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Neu« Tageszeitung. Freitag. Len 8. Oktober 1814
CeHe 8
ffches Gebiet vorgedrungene Russen wurden unter großen Verlusten zurückgewiesen. Auch die Angriffe aus die Fest- ng Przcmysl sind an der tapferen Verteidigung gescheitert.
Verlast eines Torpedobootes.
Berlin, 8. Ott. Wie die Abendblätter melden, ist am Oktober, nachmittags das Torpedoboot S 116 während des 6orpostendienstes in der Nordsee durch einen Torepdoschuß ei- rcs englischen Unterseebootes verloren gegangen. Fast die inze Besatzung konnte gerettet werden.
Unsere Kriegsanleihe.
Berlin, 8. Okt. Das Ergebnis aus die Zeichnung der triegsanleihen lägt sich nunmehr im einzelnen iiber- ehen. Die Eesamtzeichnung von 4 ICO 701 400 Mark besteht :us 1 177 235 Einzelzeichnungen, hiervon entsagen aus Ein- -lbeträge von 100 bis 2000 Marl 020 000 Zeichnungen mit ei- ,er Summe von 733 775 400 Mark, aus Eiuzelbetrage von 2100 ii <3 20 000 Mark 233 342 Zeichnungen mit einer Summe von 1336 738 700 Mark, der Rest besteht aus Zeichnungen von über 10 000 Mark. Das deutsche Volk wird ans diesen Zisseru mit sreude ersehen, wie dse Zeichnungen aus alle Schichten der Bevölkerung gleichmäßig verteilt sind, wie Arm und Reich, seien nach seinen Kräften. dazu beigetragcn haben, den überaus iänzcnden Erfolg der Kriegsanleihen zustande zu bringen, die baren Einzahlungen aus die Kriegsanleihen haben nach ;n bis heute Vormittag vorliegenden Nachweisungen den Bc- rag von 2 420 Millionen Mark erreicht. Das sind 54.2» Prozent der gezeichneten Summe und 630 Millionen Mark oder 1.26 Prozent mehr als bis zum 5. Oktober fällig waren. Tat- ächlich sind die cingczahlten Beträge noch höher, weil von eiern Teil der cntscrntcr gelegenen Rcichsbankanstaltcn die 'usgaben noch nicht in Berlin eingetrossen sind. Es durfte ics die größte Zahlung sein, die jemals von einem Bolle ..- so kurzer Zeit geleistet worden ist.
Der wahre .Held des Krieges.
Rom, 8. Okt. „Eiornale d'Ftalia" schreibt -n dem heuigen Situationsbcricht u. a .1 Ganz gewiß ist der Eeneral- ücrst v. Kluck der wahre Held des Krieges, weil ihm die hwcrstc Ausgabe anvertraut wurde und er cs verstand, lle mit iner Geschicklichkeit und Genialität zu lösen, die auch die 'rinde anerkennen. Tatsächlich ist cs ihm gelungen, der von überlegenen seindlichen Kräften umzingelt werden sollte, vor- estcrn selbst den Feind mit Umzingelung zu bedrohen und ihn u zwinge», an verschiedenen Punkten zuriickzugehcn. General -cssre eilte sosort herbei, um die Sache wieder gut zu machen. Gestern wurde das Gleichgewicht wieder hergcitcllt. Es ist 'der noch nicht gesagt ,daß der deutsche tapfere Eeucral rffcht och Chailccn habe, uni die Sicherheit des ihm gegenüberst.chen- -en jranzösischen Heeres in Frage zu stellen.
Bor der (<ntsthewlma.
Kopenhagen, 8. Ott. „biational-Tidende" meldet us London: Alle vorliegeiiden Nachrichten stimmen darin .bercin. daß diese Woche die Eiitschcidlliig falle» NUß Die Kämpsc aus dem linken Ftiigel werden mit einer übst unter diesen blutigen Zusammenstößen bisher nnbekann- ■n Heftigkeit sortgesctzt. Die Deutschen suchen mit einer Hart- äckigkeit. von der man sich keine Borstcllliiig machen kann, sich er Eijcnbahulinic zu bemächrigen. Der Kamps nördlich der lamme hat eineil derart f u r ch t b a r c ii Charakter, daß : unmöglich lange anhaltcn kann.
bcr h). fauiita i. lUruifr arlaüfi!.
