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Wen« Lagerzritnng. oumetog, een 11. Soli 1911

Die Besichtigung der

Verineidu», 9» Axsdruck» einer diplomatischen Demarche wird wohl darauf »urSikzusiihren sein, daß während der letzten Krise )er Presseleitung zu deutlich der Vorwurf gemacht wurde, die bcssenllichlcit zu alarmieren. So ist man denn zur entgegen­gesetzten Taltil Lbergcgangcn. Die ernste Sprache, die ocn -n Berliner Offiziösen geführt wird, verfolgt offenbar aus indercm Wege den gleichen Zweck, den Serben zu bedeuten, ah sie cs im eigensten Jnteresie auf nachdrücklichere Dorstcllun- ,«> nicht anlommen lassen mögen. Der Vertreter des Blattes n Wien kann versichern, daß an den maßgebenden Stellen die llcberzcugung herrscht, dah Serbien keine Schwierigkeiten wo­ben werde, womit allerdings auch Lie Auffassung Hand in stand geht, dah die serbischen Versprechungen und etwaige» Maßnahmen an den Tatsachen der grohserbischen Propaganda .licht viel ändern werde». Es ist heute schon gcwih, dah eine erbische, und selbst eine ausländische Untersuchung in den erbischen Organisationen nichts mehr vorfindcn werde, dah rgendwclche Beziehungen dieser Vereinigungen mit dem At- entat beweisen würde. Vom 28. Juni bis zur Mitte des Zuli ist Zeit genug, um koinpromittierende Schriftstücke zu be- .eiligen. Eine serbische Erklärung des Verzichts aus die groß- crbischen Pläne wird wohl notgedrungen aus die schon zum .irredentismus erzogenen österreich -ungarischen Serben kaum rgendwclchen Eindruck machen und ausgelöste Kampsorgani- ationen können am anderen Tage schon unter anderem Namen mit anderen offiziellen Zielen wieder auftauchcn

England.

:: Neue Untaten der Wahlweibcr. Die wilden Wahlwer- er haben am 8. Juli wieder eine ganze Reihe von Untaten egangen oder zu begehen versucht. Das empörendste Stück­chen leisteten sich wohl zwei Wahlweiber, die versuchten, das in .in Museum umgewandelte Wohnhaus des 1796 zu Dumfrics .-erstorbenen großen schottischen Lyrikers Robert Burns in einer rer letzten Nächte niederzubrcnncn. Sie wurden aber glück­licherweise im letzten Augenblick dabei überrascht. Eine von ren entarteten Frauenspersonen entrann, die andere wurde verhaftet. Das Museum ist sehr wertvoll, den» außer zahlrei­chen Gegenständen, die mit dem Leben dieses hervorragenden Lichters eng verknüpft und deshalb unersetzlich find, enthält es :ine Bibel, die erst vor einigen Jahren für den kolossalen Preis wn 40 000 Mark erworben wurde. Ferner haben Wahlweiber ln Edinburgh in verschiedenen Teilen der Stadt, die das- nzspaar passieren sollte, die Dekorationen hcrabgerisfen.

Frankreich.

:: Die Rache Frankreich«. Die Direktoren der deutschfeind­lichen Autorite Paul und Guy de Eassagnao veröffenUichen einen offenen Brief an die Korrespondenten deutscher Blätter, die Herren Fuchs vom Berliner Lckalanzciger und Lahm vom Leipziger Tageblatt. Dem Artikel liegt die Verurteilung Han­ns zugrunde und erklärt, daß die verhetzende Tätigkeit der bei­den genannten Jornalisten Frankreich Schlimmeres angetan hätten als die Karikaturen Hansis dem Deutschen Reiche. Die beiden werden weiter aufgefordert, sofort Paris zu verlassen, rndernsalls sie mit Repressalien bedroht werden. Das Mach­werk erstreckt sich auf zwei Spalten in der genannten Zeitung und ist in nicht wiederzugebcnüen Ausdrücken abgefaßt.

Rußland.

