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ihre Bedenken. Das Volk dürfe nicht auß acht lassen, welche schweren wirtschaftlichen Folgen ein Wcltbrand mit sich brin- gk,i würde. Er hoffe, daß der Krieg lokalisiert bleibe.
Oesterreichische Sluffttffung.
Wien, 29. Juli. Zur serbischen Antwortnote schreibt oas „Nene Wiener Dagblatl": Es zeigt sich, daß Serbien nur Ausflüchte suchen wollte. Angesichts dieser Tatsachen kann die östereichisch-ungarische Regierung unter keiner Bedingung mehr zurücktretcn. Es ist also auch nicht mehr möglich, daß die österreichisch-ungarische Regierung gcg-a Zahlung der Mobilisierungskostcn und selbstverständlich gegen die vorbehaltlose Annahme ihrer Rote ihre Aktion einstellen soll. Die österreichisch-ungarische Regierung »rird punmehr ganz andere Forderungen erheben müssen.
Stimmung im ungarischen Abgcordnetcnhause.
Budapest, 29. Juli. Tie gestrige Sitzung des Abgeordnetenhauses gestaltete sich z» einer feierlichen Kundgebung der Volksvertretung für die Verteidigung der Ehre und der Interessen des Landes. Namens der Opposition erklärte Graf Appony, daß Oesterreich-Ungarn verpflichtet ist mit Serbien endgültig abzurechnen und mit ihm aufzuräunien. Der Premierminister Graf Stürgkh gab dieser Ansicht seine Zustimmung und er schloß die Sitzung, indem das ganze Haus begeisterte Eljenrufe auf den König, die Armee und hie Regierung ausbrachte.
Keine Mobilisierung Russlands.
Nach den vorliegenden Nachrichten erfolgt, wie dem Vertreter des Wolsichen Telegraphen-Dureaus von maßgebenden Miellen erklärt wird, noch keine Mobilisierung Rußlands.
Im Gegensatz dazu steht folgende Meldung^
Berlin, 29. Juli. Wie zuverlässig verlautet, sind in den beiden russischen Militärbezirken Kiew und Odessa Mobi- lisierungsbclchle ergangen. Offiziell hierher gelangte Nachrichten besagen, daß die Durchfahrt zwischen Helsingfor und Nangoe sür Handels- und Privatschiffe gesperrt ist. Der Leuchtturm bei Eransgrund ist an eine andere Stelle versetzt worden. Drc Leuchiturmc von Crobora und mehrere andere Leuchttürme bei Helßngsör sind ausgeloscht worden.
Zur russisch-polnischen Ziiduslritrevicr ist gestern der Beseht ergangen, sämtliche diensttauglichen Pserdc einzuziehcn. heute Nacht wurde» in Sieloc Pjcrde dortiger Fabriken von der Militärbehörde requiericrt.
Erst in den gestrigen späten Abendstunden wurde in Peters bürg bekannt, daß Oesterreich-Ungarn angeblich den Krieg erklärt habe. Die optimistische Stimmung, die den ganzen Tag über xcherrschr hatte, schlug rasch ins Gegenteil um. Auf dem Kcw-liprospckt hatten sich große Menschenmasien angcsammelt, die wiederholt Hochruse aus Serbien ausbrachten.
<?i«c amtliche russische <rr?lär«ng.
Folgende amtliche Mitteilung wird veröffentlicht:
Zahlreiche patriotische Kundgebungen der letzten Tagen in der Residenz und in anderen Städten des Reiches beweisen, daß die seste und ruhige Politik in den breite» Schichten der Bevölkerung sympathischen Widerhall gesunden hat. Die Re> gicrung hofft jedoch, daß der Ausdruck der Volksgesühle durchaus nicht die Färbung von Mißgunst gegen Mächte einnehmen werden, mit denen Rußland sich im Frieden befindet und unveränderlich sich im Frieden zu besindcn wünscht Indem die Regierung aus dem Aufschwung des Polksgeistes Kraft schöpft und ihre Untertanen ausjordcrt, Zurückhaltung und Ruhe zu bewahren, verharren sic aus der Wacht für die Würde und die Interessen Rußlands.