Freiburg i. Br., 8. Okt. Rach einer Meldung der Freiburger Zeitung" ist der badische Landtagsabg. sür Doaau- schingen. Dr. Wagner, bei Metz vorn Pferde gestürzt und cn hierbei erlittenen Verletzungen erlege». Tr. Wagner '.«horte der r>"t>ai>ullibcralen Partei an und stand tni 4.0. Lc- enssuhae.
Aiirl!:ciir.ui>y kr tmildifn
Kristiania, 7. Okt. Der norwegische Schrifistcller lalrnar Ehristcnsen schreibt im ..Morgeabledet": Fragt an nach den Ursachen, wie die Tentsche» so gewaltige Taten iisiährcn tonnten, wie sic sie ii, dielen Tagen tatsächlich „us- .siihrt Hobe», so muß man vor allen Dingen ihre glänzende »ministrati«» nennen, die militärisch..-, wie die zivile. Feder !onn und jedes Ding steht aus seinen, Platz. Jeder kennt p Amt und die Lerantworiuiig. Feder weiß, wer zu bcfeh- ii und wer zu gehorchei, hat. Keiner hat Furcht, gegebenen S die eigene Mackst zu gebrauchen. Wenn es darauf an- -i'Mt. tann er auf eigene Faust Handel». Disziplin, Tückitig- ■! und Sandeln gehen zusammen. Dies ist selbstverständlich 10 Ergebnis vicijähriger N-bung. Die Maschinerie ist griind-. h geprüft: die Menjchen habe» es gelernt, strenge Anfordcr ngcn an sich zu stellen.
(Oyfcrfinn der
SBiv haben Gelegenheit gehabt, Ern sicht ,n eine Karte dressiert an K. Hanb-Eck;:,, nehmen, worin ihn,.seine echwester, in San Francisco wohnhaft, die Mittdilnig wcht. daß von den Tcutsckien daselbst über 200,000 Dollar gleich 840,000 Mk.j für das Rote Kreuz geiamm.-ll worden Wer dcu Opfers,n» unserer Deutsch-Amerikaner kennt ird icher eine solche Tatsache nicht sonderlich erstaunt sein, -tcr Amerikaner nimmt mit der einen Hand alles, mit der rnderii gibt er auch wieder aus. Das Geld hat tür ihn 'irr einen gewisse» idealen Wert. Es wild manchmal als berichiissige's Material betrachtet. Ter Eiiipsänger der karte hat es sich angelegen sei» lassen, als der erste Nest, ckwei kam „Wir wissen und hören nichts" feine Landsi-ile rubt-n, wo ein ganzes Stück Rieder-Weisel steckt, durch 'riefe und Zeitungen via Rotterdau, über die KriegKeretg- nsse aus dein Lausenden zu halten. Das Dentschtii», im usland hat sich ii, diesem Falle deinjenigen unseres enge- •'* Vatcilandes ivürdio oezeig!.
Auch Portugal.
Wenn nicht alle Anzeichen trügen, schickt sich nu,»»ehr auch das verlumpte Portugal, das in gänzlicher Abhängigkeit von England steht, an, uns den Krieg zu erklären. Das werden wir auch noch ertragen!
Ans Frankreich.
Französische Furcht vor dcu, Kricgswintcr. Der „Vos- sischcn Zeitung" wird von einem Mitarbeiter, der in den letzten Wochen das Kcnnpfgcbiet zwischen Marne und Oise hinter der französischen Front bereisen konnte, geschildert, wie der kommende Winter für die Franzosen ein noch weit schliminerer Feind sei, als die Bedrängnis durch die Deutschen. Er schreibt dem Blatte u. a.:
„Wenn cs zu einem Wintcrfeldzug kommt, dann tritt ein Zustand in Frankreich ein, in dem die Deutschen gar nicht mal notwendig haben anzugreifen. Denn Frankreich ist schon zu Beginn des Herbstes so total erschöpft- das; es einen Kciegswinter aus keinen Fall überleben kann. Das sage iticht ich allein, das sagen alle Franzosen, die bon heute ans morgen sehen können. Ter Einbruch der Deutschen hat über 13 Millionen Franzosen chaotisch durcheinander gewirbelt. Diese 13 Millionen befinden sich auf einem fortwährenden Uiiizng, ohne Rast, ohne feste Nahrung, ohne zeitgemäße Kleidung, in einer seelischeil Vcrk.rssana, die aus- zudrücken cs an Worten fehlt. Ein in Permanenz erklärtes Nomadenleben können nicht 10 Prozent von den genannten 13 Millionen bei Einbruch der rauhen Witterung ertragen. Sie müssen sterben und verderben; denn so -etwas wie eine Organisation für die Hebung der Not dieser 13 Millionen ist nirgends zu entdecken. . . .
