Nr. l«o
fcette 3.
Das grüne Auto.
Spionagc-Roman von August Weißt.
(Schluß.)
Es war nicht schwer, das einfache Schloß aufzusprengechr Polizc>rat Wurz riß die Türe angelweit auf, ohne in,dich. Türfüllung zu treten und rief:
Gräfin, ersparen Sie uns weitere Gewalttaten! ZwirE! gen Sic »ns nicht, Hand an Sie zu legen!
Im Zimmer blieb-olles still. Merkwürdig still- *>)
Der Polizeirat konnte die Ecke eines Bettes sehen; da«' rüber ein Heiligenbild. Der matte Schein einer Kerze, die in der anderen Ecke des Zimmers stehen mußte, warf zittrige undeutliche Schatten.
Vorsichtig beugte sich der Polizeirat vor. Er sah die Elräsin di Campobello unbeweglich vor ihrem Loilcttetisch sitzen. Er trat vor und blieb an der Sckevelle stehen.
Gräfin, ich verhafte Sic im Namen des Gesetzes als die Mörderin des Oberleutnants Georg von Eastcllmari!
Die Gräfin im Lehnstuhl blieb unbeweglich.
Ter Polizeirat trat rasch auf sie zu und legte seine Hand ouf ihre Schulter.
Bei der Berührung brach die Gestalt in sich zusammen und kollerte auf den Boden. Zu den Füßen des Polizcirats lag — eine Tote.
Sie ist vor Schreck ohnmächtig geworden! ries Baron Twohr.
Nein, sie ist tot! Sehen Sie das kleine Loch in der linken Schläfe nicht? rj
Aber wir haben doch gar keinen Schuß gehört?
Auch als Eastcllmari erschosien wurde, hat man kernen Schuß gehört. Dieselbe lautlose Kugel, die ihm den Tod gegeben, hat auch ihr ein Ende bereitet.
Ter Polizeirat beugte sich nieder und faßte die Tote unter den Armen. Mit Hilfe Spohrs trug er sie zum Lager und bettete sie unter dem Heiligenbilde nieder.
Der Polizeirat drückte der Toten die Augen zu. Dann nahm er seine Kappe vom Kopfe und faltete die Hände . . >
Ter Selbstmord der Gräfin di Campobello setzte der Tätigkeit der Polizei ein Ende. Ta der Mord gesühnt erschien, wurde strengstes Stillschweigen über alle Einzelheiten bewahrt.
Nur beim Polizeipräsidenten fand eine Konferenz statt, bei der Polizcirat Wurz folgenden zusammenhängenden Bericht erstattete:
Ter Mord in der Grillhoferstraße, über den Ursprünglich ein geheimnisvolles Dunkel lag, ist von der Gräfin di kampobello, geborene Violetta Crespo, die sich selbst gerichtet hat, verübt worden. Als Beweise hierfür dienen:
Erstens zeigen die Fingerabdrücke, die an de rScheibe «nd auf dem Fenstcrbrette jenes Zimmers gefunden wurden, aus dein der Schuß kam, genau dasselbe Bild, wie diejenigen, die von der Gräfin abgcnoinmen wurden.
Zweitens erkennen die Einspännerkutschev und der Fiaker, welche die Frau von der Grillhoferstraße bis zur Paniglgasse auf der Wieden geführt, in den vorgelegten Photographien die Gräfin wieder.
Drittens gehören die Spange, die im Staub gefunden wurde, und die daran hängenden Härchen, die mit Fleur d'or gefärbt waren, wie mikroskopisch festgestcllt wurde, der Toten.
Viertens war die Gräfin in ihrer Jugend Kunstschiitzin und besaß ein Gewehr neuester Konstruktion, aus dem mittelst komprimierter Luft geräuschlos geschossen werden kann, und da? ein Kaliber aufweist, das genau der im Bilderrah- mcn gefundenen Kugel entspricht.
Fünftens ist festgestcllt worden, daß die Gräfin in Strcbinger anfangs Januar auf der Mariahilferstraße jenen Mann wieder erkannte, zu dem sie vor Jahren in Turin in Beziehungen gestanden war, und den sie seither mit ihrem Haß verfolgte.
Sechstens beweisen der angcfangene Brief, der bei dem
R«ue Tageszeitung. Samstag, den 11. Jnij 1914.
Ermordeten gefunden, wurde,.und die Aussagen des Herrn"! Cartelane, eineF Jugendfreundes,Caskellmaris, daß sie wie- I derholt den Vorsatz geäußert,' den früheren Geliebten zu töten.