Die Stimmung in Russland.
Der Eindruck der soeben bekannt gewordenen Kriegs», klärung Oesterreichs wird in Rußland, nainentlich im Publikum ungeheuer sein, da die eingctretene Entspannung überschätzt wurde. Die russische Diplomatie ist außerdem erregt, weil die Aufnahme, die Grell? Vorschlag in Berlin gesunden hat, in Petersburg noch nicht bekannt ist. Man bosft aber immer noch, daß die Diplomatie alle Mitte! erschöpfen wird, bevor sie vor den Heerführern abdankt.
Eine neue russische Intervention in Wien.
Gestern nnchniittag fand eine zweistündige Unterredung des russischen Botschafters Schcbeko mit dem Grasen Berch- told statt. Schcbcto verlangte eine teniporäre Sistierung der Feindseligkeitc», jedoch ist die Unterredung, wie selbstverständlich zu erwarten war, resnltatlov verlausen.
Zuversicht i» Italic».
Rom, 29. Juli, Die Nachricht vom österreichischen Vor- niarsch, den die Mittagsausgabe des „Giornale d'Jtalia" bringt, wird trotz der schwebenden Vermittelung als verständlich angesehen. Man sicht ein, daß Oesterreich nicht noch eine kostspielige dritte Mobilisatioii mache» könnte, ohne einen Schiiß abzufciiern, wie in früheren Krisen mit Serbien. Daneben hält man an der Möglichkeit einer erfolgreichen Vcriniktclnng fest.
Eine itnlicuischc Stimmt.
Rom, 29. Juli. Die „Tribuna" wendet sich heute abermals gegen diejenigen polilischen Gruppen, die leichtherzig ein Desinteressement Italiens in einer Krise predigten, wie sie solgeiischtvcrcr Europa nie gesehen habe. Wenn die Krise trotz aller Anstrengungen, sie z» vermeiden, sich iiber- stürze, werde Jialien alle seine Verpflichtungen z» erfüllen und seine höchsten Interesse» z» verteidigen haben. Regierung und öffentliche Meinung müßten sich ruhig und entschlossen bereit halten. Diese Haltung werde auch stärker für den europäischen Frieden wirken als »»nütze Sentimentalitäten und morchiavcllistische Spitzfindigkeiten. In einem großen Kriege müsse Italic» mit allen seinen Kräften seine Interessen wahren, »m sich vor noch größeren, Risiko zu schützen, denn die gefährlichste Position sei die eines Jn- lchaucrß an, Fenster, die,jetzt in Italien viele empfehlen.
Neue Tageszeitung, Mittwoch, ven 29. Juki 1914.
Sttmsitznng in Frankreich.
Paris, 29. Juli. Wie der „Temps" versichert, besteht im Ministerium des Aeußeren nach dem heutigen Besuche des deutschen Botschafters der Eindruck, daß Deuffchland bereit ist. an der Erhaltung des Friedens mitzuarbeiten, daß cs aber eine Intervention in Men abgelehnt: man frage sich deshalb, ob Deutschland nicht den Wunsch habe, daß eine kriegerische Aktion den Verhandlungen vorausgehe. Mit diesen Worten will das Blatt wohl dem Gedanken Ausdruck geben, daß Deutschland vielleicht zu einer Intervention bereit wäre, sobald die österreichischen Truppen in Serbien cin- gezcgen wären.
lieber die Absichten der russischen Regierung geben die Zeitungen auch heute noch keinen unzweideutigen Aufschluß. Der „Temps" läßt sich aus Petersburg telegraphieren, daß „die Festigkeit der russischen Regierung absolut ist und daß alle der Situation cnffprcchenden Maßregeln getroffen sind."
Dementi.
