Sir. 158
Neue Xagcejcituny. Bonner,lag. den 9. 3*li 1914«
Seile 3.
von England wurden auf ihrer Reife durch Schottland wiederum von Suffragetten belästigt. Diese vernichteten sämtliche anf den Drücken angebrachten Dekorationen, ehe das Königs- xaar sie passierte. In Clyde Bank in der Grafschaft Eembar- ten entfaltete jich beim Empsang der Stadtvertreter durch dar Herrscherpaar von einem der Hostribiine gegenüberliegenden Restaurant ein Banner mit der Aufschrift: Majestät, tun Sie der zwangsweisen Ernährung und Folterung der Frauen Einhalt! Line der Susfragetten st-rach durch ei» Megaphon zum König. Das Hcrrjcherpaar nahm keinerlei Notiz von ihnen. Schließlich machten sich die Suffragetten aus dem Staube, als die Dolksmenge sie zu lynchen drohte,
:: Verschwinde» eines Torpedobootes. Seit Sonntag nacht wird in Glasgow das Torpedoboot ,,D. 8" vermißt. In der Rächt zum Montag rief ein fremdes Fahrzeug, das seinen Namen nicht angad, die Funkenstation Wilhelmshaven an und teilte dieser mit, daß ein Torpedoboot 12 Seemeilen nordwestlich von Helgoland mit Maschinenschaden auf dem Wasser treibe. . Das auszesandte Slationsschisf „Helga" sowie einige Torpedoboote aus Wilhelmshaven konnten „D 8" nicht ausfindig machen. Ebenso blieben die Versuche der Marineflugzeuge, die am Dienstag mit der siebenten Halbflottille zusammen nach dem vermißten Baot suchten ersolglos. Es besteht daher die Vermutung, daß „D. 8" von dem Fahrzeug, das zuerst die Meldung nach Wilhelmshaven gab, gerammt wurde und sank, — Scjtcm in später lliachtstundc kam endlich die telegraphische Meldung, daß das vermißte Torpedoboot den Hafen Balestrand in Norwegen angclaujcn habe. Es ist noch nicht fcstgcstcllt, ob das Schiff während der Fahrt einen Unfall erlitten hat.
Albanien.
:: Der Mbret harrt aus. Wie der „Köln. Ztg." über Berlin gemeldet wird, denkt der Fürst nicht daran, feinen Posten aufzugcben. An die letzten Nachrichten aus Durazzo lnäpfen die Blätter die pessimistischen Auslassungen, nach denen der Zusammenbruch des neuen Fürstentums unvermeidlich sei. Diese Aufsagung hat sich indes nicht bestätigt. Der Mbret ist entschlossen, nicht von seinem Platze zu weichen. Diese Ent- schlosienhcit bildet den festen Punkt in dem Durcheinander der Meldungen. So groß auch die den Fürsten bedrängenden Schwierigkeiten siiid, so scheint doch eine allmähliche Besierung der Lage, wenn nicht ein neues Waffenunglück cintritt, keineswegs für ausgeschlossen. — Effad Pascha erklärte einem Mit- erbcUcr des „Petit Parisicn", daß er die Lage des Prinzen zu Wied als durchaus verloren ansehe. - Der Prinz habe keine einzige jener Eigenschaften gezeigt, die der Führer eines Volkes besitzen inüjsc. Sein Zaudern, seine ungeschickten Maßnahmen hatten ihn so unpopulär gemacht, daß er früher oder später gezwungen sein werde, abzudanken. Er, Esiad, habe nie Nachsolgcr des Prinzen werden wallen. Die Großmächte würben nicht in Verlegenheit sein, einen mit allen erforderlichen kigenschastcn ausgerüsteten Thronbewerber zu finden.
Pfdirnriiifturi iu rinrr Fabrik.
Lichtrnbrrg, 9. Juli, In der Fabrik der Knorr- kremse A.-G.. Neue BahrchvfSstraße, stürzte die Decke des vierten Stockwerkes des Seitenflügels ein und durchschlug drei Decken. Rine Person wurde getötet und vier verletzt. Der Einsturz ist wahrscheinlich durch Ueberlastuug verursacht. Es sind Maschinenteile vom vierten Stockwerke bis ins Kellergeschoß durchgeschalgen. Bis jetzt sind ein Toter und fünf Verwundete aufgefunden worden. Unter dem Schutt werden noch mehr Menschen vermutet. Die Auf- räumungsarbeiten sind im Gange.
