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Neue Tageszeitung. Freitag, den 18. Oktober 1914

Ablehnung eines allgemeinen KriegSgotteSdiensteS.

Bordeaux, 13. Okt. Viviani erklärt: vor einigen Tagen ini Ministerrat, er habe Massenpctitioncn erhalten, in denen die Negierung aufgefordert werde, die Abhaltung offizieller Gottesdienste anzuordnen. Der Ministerpräsident wies da­raus hin, daß die Ausübung der Rcligionsgebräuche frei sei, und zwar unter den vom Gesetz vorgesehenen Bedingungen, das in keiner Form die Einmischung der Regieriingsg.'walt in religiöse Handlungen zulasse. Die Regierung billigte tue von Viviani erteilte Antwort.

Tic Garibaldiancr. Mailand, 1->. " " , bor-

ricro della Sera" meldet ans Montelimar, du; d r ita­lienischen Bataillone in Sndfrankreich eine 0 : . n nach

Montenegro und Bosnien machen wollen. Peppiuo Gari­baldi erwartet noch 2000 italienisch: Freiivillige ans Lon- don, Welch: in Boulognc landen solle». Don den übrigen zwei italienischen Bataillonen in Frankreich hört inan, daß eine? ans Versehen ein Nachtgefccbt mit Türkos eingina, wobei alle Jtckliener bis aus 200 getötet, andere beim Sturm auf die deutschen Laufgräben bei Peronnc durch deutsche Maschinengewehre fast aufgerieben wurden. Peppino be­klagte sich darüber, daß manche Franzosen ihn wegen seines llnnbbängigkeitssinnes nicht genügend schätzten und er nur den Rang eine? Oberstleutnants belomnien, während er in Griechenland und in Mexiko schon Generalsrang bekleidet habe.

Ans

Die innere Lage. Wie die holländischen Blätter berichten, hat das deutsche Generalkonsulat in Amsterdam von dem Staatssekretärs«» in Berlin die Mitteilung empfangen, daß nach glaubwürdige» Berichten russische Reservisten in Sibi- r i e n gemeutert haben. Zwei Regimenter seien ebgeschickt, um die Bewegung zu unterdrücken. Zn der russischen Armee werde das Gerücht verbreitet, die Niederlagen in Ostpreußen seien die Folgen jüdischen Verrates! in Bcsfarabien und Rus­sisch-Polen hätten schon Pogrome stattgesunden.

Die Cchwarzemeerflott«. Mailand, 15. Okt. DerCor- riere de la Sera" meldet aus Bukarest: Dienstag morgen 8 Uhr fuhr die russische Schwarze-Meer-Flotte, bestehend aus l» Einheiten, an Warna vorbei mit Richtung auf Burgas und Kor.stantinopel. Rach demUnivcrsul" nimmt man in politi. scheu Kreisen an, daß diese Bewegung das Vorspiel zu Feind­seligleiten gegen die Türkei wegen der Schließung der Darda­nellen sei. Rumänien stellte die Fahrten Konstanza-Konstan­tinopel ein.

Uom KaUmn.

Ein hoher Kirchensürst in russischer Ecsangcnschast. Kra­kau, 1t. Olt.Rowa Reform»" meldet, daß der in Lemberg zurückgebliebene Erzbischof Dr. Zosef Bilczemski von den abge­zogenen Russe» in Kriegsgcfangenschast behalten wurde.

Kriegszustand im Kaukasus. Türkische Blätter bringen kolgendc Mitteilung: Der Statthalter im Kaukasus Gras Wo- rowzoss hat gemeinsam mit General Mischtschenko den Kriegs­zustand im Kaukasus besohle». Die Festungen, Landstraße» u. Brucken werden militärisch bewacht, und cs wurde eine Kriegs ftcucr ausgeschrieben.

