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Halte der Dreiverband eine dauernde Bedeutung gehabt, so wäre ihnen solcher nicht in de» Sinn gekommen. Man kann sich aber ruhig daraus verlassen, daß, wenn eine der drei kricg- sührenden Mächte sich erschöpft suhlen wird und unter annehm­baren Bedingungen Frieden schließen kann, der Beitrag vom L. September trotz allen Widerstandes der anderen Mächte sie nicht davon abhalten wird. Wird er aber den Verbündeten durch di- Aufstellung der Prinzips eines Krieges bis aufs Mesicr gelingen, Deutschland cinzuschuchtern und den Sieg ZU erringen? Die Ereignisse der letzten Monate haben die große Ucberlcgcnheit der deutschen Stieirkrästc bewiesen. Wir sind überzeugt, daß man mit einem Kriege bis aufs Mcsier diese große Macht nicht überwinden kann. Was aber den Gedanken betrisst, die Heere des Kaisers durch wirtschaftliches Elend zu besiegen, so halten wir ihn sür durchaus phantastisch. Das wirt­schaftliche Elend kann den Armeen, die aus feindlichem Boden leben, nichts anhaben, wohl aber den besiegten Ländern. Das Land, das durch dieses Prinzip des .Krieges bis auss Mesicr am üälksten geschädigt werden wird, ist also das unglückliche und leichtsinnige Frankreich."

«Noch eine Stimme des Mißtrauens.

Die nationalistische PariserLibcrte" bringt am 13. Scp!. eine bemerkenswerte Aeußcrung, die sich hestig gegen den Ver­trag wendet, den England und Rußland den Franzosen bezüg­lich eines künftigen Friedensschlusics aufgczwungen haben. Dio Liberte" ist eines der chauvinistischen Pariser Organe, das lahrzehntclang mit allen Mitteln sür den Revanchcgedanken Scharsmachcrci getrieben hat. Um so bemerkenswerter sind Me nachstehenden Ausführungen, in denen die Ernüchterung Frankreichs inbezug aus den russischen Verbündeten, deutlich zutage tritt. DieLiberte" schreibt:

lieber Frankreichs friedliche Absichten konnte kein Zwei­tel obwalten. Als Frankreich, der friedliebende Staat, sich zum Kriege entschloß, kanute es genau seine militärische Kraft und war nur unter der Voraussetzung und in der Hoffnung zu diesem aggressiven Schritte zu bewegen, daß seine Verbündeten ihren Bundespslichten in vollem Maße entsprechen werden. Rußland ist der Erfüllung seiner Bunücsoslichten zumindest zeitlich ausgewichen, als es sich im Jnteresie Serbiens da­mit es einen Teil der drohenden Uebcrmacht Oesterreich- Ungarns von diesem Lande abwende mit der ganzen Wucht seiner Armee auf Oesterreich-Ungarn warf. Rußland hat die Existenz Frankreichs im Jnteresie seiner Rasicnocrwandten un­tergeordnet. Sollte Rußland nicht in allerlürzester Zeit dem Lundcsvertrage entsprechend Vorgehen, so müssen wir den Bun- dcevertrag als gebrochen anschen! Es ist eine Todsünde, daß die französische Regierung unter solchen Verhältnissen unter dem Einslusie Englands in den Vertrag über einen gemein­samen Jriedensschluß cingewilligt hat. Damit hat sie dem fran­zösischen Volke die Möglichlcit eines anständigen Rückzuges genommen und gleichzeitig haben Rußland und England an­statt Taten noch immer nichts als Versprechungen gegeben und damit ihren Bundcspslichtcn entsprochen zu haben geglaubt. Obwohl gewisse Kreise mit Berufung aus die Jnteresicn Frank­reichs sich bei unserem Blatte ins Mittel gelegt haben, damit man uns abhaltc, unscrcli Zweifel an der Richtigkeit dieses Regierungsaktes Ausdruck zu geben, konnten wir uns dennoch nicht cnkhalten, unsere Meinung osseu auszusprcchen, denn die Gründe, die uns zu dieser Stellungnahme zwingen, sind so ge­wichtig, duß sie für die ganze iünstigc Entwicklung Frankreichs verhängnisvoll sein rönnen."

