Nr. LZS
Neue Tageszeitung. Samstag, den 10. Oktober 1914.
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sowie bei der Ungewißheit über die Dauer dieses Zustandes ist es heiligste Pslicht, alle Nahrungsmittel in und über dem Boden recht sorgsältig -uszunutzen und zu verwerten.
Dies gilt besonders von unserem Obst! Unser kraftoollcs deutsches Obst muß wieder zum wirklichen Nahrungsmittel werden, wie es vor 40 bis SV Jahren vorzugsweise auch in allen hessischen bäuerlichen Haushaltungen, vom Odenwald bis zum hohe» Logelsbcrgdörfchcn der Brauch war. Es dars einmal dieses Jahr nicht der größte Teil der Ernte blos zu Geld gemacht melden. Es sollen nicht unermeßliche Mengen von Aepseln nur über die Kelter ins Faß lausen und nicht hunderttausende Zentner Zwetschcn zu Branntwein verarbeitet werden. Es soll und muß gute, unvcrkünstcltc und darum auch billige Nahrung daraus gewonnen werden.
Unsere Haussrauen wollen aber bei dieser iwtwendigen I.raltischcn Verwertung des Obstes als Nahrungsmittel nicht einzig und allein, wie es modcmäßig in den letzten Jahren geschieht, nur an Rex- und Weck-Apparate denken, um mit Hilsc von diesen viel zu teuer bezahlten Blechtöpfen und Elei- scra meistenteils verzuckerte Leckereien für besondere Gelegenheiten hcrzustellcn, oder eine sportlich kostspielige Einmacherei sich vornehmen. Nein — sic sollen, wie zu der Voreltern Zeiten, zuerst zum eigenen Hausgebrauch große Vorräte von Birnen, Zwetschcn und auch Aepseln durch „dürre n" aus die billigste Art haltbar machen, und als besonders gutes, aähr- salzereiches „Backobst" recht häusig, wie vor Jahrzehnte», auf oen Tisch bringen. Ferner außer den zum Rohessen und dergleichen notwendigen Mengen einmal nur den wirklichen Uebersluß »erkaufen. So war es früher Brauch, als die Obstzucht notwendigerweise zur Volksernährung diente.
Von den geerntete» Aepseln wurde der baustrunk bereitet, Birnen und Zwetschcn sehr viel zu sogenanntem „Honig" verwendet. Auch Aepfel, Birnen zum Eelbstverbrauch, besonders aber Zwetschcn in Obcrhcsien und dem Odenwald für den ,anbei gedörrt. In manchen Orte» dieser Gegenden befanden ich bis öv eigentliche Zwetschendörröfen.
So wurden z. B. i» der Hess, landw. Zeitschrift 1847 -eh» bis 12 Malter ausgezeichnet schön und gut gedörrte Apsel- scknine zum Kaufe angeboten! Getrocknete Zwetschcn zum Kaufe angeboten. Gedörrte Zwetschcn kosteten zu der Zeit im Herbste der Zentner mit säst 10—1b fl., im Frühjahr oft Iß— 20 fl. In der Gegenwart erwähnenswert ist das Jahr 1847. In seinen Ansängbn als Hungerjahr bekannt, aber im Herbste onrch einen gewaltig großen Obstreichtum vor vielen früheren ausgezeichnet, wurde die Sache der Obstbenutzung, insbesondere da? .Dörren" mit aller Energie betrieben. Im Frühjahr 1818 lesen wir in der vorerwähnten Zeitschrift-. Es verdient, „für später« Zeiten bemerkt ju werden, daß im Frühjahr 1847 . wegen anscheinender Körperschwäche zurückgestcllte Militär - „pflichtigc bei der Revision Anfang des Jahres 1848 kaum „mehr erkannt wurden. Sic hatten, wie sie sagten, hauptsäch- „lich an dem inzwischen cingetrctenen Obstsegen sich so erkräs- . tigt. Nur durch den Genuß des hcrangerciften Obstes des da- „mit gesegneten Jahres hat die fast halb verhungerte ärmere „Rcnschcnklassc wieder neues Leben erhalten.
Jedenfalls war um diese Zeit, bis Ende der stcbcnziger Jahre das Dörren von Obst im und für den Haushalt eine landläufige Arbeit wie Spinne» und Weben und B a ck o b st ein beliebtes, nahrhaftes Gericht. Später ließ das Dörren nach. Angeblich sollte aus südlichen Ländern bester gedörrte? Obst kommen. Die industrielle Verwendung von Obst zu Wein und Branntwein setzte ein und der Handel besorgte die Ausfuhr.