Dämmernde Erkenntnis in Serbien. Wien, 13. Oll. Die Südslawische Korrespondenz' meldet aus Risch: DerRa- rodni List" veröffentlicht einen von der Zensur genehmigten Lctitel, in welchem ausgcsühit wird:

Wenn wir die militärische Lage aus dem Hauptkriegs- schauplaß ins Auge laste», so müssen wir zu dem Urteil kom­men, daß die russische Osscusive gescheitert ist. Rußland hat sich mehr zugcmutct, als es leisten konnte. Was die ver­bündete» französischen und englischen Armeen anbelangt, so sind diese fast vollständig geschlagen. Die unwiderstehliche Kraft Deutschlands hat in diesem Moment» Belgien schon sozusagen von der europäischen Landkarte gestrichen. Das muß uns zu denken gebe». Man könnte schon jetzt jene Leute jesistellen, die allein dafür verantwortlich sind, daß die Serbe:, das Schicksal Belgiens teilen werden."

Eine seine Familie. Wien, 1". Okt. Zn derReuen F. kreist" teilt Hrofcssor Hcrzsetd mit, daß er des ibm seinerzeit rerlrehene Eroßosjizierkreuz des Daniloordcns niederlege in Anbetracht der Tatsache, daß die Montenegriner fortgesetzt öster­reichisch-ungarische Verbandplätze beschießen. Zugleich fordert Professor Hcrzsetd de» Kronprinzen Danilo össentlich aus, die ihn, schuldigen Honorare sowie die Gelder, die er iür den Kron­prinzen bezahlt habe, zugunsten des österreichisch-:: igarischen Ro­te» Kreuzes zu erlegen.

Ein politisches Attentat in Bukarest. Bukarest, 15. Okt. Gegen die beiden Brüder B u r t o » , die vom Londoner Bal- kankomilce nach den Bolkaniiaalen entsandt wurden, »-n die össentlich- Meinung zu Gunsten der Entente >! b-einslllssen. wurde hier ein Attentat verübt. Beide sind verwundet, De: Attentäter soll angeblich ei» Türke oder Bulgare sein.

Keine Wirkung der russische» Löge». K o n st a t i n o p e I, 15. Olt. Um zu zeigen, wie sehr eie Engländer.' Russen und Franzosen die össentlichc Meinung der Lände: täuschen, gibt derZldam", aus dem Turkestaner BlattSada-i-Tasken" tStimine von Taschkendj, vom 2!>. September -ine Menge fal- scher Rachrichten wieder, znm Beispiel, daß die Russen siegreich gegen Berlin und Wien verrücken, daß di- Deutsch»» in Belgien vernichtet und di- Franzosen aus asten Seiten in deutsches Ge­biet eingedrungen seien, daß die englische Zloite glän-'nde Sicgc errungen habe u.-d daß die Muselmanen der ganzen Welt einen außerordentlichen Haß gegen Deutschland hegen,Zldam", de: sein Erstaunen über solchen Grad der Liigeuhastigkeit ans rückt, spricht seine Entrüstung über die demselben Blatte nach Petersburger Meldungen veröjientlichten Nachrichten über die Lage in der Türlei aus und stell! fest, daß im türtischen Kabi nett kein« Meinungsverschiedenheit bestehe, und daß die Türkei weder ilbwcch lei. »och iich in Eeiahr befinde

Ans Japan.

Parlamcntskciiupsc in Japan. R o m, 13. Okt. Nach einer französischen Meldung ans Aokohania spielen sich ge­genwärtig im japanischen Parlament erbitterte Känipfe ab. Die konservative Partei bekämpft lebhaft die Politik der Re­gierung. MarschalONamagata nnterstätzt die Opposition. Tie alte Militärpartei tritt säc eine Ausdehnung der kriege­rischen Operationen ci».

Verluste der Japanesen. TieDaily Mail" berichtet au? Tokio, daß die Japaner in den erste» vier Wochen in den Känipfe» von Tsingtau 312 Tote gehabt und 9 Flug­zeuge verloren habe -.

Ein japanisches Versehen"? Rotterdam, 13. Okt. Nieuwe Rottcrdamschc Courant" stellt, den aiiitlichcn Wort­laut veröffentlichend, fest, das; Japan durch Besetziing der Marschallinscln gegen England vcrtragbriichig wurde.

Die Ue-stt gem DeMlinzd.

Rene Enthüllungen.

DieNorddeutsche Allg. Zeitung" verössentlicht eine Serie < wichtiger Aktenstücke, um die Behauptung unserer Gegner zu entkräften, der Krieg sei durch die deutsche Militärpartei ange- zcttclt worden. Es handelt sich um zehn Berichte deutscher diplomatischer Verlrelcr im Ausland.

