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Kül______
{für un# fcmt »Int! im heißen Streit
^ Behütt Dich Gott vor langem Leid —
Der- Känipfen kommt ja »ns zu gut.
Für uns dein Blut.
Kehr' * glücklich heim! Dar wünsch' ich Dir:
Um deine Stirn des Lorbeers Zier.
Wär' auch in Dir de» Todes Keim:
Kehr' doch nur heim.
Ich denke dein! ich bet' für dich.
Den braven Deutschen liebe ich.
Mit unsren, Volke stimm' ich ein:
Ich denke Tein.
_____D. Zahmann.
Aus der Heimat.
* FeicdSerg, 4. August. (Augustinerschule). Der Unterricht fällt, wie uns die Direktion eben mitteilt, auch morgen, Donnerstag. noch aus.
* Sk'sc«, 4. August. Wir brachten gestern in unserer Zeitung eine Notiz, wonach Herr Kemper, der Restaurationspäch- rer der Gewerbe-Ausstellung, seinen Konkurs angemeldet und das Weite gesucht habe. Daß Herr Kemper dar Weite gesucht hat, ist nicht richtig und berichtigen wir unsere Notiz dahin.
* Kietzen, 4. August. Ein hiesiger Student der juristischen Fakultät hatte als Doktorarbeit die Dissertation „Die Fusion zweier Aktiengesellschasten" cingereicht und dabei di« übliche eidesstattliche Versicherung abgegeben, datz er bei der Fertigstellung der Schrift nur die in dem Quellennachweis angegebenen Hilfsmittel benutzt habe. Spater stellte sich heraus, datz er eine andere Promotionsschrist gleichen Inhalt» säst wörtlich abgeschrieben, sie aber nicht genannt hatte. Der betrügerische Student erhielt für diesen Betrug jetzt von der Strafkammer einen Monat Gefängnis.
* Frankfurt a. M., 4. August. Der „Entdecker" des Taunus als Wandergebiet, Herr August Knyrim sen., genannt „'s Vat- terche", feierte am 2. August in bewundernswürdiger Frische und Rüstigkeit seine» 7». Geburtstag. Das greise Eeburtstagr- tind durchwanderte schon vor Jahrzehnten den Taunus nach allen Richtungen, ganz besonders den hinteren Taunus, die Gegenden um Burg Schwalbach und Hohlensels, um Katzenellenbogen und das Jammertal. In mühevoller Arbeit legte Knyrim den Grundstock zu dem Wegemarkierungsnetz de» Taunus: er war einer der ersten, der drei frisch und volkstümlich geschriebene Taunuisührcr hcrausgab, die überall di« weiteste Verbreitung fanden und den Taunus als Wandergebict Tausenden von Wanderern erschlossen. Dem alten aber noch unermüdlichen Wandersmann Knyrim wurden ungezählte Glückwünsche zuteil.
» Frankfurt a. DI., 4. August. In der Zeit vom Sonntag zum Montag spielten sich hier drei erschütternde Familientragödien ab. Der 60jährige Rentner Wagner-Nurick, der seit Jahre»jrist schwer leidend war, crschotz vorgestern früh seine köjährige Ehefrau und tötet- sich dann selbst durch einen Schutz in den Kops. Allem Anschein nach hat die Frau von dem Vorhaben ihres Mannes keine Ahnung gehabt. — Ferner tütete gestern früh der Lederarbeiter Konrad Klauer im Riederwald seine Frau durch einen Schuh in den Kopf. Dann bracht- er sich mehrere Schüsse bei, durch die er lebensgefährlich verletzt wurde. Klauer sollte sich gestern dem Militär pellen und hat wahrscheinlich aus diesem Grunde die Tat begangen. — Endlich fand man gestern früh den Bibliotheksverwalter F. Eiser, dessen Ehefrau und den Logisherrn August Bock in ihrer gemeinsamen Wohnung, Stoltzestratze 22, tot auf. Sie hatten sich mit Leuchtgas vergiftet. Bock war zu den Waffen -inberufen.