Pariernachrichten.
Eine Rrichstagsnachwahl in Heidelberg Eberbach Mosbach.
Ter nationallibcralc RcichstagSabgeordnete Beck, Vertreter des Wahlkreises Heidclberg-Eberbach, ist für den 1. September aus seiner Stcllimg als Amtsvorstand und Geh. dlcgicrungsrat in Lahr zuin Vorsitzenden der Landesversiche- rungsanstalt Baden ernannt worden. Damit wird im Kreise Heidelberg-Ebcrbach eine Ersatzwahl erforderlich. In der Hauptwahl 1912 fielen auf Deck 12139 Stirmnen, der Sozialdemokrat erbielt 8142, der ZcntrumSkandidat 6836 und der Konservative 1111 Stimmen. In der Stichwahl wurde Beck mit 16 291 Stimmen gegen 1458 sozialdemokratische Stimmen gewählt, die Sozioldemokraten hatten ihre Kandidatur iniückgezogen. Ob Beck wieder kandidiert ist fraglich.
Ans der Helmats
* Fricdberg, 9. Juli. Tie Kunstausstellung geht bereits ihrem Ende entgegen und trotz mehrfach geäußerter Wünsche, wi» sic am Montag, den 13. Juli, geschlossen werden. Der Besuch war in den letzten Tagen sehr lebhaft und es sind nahezu 1060 Eüitrittskartcn gelöst. Bis zum Sonntag, den 12. Juli wird die Ausstellung täglich von 11—6 Uhr geöffnet sein.
* Fricdberg, 9. Juli. Für die Allgemeine Ortskrankcn- kasie für den Kreis Friedberg wurde bei dem Poftscheckamte Frankfurt a. M. ein Postscheckkonto Nr. 8767 eingerichtet.
* Friedbcrg, 9. Juli. In der Schöffengcrichtssitzung am Dienstag stauben folgende Fälle zur Verhandlung: t) Ein Bergmann von Obcr-Wöllstadt erhielt wegen Körperverletzung 29 <M Geldstrafe-, er hatte einen Arbeitskollegen mft einer Laterne geschlagen. 2) Ein Hilfsmonteur von Rodheim erhiell wegen Körperverletzung 20 -kl Geldstrafe- Er hatte einen Schmied von Holzhausen mit einem Lattenstück geschlagen. 3) Ein Zinuneriiieifter von Friedberg hatte einen Strafbefehl über 1 M erhalten, weil et seinen Hund in den städtischen Anlagen der Mainzertoranlage frei umher laufen ließ. Auf erhobenen Einspruch erfolgte Freisprechung, weil ein einwandsfreier Beweis über die Jdentftät des HundeS nicht geführt erschien. 4) Ein Bahnwärter von Bruchenbrücken hatte einen Strafbescheid über 20 M Strafe nebst Nachentrichtung der hinterzogenen Steuerbeträge erhalten, ,weil er einen Hund, den er anfangs Januar 1913 und 1914
in Besitz hatte, nicht zur Anmeldung brachte. Der erhobene
Einspruch wurden kostenfällig verworfen. 5) Ein Arbeiter aus Mührrngaste, kam, um zu betteln, in ein Haus zu Holz- hauscn. Dabei stahl er ein Paar Schuhe, weshalb er wegen Diebstahls zu einer Woche Gefängnis verurteilt wurde. 6) Ein Schirmfticker aus Rendel hatte einen Strafbefehl über 16 <41 Strafe er haften, weil er in Niedcr-Wöllstodt hausierte, ohne im Besitze eines Wandergcwcrbeschcines zu sein. Der erhobene Einspruch wurde kostcnfälljg verworfen. 11) Ein Schweizer von Obcr-Wöllftadt erhielt wegen Körperverletzung 20 M Geldstrafe: er hatte aus Eifersucht eincir Dicnst- knecht mit einem eisernen Pumpenschwengel geschlagen. 12) Ein Arbeiter aus Beienheim erhielt wegen Sachbcschädi- gung 2 Tage Gefängnis. Er war von dem Polizeidreuer in das Hastlokal gebracht worden. Dort riß ec den Ofen ab und entschlüpfte durch die dadurch geschaffene Oeffnung.