In meiner niederschlcsischen Heimat wurden noch 1880 in fast allen Bauernhöfen Aepfel. Birnen. Zwctschen und auch Sauerkirschen gedörrt. Das geschah im eigenen Brot-Backc>cn, den dort jeder Bauer selbst im Hause eingebaut hat. Die Birnen. meist kleinfrüchtige Sortcii verwandt, ließ man ganz, schälte sic oft nicht, mußten vorher „teigig" werden. In diesem Zustande, nur zuweilen Kelchpartie mit spitzem Messer entfernt, kamen sie, breit auseinandergelegt nach dem Brotbacken in und auf den Boden des Backofens. In der etwa 8 Stunden anhaltenden Backslcinofenwärmc blieben sie. zwischendurch einmal mit der hölzernen Backofenkrückc umgewcndct liegen und waren in der Zeit hutzelig geworden. Geschah das nächste Vrotbacken in etwa 8 Tagen, blieben sie bis dahin 'IN Ofen und wurden erst kurz vor dem neuen Anheizen herausgenom- inen und nach dem.Brotbacken zum zweiten Male hineingetan Wenn die Hutzeln diese zweite milde Hitze durchzemacht hatten, waren fast alle gut trocken. Sic wurden, wenn erkaltet, verlesen und die noch weich gebliebenen aus der oberen Herd- plarre de? „Kachelofens" fertig gedörrt. Konnte über ivochen- longer Zwischenpause erst wieder Brot gebacken werden so wurden die Hutzeln nach dem ersten Dörren aus dem ausgekühl- tcn Backofen genommen, dieser gleich »och einmal mit Reisig schwach ungeheizt und die Birnen völlig getrocknet.
Geschälte Birnen und ungeschälte Aepfel kamen in dreieckige Stücke geschnitten auf Kuchenbleche oder wcidenbeflochte- nen Horden gelegt, ebenso die nicht entsteinten Zwctschen in den Backofen. Die letzteren waren gewöhnlich nach dem zweiten Einbringen genug gedörrt.
Für Mietleutc besorgte der Ortsbäcker das Dörren gegen icringe Bezahlung.
Backobst galt allgemein für eine gute Gabe Gottes. Back- obst wurde mit Brotmchlklößen — Brotmchl mit etwas Salz und Master zu kleinen Klößen geformt — Schwarzklößs ge rnnnt — mit „Rauchfleisch" dabei, gekocht. Das allbekannte „Schlesische Himmelreich."
Dieses Provinzialgcricht gibls heute nur noch selten .echt", denn wenn einmal, dann mit schlappigen, lappigen üb-rsce- iscken Apfelringcn, verzuckert»» oder ganz seine sranzösis-ver Birnen und schwammigen Auslandszwctfchen hcrgcrichtet Es ist kein Saft und keine Kraft in diesem maschinellen Auslandskram. Und wen» auch seinerzeit unser hausgcbackenes Obst nicht so egal geformt, gefärbt und gebleicht war. hie und da »uch mal etwas nach Rauch roch, nahrhafter, kerniger und wohl, bekömmlicher war eine solche Mahlzeit doch, auch wenn der siauchsleischbrockcn darin nicht so groß war.
Deutsche Haushaltungen, gewöhnt euch wieder ans ,Obf!- dörren" wie cs unsere Voreltern taten, welche cs verstanden, diese Ernte nacki der damaligen, sparsamen Art alljährlicki obne
Geldaufwand, durch „Selbstdörrcn" in beste, dauerhafteste Nahrungsmittel umzuwandcln. Je natürlicher ein Nahrungsmittel konserviert wird, desto nahrhafter bleibt es bekanntlich. desto wohlschmeckender und bekömmlicher dazu. Mit dem üblichen Einkauf des gedörrten Ladenobstes unterstützen wir nur das unserem aufrechten Wesen feindlich gesinnte Ausland.
