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war. die sie dem Vaterlandc zu erfüllen hat und die in dir- fchen schweren Tagen durchaus nicht gesonnen ist, abseits zn stehen.

Unsere Wicht!

Nicht nur unser Heer hnt i» diesen ernsien Zeiten seine Pflicht zu erfüllen. Auch ans d:» Ziirückgebllkvenrn ruhen Pflichten, die einzuhalte» sind, wolle» wir unserem Vater- lande dienen.

Vor allem ist .Naltblülizkeit ;u bewahren

und alle F. echt au», dem Herzen z» baiinkii. Unser Kredit muß gesichert bleiben, darum muh, wie wir schau einmal her- Uorgchobcn habe», ei» etwaiger Ansturm aus Kasten und Banke» vermeide» werden. Zur rechten Stunde deröffenl licht der preußische Minister des Innern eine Mahnung, in oer es heißt:

Die Gelder der äsfcntlichen Sparkasse» sind im Kriegsfall als Privateigentum absolut sicher und jedem Zu- grisf des eigene» Staates, sowie des Feindes entzogen. Tie öffentlichen Sparkassen bieten daher dem Einleger die denk- bar größte Sicherheit. Es kann den Sparern nur empfohlen werden, auch im Kriegsfälle alles verfügbare Geld dort nicderzulegen, nicht aber Ersparnisse abza- heben.

In den letzte» Tagen kommt viel Papiergeld zur A»S- Zahlung. Das ist kein Wunder, denn das Reich braucht in den Kriegszciten bare Gvldvorräte. Mit Recht sagt ter Minister:

Die letzte» Tage habe» bewiesen, das, in weiten Kreise» des Publikums völlige Unkenntnis über den

Zahlnngswert der Reichsbanknoten

herrscht. Es wird deshalb darauf aufmerksam gemacht, baß durch das Gesetz vom I. Juni 1909 (Reichsgcsctzblatt S. 515 1 den Reichsbanknoten volle gesetzliche Zahlkrast beigelegt wird; sie sind deshalb »vie die Goldmünzen von jedermann in jedem Betrage zu dem vollen Nennwert in Zahlung zu nehmen. Wer die Abnahme einer ihm geschuldete» Summe in Reichs- banknoten ablchnt, setzt sich den Folgen des Annahmever. zuges aus. Die Umwechsclung der Reichsbanknoten in Goldmünzen erscheint deshalb völlig zwecklos.

Weiter möge man durch übermäßiges Einkäufen nicht dazu beitragen, das, die

Lebensmittel über Gebühr verteuert werden

wie dies vielfach schon geschehen ist. Je größer die Nachfragen werde», um so mehr ist eine weitere Brrtcncrung zu befürch­te», die an sich nicht gcrechtjertigt ist. Wir können uns aber noch aus eine andere Art Helsen, einer drohenden Teuerung vorzubeugen.

Tie tarnte steht drautzen auf dem Feld

die goldenen Garben harren der Einfuhr. Tausende und Abertausende von Händen werden der Feldarbeit entzogen, aus der anderen Seite werden wieder viele fleißige Leute, die in der Industrie beschäftigt waren, auf einige Zeit brot- und vcrdienstlos w:>dcn. Mögen die aus diese Art arbeits- los Gewordenen, namentlich die anf dem Lande,

iu ihrem u«rd des Vaterlandes Interesse

dem Landmann bei seiner Feldarbeit helfen, das, dir Erat: geborgen werde.

Auch damit wird dein Vaterlandc geholfen

Ans üer Heimat.

* Hanau, 3b Juli. Am Dienstag nachmittag stürzte bei Unonieiarbciten an dor Kinzig der Musketier Melder von der 8. Kompagnie ins Wasser und ertrank. Die Leiche des aus Bierstadt stammenden jungen Mannes konnte noch nicht ge­landet werden.

Hessen-Nassau.

* Vad Homburg, 31. Juli. Sämtliche hier zur Kur weilen­den russischen Osjizicre haben Aufsordcrung zur Rückkehr in die Hcimat erhalten und sind dem Befehl unverzüglich nachgekom- mcn. Auch die in Bad-Rauheim weilenden Offiziere reisten bereits ab. Ebensalls haben viele andere russische Kurgäste ihren Auscnthalt in den Taunusbädern abgebrochen, viele um deswillen -- so wird ausdrücklich betont weil man am Sams­tag und Sonntag bei den Kundgebungen für Oesterreich und gegen Serbien zu wenig Rücksicht aus die anwesenden Gäste slawischer Rationalität nahm.