:: Mißernte. Die kürzlich veröffentlichten amtlichen Saa- lenstandsberichte entsprechen nicht der Wirklichkeit. Im Mi­nisterium des Innern gehen sortgcsetzt aus verschiedenen Eou- crnemente Meldungen ein, wonach eine andauernde intcii- lve Hitze dem Getreide großen Schaden verursache. Jetzt seien ivch Gewitter mit Wolkcnbrüchen zu verzeichnen, die ebenso chäolich wirken. Der Minister des Innern ist von den Mel­dungen beunruhigt und rechnet mit einer Mißernte. Der Mi­nister gab einer Reihe von Gouverneuren die Anordnung, un­verzüglich Pläne zur Einrichtung öffentlicher Arbeiten sür das Zoll im Falle der Nahrungsirote auszuarbeitcn. Das Mini- terium sür Ackerbau trat bereits in dieser Hinsicht in Tätig- cit.

Albanien.

:: Prcnk Bib Doda Minister des Auswärtigen. DerN.

Presse" in Wien wird aus Durczzo telegraphiert: Prenk .'ib Doda hat das Ministerium des Auswärtigen übernommen, .r beabsichtigt die Großmächte zu verständigen, daß die Miri- )iten aus DurazZo zurückgezogen werden und baß die Eroß- lächtc für die Verteidigung von Durazzo selbst Vorkehrungen ressen mögen.

Marokko.

:: Abberufung Lyauteys. DerEclair" will aus Negier- ungskreijcn erjahren habe», daß General Lyautey demnächst aus Marokko zurückberufen werde. Seit längerer Zeit hat Elemen- :eau in seinemKomme Librc" eine lebhafte Kampagne gegen den sranzöchch»,, Gencralres,denken in Marokko geführt. Diese Campagne, die von der radikalen Partei unterstützt wurde, oll jetzt ihre Früchte getragen haben. Lmlutey würde als -Entschädigung eine Stellung im obersten 'Kriegsrat erhalten, ckls sein Nachfolger würde nach derselben Quelle keine Mili­tär-, sondern eine Zivilperson nach Marokko gesandt werden.

Vereinigte Landwirte.

Für dcn Kreis Gclohausri, und das Freigericht findet an, Sonntag, den 12. Juli, nachm. 3 Uhr zu

Satter

bei Gastwirt Cpiccker

«ne

Versammlung

Tagesordnung: Der Milchprcis iu der Stadt und aus dcm Lande.

Redner: H i r s ch c l -Friedbcrg und H e n s e I -Dortel­weil.

b Zahlreicher Besuch willkommen!

Nerjuchsfeloer

des landw. Instituts der Universität Metzen konnte lvegen des Regenwetters nicht, wie beabsichtigt tvar, am vergange- ncn Dienstag stattfinden, sie soll nunmehr am

Dienstag den 14 . Juli

stattfinden.

Alle Mitglieder, die sich daran zu beteiligen wüi'jschen, werden gebeten, dcn Zug 12.50 ab Frankfurt, 1,24 ab Fried- bcrg, Ankunft in Eichen 2,01, zu benutzen, woselbst die Be­sichtigung unter sachverständiger Führung erfolgt.

Rheinsahrt Her Vereinigten goutmiirfc.

Die Zahl von 325 Mitglicdcrn, die nötig war, um baS Zustandekommen der Rheinfahrt am 18. Juli zu sichern, ist gestern abend überschritten worden. Wir srcncn uns dieses Ergebnisses, das beweist, daß unsere Mitglieder treu zur Fahne halten.

Selbstverständlich können sich immer noch Mitglieder melden, doch muß dies bis spätestens Dirnötag, dcn 14. ds. Mts. geschehen und der Fahrpreis würde sich um 1 Mk. er­höhen.

Ans der Heimat.

