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ein«!« ob Offiziere, Unteroffiziere oder Mannschaften, echal-

ten ihre Verpflegung ohnehin. Mehr soll ihnen, solange st« unterwegs sind, nicht gegeben werden.

Mie es steht?

Unter diesem Titel äußert sich d« Eeneralseldmarschall «on der Goltz im »Tag" auf Grund der ersten Gefechte »«- traensvoll für die Zukunft. Er sagt u. a.:

Zunächst geht aus den ersten Zusammenstößen auf beiden Kriegstheatern die taktische Ueberlegenheit unserer Truppen über alle drei Gegner hervor, mit denen wir die Klinge ge­kreuzt haben, dies ist das Ergebnis der gründlichen systemati­schen Friedensausbildung unserer Mannschaften, die in ihrem Werte so oft verlannt worden ist. Im Osten sieht es aus, als ob die russische Kavallerie durch die ersten üblen Erfahrungen, die sie gemacht hat, von den befürchteten Einbrüchen in ost- und westpreußisches Gebiet vorläufig abgeschreckt ist. Man sprach früher viel davon, daß die sechs russische» Kavallerie-Di­visionen, die jederzeit abmarschsähig a» der Grenze standen, mit Kriegsausbruch sofort ausbrechen, die Provinz bis zum Fri­schen Haff durchreiten, die Eisenbahnen zerstören und unseren Aufmarsch in Verwirrung bringen würden. Die Grenzbrigaden könnten sie dabei wirksam unterstützen. Davon ist nichts ein­getreten und die erste gefäl)rliche Periode vorüber. In ein so sicheres Feuer, wie es unsere Infanterie mit ihrer Waffe ab­zugeben vermag, hineinzureiten, ist der russischen Kavallerie augenscheinlich die Lust vergangen. Vielfach sollte ich erklären, wie es gekommen sein könne, daß Infanterie ihr sogar Geschütze abnehmen konnte, was bei V i a I l a geschehen ist. Der Her­gang ist einfach: sie sind unter dem Fernseu« liegen geblieben, wie die englischen Vatterien am Tugeln, die auf 1600 bis 1800 Meter Entfernung zusammengeschossen wurden. Die Kavalle­rie ließ sie dann, der eigenen Rettung denkend, im Stich. Bis­her hat man von solchen Feuerwirkungen keine rechte Vorstel­lung gehabt. Auch die Japaner haben nicht so gut geschossen wie unser Fußvolk. Sehr erfreulich ist, daß auch unsere Land­wehrtruppen sich voiteilhast geschlagen und der russischen Linie überlegen gezeigt haben. Die gute soldatische Erziehung wirkt in ihnen nach. Ehe nicht eine Wendung im großen eintritt, sind Ost- und Westpreußen jenseits der Weichsel geborgen.

Dasselbe Bild wie an der Ostgrenze, nur in erhöhtem Maße teigen auch die Vorgänge an der fianzösischen Grenze. Die Ee- sechte von Mülhausen und Lagarde, die nicht unbedeutenden Verluste an Geschützen, Maschinengewehren und Eesangenen sprechen für die geringere Qualität des Gegners in Eigenschaf­ten militärischer Durchbildung und Erziehung. Dies ist ein dauernd wirkender Umstand, den wir auch weiterhin auf unserer Seite haben werden, und das ist sehr viel.

Das wichtigste Ereignis war der Fall von Lüttich. Von seinen möglichen strategische» Folgen sehen wir ab. Anderes verleiht ihm schon Bedeutung genug. Lüttich ist kein Platz al­lererster Ordnung, wie etwa Toul oder Belsort, ab« doch eine recht starke Festung 1888 bis 1891 von Brialmont erbaut mit einem Fvrtgiirtel »on M Km. Ausdehnung. Die Gürtel­werke hatten schweres Kampfgeschütz unter Panzerschutz und moderne leichte Schnellseueriairour» ebenfalls in Panzer- lafette zur Abwehr des Aahangriffs. Daß ein solcher Platz ohne regelrechte Belagerung durch gewalrsame Angriffe ge­nommen werden konnte, hielt man bisher für ausgeschlossen. Der Sturm, der sich am 7. August vei-zog, gab eine neue Wen­dung in dieser Hinsicht. Was den Erfolg am meisten gefördert hat, wird erst zu beurteilen fein, roeun genaue Berichte vorlie- zen. Jegt schon ist aber sicher, daß die artilleristische Ausrüst­ung unserer Feldarmee hitireicht, um solche llnternehtnungen ausführbar zu machen. Jin Hinblie! auf die bevorstehenden Kämpfe um die befestigte französische Grenzlinie gewährt uns »ies gute Aussichten. D« Gegner hat unzweifelhaft nicht an »eu schallen Fall des Platzes geglaubt. Es muß ihn überrascht and sein Vertrauen erschüttert hsb:n: das wird sich ohne Frage » nächster Zeit sühlbar machen.