Paris, 29. Juli. Der „Petit Parrsien" veröffentlicht folgende Note:
Gestern abend lief das Gerücht, daß die französisch: Ne- gierung beschlossen habe, die Reservistenklassen 1908/1909 bis 1910 unter die Fahnen zu berufen. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß dieses Gerücht unbegründet ist und daß die französische Regierung nicht daran denkt, irgend welche Reservenklafsen unter die Fahnen zu berufen. Spanien und der Kricg.
Madrid, 29. Juli. Die Nachrichten von dem definitiven Ausbruch des österrriechisch-scrbischcn Krieges haben an den Börsen pon Madrid und Barzelona eine Panik hervorgc- rufen. In Barzelona war die Erregung so groß, daß sich die Börsianer buchstäblich eine Schlachllieferten. Da der Börsenvorstand nicht einschritt, sah sich der Gouverneur gezwungen, die Börse militärisch zu besetzen, räumen und schließen zu lassen. Die spanische Regierung tut alle?, um die Erregung der Geister zu dämpfen. Der spanische Ministerpräsident erklärte in wiederholten Unterredungen, daß er persönlich nicht an AuSbruch eines allgemeinen europäischen Krieg glaube. Falls ein solcher wider Erwarten doch kommen sollte, so würde er auf Spanien, das die strengste Neutralität bewahren werde, nicht übcrgreifen.
Hollands Maßnahmen.
Rotterdam, 29. Juli. Die militärischen Dorsichtsmaß- nahmen, die schon am Sonntag angckündigt wurden, sind nun vollständig beendet. Sämtliche wichtigen Eisenbahn- brllcken sind besetzt und die Grenzforts erhielten ihre kriegsmäßige Besatzung. Deutsche und österreichische Gäste verlassen die Seebäder und kehren in ihre Heimat zurück.
Der Ministerrat hielt gestern in später Abendstunde eine außerordentliche Beratung ab.
Die ersten Kämpfe.
Berlin, 29. Juli. Die „Vossische Zeitung" meldet a»S Wien:
Die Kämpfe an der Drina, dem boßnisch-serbifchen Grenz- slnß, haben begonnen.
Serbische Freiwillige forcieren an mehreren Punkten den Fluß, die österreichischen Grenztruppen erwidern das Feuer. Die Serben haben irrtümlich eine» ihrer eigenen Transport, dampser beschossen.
Die Serben haben viele Tote und Verwundete.
Im serbischen Teile des früheren Sandschaks Novibazar sind Truppenbewegungen zu erkennen. Die serbischen Truppen haben ihre Posten bis P r i b o i (am Limfluß, wo die alte Grenze Serbiens an Bosnien stößt vorgeschoben, die mit den inontencgrinischen Truppen bei Plewlje Fühlung nehnien.
König Nikita übersiedclt mit der montenegrinischen Regierung von Cetinjc »ach Podgoriba.
Wien, 28. Juli. Die „Militärische Rundschau" meldet: Die im Raume bei Semcndria versammelt gewesenen serbischen Truppenteile sind in südlicher Richtung im Morawa- Tak, vermutlich gegen Ewilajnak, aimarschiert. Unmittelbar an der Donau stehen nur schwächere Kräfte, darunter Land- stur:,,. Die Truppenansammlungen bei Daljewo und Uzei dauern fort. A» der Drina werden bei Lcschnitz und südlich bei Ba>na-Baschta starke Freiwilligenabteilungen und auch reguläre Truppen gemeldet. Die neuformierte Division von Novibazar ist über Sjenica an dem Lim vormarschiert. In der Gegend von Prjepolje steht eine montenegrinische Brigade mit Gebirgsartillerie. Uebcr weitere Truppenbewegungen Montenegros ist nichts Authentisches bekannt. In Pod- goritza kam ei» höherer serbischer Generalstabsosfizier an: er hotte n»t dem montenegrinischen Kriegsminifter eine Besprechung. Das serbische Armeeoberkonunando ist bereits gebildet. Als Oberbefehlshaber junaurt der Kronprinz- Regent: als sein militärischer Beraler uns Chef des Eenc- ralstabs der Opcrationsarmee wird General Pulnik fungieren.
