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^^llagc zurNeuen Tageszeitung

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Samstag, den 1. Angnlt 11)14.

i s i r> Gv. d. Tto::.!

Gedenlitnge.

^ ILK1 Karl Job, Phil, Spitta, Dicht.-r. geh. '.'in* Laube. SriniftfKIlfr, t. lHiir. ftrcfeifo: - inr. v>. S()6et f jii Marburg.

! M1 Bibelgejecksck>aft in Berlin gegründet,

Friedrich Ad, v. S-rf-.Kf, geb. i"j +. Oinrlil!.

19 11 General

fi v Zeit rnils (f"tti5 rt .h?it.

8. romito? nach StiniU". ?.

.Ts? £?*&.n ist der Güter hiego , . ,t." Ob überhaupt

> ' 1 u»t> nicht ein wertloser Sterben nur. den man besser

i , tv? Vielleicht, das, der Versuch:.-, der Menschenmörder e - > Anfang, mit lolGn Gedante.i auch dir schon hart zugesctzt

! oder c?-i:i höchster Not noch ejumol tun wird, Dosllr aber f t geschriebene Tn sollst nicht töten vor allem nicht dich s " Allerding? i;t diese? Leben Wr Güter höchste? selber i '. ober doch da? Gesäß, in dem auch fco5 höchste Gut de? t ' I Lebe»? eingeschlossen ist »nd allein ergrisscn werden I Freilich ist'? kein Himmel mehr aus Erde», seit die

G . he.eingcbrochen mit ihrem rauschenden Geleite von 1 '.-ot and lob: ober die hohe Schule für den Himmel

tu» de: d» nicht entlausen, die ohnehin schon kurze Gnu k sei die Ewigkeit, die du dir nicht auch nicht durch . srcssende? Weh verlürzen darsst. Dazu tam der , > Gölte? aus Erden, um un? dir schwerste Last, die Schuld d : Sunde, obzunehmen und sreundlich ruft er all« Mühseligen i : ' Beladenen z» sich, daß er sic erquicke mit seinem Leben?. ,t. So komm nur zu ihm und bleibe bei ihm. Sein Joch i s:n;t und seine Last ist leicht. Da stärkt die Gewißheit in Leid: Wir überwinden weit »m de?>viile», der un? ge- l- bet hat, In seiner Nachfolge lernt man selber leben und d,rn auch dc? Nächsten Leben achten.

Die Angriffe aus Leib und Lebe» de? Bruder? gehen aus

> -selbe Ursache zurück wie der Kleinmut, der am eigenen Le- I verzag!, (r? ist die Entfernung von dem, der alle? Leben

> und gibt, Loagelöst aber von der Verbindung mit Gott

n ub der Mensch leicht zum reihenden Tier, da? mit brutaler l' malt über fremde? Leben hersällt. Darum Luther auch der Lrü.ruiii de? 5. Gebot? die Worte voransteNt: Wir soNcn

Ci: t fürchten und lieben. Wo du davon weichst, lieber Mensch, :>' du schon einen Schritt aus den Weg der Mörder getan,

nur immer zurück zu ihm. der Lcbensquellc. Au? ihr - nicht allen der freudige Mut anszuhalten, wenn'? heiß .rht ir.i Leben, sondern auch die Kraft, da? Fleisch zu kreu- c samt seinen Lüften und Begierden und von dem Heiland der Seele die Liebe zu lernen, die dem Nächsten nicht? Böse? Int.

H.-il'ge Liebe, die du mich bi? znm lode treu geliebt.

Senk in meine Seele dich, daß sie ganz sich dir ergibt.

Und in deiner Leben?krast Liebe sinnt und Liebe schafft.

pt tifiu Mlitämg nach Sfinlin.

*Jon Paul Schwcdcr.

S.ckcH. Semlin. 29. Juli. Ö»oifcT>cn Nacht und Morgen hat dar Biidaposter Lst-

> ü nhos sein Gesicht vollkommen verändert. Die weite Halle gleicht einem brausenden Meer. Zn Tausenden wogt eine überaus bunte Menschenweie hin und her und an den Wän­den bricht sich donnernd ein Stimmenck>aos. Mehrere Zuge stehen zur Abfahrt bereit, aber es verrinnt eine geraume Zeit, eh: sie in Belvegung kommen. denn sic sind gefüllt, nein, vollgepreßt mit unruhige»' Reisepublikuni, das nach Wien

ob darüber hinaus möchte und das ja mit diesen lehtcu Zügen fort muß, weil vom Abend ab alle Strecken: die litärtranSportc sreigehaiteu werden müssen.