Unsere modernen Obst- und Eemüse-Ververtungskurse,
. welche zur Belehrung der Frauen an landwirtschastlichen und Obstbauschulen, und i» Leu Ortschaften selbst durch Landwiri- schastskommern und Obstdauvcrcine abgchalten werden, sind allermeist auf die Apparatc-Einmacherci mit viel zu lostjpieli- giN Gläsern zugcjchnitteu. Das für die meisten bäuerlichen Haussrauen wichtigere, billige Dörren von Obst aller Art — Eeniüse ausgeschlossen — kann in der kurz bemessenen Zeit von 3 Tagen mit Hilsc von klcincii Hcrddörren, und bei der größtenteils unzulänglichen Fcucrungsgelegcnheit nur so „nebenher" behandelt werden. Die dabei benutzte, kleine Herddörre, welche wie ein Kochtops aufgestellt werden kann, wobei das A-iswechfcln der Horden durch eine einfache Hcbclvorrichtiing möglich wird, ist wohl ein empfehlendes Küchengerät! aber der praktische Wert meines Erachtens sehr begrenzt, so daß ich mir keine anschaffen würde. Bei unseren eisernen Kochherden verfliegt, nachdem das Feuer aus ist, die Hitze sehr rasch und eine Ausnutzung der Nachwärme, wie im Backofen, ist ausgc- schlostcn. Sodann hat alles, was so nebenher geschehen muß. keinen rechten Wert.
Die sogenannten „Wandcrdörrcn", bei denen der Dörr- sch-icht mit etwa ein Dutzend größerer Horden auch senkrecht über dem untcrgebautcn Ofen angeordnet ist, lasten sich in jedem Raume austtellcn, der einen Abgang des Rauches zu'äßt. Diese Apparate sind nicht billig, und ich glaube, daß nicht viele ira Betrieb bcsricdigen, den» ich sah sie wiederholt in irgend einem Schuppen verrostend verderben, sogar IN einer Lehranstalt.
Wenn schon zur Zeit das Dörren auf einem Herde geschehen muß, dann empfiehlt cs sich, einen Weberschen Koch- und Backofen anzuschasfen, desseii starke, ausgcmaucrte Wände gute üUärmejpcicher sind, und deren Jnnenräumc nach Größe mit 4 Horden von je 102 Ztm. Länge. 60 Ztm. Breite bis 135 Ztm. Länge und 10b Ztm. Breite bestellt werden kann.
Wo es irgend möglich ist, muß bei der wirtschaftlichen Bedeutung des eigenen Dörrobstes wieder für besondere Dörranlagen ..Dörrhäuschen" gesorgt werden, welche Anlagen dem bäuerlichen Hauswesen jedenfalls am besten entsprechen. Sie haben azzs zwei Abteilungen zu bestehen! aus dem gemauerten Dörrofen und dem Arbeitsraume. Es kann durch einfache Vorrichtungen eine vollständig gleiche Erwärmung der Dörr- l kammer stattfindcn und genügend frische Luft zugcfllhrt werden. so daß die Herstellung einer rauchfreien Ware gesichert ist
Im Drange der Gegenwart wird man zuerst die vorhandenen Kochherde benützen müsten, sei es durch darausstellen von Horden oder durch Einschieben von solchen in den Bratoscn. To eigene Brotbackösen fehlen, müsten die Gcmeindebacköl.-n olle in Anspruch genommen und soviel wie möglich auch Berufsbäckereien für das Obstdörren genommen werden.
In erster Linie ist zu beachten, daß jedes Obst seinen na türlichcn Geschmack um so bester behält, je schneller das Dörren vor sich geht, und je reiner die Luft ist, in der es getrocknet wird. Jedes zum Dörren verwendete Obst muß recht fleischig sein. Unreifes oder minderwertiges Krüppelobft taugt nicht zum Dörren. Das Beste ist gerade recht dazu.
Zwetschcn müssen recht reis und sorgsältig geerntet, geschüttelt sei». Dann werden sie sortiert, um ein gleichmäßi- ; gcs Produkt und gleichmäßiges Dörren zu erzielen. Eis werden auf Horden geschüttet, oder auch dicht nebeneinander aufgestellt. Anfangs läßt man die saftigen Früchte bei einer nie- , deren Temperatur, etwa 60—60 Gr. R. trocknen, und erhöht : schließlich auf 80 Gr. R. Zu beachten ist, daß die Zwetschcn nicht tropfen bei zu viel Hitze, wobei viel Fruchtzucker verlor--» geht. Oesteres Umwechseln der Horden ist nötig, um allen gleichmäßig die größere Wärme an der Feuerung zuzuführen. Wiederholtes Herausnehmen aus dem Dürrraume und stunden- . langes Abtrockncnlasten der angedörrten Früchte bei schönem Wetter an der Luft ist sehr vorteilhaft. Die Dürrzeit läßt sich nicht genau bestimmen, wird aber immerhin auf 18—25 Stunden zu schätzen sein, je nach dem Zustande der frischen Früchte, der Dörre und der Feuerung. Zwetschcn sind fertig gedörrt, sobald sich kein saftiges Fleisch mehr auspresten läßt und die innere Farbe bräunlich geworden ist, oder wenn niehrere Früchte in die Hand genommen, fest zusammengedrückt, nicht platzen, sondern die einzelnen Früchte wieder von einander ab- sallcn. Die Dauerzwetschen werden nun an lustigem Orte einige Tage zum nachtrocknen ausgcbrcitet und dann zum Aufbewahren vorteilhaft in Säckchen gesüllt, die lustig stehen müsten.
