2. Enthäl: folches Futter oft in großer Wienge Pilze, die bei der Verfütterung ungünstig in vielen Fällen sehr schädlich auf die Tiere einwirken.
3. Hastet solchem Futter, namentlich überschwemm lem, nicht selten Sand und Schlamm an.
Tiere, denen solches Futter gereicht wird, befinden sich weistens in einem schlechten Ernährungszustand, weil es zu wenig Nährstoffe enthält, die jungen Tiere wachsen langsam, die Kühe geben wenig Milch, der Ansatz von Fleisch läßt zu wünschen übrig, die Arbeitstiere sind nicht leistungsfähig, das Blut nimmt eine wässerige Beschaffenheit an, die Widerstandsfähigkeit gegen äußere schädliche Einflüsse vermindert sich.
Weil die Nahrung unschmachaft ist, nehmen die Tiere nicht viel davon auf, das schlechte Futter wird auch schlecht ausgenutzt, es treten Verdauungsstörungen ein, weil es zu reich an Rohfaser ist und die Verdauung anregenden Stoffe nicht mehr enthält.
Wenig versandetes Futter bringt teine nachteiligen Folgen, der Sand wird, ohne zu schaden, mit den Kot wieder ausgeschieden. Dagegen kann stark sandhaltiges Futter auf die Gesundheit sehr ungünstig wirken, wenn es längere Zeit verabreicht wird. Der Sand häuft sich im Magen und in den Gedärmen, namentlich im Did darm der Pferde an, er hindert die Weiterführung des aufgenommenen Futters dadurch, daß er sich mit demjelben zusammenballt, dies führt zu Verstopfungen der Gedärme, welche die Sandkolik veranlassen.
Hastet dem Futter sehr feiner Sand an, so tann er sich auf den Schleimhäuten der Verdauungswerkzeuge jestsetzen; dadurch wird die Absonderung von Verdauungsfästen und die Aufsaugung der verdauten Nährstoffe gehemmt, was zu Ernährungsstörungen führt.
Die im Futter enthaltenen Pilze vermehren sich, namentlich wenn dasselbe feucht ist, sehr, dadurch wird es noch schlechter und ruft sehr verschiedene Krankheiten hervor.
Aber noch andere Schädigungen der Gesundheit Der Tiere können bei Verabreichung vorstehend beschriebenen Futters entstehen. Wenn man dasselbe in hohen Raufen gibt, so zeigen sich bald veranlaßt durch den herabfallenden Sand- oder anderen Staub, Augenentzündungen; wird der Staub eingeatmet, so fann sich Kehlkopf, Luftröhren- und Bronchtal- Katarrh entwideln, verbunden mit Husten und Schweratmigkeit. Bei Lämmern hat man Lungen- und Brustsellentzündungen wahrge
nommen.
Auch Verdauungsstörungen mit nachfolgenden Magen und Darmentzündungen und sehr heftigen Durchfällen hat man bei Pferden und Rindern, manchmal mit tödlichem Ausgang beobachtet.
Wenn die Tiere längere Zeit fast ausschließlich auf solches Futter angewiesen sind, so schwindet bei ihnen der Appetit, sie tauen wenig oder gar nicht wieder, setzen nur geringe Menge Rot ab, haben blasse Schleimhäute und sind sehr schwach. Nach etwa anderthalb Wochen tritt bei schnellem Verfall der Kräfte bei derart erkrankten Tieren der Tod ein. Bei Schafen hat man Brust und Herzbeutelwassersucht beobachtet. Bei allen trächtigen Haustieren, welche solches Futter verzehren, wurde nicht selten Verwerfen beobachtet. Vereinzelt hat man auch Nierenleiden und wahrschein lich von Fäulniserregern ausgehende Vergiftungen wahrgenommen.
