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9i«ut Tageszeitung. Donnerstag, den 1«. 3«H 1914.
Asien, J)i. Simtc, »nterzeichnete, (et nicht etwa als em staats» rechtlicher Akt, als eine Anerkennung des geschaffenen Rechts»
;ustandes auszufasien, zu dem nur die Unterzeichner de» Bei- linet Beitrages zuständig waren, und der auch tatsächltch durch Aufhebung des Artikels 25 jenes Vertrages und durch Zahlung
einer Entschädigung an die Türkei erfolgt ist. Es war vielmehr die Entsagung der Belgrader Regierung und der grotzser- bischen Agitation und das Versprechen des Wohloerhaltens der
Habsburgischen Monarchie. Der Akt der Entsagung mutzte damals, wie ebenfalls im Protokoll festgelegt wurde, autzerdem durch Verminderung der Truppenzahl auf den Bestand des Vorjahres bekräftigt werden. Eine Verweigerung dieses Vertrages wäre damals der casus belli — der Kriegsfall — gewesen. Das Blatt glaubt annehmen zu dürfen, datz die jetzige Regierung wieder auf diesen Vertrag zurückgreist, um für dessen Erfüllung Bürgschaften zu verlangen; und die Bedeutung des diplomatischen Schrittes, der durchaus ruhig vorgenommen wird, beruht nicht etwa in der Formulierung, sondern in der gewissermatzen automatischen Wiederherstellung des Zustandes vor Abschlutz des Uebereinkommens von 1909.
England.
:: Tie lllstersrage. Carson, der gestern in Ulster bleiben wollte, ist während der Abnahme einer Truppenübung durch eine dringende Depesche aus Westminster gestern nach London berufen worden. Die plötzliche Abreise im Dunkel der Nacht zwischen den Tausenden, die ihn, wie ihrem König gehorchen wollen, bot ein stimmungsvolles Bild. Die feierliche Berusung Carsons durch die Regierung hat allgemein überrascht und wird nach Lord Morleys pessimistischer Rede als ein gutes Zeichen für eine friedliche Einigung gehalten. — Das „Echo de Paris" veröffentlicht eine sehr interessante Meldung aus London, wonach der Oberstkommandierende der britischen Etreii- lräste in Irland, General Sir Arthur Paget, dem König seine Entlastung angeboten habe, und zwar mit Uebergehung seines Vorgesetzten, des Kriegsministers Asquith. Bekanntlich besteht zwischen Paget und Asquith ein Konflikt. Es steht demnach eine neue Krisis bevor.
:: Von Susjragetten durchgepeitsiht. Der Staatssekretär für Schottland Mac Kinnon Wood ist gestern das Opfer eines Suffrageltenangrisfes geworden. Der Minister war im Be- grisse, seine Wohnung zu verlasten, als sich plötzlich zwei Frauen mit geschwungenen Peitschen aus ihn stürzten und ihm mehrere Hiebe versetzten, indem sie ihn gleichzeitig mit den ärgsten Schimpjworten bedachten. Herbeieilende Schutzleute verhafteten die Wahlweiber. Roch am gestrigen Abend wurden die beiden Suffragetten zu 20 Mark Geldstrafe bezw. zu 11 Tagen Gefängnis verurteilt.
:: Acht Mitglieder der arktischen Expedition von Slc- fanson umgekomnien? Tie hervorragendste» Wissenschaftler vermisst? ES wird besürchiot, daß cichj Mitglieder der arktischen Expedition von Stefanson, von denen inan amuihai, daß sic sich auf der Wrangel-Jusel befinden, ums Leben gekommen sind. Der stellvertretende Marineminister hat von dcui Kapitän Barlett des gesunkenen Danipfers „Kaluk" die Nachrichten erhalten, daß zehn Tage nach dem Untergang der „Kaluk' zwei Expeditionen, bestehend aus acht Mann, ansgebrochen seien und das» man seitdem nichts mehr von ihnen gehört habe. Nach einein srüheren Bericht hatte der Kapitän gemeldet, datz die Mannschaft der „Kaluk", die in der Nähe der Herald-Jnsel gesunken war, di? Wrangel-Jnsel an der sibirischen Küste erreicht habe, und das; sich alles wohl befinde. Unter den Vermißten befindet sich ein schottischer Arzt, der englische Ozeanograpl- Murray »nd der Pariser Anthropologe Henry Beuihat. Ten, Kapitän Bartlett sind he,de Füße ersrorcn.