Für eine Wintertampagne ist aber auch das Heer absolut nicht vorbereitet. Die Lebensmittel könnten da sein, loenn die Verbindungen mit den Häsen auch nur einigermaßen funktionieren würden. In deu Häsen alles spottbillig, das ntciste an Früchten und Lebensmitteln der Der- wes,mg und Vernichtung preisgegeben, im Innern des Landes aber, im Herzen von Frankreich, Teuerung, Hungersnot. In der Desorganisation im Eisenbahnbetrieb feiert man wahre Orgien. Auch die Verwaltungen der Militärmagazine sind mit ihrem Latein zu Ende. Die letzteren können nicht nachgcfüllt werden. Irgendwo stockt die Maschinerie in dem gewaltigen Betriebe für d>e Versorgung und Munitianierung des Millionen!,ee-rcs. Jeder weiß es, daß es stockt. Jeder sucht nach Abhilfe. Der eine macht den anderen verantwortlich. Man streitet, schimpft- Mit dem einzigen sichtbaren Resultat: das Chaos wird von Tag zu Tag größer, verhängnisvoller, katostrophaler. An Uniformen hat es ja schon zu Beginn des Krieges gefehlt. Hunderttausende von Reservisten komrten gar nicht oder nicht rechtzeitig „eingekleidct" werden. An den Winter aber hat man offenbar überhaupt nicht gedacht. Und schon machen sich warilcndc Stunnien wegen des zusehends größer, werdenden Mangels- an Munition bemerkbar . .
Pom Äalkan.
Der Aufstand in Mazedonien. Sofia, 8. Okt. lieber
die Kämpfe i» Mazedonien wird weiter berichtet: Am 2.
Oltobcr fand bei dem Orte Eradctz ii» Kreise Titwcsch ein heftiger Kampf zwischen einer Anzahl eingeborener bewafsueter Muselmanen, die iiisolge der Bedrückung durch die Serben in das Gebirge flüchteten, und eurer Bande des berüch- tigrcn serbischen Komitatjchis Babunski statt. Der Kamps dauerte einen Tag. 20 Mann der Bande, darunter der Führer, sielen. Die Türken hatten einen Toten und drei Berwundetc. Seitdem führten die serbischen Truppen und Komitatschis eine Schrecke ii sh crrschast in den bulgarischen Dörfern der Umgebung von Eradetz.
Sofia, 8. Okr. Die Blätter melden aus Strumiha, daß drei bulgarische Dörfer im Gebiet Tikwesch zerstört und deren Bewohner getötet worden seien. Der Ortsältcste des Dorfes Koreschnik sei samt dem Ecmcinderat ebenfalls erschlagen worden. Ter Kreispräsckt von Rcgotin habe allen Bauern im Gebiet von Tikwesch neue Zwangssteuern auserlcgt. di? pro Kops 5—500 Frs. betragen.
Aus Serbien. S a l o n i 1, 8. Okt. Die bisher von den Serben in Ecwgcli gesangc» gehaltene» deutschen Landwirte sind sreigclassc» worden; sic sind in Salonik e.nge- trofsen.