Wenn man das ganze Ergebnis zusammenfaßi unb behäng­en wollte, daß schon die bisherigen Vorgänge auf das Schick- il des Krieges einen erheblichen Einfluß ansüben würden, jo wäre das zu viel gesagt. Verficht in der Einschätzung der eige­nen Ersolge ist geboten. Wohl darf man aber cussprechen, daß bisher alles gut geht, ja besser, als man es erwarten tonnte.

Wir haben alle Ursache, der Zukunft mit vollem Vertrauen entgegenzujeheu."

Wenn eine unserer ersten inilitärischen Autoritäten einen derartig zuversichtlichen Eioudpui.lt einui.nm.t. so ist dies für das ganze deutsche Volk ein wesentlicher Grund mehr zu u»«- schütterlichem Vertrauen aus weitere Erfolge und den endlichen Sieg Uiiseres tapferen unter tem Schutze des Höchste.l stehenden Heeres.

Die Schlucht yd MU

Ein Augenzeuge schildert >n derFranij. Zig." in leben­diger Weise die Vorgänge bei Mülhausen.

Wir haben große und furchlbrre Dinge erlebt. Es hieß hier, dns Oberelsaß solle pre-sgegeben werdiu. andere meinten aber auch, daß es sich nur u.! eine Falle für die Franzosen handeln solle. Am D«nn«siag rückte.> l.: "c Soldaten nach der Grenze ab. Aiu Freitag und Sauiotag gab es Gefechte bei Altlirch brs vor die Tore Mülhausen:. Oe.i ganzen Tag über erdröhnte Kanonendonuer. gegen Abend hörte man Klein- ^uer und Kanirsslärm. Unsere pe r Regie, n!« leisteten er­bitterten Widerstau», mußten aber - er der rleüerniacht zurück »iid am Samstag abend ro 17 u die Franzosen mit Hingen dem Spiel in die Stadt eil'. Scheu am Fieilog abend hatte» die ganze Post, die Eifeubrh» mit alle,, Lokomotiven, die Reichsbank die Stadl vertgsseo. Tie Gleise wäre» gesprengt und die Stadt still wie ein Grob.

Der Sonntag kam heraus in strahlender O ' »heit und te leuchtete die französische» Biwaks gerade vor -.n» am Tanueu- wal» und die Artillerie, die eine viertel Si de von uns am Kamm nach der Ebene aufgezagen war. S 1 ganzes französi- scher Armeekorps hatte die Stadt passiert Eine Abteilung Husaren kam auch durch den Kronenweg. ..Hier llnd wir. bi«

