Nr. 175
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derzeit habe das Haus Isenburg der Schützengesellschaft Schutz und Unterstützung gewährt. Auch der jetzige Fürst Wolsgang bringe dem Verein die größte Geneigtheit entgegen und habe gern die Ehrenherrschaft über das Jubelfest übernommen. Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch auf, den Fürste» und sein Haus ein. Kreisrat Eeheimrat Böckmann brachte ein Hoch auf Kaiser und Eroßherzog aus. Darauf sandte man an Kaiser und Eroßherzog Ergebenheitstclegrammc. Der Fürst erklärte, daß er der Schützengcselljchast zum Zeichen seiner Anhänglichkeit die Festhalle, die auf seine Kosten erbaut war, als Schützcnhcim schenken wolle. Sein Hoch galt der Schützengesell- schast. Glückwünsche übcrbrachten seiner Roth-Franlsurt und Schneider-Leipzig. Der Vertreter des Mitteldeutschen Schützen- vcrbandes überreichte eine Fahncnschlcife. Roth-Franlsurt sprach über das freundnachbarliche Verhältnis zwischen den Franksurtcr und Blldinger Schützen. Amtsgerichtsrat Elictsch ')ob die vaterländischen Bestrebungen der deutschen Schützen^ vereine hervor. Das Jubiläumsschießen crössncte Fürst Wolfgang. Daran schloß sich das Dereinsgruppcnschießen und später das Wcttschicßcn. Der Festplatz war durch Regenwetter aufgcwcicht. Um 7 Uhr wurden sechs Ehrenbccher für das Ver- einswcttschießen verteilt.
* Franlsurt o. SU!., 29. Juli. Die im „Verband der Reinigungs-Unternehmer Deutschlands" zusammengeschloffcnen Berufskollegen hielten im „Kaiserhof" ihre diesjährige Hauptver- sammlung ab. Dem vom Vorsitzenden Dallistat (Hamburg) erstatteten Geschäftsbericht zufolge umfaßt der Verband bereits mehr als 299 Mitglieder und Körperschaften. Die Kasienver- hältuisie sind als günstig zu bezeichnen. Rach der Erörterung von internen Berufs- und Organisattonsfragen verhandelte man über die Neuorganisation der Sterbeunterstützungskasse und beschloß den Beitritt zu dieser für jedes Mitglied obligatorisch zu gestalten; außerdem sollen die Beiträge durch ein besonderes Umlageverfahren aufgebracht werden. Die Jahresversammlung 1915 tritt in Düsieldorf zusammen.
* Frankfurt n. M., 28. Ein 7jähriges Mädchen, das mit zahlreichen Altersgefährtcn an dem Gerüst der Lutherkirche herumklctterte, stürzte aus beträchtlicher Höhe ab und mußte in hojfnungslosem Zustande in das städtische Krankenhaus verbracht werden.
* Franksurt o. M., 28. Juli. Kaum eine andere Bahn des
Franksurtcr Eisenbahndirekiionsbezirks hat in den letzten Jahren eine solche Fülle von Um- und Erweiterungsbauten erfahren, als die Taunusbahn. Die engen, veralteten Bahnhöfe an der Strecke waren nicht mehr in der Lage, den von'Jahr zu Jahr stärker anschwellenden Verkehr zwischen Frankfurt und dem Rhein über Wiesbaden zu fassen. Infolgedessen entschloß man sich unter Aufwendung erheblicher Kosten zu einer völligen Umgestaltung fast aller Bahnhöfe. Mit Ausnahme des Höchster Bahnhofs sind die Umbauten aus den übrigen Stationen jetzt nahezu beendet. Die Unterführungen der Bahnhöfe Hattersheim, Flörsheim und Eddersheim haben sich außerordentlich praktisch erwiesen: sämtliche Schnell- und Personenzüge können nunmehr zur Tag- und Nachtzeit ungehindert passieren. Dringend geboten erscheint ebenfalls der Umbau der Station Hochheim. Dem Vernehmen nach soll er in Kürze auch in Angriff genommen werden. Auf der Taunusbahn stellte man vor einiger Zeit mehrere Maschinen probeweise in den Betrieb ein, die 12 Tonnen Kohlen und 4,5 Kubikmeter Wasser fasse»: ihre Stundengeschwindigkeit beträgt 99 Kilo
meter. Die Stärke der von diesen Maschinen gezogenen Züge kann bei Schnell- und Eilzügen auf 52 und bei Personenzügen auf 69 Achsen ausgedehnt werden.