Rumäniens Neutralität. Wie die „Morning Post" aus Rem erfährt, ist Basil Missir, Präsident des rumänischen Senats, mit einem politischen Auftrag in Berlin angekom- ine'i. Er hat dort, wie der „Ricuwe Rotterdamsche Courant" initteilt, dem V.-rtrcter des rumänischen Blattes „Ovinia" ein Interview gemährt, in dem er erklärte, Rumänien werde neutral dl.-ibc». Die Erregung der Bularcfter Zeitungen »egen Dciitsihlaiid l-.iid Oesterreich seien von untergeordneter Bedeutung. Die liberale Regierung lasse sich nicht leiten von einer mit russischem Geld beeinflußten Presse. Die Regierung werde die Entschließungen fassen, die für das Land die i-chti- gen seien. Der große Ausschwiiiig des Handels und der Fudu- strie Rumäniens feien allein dem dcntschen und österreichischen Kaiptal zu danken. Bon Rußland habe Rnniänien noch keinen Pfennig bekommen und auch nichts zu erwarten.
Ailb btt Ulrli ilfO iühiül'j.
Ke!» llltimaiuui an die Türkei. Wie», 8. Ott. Die Nachricht, Lag die Dreiverbände an die Türkei »vegen der Dar d. nellcnspcrre ein Ultimatum gestellt hätten, ist, wie die .Reichspost" meldet, unrichtig. Es eiitsprjcht vielmehr den Tatiachcn, daß vie Engländer die Türkei zuerst mit Bersprech- "vgen dann aber mit Drohungen dcsiiniincn wollten, eine dem Drcivxrband genehmere Haltung einzunebmen. Wie dl? d?r
Pforte nahestcheirdcn Kreise versichern, haben die englischen Miitcl keinerlei Erfolg gehabt. Es gibt keinen Druck, dem die Türkei weichen könnte. Bia» weiß hier vielmehr ganz ge- nau, daß England jeder offenen Zwietracht mit der Türkei aus lern Wege gehen möchte, da cs heute zu schwach ist, uw. den Kamps gegen 8as Kalifat aufznnehmen. Der heiße englische Wunsch »ach der Dcmobllificrung wird von der Türkei nicht erfüllt.
Der „Temps" droht Len Türken. Das amtliche Organ der französtschen Regierung beschäftigt sich in seiner Nummer nem, 1 Oktober mit dem Verhakten der Türkei -während der lehrten Zeit. Die Verbündeten hätten jetzt freilich anderes ZU tun als sich mit der Türkei auseinanderznsctzcn. Allein es mär, nneiltschuldbai, die führenden Krcsic in Konstantinopel an! nur einen Augenblick in dem Glauben zu lassen, daß das gefährliche Spiel für das Reich der Osmanen eine» »och jo kleinen Erfolg verspreche. Nachdem das Blatt aussiihrt. wie sehr es die Türken in den letzten Zeiten an loyaler Poliffk de» Ententemächten gegenüber fehlen ließen, faßt es seinen Groll in die Drohung zusammen: „Wir beabsichtigen sür heute nicht, die Krisis zu beschleunigen. Aber man soll daraus in Konllan- tinopcl nicht den törichten Schluß ziehen, daß die Regelung der Rechnungen damit ausgehoben sei. Rur aufgeschoben." — .Man lann cs ruhig den Türken überlassen, diese ohnmächtigen Droh ungen, die ein Zeugnis der Schwäche darstellcn, mit »men orientalischen Lächeln zu quittieren.
krlüiiiriina drr währknd dkg smkM
Der Kaiser hat folgende Kablncltsorder erlassen:
Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Fch sür di« Dauer des mobilen Zustandes:
1) Abweichend von den Bestimmungen der Hcerordnung dürfen Osfizicraspirantcn (8 17,6 Heerordnungj und ehemalige Lffizicraspiranten (§ 46,10 Heerordnungj des Beurlaubten-, ftanbes, die mobilen Truppenteilen angehören, im Falls der Geeignetheit und nach erfolgter Wahl durch das Offizierlorps des Truppenteils (8 47,2 Hecordnungj jederzeit zum Rcicrve- oder Landwehroffizier vorgcjchlagcn werden, wenn sie der Dienstgrad eines Fähnrichs, Feldwebels oder Bizeseldwebels Wachtmeffters oder Btzewachtmeifters erreicht haben. Erachtet der Truppenkonnnandeur die bürgerlichen oder sonstigen Verhältnisse des zur Beförderung zum Offizier Borgeschlagenen sür genügend geklärt, so kann er von der Einfordcrung des im § 47,10 Hcerordnung vorgcfchriebenen Zeugnisses des Bezirks- kommairdeurs absehen.
