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7. Jahrgang

Unmmer ^44 Samstag, den 17. Oktober 1ttl4.

Di-**«* Sacr-iritnng" iildieint leöen Sl'etltoi. Regelmäßige BeilagenDer Kauer au» Dessen".Die Hpiunst-ibe üv. K-n t o tamlnllen Dicrtelniljilid) 1,95

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ZUM 18 .

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War das in vorigem Jahr ein Feiern! Mächtig Tobet- Ocn von den Bergen und Höhen Alldeutschländ die Flaunnen- zeichen empor zum Gedenken des Tages, der vor 100 Jahren den deutschen Böllern ihre Freiheit gegeben hat. Dank zu Gott erfüllte die Herzen des deutschen Volkes, der ihm da­mals zur Seite gestanden hotte.

Aber neid- und haherfullt blickten unsere Nachbarn im besten und Osten und jenseits des Kanals aus unser Trei­ben. Unsere Einigkeit, unsere Freiheit ist ihnen ein Greuel und finstere Plane wurden geschmiedet, sie zu vernichten. Und wie damals in den Befreiungskriegen, die am 18. Okt. zum siegreichen Ende geführt wurden, so hat das deutsche Volk heute wieder zu kämpfen für sein gutes Recht, für seine Freiheit, für sein Dasein.

Wieder sind es, wie einst bei Leipzig, viele Völker, die 1 Kampfe einander gegenüberstehen. Aber die Rollen sind pertanscht, zwar PreußenDeutschland und Oesterreich stehen wieder, wie vor hundert Jahren in treuer Waffen- briiderichaft, die nickst wie damals durch kleinliche Eifersucht getrübt wird, zusammen. Aber die, denen damals der Kamps des geeinten Europas gegolten hat, haben heute Verbündete gefunden. In Leipzig standen dem französischen Welteroberer n^ben Deutschen und Oesterreichern vor allem die Russen gegenüber. Ter Haupthasser Frankreichs aber war England, das in einem jahrzehntelangem Kriege mit Napoleon lebte und von dem Imperator in seinem Le- bensnerv, dem Handel, sich empfindlich getroffen suhlte. Soldaten schickte es keine in die Völkerschlacht, außer einer Batterie konareviscber Raketen, einer niederträebtinen Waffe,

dem englischen Charakter entsprechend, war Brile-nien ans I der Ebene Leipzigs nicht vertreten. Es hat ab, nick weniger den hauptsächlichsten Nnben ans der Ichiack'i t ' i zogen und verdankt seine Weltmackststellnng de, - E, - t deutschen Waffen.

Zum Dank hat dieser Staat von Seeräubern d-e ranze Welt gegen uns gehetzt. Ilnd wie vor 100 Jahren, so kön­nen wir auch heute wieder sagen, Feinde ring-.-. '! Wie ,i den damaligen großen Tagen so sind wir Teuffc-.:.' -*'.) hem.' in diesen Weltenkrieg eingetretcn als in einen Freiheit! kriege für Gegenwart und Zukunft unser,- Vaterland-?. Tie Neider und Feinde haben Knechtschaft für uns bereit gehalten. Sie haben ihre Pläne wohl mit ihrem kurzn.T-- tigen Hochmut und ihrer kleinlichen Verblendung aber nickst mit dem lebendigen Gott gemacht. Das straft sich jed.-sinil in der Weltgeschichte. Indem wir siir Recht- und Fre-steit für Glauben und Vaterland kämpfen, richten wir einEs-->- Ezer" einen Stein der Hilfe auf:Bis hierher bat uns der Herr geholfen!"