Wenn auch die Viehpreise gesunken sind, so soll der Landwirt doch sehr darauf sehen, daß von seinem Viehkapital möglichst wenig verloren geht, daß es viel mehr immer zunimmt. Mit schlechtem Futter fann man veranlassen, daß die Tiere in ihren Nutzungen zurüdgehen, daß sie fiant werden und zugrunde gehen. Der aufmerksame langjährige Beobachter fann wahrnehmen, daß diejenigen Landwirte, welche ihr Vieh gut füttern
und pflegen u. in zwedmäßig eingerichteten Stallungen halten, vorwärts fommen, sie halten auch sonst Ordnung in ihren Betrieben. Das Vermögen derjenigen Land: wirte aber, die sich nicht gerne im Biehstalle beschäftige: bzw. nicht oft in demselben nachsehen, nimmt nur lang sam zu oder geht zurück. Da wo das Heu, bzw. das Dürrfutter in diesem Jahre der Hauptsache nach niat gut eingebracht worden ist, sollte bei der Verwendung desselben sehr vorsichtig verfahren werden, wenn Schaden vermieden werden will.
Das Aufblähen der Rinder.
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Werden Rinder mit jungem frischen Klee gefüttert oder erhalten sie zu große Mengen anderes, im Magen start gärende Futter, dann entwickeln sich häufig sehr große Gasmengen in den beiden ersten Magenabteilungen. Zunächst werden die Gase noch durch den Schlund entleert, mit zunehmender Ausdehnung verliert der Wanst jedoch seine Fähigkeit, sich zusammen zu ziehen und es sammeln sich nun die sich fortdauernd entwickelnden Gase in gefahrdrohender Weise an. Wird dem Tiere nun nicht bald Hilfe gebracht, dann erfolgt der Tod innerhalb ½- ½ Stunde und zwar infolge Behinderung der Atmung oder durch Berstung des Wanstes. Die Behandlung verfolgt den 3wed, so schnell als möglich die angesammelten Gase zu entleeren oder zu binden. Zwecks Absorbierung der Gase empfiehlt sich die Verabreichung von 30 Gramm reiner Pottasche in 1 Liter Wasser aufgelöst. Sollen die Gase durch den Schlund entleert werden, dann zäume man das aufgeblähte Tier mit einem Strohband auf, welches man vorher mit Seifenschaum oder Teer bestrichen hat. 3u gleicher Zeit versucht man durch ständigen Druck mit gefreuzten flachen Händen in der Hungergrube Bewegung des Wanstes hervorzurufen. Lassen diese Mittel innerhalb 10 Minuten keine Wirkung erkennen, dann stellt man den Patienten mit dem hinteren Teile tief und führt vorsichtig die Schlundröhre durch den Schlund in den Magen hinab, wobei zu beachten ist, daß das eingeführte Ende der Röhre nicht in den Speisebrei gerät, weil es sich dann verstopft und somit seine Wirkung verfehlt. Um dieses zu verhüten, wurde bereits vorgeschrieben, das Tier in der Hinterhand tief zu stellen, damit sich der Inhalt des Wanstes in den hinteren Partien desselben ansammelt. Steht dahingegen der Patient horizontal, dann gelangt das Schlunds rohr nicht in die Gasmenge. Sind die Tiere bereits derart aufgebläht, daß sie nur schwer atmen oder auch wohl niederfallen, dann ist das Schlundrohr nicht mehr am Plaze, vielmehr ist in solchen Fällen so schnell als nur tunlich der Wanststich auszuführen, wozu man einen zweischneidigen Trokar benützt. Der Einstich mit demselben macht selbst dem Laien keine Schwierigkeit und dem Tiere wird in furzer Zeit durch das Ausströmen des Gases große Erleichterung verschafft. Der Wanststich muß stets auf der linken Seite des Tieres ausge= führt werden, rechtsseitig ausgeführt, würde man die Darmscheibe treffen, wodurch der Tod des Tieres unfehlbar herbeigeführt wird. Der Trofar wird an der Stebe angesetzt, an welcher sich der Wanst am stärksten hervorwölbt, zwischen der letzten falschen Rippe, dem Hüftknochen und den Querfortsätzen der Lendenwirbel. Verfügt man über keinen Trofar, der übrigens in feinem Betriebe fehlen sollte, dann benützt man ein Messer, welches im Griffe feststeht. In nicht seltenen Fällen ist es notwendig, mit der Hand noch einen Teil der gärenden Massen heraus zu befördern, um so eine weitere, gefährliche Gasentwidlung zu verhüten, doch soll dann stets ein Tierarzt geholt werden, da diese Manipulation nicht ungefährlich ist, und nur von fac fundiger Hand vorschriftsmäßig ausgeführt werden kann.
