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’äjcn die Delegicrtenversammlung unter den, Vorsitze des PforrerS Schmidt-Höchst a. M. an. In ihr gab Verbands- fekrteär Wilhelm-Frankfurt a. M. einen Bericht über seine seit vier Monaten ousgcübte Tätigkeit. Er mußte dabei -feststellen, daß er im Lahntal, besonders in der Gegend um Limburg, einen guten Boden für die evangelische Arbeiterbewegung vorfand und er auch talkrästige Unterstützung von Seiten der evangelischen Geistlichen fand. Eine durch das Usinger Land und das Weiltal führende Tour zeigte genau das Gegental. Die Pfarrer wiesen jede llntcrstützung der Sache zurück imt den Worten zum Teil, es sei doch nichts zu machen, denn alle Arbeiter seien rot. Eine rühmliche Ausnahme bildete Laubuseschbach. Sekretär Laufcr-Tarmstadt wußte von einem guten Aufschwung in seinem Tätigkeitsbc- zirk zu berichten. Besonders in, Odenwald und in der Wormser Gegend war der Erfolg ein deutlich sichtbarer. Während seither im Tarmstädtcr Bezirk nur der Verein in Darmstadt mit 215 Mitgliedern bestand, gründeten sich im letzten Jahre 9 Brudervercine, deren stärkste in Lampertheim und Fränkisch-Crumbach sind. Jetzt sind 718 Mitglieder also 509 mehr gegen das Vorjahr zu zählen, welche Zahl noch ständig im Wachsen begriffen ist. Das Frankfurter Sekretariat weiß von keinem allzu großen Aufschwimg in der Hochburg der Sozialdcinokratic zu berichten, wenn auch durch eifrige Hausagitation die Mitgliederreihen verstärkt werden konnten. Nachdem Pfarrer Schmidt noch darauf hingewiesen. daß deiunächst in Gießen ein Sekretariat errichtet werde und sein Bedauern über die Lauheit seiner Amtsbrüder in dieser guten Sache ausgcdrückt, schloß die Tagung. Ein Festkonzert und Volksfest schlossen sich an.
* F. C. Wiesbaden, 6. Juli. Zu Beginn der letzten Stadtveroldnetensitzung gab auf eine Anfrage betreffend ein umlaufendes Gerückt einer in der Stadt herrschenden TyPhriSepidemie der Oberbürgermeister Geheinirat Glässing eine Mitteilung dahin ab, daß nach den eingehenden schon von vornherein vorgenommenen und bis jetzt fortgesetzten Feststellungen der städtischen Verwaltung ein Anlaß zur Beunruhigung absolut nicht vorliegt. Im übrigen schloß er sich den hcrausgegcbeuer, Veröffentlichungen des Kreisarztes des Kreises Wiesbaden-Stadt Ur. Pilf an, nach denen in den sest- gestelltcn 31 Typhusfällcn eine Typhusgefahr nicht zu erblicken sei. — Dem Entwurf einer Gewcrbc-(Filial-)Steuer- ordnung für die Stadtgcmeinde Wiesbaden stimmten die Stadtverordneten zu. Sie sieht eine Besteuerung von zwei pro Mille de? llnisatzeS vor bei den Geschäften, die außerhalb ihr Hauptgeschäft betreiben und in Wiesbaden Filialen führen. Filialen der am Platze befindlichen Hauptgeschäfte bleiben steuerfrei. — Die llebcrnahme der selbstschuldnerischen Bürgschaft der Stadt der Nassauischen Landesbank gegenüber für ztvcite Hrzpothcken bis zum Gesamtbeträge von 250000 Jl stimmte man zu, ebenso denr Ankäufe von sieben Acckern und 1 Wiese von 090 Ruten zum Rutenpreis von 23 bis 92 M im Gesamtbeträge von 40 000 M von den Erben de? Rentner Friedrich Heuß. — Für den Umbau der Park- straße bczw. Paulinenstraße wurden 53 000 bezw. 37 000 M bereit gestellt.
* F. C. Wiesbaden, 6. Juli. Die Maul- und Klauenseuche, die bis vor 14 Tagen den Regierungsbezirk Eassel verschont hatte, rückt weiter. Gestern wurde in Gerbachshof, Gemeinde Eichenzell, Kreis Fulda, die Seuche festgestellt. In dein bis jetzt ganz seuchenfrcien Regierungsbezirk Wiesbaden ist die Geißel der Landwirte auf dem Römerhof bei Frankfurt-Rödelheim ausgebrochen.