* Rodhcim v. d. H., 9. Juli. Nachdem sich die Gemüter über die verflossene Bürgerniersrerwahl so ziemlich beruhigt haben, halten wir es für eine Ehrenpflicht, der Tätigkeit unseres alten Bürgermeisters zu gedenken. Herr Bürgermeister Holl konnte mit dem Bewußtsein aus dem Aurte scheiden, stets seine Pflicht in vollstem Maße erfüllt, und immer die Interessen der Gemeinde gewahrt zu haben. Seine achtzehnjährige Amtstätigkeit war eine sehr erfolgreiche. Während zu Anfang eine hohe Schuldenlast in der Gemeinde vorhan- den war, ist diese jetzt getilgt und die Gemeinde zählt zu den wohlhabendsten des ganzen Kreises, sodaß nur ein ganz geringer Kommunalstericrsatz erhoben wird. Dabei wurden während der Dienstzeit des Herrn Bürgermeisters Holl Eisenbahn, Kirche und Schulhaus gebaut, ncuc Straßen eröffnet und fast alle alten umgebaut. Bürgermeister Holl hatte stets das Bestreben, die Parteigegensntze zu mildern und Eintracht in der Gemeinde hcrbeizuführerr. All' dieses wird ihm, dessen sind wir gewiß, ein ehrenvolles Andenken in der Gemeinde auf immerdar sichern. Daß er nicht wicderge- wählt wurde, lag zuni großen Teil daran, daß er zuerst eine Wiederwahl entschieden abgelehnt hat und sich erst nach langem Widerstreben und unter einem förmlichen Zwang dazu verstanden hat, so daß vielfach an dem Ernst gczweiselt wurde. Dem neuen Bürgcnueistcr, Herrn Hofmann, der als tätiger und tüchtiger Mann bekannt ist, gibt die stattliche Stimmenzahl, die er erhalten, Gewähr von dem Vertrauen, das er in der Gemeinde genießt. Wir sind überzeugt, daß auch er die Geschicke der Genreinde im altbewährten Geiste letten und stets das Wohl von Rodheim sich zur Richtschnur setzen wird.
* Dortelweil, 9. Juli. Eine Trauerbotschaft wird von hier gemeldet. Herr Gg. D a u b c r, unser langjähriger srühcrer Stationsvorsteher, ist nicht mehr. Nur kurze Zeit war cs ihm nach langer treuer Dienstzeit vergönnt, seine Tage in Ruhe zu verleben, nur zu bald hat ihn der Tod gesällt. Der Verstorbene war ein braver, pflichtgetreuer Mann, den alle, die ihn kannten, hoch- und wertschätzten. Von der Liebe und Achtung, die ihm nicht allein in den Kreisen seiner Kollegen, sonder» von der ganzen hiesigen Einwohnerschaft und darüber hinaus cnt- gegengebracht wurde, gab das Diensffubiläum, das er vor einigen Jahren feiern konnte, reichlich Kunde. Das Andenken des wackeren Mannes wird allezeit hochgehaltea werden.
* Bildet, 9. Juli. An den Folgen eines Katarrhs sind gestern früh, wie wft bereits gemeldet haben, die Bilbeler sia- viesijchen Zwillinge gestorben. Beide Mädchen kränkelten schon seit einiger Zeit, so daß der baldige Tod der unglücklichen Wesen zu erwarten stand. Gestern in den srühen Morgenstunden verschied das ciae Kind, etwa drei Stunden später salzte ihm das anders in den Tod. Die Zwillinge wurden im Jan. 1912 als die Kinder des Dieners Stall geboren. Jedes der Kinder bildete einen selbständig lebenden Organismus' für sich. Gemeinsam hatten sie nur die Schädeldecke. Die Schläfenadern des einen Kindes liefen in gerader Linie zu den Schläfen des andern Kindes über, sodaß die beiden Gefichtchen nur durch einen schmalen Kranz Heller Locken getrennt waren. Die Kinder mußten sich also immer in liegender Stellung befinden und ständig eine Aufsicht bei sich haben: denn griff sich das eine an seine Haare, so saßte es gewöhnlich auch in die des anderen, das dann unruhig wurde und schrie. Beide Mädchen schliefen und wachten auf zu verschiedenen Zeiten, hatten jede besondere Gefühlsäußerungen. Der erfolgte Tod bedeutet für die Kinder nicht nur eine Erlösung, sondern auch für die Mutter, die mit den armen Wesen unendliche Mühe hatte. — Bon anderer Seite wird berichtet: Vor einigen Wochen erkrankten die Kinder an Keuchhusten, an beste» Folgen das eine Mädchen am Dienstag obend 11 llhr starb. Es war natürlich nicht möglich und wäre nur eine zwecklose Quälerei gewesen, das lebende Kind von der Leiche durch einen operativen Eingriss zu trennen. So blieb er mit der Leiche verbunden, nach der es sort- gesetzt schlug, bis es endlich bewußtlos wurde und nach 19 Stunden dem Schwesterchen in den Tod folgte,
Hestcn-Nastau.