* Aus der Wrttcrau. Die Kriegervercine muffen den Roten doch schwer im Magen liegen, das beweist der wütende Haß, mit dem sie dieselben verfolgen. Es ist ja auch kein Wrmdcr, denn ein Mann, der init Ernst die Ziele, die sich ein Kriegervcrcin gesteckt hat, und die darin gipfeln, das Vaterland über die Partei zu stellen, verfolgt, wird niemals ein überzeugter Anhänger der vaterlandslosen Sozialdemo, kratie und ihrer Hirngespinste werden. Dieser Ingrimm auf die Kriegervercine macht sich in zwei Zuschriften in der gestrigen Nummer derVolksstimme" Lust. Aus Helden- bergen kommt die Mahnung, das am 19. Juli stattfindende Kriegerfest zu boykottieren, die Arbeiterfinder dürften sich an dem Fcstzng derHurrapatrioten" nicht beteiligen, selbst wenn es den Lehrern unangenehm wäre usw. Und aus Obcr-Rosbach wird geschrieben, daß auf die offizielle Ein­ladung an den Ortsvorstand, an dcm Festzug des morgen stattfindenden KriegcrfesteS tcilzunehmen, der Genosse Wel­cher erklärt habe, daß seine Fraktion (!!) nicht teilnehme. Die Volkssfimme spendet dieser Ansicht Lob, die für einen klassenbewußten Arbeiter selbstverständlich sei. Auch wir halten es selbstverständlich, dah sich die internationale Ge­sellschaft nicht an einem vaterländischen Fest beteiligt, die Festesfieude könnte höchstens dadurch getrübt werden. Ilm- so mehr aber hoffen wir, daß olle patriotisch denkenden Kreise an den beiden Festen teilnchmcn werden. Es wird gezeigt werden, dah eS auch ohne die Paterlandslose Sippe geht.

* Friedberg. 11. Juli. Wir machen unsere Leser darauf

aufmerksam, dah der diesjährige Obswerwertnngsfiirsus an der Grohh. Obstbau- und landw. Winterschulc hier am kommenden Dienstag, den 14. d. Mts. vormittags 9 Uhr beginnt.

* Friedberg, 11. Juli. Mit der heutigen Nummer schlicht unser Spionage-Roman:Das Grüne Auto." Don nächsten Montag ab beginnen wir mit dem Abdruck des spannenden RomansErna und Ilse" von D. Feuhner in Breslau.

* Friedberg, 11. Juli. Bei dein am 12. und 18. Juli statt- smdendcn Eauturnscst des Gaues Hessen in Kirchhain betei­ligt sich der hiesige Turnverein in einer Stärke von zirla zwan­zig Turnern. Die Wctturner und Kampfrichter fahren be­reits heute nachm. 2,12 Uhr hier ab, die sonstigen Festteilneh. vier am Sonntag vorm. 7,12 Uhr.

* Friedverg.Fxuerbach, 11. Juli. Die GesellschaftHeiter­keit" von hier feiert morgen im Hcroldschen Garten ihr diesjähriges Sommcrfcst init lOjährigem Bestehen. Tanz und Konzert, sowie Preisschießen und Prerskegeln, werden zur Unterhaltung der Gäste beitragen und wird sich auch dieses Fest den srühren würdig anrcihen. Gin Besuch ist zu empfehlen.

" Bad-Neuheim, 11. Juli. Bis zum 9. Juli 1914 sind 19670 Kurgäste angckommen. Bäder wurden bis zum 9. Juli 1914 225,694 abgegeben.

* Ober-Nosbach, 11. Infi. (Fah n e nw e i h fe st.) Bei dem starken Zuspruch, den das morgen hier stattfindende Fahnenweihfcst zu erwarten har, hat die Bahnvcrlvaltung in anerkennenswerter Weise einen Vorzug von Friedbcrg nach Rosbach eingelegt, weither in Friedbcrg 12,36 von Bahnsteig II abgehen wird. Den auswärtigen Vereinen und den sonstigen Festbesi estern wird wegen Uebcrfiillung des fahrplanmäßigen Zuge; geraten, diesen Vorzug benu­tzen zu wollen. An« Festzuge in Ober-Nosbach sind laut Programm 40 Vereine beteilig!, und da Ober-Rosbach so wie so ein gern besuchter Ausflugsort ist und auch gutes Fcstwetter in Aussicht sieht, so wird niorgen allenthalben die Parole lauten:Auf zum Fahuenweihfest »ach Obcr- Rosbach!" Der Eintritt ist für Jedermann frei. (Siche Inserat in heutiger 9ir.)