Und wir in freudigem und bangen Zittern hin- und hergeworfenen Menschen wachten hoffentlich mit unseren höheren Zwecken. Zn einem neuen Schlag hat die Welt-n- uhr ansgehoben. Tie Känn fe der Gegenwart bringen nach menschlichem Ermessen die Entscheidung für eine lange Zeit. Die Schlachten in Lothringen und in der Champagne, die Erstürmung der belgischen Vesten, das Millionenringen im Osten sind ungeheure Proben auf die sittliche Spannkraft eines Volkes. Tie Glocken haben nn? gelautet in der Groß­stadt wie in den vergessensten Dörtlein de? Waldgebirge:-.

! Cr »e Riesen,rstimg im Panzerlleid der modernsten Da-leidig nngr-wrike ist nach 10 Tagen zu Fall gekommen. I,., Osim I ist ein siegreich -- Feldherr im Begriff ein Bollcheld zu mer l den. Wir halten aus, wie vor lmndert Jahren, in eirr.-.n > Meer r-on Lägen und Gomeinhrit, von ohnmäclstigor Wirt und rärioser Granfainkeitl leie halten aus mit nni.n.-n Gelt:Bis lierher'lmt uns der Herr geholfen!"

Wie einst der Freiheitölampf des deutschen Volle? vo > der Weltgeschichte gebuch! und ntit leuchteuder Schritt in rhr, Biich-.-r eingeschrieben worden ist, so kämpft auch nrristr Volk heute nicht nur siir ferne Gegenwart sondern auch nirjcinc Znknnst. Die Cirlet erweisen sich Herste der Väter toiirdig nird wieder können wir mit Th. Körner, dcnr lichten Helden airs den Besreinngskriegen, singen:

Wir rufen dich mit srendstgc» Blicken nnd halten fest nn deinern Wort! Die Hölle, soll »ns nicht berücken durch und M- ml ermord, und was auch rings irr Trum» raern gehl, wir wisse», daß eirr Wort besteht.

Drum »rag auch »och irr, falschen Leberr die Lüge ihre Tempel bansti und mögen goldstre Schirrkerr beben nnd iich r or Kraft rrrrd Trrgend graust, nnd mit der Feigheit Schwin- deldrohsti vor dom erwachten Volke steh'n.

Dir wollen nickst an dir verzagen und treu nrrd ieit-.-n Mutes sein. Trr wirst die Schlange doch erschlagen und wirst deirr deutsches Land besreistr. Liegt auch der Tag 'roch jahrewrit, wer weiß, als du. die rechte Zeit? _

Die Deutschen in Ostende.

Die Russen bei Lyck abermals Zttriicktzeworfen. Schwere Berlttfte der Raffen. San Giulano, der italienijche Minister des Aentzern, gestorben.

Die Kriegslage.

Tie RnWn vctsuchlen am 1-1. Oktober sich wieder in. Sen Besitz von Ltzck zu setzen. Tie Angeisic wurden zurückgcwiesen. 800 Gefangene, ein Geschütz und 3 Maschinen­gewehre fielen in unsere Hände.

Brügge wurde an» 14. Oktober, O st- a d c an» 15. Oktober von nnseren Truppen besetzt.

Heftige Angriffe der Franzosen in der Gegend nordwestlich von Reims sind ab- gewiesen worden.

Die Franrosen melde» in ihren anrt- »ichen Scllnnninlanjungcn, daß ftc an ver­schiedenen Stellen der Front, j«m Keispie! Drrris au Dac nordwestlich Neims mcrst- lichc Fortschritte gemacht hätte». Diese Meldungen entsprechen in keiner Weise den Tatsachen.

vic Stdeiiiillist dcr Einiistliiile m\ ÖlinOf.

Die ersrculiche Tatsache, daß uiisere Truppen jetzt an die belgische Ecc ! üftc vorgodrungen sind und sie im Besitz haben, und daß s-c nnraussschilich bald die angrerizendc sran- z v s i j ch c Küste besetzen werden, tan» »ran als den Beginn ei­nes neuen Abschnittes unscrcr Kriegssührung arische», denn damit sind die ersten Stutzpunkte an der o s s e n c n See gewonnen, und cs wird dadurch die Verbindung der jranzö- sischer, Armee mit England, wen» nicht abgcschnitten, so doch lehr erschwert, und es ist außerdem mit der Möglichkeit zu rech­ne,,. daß diese Stützpunkte an der Küste England. gegenüber verwertet werden können.