2) Einjährig-Freiwillige, die sich bei Ausbruch des Krieges noch im Dienst befanden, sowie die nach diesem Zeitpo-atl eingestellten Krtegssreiwilligen und Mannschaften die die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst besitzen, dürfen, sofern sie mobile» Truppenteilen angehören, schon vor den im 8 20,4, Sa und b Heerordnung festgesetzten Fristen befördert und zu Osfizieraspiranten des Bcurlaubtenstandes ernannt werden. Wegen des Vorschlages zum Reserve- und Landwehr- ofstzier gilt das unter Zifser 1 Genannte.
3) Unteroffiziere und Mannslbaften, die sich vor dem Feind auszerchncn, dürfen, sofern sie dem Beurlaubtenstand angehö- ren. zum Reserve- oder Landwehroffizier, sofern sie dem Friedenshand angehören, zum Offizier des aktiven Dienststandes vo.gcschlvgcn werden. Voraussetzung hierfür »st die Erreichung des Dienstgrades eines Feldwebels, Wachtmeisters, Bizefeld- webcls oder Vtzewachtmetsterr. Eine Beförderung dieser Unteroffiziere und Mannschaptcn zu Fähnrichen kommt nicht in Betracht.
Den Vorschlägen zur Beförderung von Unteroffizieren des aktiven Dienstgrades zu Leutnants hat wie bei den vorzusthla- gcnden Fähnrichen die Wahl des Offizierlorps vorauszua.chcn.
Bei den Unteroffizieren und Mannschaften des Beuicaub- tenftandes kann der Truppcntommandeur von der Eiifforde rvng des im 8 47,10 Heerordnung vorgesehenen Zeugnisses des Bczirkskommandcurs absehen, wenn er die bürgerlichen und sonstigen Verhältnisse für genügend geklärt erachtet.
4) Die Vorschläge zur Beförderung zum Offizier nach den vorstehenden Ziffern 1 bis 3 sind Mir durch die kommandierenden Generäle für die ihnen unterstellten Truppenteile aller Massen vorzulegcn. Im übrigen ist nach § 90 Mobilmachungsplan zu verfahre». Ich will gestatten, daß diese Borschläge in einfachster Form — auch nie Meldelartc — unter Angabe des Namens des Borgeschlagenen, Truppenteils, Dienstgrades und einer kurzen Begründung gemacht werden.
Die Wahl zum Offizier des aktiven Dicnststandes kann in vercinsachter Form derart erfolgen, daß der Kommandeur die erreichbaren Teile des Ossizicrkorps befragt und deren Einverständnis meldet, Wahlvcrhandlungen der sonst üblichen Art aber nicht vorgelegt werden. Wird der Vorschlag von dem Kommandeur eines nur für das mobile Verhältnis bestehenden Truppenteiles oder einer solchen Formation vorgelegt, so ist von diesem vorher das Einverständnis de» Kommandeur», und auch des Offizrerkorps des Fricdenstruppentcils einzuho- lcn, von dem die Abgabe des betreffenden Unteroffiziers er- solgt ist. Hierüber ist bei dem Vorschlag zu melden.
Das Kriegsminiftcrium hat das Weitere zu veranlaßen.
Großes Hauptquartier, den lg. September 1814.
Wilhelm
An das Kricgsiiiinisterium. von Falkenhaqn
Barbaren.
In allen Blättern der Welt, soweit sie dem Einfluß uns» rer Feinde zugänglich sind, erscheinen schon seit Beginn der Krieges Artikel, welche die Deutschen als Barbaren hinstcllen. Namentlich mäste» Werke der Kunst, hauptsächlich Kunstbauten, Rathäuser. Kirchen usw. dazu hcrhalten, um den deutschen Namen zu vcrunglimpsen und über die Beschädigungen an der Kathedrale zu Reims, welche gar nicht so dedeuteild sein sollen, sind schon «ine Flut von Anschuldigungen gegen das deutsche Heer gedruckt worden. Die Kunsthistoriker aller UN» feindlichen und auch neutralen Staaten lassen Artikel los und erheben Einspruch gegen den deutschen Barbarismur.
Wenn man diese ganze Entrüstung objektiv beu«teilt, ist die Sache nicht halb !n schlimm und eiaentlich aor keiner Tr-,