S c in l i n , 28. Juli. Außer der heute erfolgten selbstoer- ständiichen Verhängung des Stand rechts sowie dem Eintreffen vieler Flüchtlinge aus Serbien ist Semlin vor läufig gänzlich ereignislos. Das Städtchen macht den Eindruck wie wohl in der Manövcrzcit: es ist geschäftig ohne Aufregung. Ein Verlassen des Stadtbezirks ist auch zu Wasser ausgeschlossen wegen der starken Truppenbewegungen. Die Brücke »ach Belgrad ist noch unversehrt. Ein Einmarsch der Ocstcrrcicher in die serbische Hauptstadt ist vorerst unwahrscheinlich, aus militärischen und, wie man hier annimmt, auch aus politischen Gründen,
Der serbisch« Aufmarsch.
Nach Meldungen, die auf Umwegen eingetroffen sind, wird der Aufmarsch der serbischen Armee in Zentralserbien in wenigcn Tage» beendet sein. Eine Entblößung der albanischen
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Grenze durch den Abmarsch der serbischen Truppen nach Norden kann für Serbien bedeirtliche Folgen haben. — Die Mo9t> lisierungsmaßnahmen in Montenegro sind in vollem Gang«. Be: Plwlze haben die montenegrinischen Truppen enge Fühlung mit den Serben. König Nikolaus dürfte mit der Regierung nach Podgoritza Lbcrstedeln.
Der Rückzug der Serben.
Mailand, 29. Juli. Der „Secolo" empfängt eine Depesche aus Risch und Kragujewatz, wonach cs sich bestätigt, daß die serbischen Truppen einem Einmarsch der Oesterrci- cher in Belgrad nicht den geringsten Widerstand entgegensetze» werden. Beim Herannahen der Ocsterreicher soll sofort die weiße Fahne gehißt werden, lleber die Expedition der Oesterreicher aus Mitrovitza sind die Serben in keiner großen Sorge. Man erklärt, daß der Sandschak eine einzige unan- nehmlare Festung bilde.
Die Streitkriste der Gegner.
Oesterreich-Ungarn verfügt über 16 Armeekorps die sich in 49 Infanterie- und 10 Kavallerie-Divisionen gliedern und insgesamt über 132 Infanterie-Regimenter, mit 683 Bataillonen, einschließlich der Jäger, über 68 Kavallerie- Regimenter mit 353 Eskadrons, sowie über 65 Feldartill 'rie- Regimcnter mit 316 fahrenden, 24 reitende», 62 Gebirgs- und 28 schwere Haubitzbatterien verfügen, denen sich noch die Festungsartillerie mit 6 Regimentern gleich 24 Batril- lonen mit 92 Kompagnien zugcsellen. An technischen Truppen besitzt die Doppelnronarchie 8 Pionierbataillone mit 32 Kompagnien und 14 Sappeurbataillonen mit 43 Konipag- nien: an Verkehrstruppen ein Eisenbahn-Regiment mit 3 Bataillonen oder 12 Kompagnien, 4 Telegraphenbatailloncn gleich 16 Kompagnien und 16 Korpsabteilungen und endlich eine Luftschifferabteilung, an Trainsornrationen 16 Divisionen mit 115 Eskadrons, an Sanitätsformationen 27 Abteilungen. Die Zahl der Maschinengewehre konnte ich nicht fcststcllen.
Uebcr die Stärke der Armee läßt sich mit Vestiurnitheit nichts sagen, da über den genauen Jricdcnsstand Deröfsent- lichungen nicht erfolgen nnd die Daten über Gliederung nnd Stärke im Kriege werden geheim gehalten, immerhin läßt sich die gesamte Friedensstärke auf mehr als 30 000 Offiziere, 380 000 Mann und 79 000 Pferde berechnen, im Kriege ans rund zwei Millionen ohne Landsturm und Ersatzreserve. Was die Disziplin und den Geist des Heeres anbetrifft, so ist bekannt, daß der österreichische Soldat zu den besten der Welt gehört. Die in Bosnien und in der Herzegowina stehenden Truppenteile sollen einen besonders guten Ausbildungsgrab erreicht haben.