* F. C. Wiesbaden, 6. Juli. Am Freitag, dem letzten Tage der Schwurgerichtsperiode, stand vor dem Wiesbadener Schwurgericht der 27jährige auS Niederlahnstcin gebürtige Echlofsermeister Martin Wambach aus Oberlahnstein, der an, 16. Mai seinen Lehrling Andreas Kraus dadurch verletzt und dessen Tod herbeigeführt haben soll, daß er mit einen: Stück glühenden Schweißdraht nach diesem warf, ihn am Kopfe derart traf, daß der Draht durch die Schädeldecke ins Gehirn eindrnug. Wambach, der sich vor zwei Jahren selbstständig machte, betrieb in seiner Werkstätte die reinste Lehrlingszüchterei. Dagegen wäre a» und für sich kein Einwand j» erheben, wenn er nicht eine ganz merkwürdige Erziehungsund Lehrmethode angewandt hätte. Nach den Zeugenaussagen der Lehrlinge verlief kein Tag ohne Prügel. Sogar mit Hammer und Feile schlug er aus die Lehrlinge ein und benutzte, was er gerade in der Hand hatte, als Wurfgeschoß nach diesen. So war es auch ani 16. Mai, an dem der junge Kraus eine falsche Weisung einem anderen Lehrlinge ge- geben halte. Wanibach geriet darüber in Erregung und warf, gerade mit Schweißen beschäftigt, das Stück Schweißdraht, das nach dem Gutachten von vr. Popp-Frankfurt a. M. niindesteus 500 Grad heiß war, nach Kraus. Wie oben geschildert, drang das Eisen in das Gehirn des Kraus ein und sührte nach einigen Tagen zu dessen Tode. Wambach erklärte min, der Wurf habe absolut nicht dem Getöteten gegolten. Da? Stück müsse von der Erde, wohin er es geschleudert, aufgesprungen sein. Die Geschworenen sprachen Wambach dev Körperverletzung mit Todcserfolg schuldig, worauf das Urteil auf zwei Jahre Gefängnis erging.
* F. E. Wiesbaden, 6. Juli. Im 82. Lebensjahre verstarb der hier im Ruhestand lebende Kammcrdircktor Louis Keller. Ter Verstorbene, ein geborener Nassauer, stand mehrere Dezennien lang an der Spitze der Gräflich-Vsen- burg und Büdingenschen Verwaltung in Mccrholz. Vor 20 Jahren trat er in den Ruhestand.
* F. C. Wiesbaden, 6. Jul:. Seit Einführung des Arbeitsscheuen gesetzt? h.t der SiadianSschuß sich fast in jeder Sitzung mit Anträgen des OrtSaruienverbandcs Wiesbaden wegen Ueberweisung Von arbeils'chcuen Personen in eine öffentliche Arbciisanstalt zu beschäftigen. Bei der am vergangenen Freitag stattgefundeu:.t Stadtausjchußsihung standen nur derlei Fälle und zwar zehn an. Es handelte sich
Neue £«gw)tn«ng. Dienstag, de» 7. 2»lj 1914.
um drei männliche Personen, eine Ehefrau, eine Witwe sowie um fünf ledige Weibspersonen.
* F. C. Kassel. 7. Juli. Prinz Eitel Friedrich von Preußen und Prinz Oskar von Preußen, treffen heute Dienstag zu einem mehrtägigen Besuche der Kaiserin auf Schloß Wilhelmshöhe ein. Dom 12. bis 14. Juli wird der Herzog und die Herzogin von Braunschweig und Lüneburg auf Schloß-Wilhelmshöhe erwartet.