Die Stellen, von wo ans diese Berichte abgcschickt wurden, und Las genaue Datum müssen selbstverständlich verschwiegen werden.

Der erste Bericht, der vom März 1813 datiert ist, schildert ausführlich das polnische und militärische Zujammcnrüüen ! zwischen Frankreich und England. Er geht auf die militärischen Vereinbarungen zurück, die zwischen diesen beiden Staaten zu Beginn der Marolkokrisis gcirojscn wurden, und spricht weiter von dem Flvitenabkommcn, da» zwischen Frankreich und Eng­land stattgefunden hat, wodurch England die Verteidigung der Nordsee und des Atlantischen Ozeans, Frankreich die des Mit­telländischen Meeres übertragen wurde. Dabei wurde verein­bart, daß eie englische Mittelmeerslette im Kriegsfall unter sranzösischcs Kommando gestellt und Malta der französischen Flotte als Stützpunkt überlasten werde, während andererseits französische Torpedo- und Unterseeboote im Kanal verwendet werden sollten. Der Bericht gibt die Schuld an dieser Entwick­lung der Schwäche des englischen Kabinetts, welches sich als Werkzeug der französischen Politik erwiesen habe. Der Bericht kommt dann aus den schon bekannten Briefwechsel, der im No­vember 1912 zwischen Sir Eduard E r e y und dem sranzösischen Botschafter in London, Paul E a m b o n, stattgesunden hat. Diese beiden Briefe enthalten in scheinbar harmloser Form die Vereinbarung, daß Frankreich und England im Fall eines An­griffes durch einen Dritten oder falls der europäische Friede gestört werden sollte, sogleich »i Verhandlungen cintreten sol­len, die ein gemeinsames Vorgehen zum Gegenstand hätten, und daß, wenn die Resultate positiv wären, sie von Vereinbarungen zwischen den beiden Eeneralstäben gefolgt sein sollten. Die Fassung der Bereinbarunge» trägt mit seiner Berechnung der englischen Mentalität Rechnung. England übernimmt formell keinerlei Verpflichtung zu der Hilsclcistung. Daß sich aber durch diese Vereinbarungen in Vrrbiudung mit den getroffenen militärischen Abmachungen England tatsächlich dem sranzösi- sthen Revanchegcdankcn bercils rettungslos verschrieben hat, das bedars, wie der Verfasser des Berichts bemerkt, keiner be­sonderen Ausführung:

Der zweite Bericht von, Mai 1911 spricht über den Besuch des Königs von England i» Paris.

Es ist während dieses Besuches von französischer Seiko an­geregt worden, die bestehenden besonderen militärnolitischen Abmachungen zwischen Frankreich und England durch analoge Abmachungen zwischen England und Rußland zu ergänzen. Dem Begleiter des Königs, Sir Eduard Ercy, wurde damals in Poris sehr der Hof gemacht, und der deutsche Berichterstatter sürchtet, daß Grey, der noch niemals in amtlicher Eigenschaft das Ausland besucht hat, dadurch in noch höherem Maße dem französischen Einfluß verfallen würde.

Zn dem dritten Bericht, der vom Zuni 1911 stammt, wird scstgcstcllt, daß die Idee zu dem englisch-russischen Marineab- kommen von I s w o l s k i ausgehc. Es sollte dort eigentlich ein neuer Dreibund ungebahnt werden, doch schreckte Ercy mit Rücksicht aus einen große» Teil der össentlichc» Meinung Englands davor zurück. Immerhin, bemerkt der Berichterstatter wörtlich, halte man den Abschluß eines formellen Bündnisvertrages nur o^ch für eine Frage der Zeit. Petersburg will sogar gewisse Scheinkonzessionen mit Bezug aus Persien an England mache». Die Beihandlungen über das Marineabkommen werden durch eine» kurzen Bericht vom Juni 1911 bestätigt. Aus demselben Mcnat stammt das fünfte Aktenstück, welches sich mit der Be­antwortung der Znicrpellation befaßt, die im englischen Unter­haue an Sir Eduard Ercy wegen des Marineabkommens mit Rußland gcrichtet wurde. Die englische Prcsic hat die hinter­hältige AnNrcrt Grcys mit wenig Ausnahmen ruhig hingc- nomincn. Wie in einem folgenden Bericht bemerkt wird, hat der Berichterstatter den Eindruck, daß die meisten Blätter ge­wußt haben, worum cs sich in Wirklichkeit handelt, und daß si­nne infolge ihrer politischen Disziplin geschwiegen habe».