Rutzlanb.
:: Anhaltende Hitze. Zn viele» Gegenden Südrutzlands tst die Hitze bis aus 10 Grad R. gestiegen und wirkt verderblich nicht nur aus die Vegetation und das Getreide, sondern auch aus die Haustiere, die von Hitzsihlägen zusamnienbrechen und verenden, lieberall brennen Wälder und Torfmoore. Das unaufgeklärte Volk macht sich von der schrecklichen Hitze allerlei abergläubische Vorstellungen, veraujialtet Prozessionen mid umlagert betend die Kirchen.
Illbaiiieii.
:: i.:s»Igr der Epiroten. Angesichts der Erfolge der epi- rolüche.i Ausstandsbewegung sollen die Rebelteil geneigt sein, ii.it de. albanische» Regierung z» verhandelii, um gemeinsam oie Gefahr abzuwehren. Sollte sich diese Rachricht bestätigen, wäre die Lage gebessert. Rach aus Valona eingelrofieneu Meiso.i ,en steheil die Epiroten ungefähr 10 Stunden, die albanische» I,»urgenten drei Slnirdeii von Valona entfernt. Der i .snachschub jül die Epiroten wird von Janlna über -,>,. 1 - . istro von griechischen MUflärauiomobilen unter grie- chlsti ' Flagge geleitet. Der Fall Valonas steht unmittelbar heorr. — Ter Bürgermeister von Valona »nd der Präsident des al iiinsthen Rationallomitees beslätigen in einer an die „Tribu.ia" geruhietei: Depesche, datz griechische reguläre Truppen als Epiroten vertleidel forlges-tzt die Grenze überschreiten und an den Kämpfen und Brandjristrmgen teilnehmen. Sie tzwangen die Albaner ihre Wohi.fitze auszugeben, die in beklagenswertem Zustande in Valona elnlressen. Die Depesche sihlieht ,nii einem Appell an die Grotzmächte, datz diese durch eine Ziueroentivn der unhaltbare» Situation ein Ende machen.
WiMrt her Verciulgtell LWdmck.
Das Mittageffen wirb in St. Goar eingenommen mid zwar verteilen sich die Teilnehmer ans 1 Gasthäuser nämlich: „Rheiiijelö", „Rose", „Kalter Keller" »nd „Rhcinlust". Der Preis des Gedeckes ist 1.7b Mk. Im „Rheinfels" Ulid in der „Rose" gibt es Fisch und Braten, in den : en anderen
Gasthäusern dagegen zwei Fleischspeisen, so datz sich Feder nach seinem Geschmack wählen kann.
In Mainz findet im „Mainzer Hof" am Abend von et- wa 6—'/ilO IIhr ein kiciviitlicheS Aulammenicin statt.
**■ Die Ah fahrt des SonderzngeS erfolgt abend, ab Mainz
gegen 1v Uhr
und trifft in Bockenheim gegen Z^ll Uhr ein. Es können fast sämtliche Teilnehmer bis an ihren Heimatort fahren.
Gerviltrrichiiden.
Aus der Wettera», 18. Juli. Das gestrige Gewitter war stellenweise, so in Friedberg von Hagelschlag begleitet, de: ziemlichen Schaden anrichtete. Auf dem Löwenhos schlug der Blitz ein, jedoch ist lein Brand entstanden. In Rodheim v. d. H. wurde das Pferd des Landwirts August Schäser vom Blitz erschlagen. Herr Schäfer, der in nächster Rahe hinter dem Pserd ans dem Wagen satz, blieb unverletzt, er glaubte auch im Augenblick nicht, datz das Pferd getroffen sei, sondern meiTUe, cs sei vor Schrecken gestürzt. Die Frucht, die sich schon vorher gelegt hat, liegt vielerorts ganz platt auf dem Boden, wodurch das Wachstum stark beeinträchtigt »nd die Ernte erschwert wird.
