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Litte erobert. 1559V französische und russische Gefangene. Rebellwn im Vmenimide.

Die Kriegslage.

<W. T. B.) Groszes .Hauptquartier, 14. Oktober, mittags. Amtlich.

Bon G ent befindet sich der Feind, darunter ein Teil der Besatjnng von Sint- wcrpcn in eiligen» Rückzug nach Westen zur Küste, tlnserc Truppen folgen. Lille ist in unserem Besitz. 4500 Gefangene find dort gemacht worden. Die Stadt war durch die Vetzördcn den deutschen Truppen gegenüber als offen erklärt worden.

Trotzdeur sandte der Gegner bei einem Umfaffungsversuch von Dünkirchen Kräfte dorthin mit dem Auftrag, sich bis zum Ein­treffen der llmfaffuiigsarinee zu halten. Da diese natürlich nicht eintraf, war die einfache Folge, dag die zwecklos verteidigte Stadt bei der Einnahme durch unsere Truppen Schaden erlitt-

Bon der Front des Heeres ist nichts »»enes zu »nelden. Dicht bei der Kathe­drale von Reims sind zwei schlvcrc fran­zösische Batterie»» ausgestellt. Ferner »vnr- den Lichtsignalc vo»» ei«»cm T»«rn»e der Kathedrale beobachtet. Es ist selbstver­ständlich, das; alle unseren Truppen nach­teilige» feindlichen Maßnahmen »«. Streit mittel bekämpft werden ohne Rücksicht auf die Schonung der Kathedrale.

Die Franzosen tragen j ht wie früher selbst die Schuld daran, wenn der ehrwürdige Bau weiter ein Opfer des Krieges wird.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind in den Kümpfe» bei K ch i r w i n d t die Russe» geworfen «. habe» 3000 Gefangene 20 Geschütze und 12 Ma>chine»gewchre ver­loren. % ij ck» ist wieder in unsere»» Besitz.

K ia ll» ist' vorn Feind gern»,»!. Weiter viidlich sind beim Ziirirckrwersen der russischen Korirnppc»» auf Warscha» 8000 Gefangene uni» 25 Geschütze erbeutet worden.

Der polnisch galizische Feldzug.

«Hielt, 14. Oft. (SB. B. Nichtamtlich.) Vom 14. Ott. mittags wird amtlich verlautbart: In der Linie Ztary-L.im» bor-Medpka sind kesestigte Stellungen des Feindes, die un­sere Truppen angreisen. Diese Kämpfe ml,men an Nus- dehnnng zn. In den Karpathen nahmen wir Toronya nach viertägigen erfolgreichen Kämpfen und verfolgten die Rnfsen gegen Wyskow. Kleinere erfolgreiche Gefechte mit zurück- gehenden feindlichen Slbteitungen fanden auch im VisscT.tle statt.

Der Stcllvertictcr des Chefs des Eeneralflabes. v. böser, Generalmajor

ZU Kämpfe in Flandern nnd im Norden Frankreichs.

äliii dem Wcgc nach drr Küste. A m st e r d a III. 1 l. £0. DieNieuws' berichtet aus Ostende von Montag und Diens­tag. das; die Deutschen sich ans drei Wegen der Küste nähern, t on Apern (nördlich von Lille) über Tirmniden, von Conr- trai über Thouront nnd von Eecloo über Brügge.

lieber die Gefechte in Belgien wird in den holländischen Blättern berichtet, das) sie sich zwischen 'Eecloo und Gent ab­spielen. nämlich bei Somergeni, ferner, datz die Teutschnr bereits von da aus weiterzogen, sind bis Maldeghem. Sie haben die Brücke bei Stroobrügge an der holländischen Grenze besetzt. Apern ist vollständig von den Deutschen um- schlossen. DasNieuws van der Tag" meldet noch, datz die Deutschen gestern SIbend die Grenzstation Esschen besetzt haben und daß sie einen Kommissär nach Rosendaal geschickt haben, um mit dem Stationskomniandanten den Verlebt !