Einige Zwischenglieder^ die schien, lassen sich leicht er« gänzen, fa daß sich dis. Tat aller- Wahrscheinlichkeit' nach fol«, gendermaßen abgespielt haben dürfte;
Dia, Gräfin begegnete Casicllmari auf der Mariahilfer«, straße und erkannte in ihm jenen Mann, den sie schon feit* Jahren gesucht. Doch auch er hatte sie erkannt, und da. er einen Anschlag auf sein Leben fürchtete,'wie wir auS den Briefen und Aeußerungen wissen, hauptsächlich aber wohl, weil die Mission, die ihn nach Wien geführt, ihn verpflichtete, sein Inkognito zu wahren und in Verborgenheit zu bleiben, übersiedelte er rasch und unauffällig in die Grill» hoferstrabe. Nun fragt es sich, wie die Gräfin dies, erfuhr. Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß Graf Hcinen, der ja mit Castellmari in Verbindung stand .gesprächsweise er» , wähnte, in Hcrtials einen Mann namens Strcbinger besuchen zu müssen. Da die Gräfin wußte, daß das der Name des Gesuchten war, so erfuhr sie auch sehr leicht durch eine Nachfrage ouf denr Komnrissariate seine neue Adresse. Wahrscheinlich wollte ihn nun die Gräfin beobachten, und da kam ihr die leerstehende Wohnung sehr zustatten. Diese zu mieten, war zu gefährlich. So ließ sie sich einen Nach- schliissel niachen — wenigstens deuten Bemerkungen der Grafen darauf hin — und schlich sich in den Abendstunden, wo keine Uebcrraschung mehr zu befürchten war, in das Haus. Und als sie vom Fenster aus das jenseits der Straße liegende Ziniemr ganz überblickte, mochte wohl in ihr der Gedanke aufgeblitzt sein, daß cs das Einfachste wäre, durch einen Schuß, der bei ihrer Kunstfertigkeit sein Ziel gewiß nicht verfehlen würde, den Verhaßten zu töten. Am 12. Januar vollführte sie die Tat, indem sie aus dem Dunkel des Zimmers auf den beim Tische sitzenden, von der Lampe hell beleuchteten Mann, der gerade mit dem Grafen Heincn un- tcrhandelte, den Schuß abgab.
Nach dem Berichte des Polizcirates brach der Präsident die Sitzung ab.
Als sich Baron Spohr von dem Präsidenten verabschieden wollte, sagte er ihm:
Ich hätte noch einige Wort mit Ihnen zu sprechen, lieber Baron. Vielleicht kommen Sie in mein Zimmer.
Spohr folgte dem Präsidenten, während die Herren das Bcratungszimmer verließen.
Ich bin in der angenehmen Lage, sagte der Polizeipräsident zu Spohr, Ihnen eine Eröffnung z» machen, die Sie hoffentlich ficuen wird. Sie haben uns in dieser recht schweren Angelegenheit so ersprießliche Dienste geleistet, daß wir uns Ihre werwolle Kraft auch für die Zukunft nicht entgehen lassen wollen.
Der Polizeipräsident griff nach einem großen Kuvert, das auf dem Schreibtische lag, und reichte es Spohr mit den Worten:
Ihr Ernennungsd'ckrct, lieber Baron.
i ... -
Der Sommer war ins Land gezogen.
Die tiefe Trauerzeit um den Ermordeten in der Grillhoferstraße war vorbei.
Die beiden Schwestern Castellmaris legten ihre schwarzen Kleider ab und schmückten bräutlich ihr Haupt. Ant gleichen Tage feierten beide Hochzeit.
Und am selben Abend traten Hauptmann Feinkorn und Baron Spohr mit ihren jungen Frauen die Hochzeitsreise nach Venedig an.
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4% Oesterr. Eoldrente 84.95 3 Portugiesen Serie I 63.50
3 „ ,, lil 66.30
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Deutsche Bank „ 232.25
Deutsch-Asiatisch Bank 120.— „
Berliner Börse. Türkenlose Ri. 160.25
Baltimore u. Ohio Akt. — .—
Canada Pacific Akt. 193.37 PrinceHenriE.B. Akt. — .—
Diskonto Komm. Ant. 181.50% Dresdener Ban! Akt. 146.— Mitteld. Creditb. Akt. 115.— O-st. Creditanst. Akt. 185.- „ BochumcrEutzstahl 219.— „ Buderus E.-W. Akt. 103.40
Deutsch Luxemburg 124.75 Eschweiler Bergm. —.— „ Eelsenkirch. Bergw. 179.25 „ Harpener Bergbau 173.25 „ Phönix Bergbau 231.50 „ Laurahütte 144.— „
Griesheim Elektron 242.— „ Höchst. Farbwerk« 458.50 „ Holzverkohlungs-2nd. 270.50 „ Rütgcrswerke 187.— „
Chem. Fabr. Albert 397.50 „ AUg. Elektr. Ges. Akt. 241.50 . Dcutsch-Uebersee E. G. 163.50 „ Schuck. Elektr. Ees. AN. 142.75 Siemens u. Halske 211.12 , Stcaua Romana 146.— Zellstoff Waldhof 170.75 „ Hambg. Amk. Pakckf. —.— „ Nordd. Lloyd 109.37
Oesterr. Staatsbahn 143.— „ Lombarden 15.75
Baltimore u. Ohio Akt. 91.— „ Prioatdiskont 2.12 „
Tendenz: schwach.
-chantuna E. B. Alt. 127.75 , Berliner Handels Ant. 148.— , Deutsche Bank Akt. 232.50 , Disk. Kommandit Ant. 182.— , Dresdener Bank AN. 146.— , PekInt.Handelsb.Akt. 176.37 Ruff.Bankf.a.Hand.A. 149.12 Allg.ElekEesellsch.Akt. 241.—
Deutsch-Luxemb.B.Akk 124.50 . Dtsch-Ubers-e E.E.Akt. 163.50 Gelse,ikirchenBgw.Akt. 179.50
i sarpener Bergbau Akt. —.— „ sohenlohewerke Akt. 103.87 „ laurahütte Akt. 144.50 „ Oberschlesier E. Akt. —.— „ Phönix Bergbau AN. 232.— „ Rombacher Hütte Akt. 150.63 „ Siemens u. Halske Akk —„ Privatdiskont 2.— „ »
Tendenz: schwach.
Londoner Börse.
Atchison Topeka Doll. Southern Pacific „ Chicago Rock Jsl. „ Misi.Kans.u.Tcx.R. Union Pacific „ U.S.Steel Common,,
102 .-
99.87
1.37
16.37
159.75
63.12
Amalgamat. Copp.Doll. Chartered Company Lstr. Eastrand Proprietary „ Eoldfields .
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