* Höchst a. M-, 9. Juli. Ueber die Studienreise des „Vereins junger Landwirte im Kreise Höchst wird uns geschrieben: Nachdem die beabsichtigte Studienreise des Vereins nach dem Hof Kleeberg infolge des mangelnden Ent- gegenkomnrens des dortigen Pächters, der für die Besichtigung noch ein Eintrittsgeld erheben wollte, mißlungen war, wie eine Zuschrift von Sulzbach in dieser Zeitung seiner Zeit richtig dargcstellt hatte, wurde als Ziel des Ausfluges Heidelberg bestimmt» woselbst Herr Kreisobstbauinspek- tor Kreutz in liebenswürdiger Weise die Führung übernommen und auch den Reijeplan hierfür aufgestellt hatte. Bei der Wahl des Zieles für den Ausflug war mitbcstim- mend die Ueberzeugung, daß dort, wo eine tüchtige und bewährte Kraft wirkt, wie Herr Kreutz, daß dort etwas musterhaftes und vorbildliches zu schauen ist-, und wir können getrost sagen: es wurden auch die kühnsten Erwartungen bei weitem übertroffen. Die stattllche Zahl von 60 Damen und Herren versammellen sich als Teilnehmer im Hauptbahnhofe Frankfurt und benutzten »uk Fahrt den D-Zug. der um 8,01
Khr in Heidelberg eintrifft. Herr KreiSackcrbau-Jnspektor Kreutz nahm uns am Bahnhofe in Empfang. Nach erfolgter Begrüßung und nachdem man sich durch einen Frühschoppen gestärkt hatte, wurde elektrisch nach der Portland-ZemeM fabrik Leimen bei Heidelberg gefahren. Dieses Werk ist eines der bedeutendsten und größten der Branche, es beschäftigt 850 Beamte und Arbeiter. Bei dem folgenden Ruvdg.mm konnte man sich von der Vielseitigkeit des Betriebes ein ?> !ü machen und nur eine Zahl sei hier als Beweis gegeben: es werden durchschnittlich täglich 100 Waggons fertigen Zements verschickt. Sehr sehenswert und volle Anerkennung fanden auch die von der Direktion des Werkes für ihre Arbeiter troffcr.cn Wohlsahrtseinrichtungen. Recht interessant sind auch die ans den zum Werk gehörrnden und i» eigenen Regie befindlichen 70 Morgen dem Feldbau dienenden, mit kombinierten Düiigungsversuchen angelegten Parzellen. Mit einen kalireichen Abfallprodukt des Werkes, Flugasche genannt, sind hier alle Fruchtarten zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Mengen gedüngt. Mit einer Einladung zu einem Frühstück wurden die Besucher am Schlüsse des Nuiid- ganges überrascht. Dieses war in der 2000 Personen fasse»- den Festhalle des Werkes bereit gestellt. Diese Halle ist ein seyenswertes Bauwerk und fft ganz aus Eisenbeton erbau:, lieber den Zweck des Gebäudes lehrt uns die über dein Eingänge befindliche sinnreiche Inschrift, die lautet: „Diese-:
Haus soll dem geistige,, Fortschritt und der Lebensfreude nuferer Arbeiter dienen". Wie man an den frohen Gesichtern sehen konnte, schmeckte in dieser gastlichen und fteimdlichen Stätte das Frühstück vorzüglich. Anschließend gab Herr Bastian Seeger in Abwesenheit des Herrn Direktor noch Aufschluß über den Betrieb und die Fabrikation de? Zements, den Bau der Festhalle usw. Namens des Vereins dankte Herr Schleicher für alles, was man gesehen und gehört : ebe und für die genossene Gastfreundschaft. Zuni Zeichen des Tankes stimnitcn alle Teilnehmer in ei» dreifaches Hoch auf die freundlichen Gastgeber fteudig ein. Da die Zeit aber drängte, mußte man diese gastfreundliche Stätte verlassen und die Reise wurde fortgesetzt nach der Heil- und Pslegean- stalt Wiesloch. Bei der Fahrt durch die Felder konnte man Hopfen- und Tabakpflanzcn beobachten. Tic Gerstcufeldci haben einen sehr schönen Stand. Die Heil- und Pslegean