Nr. 1OT
Seite 8.
auf das Trinkgeld angewiesen ist: eine alltägliche Erschein- ung bei Kellnerinnen, Kellnern, Stubenmädchen, Hausdienern und Portiers. Nicht nur diese Leute, nein auch
die Gäste meinen mitunter, dort, wo das Trinkgeld der Empfänger einziger Lohn, sei das Trinkgcldgebcn eine von Rechtswegen zu erfüllende Pflicht. Als ob nicht erst der seitens des Publikums gepslogene Brauch die Brotherrn darauf gebracht hätte, mit Rücksicht auf die erfahrnugsgemäß meist nicht unbedeutende Höhe dieser Einnahmequelle da? Gehalt zu streichen. Erinnert sei hier nur der Tatsache, daß selbst Straßenbahngesellschaftcn bei der Besoldung ihrer Beamten deren Einnahmen aus' dem obligaten Fünfpfennig, stück in Betracht ziehen. Niemand wird aber dieserhalb behaupten können, der Beamte erwerbe damit einen Anspruch auf seinen Obulus. Nein, das ist vielmehr ein Wahn, um dessen Heilung Arbeitgeber, Personal und Publikum nach besten Kräften besorgt sein sollten. Und zwar bedürfen, schcints, vor allem manche Hausdiener dringend der Belehrung, daß das Trinkgeldgeben in des Gasts Belieben bleibt und nicht erzwungen werden kann. Die bösen Folgen einer Unkenntnis hierüber soll eine Episode aus dem Leben klar- lcgen, wie sic ähnlich gewiß schon zu Hunderten von Malen passiert ist. Eine Dame macht auf der Rückkehr von ihrer Seereise in einer Mittelstadt Station und logiert sich dort im ersten Hotel ein. Da sie sich stark verausgabt und wohl auch die Hotclrcchnung nicht ganz richtig eiugeschäht hat, langt ihr Geld nur noch gerade bis zur Tilgung ihrer Schuld: den Hausknecht vermag sie nicht mehr zu entlohnen. Der aber ergrimmt darob und behält sich, gegen alle Bitten und Vorstellungen taub, die Handschuhe der Dame zurück. Zum Glück für olle Reisenden hat ihm allerdings das angerufcne Strafgericht Mores gelehrt und wegen Erpressung ins Gefängnis geschickt. Wohin kämen wir denn auch, sollten derartige Schäden unter dem Schuhe der Gerichte weiter uni sich fressen dürfen. Aber nicht nur das reisende Publikum wird jenes Urteil loben, sondern auch der Wirt nebst seinem Personal.
Ans der Heimat.
* Ariedberg, 18. Juli. (Gewerbeschule). Der bereits schon . .iiher augekündigte Vorbercitungslurfus für die im Herbste
0. I. stattfindende Meisterprüfung findet im Monat August d.
1. statt Anmeldungen hierzu werden durch die Eroßherzogliche Schulleitung cntgcgengcnonimen.
* r. l. Friedberg, 18. Juli. Wie alljährlich sclt einer Reihe
von Jahren, so haben sich auch in diesem Jahre die in Friedberg geborenen und konfirmierten Fünfziger versammelt. Die Feier nahm äußerlich den hier üblichen Verlaus: Am Vor-
Polfter-niöliel l
nur eigener Herstellung
Moderne Klub-Sofas u. -Sessel, Divans, Salon-Garnituren, Vollständige Betten.
Die Fabrikation untersteht meiner persönlichen Leitung und bietet dadurch Gewähr für bekannt solideste Verarbeitung.
Inh.: Heinrich MetzenM
Friedber«; i. H.
Piano s rt9C Sfi:.....
W. istuvier- piano l,22cm!).45Q„Ä
usw.
1,25 „ „ 50:
1.28 „ „ 070,;
1.28 „CC0„
1.30 „ 650
1.30 „ „ 680 „ i.32 „ „Tao,, 1,34 .. ..750..
2 Eöcilia
3 RhenauiaA,
k>Moguniia»l"
6 „ B,
7 Talon 2t ,
« „ B __________
- ou! Rate» ohne Aufschlag Monat 15 —20 Ml. Kaste 5> per M. iviüllcr'S Hof-Piano-Fabrik«
Vertreter: Fr. Jos. Glück.
Friedberg i. Kaiserftraße 140.