Heffen-Nassau.
* Fechenheim, 28. Juli. Nach einem belanglosen Wortwechsel mit seiner Braut hat sich hier der 25jährige Mauer Georg Metz durch einen Schuß in das Herz getötet.
* Bad Homburg, 28. Juli. In dem Streit der Aerzte des Bezirks Usingen mit der Ortskrankenkasse Homburg ist eine Einigung nicht zustande gekommen. Tie Kasse beschloß deshalb für die in Frage kommenden erkrankten Mitglieder die von den Usinger Aerzien geforderte Minimaltaxe zu bezahlen. Den Mitgliedern wird aber anempfohlen, in Krankheitsfällen die Usinger Aerzte möglichst nicht zu behelligen, sondern sich an die Homburger Kassenärzte zu wenden.
* F. C. Limburg a. d. L„ 28. Juli. Der Nassauische Bauernverein tagte am Sonntag hier in der „Alten Post". In Behinderung des ersten Vorsitzenden Generalmajor z. D. v. Kloeden-Wicsbaden, hatte Reichstagsabgcordneter Justizrat Dahlem-Niederlahnstein die Vcrhandlungsleitung übernommen. Derselbe wies in seiner Begrüßungsansprache auf die schwierige politische Lage hin. Oesterreich und Serbien richten seit heute die Kanonen gegeneinander und falls Verwickelungen sich aus diesem Kampfe bereiteten, dann sei auch vielleicht die Zeit, unser Gut und Blut cinzusetzen. Mit Freuden würden wir dann Oesterreich unsere BUndnistreue beweisen. Seine Rede klang aus in ein Hoch auf Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph. — Der von Sekretär Erbacher gegebene Jahresbericht für 1913/14 verzeichnet eine außerordentlich rege Agitationstätigkeit. Diese sollte denn auch nicht ohne Früchte bleiben. Die Mitgliederzahl, die von Jahr zu Jahr um Hunderte abnahm, hat jetzt wieder zugenommen. Im Jahre 1913 bildeten sich zwei Ortsgruppen Ehlhalten und Herschbach bei Selters, welch' letztere jedoch trotzdem sie 200 Mitglieder gezählt haben soll, wieder einging. In 1914 bildeten sich 17 neue Ortsvereine mit 200 Mitgliedern. Insgesamt ist die Mitgliederzahl im Berichtsjahre uni 287 gestiegen. Eine eifrige Tätigkeit soll in der nächsten Zeit der Organisgtionstätigkeit gewidmet werden. Hier liegt außerordentlich vieles im argen. Die Schaffung von Kreisverbänden, von denen keine Spur mehr besteht, ist dringend nötig. Die Zentralisaffon, die fehlt, niuß geschaffen werden. — Direktor Dr. Müller-Köln behandelte die neuen Handelsverträge und der Bauernstand. Er legte eingehend die Wünsche dar, die der Bauernstand bei der Neuregelung der Handelsverffäge, zur Berllcksichtignug empfiehlt. Der Haferzoll soll bestehen bleiben wie seither. Die Beibe- .haltung der Futtermittelzölle muß erreicht werden. Für
Reue Tageszeitung. Mittwoch den 39. Juli isi«
M fiiljmikit JJfrlönlidjkfitfii im grifft
Auf nebenstehender Tafel i'f den Serben ein größerer bin gemährt als es ihrer Bedeutung zukommt. Da ist zunächst de. Kronprinz Alexander, ge,:c . wattig der Regent des Landes, da sein Vater König Peter n. nell zurückgetrelen ist. Er hat zwar die beiden Balkankriege mitgemacht, seine inilitärische Begabung aber wird er erst zu beweisen haben. Der Minister P a s ch i t s ch ist wohl der interessanteste Mann Serbiens. Er hat seine Studien in München gemacht und dort einer sozialdemokratischen Organisation an- gehött. Die Tatsache inacht ihn auch wohl den Sozialvemokra c:: so angenehm. General Putnil, der serbische General-Stabschef wurde bekanntlich am Sonntag in Ungarn festgrnommen, abct wieder freigelassen.