* Griesheim a. M., 31. Juli. Die Gemeindevertretung schloß gegen eine erhebliche Minderheitspartei mit den Main- kiastwerken in Höchst einen Vertrag anf Liefening von Elek­trizität für den Ort ab. Das Angebot der Stadt Frankfurt wiirdc als sür die hiesige Industrie unannehmbar abgelchnt. Tein Lieferungsvertrage zufolge bezahlen die dem Werke an- gcschlossenen großen Fabriken für die Kilowattstunde vier Pscninge, die Gemeinde degegcn sieben Pfennige. Wieviel die Privatleute bezw. die kleinen Handwerker zu zahlen haben, steht noch nicht fest. Die gesamten Anlagekosten tc- itzagen sür die Gemeinde r nid 100 000 cK.

* Hosheii», 1. Aug. Der Bäckergeselle Flörsch, der den Säckermcistcr Back und dessen Frau und Tochter in Hosheim »kmerdct hat, wurde nach Alzey in die Jrrenanstalt zur Un­tersuchung seines Geisteszustandes gebracht.

* Wiesbaden, 31. Juli. Als im vergangenen Winter in- solge der strengen langanhaltenden Kälte der Main in eisigen Fesseln lag, machten sich die Preutzen und besten der neuge­wonneneFestland" recht oft streitig. Besonders die Schul­jugend und Halbwüchsigen von Flörsheim einerseits und Rüs selsheini andererseits lagen sich um diesen wertvollen Besitz mehrere Tage in den Haaren und lieferten sich völlige Schlach- lea. Bei einer aui einen Montag nachmittag angesetzten Ent-

91**« Tageszeitung. Samstag, den 1. Anznst 191«,

fchetdungsjchlacht arbeiteten die Rüstelsheimer, die von ihrem

einen Augenblick am Platze anwesenden Lehrer durch Worte wie,nur fest aus di« Flärsheimer", noch recht gegen die Preu­ße ausgebracht worden sein sollen, mit Eisstiicken, Steinen, vor allem aber mit ansgeristenen Baumstützen, derart, daß die Lage der Flärsheimer eine gefährliche war. Diese liegen je­doch nicht nach und gingen allmählich von der Defensive in die Osfensioe über. Der Mat, der gesunken war, hob sich wieder, als die jugendlichen Dictz, Hochheimer und Vogel aus Flörsheim von ihren scharf geladenen Teschings Gebrauch machten und feuerten. Der ganze Austritt wäre zweifellos unter den beiden Parteien geblieben, wen» Dietz nicht unglücklicherweise einen der Gegenseite namens Treber ein- Schutzverlctzung am Fuße bcigebracht hätte. Dadurch kam die Sache vor den Hochheimer Richter, der Hochheimer und Vogel mit je 20 Mark, Dietz da­gegen mit 10 Tagen Eesängnis bclegle, letzterem auch 00 MI. Buhe auserlegte. Dietz wollte heute vor der Strafkammer nicht der Schütze gewesen sein. Das Gericht hielt ihn jedoch sür die­sen und verwais die Berufung.

* Herborn, 31. Juli. In den Meldungen des Forstortcs Bicken wurde von Holzsaninilern ein noch mit Gas gefüllter Ballon, der am 17. Juli in Paris ausgesticgcn war, anfgx- sunden. Der Ballon enthielt die Adresse des Absenders und einen Zettel mit der Bitte »m Benachrichtigung der Eigen­tümer. Das ist auch trotz der gespannten Verhältnisse, die gegenwärtig zwischen hüben und drüben obwalten, proivpt geschehen.

* Westerburg, 31. Juli. Im nahen Holm trink sich ein Mann einen Mvrdsrausch an. Anf dem Heimweg? sah er in diesem Zustande den Eisenbahnköepcr sür sein Beit an, legte sich auf die Schwellen und Schienen und schlief seelenrnhig ein. Als der nächste Zug die Strecke passierte, bemerkte der Lokomotivführer dasHindernis" schon von weitem und räumte cs rechtzeitig aus dem Wege. Jetzt fliegt dem armen Kerl nun noch eine Anklage wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes ins Hans.

Das Dollrs- n. geimatsfest in Ettingshausen

das für morgen, den 2. August angesetzt war, findet infolge der bedrohlichen Lage

nicht

statt.

* Aus der Rhön, St. Juli. Das Unwetter, das in der letz­ten Woche das Amt Geisa heimsuchte, hat nach amtlichen Feststellungen einen Schaden von annähernd 200 000 Mark ver­ursacht. Hiervon entfällt auf die kleine Gemeinde Motzlar al­lein ein Betrag von etwa 701)00 Mark Hagelschasen, der um so größer ist, als keiner der- Geschädigten gegen Hagelschlag versichert war. Um ähnlichen Katasttophen in Zukunst »or- zubcugen, stellte die in Geisa stattgesundene behördliche Kon­ferenz die Anlage einer Talsperre sür den Kohlbach in sichere Aussicht.

