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helinshaven und Cuxhaven je eine Abnahmestelle für sreiwil- ilige Liebesgaben eingerichtet worden. Es wird gebeten, die der kaiserlichen Marine zugedachtcn Liebesgaben an eine dieser Abnahmestellen, und zwar unmittelbar zu senden. Mit der Bezeichnung „Freiwillige Gaben" an die Abnahmestelle gerichtete Frachtstücke werden aus allen Bahnen srachtfrei befördert. Auf den Frachtbriefen ist der Inhalt der Absender und die Empfangsstelle genau anzugtben. Mit den gleichen Angaben ist jedes Frachtstück aus mindestens zwei Seite» zu versehen.
tamrettbiid.
Fm Lazarett lag rin verwundeter Soldat,
Fern seinem Vaterhaus, in einer fremden Stadt.
's war gegen Mittag, und die Schwestern kamen,
Und brachten Kaffee in die Krankcnfäle.
Schwarzbrot gab s heut' dazu und Zwclschenhonig Der Krieger schmunzelt, als die Schwester freundlich ihm Ein dickes Honigbrot zum Kaffee schmierte.
So batte, als er noch ein kleiner Knabe,
Die Mutter ihm, da er noch gar zu ungeschickt,
Manch' Honigbroi rund um den groben Laib herum Abschneidcn müssen. Gab das immer einen Spatz,
Wenn ihm, je kleiner ward das Brot, der Schnurrbart wuchs! Sa sinnt er sich in seine Jugendzeit zurück . . .
Auf einmal denkt er still bei sich: ob wohl mein Schatz Daheim den guten Honig für mich kochte . . ?
Tann malt er sich ein trautes Heimatbildchcn aus:
Die rutzgeschwärzte Küche und den Kessel Davor sein liebes Mädel, wacker beim Gcschäjt,
Sachkundig bald den Honigrührei drehend,
Und bald, von Mutter abgclöst, sich kühlend,
Darauf da« Kessclfeucr sorgsam schürend —
Bis gegen Abend es an's Schöpfen ginge.
Die Proben waren alle gut bestanden,
In Ordnung war das mir dem leid'gen Wafferrand . ..
Da weckte ihn sein Nachbar aus den Träumen:
„Fritz trink! Dein Kaffee wird ja kalt; die Schwester kommt!"
, Wo glaubst Du, datz der Honig herstammt —?“ fragt ihn Fritz „Vielleicht kann Dir die Schwester sagen, wer ihn gab"
..Du glaubst gewitz. Dein Schatz Hab' ihn für Dich gekocht,
Ich sch' Dir's an. an Deinem seligen Gesicht . . ."
»2«. ja — doch einerlei — war's nicht mein brauner Schatz, So war's viclkicht ein blondes Kind, das ihn gerührt Cr soll mir drum nicht wen'ger schmecken, denn 's ist wahr: Was uns der deutschen Frauen Liebe schenkt, ist gut!
Lcidheckcn. K. Rheinsurth, stud. theol.
Ans der Heimat.
* Fricdbcrg, 8. Okt. Do» Heldentod fürs Vaterland starb der Grotzh. Feldbereinigiings-Komniissar, Kceisa.nt- rnann Gocrtz zu Büdingen. Äcr Verstorbene stainnit von Friedberg. Sein Tod wird in allen Kreisen, die den Verstorbenen kannten, aufs tiefte beklagt werden.
• Friedberg, 7. Olt. Grütze und Dank für die Liebesgaben aus der Wetterau trägt mir ein Unbekannter in einer Postkarte
Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 7. Oktober 1 3 1 «
aus. Die Postkarte lautet: .Lieber Lands! Deine freundlichen Liebesgaben gelangten in meine Hände und verteile ich solche in meiner Korporalschaft und an andere Kameraden, jedenfalls kam alles in die richtigen Hände. Unsere lieben Wettcrauer haben uns reichlich bedacht und viele Glückliche gemacht, denn alles, was von der nächsten Heimat kommt, hat doppelten Wert. Wir haben hier einen bisweilen nicht ungesährlichen, jedenfalls aber harten Posten, denn die Nächte in den Vogesen sind schon bitter kalt und manche davon müssen wir drautzen zubringen. Doch was schadct's? ein Jeder von uns erträgt alles mit Freuden: cs geht fur's Vaterland. — Sei srcundlichst gegrüßt von Deinem Untcrossizicr Sommer, l. Komp. Landsturmbat. Jricdberg."
* Fricdbcrg, 7. Okt. (Von unse rem Landsturm- Bataillon). Von einem hiesigen Herrn, der heute von Markirch, wohin er die von ihm gestifteten Liebesgaben gebracht hat, zurückgekchrt ist, erfahren wir, datz es unseren Landsturm Bataillon dorten gut geht. Die hier verbreiteten Gerüchte, der Landsturm habe bereits Gefechte gehabt und es seien mehrere verwundet oder gar gefallen, sind völlig aus der Lust gegriffen. Dank der Fürsorge des von den Landstür- mcrn mit Begeisterung verehrten Führers, Herrn Oberst Weimer, wird die Verpflegung allgemein gelobt und werden Lebensmittel dorten zur Zeit als Liebesgaben nicht gewünscht, da alles genügend vorhanden ist. Dagegen wird um Zusendung von Zigarren, Tabak, Schokolade, Strümpfen, Stauchen und warmer Unterkleidung gebeten. Diese Bitte ist umso berechtigter, als es auf dem Kamme der Vogesen schon recht empfindlich kalt ist.