Die Kämpfe in Flandern.

Amsterdam, 10. Olt. TerNieuwc Rottcrdamsche Cou- reni" berichtet aus M a a st r i ch t : Die Reste des bclgi-

> ch c » Heeres aus Antwerpen, das sich aus der Umgegend von Ostende in der Richtung nach Dünkirchen zurürizicht, wer­den bei ihrem vollständig desorganisierten Abmarsch zwischen Diriruiden und Roulcrs durch französische Marinetruppcn und einige Kaoallcricabtcilungen geschützt, die in dieser Gegend Velschauzungen aufwarscn. Heute Donnerstag Rachmlttag um

2 Uhr wurden diese Stellungen durch starke deutsche Stroit- kräste aus allen Waffengattungen angegriffen Wenn es den Deutschen, was sehr wabrscheinlich ist, gelingt, die tranzösischen Kräfte zurückzudrängen, dann werden die deutschen Truppen rasch vor Dünkirchen erscheinen, das durch die verbündete» Armeen verstärkt worden ist. Die belgische Bevölkern z flüch­tet in der Richtung nach Dünkirchen und Bvutogne und ver­mehrt dort die Unordnung auf den Landstraßen. Da der große Verbindungsweg Lrüggc-Ostende-Rieuwpoort sich in de»>sch.-n Händen befindet, so sind in der Umgebung van Dünkirchen und Bviilognc in nächster Zeit ernste Kämpfe zu erwarten.

Die Rückzugsgefechte.

DasHandclsblad" meldet aus Ostende: Heute Mor­gen war der Auszug der Flüchtlinge bei der Dämmerung des Tages noch trauriger. Fischerboote, voll bepackt mit Menschen, segelten dicht bei der Küste hin und aus dem Strandbonlcvard bowcgtc sich wieder ein Zug von Menschen, die nach der Grenze zogen. Militärautomebile rastca vorbei. Man wollte dnsür sorgen, daß die Deutschen nichis Brauchbares -m Ostende- snr- t.-u. und man bat die Berichterstatter, Motorräder irnd Anio- n-cbi!c nach Holland mitzuitchmcn. Die Dcutschc» waren je­doch noch SV Kilomctc: bei Eclloo, wo eine deutsche Rodsahrcr- patrouillo von Marin stand, wenngleich dort noch die bel- gischc. Flagge aus dom Rathaus wchlo. No» Gent aus kamen drei oder vier Regimenter Dcutiche mit Feldgeschützen, vermut­lich um die fcindüchc» Triiirpen abzüschncidcn. Auch das war unnötig, denn dic Belgier zogen so schricll, wie möglich nach dc-n Sllesten, wohin wußte man Nicht, aber es ging so eilig, daß sie nicht einmal die Batterien eingraben konnten, und die Kan.' ncn stcheri bcspanni längs der Wege. Rur bei Oualrccht wirrde noch ein wenig gejochten. Zwzlchen Melle und Oualrccht san- den mir plötzlich ein dreieckiges Schlachtfeld, wo tote: Dich auf de» frischen Gräben lag. Aus beiden Seite» dos Weges zogen kilomctcrlange Abteilungen deutscher Lc-idsturmkolouno» nach dem Westen. Welch ein Unterschied all dieser Stelle und aus de: arideren Seite, wo belgische Patrouillen aus ihren Rädern borumsahren, wo Mitrailleuscri zwischen Sträuchern sieben, um im Regen zu rosten. Aus belgischer Seite wird cs ein Pa- trouillcnkrieg.

(6ani öklyikn in dcnilchtn fiiindkn.