* Als;e!d. 11. Juli. Durch eine öffentlich» Feier wurde der neue Kreisfihulinfpcktor Hujf, der bisherige Obmann der Lan- deslchrervcreins, in sein Amt eingcsühri. Gleichzeitig fand sür se<->ea Vorgänger, Schulrat Eck, eine Abschiedsfeier statt, an welcher die spitzen der Behörden und die Lehrer des Kreises teilnahmcn. Schulrat Eck war 1» Jahre hier Leiter des Schul- wescns und fiedelt jetzt nach Rheinhesscn über.

Frankfurt, 11. Juli. Im Albert Schumann-Thtater findet am morgigen Sonntag abends 8 Uhr, die letzte sonn- tägliche Aufführung der GesangSposseDie wilde Katze" bei rinnw* Eintrittspreisen statt.

* Frankfurt a. M-, 11. Juli. Gegen eine Haftsumme v 40000 Mk. wurde heute fiüh der wegen Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte Apotheker Weinert aus dem Gefängnis entlassen.

AuS dem Kreise Hanau.

' Hanau, 11. Juli. Hier siel die fünf Jahre alle Tech ter eines hiesigen Bcauiten beim Spielen in dcn hochg-.-r dcn KrcbSbach. Ein zwölfjähriges Mädchen, Ann,:..- Roscnthal, das zufällig in der Nähe war, sah nur neu- d - Arm des Kindes aus der Flut herauSragen, sprang l hinzu und zog die Kleine aus dem Wasser, die sonst s den Tod gefunden hätte.

* r. Hanau, 11. Juli. Bei der i» ZahlungSschw-eri !:<\i befindlichen Firma Kaufhaus zur Wcltlugcl Aron ». Es. tragen die Verbindlichkeiten 116 000 Mark, wovon dis V.r wandten 01 000 Mark zu fordern hoben. Dcn Werk des Loa renlagcrs ist auf 35 000 Mark geschätzt. Wenn der anzcstr . .-tc außergerichtliche Vergleich zustande kommt, wollen die Ver wandten ihre Forderungen fallen lasten.

* Gronau b. Vilbel, 11. Juli. Am 4., 5. und 6. d M sa->7 das 2öjähiige Jubiläum des hiesigen GesangvereinsGero :na", sowie 25jähriges Dirigentenjubiläum des Herrn Lehrer-: Kämmerer, gleichzeitig verbunden mit dem 84. Bunde-sfest Niddatal-Sängerbundes hier statt. Eingeleitet wurde d.-. Fest am Samstag durch einen Fackclzug durch dkt OrtröroV nach dem Festplatz, woran sich sämtliche Ortscinwohner. J-.-.ng und Alt und sogar einige Vereine au« der Umgegend bct»:ni ten. Der Dirigent, Herr Lehrer Kämmerer, hielt alsd-rnn eine kernige Ansprache und endete mit einem dreifachen Hoch aus das deutsche Lied. Trotz der ungünstigen Witterung lan­den sich viele Vereine ein. Ui» 2 Uhr bewegte sich der Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Fcstplatz. An seiner Spitze die Festrciter. Schulkinder, Festjnngfrauen, alsdann der großar­tige von Herrn Blume, Büdesheim geschmückter Festwagen mit der Loreley, bespannt mit 4 Bcgkeitfüchse des Herrn Domäncn- pächters Rich. Väth, weiter jolgte die Ortsbehörde, Bundes­vorstand, Niddatal-Sängerbund, Gastvcreine, dcn Schluß bil­dete der sestgebende Vereine. Der Niddatal-Sängerbund er- öffnctc den Festakt mit dcm Bundeschor Alldcutschland von De. Kroll, Eisenach. Hieran hielt Herr Pfarrer Boos die Fest, rede, welche mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät und durch Absingen des Liedes Heil dir im Stegerkranz endete. Dann begrüßte der sestgebende Verein durch sein Begrüßungs- chor alle Festteilnehmei, grl. Kätchen Meisinger überreichte im Namen der Frauen und Jungsrauen mit einer schwungvollen Ansprache eine Fahncnschleife. Alsdann überreichte der Bun- despräsidcnt Dr. Dalquen dem scstgebendcn Verein ein Diplom und gab seiner Hojsimng Ausdruck, daß wir auch das SOjährig, Jubiläum hier in Granau in dem schön geschmückten Dorfe rer- leben. Auch der Kriegervcrcin übelreichte einen Fahnennagel als Jubiläumsspende. Hiernach wurde von den Eastvereinen verschiedene Chöre vorgetragen. Bei prächfiger Musik, ausge- sührt vn dem Dilbclcr Musikverein (Eoncordia) und vortreff­lichen, Schoppen des Fcstwirtes Herrn Dörn zu Vilbel wurde dem Tanz und des gesellschastfichen Verkehrs noch weiter In der fröhlichsten Feststimmung gehuldigt. Am Montag wurde nochamls der Festzug ausgestellt und sämtliche geschmückte Orts- straßen geführt und sodann noch eine Extratour nach unserem Gronauerhof unternommen, um Herrn Eutspächter Väth hier­mit eine Dankesschuld abzutragen, was der Verein auch noch in einer Ansprache besonders bewnte, woraus Ferr Väth für die große Ehre sichtlich ergriffen in beredten Worten dankte. Mit Volksbelustigung und bengalischem Feuerwerk nahm das Fest einen würdigen Abschluß, und wird uns Allen noch lange in Erinnerung bleiben.