Von Birnen sind zum Dörren die herbsüßen oder schmelzenden Sorten zu wählen, z. B. Weiße und graue Herbstbnrter- birnen, holzsarbige und Liegels Butterbirne, gute Graue, gute Luise, Eaisförtle, Neue Priteau, rote Dcchantsbirne. Das Kernhaus braucht nicht hcrausgeschnitten zu werden, weil cs verdaulich ist. Die Birnen werden entweder geschält, ganz gelasten wenn klein oder zerteilt, auch ungeschält ganz gelosten oder in 2—6 Teile geschnitten. Birne», welche nicht teig oder gut reif sind, werden vorher gedämpft, oder im Waster ausgekocht. so daß sie sich mit einem spitzen Hölzchen durchstechen lassen. Auf Horden oder Bleche gelegt, in mächtige Hitze gebracht, damit sie nicht anbrcnnen, dauert das Dörren bei geteilten 10—15 Stunden, bei ganzen Fruchten mindestens die Hälfte länger. Geschälte Birnen schmecken bester, verlieren aber oft viel Saft und brennen leicht an. Empfehlenswert hierfür ist folgendes Verfahren: Wenn die Birnen so reif sind, daß sie genostcn werden können, schüttet man sie in einen Kestcl mit siedendem Waster und läßt sie eine kleine halbe Stunde darin, bis sic erweicht sind. Dann läßt man sic auf Horden teig werden, oder schält sic gleich ganz fein,, so daß di- Stiele nicht abbrechcn. Letztere werden blos abgeschabt und um die Hälfte gekürzt. Verhärtungen schneidet man beim Schälen heraus. Um den austräujclnden Saft nicht verloren gehen z» s lasten, hält man sie über ein Gefäß und läßt sie von Zeit zu Seit abtropfcn. Dann setzt man si^init den Stielen auslvärts
auf gut gereinigte Horden und bringt sic in einen Ofen, welcher den Hitzegrad hat, bei welchem man die größten hauszc- backcncn Brote hcrausnimmt. Hier läßt man sie 24 Stunden, dann nimmt man sic heraus und drückt sie nach dem Erkalten mit den Ballen der Hände zusammen, um eine glatte Farm zu geben. Wenn sie dabei platzen wollen, sind sie noch nicht genug gedorrt und müssen noch einmal in den Ofen, jedoch öe, geringerer Wärme wie vorher. Sind sie dann hart genug geworden. werden sie glatt gedrückt. Darauf taucht man ne in den Säst, die sie verloren haben und der mit Zucker zu Snrnps- dülc eingekocht worden ist. Hieraus stellt man sic mit Vorsicht aus die Horde», bringt sie wieder in den Ofen, der wieder einen geringen Hitzegrad haben muß und läßt sie abermals 2 t Stunden darin stehen. Dann hcrausgcnommen wieder i» den Zuckersaft getaucht und zum dr-ltrn male mit noch geringerer Hitze in den Ofen gestellt. Wenn sie »ach einigen Stunden hcrausgcnommen und kalt geworden sind, sind sic gut gebacken. Sie mästen in diesem Falle fest aber nicht zu fest sein, und eine leicht kaffcebraue Farbe haben.
Auch das Dörren der Aepfel lohnt sich im Haushalt. Man verwendet dazu vorzugsweise Renette», den Danziger Kantapjel, Jakob Label, gcslemter Cardinal. Sic werden besonders vorbereitet und je nach Güte geschält, das Kernhaus herausgetan, in Ringe geschnitten oder sonst zerteilt, ungeschält gclasten, geteilt oder auch ganz gclastc», das Kernhaus herausgebohrt fEdelborsdorfcrj. Nach dem Schälen viästc» die Stücke, damit sic nicht braun werden, alsbald in eine lcichle Salzwastcrlösung geworfen werden. 80 Er. Salz aus 10 Liter Wasser. Dann abgetropst, sogleich in die Dörre kommen und wie Birnen in gewöhnlichem Verfahren behandelt werden.