5i«»« Klage», etrung. ivannerotag. von 20. August 1 * 1 «

bleiben wir," erklärten sie:jetzt geht es nach Berlin. D« Kaiser wird seine Koffer packen müssen." Es waren ftifche Jungen, steckten aber in miserablen Uniformen und hatten zer­lumptes Sattelzeug, ersetzt teilweise durch Stricke. Und der Tag ging weiter in unerhörter Schönheit, so still, unheimlich schön, man ahnte die Katastrophe. Zwischen 4 und 5 Uhr sahen wir Truppei^, von den Bogesen herbeiziehen und schon kamen die ersten Kanonenschüsse im Norden Mülhausens bei Pfastadt (Vorort). Das war deutsche Artillerie. Wir sahen, wie die ersten Schrapnells in die Stadt einschlugen, wir sahen die fran­zösische Artillerie feuern, die leuchtenden Kugeln flogen, pfiffen und platzten. Und aus einmal lam uns die Erkenntnis, es geht auch um uns hier oben auf dem Rebberg. Wir flohen in den Keller, hatten gerade noch Zeit, den Kinderwagen, Soxhlet, Zwieback und ein paar Stühle runter zu schaffen. Da kam'? Schlag auf Schlag, immer stärker pfiffen die Bomben, immer sicherer platzten sie in unserer Nähe. Und dann kam ein Mo­ment, dessen Schrecknis nicht zu sagen ist. Unser Haus war ge­troffen und wir faßen da im schwarzen Pulverdampf und wuß­ten nicht: brennt es, oder stürzt alles zusammen? Und noch eine halbe Minute, und es schlug wieder ein, und zum dritten Mal. Wir alle rangen die Hände in schweigendem Entsetzen und warteten auf das nächste Schrapnell, das uns zerreißen mußte. Unser kleiner Klaus war ganz still, nur seine Augen sahen groß und starr und er versuchte zu sagen:Gelt, es war schon ein bischen weiter weg." Und es platzten noch viele Schüsse über uns. Wir dachten, wir müßten ersticken, bis wir endlich die Kellertllr ausmachen konnten. Als die Detonation nicht mehr so ganz über uns war, hörten wir auf einmal unseren Gärtner und seine Frau rufen,Kommen Sie raus, Ihr Haus fällt ein!" Und ohne uns umzusehen, sind wir in wilder Flucht durch all den Granatenregen zu Nachbarsleuten in den Keller gerannt. Später, als die Schüsse nicht mehr Schlag auf Schlag kamen, bin ich mit Ernst noch mal rüber, »m Klaus Matratze und Dek- ken zu hole». Jetzt fah ich die Zerstörung. Im Nachbarhaus ist der halbe Stock zertrümmert, ein großes Loch, auch durchs Dach, zwei Zimmer und die Speichertreppe total zerstört. Bei uns keine Fensterscheibe mehr, die Zimmer voll Elasfplittcr, und sogar im Keller, wo wir saßen, Schrapnellstücke. Unser Haus hat viele Schüsse, die nicht ganz durchgingen. Die Bäume Blumen, Palmen, nlles hin, tiefe Löcher im Gras, entsetzlich!

Und es kam die Nacht, und ringsum entbrannte der fürch­terliche Nahkamps. Wir saßen im Keller, 12 Menschen in ei­nem kleinen Mittelraum, der uns am sichersten schien. Es war eine furchtbare Schlacht und sie wollte nicht enden. Da, gegen Mitternacht, hörten wir aus einmal die französische Artillerie aus der Ziemersheimer Landstraße nach dem Zoologischen zu in wilder Flucht abziehen. Ein Teil ging auch durch unsere Zur- heinstraße. V/, Stunden hörten wir sie rasen. Es war uns wie eine Engelsbotschafi, ab« wir dursten noch nicht ausatmen. Immer noch kamen Schrapnells von Pfastadt, und auf der an­deren Seite grollte schrecklich der Jsteincr Klotz, llnd vor und neben uns der Nahkamps, Gewehrfeuer, bas Prasseln und Knat­tern des Maschinengewehrs, und auf einmal deutsche Komman­dos, Signale:Kartoifelsupp, Kartosfelsupp" zum Angriff mit dem Bajonett, llnd die Kugeln flogen ums Haus nud prassel­ten in die Bäume. Und drunten aus d« Stadt raste der Stra- ßentamps herauf, bis es dann gegen 4 Uhr still wurde.

Wir gingen hinaus in die kalte Sternennacht und achteten gar nicht mehr daraus, daß immer noch einzelne Kugeln flogen. Die ersten Hähne schrieen, der Mond stand kalt u. klar am Him­mel. Und wieder schwoll und raste eine wilde Schlacht im Tan­nenwald, und dann wieder Totenstille. Wir sahen das weite Schlachtfeld, wir sahen dunkle Körper, und als um X5 Uhr das erste .Morgenrot über den Blauen (Schwarzwald) stieg, rafften wir alles zusammen und flohen in rasender Eile in die Stadt zu Bekannten. Und kaum waren wir dort, ging noch einmal eine schwere Kanonade über die Stadt, wir faßen wieder im Keller. Aber dann war der herrliche Sieg entschieden. Und zwei Stunden spater rasten die Autos, um die Verwundeten zu holen. Es lagen die Leichen in Haufen übereinander wie Kartoffelfäcke. Alle Spitäler sind voll und die Notlazarette und die Häuser, die ausnehmen wollten. Ich sah bejammerns­werte Menschen, ich will es nicht beschreiben. Und mittags zog das ganze siegreiche Armeekorps ein. Auch ein Better von mir, frisch und fioh. Er kam heraus, als ich gerade nach unse­rem Haus sah, und nahm Säst, Wein und Kirsch- und Sulz- matter-Wasser mit. Bon ihm hörten wir dann, daß sie die Ka­nonen aus unser weitleuchtendes weißes Haus aus dem Berg eingestellt hatten, weil sie glaubten, die Höhe sei von Franzosen besetzt. So hat er selbst uns so jämmerlich beschossen.