* Nastau, 31. Juli. Ein bedauerliches Unglück geschah gestern vorurittag hier. Der Zimmermann Kurz schlug an dem Trcppcnwcg von der Feldstraße zur Schule Zaunpsählc ein. Hierbei half ihm eifrig sein sechsjähriger Enkel, der Sohn des Metzgers Busch, indem er dem Großvater die ein- znschlagcnden Pfähle festhiclt. Durch eine unvorsichtige Be­wegung des Knaben geriet dessen rechte Hand auf die Schlaz- fläche des Pfahles, gerade in dem Augenblick sauste ein kräf­tiger Schlag des Zimmermannes nieder, der dem eifrigen Knaben den Mittelfinger spaltete und den Zeigefinger quetschte. Ein zur Hilfe gezogener Arzt ordnete die lleber- führung des Kleinen in das Krankenhaus an. Der Mittel­finger mußte abgcnommen werden. Den über den Vorfall tief erschütterten Großvater trifft keine Schuld.

* Marburg. 1. Aug. In den Lahnbergen in der Nähe des Dorfes Cappel wurde ein junges Mädchen, das dort mit seinen beiden jüngeren Geschwistern spazieren ging, von einem Strolche angehalten. Nachdem er ihnen ihre Portemonnaies abgenominen hatte, verschwand er im Gestrüpp. Die Gendar­merie ist eifrig dahinter, den Straßenräuber zu ermitteln.

* Kassel, 1. August . Eine ältere Dame, die Angst vor der Kriegsgefahr hatte, hob dieser Tage ihre bei der Sparkaste ein­gelegten Sparpfennige, zirka 300 Mark, ab, um das Geld in ihrem Heim aufzubewahren. Auf dem Rückwege von der Spar­kaste hatte sie vor einem Saufenster die Kriegsdepeschen gelesen und dabei wurde ihr im Gedränge ihr Portemonnaie mit dem gesamten Inhalt gestohlen. Der Dieb konnte nicht ermittelt werden.

Starkeuburg.

* Ottenbach o. M., 1. Aug. Von Samstag bis Montag

wurde hier in zwei Wohnungen eingebrochen. Der Dieb er­beutete Gold- und Silbersachea, sowie Sparkastenbücher. Die letzteren wurden ihm zum Verhängnis. Der Eigentümer hatte nämlich vorsichtigerweise rechtzeittg die Sperrung veran­laßt. Am Montag erschien nun der Dieb auf der Städtischen Sparkasse, um das Guthaben abzuheben. Der Beamte verstän­digte sofort die Kriminalpolizei und suchte den Dorzeiger des Buches etwas aufzuhalien. Als derselbe sich eilig entfeinte, nahm die Kriminalpolizei die Verfolgung des Flüchtlings auf und es gelang, denselben in der Domstraß« einzuholen und fest- zunehmen. Run entpuppte er sich als der 28 Jahre alte, aus Wie» gebürtige Silberschmied Karl Latin, der erst vor einigen Togen hier zugereist tam. Eine in seiner in der Bismorckstraße gemieteten Wohnung vorgenommen« Durchsuchung förderte di« gestohlenen Sachen zutage. Es stellte sich weiter heraus, daß er auch außerhalb Ostenbach» «tnig« Wohnungseindrnche oee- übt hat. , o>. '

Darmstadt, 31. Juli. Amtlich wird bekannt gegeben, daß das Betreten des Weiterstädter ErerzierplatzsS. auf wel-

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ebem z. Z. die neue Lnstschisthalle errichtet wird und auf

welchem demnächst auch eine weitere drehbare Luftschiffballe von mächtiger Ausdehnung in Aussicht genommen ist, da d:c Pläne schon fertig und die Gelder bereit gestellt sind kür Privatpersonen verboten ist und daß Zuwiderhandelnden eine Bcstrastmg nach Paragraph 12 des Reickisgesetzs bete. Verrat militärischer Geheimniste eine Hast, oder Geldstrafe bis zu 150 di in Aussicht steht.

* Tarmstadt, 31. Juli. Statsininistcr Dr. v. Ewald C> - zcllcnz, ist iiunnichr von feinem vicrzchntägigcn Urlaub wie­der zuriickgekehrt und hat die Dienstgcschästc wieder über­nommen, die Rückkehr der übrigen Minister ist in den nächsten Tagen zu erwarten.