über die Grenze zu regeln. Auch Slsjenede ist besetzt. Sitte- allen hier eingelaufenen allerdings ziemlich unvollständigen Berichten ist zu ersehen, datz der Vormarsch nach der Küste geregelt und systematisch seinen Weg nimnit.

Kämpfe bei Seebrügge. Amsterdam. 14. Okt. W. B- Nichtamtlich.)Skieuwe van der Tag" meldet ans Sel- zaete voni 13. Okt.: Tie gestern hier eingetrofsenen Deutschen stellten die von den Belgiern zerstörte Brücke her. Land wehrtrnppen waren morgens damit beschäftigt, westlich i on Selznete Laufgräben aufziiwersen. Einige Bahngeleise wir­ren zerstört, die Telegraphen- und Telephonapparate lind vom Bahnhof weggenommen, in der Richtung ans Seebrügge ist anscheinend ein Gefecht im Gange: den ganzen Vormittag über war von dort Kanonendonner vernehmbar.

Rotterdam, 14. Okt. (W. B. Nichtamtlich.)Nieu- we Rotterdamsche Courant" meldet ans Zlcrrdenburg vom 13. Oktober: In Brügge siel eine Bombe auf eine Kaserne.

Vernünftige Stimmung in Gcnt. Anist er dam, 14. Okt. (W. B. Nichtamtlich.)Nieuws van der Dag" mel­det ans SaS van Gent unterm 13. Okt.: Aus Gent wird be­richtet, daß sich die Bewohner den Deutschen gegenüber freundlich verhalten. Das gegenseitige Verhältnis sei gut. Die Deutschen erklärten die Genier für brave Leute, denen sie durchaus nichts Böses tun würden.

Tic Einnahme von Lillc. Paris, 14. Okt. Um das nunmehr von den Deutschen eingenommene Lille ist seit 10 Tagen heiß gekämpft worden. Die Franzosen nehnien an, daß die dort neu aufgetauchten deutschen Truppen von dem Belagerungskorps Antwerpens kommen und bis zu den Vorstädten aus der Eisenbahn transportiert wurden. Man erwartet, datz infolge der Verstärkungen die Kämpfe im Nor­den noch erbitterter sortgehen werden als bisher.

üiirii im Fall AntiMMs.

Der Kommandant von Antwerpen. Berlin, 14. Oktbr.

DieMetzer Zeitung" berichtet: Der Militör-Polizeimcister von Metz, Generalmajor v. Bodcnhausen, ist zum Kom­mandanten der Festung Antwerpen ernannt worden.

Rückkehr der Ordnung IN Antwerpen. Amsterdam, 14. Ott. DerRotterdamsche Courant" meldet aus Rosendaal vom 13. Oktober: Der gestrigen Erklärung des Bürgermeisters und der Schössen Aniwcrpcns über die Rückkehr Flüchiiger wird nachstehender Anhang des deutschen Gouverneurs von Antwerpen IN deutscher und holländischer Sprache hinzugefügt: Vorstehende Erllürung ist mit meinem vollständigen Einver­ständnis erlassen worden. Fm Falle, datz feindliche Akte irgend- weliyer 'Ar! Vorkommen sollten, kann natürlich keine Garantie dafür übernommen werden, datz alsdann mit den Schuldigen nicht auch die Unschuldigen leiden. Der Termin von fiins Ta­ge» für die Rückkehr gcr. st'scr Klassen der Bevölkerung ist ans zwölf Tage verlängert worden. Ferner wird eine Erklä­rung des Gouverneurs r.. 'eilt, datz besohlen sei, keine Dör­fer nlcderzub: nncii, und datz den bürgerlichen Behörden an- besohlen sei, Bürgerwachen aus sorgfältig ausgewählten Män­nern zu bilden, um einem unerwünschtem Verhalten aufriihre- risrder Personen zu wehren, sodatz die Bürger selbst Garantien schassen, datz keine Schwierigkeiten eintreten. In Antwerpen tut die gewöhnliche Polizei mit der üblichen Waffe Dienst wie bisher. Belgische Soldaten, auch solche in Zivilklcidnng, sollen nach ihrer Rückkehr als Kriegsgefangene behandelt werden. Bon Anlwerpencr Flüchtlingen miigcbrachte Pferde, Fuhrwerks, Automobile und BichbestLndc sollen bei schneller Rückkehr srei die Zollschranken passtercn. Jeder dürfe sein mitgenommenes Eigentuni ungehindert nach seinem Wohnplatz zurückbringen Die Regelung des Bahnverkehrs soll durch die holländische Re­gierung geschehen. Vorstehende Mitteilung ist mit Zustimmung dcr holländischen Regierung erfolgt.

