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v.s 187

Erna und Ilse.

Roman von D. Fcußncr.

26 (Fortsetzung).

»Nu», tvas bedeutet das," murmelte der junge Mann erstaunt.

Als er am Nachniittage zur angegebenen Zeit in das Zimmer des Rittergutsbesitzers trat, fand er diesen wach im Bette liegend und seiner schon wartend. Ilse >k»ar nicht anwesend, sondern mit Marie spazieren gegangen. Ihr Vater hatte absichtlich diese Stunde gewählt, »in mit Rodc- rich das Nachfolgende zu sprechen.Verzeihen Sic, Herr Tictze," redete er Roderich an,daß ich Sic mit einer Bitte belästige, aber ich ninß mit Ihnen etwas besprechen und Ihren Rat hören."

»Sic sind ein in allen Lebenslage» erfahrener Mann," erwiderte Roderich bescheiden,und könnten mir Wohl einen Rat erteilen, nicht aber ich Ihnen, cs sei denn i» roßärzt­lichen Angelegenheiten."

»Neinl Die Pferde lassen wir heut aus dem Spiele, denn nicht ihretwillen habe ich Sie hierher gebeten, cs ist diesmal eine rein menschliche Angelegenheit, ich spreche als ein Vater zu Ihnen."

Re«« Tageszeitung. Mittwoch, den 12. Angnst 1917.

Ist jeniand erkrankt," fragte Roderick, der noch nicht wußte, wo hinaus der Rittergutsbesitzer wollte.

Sie Habens erraten, meine Tochter."

Ihre Tochter? Sie war doch gestern abend noch recht wohl und munter."

Und ist cs wahrscheinlich auch jetzt noch, denn sie ist «,it

Marie ansgcgangen."

Was soll denn das werden," dachte Roderich, dem die Worte des Kranken in.uner rätselhafter klangen.Ich ver­stehe noch nicht, Herr Ruth," sagte er laut.

Sic werden mich bald verstehen, doch zürnen Sie mir nicht, wenn ich Ihnern heute etwas sonderbar vorkomine, Wollen Sie mir Ihre Aufmertsanikcit einige Minuten leihe»? Ich möchte Ihnen etwas aus den: Leben meiner Familie erzählen."

Wenn Sic Vertrauen zu aiir haben, recht gern," sagte der junge Mann.

So hören Sic," Und der Kranke begann:Vor drei Jahren erkrankte meine Frau an einer Lungenentzündung. Ilse war damals siebzehn Jahre alt. Sie saß Tag und Nacht an dem Bette der Mutter, um ihr jeden Wunsch an den Augen abzulcscn. Jedes Kind liebt seine Mutter beiß und innig, und dennoch gibt cs in der Kindesliebe einen

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Es wird hierdurch zur öffent­lichen Kenntnis gebracht, daff der Unterricht in der städt. Muster­schule

Donnerstag, den 13. d. Mts. vormittags 7 Uhr

beginnt.

Friedberg, de» II. Sun. 1:44.

Der Bürgermeister:

Stahl.

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(Oberheffen.)

Bekanntmachung.

Die große Zeit stellt auch an uns ältere Aerzie, die wir allein Zurückbleiben mußten, große Anforderungen, die wir gern auf uns nehmen in einer Zeit, wo es gilt, daß jeder seine volle Kraft einsetzt.

Wir können indeß die ärztliche Versorgung der Stadt und der zugehörigen Ortschaften nur gewährleisten, wenn wir von der Bevölkerung in Maß und Form unserer Beanspruchung unterstützt werden.

Kranke, die gehen können und solche, die Auskunft haben wollen, sollen sich in die Sprechstunde begeben. Für die Besuche bei den Kranken ist es wichtig, wann und w i e wir bestellt werden. Von Notfällen abgesehen, sind die Bestellungen vor Ablaus der Spiechstunde zu inachen, so daß die Zeit, die für Besuche zur Verfügung fleht, planmäßig ausgenutzt werden kann. Nur in wirk­lichen Notfällen verlange man sofortige Besuche. Man sei deshalb zurückhaltend mildem Nus:gleich kommen".

Auch das segensreiche Telefon darf nicht zum Miß­brauch vericitcn.

Nachtbesuche sind möglichst zu beschränken.

Bei Verletzungen und besonders dringenden Not' fällen sind auch die Aerzte des Krankenhauses und Herr Dr. Nebel, (Wcedgasse 3,1) zur Hilseleistung bereit.

Dr. Weckerling, Mainzertoranlage, Sprechstunde vor 9 Uhr vorm., 23 Uhr nachmittags.

Dr. K. Becker, Bismarckstraße 5, Sprechstunde 79 Uhr vorm., 13 Uhr nachmittags.

In Friedberg wohnhafte

Die Regierung beabsichtigt, Einwohner der Festung Metz hier unterzubringen.

Diejenigen, die gesonnen sind, solche aufzunehmen r:nd zu verpflegen, werden gebeten, dies alsbald im Stadthaus Zimmer Rr. 4 anzumelden.