Aus Fra«

Frankreichs letzte Rettung. Mailand, 29. Zept. Wie die Blätter ans Bordeaux Kleiden, istvin neuer Ani- ncstiecrlas; der Negierung erschieneli, der sämtliche bis zu 1 Jahr Gefängnis Verurteilten begnadigt, vbnc Rücksicht auf den Charakter der Straftat. Ein zweiter vom Justiz- minister änsgegcbencr,Erlaß bestimmt, das; für die Tauer des Krieges nur solche besonderen Gnadengesuche von den Direktoren der Bagno? befördert werden sollen, i» denen sich die Antragsteller bereit erklären, sich nach ihrer vor­läufigen Entlassung znr Vccsiigiing der nationalen Vertei- dignng zu stellen, Ter Jilstiznunistcr sagt die woblwol- lende Priifting aller dieser Gnadengesuche der zu längeren Strafe», die aber fünf Jahre nicht überschreiten dürfen, Verurteilten z».

Befestigung der Sisidte b:i Paris. Koben ha gen,

6. Okt.Politiken" nicldct ans London. Ter Gouverneur von Paris hat Josfrc vorgcschlagcn, alle Städte in der Um- licbung von Paris zu befestigen, die bei hm Vorräten der Deutschen widerstandslos in die Hände d--r Tentschen ge­fallen sind. Tic Befestigung soll so stark wie möglich ge­macht werden, sodaß die deutschen Truppen bei einem ncncr- ?>cheu Vorstoß aus weit stärkere Hindernisse und einer, stärkeren Widerstand stoßen eg; hei dem Vorrücke.r ans Paris ün August und September. Mit Billigung Joffres lrerdcu folgende Städte befestigt: Scnlis, Gifore, Saint, Maxcnt, Montmoreney, Beanvais, Ehantiltn, Melnn, Nan­tes, Mcaux. Tic Garnison dieser Städte wird aus den Nekruteil des Jahrganges 1911 sowie aus Tivisionen einer Armee bestehen, die unter Paus Leitung in Siidftankrcich gesammelt wird. In Crcusot wird Tag und Nacht an der Herstelln,,g schwerer Artillerie gearbeitet, die Mitte Okta- bcr an die Front geführt weiden soll, INotiz des Wolfs- bnrcan: Ans dieser Meldung gebt deutlich hervor, daß die Franzosen mit einem erfolgreichen Vorgeben der Tvutschen rechnen.)

Ans England.

Die englisch-» «undcsgeuosie». Unter der Ueberschiift: Ein Attentat bringt dieReue Züricher Zeitung" einen Ar­tikel. der die Skrupellosigkeit brandmarkt, mit der England «lbe. braune und jchra.rze Haide» als seine Berbündeten

«eue Tageszeitung. Mittwoch, den 7. Ollober i 9 H

gegen die weiße Rasse ins Feld führt. Das Blatt meint, hier

kämen nicht mehr deutsche, sondern europäische Interessen in Frage und damit die Prestigefrage der ganzen weißen Raste. Die englische Sitte, sagt der Artikel, gestattet es nicht, daß ein Farbiger neben einem Weißen sich auch nur zu Tisch setzt. Run aber macht man Farbige zu Wasscnkamcraden der Weißen in ganz Europa gegen Weiße, und setzt sie damit im Rang über den feindlichen Weißen. Das ist ein Hcrzfchuß nicht nur in die Stellung des Europücrtums, sondern ein vielleicht unbewuß­ter Sclbstinordversuch derjenige», die dieses srevelhafte Wage­stück unternommen haben. Man hat der gelben Gefahr die Tore unseres Erdteils geöfsnet. Nicht genug damit, importiert man auch noch halbbarbarisches Gesindel und Grenzbarbaren, um sie auf das erste Volk Europas loszulasien. Zwei Ver­brechen man weiß nur nicht, welches von beiden größer ist. Zum Schluß heißt cs in dem Artikel, ma» möge wieder sagen, einem Blatte der neutralen Schweiz geziemen solche Elosicn nicht:Herrgott im Himmel, zu was allem soll man jetzt we­gen unserer Rcutralilät schweige», aber das schweizerische Ge­wissen ist kein ncuirales und darf keins sein und will kein? sein, es ist Menschheitsgewisien."