* Durmstadt, 31. Juli. Die durch die kriegerischen Dcrwick lungen hervorgcrusencn Maßnahmen und Nachrichten verstär len das Leben und die Erregung aus den Straßen, an den An- schlagetaseln, wie auch in den Restaurationen und Cafes im- mer mehr. Mit außerordentlichem Interest« werden die Neuigkeiten versolgt, dabei entstehen wiederholt die unwahr­scheinlichsten Gerüchte. So wrudc gestern die unwahre Sen­sationsnachricht verbreitet, daß das 18. Armeelorps Mobil- machungsbcsehl erhallen habe, ferner, daß einzelne Truppen­teile schon ausgerückt seien. So war die Dragoncrkasernc aus dem Maricnplatz gestern Mittag von Menschen dicht bclagcri weil das Gerücht umlief, die Dragoner rücken um 1 Uhr an die Grenze ab!? Trotz der Unwahrschcinlichkcii der Nachricht, lasten sich Biele diesen Bären ausbindcn.

* Darmstadt. 31. Juli. Wegen Fr:!heitsberaubung stand gestern ein Dienstknecht vor der hiesigen Strafkommer und bat die Sache teilweise einen humorvollen Hintergrund. Der Kne.bt A. St. IN Lauten Weschnitz t. O. hatte eines Abends beob-.'-Z, tet, wie ein Arbeitskollege von ihm in einer Mägdeka-nm-.-r war und schäkerte. Anscheinend bekam er cs nun mit dein Neid und der Eifersucht zu tun und schloß kurzer Hand die Kam-, er ab, sodaß beide die Nacht allein bleiben mußten. Rach der Versicherung der Beiden lag zur Eifersucht usw. kein Grund vor, da der Knecht nur in dem Zimmer war, um sich ein Licht zu holen und auch während der Nacht sich sehr anständig be­trug. jo muß der Täter doch seine Erregung mit einer Geld- strase von 30 Mark büßen.

AuS Rheinhcsten,

* Mainz. 31. Juli. Am Samstag den 8. März versuchte wie wir seinerzeit meldeten, der 32jährige, auf dem technischen Büro der Eisenbahndirektton Mainz beschäftigte Zeichner Karl Damm auf dem Bahnsteig in Heidcsheim kurz vor 5)1 Uhr sei­nen Vater, den dortigen Bahnverwalter, zu ermorden. Der Täter wurde nach seiner Einlieferung ins Provinzialarrcsthaue in die Jrrenanstalt nach Alzey übersllhrt, um aus seine» Gei­steszustand untersucht zu werden. Die Irrenärzte stellten jetzt nach IKmonatlicher Untersuchung fest, daß der Danini, de: schon immer als Sonderling galt, geistig unzurechiuingssähig ist. Er wurde aus der Irrenanstalt entlaßen »nd den, No chushospttal in Mainz überwiesen, wo er einstweilen interniert bleibt. Er wird wahrscheinlich mit Rücksicht auf seine Gemein gefährlichkeit dauernd einer Anstalt überwiesen.

Aus aller Welt.

Eine sonderbare Entführungsg-ichicht-, die wohl »och der polizeilichen Klärung bedarf, wird aus Erünbcrg i. Schl, ge­meldet. Dort entsührte der Deutsch-Amerikaner Paul Ludwig ein liijähriges Mädchen, um cs in Amerika zu seiner Frau zu machen. Ludwig gehört zu den Geretteten von derEmpreß os Jrcland", während seine Frau und sein Kind im Lorenzstrom ertranken. In Rothenburg »Ui, erschoß sich das von Ludwig entsührte Mädchen.

Neueste und Drahtnachrichten.

Paris, den 1. August 1911. In einem Cafe feuerte ein Individuum mehrere Reooloet schlisse ans den Sozialisteusührer Iaures ab, wodurch dieser schwe« verletzt wurde und kurze Zeit daraus starb.

Frankfurter Wetterbericht.

Voraussage: Wolkig, »och meist trocken, warm, West­winde, Wetterumschlag in Aussicht.

Verantwortlich sür den politischen Teil: Otto Hirschcl, Friedberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil/ Bernhard Lenz, Friedberg; sür den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag derSkenen Tages­zeitung", A.-G., Friedberg i. H.

Bekanntmachung.

Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kennt­nis. dast die deutschen Reichskassenschcine im deutschen Reich gesehliches Zahlungs­mittel sind und bei allen Kaffen des Reiche und der Bundesstaaten zum Nennwert in Zahlung genommen werden.

Ich fordere aus diesem Grund die In­haber der hiesigen Geschäfte auf. Reichslassen- scheine von der Einwohnerschaft als Zahlungs­mittel anzunehmen.

Friedberg, den 1. August 1914.

Der Bürgermeister.

S t a h L