stalt ist staatlich und umfaßt ein Areal von 410 Morgen. Air Eingänge empfing uns der dem landwirtschastlicheu Be triebe der Anstalt vorstehende Herr Inspektor. Tic n», folgende Besichtigung führte uns zunächst durch die Küchen- räume, die eine große Ausdehnung haben, hier weide» die Speisen für die 1500 iu der Anstalt bcsiudlichcn Personen zubereitet. Es folgten nun die der Neuzeit entsprechenden Oekonomiegebäude, wobei ein ausgedehntes Bauwerk, da-: im Souterrain Schweinestall, Parterre Pferde- und Sluli- stall und im Obergeschoß Hochfahrtscheune darsiellt, besonder- erwähnt sei. In ausgedehntem Maße werden hier Schweinezucht und -Mast getrieben, um den großen Bedarf an Fleisch für die Anstalt selbst zu produzieren. Alles, Viehzucht und Ackerbau, sind musterhaft, man hat sofort den Eindruck, daß der Leiter des landwirtschaftlichen Betriebes der Anstalt ein tüchtiger Wirtschafter ist. Als man nun au, Schlüsse des Rundganges auf die nächsten elektrischen Wagen zur Rückfahrt nach Heidelberg wartete, wurden einige unbcschirmt: Damen und Herren recht unliebsam von einem leichten Regen überrascht. Es war mittlerweile auch 2 Uhr geworden lint mit einer halben Stunde Verspätung traf man zum gemeinschaftlichen Mittagessen zu Heidelberg, im Rcstanrant zum Fuchsbau ein. Nachdem die Teilnehmer sich an dem vorzüg- lichen Essen gütlich getan, wurde die Reise fortgesetzt »ach dem Schloß, wobei manche beleibte Dame und Herr, denen der steile Ausstieg etwas schwer siel, gewitzigt waren und die Zahnradbahn zur Auffahrt benutzten. Es folgte nun ein Rundgang durch das Schloß und den beliebtesten Aussichtspunkten. Von hier aus ist die Aussicht auf Altheidclberg, den Neckar und Umgegend wirklich herrlich, ja prächtig zu nennen. DaS berühmte Heidelberger Faß wurde ebenfalls besichtigt, auch wurde hierbei des kleinen Kellermeisters Pcr- keos Uhr zur Erheiterung Aller verschiedene Male aufgezogen. Nach erfolgtem Abstieg wurde die Reise Neckar auswärts fortgesetzt und zur Ucbcrfahrt über den Neckar be reitstehende Boote benutzt, um nach dem reizenden Ausflugspunkt genannt Stistsmühle zu gelangen. Als nian hier nock ein Stündchen verweilt, inußte man, da der Tag zur Neig« ging, an die Heimreise denken. Ein abendlicher Spaziergang auf dem rechten Ufer des Neckars beschloß den schön verlaufenen Sonntag »nd der Ausflug. Die Teilnehmer genehmigten in der kurzen Zeit bis zur Bahn in Heidelberg einen Abschiedsschoppen und schieden in dem Bewußtsein, in Heidelberg, der Perle Deutschlands, unter der prächtigen Führung des Herrn Kreisackerbau-Jnspektors Kreutz einen genußreichen und schönen Tag verlebt zu haben. (Der Verein ehemaliger Friedberger Landlvirffchastsschüler nnterniiiunt am 10. und 11. Juli einen Studienausslug mit dem glei- ichen Ziele. Vielleicht trägt diese Schilderiing noch dazu bei, daß sich noch mehr Teilnehmer inelden.)
Gedenktage.
8. Juli. 1607 Friede zu Tilsit — 1857 Friedrich ll, Groß- Herzog von Baden geb. — 1696 Professor Eugen Klinisch f. — 1896 Professor l)r. Heinrich Ernjt^ Bcyrich f, Geologe.
Frankfurter Wetterbericht.
Voraussage. Ziemlich heiter, trocken, wärmer, schwache nordwestliche Winde, lokale Gewitt crgefahr. _
Verantwortlich für den politische» Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den lokalen und unlcrhaltenden Teil: Bernhard Lenz. Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Fricdbcrg. Druck und Verlag der „Neuen Tr.aes- zcitunn", A.-G., Fricdberg i. H.