» Frankfurt a. M., 4. August. Eine Rieesnarbcit wird gegenwärtig von den Einkleidungskommandos geleistet. Täglich tausende von Menschen in die einzelnen Truppen reihen, sie
einLerden, si» unteedrm^en. «eepeavianttere», ihnen Waffen. Inftrukttanen und ungezählt« ander« Sache» geben, und da»
alle» mit einer unerschüttrrlich selbstverständlichen Ruhe und geradezu unheimlich wirkenden Sicherheit: dar ist bewundern».
wert und ein Zeichen für die genial- Leitung de» deutschen Heerwesens. Das gigantische Räderwerk dieser Mobilmachung,- mafchine macht kein Volk nach: «» ist unerreichbar. Die Augusttag« von 1914 »»weisen das für alle Zeiten. — Der Strom der Bolkrbegeisterung nimmt von Stunde zu Stunde gewaltiger» Formen an: leider aber wird die Bolksleidrnfchaft durch betrübende Vorkommnisse di, aus, Blut -usgepeitjcht, datz sie sich zu Mitzgrifsen hinreitzcn lätzt. Die Cpionensurcht hat in Frankfurt einen Umfang angenommen, der nicht mehr Lberbicten ist. Wehrlos« Leute mutzten sich gröbliche Mitzhandiungen gefallen lasten. Einen Alt der Selbstjustiz übten vorgestern lausende, al» sie das Phantasie-Lichtspieltheater in Trümmer schlugen, weil dieses eine» Film mit Napoleon im Mittelpunkt trotz stürm-rischen Widerspruchs spielte. Da, Hotel „Russischer Hof" mutzte sämtliche Aufschriften und Wappen entfernen: e» nennt sich „Hotel Kaiser Wilhelm II." - Die private Hilfe für die Truppen kann schon heute als hervorragend bezeinchet werden. Nicht »linder stark ist aber auch der Andrang von Freiwilligen zu den hiesigen Regimentern, den, Sanitätskorp» und nicht zuletzt zur Mithilfe bei der Hcimbringung der Ernte dort drau- tzen auf dem Lande. Di- Hände in den Schatz legt jetzt kein Deutscher. — Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte einstimmig zwei Millionen Mark für die Beschassung von Lebensmitteln und zur Linderung notleidender Familien.
* Frankfurt a. M., 6. August. Tie Hochwellc i er Begeisterung, die seit dem Bckanntwerden der Mobilmachung die Großstadt durchzittert, hat allen Partcihadcr, alle Alllagssorgen, alle Lust zum Nörgeln und jegliche Stcnidcsuntcr- schieüe hinweggefegt. Das kommende gigantislhe Ringen eines Halbbarbarentums und eines lveibischen verblendeten Volkes mit der germanischen Rasse und Kultur hat hier, wo die deutschen Volksstämme gewissermaßen eine internationale Heimat besitzen, alles zusammengeschweißt. Die große Stunde der Volkserhebung fand auch in Frankfurt ein großes Geschlecht. Das offenbarte sich besonders am ersten Mobilmachungstage. Tausende und abertausendee zogen nach der Festhalle, nahmen von Weib und Kind, Mutter oder Braut still und stolz Abschied, ließen sich ihren Truppenkörpcrn zu- teilen und marschierten dann unter dem jauchzenden Zuruf von Zehntausenden nach dem Bahnhof oder in die Kasernen. — Der tiefe Ernst der Stunde zeigte sich aber besonder» in den Gotteshäusern aller Bekenntnisse: ungezählte Scharen wohnten den Bittgottesdiensten bei, und tausende ließen sich das Abendmahl reichen. Hunderte von Kriegstrauungen wurden vollzogen, still, schlicht, in den ernstesten Formen. Jegliche Vergnügen sind eingestellt. Und wo Musik erklingt, da sind es patriotische Weisen. Ernst und schweigend wandert eine ungeheure Menschenwoge durch die Stadt. Der Bahnhof durchlebt Tage wie noch nie zuvor. Das gegenwärtige Goschleckst ist seiner Väter von 1870/71 würdig. — Frankfurt zeigt sich heute auch wieder als Stadt der werktätigen Liebe Par exzellente. Der Andrang zu dem Roten Kreuz ist unbeschreiblich. Nocks ehe die Liebertätigkeit amtlich einsetzt, gehen Gelder und Waren in Fülle ein. Nur ein Beispiel: Der Verein kaufmännischer und technischer Angestellter spendete gestern 50 000 Zigarren und 2 Ballen Tabak. In hochherziger Weise nimmt sich die Stadt der zunickbleiben- den Frauen und Kinder an. Heute wird sie mehrere Millionen bewilligen. Die meisten Geschäfte zahlen ihren riebe- rufenen Angestellten die Gehälter fort. — So schickt Frankfurt seine Söhne in das Feld, gen Osten und Westen, zu schaurigem Wasfcnspiel und — gebs Gott — zu herrlichem Siege.