Vom Taunus, 18. Juli. Ein schweres Unwetter mft verheerenden Blitzschlägen und wolkenbruchartigen Niederschlägen suchte gestern nachmittag abermals das Vorlaunusland heim. In Oberstedten hauste das Wetter am schwersten. Hier äscherte ein Blitz die gesamten Wirtschastsgebäude des Gastwirts Haag vollständig ein; nur das Vieh konnte gerettet werden. Ein zweiter kalter Strahl traf die evangelische Kirche, deren Dach teilweise zerstört wurde. Der Schaden auf den Feldern ist autzerordcntlich groß. Auch in Oberursel, Bad-Homburg. Friedrichsdors und anderen Taunusorten gingen riesige Wasiermassen nieder.
Bus dem Kreise Hanau, 18. Juli. Gestern Nachmittag gegen 1 Uhr entluden sich drei Gewitter über unsere Gegend, dabei ging ein wolkeirbruchartiger Regen nieder. In Wachenbuchen schlug der Blitz in eine vor noch nicht langer Zeit erbaute Scheune des Landwirts Brosch, sie brannte vollständig nieder. In Dörnigheim wurde der Kirchturm vom Blitz getrossen, ohne jedoch zu zünden. In Hochstadt, wo gerade „Kerwemittwoch" gefeiert wurde, verwandelten sich die Stra-, tzen bald in förmliche Eietzbäche, einem Zuckerwareuhändler aus Hanau wurde die ganze Bude mitsamt ihrem Inhalt weggeschwemmt. wodurch ihm ein Schaden von etwa 100 Mark entstanden ist. Auch auf dem Felde hat das Wetter schlimm gehaust, namentlich der Hafer liegt stellenweise da, als ob er gewalzt worden wäre.
Vom Mai», 18. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in einen Kastanienbanm der Wirtschaft „Zum Anker" in Grotz-Waldstadt, wo gerade etwa 10 Personen im Garten fatzen. Der Baum wurde gespalten und sämtliche Gäste ftürzlen betäubt zu Boden. Während sich die übrigen bald wieder erholten, mutzken zwei Personen bewusstlos vom Platze getragen werden.
Vom Hunsrück nud der Mosel, 18. Juli. Das gestrige Unwetter hat besonders im oberen Moselgebiet, auf dem Hunsrück und in den angrenzende» Bezirken arg gehaust. In Lausersweile: erschlug der Blitz den ganzen Viehstand eines Landwirtes. Im Hunsrück ist drr Postoerkehr unterbrochen. In S i m m e r n traf eine telephonische Warnung ein, datz Hochwasser zu erwarten sei. Bald darauf trat der Simmerbach über leine Ufer und überschwemmte die Strotzen, sodatz die Feuerwehr in Tätigkeit treten mutzte. Mehrere Personen wurden auf freie,» Felde vom Blitz erschlagen.
Aus Bayern, 18. Juli. Seit Sonntag gehen täglich in verschiedenen Teilen Bayerns schwere Gewitter nieder, die durch Blitzschläge und lleberschwemmungen großen Schaden anrich- ten. Eine ganze Anzahl von Personen wurden vom Blitz erschlagen. — Auch beim Baden ereigneten sich zahlreiche tödliche Unglücksfälle * *•«£-, •• - -
Airs der Heimat.
* Friedberg, 16. Juli. Infolge des gestrigen schlechten Wetters findet das Sommrrnachffest auf der hiesigen Seewiese heute Abend statt.
* Friedberg, 16. Juli. In unserem Schaufenster ist der von
der Gemeinde Bkeichenbach zu dem 21. Eauturnfeste des Gaues Wetlerau gestiftete und von dem Turner Friedrich Schütz, Mitglied des Turnvereins Friedberg-Fauerbach, errungene Ehrenpreis ausgestellt. T'~ ~ v
Hessen-Nassau.
* Bad Homburg, 15. Juli. Wie alljährlich, so übersandte auch dieses Jahr der Kaiser als Preis für den Sieger im Lawn Tennis-Turnier einen goldenen Pokal.