Heffcn-Naffau.

* Bad Homburg v. d. H., 1. Juli. DerAerztestreik', von dem gegenwärtig so viel geschrieben wird, hat nur ge­ringe lokale Bedcufiiug. Es handelt sich um 5 Aerzte dcS Kreises llsingen, die 200 Mitglieder der Hamburger Orts­krankenkaffe, die in Anspach und Köppern wohnen, behau dein. Für diese Leute verlangen die Aerzte eine Honorier ung nach den gesetzlichen Vorschriften der Privatpraxis Diese Forderung hat die Kaffe ans finanziellen Gründen ab gclehnt. Vorläufig behandeln die hiesigen Aerzte die in Frage kommenden Mitglieder der Kasse.

* Wiesbaden, 11. Juli. Ein hier in Stellung sich be- siudcndcs älteres Mädchen aus Dotzheim, das schon öfter au nervösen Anfällen litt, war zujällig Augenzeuge davon, wie ein anderes Mädck>en sich aus dcm Fenster stürzte. Tarübcr gerict das Mädchen in hochgradige Aufreizung, die schließ­lich in Tobsucht ausartctc, so daß die Bedauernswerte ins Krankenhaus, gebracht werden muhte.

* F. C. Wiesbaden, 10. Juli. Im Mai v. I. wurden auf der Rheinstrabe Rohrlegungsarbeitcn für eine Gaslei­tung erforderlich. Diesck Arbeiten wurden im Wege der Sub­mission sür die Strecke Ringkirche-Oranienstrahe dcm Tief­bauunternehmer Jakob Schätzler in Wiesbaden übertragen, der seinerseits sich für die Rohrlegungsarbeitcn den a».- Frllcht bei Bad Ems gebürtigen Schlosser und Installateur Heinrich Hausen bestellte. Als sich die etwa 3 Wochen nu--- inachende Arbeitszeit dcm Ende zuncigte, sollte cs leibet noch zu einem Unfall an der Ocanicnstraße kommen, dessen Opfcc der Arbeiter Straub wurde. Dieser stand beim Einlasjen eines Krcuzungsrohrcs in dem 2,80 Meter tiefen und 1,10 Meter breiten, ohne jede Verschalung versehenen Graben. Wahrscheinlich durch den erheblichen Truck, den die Erdmassen durch den ausgestellten Bock auszuhalten hatten, stürzten diese, da sie dnrch keinerlei Verbauung eine Stütze fanden, zusammen, ans den Arbeiter Straub, den sic ans dar Kreuzungsrohr drückten. Straub wurde herausgeholl und nach dem Krankenhaus verbracht, wo er jedoch nach 2 Tage: verstarb. Schätzler und Hausen sollen den Tod des Stran.! dadurch fahrlässigerweise verschuldet haben, daß sie diesen ü dem durch nichts gestützten Graben arbeiten liehen. Dic Strafkammer verneinte bei Hausen diese Fahrlässigkeit und