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Cie duroy den Trokar beigebrachte feine Wunde bedarf| fommt es auch vor, daß das erhoffte Blattauge doch
Ber einer Abwaschung mit Kreolin feiner weiteren andlung. Dahingegen ist es notwendig, die Tiere sige Tage diät zu füttern. Zur Verhütung von Aufb.ähung empfiehlt es sich, schleimige Tränken zu verabreichen oder die Tiere halb satt zu füttern und zwar mit anderen Futtermitteln, bevor sie auf die Weide oder die Kleestoppel getrieben werden.
Das Pinzieren der Formobstbäume.
Bei den Formobstbäumen, wie Palmetten, Pyramiden, Cordens usw., fommt es darauf an, daß ihre Leittriebe reichlich mit Fruchtholz und Fruchtaugen besetzt sind, da diese Baumformen gute und schöne Früchte in reicher Anzahl tragen sollen. Um nun einen reichen Fruchtholzbesatz zu haben, muß man einen entsprechenden Sommer- und Winterschnitt ausüben. Es soll nun hier die Rede. vom Sommerschnitt sein, der sich nur auf Rebentriebe, nicht die Leitzweige erstreckt. Da der Saft im allgemeinen nach der Spitze am stärksten zieht, so werden die Augen, die sich am unteren Ende eines
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3weiges befinden, vernachlässigt, bleiben unter Umständen schlummernd und sterben dann später ab. Der junge Trieb, der im Frühjahr seitlich aus dem Leittriebe entsteht, soll zum Fruchtholz umgewandelt, d. h. die Augen, die schon ganz schwach entwickelt in den Blatt winteln stehen, sollen zu Fruchtaugen herangebildet werden. Besonders sind dies die untersten Augen, wo später die Frucht des Schutzes halber in der Nähe des Leittriebes hängt. Damit sich nun diese Augen stärken, Stutzt man den Zweig mehreremal ein, erzeugt also eine
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Saftrüdwirkung, die diesen unteren augen zu gute tommt. Wenn im Frühjahre aus dem Leittriebe die jungen Rebentriebe hervorkommen, werden lettere, so bald sie die Länge von etwa 20 Zentimeter erreicht haben, um ein Drittel entspitzt.( Siehe Abbildung I.) Es entsteht nun die oben erwähnte Saftrückwirkung, die anhält, bis das Ende des entspizten Triebes verholzt. Dann Treiben die obersten Augen( etwa 1-3 und mehr) aus. Gesetzt den Fall, es treibt nur ein Auge aus, so wird dieses, wenn es etwa 15 Zentimeter lang geworden ist, wieder um/ entspitzt. Treiben mehrere Augen aus, so schneidet man alle bis auf den untersten Austrieb weg( Abb. II. b 1), natürlich muß dies geschehen, wenn die Triebe etwa 15 3entimenter lang sind. So geschieht dieses Pinzieren im Laufe des Sommers 2, 3, ja manchmal 4 mal. Bis zum Herbst haben sich nun das unterste, oft auch die zwei untersten Augen gekräftigt und im günstigen Falle sich zu einem Blattauge( d. i. eine Auge, das ihm nächsten Frühjahr ein Büschel von Blättern. aber feinen Trieb hervor bringt, sich aber zu einem Fruchtauge umwandelt, oder auch zu einem Fruchtauge umgewandelt. Manchmal
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einen Trieb bringt, diesen muß man dann wieder entspitzen. Im Herbst wird dann der Trieb auch etwas gefürzt.( Siehe Abbild. III. b2 u. b1 sind die alten Schnittstellen des letzten Pinzierens.