Da elbst stimmen und reparieren aller MustliniirumeiUc billigst ---
Bakterien tötende Wirkung, dauerhaftester Belag kaust man am besten u. biiligtsen _ im
Tapeten- n. Linoleumliaiis
Köeler, Friedberg, Kaisopstr. 2
Neu« Tageszeitung. lag, »«» IlVSuli 191«,
abend (4. Juli) Eröffnung bet Kamerad Scheibet: am Haupttag« Rundgang durch Friedberg, photographische Ausnahme, Mittagessen mit Ansprache, Spaziergang nach Nauheim: am Schlußtage eine Wagenfahrt in den Taunus. Was an der Feier bedeutsam erschien, war auch nicht die Zahl der Erschienenen — sie betrug 28 — es waren vielmehr Zusammensetzung und Geist der Versammlung, die Anlaß zur Betrachtung geben. Vertrete» waren fast alle Berussstände: Landwirte, Handwerker, Kaufleute, Arbeiter, Privat-, Gemeinde- und Staatsbeamte, Aerzte, Lehrer und Oberlehrer, Studierte und Nichtstu- 'vierte: ebenso alle Bekenntnisse, und alle im herzlichsten Vereine, im schönsten Beisammensein. Alte Erinnerungen wurden wach: ein altes Schulbild war zur Dielte: es zeigte die nunmehr Fünfzigjährigen als Siebenjährige, Ein Stück vom alten Friedberg war lebendig geworden. — Wie lange noch und die alte Anhänglichkeit ist geschwunden, Hai dem albernen Geiste der Absonderung Platz gemacht, der heute alle Klaffen unseres Volkes zu erfaffen droht! Die Fünfziger der Jahres 1914 gedenke» es anders zu halten: ste werden sich in 5 Jahren wieder versammeln.
Aus dem Kreise Hanau.
- r. Hanau, 18. Juli. Wie bekannt, besteht die Absicht, den bei Durchführung der Kanalisierung stark zu stauenden Main zur Erzeugung von elektrischer Energie zu benutzen und in Verbindung mit der Edcrlalsperre einen großen Bezirk mit ihr vorteilhaft zu versorgen. Ins Auge gefaßt ist als Dcrsorgungs- bezirk der südliche Teil Kurheffens, von Hanau bis Hünfeld. Nachdem am 25. April d. I. in Hanau eine Konferenz von Vertretern der beteiligten Kreise und Städte sowie der Weser- und Mainstrombauverwaltung stattgcsunden hat zur Besprechung des vorliegenden Projekts, sind in der Zwischenzeit weitere Verhandlungen gepflogen worden, auch ist ein Vertragsentwurf zur Ausarbeitung gekommen, mit dem sich die beteiligten Stadt- und Landkreise demnächst zu befaffen haben werden. Somit steht zu hoffen, daß in baldiger Zeit eine großzügige Elektrizi- tätsanläge geschaffen werden wird, welche für den Illdlichen Teil Kurhejsens große Bedeutung erlangen kann.
Ans aller Welt.
Für 20,000 Mk. Radium verschwunden. In der ersten
medizinischen Klinik der Königlichen Charitee in Berlin ist Radium im Werte von 20,000 Mark abhanden gekommen. Umfangreiche Ermittelungen sind schon angestellt worden. Unter anderem wurden auch die Gruben und Latrinen der ersten Klinik ausgepumpt, da man annimmt, daß ein Kranker, der den Wert des Radiums nicht kannte, den Behälter mit der wertvollen Materie achtlos weggeworfen hat.
Zwei Kinder beim Baden ertrunken. Die beiden einzigen Kinder während des Ferienaufenthaltes verloren hat die
Bier & M-ßmbirg v.d.ß.
Abteilung B. chem. techn. Produkte empfehlen
sliissig. BsilkiliviichS,Srtrtltiiirflm J
Bodenwachse, Putzertrakt farbiges Carbolinenm „Colop Staubbindende Bodenöle.
i//
| Alfred lilrai, Bad-üsakeii
l«9»
»Ir
Heizungs- u, Lüftungsanlagen
-- aller Systeme ——
Dampfheizungen
Niederclruckdampfhelzitngen
Abdamptheizuogen
Warmwasserheizungen
Luftheizungen
Warmwasserversorgungen
Brunnen- und Pumpenanlagen Kompl. Wasserversorgungen (ar Staate, Dürler, Landhäuser und Industrielle.
Haus-!nstel!ationen für Gas -und Wasser-
mit den neuesten Einrichtungen
S Wasch- und © Bade-Efnrichtcngen
Elektrische Licht- und Kraftanlagen.
(ii'öiltes Laser am Platze!
Wf*
N Tapeten, Knlmista, Gaidttiittn, Farden, Mt, Piiijel
nirgends besser, nirgends billiger wie bei
idoll Bc-eJi&teAn.
Am alt.Wanü. Fricellacrg i. II. Schulst!. 5
Trief»» 459. Telefon 459.