Aus der Strecke BudapestBelgrad aber ist bereits ' s.crn um Mitternacht der Verkehr eingestellt worden und .-r unmittelbar, nachdem der von Wien kommende und c, Konstantinopel bestimmte Oricnterpreß in Budapest ein- getrossen war. Die Passagiere mußten wohl ode, übel hin­an? und in Budapest übernachten, unter ihnen taiim minder pikantes Ereignis als der Putnikg

der englische Gesandte für Serbien, ein nahe:

Übel

-' - ein fall ocwandtcr

Sir Edward Grey'S, der sehr erregt wurde und immer wic- betonte, daß er unbedingt nach Belgrad'le. Er:' ' ule Mittagkonnte seine Weiterreise erfolgen, ab-r er mußte >ii tlniweg über Bukarest machen »nd wird soiu't vorins- i stich erst in Belgrad cintrcffcn, wenn von der andere» Seil? schon die Oestereiche- einmarjchiert sind, All? ans i'.:b!ichcS Wiedersehen!

Auf dem Orientbahngeseisc siebt beute der erste Mil'.tär- -, dazu bestimmt, die Offiziere und Mannschciften ->ir ' "'rria-Thrresia, Pctcrwardein und Semlin dorthin zu bc- iorkerii. Weil aber inzwischen der von Berlin am gestrigen ,'l.eud über Brcszau-Odcrberg-Galauta abgeangcue fahrpiau- 'tiiäk'ge-Koristantrncpeler Zug ciugelaufen ist. wird a» d-u nnirigeu augeloppelt und von den Osizicren und Monn- .»teil, die dicht gepfercht in den anderen Wagen gesessen hilt'n, im Sturm genonru'n, Zusammen mit de», Veri.e- - -v (i;rDaist) Mail ", mit dem ich »och erst vor sechs Wochen i,,-gljch im Hotel ticeil in London beim deutsch-englstch-m J. iriialistenbcsiich znsamemngesesscn hatte, sand ich im Lckstaswagen der Internationalen Erpreßgcsellschaft Platz der gar keine Passag'icre answies und beobachtete von hier ?S da? bunte Leben und Treiben in der Bahnofshalle. I» Abständen von kaum 10 Minuten liefe» drüben aus den An- liinftsscleisen endlose Züge aus m,lti-l. und ,'.,na>

ualsrivlNki

ein, die, mit Laub und Blumen geschmückt, die Reservisten und Laudwehrleute beraubranchten. Aus Güter- und Vieh­wagen zusamniengekoppelt, die innen mit Bänken bestellt waren, brachte jeder dieser Zuge ganze Kompagnie» auf ein* mal in die Landeshauptstadt, wo alsbald die Einreihung »nd Equipierung der Mannsck>astcn vor sich ging. Bunt ge­ling sahen ja die braunen Vnstasöhne im Zivil ans, Reden den Handwerkern und Bauern, die den ck>arakteristijck>en run­den schwarzen Hut, schöne bnutgesticktc Samtwestcn und über cbensolck>en Hosen weite schwarzseidene Fraucnschiirzen tru­gen, dominierten die zahllosen Hirten aller Art. Denn sic bilden ja in den weiten, öden Pusten Mittelunzarns eine Kaste für sich. Aus der ticssten Stufe steht der Schweinehirt, dann kommt der Hornviehhirt, dem die mit gewaltigen Hör­nern ansgestattetcn oft ganz prächtigen Ochscnhcrden »nter- stchcn, dann der Schafhirt und schließlich der Roßhirt. d':r, sofern er gleichzeitig auch ein kühner Ezrkos (Roßdicb) ist, den Stolz der Czarda (der cinsamne Pnßtaschcnkes bildet.

Die überaus malerischen Trachten der verschiedenen Hirtenkategorie» scsscltcn noch unsere Aus merksam seit, als der Stationschcs das Zeick)cn zur Abfahrt gab. Es wurde :n überaus schwerer Abschied in all den Wagen neben in. Frei­lich, die Offiziere und Mannschaften nahmen sich zusammen. Aber die armen Mütter, die Frauen, die Schwestern und die Bräute. Ach, wieviele Tränen sind nun doch geilossen tretz aller Standhaftigkeit nnd dcs guten Willens der eleganien Offiziersdamen tvic der aimen Handwerker- und Arbeiter­frauen.

Sie alle waren in diesem schwersten Augenbkicke ihres Lebens in der gleichen Verdammnis und niemand konnte ihnen helfen. Znm ersten Male kani nach den begüsterungs- vollen Vortagen der ganze Ernst der Situation znm Durckr- brnch. Aber schließlich, wie heißt cS doch in dem ich',»'» Liede von Fricdcricns Rex'

Ra adje denn Lowise Wisch ab dcin Gesicht Eine jede Kugel Na die trifft ja doch nicht!

