzeit genug Arbeitslose in England g>bt. Nach dein Economiste" sind allein in der Baumwollindnstrie eine halbe Million Arbeiter ohne Beschäst!gv!'<:. Ee UW ivC England aber an AusbildungSpcrsonak. Zudem Nagt die englische Presse darüber, daß das Kriegsministerium nicht vorbereitet sei ans die Organisation großer Massen, denen cs an Ausrüstung und Waffen mangelt. TieTimes" »nd viele andere englischen Blätter äußerten kürzlich: Selbst wenn der letzte Kosak ani Ural stehe und der letzte Hans lnecht in Bordeaux cingezogcn sei. so werde England noch lange lcinen Frieden schließen. Es hätte bis jetzt nur seine Vorhut in den Krieg geschickt. Tas Gros käme erst im Herbst 1915. Tiefe Aeußrrung beweist, daß die englische Mobilinachung ziemlich langsam von statten geht, und hat in Frankreich verstimmt. In den amtlichen '1 r >(>en be­ziffern die Engländer ihre Verlnstc bis pnni >'». Lttobcr aus 1511 Offiziere »nd 32,380 Mann, ein ungeheurer Pro­zentsatz, da die bis jetzt nach dcni Festlande entsandten eng lische» Truppen von den Engländern selbst mit »nr 200,000 Mann berechnet werden. Seit dem 10. Oktober sind ober erhebliche weitere V rlnsle cingrkrcti - I falls bennrichigt man sich in Tcoljchland nick- ober das englische Millionenheer. In unscri» Feldheer käinvjt jeder einzelne für Haus und Hof, nicht, wie der engliio > Sela ncr für!>. letzt sogar lür !5 S.a ; i- : Orfl. Diese .srr- anfsrliiing der- Soldes sprich f n; ; - ot für die r "eiircrli»,i der sogenannten englischen Freiwilligen. Uns, e nun Dienst Nicht'Verpflichteten, auch noch »ick! e-a- r Freiwilligen geben, obwohl nicht l.'zahlt, ihr Leben ui 1 dal Vaterland. Ihre Zahl beläuft sich ans zwei Million:», i' Oeste,reich-Ungarn auf t 1 /* Million Mann. Au:' di:ie 3>ch Millionen Mann werden a»-. aebildct »nd (rnncn v.r allen Tinge» ansgcbildet werden. Hierzu ko»,.nt der deutsche und österreichische Rekrntrnjahraaiig von >9!I mit einer weiteren Million Mann, von denen im Oll-ber dieies Jahres eist ein Teil eingestellt wurde. Ten cnglischen Truppen von angeblich 1,200,000 Man» stehen daher in Deutschland lind Oesterreich-Ungarn 4 17 i Milli -eit gegen­über. Hiergns geht wohl zur Genüge hervor, was vo" der englischen Großsprecherei zu halten ist.

(fii! üfiifr (ßfinaltliriMf) (^nnlntikt.

London. 23. Okt. (W. T. B. Nichtamtlich.) Wie Daily Telegraph" nicldet, bat das Staatssekretariat des Innern eine Vorordnung an die Polizei erlassen, alle Deut­schen, Oosterreicher und Ungarn, die in militärpflichtigem Alter stehen, zu verhastcn und den Militärbehörden zu überweisen. Ans vielen Orlen werden Mal>e»verha>s>n,oe:' genie.'drt.

TaS Wolff-Burcou meldet dazu: Tie Polizei hat 123 Deutsche und Oestcrreick>cr verhaftet >n,d sie ins Militär­lager gebracht. In Brighton forderte dir Polizei die nn- wcscno.n Tcntscheii und Ocsterreicler anr, die Slacl binnen einige» Tagen zu verlassen. Infolge der Eampcign: der Jiiigoprcsse bat eine große Anzahl bekannter Hotel» .nlle deutsch:» und österreichischen Angestellten entlnUcn, dar unter den Stellvertreter und Gcschästs)ührer de., Hotels Earl ton.

TieFranks. Ztg." erfährt hierüber nns Anisterdun:

! Tie Absicht, die die Engländer i» der letzten Zeit mit ihrer i ganz besonders ausfällig betriebenen Spionenriecherei ve:- folgtcn, liegt nu» klar zu Tage. Es ist eine Verschlepp.:,>' der in England wohnenden Deutschen in die nach von Burcnkrieg her übel berüchtigten Konzentrationslager ge-