Frirdberg, den 11. August 1914.

Der Bürgermeister: Stahl.

an-sturmpflichiige

ausgebildete Infanteristen, Jahrgänge 1893, 1894, 189', wollen sich sofort im Rathaus Zimmer Nr. 4 melden.

Kezirksltommattdo Friedbera.

_ ecifct

Unterschied. Was ich baniil meine, werden Sir gleich hören. Acht Tage später hörte ein trencs Mnttcrhcrz auf zu schlo- gen. Wenn ich jetzt an diese Stund,- denke, bäumt sich der wildeste Schmerz in ,einem Inner,, auf, und ich möchte weinen, denn was cs heißt, sich mit dem Gedanken tragen, ztvci Augen ous denen man wie aus einem unversiegbaren Quell Trost, Hoffnung und Liebe schöpfen konnte, haben sich geschlossen für immer . . . ich weiß es. Hierin liegt der Höhepunkt des Schmerzes der menschliihrn Seele. Kein Web dnrchwühlt in glcick>ec Wciic die Brust, als dieses." Ter Kranke schwieg einen Moment und wischte sich mit der Rechten über die Angen, dann fuhr er mit bebender Stimme fort:Tas Kind hat dieses Weh noch tiefer empfundc», als der Vater, denn als Ilse sah, daß der Muttcrbrust der letzte Seufzer entflohen war, und das Herz stille stand, brach der bis dahin so gut bemcistcrte Schmerz mit verdoppelter Ge­walt durch. Beider Leben waren so ineinander gewachsen, und beider Seelen so eng miteinander verbunden, daß dieser gewaltsame Schnitt, welchen der Tod mit kalter Hand voll- führtc, auch das Leben der Zurnckblcibenden gefährdete. Noch nie habe ich ein entfcsselndcrcs Gemüt und eine sprc- chenderc Tchmcrzkundgcbnng gesehen, als bei meinen, Kinde.

(Fortsetzung folgt).

Schublager Heinrich Hess

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bei den Erntearbeiten zu be­tätigen. Eo. würde er bei jeder Feldarbeit mithelsen. Irnsiagen befördert die Ezp. d. R. Tagesztg.

Bekanntmachung.

Es herrscht vielfach die Ansicht, daß mit Ausbruch de» Krieges die Verpflichtungen gegen öfsenlliche Kassen ruhen.

Dies trifft nur für Kriegsteilnehmer bezüglich der Steuern vom 1. August ab zu, fosem deren Eintommen in Wegfall gelommen

Alle übrigen Steuerpflichtigen sind auch weiterhin zur Zahlung der städtischen Umlage und der sonstigen Eesälle verpflichtet.

Reltamationen sind jedoch vorerst bei Er. Finanzamt Nicht zu erheben, denn es wird bei der nächsten Mahnung der Gemeinde­steuer des I. und 2. Zieles, die bis zum 14. d. Mts. bezahlt fei» muffen, sestgestellt werden, für wen Steuerpflicht vorliegt.

Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Beimerk aus dem Steuerzettel daraus hingewiesen, daß unter Ausschaltung des Bar- geldoertehrs direkte Ueberweisung von Einlagen beim Borschuß- und Kredilverein auf das Konto-Korrent-Konto der Stadtlaff« erfolgen kann.

Es wird erwartet, daß Jedermann in dieser schweren Zeit die Erfüllung seiner Zahlungsverbindlichkeiten auch als vater­ländische Pflicht betrachtet, da für die Folge große Ausgaben von der Stabt zu erfüllen sind.

Friedberg, den 7. August 1814.

Der Bürgermeister.

Stahl.

Bekanntmachung.

Der Tag der Auszahlung der Taxsummen für infolge der Mobilmachung angekausten Pferde wird demnächst bekannt gegeben.

Friedberg, den 7. Auaust 1914.

Der Bürgermeister.

Stahl.

Aufruf.

Infolge des uns von England erklärten Kriege» wird uns unsere Nahrungsmittelzusuhr stark gefährdet, wenn nicht gar vollständig abgeschnitten. 2m Einver­ständnis mit der Landwirtschastskammer für das Groß- Herzogtum Hessen und der übrigen hessischen Handele- kammern bitten wir dringend, die irgend wie entbehr« tichcn Arbeitskräfte in Industrie und Handel der Land­wirtschaft zuzusühren, damit sie dort die so überaus wichtige Ernte bergen Helten. Nähere Auskunft erteilt das zuständige Kreisarbeitsamt (städt. Arbeitsamt.)

Wir crwaiten, daß alle Firmen unseres Bezirks bei deni großen Ernst der Lage sich ihrer vaterländischen Pflichten bewußt sind und unserem Ersuchen so weit wie möglich entsprechen.

Friedberg» den 6. August 1914.

Gröbster,yogliche Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen» Schotten.

H. L. Langsdorf Rechtsanwalt u. Notar A. Stahl

Bombender. eotmdikus.