* Bad Homburg, 16. Juli. Der Wehrbeitrag hat auch für die städtischen Finanzen eine recht beträchtliche Erhöhung des Sieuerfolls im Gefolge gehabt. Jnfolgedesien bewilligte die Stadtverordnetensitziing der städt. Beamten eine durchgreifende Gehaltsaufbesserung, die die Stadkkasie in diesem Jahre mit einem Mehraufwand von 7250 Mark, 1915 mit 8700 Mk., 1916 mit 9190 Mark und 1917 mit 9125 Mark laufender Ausgaben belastek. Ferner wurden einigen "Beamten und Kurmusikern besondere Zulagen zngebilligt. Autzerdem übernahm die Stadt die Krankenkasienkosten für die Kurorchestermitglieder, wenn diese länger als 28 Wochen krank sind. Für besondere Auswendunge» der Kur- und Badeverwaltung bewilligte man nachträglich 851 Mark, dann gewährte man dem Hunde- sänger für das Einfangen von herrenlosen Hunden eine jähr-
I liche Unterstützung von 200 Mark und dem Sonntagsaufseher I im Kaiser Wilhelm-Jubiläumspark eine-Vergütung von 109 Mark für die diesjährige Kurzeit. Ein Magistratsantrag auf Vermehrung des technischen und Büropersonals der Bauver- wallung überwies das Plenum den zuständigen Ausschüssen. Cchlietzlich gab man einem Anträge zweier Bürger aus Gewährung einer Vergütung für einen durch Wasierrohrbruch entstaiidenen Schaden in Höhe von 1000 Mark statt.
* Bad Homburg, 16. Juli. Aus Liebeskummer erschoß sich hier der Gärtnerbursche Schmidt.
Ober Ursel, 15. Juli. Turner von der hiesigen Turn- oelellseliaft besuchten am Sonntag da« Gauturulest >» Kolk-
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heim mittels Fuhrwerks. Zw,scheu Königstern und Schneid-
Hain, an einer stark abschüssigen Stelle, lei sagte die Bremse des mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerks und der Dagen der stark ins Rollen kam, prallt? mit der Deichsel mit solcher Wucht wider ein HauS, daß die Mauer eingedrückt und noch ein in der Wohnung stehender Schrank durch stoßen wurde. Von den Turnern sollen drei Mann verletzt sein, einer davon sogar sehr erheblich. Auch das eine Wagenpferd soll derart plessiert worden sein, daß es heute geschlachtet werden mußte. Das Fuhrwerk gehört dem Fuhrunternehmer Fleck von hier, der ebenfalls sehr stark verictzl wurde.
* Höchst o. an., 16. Juli. Der Arbeiter Kästner aus SJiict stürzte von der im Umbau begriffenen Schleuse in die 0 Meter tiefe Schleusenkammer. Er trug dabei lebensgefährliche Verletzungen davon.
Crooberg. 15. Juli. Schon feit langem klagen hiesige Erdbeerzüchter über erhebliche Schäden, die ihren ein- gezäunten Kulturen durch die Rehe zugefügt werden. Die Jagdpächter weigerten sich, für den Schaden aufzukomincn, da sie in eingezämnten Grundstücken nicht jagen dürfen »nd führten eine gerichtliche Entscheidung herbei. Auch die Stadt als Verpächterui hatte ein Interesse an den, Ausgang des Prozesses, weil für sie die Frage von Wichtigkeit war, welche Grundstücke als eingezäunt anzusehen sind. Das Gericht entschied jetzt in letzter Instanz dahin, daß die Pächter fiir Wildschäden, der den Kulturen in umhegten Grundstücke» zu-
* Wiesbaden, 16. Juli. Die stolze Edelkastanien-Plantag«
in der Nähe des Nordftiedhofes der Residenzstadt Wiesbaden, die Eigentum der Stadt und die die nördlich gelegendste im deutschen Reiche ist, scheint Lücken zu erhalten, denn verschiedene ölte Bäume der Plantage sind dem Eingehen verfallen. Das Absterben mancher der interessanten Bäume gab Deranlaffung, sie einer eingehenden Okularinspektion zu unterziehen. Hierbei wurde festgestcllt, datz eine Anzahl Bäume, besonders die die längs der Friedhofsmauer stehen, von der sogenannten „Tintenkrankheit" befallen sind. Diese Krankheit, die im Ausland beobachtet ist und auch bei den Edelkastanien in der Gemarkung Eronberg i. T. festgestellt worden ist, tst vielleichi auf beit äußerst trockenen Sommer des Jahres 1911 zurückzu- führen, der ihnen Sonnenbrandwunden beibrachte. Auf diesen Wunden bildeten sich Pilze, die kaum zu entfernen sind. und das Absterben der Bäume veranlassen. Ein Mittel zur Gesundung ist noch nicht gefunden. Da nur ein Teil der Bäume der Wiesbadener Plantage an der Krankheit laboriert, voi allem die oberhalb des Friedhofs stehenden stolzen Edelkastanien kerngesund find, wird die Edelkastanien-Planiage, ei« wahres Naturdenkmal, eine Sehenswürdigkeit für die Naturfreunde Wiesbadens erhalten bleiben. -
* Wiesbaden, 16. Juli. Die zuerst von der Kreisverwal- kung der Unterwesterwaldkreises angeregte und von dem Kommunallandtage genehmigte Uebernahme sämtlicher Vizinal- wegc der Kreises mit Ausnahme der Ortsberingstratzen in di« llnterhaltung der Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden hat sich so bewährt, datz bekanntlich die Kreise Biedenkopf und Limburg dem Beispiele der Unierwesterwaldkrei- ser nachsolglen und vom 1. April 1911 die Unterhaltung ihrer Bizinalwege abgetreten haben. Nunmehr liegen gleiche Anträge vor von den Kreisen Westerburg, Oberlahn, St. Goarshausen, Lberwesterwald und Wiesbaden-Land.