Oberbefehlshaber d Rrmte
Produkts der Gärtnerei wird ein Zollschutz gefordert, in- dessen nur für die besseren Obstsorten und feineren Gemüse. Die Einführung von Milch- und Rahmzoll wird die Land- wittschaft nicht für unbedingt nötig halten, wenn ihm die Zölle auf Vieh und Getreide wie seither bewilligt werden. Unbedingt nötig ist ein Schutz für den Winzerstand, eine Belegung des ausländischen Weines mit einer Abgabe, die dem ausländischen Wein denselben Verkaufspreis aufzwingt wie dem deutschen Durchschnittswein. Die Aufrechterhaltung der Vieh- und Fleisi^ölle ist notwendig, vor allein aber wird der Seuchcnschutz gefordert. — Seit dem 1. Juli hat die Rheinische Landwirtschaftliche Produktions- und Absatzvereinigung in Cöln die Warenvermittlung im Nassauischen Bauernverein, der seither mit Regensburg in Verbindung gestanden, übernommen. Der Betrieb wird wie De. Seul- Cöln aussührte, mit denselben Lagerhäusern wie bisher wei- tcrgefllhrt. — Pfarrer Kastert-Cöln führte in seinem Schlußwort aus, daß der deutsche Bauernstand auf dem Wege der Organisation erhalten werden müsse.
Starkenburg.
* Darmstadt, 28. Juli. Der 74 Jahre alte Privatier Vetter dahier, der sich an einem 12 Jahre alten Mädchen ver- gangen hatte, sollte gestern wegen dieser Angelegenheit vernommen werden. Aus Furcht vor den Folgen seiner Tat, hat sich der greise Mann auf dem Friedhofe erschossen.
* Darmstadt, 28. Juli. Aus dem Truppenübungsplatz Griesheim stürzte am Sanistag ein Unteroffizier der Fliegertruppe mit einem Flugapparat aus geringer Höhe ab. Er blieb unverletzt. Der Apparat wurde stark beschädigt.
* Darmstadt, 28. Juli. Gestern Nachmittag rasten etwa 25 Pferde eines hiesigen Dragoner-Regiments in wilder Flucht ohne Sättel, aber mit Zaumzeug versehen, durch die Straßen der Stadt. Wie wir erfahren, handelte es sich um junge Remonten, welche am Steinbrllckerteich zu Schwimm- übungen geführt wurden und in einem unbewachten Augenblick die Flucht ergriffen. Vor der Stadt gelang es, die Mehrzahl der Ausreißer aufzuhalten. Eine andere Partie lief einfach in ihre Stallungen.
* Darmstadt, 28. Juli. Zwei russische Studenten, welche am Sonntag abend den an dem alten Palais auf dem Lutsen- platz stehenden Infanterie-Wachtposten durch Zurufe beleidigten, wurden mit Hilfe von Passanten und der dann rasch herbeigeeilten Schloßwache festgenommcn, nachdem sie versucht hatten, durch zu gehen. Mit aufgcpflanztem Seitengewehr wurden sie durch die Wache nach dem Schlosse gebracht und nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen. Sie scheinen etwas angeheitert zu sein, obwohl es erst halb elf Uhr war.
* Darmstadt, 28. Juli. Der Beginn der landwirtfchaft- lichen Winterschulen pro 1914/15 ist aus den 3. Novcniber festgesetzt und können Anmeldungen jetzt schon erfolgen.
* Darmstadt, 28. Juli. Der Reinertrag der Bismarckfeier für Errichtung des National-Bismarckdcnkmals auf der Elisenhöhc bei Bingen, die von dem Allgemeinen Studenten- vcrband, der Stadtverwaltung usw. veranstaltet worden war, brachte nach den jetzt fertiggestclltcn Abschlüssen einen Reinertrag von 2817 <M.