* F. E. Eassel. 6. Juli. Nach den bis jetzt feststehenden Reiscdispositioncn des Kaisers, wird der Monarch in der zweiten Woche des Monats August aus Schloß Wilhelms- Höhe cintreften und von hier aus der Einweihung der Waldecker Talsperre nnwohnen, sowie den Truppenübungsplatz Ohrdruf in Thüringen und die Feste Koburg befuckv'n. Ani Abend des 20. August wird sich der Kaiser von Wilhelmshöhe aus nach Mainz begeben, um die Parade über die qe- iamten Truppen des 18. Armeekorps abzunehmen. Am Nachmittage des 21. August begibt sich der Kaiser zu einem inehrtägigcn Besuche der Prinzlich Hessischen Herrschaften auf Schloß Friedrichhof im Taunus, wohin sich zur gleichen Zeit die Kaiserin von Schloß Wilhelnishöhe, wo Hochdicselbc am 6. Juli eintrifft, begeben wird. Die Majestäten werden in dieser Zeit Bad Homburg v. d. H., die Saalburg usw. besuchen und der Kaiser das Militorgenesungsheim im Kloster Eberbach im Rheingau besichffgen. Von Schloß Friedrichs- Hof begeben sich die Majestäten nach Wilhelmshöhe zurück, woselbst sie bis zur ersten Septcmberwoche weiter Residenz nehmen, um sich dann zu den großen Paraden in Münster und Eoblcnz zu begcbc.n
Starkenburg.
* F. E. Ossenbnch a. M-, 6. Juli. Zu einem Groß- Schiffahrtsweg wird der Main ausgebaut durch die Kanali- sicrungsarbeiten, die nunmehr auf der Strecke des SftomcS zwischen Offcnbach und AschaffenbUrg in einer Länge von 47 Kilometer ausgeführt werden. Mittlere Rhcinschiffc vermag dann sein Rücken zu tragen. Ein weites Gebiet erhält eine direkte Verbindung mit dem deutschen Strom. Der Main wird nach Beendigung der Arbeiten auf 90 Kilometer von Mainz ab kanalisiert sein. Durch die Kanalisierung wird eine normale Wassertiefe von 2,50 Meter bei einer Mindcstbreite von 36 Metern hergcstellt. Sechs bewegliche Wehre von 100 Meter Weite und 2,35^ Meter durchschnittlichem Gefälle mit einem Schifssdurchlaß von 40 Dieter Breite werden hergestellt. Jedes dieser Werke erhält eine Schleuse für Schiffszüge von 300 Meter nutzbarer Länge und von 12 Meter Breite, eine Floßrinne 12 Meter breit und 0,9 Meter Wassertiefe und eine Fischpaßanlagc. Die Gesamtkosten der Bauausfiihrungen sind auf 28 Millionen Mark veranschlagt und zwar 16 Millionen für die Kanalisierung des Main, 2y 2 Millionen für den Hafen von Hanau, 10s/> Millionen für den Hasen von Aschaffenburg. Für den ersten Abschnitt, der von Kilometer 43 bis zum Hafen von Hanau reicht, werden die Kosten von Preußen getragen, für den zweiten, der in Aschaffenburg endet, von Bayern. Letzteres übernimmt auf seinen besonderen Etat den Ausbau des Aschasfcnburger Hafens. Die Stadt Hanau übernimmt die Kosten des Hanauer Hafens.
* Ojfenbach a. M. 4. Juli. Durch den D-Zug, der gestern Abend 7 Uhr von Gelnhausen kommend hier vorübersuhr wurde in der Nähe des alten Friedhofes bei Offenbach ein Streckenwärter, der in unvorsichtiger Weise noch das Gleis Lerschreiten wollte, getötet. Der Körper wurde in zwei Teile geschnitten und der Tod trat sofort ein.
* Mühlheim a. M.. 6. Juli. Die Unvorsichtigkeit auf Kirschen Wasser zu trinken, hat hier wieder ein junges Menschenleben gekostet. Die 13jährigc Tochter des Bäckers Kaiser trank, nachdem sie ein kleines Quantum Kirschen gegessen hatte, kurz hinterher Wasser. Bald darauf klagte sie über Schmerzen im Leibe und verstarb in kurzer Zeit trotz ärzt- sicher Hilfe.
* Neu-Isenburg, C. Juli Die 60jährige Frau Strcitenbcr- ger geriet mit dem rechten Arm in die Kreissäge einer Holz- schneidemaschine. Der Arm wurde zwischen Ellenbogen und Hand glatt abgeschnitte». Die schwerverletzte Frau kam nach Frankfurt ins Krankenhaus.