AE" Wiederverkäufe« sowie für Neubauten geb
ich den höchsten Rabatt! Tapezierer steht zur Nersllgunq
Näherin Marie Dillcr aus Berlin, Memclerstraße. Die unglückliche Mutter erhielt gestern in später Nachtstunde bas inhaltschwere Telegramm: „Erna und Erich ertrunken. Sofort kommen." Heute früh reiste die Fran ab, und es bc- stätigte sich, daß'ihre 14jährige Tochter Erna und ihr elf- jähriger Sohn Erich in Nandcl Kreis Meseritz, wo sie seit zchn Tagen bei ibren Großeltern auf Fericnbesuch weilten, beim Badsn den Tod gefunden haben. Das Mädchen sollte im September eingesegnet werden.
Ein 27jähriger Mörder. In Spiegelbcrg in Württemberg erstach heute nacht der 72jährige Maurer Rau feinen 36jährigen hochgradig schwindsüchtigen Sohn. Vater und Sohn hatten tagsüber miteinander gezecht und beide waren zuletzt vollständig betrunken.
Spionierende Halbwcltlcrin. lieber die Verhaftung einer gewissen Henin Sonja in Paris, ein in der Lebewelt sehr bekannten Dame, werden folgende Einzelheiten laut, der Spionagedienst hatte die Ankunft der jungen Schlesierin. einer gewissen Klara Popiersch, geboren im Jahre 1889 gemeldet. Die Dame, die elegant anftrat und mehrerer Sprachen perfekt beherrschte, steht im Verdacht im Dienste einer deutschen Spionageagentur gestanden zu haben. Sie war Mitarbeiterin mehrerer deutscher Zeitungen. Sie wechselte in Toulon wo ihre Verhaftung erfolgte, ihren Namen >.md erklärte, eine Polin zu fein, um den Namen Henia Sonja zu führen. Wie die Polizei festgestellt hat, sind die beiden Sonja und Popiersch identisch.
Sittcnverderbtheit in nmerikanischeu Luxusbädcrn- Die Geistlichkeit verschiedener evangelischer Kirchen protestiert energisch dagegen, daß in den Luxusbadeörtern bei Newyork von Herren und Damen Tango und unsittliche Tänze im Badekostllm getanzt würden. Die Polizei erklärt demgegcn- über, daß die Damen in diesem Jahre dezentere Badekostüme trügen als in den vergangenen.
Was durch „Witze" angcrichtct werden knnn. Ein ..Witzbold" fügte der Gemeinde Brand in der Neumark großen Schaden zu. Er schrieb dem Gemeindevorsteher einen Brief, in dem er die Einquartierung von 60 Mann der Kraftfahrabteilung anmeldete. Das ganze Dorf war in großer Aufregung. Alles wurde in Bewegung gesetzt, Schweine und Hühner geschlachtet, Bier und Wein besorgt, Bäcker u. Kaufleute wurden in Nahrung gesetzt. Für die Offiziere wurde im Gasthof Quartier besorgt. Als alles besorgt war und gioße Ausgaben entstanden waren, mußten die militär- freundlichen Leute erfahren, daß sie Opfer eines gewissenlosen Betruges geworden waren. > ipSkstj'-tzk.,''. _ -
Hier Hof lss
direkt am neuen Bahnhof — Hanauerstr. 22 — SfeiPhausser Bier, gute Weine, vorzügl. Mittagstisch vcn 70 Pfg. an. Spezialität: Warme Rippchen u. Haspel zu jeder Tageszeit. Hausmacher Wurst.
freundliches Kolleg mit Klavier geeignet lür Zusammenkünfte
und kleinere Festlichkeiten.
Milchtransport- - Kannen:
für Bahnversant! mit Pa-,
tentverschluß o. Messing* s r. Bahnschildern s ~' stets In grösster Auswahl am Lager. J Buttermaschinen Y Milchseparatoren ^ :: billigst bei r
Heinrich Olil^
Mo!kerel-o.Landw, Maschinen <£> Geräte und Bedarfsartikel. «>
FraD!itirtiLM,.»uuÄo|
IC„F. Schwarz Söll Ae?
Inh.: ©eorg Hildebrandt
Giessen, jetzt Bahnliofsti’. St?
empfehlen ihr grosses Lager, bestehend in:
m
G
Ä
-
Herren- uiid Knaben - Anzilge g
ü Sport-Anzüge
... m
und sämtliche ArBieits- «. BerulHklcldlcr. Ferner 91errcn*liiena(lrn imil -Unterhose», öta-SeSi- Jaclicn un«l Sweaters.
S rein woüene deutsche u. englische Stoffe, a Fantasie-Westen.