Unter Heil- und Eljenruscn fuhren wir hinaus in den sonnigen Tag, Rechts »nd links der Eisenbahn geüßtcn lind winkten Hunderte von Männern, Frauen und Kindern hotf- nungsfroh und freudig dem ersten Militärtransport z». Auch die Kohle,ilader. die Arbeiter der Vorstadtfabriken, oie Hand­langer auf de» Neubauten schwenkten die Mühen in der schwieligen Faust nnd schickten ihre begeistertesElsen" zum Zuge hinüber. Und noch weiter draußen, als wir i» die 'alt 100 000 Quadratmeter große ungarische Tiefebene mit ihren weiten baumlosen Viehtriften nnd Heidcstrccken eingetret-n waren, gab es kaum eine Meierei, Vorwerk oder Czarda, von der a»S nicht dem dahineilcnden Zuge ein srenndlichcr Gruß zuteil geworden wäre.

I» KiSköröS, der ersten größeren Station, standen tau­sende von Landlenten in Erwartung der für Budapest be- stimmten Transportzügc. Braune Zigeuner fidelten und die Jlasckie mit dem guten billigen Landwein kreiste. Aber auch hier Tränen in den Augen der am Perronzaun Gehenden Frauen »nd Mädchen, nnd schon hier der Gendarmen- »nd Militärkordon um das Bohnhossgebände. Und je iveiter wir kamen, desto düsterer die Stimmung. An allen Briickenüber- güngen stehn Posten mit geladenem Gewehr »nd anfgesteck- tem Bajonett »nd in Maria-Theresiianopol, dem »ngarisck^n Szabodka die ganze Garnison in Bereitickiaft, die oiikommeii- den Kameraden zu enipsangen. Auch hier steht »''"der ein langer, langer Truppentransport, vollgefüllt ,'iit Pnßti- söhnen, die teilweise die Trittbretter und sogar di- Waggon- dächer beseht halten. Vergeblich mahnen die in ilir-'r neuen hellblauen Felduuisorm sehr scsch aussclieuden Oiüziere zi-r Vorsicht und schließlich läßt mau die frühlick>en Bucschen ge- währen. Und immer weiter rollt unser Zug- Schon werden die Aufenthalte iniiner länger nnd das Abenddännnern bricht herein. Stiller und stiller wirds im Zuge, Hier »nd da schlummert, lang im Korridor oder droben im Gepäcknetz anS- geltrerkt ein Müder und träumt von künktincn Kämvsen und

Siegen. Da plötzlich bremst der Zug mit einem siirckübar.' l Ruck und steht gleich darauf still. Was ist gescknck,,-:,!' Wir stehen unmittelbar vor einer Brücke und rote Lichte slamin:» ans, während der Hclni eines Gendarmen sichtbar wird. Wie sind bereits inmitten einer serbischen Bevölkerung unter un­garischer Oberliolieit und die Nervosität ist daher groß. Man wollte verdächtige Gestalte» unter der Brücke geseh?» haben imd visitierte nunmehr erst gründlich, ehe man uns binübfcr ließ. Immerhin. Ich bin ein mutiger Man», denn ich habe trotz der Wekrstcuer nenn Kinder, Aber bei der Fahrt übe! diese verwünschte Brücke war mir doch nicht ganz gehen-'r ocki einmal gabs dann, kurz vor MiUcrnacht, einen längeren Aufenthalt. Wir sind i» de, Doppelstadt Nensalz-Peterwar- dein, die sich zu beiden Usern der hier in breites S-.inipsland tretenden Tonan ausbant und zu deren Truppenverstärkun,' wir wiederum ein paar Wagen voll Offiziere und Mannschis' ten abgaben, Tenn Peterwardein ist dasungarische Gibra,- tar", eine starke Festung, mit zirka 10 000 Man Besatz»»? »nb von den Türkenkriegen her berühmt durch Prinz Eugeii's Sieg am 6. August 1716 über die unter dem Befehl des Groß- Wesirs Kamurdtschitsch hier kämpfenden Türkeiischaren.

Wiederum ist fast die ganze Garnison am Bahnhof van dem aus eS nunmehr über die -130 Meter lange Dcnaubrücke hinüber zum anderen Ufer geht. Karlowitz geht es zu- dessen berühmtenAusbruch" in derScktzvarzen Katze" in Semlin ausgiebig zu studieren wir uns in diesem feierlich'» Angen blick vornehnicn. Noch weitere 50 Kilometer bis Semlin fahre» wir durch serbiMs Land, das die berühmte Psiaumen- gegend, die Fruschka Gora ist. Hier brennt man den edlen Schliwowitz, den Scrbcnschnaps und wir fragen allmählich an, uns mit der undankbaren und schwierigen Aufgabe ein i Kriegsberichterstatters in dieser Gegend zu versöhnen.