Die österreichischen Diamanten in Sicherheit. Wien, 14, Olt. Zu Beginn des Krieges flüchteten zahlreiche österreichische Diamaiitenhändler unter Zurücklassung ihrer Waren aus Ant­werpen, Heute ist ein Telegramm des Edclsteinhändkcrs van Beeren aus Antwerpen an eine hiesige Juwelierfirma singe troffen, in dem es heitzi, datz die Cichcrhciissächer in der Dia- mantcnbürse im Diamnntcnllub völlig intakt und die Millio nrnwcrle unv:rsehri seien, so datz niemand für seinen Besitz zu süichlcn brauche.

Die aus England gerichtete Pistole. London, 14. Oklbr. Die englischen Blätter erlcnneil die Eroberung Ant- wcrpcns als eine militärische Tat an, deren Hauptbedeu­tung für die Deutschen darin liege, datz sie die Verbindungs­linien durch Belgien sicherer mache. Das Wort Napoleons: Antwerpen sei eine gegen Englands Herz gerichtete Pistole, sei ! leere Rhetorik, solange die Pistole nicht geladen sei: das

bedeute in diesem Falle: solange aus dcr Leeseite England

herrsche. England könne daher die Sache ruhig anschen.

Die iielsiiiche Regierüng j» drr pfrtinnnii^.

Die Ausnahme in Frankreich. Paris, 14. Olt. Die

Agencc Haoas" meldet aus Bordeaux: Da die belgisch Regierung in Belgien nicht mehr Freiheit genug besatz, um ihre Autorität auszuübcn, hat sie F r a n I r c i ch um Gastsrcnnd schasi gebeten und den Wunsch ausgedruckt, ihren Aufenthalts ort nach Le Havre verlegen zu dürsen. Die Regierung der Republik hat alsdann geantwortet, datz sie, ebenso wie si- der srnnzösischen,. dcr belgischen Armee die gleiche Fürsorge ein. dcihcn lasten und von ganzem Herzen die belgische Regier»: ' ausnchmen werde und ihr volle souveräne Rechte bei der Ski: Übung ihrer Hoheit und ihrer Rcgicrungspsiichien .-lisch Dcr Marincministcr begab sich nach Le Havre, um die belgisch. Regierung zu empfangen. Das gesamte, bei ihr akkreditier:, biplomatische Korps und eine bestimmte Anzahl von Beamten werden sich nach Le Havre cinschisfen. Die sranzösische Regie rung hat alle Matznahmen ergrisscn, um die belgischen Mini­ster so gut wie möglich unterzubringcn. Die Fragen des inter nationalen Rechts, die durch diese Ucbersiedelung nusgewersen werden, sollen derart gelöst werden, datz sic den Berdü.ior. zur vollkommenen Genugtuung gereichen. Die belgische Regie­rung wird sich des Rechtes der Exterritorialitäl rrsreucn und Ponosreihcit und Vorrang im telegraphischen Bcrlehr gelächen. Die belgische Regierung wird sich der Rechte crsrcuen, wclche dcm Heiligen Stuhle von Italien im Earanticgesetz zugcsichcrt worden sind.