Sobald sie fertig sind.... London, 6. Olt.Daily Chronicle" berichtet, daß in Aldershoi rund llllllM Mann al­ler Wasfengattungen ausgebildrt würden, die, sobald sie fertig sind, nach der Front abgcschickt werden würden. Die Ausbil­dung mache trotz glänzender Anstrengungen nicht den gebüh­renden Fortschritt, da die Truppen ungenügend ausgerüstet seien. Die Zeitung erbitte! die Unterstützung des Publikums und bemerkt, daß beispielsweise kein einziaer Komvagnicossi- zier der Ersten Armee Kitchcners einen Feldstecher besitze. Ge­braucht würden Hemden, Strümpfe, Taschentücher, Schuhrie­men, Schreibmaterial, Trommeln und Pseisen sür die schotti­schen Regimenter.

Ans Wnßiand.

Niedergeschlagenheit in Petersburg, K r i st t a n i a , 5. Okt.

ImMorgenbladet" erzählt ein Norweger, der aus Peters­burg heimkehrte, daß der Sieg Hiudenburgs in Ostpreußen und die Niederlage der Rusien in Petersburg einen lähmenden Eindruck machten. Nicht weniger groß sei die Trauer darüber, daß zwei Generäle, aus die mau die größten Hofsnungen setzte, gefallen seien. Das Publikum wurde vorbehaltlos über die Niederlage unterrichtet. Man gab zwar keine Einzelheiten, er­kannte aber den Umfang und die Bedeutung der Katastrophe an. Von dem Augenblick ab hat sich die Kriegsbegeisterung in Petersburg stark abgckühlt. Die spätere» Erfolge gegen Oester­reich vermochten nicht, dies ganz auszugleichcn. Ma» sehe je­doch der Zukunft vertrauensvoll entgegen und hoffe auf den Sieg, sülchte aber, daß das Heer zu wenig Ojfiziere habe.

Ein russischer Dank. Leipzig, 6. Okt. Das Komitee der annähernd 600 russischen Staatsangehörigen, die dieser Tage aus Leipzig in ihre Heimat znrückkehren dursten, veröf­fentlicht eine Danksagung, in der cs heißt:Sämtliche Behör­den sind uns jederzeit mit so seincni Verständnis für unsere Lage entgegengekommen, daß wir auss neue den überzeugend­sten Eindruck vou der Höhe deutscher Kultur empfangen haben. Wir werden es uns angelegen sein lassen, dem Auslande da­von Kenntnis zu geben, in wie großherziger Weise wir aus deutschem Boden behandelt und gcjärdert worden sind."

Die politischen Eesaugene» in Rußland, Paris, 5. Okt. DerKuerre Sociale" veröffentlicht einen Brief eines politi­schen Eesangenen in Rußland. In diesem erzählt der Schrei­ber, daß die Behandlung der Gefangenen seit Kriegsausbruch in ganz Rußland unmenschlich geworden sei und daß Knu- tcnhiebc und Quälereien an der Tagesordnung seien. Der Brief schließt: Wir wünschen, daß durch den Krieg allen Völkern Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit geschenkt wird.

Furcht vor Hindenbueg in Warschau. Krakau, i. Okt. Die ZeitungEzas" crsähri von einer aus Warschau in Krakau .eiugetrossenen Persönlichkeit, daß das Vordringen der Armee des Generals Hindcnbnrg bis nach Suwalki und Lomscha eine Panik in Warschau" hervorgerufcn habe. Die Filiale der russischen Staatsbank wurde nach Moskau verlegt, der Fa- brikbetricb in Warschau und in Lodz wurde eingestellt.

Kohlcnmangcl in Rußland. DieRowa Resorma" berich­tet nach russischen Blättermeldungen, daß Warschau gegenwär­tig an K o h l e n m a ng c l leide. Die Fabriken seien genötigt zu sperren. Die Produktion von Elektrizität und Gas mußte aus Ersparuiigsgrüiidcu aus die Halste reduziert werde». Der Bahnvcrkchr zwischen Warschau und der Provinz wird nur teil­weise ausrecht erhalten. Aus der Warschau-Wiener Bahn ver­kehren die Züge bloß nach Petrikau und Lodz. Für den 11. Oktober wurde die Assciiticrung vou Rekruten ungeordnet.

Uom Kaümn.

Eine Cr"V. g des bulgarischen Ministerpräsidenten.