Alles getrocknete Obst behält in guter Herstellung, >orzüg- lich nährende Eigenschasten und die Dörrung läßt sich in fast allen bäuerlichen Haushaltungen billig, ohne alljährlich wie» derlchrende Kosten durchführen. — Wir können uns mit dek neuzeitlichen Einmachekunst nach Belieben vertraut machen, die unserem frischen Obste mit seinen besten Eigenschaften Dauer gibt, wir dürfen uns auch darin betätigen, wenn'? uns nicht zu teuer wird. Aber so recht satt daran essen, wie an gutem, gemischtem Backobst, das kann Niemand.
„Darum Hausfrauen in Dorf und Stadt, verachtet da» „alte gute hausbackene Obstdürren nicht mehr, sondern bringt „es wieder zu Ehren, trocknet wieder selbst in großen Menge'tz „euer selbstgezogenes deutsches Obst zum Nahrungsmittel."
Krieg 1i)14.
Erwacht vom Schlaf! Der Sturm bricht los:
Sind Feinde rings umher:
Greift zu den Waffen, reißt Euch los.
Auf, auf! Mein deutsches Heer.
So rief der Kaiser: rief cs laut:
Es schallt durch alle Lande,
Der Jüngling scheidet von der Braut,
Es nahet Frankreichs Bande!
Nicht sie allein! Die ganze Welt,
Zieht gegen uns zum Streit:
Doch Einigkeit und Eottvertrau'n,
Dann ist der Sieg nicht weit!
Nun geht es mutig in die Schlacht!
Zum Kampf für Hab' und Gut:
Für Deutschland's Ehr' wird's gern gebre .
Man gibt das letzte Blut. ->
Schon mancher ruht in Feindesland,
Ihm ward ein frühes Erab:
Er starb den Tod für s Vaterland,
..Hab' Dank!" tönt cs hinab.
Die Deutschen jochten: Sieg auf Sieg Ward uns bis jetzt zu Teil, l-Nög' Gott uns mutig weiterjühr'n,
Dann naht sich Deutschland's Heil!
Dann schallt's von Osten, West und Neid.
„Weh' dem!" der hier bricht ein:
Denn unerschüttert, jcfi und treu Steht ja die Wacht am Rhein!
Ein sächsischer Jäger (Lazaretl : v: ijV
Kirchliche Anzeigen.
Evangelische Gemeinde.
18. Sonntag nach Trin., 11. Okt.
Gottesdienst in der Stadtkirche.
Vorm. 9)4 Uhr: Herr Pfarrer Klcberger.
Abends %'/, Uhr: Herr Pfarrer Diehl.
Kein Gottesdienst in der Burgkirche.
Gottesdienst im Staditeil Fauerbach.
Vorm. 10 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann.
Katholifche Grmeinde 19. Sonntag nach Pfingsten. 11. Oktober.
Bcichtgelegenheit am Samstag nachm, von 4 Uhr, Sonntag früh von 146 Uhr an.
X7 Uhr: grühmestc.
8 Uhr: Militärgottesdienst (Singmeste mit Predigt).
'Al 0 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachm. 2% Uhr: Rosenkranzaiidacht mit Segen: danach
kirchliche Versammlung des Jünglingsvercins.
Auf mehrfach geäußerte Wünsche hin wird die Rosenkranz andacht an Werktagen in der kommenden Woche versuchsweis« um 8 Uhr, wie bisher 148 Uhr gehalten. _L-4
Gelchiiftliches.
Das in uh in diesem Jahre die Parole unserer Landwirt- schüft sein, damit sie ihre Aufgabe, während der Kriegszrit das deutsche Volk zu ernähren, erfüllen kann. Die Chemie bat uns nicht nur Düngemittel anhand gegeben, welche die Erträgnisse verdoppelt haben, sie hat uns auch in Corbin ein Saatfchuhmittel gebracht, daß seit Jahren tausenden voO Landwirten vorzügliche Dienste leistete. Es wird bei de» Verwendung des Präparates Saatgut gespart, die Aussaat gegen Krähen, Fasanen, Mäuse etc. geschätzt und Steinbrand verhütet. Tie Fabrik wird gerne Prospekte mitz zahlreichen Anerkennungen unentgeltlich zur Perfügnng stellen.