* Wiesbaden, 15. Juli. Der Packer Hermann Zimmer- mann in Wiesbaden lebte zwölf Jahre mit seiner Ehefrau in bestem Einv er nehmen, bis diese den Musiker Nauth von hier kennen lernte. Der Beruf Zimmcrmann machte mehrfache längere Abwesenheit von Wiesbaden nötig und so geschah es, Laß er, als er am 17. März zu den Penaten zurückkehrte, keine Ahnung davon hatte, daß seine Ehe ir der Zwischenzeit geschieden worden war. Seine Erregung ist daher zu begreifen, die ihn packte, als er in seiner Wohnung seine Ehefrau und Nauth auf dent Sopha beim Schäfer- stündchen antraf. Daß er den Galan und seine verflossene Ehefrau traktierte und sie mit Totstechen, Halsabjchneiden bedrohte, kann man ihm nicht sehr übel nehmen. Das Gericht ließ auch diese Milderung in seinem Urteil zum Ausdruck kommen, daß Zmimermaun wegen Körperverletzung, Bedrohung usw. in 25 Mark Geldstrafe nahm.
* Wiesbaden, 15. Juli. Der 19 Jahre alte Seminarist Fr Moder, der zum Ferienbesuch bei seinen Eltern Tn Wiesbaden weilte, hat sich erschossen. Dle Eltern solle» dem jungen Mann eine Reise mit seiner Braut verwehrt haben, und dies hat Mo- des in den Tod getrieben.
* Bullau. 15. Juli. Hier schlug vorgestern abend bei dem schweren Unwetter der Blitz in die Hofreite des Landwirtes Eg. Körper. Die Scheune wurde entzündet und ist mit Inhalt total abgebrannt.
", Dettingen,' 15. Juli. Hier ertrank beim Baden im offenen Main der 16 Jahre alte Peter Geist. Er hatte bei dem Schwimmen im Stromgebiete die Kräfte verloren. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden.
* Kohl e. an., 15. Juli. Hier wurden ln der Kapelle di« Opferstöcke erbrochen und ihres Inhaltes beraubt. Als Täter wurden zwei Burschen von Kahl und einer von Alzenau er- iniltelt.
* Attenkirchen, 16. Juli. Beim Beerensuechn fanden Kinder die Leiche des hochbetagten Johs. Schäfer in einem Baum häugeiid vor. Was den alten Herrn in den Tod trieb, lonnte noch nicht ermittelt werden.
Skarkenburg..
" Dariiistadt, 18. Juli Einen Steckbrief hat das Kommanoo gegen den Unteroffizier und Trompeter Otto Schwarz aus Scheddin IN Pommern erlaßen, der stch seit dem 8. Juli ohne Urlaub von seiner Truppe entsernt hat. Er ist von Hause etwas vermögend und soll während der mehrjährigen Dienstzeit eiwa 5000 Mark durch seine statte Lebensweise trotz hübschem Nebenverdienste verbraucht habe». Da nunmehr der Pater nichts mehr schickt, hat er anscheinend Schulden gemacht.
" Dnrmstadt. 18. Juli. Verunalückt ist an der neuen Luft^