Die Ankunst der belgischen Regierung in Havre. Le H a » r c 11. Okt. Das SchiffPeter de Erneut" ist am Mittwoch Abens mit belgischen Regierung-Mitgliedern von Ostende aus eilige, trosscn. Zur Begrüßung sanken sich dcr Marineministcr si i gagneur, der Protokollführer Martin, der Präsctt und S r &nc- ordnete des Departements dcr unteren Seine, der Gemeind .: und die Handelskammer ein. Der belgischen Regierung : den militärische Ehren erwiesen. Die Bevölkerung na : mit begeisterten Kundgebungen aus.

Dcr Eindruck in Belgien. Dcr Bericht »on der U . >:d tung der Regierung nach Havre hat einen tiefen Ci : i,

Belgien gemacht.

Die englische Hülse.

Kritik in England. Rotterdam, 14. Okt. Der .,R:eu:r- Roitcrdamschc Courant" meldet aus London vom 13. Okrl-r. DieMorning Post" kritisiert die vor dem Fall Antwerpen, ergriffenen Matzrcgcln scharf. Achttausend Secsoldaien mit ei­nigen schweren Geschützen seien nach Antwerpen gesandt war de», während doch Stadt und Festung unhaltbar gewesen seien. Man hätte sich entweder aus die belgische Armee zurr ' ziehen und den Widerstand im ossenen Felde sortsetzen od r aber eine starke Streitmacht zum Entsatz schicken müsien. Dies letztere Weg würde der schlechlerc gewesen sein, aber no-tz schlimmer sei es gewesen, datz man eine schwache Slrcitmahi gesandt habe, denn dadurch seien die belgischen Behörden nu, zu vergeblichem, unnützen Widerstand ermutigt worden.

Kein Herz sür fremde Not! Wien, 14, Olt. DieR Freie Presse" schreibt: Wenn es noch eines Beweises bcdurst hatte, wie die englische Hilsc den Staaten des Festlandes von Europa bclommt, so zeigt dieses der Fall von Antwerpen, Sonst gilt es als die wichtigste Ausgabe einer Vcrtcidigungstrupp: datz sie die belagerte Stadt schützt und vor dem äutzerstcn be- wabri: diesmal war cs genau umgekehrt, die Stadt Antwerpen mutzte, nachdem die weitere Verteidigung aussichtslos gewor­den war, die Beschietzung über sich ergehen lasten, iim den fliehenden Engländern den Rücken zu decken. Rur fremd« Söldner, die kein Herz sür die Bürger des ihnen innerlich frem­den Staates haben, können so erbarmungslos handeln. Dar mag für Frankreich eine bittere Mahnung sein, wie es Parii ergehen wird, wenn es unter englischem Schutze verteidigt wird. Das nennen die Engländer dann Subidicnkriege, di: sie mit Söldnern und silbernen Kugeln führen.

Dir Werginig des rulß!ll>tn Kmmrs.

Freude in Oesterreich. Wien, 14. Olt. Die Blätter be­sprechen den Untergang des russischen KreuzersP a l l a d a" und widmen der neuen deuischen Heldentat herzliche Worte. DasReue Wiener Tageblatt ' meint, der Verlust eines ihrer schönsten Kreuzer wcrdc aus die baltische Flotte jetzt noch lär inender einwirken. Immer mehr zeige es sich, datz die deutsch- Wehrmacht in ihr:» Tel: zerungsgeschützen, Zeppelinen unt Unterseebooten Anzr M . chsen besitze, denen die zu Beginn des Krieges so selbstbc.. u' .:. Mächte nichts Ebenbürtiges entgegen zustcllen haben,

Erund zur !" IT Kopenhage n, 14. Okt. Zu dem

Untrraana des r ' .'N Kreuzers in der Ostsee schreibt das