Es zogen nun unerhörte Mengen Soldaten in die Stadt ein. Ich sah die Feldpost, das Rote Kreuz, Der Stab ist da. Es war ein brausendes Jubeln bis abends 9 Uhr. Da ging der Verrat an. Franzosen waren noch da, versteckt in den Häusern, und sie schossen und wieder war's ein Straßenkamps u. tolles Maschinengewehrknattern. Wir waren gerade wieder zu Hans anzekommen, weil in der Stadt überall starte Einquar­tierung war. Und wieder saßen wir mit den Kindern beim Nachbar im Keller und legten uns um Mitternacht aus Ma­tratze». So sind un-ählige Verhaftungen vorgenommen wor- d::>. Ei» Kloster in Riedisheim soll ausgehoben sein, weil t: rr eine ganze Kompagnie Franzosen versteckt war. Andere Leute sind sosort erschossen worden, als man die Franzosen bei ihnen fand. Gestern den ganze» Tag gab's Hansftichungen mit ausgepflanztem Bajonett. Mir hielt ein Leutnont di/ Pistole unter die Nase als ich gestern nichtsahnend an solch einem Haus vorbeikam. Aber man ist nun schon abgehärtet, daß man vor so war mcht mehr «schrickt. Wir fürchten nur noch die Schrap nellr.

lind nun ist Ruhe, hecher Sommer, aber es zieht ein Prondgeruch, und uachis riecht es nach Leiche», die noch da lie­ge» aus dem Weg nach Ziemersheim: hoch auseinandergefchich- tet, mit Mänteln zugedeckt, warten sie aus das Massengrab. Tiefe Nacht sind wir zum ersten Mal wieder aus den Kleidern getomme» und haben gut gejchlajen. Wir haben Einquartie­rung und bewirten die Leute mit den beste» Sachen. Es ist ein Wunder, daß wir noch leben unb unversehrt sind. In der Stadt sind viele Zivilisten «icblaoen.

Eine Erklärung des Meder Gemkindkm!!'.

Metz, 18. August. Der Gemeinderat der Stadt Metz faßte eine Entschließung, in der er in scharfer Weise Stellung nimm! zu aus Militärpersonen verübten Attentaten und in der es :

a. heißt:

Einmütig und aufs schärfste verurteilt der Gemci»b;r.-.t .er Stadt Metz solch ruchlose Attentate, die jedem Bürger d Schamröte in das Gesicht treiben und ihn mit Absthen «lulle:' Wer die Hand gegen die Beschützer unseres Landes und t eigenen Landestind« erhebt, der ist kein echter Lothringer, Tein echter Deutscher! Nur Meuchelmoedcr. die unbelümmert um das Schicksal ihres heimatlichen Bodens absichtlich ,:»d bös­willig verkennen, was unser lothringisches Land de » Deut­schen Reiche verdankt und schuldig ist, können zu solche» Schand­taten fähig sein. Solche Scheusale habchr jede Gemeinschaft mit dem Laude und ihren Blutsgenossen verloren. Der Ee- meinderat der Stadt sieht es einmütig als seine höchste und heiligste Pflicht an, seine Zusammengehörigkeit mit der tapfe­ren deutschen Armee, mit welcher unsere eigenen Söhne für Kaiser und Reich und für die Zutunst unseres lieben deutschen Vaterlandes kämpfen, bluten und siegen, offen nud laut zu be­kennen, Ihre Gefühle für das mächtige Deutschland, desse" Geschick mit dem unjrigen untrennbar verbunden ist und blei­ben soll und dem ste mit Stolz und in unwandelbarer Treue angehören, fassen unsere Stadtverwaltung und der Gemeinderat zusammen in die Worte: Seiner Majestät unserem geliebten Kaiser Wilhelm geloben wir aufs neue unverbrüchliche Treue und Gehorsam und wünschen von ganzen Herzen, daß Gott un­sere tapferen Truppen von Sieg zu Sieg führen werde!

Die Entschließung fft von dem Bürgermeister Dr. Foret, der selbst aus lothringischer Familie stammt, und dem Ee- meinderat, in dem sich ebenfalls zahlreiche Einheimisch: befin den, unterzeichnet

Die Landessarben unserer Feinde.

Ein eigenartiger Zufall will es, daß alle uns... . .» dieselbe Landessarbe haben, nämlich blau, weiß und rot, und zwar Rußland: Weiß-blau-rot, Frankreich: Blau-weiß-rot, Eng land: Rot weiß-bla» und Serbien:Blau-rot-weiß.