_ Seile 3. '
• Darms«»»», 4 . A»g Der InngOei-ftchlanddnn» hie::
ter dem Borsitz des Oberbürgermeister» Rbllrr eine S jr.-g ad, tn der beschlosten wnrde, datz sich dte Mitglieder, sowei! mögttch den Landwirten sür die Erutearbeit»»: zur Lrisüg»! g stellen.
• Dormstadt, 4. August, Die Darmstädter Künstlcr-K.'w»:,-
Ausftellung wurde mit Rücksicht ans de» ansgcbrochenen :-ri-> geflossen, f ' K ,
Frankfurter Wetterbericht Voransfn^: Wechselnd bewöM, Riederschläge nicht an», geschloffen, warm, südwestlich« Winde,
Verantwortlich für den politischen Teil: Olto Hirschcl. Friedberg: für den lokalen und unlerhallenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg, Druck und Verlag der „Neuen Tages, zeitung", A.-G.. Friedberg i. H.
Erklärung.
Den fortgesetzten Belästigungen, die mir bezw, meinem Schwiegervater, Herrn Heinrich Kaug, hier, ganz ungerechtfertigter Weise widersahren, erkläre ich gegenüber, datz meine Eltern deutsche Staatsangehörige sind und datz auch ich, obwohl in Rußland geboren, deutscher Staatsbürger bin, und von der Ersahkoiiimisiion dem Landsturm 1. Aufgebots zügeleilt wurde.
Arthur Krim,irr, |rirlitirrfl,fiöiiiiiifrl!r.lS.
Gerade Im Sommer
haben viele Kinder ein Stärkungsmittel nötig, gerade im Sommer erweist sich ihnen Scotts Emulsion als eine Wohltat; denn nichts Besseres gibt es, als diese Zubereitung, welche ihnen alle Vorteile des Lebertran» bringt und sich in der warmen Jahreszeit ebenso gut nehmen lätzt wie in der kalten. Also auch im Sommer befördert st« die Entwicklung kräftiger Muskeln und vor allem den Ausbau fester Knochen. Wer Scotts Emulsion — doch nur die echte — gebraucht, der wird im Sommer die besten Erfahrungen mit ihr machen.
Scotts Gmuifton.
jRömerbrunnen'
Hervorragendes Tafelwasser.
Erna und Ilse.
Roman von D. Fcußner.
28 (Fortsetzung).
Der Riltergutsbesitzer mochte füiifundsünfzig Jahre alt sein. AuS feinen Augen sprach milder Ernst und Herzens- giite. Auf der rechtc» Wange bemerkte man eine Narbe als letzte Spur einer durch ein Geschoß herbeigeführteil Verwundung in dem Kriege mit Frankreich. Die Kleidung war sehr sorgfältig und elegant. • ,,,
Ilse mochte zwanzig Jahre alt sein. Obgleich sie sich von dem erlebten Schreck noch nicht erholt hafte, und gle:ch einem geängstigten Vogel in einer Ecke des Wagens saß, erkannte der junge Mann doch ans den ersten Blick, daß sie wirklich schön ioar. Es gibt Wesen, welche in ihrer Aiigst und Hilflosigkeit rührend lieblich aussehcn und in diesem Zustande einen ungleich sefsclnderen Eindruck machen, als in stttchlender Schönheit. '
Mittlerweile suhr der Wagen durch die Straßen der Skadt und rollte endlich i» den nickst weit vom Bahnhof gelegenen Eutshof ein. < i
Roderich berichtete in kurzen Worten was geschehen unb !,a!s den Rittergutsbesitzer zu Bett zu bringen. ,
„Was sür einen Arzt brauchen Sie?" f
„Doktor A., i» der Gartenstraßc wohnt er."
„Ich, werde ihn hole»." ,,.„** 1*1 > >-ä — 1
„Sie sind sehr zuvorkoinincnd gegen uns uni» wir sind Jluien zu großtzem Tanke verpflichtet, und .... 0 , verzeche» Sie." unterbrach sic sich schnell, „daß ich Ihnen bisher noch nicht gedankt habe, denn mit Einsetzung Ihres Lebens, haben Sie das meine gerettet- Tausend Tan! Herr Ttctzcl'
„£ü 3 Glück war mit hold." sagte er. ihre ihm darge- b»4«ue Hand erfassend, „sonst konte es allerdings leicht um »ntch geschehe» sein. Dank aber habe ich nicht verdient, denn jeder ander« hätte dasselbe getan, indes freut es wich tzrch, daß ich grade der Glückliche war. helfend eiilzufpringen. — Ddckl jetzt muß ich gehen und den Arzt holen."