* Sprendlingen, 4. Juli. Der 51jährige Landwirt Ph. Rcllinger war in aller Frühe aufgestanden und wollte an dem offenen Brunnen Strohjeile cinweichen. Dabei bekam er das Uebergewicht und stürzte in den Brunnen, der infolge der letzten starken Regengüsse voll Wasser war und mußte, da seine Hilferufe nicht vernommen wurden, elend ertrinken.
* Mörselde», 3. Juli. Der verheiratete 44jährige Maurer Heinrich Schulmayer stürzte auf einem auswärtigen Neubau aus beträchtlicher Höhe ab, wobei er sich lebensgefährliche in-- nere und äußere Verletzungen zuzog.
* Daemstadt, 4. Juli. Ein bößer Kuhhandel brachte gestern den Viehhändler Moritz Kaufmann aus Rimbach i. Od. vor die Straflammer. Er war vom Schöffengericht zu Mk. 200.— wegen Betrugs, wohl mit Recht verurteilt worden, weil er einem Landwirt für Mk. 400 eine Kuh abkaufte und schon nach zwei Tagen diesem schrieb, baß die Kuh „huste, schmeiße und tuberkulös" sei. Inzwischen aber hatte er die Kuh für Mk. 430 verkauft, von dem ersten Käufer sich aber wieder Mk. 188 zurückzahle» taffen. „Ein feines Geschäft". Er muß seine Ettafe behalten, obwohl der Staatsanwalt gerne mehr beanttagt hätte. Sein mitangellagter Vater wird fteigesprochen.
* Darmstadt, 4. Juli. Die Großh. Zentrale für Muttcr- und Säuglingsfürsorge in Hessen veranstaltete in ihren Räumen, Heinheinierstraße 21, in der Zeit vom 15. bis 30. Juni 1914, abends 8—10 Uhr, einen Schwesternfortbil- dungskursus mit Demonstrationen. Der Kursus umfaßte 12 Besprechungen an aufeinander folgenden Wochentagen und behandelte die gesamte Pflege und Ernährung des Säug- lingS. Gleichzeitig fand vSrrnittags von 10 bis 12 Uhr ein ebensolcher Kursus für'funge Mädchen und Frauen statt. Die Kurse waren zufanrmenJiork insaesamt 32 Teilnebmcrin-
nen besucht, die den Besprechungen außerordentlich lebhaftes Interesse entgegenbrachten. Da bereits weitere Meldungen eingegangen sind, beginnt ein neuer Kursus am 15. Juli d Js., abends 8 Uhr. Die Teilnehmerkarten sind im Büro der Großh. Zentrale zum Preise von 1 M erhältlich.
* Erbach, 4. Juli. Viele Gemeinden des Kreises Erbach sind durch die Niederschläge der letzten Wochen schwer ge5->. digt. Ganze Ernten sollen vernichtet sein. Zahlreiche Familien sind in bittere Not geraten. Daher wendet sich ein Koniitee, bestehend aus dem Fürsten von Erbach-Schönbera. den Krcisbehördcn, Landtagsabgcordneten und Bürgernici- stcrn an die Ocffcntlichkeit mit der Bitte, öffentliche Sam- melstell'.'n für die Wasscrgcjchädigtcn zu errichten, zur Linderung der Not. Die eingehenden Beträge sollen zur Verfügung des Krcisausschnsses stehen. Insbesondre an die Mitglieder des Odenwaldklubs ergeht die Bitte, sich für manche Stunde der Erholung im grünen Odenwald erkenntlich zu zeigen.
* Birkenau. 4. Juli. Gestern kamen zufällig auf dem hiesigen Rathaus vier Rentenbcziehcr zusammen, die zusammen 331 Jahre zählen. Tic alten Leutchen heißen: Klinger 83 Jahre, Hofmann 83 Jahre, Zopf 81 Jahre und Frau Leopold Witwe 84 Jahre.
Rheinhesse».