* Fricdbcrg, 7. Okt. (Ein heiteres Stiicklein aus unseren Lazaretten). Eines der lieben Mädchen, die ihre Dienste dem Vatcrlande widmen, um unsere wackeren Verwundeten zu pflegen, betrat einen Krankensaal, unler'm Arm eine Anzahl mit Spreu gefüllter, kleiner Kissen. Wer will ein Kitzchen, rief sic aus und alle riesen: Ich, ich! Hatten sie doch verstanden, das Kitzchen würde mit einem „ü" geschrieben.
* Bad-Nauheim, 7. Okt. Auf das am Donnerstag, den 8.
Oktober, abends 8 y, Uhr im Theatersaal des Kurhauses stattfindende Extrakonzcrt der Kurkapellc, dessen Gesamtertrag zum Besten verwundeter und im Felde stehender Krieger bestimmt ist, sei an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht. Herr Professor Windcrstein wird mit einem genutzreichen Programm auswarten: es kommen zu Gehör: H-moll Sinfonie von Fr.
Schubert, Serenade für Streichorchester von Haydn: Menuett für Streichorchester und 2 Hörner von Mozart: Rondino für 8 Blasinstrumente von Beethoven: Ouvertüre zu Egmont von Beethoven. Konzertmeister Schachtebcck wird die Träume und das Albumblatt von Richard Wagner, Herr Key! die hebräische Melodie „Kol nidrei" voltragen. Auch mit Rücksicht aus den guten Zweck der Veranstaltung wäre es sehr zu begrüßen, wenn diese durch einen zahlreichen Besuch ausgezeichnet würde.
* Lindhrim. 1. Okt. Herrn Hauptmann Weftcrn.ichcr, Sohn des Herrn Oekonomierats Wesrcrnacher hier, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden. Herr Hanptmann Wester- nacher wurde bei den Kämpfen in Frankreich verwundet.
* Gießen, 7. Ott. Zur Aufnahme von Gefangenen ist aus dem Exerzieplatz am Trieb hier ei» mächtig großer Raum eingefriedigt, mit Kanalisation und Wasserleitung versehen worden und außer mit Zelten auch schon mit einigen Holzbaracken bestanden. Mehrere tausende Laibe Brot sind schon vorrätig, so datz die Gäste jeden Tag eintressen können und alles in Ordnung finden. Wie verlautet, kommen Franzosen hierher.
* Vorsicht be, Viehhändlern. Verschiedene Proiant- ämtor haben bei Beginn der Mobilniachung einzelne Viehhändler mit dem Einkauf von Vieh für ihre Depots belluf- tiagt und deshalb diese Händler besonders legitimiert. Wie man hört sollen einzelne dieser Händler jetzt diese Scheine auch zu Privatzweckcn benütze», obwohl diese Scheine jetzt nicht mehr gültig sind Sie sollen jetzt ein- gezogen werden.
Hrffrn-Nasia».
* F. C. St. Goarshausen, 6. Okt. Das 2tzs> Jihrk alte Töchterchen des Kaufmann Weis; in Michler ertrank in einer im Nachbarhofe stehenden Bütte mit Wasser.
F. C. * Branbach, 6. Okt. Hier beginnt die Traubea. lese am 12. Oktober, in Oberlahnstein bereits am 7. Okt.
Aufruf!
Dem Zweigverein vom Roten Kreuz in Friedberg wurde auf Anfrage mitgeteilt, daß durch Vermittlung der Etappenkommandantur III in Darmstadt, Liebesgaben an bcstimmtc Bataillone unserer hessischen Regimenter bcsör- dcrt werden können. Dos Rote Kreuz in Fricdberg beabsichtigt Freitag, den !>. Oktober abends die beträchtlichen Vorräte an Liebesgaben in einem Waggon an das III. Bataillon Infanterie-Regiment Nr. 168 und an das Reserve- Bataillon Jnfantcric-Regiment Nr. 116, das sich hauptsächlich ans den Kreisen Friedberg und Büdingen zusammen- scht, zu senden. Liebesgaben, bestehend aus wollener Unterkleidung, Strünipfen, Wurst, Speck, Schinken, (aber nur Danerware), Cigarren, Tabak und Zeitungen, nach denen unsere Truppen sehr verlangen, werden bis z»,n Freitag Morgen auf der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Haag-> straste 16, während der Geschäftsstnnden (9—12 und 3—6 Uhr angenommen. Sehr erwünscht ist auch Bnncnibrvt, das wenn frisch gebacken recht gut ankommt. Auch Einzel. Pakete werden befördert, nur bitten wir um gcnanc Adresse, namentlich um Angabe der Kompagnie.
Geschäftsstelle des Roten KmzeS, SiWstrasic 10 .
Frankfurter Wetterbericht.
Voraussage: Heiter, trocken, tagsüber mild, nachts kalt,
schwache Fröste, nordöstliche Winde.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch ni i d i, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. G.. Fricdberg i. H.
Am 27. Septemper starb den Heldentod fürs Vaterland unser guter, treuer Sohn, unser lieber Bruder und Schwager
Referendar
Hermann Schäfer
Vizefeldwebel d. Res. im 22. K. b. Inf^Reg. 6. Komp. Reichelsheim (Wetterau) 6. Oktober 1914.
In tiefer Trauer;
Adam Schäfer, Lehrer Efnma Schäfer, geb. Mickel Marie Winter, geb. Schäfer Emma Schäfer Hermann Winter
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