Roderich entfernte sich und Ilse setzte sich an das Bett ihres fast bewußtlosen Vaters.
Sie dachte noch einmal über das soeben Erlebte nach, ließ iivch einmal die grausigen Momente an ihrem Geiste vorüberziehcn, aber auch den, als sie plötzlich den jungen Mann gleich eineni rettenden Engel vor sich sah. Sie hatte in dem Augenblick als sie Pferde mit dem Wagen über ihn hinrascn mußieii, die Augen geschlossen, denn sie wollte den Untergang des heldenmütigen Mannes nicht mit anj-hen, — Doch cs war anders gekommen, denn durch Mut, Kraft und Geschick ward er bald Herr über die wilden, aufgeregten Tiere: diese standen und — ihr Leben war gerettet.
Roderich war in ihren Augen ein Mann, der enis.ue- den Bewunderung verdiente, denn wohl nicht alle Männer treten der Gefahr mit solcher Todesverachtung entgegen, wie sie es von ihm gesehen. Ja, er war ein ganzer Mann.
Eine Viertelstunde später kam Roderich mit dem Arzte an. Ilse fllhrter ihn an das Krankenlager ihres Vaters.
„Der Knochen ist gebrochen," sagte nach kurzer Unter- slichung der Arzt, „aber weiter nicht schlimm, wenn nur in der Brust nichts verletzt ist, und das Gehirn keine Ersastitte- rung erlitten hat,"
Als er mit der sorgfältig vorgenommenen Untersuchung fcrttg war, sagte er: „Gott sei Dank, ick» finde nichts Verdächtiges, Sie haben bei Ihrem Unglück noch Gliick ge- babi."
„Bin aber trotz dieses Glückes auf ein Vierteljahr nn- toiiglich," versuchte er zu scherzen.
„Ganz solange wird eS nickst dauern," tröstete der Arzt,
Als der nötige Verband angelegt war, verabschiedete sich der Dottor mit dem Versprechen, am andern Morgen wiederzukommen.
Roderich blieb, weil der Rittergutsbesitzer ihn darum bat, noch da, vergaß aber nicht, feine Anordnungen, bezüglich der Pferde zu treffen.
Bl» der Kranke endlich einoelchlaien war »"><
hielten sich der junge Rotzarzt und Ilse über dies und jenes.
Sie kannte ihn schon länger. Wer hätte auch in dem kleinen Städtchen von einem hübschen jungen Mann, wie Roderich, nicht schon gehört.
Bei der Wohltättgkeitsaufsührung hatte Ilse Gelegenheit gehabt, sein Spiel auf der Zither zu bewundern.
Näher war sie mit ihm noch nicht in Berührung gekommen, denn Roderich war sehr zurückhallend u»i> drängte sich mit seiner Person nicht gern in den Vordergrund.
Entsinnen konnte er sich wohl, sie bei der Aufführung gesehen zu haben, wollte aber damals der schönen Dame nicht vorgestellt werden, weil sie von Verehrern gerade umringt gewesen.
Es war dies lein Wunder, denn neben ihrer Schönheit war sie sehr reich und Reichtum ist heutzutage ein starkziehender Magnet.
Ilse war das einzige Kind ihrer Eltern, hatte aber vor drei Jahren die Mutier verloren. Von dies«: Zeit an hielt ihr der Vater eine gleichalterige Gesellschafterin.
Beide liebten sich sehr, wie Schwestern, denn auch Marie, so hietz das andere Mädchen, hatte keine Mutier mehr und gegenseittges Leid führt am meisten zur Verständigung zweier Seelen.
Die Abende vettrieben sie sich mit Sticken und Nähen, oder auch niit Musik und Gesang, denn beide spielten sehr schön Klavier, auch besuchten sie manchma, ein Konzert, oder wohnten der Aufführung eine? Bühnenstückes bei.
Dies alles eriuhr Roderich in kurzer Zeit, und als er sich nach dem Abendbrot verabschiedete, wußten auch die beiden Damen vieles aus seinem Leben
kFortsetzung folgt.)