* Mainz, 7. Juli. Die Aprikosen- und Pfirsichernte dürfte in einigen Tagen ihren Anfang nehmen. Sic fällt so reichlich aus, wie man sie seit Menschengedenkcn nicht erlebt hat. Die mit vielen Tausenden von Aprikosen- und Pfirsichbäumen angepflanzten Obstplantagen an: Großen Sande bieten einen herrlichen Anblick. Jeder Baum, und wenn er noch so klein und verkrüppelt ist. beugt sich unter der überreichen Last prachtvoll entwickelter Früchte. Alle Bäume mußten stark gestützt werden, sonst würden sie unter der Last zusammenbrechen. — Auch in unserem Fricdberger Kreise ist die Aprikosen- und Pfirsichernte ausgezeichnet.
* Mainz, ß. Juli. Der Würzburger Bäckermeister Anton Bullinger verstarb in Mainz und zwei Stunden daraus auch seine Gattin. Die Leichen werden nach Würzburg überführt.
* ArnrSheim, 4. Juli. Der Polizeidiener Martin setzte sein Kind auf einen Ochsen, um es reiten zu lassen. TaS Tier wurde unruhig und das Kind stürzte von dem Ochsen herunter, wobei cs von dem Tier so getroffen wurde, daß es blutete. Der Vater glarrbtc, daß das Kind tot wäre: er lies nach Hause und versuchte sich zu erschießen. Als er sich niit ztvei Schüssen verletzt hatte, erhängte er sich.
* Osthosen, 4. Juli. Vor dem Schöffengericht kam eine Klage des Landtagsabgeordnetcn Pfarrer Korcll-Jngelhcim gegen den Landtagsabgeordnetcn I)r. Winkler zur Verhandlung. Der Beklagte gab zu, die Worte pharisäerisches Verhalten mit Bezug auf den Privatkläger gebraucht zu haben. Trotzdem sah das Gericht die Acußcrung nicht als erwiesen an lind sprach den Angeklagten frei. Wäre sie erwiesen, so würde sie weit über die Wahrung berechtigter Interessen hinaus gehen. Eine Widerklage Winkler gegen Korell wurde abgewicsen und die Kosten beiden zur Hälfte anferlegt.
Frankfurter Wetterbericht.
Voraussage. Wechselnde Bewölkung, strichweise Niederschläge. wenig warm, südwestliche Winde.
Hcumarkt. Es war nichts angefahren.
Das grüne Auto.
Spionage-Noman von August Weiß!.
68 lFortfetzung).
Ich hätte sie wieder erkannt, selbst wenn sie inzwischen eine alte Fron geworden wäre. Die schrecklichen Erinnerungen an sie haben ihr Bild unauslöschlich in meine Seele ge- Prägt.
Verzeihen Sie, Herr von Eartclane, fragte Doktor Mar- tcns noch einmal. Sind Sie Ihrer Sache wirklich ganz — ganz sicher? Ich niuß Sie das fragen, weil durch Umstände, die ich Ihnen nicht so rasch erklären kann, die Beantwortung dieser Frage von höchster Tragweite ist.
Aus den Andeutungen des Baron Spohr crrale ich, um was es sich handelt. Ich wiederhole, ich glaube mich nicht zu täuschen. Es sind zwar viele Jahre vergangen und sie
hat sich sehr verändert, aber--Uebrigens, Herr Doktor.
ick sah sie in Gesellschaft eines Herrn. Wer ist das?
Ihr Mann.
So hat sie also doch geheiratet.
Ja, einen Landsmann von Ihnen.
Wie heißt sie jetzt?
Campobello.
Ist ihr Mann ein Graf?
Ja, Graf Ernst von Canipobcllo.
Bitte, machen Sie mich mit ihm bek-nnt. Sollte ich mich getäuscht haben, so werde ich das durch ihn bald- erfahren.
Bitte, komnien Sie.
Die Herren begaben sich in den Saal zurück.
Auf der Treppe blieb Spohr stehe» und richtete an Doktor Martens die Frage:
Wenn nun die Gräfin Verdacht geschöpft hat und aus und davon geht?
Beruhigen Sie sich, sic wird überwacht. Unser Agent fuhr ihr nach.
Zwanstigstes Kapitel Hauptmann Fernkorn und Caurpobcllo hatten inzwischen schon die dritte Flasche Champagner bestellt und saßen noch immer an den: kleinen Tischchen hinter der Loge, während die Vorstellung ihren Fortgang nahm. w ,.Campobcllo hatte hastig getrunken. Seine Augen frm- feiten, keine eingefallenen Wangen glühten. Der plötzliche