* Darmstadt, 28. Juli. Die letzten Drucksachen des 35. Landtages, bestehend in einer Zusaiumenstellung der an die Kammer gerichteten Gesuche, Beschwerden usw. und der Land- tagsabschicd mit Protokoll, Thronrede usw. sind soeben den Abgeordneten zugegangcn.
Kircherlijch.
Zu einem für seine rascheste Verbreitung besonders gün- stigcn Zeitpunkte — zu Beginn der Reisezeit nämlich — erscheint soeben ein außerordentlich praktisches Büchlein: „Der
Zeitungsschlüssel. Allerlei Brauchbares sür Jedermann dessen Anschaffung für 1 M wir unseren Lesern auf da, wärmste empfehlen möchten. Der durch seine literarisch. Tätigkeit bestens bekannte Herausgeber, Landgerichtsdircktai W. Johnson in Leipzig, sagt im Vorwort des Büchlei „Unsere heutigen Zeitungen mit ihrem gewaltigen Lesest,ei lassen sich ohne ein Hilfsmittel kaum mehr so lesen, daß die volle Bedeutung des Gebotenen richtig erfaßt. Gene sind die Schriftlcitungen bestrebt, ihre Aufsätze, Mitte, lungen usw. in allgemein verständlicher Form zu bring.u. Aber bei dem Rieesnumfangc des Stoffes und der Kürze a> e Zeit, in der er verarbeitet werden muß, ist das immer n> . in gewissem Maße möglich: Ausdrücke, bei denen sich der Leser nicht ohne weiteres das Nichtige denken kann, F-ernd- Worte, die nicht allgemein bekannt sind, ausländische Einum tungen, Münzen, und dergleichen werden immer wieder vor kommen, ohne daß es möglich wäre, in den Zeitungen sol si eine Erklärung oder Erläuterung beizufiigcn. Ta soll unser Büchlein helfen! Umfangreiche Nachschlagewerke oder bloße Frenidwörterbücher sind eben für den Zeitungslescr nicht das Richtige: sie geben zuviel und sind deshalb unhandlich, oder sie lassen alles das Wichtige vermissen, was nicht Fremdwort und doch nicht jedem ohne weiteres verständlich ist; sie können auch — namentlich fern von Haus und Büro — nicht immer zur Hand sein. Unser Büchlein dagegen kann man überall, auf Reisen, in der Straßenbahn, im Cafü usw., mit sich führen, es ist nur sür das Zcitungslcscn zugeschnitten, leicht, bequem und — sehr billig: in knapper klarer Ansdrucksweise enthält es alles das, was beim ZeitungSleje» zum schnellsten Aufschluß über das Gelesene dienen kann: Begriffe der Länder-, Staats- und Rechtskunde, der Volkswirtschaft und des Heerwesens, ausländische Maße, Gewichte und Münzen, seltenere Fachbezeichnungen aus Handel und Verkehr, Kunst und Wissenschaft, fremdsprachliche Ausdrücke, Erklärungen usw. . . Das zur Anschaffung sehr empfehlenswerte Büchlein, das man wirklich als ein kleines Konversationslexikon für die Rocktasche bezeichnen kann und öa: auf 379 Scitcnspalten sorgfältigen Druckes über 8000 knaps und zweckentsprechend erläuterte Stichworte enthält, dabei durch äußerste RaumauSnützung aber zu größter Handlichkeit und auf ein Gewicht von nur etwa 90 Granun gebracht nt. kostet wie schon erwähnt, 1 und ist erhältlich in nllen Buch- und Schrcibwarcnhandlungcn, Zeitungskiosken usw., oder gegen Einsendung des Betrages auch direkt vom Verlag Otto Wigand, Leipzig, Sternwarten st r. 12.
Lkl iMgflisiifr (fli'iii!
bleiben die Kinder gewöhnlich in der körperlichen Entwicklung zurück und kommen auch in der Sch:: e nicht mehr niit. Wenn in solchen Fällen eia Stärkungsmittel am Platze ist, daun ist c.- unbedingt
Scotts Emrüfiüsi.
Leicht verdaulich — gut zu nehme.:.
V- i . - —
Hervorragendes Tafelwasser