Wien, li. Die ..Reichspost" meldet aus Sofia:Ra- rodui Praira", das amtliche Organ der bulgarischen Negierung, ciiihält ein.- Erklärung des Ministcrpräsioenien Radoslawow, die laute!:

Hinter unserem Rücken, weit von uns und gegen uujcrci! Willen, haben unsere Stammesbrüder, die nicht in Bulgarien zu Hause sind, eine Aktion unternommen, die nicht mit dem Fricüen des Landes im Einllang steht. Die buigarifchc Regie­rung mutz jede Verantwortung für diese llnicrnchmiing ableh- ncn In Bulgarien aber ist cs niemals erlaubt, eine Politik gegen meinen Willen zu treiben, die uns schädigen könnte. Sollte cs aber trotzdem jemand geben, der versuchen wollte, gegen mich zu arbeiten, so bin ich cntschlosscii, derartige Ver­suche mit ganzer Kraft zu unterdrücken.

DieRcichspost" sagt hierzu: Die Erklärung des Miuister- präsidenten wendet sich gegen die serbischen Angriffe, nach de­nen die bulgarische Regierung verdächtigt wird, die mazedo- niiche Ausstandsdcwcgung zu begünstigen, weiter auch gegen gcwistc rustophile Kreise, die kein Mittel scheuen, dem Kabinett Schwierigkeiten zu machen.

Mannschasisbeurlaubongcn in Rumänien. Wien, S. Okt.

DieSüdslawische Korrespondenz" meldet aus Bukarest: Den Blättern zufolge wird der Kricgsminister einen Teil der cin- berufenen Mannschaften demnächst beurlauben.

Die Ausstandsbcwcgung in Griechisch-Mazedonien. Sofia,

6. Okt. Das BlattDnawnik" erfährt, daß auch in Griechisch- Mazedonien die Aussiandsbewcgung einen großen Ilmsang an nimmt. Es haben sich dort viele zumeist ans Muselmanen be stehende Banden von je etwa 200 Mann gebildet. Eine von diesen zerstörte kürzlich zwischen Ostrowo und Wladowo sb-i Wodena) drei Bahnbrücken, deren eine mehrere hundert Meter lang war. Eine aus einheimischer bulgarischer Bevölkerung gebildete Bande bestand am vergangenen Donnerstag einen achtstündigen Kampf gegen serbische Truppen bei Ecwgeli und zog sich sodann ins Gebirge zurück.

Alis dtt itlflt des ZsilMS.

T'ic -türfei ist bereit. DerNieuwe Notterdamfche Cou raut veröffentlicht einen Brief seines Korrespondenten aus Konstantinopel, der allerdings schon vor einer oder zwei Wochen geschrieben worden ist, aber gerade heute besonderes Jnteresie beansprucht, weil er die Ansichten der leitenden iür- kischen Kreise wicdergibt. Es hatten damals durch Vermitt­lung Rumäniens in Bukarest Verhandlungen zwischen der Türkei und Griechenland über die Jnselsrage statigefunden. Die bulgarische Regierung sekundierte dabei der türkischen. Ru­mänien selber vertrat, indem es diese Verhandlungen in die Wege leitete, den Standpunkt, daß der Friede von Bularest sich nicht ausrecht erhalten lasse, und cs wirkte auch zu Gunsten einer freiwilligen Acndcrung aus Griechenland ein. Die Gric- chen schlugen zwar Berhandlungen nicht ab, machten sie aber durch allerlei Winkelzuge illusorisch. Die Türkei denkt aber nicht daran, dieses Mal nachzugeben. Des Zusammengehens mit Bulgarien ist man vollkommen sicher und sicher auch, 'daß in Rumänien niemand mehr etwas von Rußland erwartet oder - hofft, und ebenso gewiß glaubt man der dauernden Neutrali­tät Italiens zu sein, und so macht man sich auch über die Ob­struktion der Griechen bei den Verhandlungen in Bukarest keine Sorgen. Wenn sie nicht freiwillig hergeben, was sie sich im vorigen Jahre zu viel zugecignet haben, wird cs ihnen ein­fach genommen werden. Auch dafür wird alles, ja ist alles vorbereitet. Roch nie hat man in der Türkei eine Mobilisie­rung so ausgcsührt wie diese. Alle Ottomanen, gleichviel von welcher Konfession, vom 20. bis zum. Jahre sind mobilisierl oder zum Heeresdienst verwendet. Alle Transportmittel, Last- und Reitpferde, Vclocipedc requiriert, lleberall Leute in Uniform, überall Pattouillcn und Wachtposten. Bosporus und Dardanellen sind so dicht mit Minen gesperrt wie nach Alles ist zum Kriege vorbereitet, und die Türken sehen ihm mit Selstvertraucn entgegen.