Um 1 Uhr morgens endlich erreichten wir die letzte un- garische Stadt vor dem gegenüberliegenden Belgrad, die Grenzstadt Semlin und erfahren, daß der Kriegszustand herrscht und daß. wie z» erwarten stand, der Weg über Bel- grad nach dem Orient sowohl von ungarischer als auch von serbisckn-r Seite gesperrt ist. Glücklicherweise erreich: ick noch eben den letzten nach dem Norden abgebcnden Tran? porlzug, der auf inständiges Bitten diesen Brief mitncbmri: wird. Was dann werden soll, wissen die Götter. Die K .!>. Verwaltung weiß es jedenfalls nicht, lind nun hinein ",ack> Zcmnn, wie die zu drei Viertel serbische Bevölkerung Semlin nennt. Man soll ans EasehanSstüblen ziemlich gilt schlafen können, Pulver (Insektenpulver »nd Blei (van Fgber) habe ich ja bei mir. Also auf in den Kampf mit dcm serbi­schen Ungeziefer!

Dentjcher PoUisjchnUeikrrrvcrein.

®.& H. So ln, 29. Juli.

Unter zahlreicher Beteiligung von Volksick,ullehrern ans ganz Deutschland, fand hier unter dem Vorsitz des Lehrers Herzog die 12. Hanplversammliing des Dentsck>en B.ckks- schullchrervereins statt. Nach Begrüß,ingsworten die Teilnehmer sprach zunächst Lehrer Ga ir -Krefeld übcr da- ThemaAutorität und Volksschullehrer". Redner führte unter anderem aus, daß mit Rücksicht ans die schwe-en An­griffe der Rektoren auf die Dolksschiillchrcr, die dem Dent- sck^n Voksschullehrcrvercin ongehöre», ein klärendes B>o>t angebracht sei. Es sei selbstverständlich, daß die Dolksschnl- lehrcr die Autorität achten, und zwar weil die Religion sie gebietet. Trotzdem haben die Gegner, besonders die Rektoren imPreiißiscknm Rektoren-Dcrein" »nd in derSchulpslege" die DolkSschiillehrer schwer vrrlenmdet, indem sie sie als G-eg- »er der Autorität hinstelltcn. Leider haben diese Vers'nm- dimgen dc!» Erfolg gehabt, daß das Dertranen zu den Lehrern Schaden gelitten hat und die Ortsaufsickst der Rek­toren gefestigt wurde. Diese Aussicht steht aber ihrem Wesen nach der Autorität der Lehrer entgegen, denn dadurch werde der Bernfsstand der Lehrer zerrisse». Wenn sich der Deutsche Dolksschiillehrerverein dagegen wendet, so handelt er nur echt vaterländisch.

Hierauf sprach Lehrer M a a ß - Wiesbaden über den Kiilturwert der Volksschule. Redner betonte, daß die Vokks- sckmke nur ein Glied nnsereS Schnlsystems sei. Sie ist eine Gemeinschaftsschule, die den Grundstoff der Kulturgüter der Gesamtheit dcs Volkes Übermittelt. Für mehr als 36>'/s» de? Volkes ist sie die einzige Bildungsstätte, sie kann somit als- Fiindamentalschnle angesehen werden. Die Dolksschnlc ist ans den tiefsten und edelste» Kiilturkrästen, aus Religion. Sittlichkeit, allgcniciner Meiisckg'nliebe und vaterländische! Gesinnung heransgewachsen. So wird die Volksschule gehal ten nnd getragen von den elementarsten Bedürfnissen aller Knltnrkräfte, Knstiirkreise und Knlturformcn. Sie nimmt aber ancki regen Anteil an den Knltnransgaben der Gegen­wart, lim der Mechanisiernng durch Massenbetrieb und Mai- senkiiltnr das Recht individueller Freiheit und die Bedeutung persönlichere Pflege entgege» zu stellen. Das geschehe dncck, die Sozial-, Kunst-, Arbeitsschnl-, Moral-, Persönlichküts- »nd Heimatpädagogik. Von der breiten Oesfentlichkeit er­warte» die Lehrer aber, daß sie in der Verfolgung der ,K»l- tiiraiisgaben unterstützt wird.

Die Aiissührimgen beider Referenten fanden stürmische» Beifall, In der sich anlchlietzcnden Aussprachc' betonte Lehrer Wendel-Diisteldorf. daß die Sckßiden des Volksschulrek- torats nicht in der Person lägen, sondern in den Mengen, die der Institution anhasieten. Der De,,tlck>e Bolkssckmlletn-er.