Diesem Gegenstand sind die Berichte süns bis sieben gcwid mct. Der achte Bericht ist von höchstem Zntcresie. Er enthält die Inhaltsangabe

eincr vertrauliche» Konferenz die am 26. Mai dieses Jahres IN Petersburg bei dem Che; des russischen Marinestabes stattgesunden hat und in der i die Grundlagen für die Verhandlungen über das russisch-eng­lische Marineabkommen jestgestellt worden sind. Zn der Ein­leitung u diesem Bericht bemerkt der Berfasier, daß durch das neue Abkommen die panslawistische Stimmung in Petersburg bedeutend gestärkt sei, und daß auch Sostonow zusehends mehr in oas Fahrwasser der russischen Kriegspartci treibe. Zn der Sitzung selbst wurde jestgestellt, daß zwischen der russischen und enatiichen Marine bis ins einzelne gehende Abmachungen über

Seite S

den gesamten Verkehr der beide» Behörden, über Eignalwcscn

Radiotelcgraphie nsw. zu treffen sind. Das russisch- Marine abkomnien mit Englan.d >otl gleich dem sranko-rnstischen Abkoin men vorher vereinbarte, aber getrennte Aktionen der russische! uno englischen Kriegs»,arme ins Auge fassen. Es wird 6 unterschieden zwischen Operationen im Gebiet des Schwär- r üJfccrco, der Nordsee, sowie zwischen dem Voraussicht sichen S.c kancpsc im Mittelmeere. England muß Rußland für das ch snmincnarbsiten gewisse Kompensationen gewähren. Zu:' '

biet des Bosporus und der Dardanellen sollen zeitweilig i - teruehmungcn als strategische Operationen Rußlands :n Kriegssall ins Auge gejagt werden. Dagegen hat England - neu großen Teil der deutschen Florte festzuhalten, um Rußland von der Uebermacht der Deutschen zu befreien und eine Lau düng in Pommern zu ermöglichen. Die englische Regierung soll für Truppentransporte eine große Anzahl von Handels schissen in die baltischen Häsen schicken. Was die Lage im Mn telmccr betrifft, fo geht Rußland von dem Standpunkt aus. daß die österreichisch-italienischen Seestreitkräste den französi­schen überlegen seien. Es muß deshalb vorläufig England eine starke Mittelmeerstotte halten, bis Rußland seine Schwarze Meerflotte soweit ausgebaul hätte, um die Ausgabe selbst lösen zu tonnen. Rußland verlangt außerdem für seine FloUe die Erlaubnis, die sranzösischen Häfen als Basis für seine £:

zu benutzen.

Die beiden letzten Berichte bcfaffen sich mit der

wachsenden Kriegsstimmung in Rußland.

Besonders der letzte Bericht ist von höchster Bedeutung. ii; enthält den Brief des Adjutanten eines Eroßsürsten an d:.: Greßsllrsten selbst und ist vom 25. Juli, also wenige Tage vor Kriegsausbruch, datiert. Aus ihm geht hervor, daß man da- nials zum Kriege vollkommen entschlossen war. In dem Bries heißt es unter anderem: Es scheint, daß von den Franzosen ermutigt, unsere (die russische) Regierung ausgehört hat, vor den Deutschen zu zittern. Es wäre längst Zeit gewesen. Es ist bester, sich einmal klar auszusprechcn, als sich ewig hinter den professionellen Lügen der Diplomaten zu verbergen. Das Ultimatum Oesterreichs (an Serbien) ist von unerhörter Frech­heit. Der Bries erzählt weiter, daß in einem Ministerrat vom 21. der Kriegsminister sehr energisch gesprochen und erklärt habe, daß Rußland zum Kriege bereit sei. Die übrigen Mini­ster haben sich voll angeschlosscn, und es wurde in dem entfpre. chcndc» Geist gleich ein Bericht an den Kaiser fertiggestcllt. Weiter heißt es in dem Briese: Wir alle sind überzeugt, daß dieses Mal kein Rasputins Rußland verhindern werden, seine Pflicht zu erfüllen. Deutschland, das Oesterreich vorausschickt, ist fest cntschlosten, sich mit uns zu mesten, bevor wir unsere Flotte ausbauen, und die Balkanstaatcn habensich noch nicht vom Kriege erholt. Auch wir müsten der Gefahr ins Gesicht sehen und nicht unseren Kops verstecken wie während des Bal- ktinkrieges, als Kokowzow nur an die Börse dachte. Dainals aber wäre der Krieg leichter gewesen, da der Balkanbund voll bewaffnet war. Weiter heißt es: lleberhaupt wollen wir hoffen, daß das Regiment der Feiglinge (nach Art Kokowzows und gewisser Schreier und Mystiker) vorüber ist.