England und die Muselmanen. DerJkdam" gibt eine, bedeutenden Artikel des feit 22 Jahren in Calkutta erscheinen, den persischen BlattesHablulmatin" wieder, in welchem die durch die gcgenwärlige Politik Englands in der ganzen musel­manischen Welt hervorgerusenc Unzufriedenheit hervorgchoben wird.Wenn wir", so sagt das Blatt,berücksichtigen, daß Deutschland in dieser kritischen Zeit der Türkei zwei seiner be­sten Kriegsschiffe verkauft, so werden wir erkennen, daß Deutsch­land während des Krieges nicht nur die Ottomanen an sich ziehen wollte, sondern alle Muselmanen der Welt. Ohm Zweifel wird die Türkei, die in der ganzen islamitischen Welt unbegrenzten Einfluß besitzt, das Dorgchen der Deutschen nicht vcrgcsicn und nicht zögern, sie zu unterstützen, wenn nicht ma­teriell, so doch wenigstens moralisch." .... Die beiden großen islamitischen Gruppen, die Schiiten und Suniten, hätten die Nachteile der Schläge Englands so sehr empfunden, daß sie un­ter Hintansetzung ihrer religiösen Eettenunterschiedc beschlos­sen hätten, Brüder zu bleiben. Keine Macht der Welt löiinc die Türkei und Persien nunmehr voneinander trennen. Acgyp- ter, Inder, Chinesen und Ajrilancr würden sich in dieser hei­ligen Liga vereinigen. Die in den englischen und sranzäsischen Kolonien lebenden Muselmanen könnten ihren Regierungen nicht mehr treu bleiben: die Muselmanen des Kaukasus, Tur- kestans und Traiiskaukasicns könnten Rußland nie treu sein. Pcrstcj besitze keine Armee, aber seine Stämme, seine Bauern könnten zu einer großen Kalamität sür Rußland werden. Wenn stufenweise Afghanistan, Indien, Aegypten, Marokko, Tunis und Algerien sich empörten und ihre Bemühungen mit den is­lamitischen Regierungen der Türkei und Persiens vereinigten, kännlc dann die Triplc-Enienie, die mühsam gegen Oesterreich und Deutschland Krieg führt, noch irgend eine Kraft bcsitzcn? Der Artikel schließt mit Ratschlägen an England, seine Politik zu ändern und Rußland preiszugebcii, sonst würde es viel ver­lieren,

Persien und Rußland. Konstantinopel, 5. Okt, Das

hier erscheinende persische BlattHavcr" enthält folgende Mit­teilungen: Persien hat Rußland eine neuerliche Rote überreicht, bezüglich welcher noch die Verhandlungen andauern, Jnsolge der Schritte Persiens haben die Rusien den Häuptling de» Siammes Magu, Jkbal es Saliane, und desicn Sohn wieder sreigelasien. Der hervorragende persische General Salah cd Daulch ist mit einer Mcgnc Wasscn und Munition in der Grenzstadt Hasryschiriu cingctrossen, um den Russen Verlegen­heiten zu bereiten. Die persische Regierung hat den belgischen Generalschatzmeister Mornard und alle anderen in persischen Diensten stehenden Belgier abgesetzt und eine Kommission zur Prülung der Rechnungen Moruards gebildet. Amtlichen Nach­richten zufolge hat der Kricgsminister den Provinzbchördcn und allen Stammesoberhäupiern befohlen, eine beträchtliche Slreiikraft zu sammeln. Der Schah hat die schleunige Wieder- erössnung des Parlaments angeordnet. Er hat eine Liste aller Beamten verlangt, die rusiische Parteigänger sind: diese Beam­ten werden wahrscheinlich abgesctzi werden.

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Liebesgaben für die Marine.

Berlin. 5. Olt. Zur Entgegennahme und Verteilung

von Liebesgaben für die kaiserliche Marine ikt in Kiel, 333