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Allerlei.
Vertilgung der Fliegen. Ein großer Teil der Biehseuchen wird durch Insekten und vorzugsweise durch die gewöhnliche Fliege verbreitet. Wir möchten hier zunächst die im Kuhstall vorkommenden Seuchen hervorheben, wobei in erster Linie Panaritium und sodann die Nabelvenenentzündung oder Lähme der Kälber, die Kälberruhr, Sept. Pneumonie, Flechten usw. zu rechnen sind. Im Pferdestall sind es die Druse, Influenza usw. Außerdem kommen die Fliegen an die Milch und in die Milchräume, welche sie verunreinigen. Durch die Belästigung der Fliegen leiden die Tiere auch im Sommer ungemein.- Man muß daher darauf bedacht sein, die Fliegen aus den Stall- und Milchräumen zu ent fernen. Als hervorragendes Mittel dazu hat sich Kerman aus dem ,, Bakteriologischen Institut Dr. Kirstein", Berlin S. W. 48, Wilhelmstraße 128, bewiesen. Ein Oberschweizer berichtet darüber, daß, als er den Kuhstall alle Woche mit einer einprozentigen Kerman- Lösung ( auf eine Gießtanne von 15 Liter Jnhalt 150 Kubik: zentimeter, also ein Wasserglas voll) ausgespritzt und dem Kalk zum Anstrich der Wände zugesetzt hatte, die Fliegen gänzlich aus dem Stall verschwunden waren und damit auch zugleich die in dem Stall herrschender Seuchen, namentlich Panaritium. Als der berichtende Oberschweizer im Sommer 1913 mit der Desinfektion aufhörte, stellten sich nach und nach die Fliegen wieder ein, verschwanden aber sofort, als die Desinfektion des Fußbodens und Bespritzen der Wände wieder aufge: Kerman ist ein fluorsaures Präpa rat, welches absolut geruchlos ist, nicht äzend wirkt und nicht schädlich ist und außerdem den Vorzug großer Billigkeit hat.
nommen wurde.
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Berrentungen bei Pferden. Wenn ein Pferd auj einer schlüpfrigen Straße ausgleitet, so tommt es vor, daß es nicht sofort ernstliche Folgen zu spüren scheint, jedoch kann sich das Tier eine Verrenkung oder einen inneren Schaden zugezogen haben. Wenn eine Ver rentung vernachlässigt wird, so kann sie schwere Folgen haben. Wenn man sie entdeckt, so ist eine gewisse Ruhes zeit die Hauptsache, während sich die Behandlung nach den Umständen richten muß. Ueber die Wirksamkeit von Kalt- und Warmwasseranwendung gehen die Ansichten auseinander, aber für eine von beiden muß man sich entscheiden. Befindet sich die Verletzung am Bein und man entschließt sich zu kaltem Wasser, so muß das Bein bandagiert und am Tage einige Stunden in einen Eimer mit faltem Wasser gestellt werden. Die Bandagen sind dabei nicht zu entfernen, müssen aber für die Nacht abgenommen werden, da sie sonst trocknen und das Glied erhitzen würden, anstatt es zu fühlen. Ist die Heißwasserbehandlung nötig, so müssen die Bähungen häufig und das Wasser so heiß sein, als es das Pferd ertragen kann.
Kirschtuchen mit Hefe. Von 1 Pfd. Mehl, Liter Milch, 80 Gramm Butter, 200 Gramm 3uder, 75 Gramm Hefe und 2 ganzen Eiern macht man einen nicht zu weichen Teig, schlägt ihn tüchtig bis er Blasen wirft und stellt ihn 1-2 Stunden zum Aufgehen an einen warmen Ort. Dann wird er auf ein großes mit Spec bestrichenes Kuchenblech etwa messerrückendid aufgerollt, mit zerlassener Butter bestrichen, mit 5 Liter entfernten, eingezuckerten Kirschen dicht belegt und im Backrohr goldbraun gebacken.