Am 9. Oktober nahm ein höherer Offizier persönlich einen bewaffneten, zur Besatzung von Antwerpen gehörig gewesenen belgischen Infanteristen gefangen, einen Grenadier, und e t wassnete ihn. Das geladene Gewehr trug die Nummer:s. 82,517 m. u. 188V m. 93 manufaclure d armes Saint Ettenne". In der Patronentasche, die man ihm abnahm, befanden sich 89 belgische, zu dem sranzösischen Gewehr pastende Patronen, von denen die noch verpackten die Ausschrist:Ars. 17, 2. 11, 8 car- touches model 1886 d." trugen. Ein französisches Gewehr und belgische dazu passende Patronen, der Zeitstempel 17. 2. 11, das dürfte auch als Material dazu beitragen, daß Frankreich und Belgien (sicher schon im Februar 1911) einig waren, nur ge­meinsam zu kämpfen.

Deutsche Barbaren.

Geflüchtete Franzose». Saarburg i. Loihr., 13. Okt. Ci» seltener Mcnschentrupp durchzog gestern die Hauptstraste. Cs waren etwa 170 französisch« Flüchtlinge, Männer, Frauen und Kinder, die, begleitet von Soldaten, vom Bahnhof nach der lllanenkasernc 11 geführt n. wo sie untergebracht und verpflegt werden. Spärlich be­kleidet, trugen die Bedauernswerten in Bündeln das Wenige das ihnen noch verblieben war, mit sich. Es sind die übrig gebliebenen Einwohner der französischen Dörfer Donipierr« anx Bois, Senzey und Deumonds bei St. Mihiel. Si> waren während der Schlacht bei St. Mihiel in die Kirch« von Dompierre anx Bois geflüchtet. Die Kirch: wurde vor den.Franzosen beschossen, wobei 23 Personen getötet und 17 schwer verwundet wurden. Die deutschen Truppen befrei­ten sodann die Aermstcn cnis»»hrer gefährlichen Loge und brachten sie. da sich ibnen zu Hause keine Ausnahme bot, über St. Mauriece, Mars-la-Tour, Metz hierher. Es war ein rührendes Bild, zu sehen, wie unsere Landwehr- und Landstnrm-Männer die alten, müden Frauen stützten und ihre Bündel trugen.

LkilhMgiina von Krikasokfanotnen.

Hannover, 12. Okt. Mit der Beschäftigung von Kriegs- gefangenen in der Moorkultur ist jetzt bei Fallingbostel der erste Versuch gemacht worden. Voni Kreise waren dort schon größere Knltiirprojekte vorbereitet, die jetzt durch die Gefangenen ansgeftihrt werden können. Die Militärver- waltnng geht ans Gesuche um Ueberlassnng von Gesängen:» nur ein, wenn mindestens 1000 Gefangene untergebr ick werden können.

Alphabetische Verlustliste»

Ter Verlag Georg Stilkc, Berlin NW. 7, gibt brk.'n.-. sich alphabetische Verlustlisten heraus. Bisher sind se.l Hefte erschienen. Das erste Heft war vergriffen und ist r : gedruckt worden. Vom ffinsten Hefte an werden ancl, di: Heimatsortc der Gefallenen, Verwundeten rurd Vecnsißi n angegeben.