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ntwerpen

W. T. B. Großes Hauptquartier, 9. ^kt., abeuds. (Amtlich.) Heute vormittag siud mehrere Forts der inneren Bcfcstigmrgslime von Antwerpen gcfa?ien> Die Stadt hesin det sich seit heute nachmittag in deutschem Besitz. Der Kommandant und die Besatzung haben den Festnngsbereich verlasien. Nur cinzelttc Forts sind noch dom Feinde besetzt. Der Besitz von Antwerpen ist dadurch nicht beeinträchtigt.

Gedenke, dich Du ein Dentlcher bist!

Wo Heilmittel nicht Helsen, do mutz das Schwert heilen. Tie vortreffliche Wahrheit dieses Satzes haben wir nur zu oft in diesen harten Togen erfahren müssen, lieber ein Jahrhundert lang haben die Edelsten und Besten unseres Volkes, gegen die unselige Fremdtümelei, die in deutschen Landen uiiihergeht, einen beharrlichen Kampf geführt, ahne daß es ihnen gelungen wäre, das Uebel von Grund aiis zu vernichten.

Was alles Reden und vieles Schreiben nicht getan hat, das verniochten wenige Tages des Krieges und unser Volk beginnt einziijehen, daß es eines Deutschen unwürdig ist sich der Sprache seiner Feinde, die sich zur Vernichtung unse­res Volkes zum heillosen Bunde zusannnengetan haben, zu bedienen. Wenige Tage nach der Kriegserklärung konnte »ian selbst in Frankfurt a. M wo sranzösisches und eng- Iisrl)es Wesen allezeit in hoher Geltung standen, sehen, wie die Inschriften wie Hotel de la Russie, Hotel de l'Angleterre usw. verschwinden u. deutschen Nanien Weichen mußten, wie die Bezeichnungen wieModes",eit gros u. eil detail", Ca und dergl. mit schwarzer Farbe übermalt wurden, weil der Unmut der Bevölkerung sich lebhaft gegen derartige AuSlän- derei gerichtet hat.

Hoffentlich handelt cs sich um kein Strohfeuer, das schnell anslodert, aber auch schnell wieder ausgezehrt ist. Ter Haß, mit dem uns unsere Feinde begegnen, möge helfen, daß wir uns aiif lins selbst besinnen und allem und jedem »ndent- lch.ii Wesen, wo auch immer es sich finden iiiag, den Rücken lihren. Wir wollen keinem öden Chauvinismus das Wort reden. Schon der Unistand, daß es für diese Bezeichnung fein achtes, rechtes deutsches Wort gibt, zeigt daß er keine delitjche Eigefcl)aft ist. Aber man muß es doch als eine Schmach empsinden, daß wir, die wir gegen eine Welt von Feinden in Waffen stehen, uns so oft der Sprache eben dieser Feinde bediene», wo wir die gefühlvollste und inhaltsreichste Sprache selbst zur Verfügung haben. Man kann fast keinen Satz in der Zeitung lesen, ohne auf Fremdwörter zu stoßen: in der Geschäftswelt, in dein Anzeigenteil der Zeitungen, in den Auslagen der Läden, ja selbst im täglichen Familienver- kchr siiid sie zu Dutzenden zu finden.

Ist es nicht entwürdigend, wenn ans bem Truppen- übnngsplatz zu Griesheim, wo zur Stunde Tausende von be- geisterten deutsche» Jünglingen, die zum Schutze des deiit- schen Vaterlandes zur Fahne geeilt find, sich in, Wassenliino- tverk üben, in dein ersten Gasthaus, allwo es einCasino" für Offiziere und für Einjährige gibt, eine Speisekarte zum Genuß von Braten mit Sauce bc-arnaise oder Chateau­briand oder Boeus ü Ist mode uiid ähnlicher Leckerbissen eni- ladet? Gerade die Gasthäiiser jollteii mithelsen, daß deut­sche Gäste ihre Speisen in deutscher Sprache ansjuche» kou- nen. Erfreulich ist es, das; in Verschiedenei, Städten die Metzgerineister damit begoiiiien haben, mit dem Fremdwö-- terunfng in ihrem Betrieb anfziiräumen nnb fortan keine Rostbeass, Beefsteaks, Filets, Rumsteaks mehr verkaufen, sun- wrn der richtigen Meinung sind, daß Ocbsenri cke», Lenden- chnftte, Lenden und Rückenschnitte gerade so gut schmecken.