RnM'ches aus Finnland.

Eine Seeschlacht hat nicht, wie vielfach gemeldet wurde, bei den Alands-Inseln stattgefunden. Keine der Inseln scheint von den Deutschen besetzt worden zu sein. Es gibt auf den Alands-Inseln aber auch keine Russen, weder Militär- noch Zivilpersonen: ste haben sich alle nach dem Festlande begeben. Bei den Alandsinseln sollen keine Minen ausgelegt worden sein. Dagegen sind die Gewässer um Abo voller Minen. Auf dem großen Leuchtseuerturm von Bogslaer haben die Russen die großen geschliffenen Glasscheiben zertrümmert, obwohl die Scheiben sich leicht in wenigen Stunden hätten herausnehmen lassen. Durch diese Vernichtnngshandlung, die von der panik­artigen Nervosität der Russen zeugt, ist ein Schaden von nahezu 100 000 Mark verursacht worden. Das sinnländische Lotsenwe- sen ist vollständig eingezogen: Seemarlen und Leuchtseuer sind weggenommen. Alle russische Lotsen sind nach Sveaborg lom. mandiert worden. In Hangö hat der Hasenlommandant die kostbare Mole, die etwa 20 Millionen Marl wert gewesen sein soll, mit Dynamit in die Lust gesprengt. Das dadurch verur­sachte Dröhnen gab zu dem Gerücht Anlaß, daß bei den Alands- Inseln eine große Seeschlacht ausgekämpst worden sei. Der Kommandant von Hangö hatte jedoch nur den Beseht bekom­men, Minengänge unter die Mole bohren zu lassen, damit, wenn die Eesahr drohend werde, die Sprengung vorgenommen wer­den könnte. Als d« unglückliche Kommandant merkte, daß er den Befehl mißverstanden und große Werte eigenmächtig ver­nichtet hatte, erhängte er sich aus Furcht vor Strafe. In ganz Finnland kaufen die Russen jetzt alle Pferde auf. Die edelsten Pferde, die 24000 Mark wert sein tonnen, werden mitAn­weisungen der Krone", die aus etwa 800 Mark lauten mögen, gelaust! Auch alle Automobile in Finland haben die Russen aus ähnliche Weise gelaust. Die Lebensmittelpreise sind in Finland in beunruhigender Weise gestiegen. Roggenmehl, das vor drei Wochen noch 20 Penni per Kilogramm kostete, muß man jetzt beispielsweise mit 80 Penni bezahlen. Die Holzindu­strie liegt säst ganz brach. Die meisten übrigen industriellen Etablissements haben die wöchentliche Arbeitszeit aus vier Tage herabgesetzt.

Flucht des Zaren?

Verschiedene Blätter behaupten, daß die Abreise des Zarcit nach Moskau direkt einer Flucht glcichkäme. Dein Bundes­genossen der serbischen Fürsten- und Meuchelmörder schwebe beständig das Schicksal seiner Ahnen, die sämtlich .mter Mörderhändcn verblutet sind, vor Augen und er finde leine Ruhe mehr.

Jetzt ist aber, wie dieGermania" schreibt, noch ein neues Moment dazu gekommen, das ihn Petersburg noch ängstlicher werden läßt. Es kann nicht mehr dem gering­sten Zweifel unterliegen, daß die überwältigende Mchihcii des russischen Volkes, ebenso wie die des französischen, von dem Kriege, in welchen panslawistischc Hetzer und die Groß- fürsicnpartei das Land gestürzt haben, absolut nichts wissen will, Tic schweren Wunden, welche der Japanifch-Rass 'che Krieg dcni Reiche geschlagen hat, sind noch lange nicht ver- narbt: Tausende und Abcrwusendc von Familien sind noch in Trauer um gefallene oder verstümmelte Angehörige, und her vernichtende wirtschaftliche Rückschlag wird sich noch o»i Jahre hinaus fühlbar machen. Dazu droht, infolge der Mißernte, in weiten Gebieten des großen Reiches Hnn iers- not mit all ihren schrecklichen Folgen, lind in dieser Lage soll nun das arme, geknechtete Volk in einen neuen, in dee leichtfertigsten und gewiffenlosesten Weise beraiifbesch'.>o--c- nen Krieg gestürzt werden, von dem es von vornherein h>£ sichere Gefühl hat. daß er neues schwere, Unheil Über dos Land bringen. Zehniausende seiner Söhne c^rinäl, aus die Schlachtbank liefern und seine Leide« mtUKndlHe ver- niedren werde! -