Gestern früh auf der Fahrt von Ostende nach Sluys begeg­nete der Vcrichterstattcr desHandelsblad" hunderten von Au­tomobilen mit belgischen Offizieren, von denen der größte Teil den Deutsche» in die Hände siel, weil sie von der Verbindung mit Frankreich abgeschnitten wurden. Sogar bei Dünkir­chen wird schon gekämpft. Die Stadt wird teilweise durch

U.bo.schwcmmungen geschützt. Belgien ist nunuichr oosskam. lucn in der Macht der dcutjchcn Truppen. Das ganze östliche und westliche Belgien wird durch sie von dcri belgischen Trup- n-n gesäubert. Dic Deutschen stellen überall den Straßenbahn- vorkcbr wieder her. In Maaseqck wurden sämtliche Bewohner aiisgefcrdcrt, Fahrräder und Motorräder abzuticsern.

Ordmmg in Antwcrpctt.

An Stelle des ziemlich Uiisähigcn Aiitwerpcncr Bllrgcr- »icisters de Dos trittUN der Abgeordnete Dr. Franck als stcllvcrtroicnder Biirgermeistcr von Antwerpen aus und slihrt die Unterhandlungen mit den deutschen Behörden. Franck HI einer der sähigsten Köpfe Belgicris. Er hat sich einen intcr- nalionakeii Romen gemacht durch seine erfolgreichen Arbeite« zur Herbeijührung intcrnationalcr Verträge für das Scerecht. Er spricht geläufig deutsch und ist vor allen Dingen einer der cifrigstcn Vorkampscr des Flnurontuins in Belgien. Er ist ein Mann, di-r deutsche Wisicuschait und deutsche Kultur keil»!, und sr-inc Bomü.-l iig:» gehen jetzt vor allen Dingen dahin, die Antwerponcr zur Rückkehr zu bewegen. Dr. Franck ließ den rrach Holland gczli-chtetcn Beamten und Arbeitern der bclgi- schori Eiscnbahiicn eine Reihe von Bedingungen Lbermittein und sordertc sie aut, so rasch wie möglich nach Belgien zurückzu- kehren, da es i- ,- Vaterlandsliebe verlangen müsse, daß die Eisenbahnen so rasch als möglich wicdcrhcrgestcllt würden, um die Flüchtlinge in ihr Vaterland -urückbringen zu können. Das Eiseiidahnporsonal hat sich jedoch bis jetzt »och nicht bereit cr- Itckrt. .rült-iikohrcii, und nur einige wollen den Dienst wieder auiiithmcn.

Der . Ricuwo Roitcrdamschc Courant" schreibt in seinem Loitariikcl: Augenscheinlich und sehr begreiflicherweise wollen die dcutlchcn Behörden alles tun. um so rasch wie möglich das gesellschaftliche Loben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Die zurürilchrendcn Männer werden nicht zur Kricgsarbcit hcr- angezogcn wcrdcn und cs wird auch keine persönliche Kriegs­entschädigung verlangt. Die deutsche Besatzung beträgt sich ordentlich, von Einguarlicrung ist keine Rede, Stahrungsmittel sind in geniigciikcr Monge in Aritwerpen vorhanden, wenn auch bei dem vollständigen Stillstand des wirtschaftlichen Lebens schwierige Ucbcrgangstagc kommen werden. Aber diese Schwie­rigkeiten stehen keineswegs in Zusammenhang mit der deut­schen Besetzung. Auch ohne diese deutsche Besetzung wurden auch unter belgtschor Verwaltung solche Tage nach der Lage der Diiige unbedingt durchgemacht wcrdcn müsse». Sie sind die unvermeidlich- Folgen der Rückkehr in eine unbevölkerte Stadt. Die Belgier, so sagt Dr. Franck. und derRicuwe Rolter- damschc Courant-' wiederholt dieje Worte mit Nachdruck, können sich ihrem Lande gegenüber nicht treuer erwciscn. Es ist jetzt