Aber dabei dürfen wir nicht stehen bleiben. ES gab bei unS zu viele Leute, die der Meinung waren, nur das, was auS dem Ausland käme sei gut und brauchbar.Neueste englische Mode" undPariser Chick" war überall in de, Auslagen der Läden z» lesen. Tie Ware, in Deutschland hergestellt, mußte erstanglisiert" werden um im Heimat- lande Abnehmer zu finden. Zinn Beispiel sendet jetzt eine Firma, dieenglischen" Stahl in Deutschland verkaufte, au ihre Kunden ein Rundschreiben de? Inhaltes, daß sie mit der Firma in Sheffield, der angeblichen Falrikantin des Stahles, infolge des Krieges alle Beziehungen abgebrechen habe. Ten Stahl, den sie bisher ihren Kunden alsThef- ficld-Stahl" geliefert habe, könne sie aber trotzdeni jederzeit weiterliesern, da dieser schon immer deutscher Stahl aus Westfalen gewesen und nur von Sheffield ans berechnet worden seil Hoffentlich staben auch dieenglischen" Klei­

derstoffe Farbe bekannt und stellen sich als deriifchen >lr- sprnngS heraus.

Wir dürfen unsere Feinde, die es vor allem auf unsere wirtschaftliche Vernichtung abgesehen haben, nicht geschäftlich stärken. Deshalb dürfen wir keine eng­lischen, russischen und ägyptischen Cigaretten rauchen. Oester aber wissen wir garnicht, daß wir beim Einkauf von Nahr­ungs- und Genußniitteln ausländische Ware erhalten oder doch solche, bei deren Herstellung ausländisches Kapital in erster Reihe bereichert wird. So ist es vielfach unbekannt, daß der Cigaretten-Trust fast ausschließlich mit ausländi- schein, zumeist englischem Kapital arbeitet. Es handelt sich dabei um folgende Firmen: Jasmatzi, Batschari, Josetti,

Sulimah, Teltn, Sarasvati, und die Adler Company. Aiis der letzten Generalversamnilung der Jasmahi Act.-Ges-, der Inhaberin der Firma Josetti liiutzte zugegeben werden, daß die Engländer die erdrückende Mehrheit der Aktien in ihren Händen hätten. Mit ben übrigen Trnsrfirmen ist esiixt besser. Wer also Trust-Cigaretten raucht unterstützt die Feinde unseres Vaterlandes.

In dasselbe Gebiet gehört es, wenil wir Heilwässer trinken, deren Quellen in englischen Händen sind, dazu gehört die Appolinaris- und die Johaiinisqnelle. Auch der Rosbacher Brunnen befindet sich in englischem Besitz.

Ebenso wird bekannt, daß die Liebigs-Fleisch-Ertrakt- Conipany ganz in englischen Besitz ist. Tie Gesellschaft hat dies ausdrücklich betont, als sie der sranzösifcheu Heeresverwaltung ihre Erzeugnisse angebolen hat. Auch die Fabrik von Spratt's Hundekuchen soll sich nicht in deut­schen Händen befinben. Die beir. Herrschaften suchen die Tatsachen zu verdiinkeln und spielen sich jetzt sogar als gute Deutsch« ans, denn was tut man nicht alles um des Ge- schüstes willen. So stifteten die ganz und gar sich in eng- lischen Händen befindlichen Du »lop-Worken dem deut- kchen Roten Kreuz große Summen und ihre Fabrikanlagen in Hanau sind über und über mit deutsche!, Fahnen bebe -ft. Tas hindert aber nicht, daß es englisches Geld ist, mit de­nen das Geschäft gerührt wird und daß den Engländern lie Gewinne der Fabrik zufließen.. Es war bedauerlich, daß sich der Bürgermeister ven Hanau dazu herbeigelassen hak, aus se-lscl en Lokalpclriotismus dieser englischen Gesellschaft ihr Teutschtuin zu bezeugen, lveil deutsch« Angestellte »ud deutsche Arbeiter von ihr beschäftigt würden: um die Haupt- se.ch e aber, wem die Fabrik gehöre, hat er sich herunigedrückt.

Das deutsche Volk känipft heute um fein Dasein. Mit Recht spricht man von dem Geschäftskricg Eng­lands, Leun gerade England versucht in heinitückischer Weise unsere ganze Volkswirtschaft von Grund ans zu vor- r.io ui, nnb dadurch die Lebenshaltung von Millionen deutscher Arbeiter auf's schwerste zu bedrohen. Die Pflicht der Selbsterhaftung gebieteNuns allen, uns mit aller Ge­walt zu wehren und Diedervergeltung zu üben. Möge England, so sorgsam und gewissenlos es auch seine Netze ge­legt hat, sich dieses Mal verrechnet haben.

Dazu Helsen wir auch beitragen, wenn wir alle bestrebt find, keinen '.,-senuig deutsches Geld mehr ins feindliche Aut > ud zu tragen. Und damit: Gott befohlen, den» auch beim Abschiednchmen müssen wir n»S einer häßlich», Angewohnheit entledigen. Weg mit dem häßlichen A- c» oder Adfchö! Schön klingt doch: Gott befohlen! ed.n»

Grüß Gott! was die deutsche Uebersetznng des stl,.'ec'ls.an- zösischen Adsck'ö bedeutet. Schon 1870 hat G. Ehr, Ties.'.'!!- stach gesungen:

Behüt dich Gott!" klingt da? nicht aut?