Uebcr die serbische Kriegsmacht
schreibt der militärische Fach-Redakteur der Wiener „Neuen Freien Presse":
Die serbische Armee ist nach dem noch in Geltung befindlichen Wehrgesetze in drei Aufgebote nnd den Land- sturnr gegliedert. Das erste Aufgebot umfaßt die Wehrfähigen vom 21. bis einschließlich des 31. Lebensjahres und besitzt im Frredensheere relativ starke Kaders. Das zweite Aufgebot bilden die Wehrfähigen vom 32. bis inklusive 33. Lebensjahre: es sind keine Friedenskaders vorhanden. In das dritte Aufgebot werden die Leute vom 39. bis zum 45. Lebensjahre eingereiht. Die gesamte Dienstzeit beträgt in den drei Aufgeboten 24 Jahre. Die Friedensstärke des Heeres betrug im Jahre 1912 budgetmäßig 2275 Offiziere, 4300 Unteroffiziere und 22 908 Soldaten, in Summa rund 30 000 Mann. Der taffächliche Stand betrug im Winter 1911/12 nach „Löbell" 17000 bis 18000 Mann und erreichte Anfang September 1912 die Höhe von 50 000 bis 60 000 Mann. Im April 1914 loaren die Kaders 53 000 Mann stark. Gegenwärtig stehen infolge Einziehung von Reserven - 120 000 Mann unter Waffen.
Die serbische Armee wurde in einen Krieg vermutlich mit mindestens fünf bis sechs Korps zu zwei Truppen- divisionen cintreten. Jede Division zählt vier Regimenter Infanterie, ein Reiter-Regiment zu drei Eskadronen, ein Feldartillerie-Regiment zu nenn Batterien zu vier Geschützen nebst technischen Formationen. Der Gesechtsstand einer Truppendwision wird mit 15 000 Mann beziffert, woraus sich ein Gesamtgefechtsstand der ersten und zweiten Linie, das ist der Feldarmee, von ettva 180 000 bis 200000 Mann ergeben würde. Wie weit die Formierung der fünf neuen Divisionen fortgeschritten ist, entzieht sich noch der Kenntnis.
Gebers,chl.
— Aus der Zeche „Andols von Hansemann" hat sich in der vorletzte» Nacht infolge Bruches eines Bianddammes «ine Explosion-schlagender Wetter ereignet. Rach amtlichen Mtt- teitungc» sind bisher sieben Tote geborgen, sieben weiter Bergleute sind noch gefährdet. Man weiß noch nicht, ob es möglich sei» wird, sie zu retten.
— Aus Anlaß der drohenden Kriegsgefahr macht sich in den Seebädern und Sammersrischeu eine Flucht der Badegäste bemerkbar. Bo» Sylt reisten gestern 1909 Badegäste ab. Verschiedene Schisse sind angewiesen worden, bei der geringsten Verschärfung der Lage sosort aus den rnssischen Häsen zu dampfen.
— Gestern streikten den amtlichen Angabe» zufolge in Rußland noch 79 090 Arbeiter, die wirkliche Zahl ist erheblich größer. Die Beendigung des Ausstandes ist unabhängig von der internaiionalen Spannung. Daß die Arbeiter patriotisch« Kundgebungen veranstaltet hatten, ist glatt crsunden.
— Aeußerft ungünstige Nachrichten liegen heute srüh über die Kämpje in Marokko vor. Danach soll die Kolonne Gouraudi dt- an, 2.7. Juli den Vormarsch den Klanenflutz entlang begonnen Halle, am 2«. Juli aus eine groß« Anzahl Aufständischer aus dem Stamme der Rlata gestoßen sein. Es kam zu