Grüß Gort!" undGott befohlen!"

Ist's not, den Gruß, so wie ihrs tut.

Ans sremdern Land zu holen?"

Fort mit dein fremden, welschen Tand,

Fort mit den, fremden Treiben,

Deutsch soll das Herz und Mund und Hand lind deutsch der Gruß verbleiben.

Wenige Forts leisten noch Widerstand. Cinnnijmc der Htadt gesichert. Der eng­lisch l-rlgische Wchjug bedroht. Weder- gelchlagenheit in England.

Seit gestern befindet sich die Festung Antwerpen in unserem Besitz. Kaum länger als eine Wocl>e hat der eigent­liche Kanrpf gedauert und eine der festesten Städte der Erbe, eine Festung, die mit einem zwiefachen Gürtel von modern cusgerlisteten Forts umgeben und geschützt war, ist dein deutschen Ansturin erlegen. Gott hat unsere Waffen sicht­lich gesegnet.

Nicht allein der Fall der Festung, der großen und :«<- chen Stadt Antwerpen, der letzten Zuslucht der Belgier löst i-nseren Siegessübel.aus: auch der llinstaud, daß nicht nur über 100,000 nach anderen Meldungen sollen es nahezu 200,000 sein sliirmerpröbter'Pentscher SoldntsnBsondern midi eine Unmenge schweres Gefihütz fiir den Kampfplatz im Westen frei werden, ist von der allerhöchsten Bedeutung mid stärkt unsere Siegeszuversicht. Während unsere Feinde nur mit Negern, Hindns u. ähnlicheni Gelichter ihre klaf­fenden Lücken äussüllen können, rücken bei »ns wasfengeübke, stählerne Männer «in und weitere Hunderttansende, die so­eben von den deutschen Truppenübungsplätzen abgerufen werden, stehen hinter ihnen.

Mehr noch als der Fall von Antwerpen, der ja kommen nnißte. ist für uns das Schicksal der Besatzung von Bedent- »ng. Es sollen etwa 7080,000 Mann sei», worunter fick; auch recht viele Engländer befinben. Sie biitfen den »erb- westlich:» Kampfplatz nickt erreichen, wie es das Begehren der englischen Heeresleitung ist. Bereits hat unsere, vor­sorglich: Heeresleitung Maßnahmen getroffen, daß dem Feinde der Rückzug abgeschnitten wird. Von Termonde, das in deutschem Besitz ist, sind nur 25 Kilometer bis zur holländischen Grenze. Durch diesen verhältnismäßig schmalen Raum müssen die cnglisch-belgischen Heere, wollten sie den deiitsch. n Siegern entweichen. Bereits bobeii unsere Truppen die Schelde überschritten und den Resten unserer Feinde wird der Weg verlegt werden. Sie müssen sich cnt- weder ergeben oder ans die holländische Grenze übertreten. Was für »ns gleich ist, ans alle'Fälle lind sie matt gestellt.

Tic letzten Tage Antwerpens standen unter englischer Herrschaft. Die Engländer haben es dnrchgesetzt, daß die Greuel der Verwüstung die reich« Stadt betroffen haben, Was liegt diesen Schurken an dem Schicksal Antwerpens, im ©er,enteil sie freuen sich in ifne verruchte Seele hinein, wenn die mächtige Handelsstadt, die dach auch eine Eonknr- renz sür den englischen Handel bedeutet, ein Trümmerhaufen wird. Englischer Rachgier ist es znzuschroiben, wenn noch im letzten Augenblick deutsche Handelsdanipser, die sich int Hasen von Antwerpen besonden, in die Lust gesprengt n nrde».

' Höffentlich kcnimt auch diesem Volke der Tag der Ab­rechnung, Belgien und sein König haben es schwer büße» niüssen, daß sie sich englischer Hinterlist anvertrant und dir rechtlich gebotene Hand der Tentichen ansgeschlagen haben. Belgier. Widerstand ist zerschmcltert und seine Ueberwindek ziehen bade nach Frankreich, um dort den dentickie» Sieg über F nfreirf; und über England zu vollenden. Da­zu wird Got! hellen!

?lc !chcn Sliuikn üor dm faüf.

Amsterdam, 9. C ft. DasHandelsblad" meldet au» Reosendaal: Ei» aus Antwerpen mit Verwundete» hier elnzctrosfener Qfsi.ier erzähl!, daß die Deutschen durch die Ber- statt Berchem in Antwerpen einziehen.

DerTelegraas" meldet, daß ei» neuer Strom von Ftticht- lc»s«n aus Antwerpen in Rosendaal eingetrosfen ist auf das Ecrucht hi», daß die deutschen Vorposten bereits in EkI - r e n stehen.

Werner meldet der .Telearaai" nus Rolendaat- dcki höre