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Sieu« Tageszeitung. Samstag, een 4. Juli 1914,

Seite S.

Aus der Heimat.

S»r. 154

* v aci) eine recht gewundene Antwort, aus der hervorging, dah England so leicht nicht seine Zustimmung zu einer Oeffnung der Dardanellen für die russische Schwarze Meer-Flotte geben würde. Das würde einen Zuwachs des Einflusses Rußlands im östlichen Mittelmeerbecken ergeben, und den kann sich Großbri­tannien nicht wünschen, denn über alle Freundschaft gehen die eigenen Interessen.

(finnicifjuttg des neuen Dal>«ihofs-Gmpfangs- gebäudes in Höchst am Main.

In Gegenwart des Eisenbahnpräsidenten Renleaux- Frankfurt a. M-, des Landrats vr. Klanser-Höchst a. M., vieler Mitglieder des Eiscnbahnprösidiums,d?r städtischen Kollegien und zahlreicher geladener Gäste, wurde am Diens­tag das Bahnhofs-Empfangsgebäude des neuen großen Bahnhofs eingeweiht und dem Betriebe übergeben. Die Weihe des Hauses bildete de» Höhepunkt iu der auf sechs Jahre berechneten Umbauzeit der Anlagen des gesamten Bahnhofes. Dieser erwies sich schon seit Jahren als unzu- reichendes Derkehrsinstitut für den Riesenverkehr auf den an Höchst vorbeisührenden Bahnen, nicht minder aber auch für Höchst mit seiner blühenden Industrie selbst. Die alte Bahnhofsanlage war eigentlich nur ein Kongionrat von Haupt- und Nebenstrecken. Ueber die Gleise führten acht Wege. Güterschuppen, Bahnsteige, Rangieranlagen, Ueber- holungsgleise und die Dienstgebäude lagen sich im Wege und Üörtcn jede Entwickelung. 1910 bewilligte der Landtag die Nittel zum Umbau, und seit drei Jahren arbeiten täglich mnderte von Arbeitern an der Ummodelung der Anlagen. Der neue Bahnhof beseitigt sämtliche acht Gleisiibergänge, kr schafft 12 lange Bahnsteige (sonst 7), die alle schienenfrei sind, ferper 4 Ueberholungsgleise (sonst 2), konzentriert den ganzen Verkehr in übersichtlicher Weise und gruppiert die ihre Natur nach zusammengehörenden Gleisstrecken von Soden, Königstein und Limburg. Ganz neuartig ist der Lokomotivschuppen, aus dem der abziehende Maschinenrauch auf unterirdische Weise entfernt und dann durch einen 38 Meter hohen Betonschornstein enffiihrt wird. Das neue Empfangsgebäude, das am 1. Juli in Betrieb kam, ist ganz aus Beton gebaut und überaus praktisch eingerichtet. Sämt- liche 12 Gleise werden hochgelegt,

Mit dem Umbau des Bahnhofs zu detn größten der gan­zen Taunusbahn, geht die Anlage des zweiten Bahngleises nach Limburg Hand in Hand. Für den gesamten Bau stehen 14 Millionen Mark zur Verfügung, hiervon kommen 7 Millionen Mark auf Höchst. Bis jetzt wurden 8,5 Millionen Mark verbaut, und zwar 3 Millionen für Höchst und 5,5 Millionen für das zweite Gleis nach Limburg. Im Jahre 1916 soll die gesamte Anlage vollendet sein. Gestern wurde bereits mit dem Abbruch des alten Gebäudes begonnen. Die sämtlichen Bauten müssen ohne jede Betriebsstörung durch- geführt werden. Der bisherige flotte Fortgang der Arbeiten lassen erwarten, daß das Bauprogramm inne gehalten wird. Die Leitung des Bahnbaus liegt in den Händen des Regie­rungsbaumeisters Endres. Welchen Riesenverkehr der Höchster Bahnhof zu bewältigen hat, beweist die Tatsache, daß jetzt täglich 330 Züge denselben passieren, gegen 39 im Jahre 1878 bei den gleichen Verhältnissen. Durch den neuen Bahnhof erhält Höchst einen der größten Deutschlands. An die Einweihung und Uebergabe des Empfangsgebäudes schloß sich ein Festmahl im neuen Hause.

* Friedberg, 4. Juli. Das Ergebnis der Schweinezäh- lung vom 2. Juni 1914 im Großherzogtum Hessen ist günstig ausgefallen. Denn es wurden nach vorläufiger Feststellung rund 401 000 Schweine ermittelt gegen 340 686 am 2. Juni 1913. Da insbesondere die unter einem halben Jahre alten Schweine (271 131 gegen 237274), ferner die über ein Jahr alten Zuchtsauen (28 814 gegen 22 441) zugenommen haben, so steht zu erwarten, daß der Schweinebestand in Hessen noch weiter steigen wird.

* Lbcr-Rosbach ,4. Juli. Ein recht bedauerlicher Unglücks- fall ereignete sich gestern Nachmittag. Der 16 Jahre glte Aug. Sauer wollte am Kirschenberg einige Körbe Kirschen holen. Als er beim Aussieigen auf den Wagen den Fuß in die Speichen eingesetzt hatte, scheute plötzlich das Pferd, so daß dem Be­dauernswerten das Bein gebrochen wurde. Da er noch ein Stück Wegs geschleift wurde, ist es nicht ausgeschloffen, daß der hoff­nungsvolle junge Mensch auch noch innere Verletzungen davon- getragen hat. Nach eingezogenen Erkundigungen im Kranken­hause soll es dem Verletzten den Umständen nach gut gehen und wollen wir ihm zu seiner Gesundung auch das Beste wünschen!

* Ober-Rosbach, 4. Juli. Nur noch eine Woche trennt uns von dem Fahnenweihfest des hiesigen Veteranen» und Militär-Vereins. Die nötigen Festvorbereitungen sind ge­troffen und zahlreiche auswärtige Vereine haben ihr Erschei­nen zugesagt. Da unser Ort wegen seiner schönen Lage ein beliebter Ausflugsort ist, so wird mit einen! recht starken Besuche des Festes gerechnet und es darf heute schon versichert werden, daß die Festgäste in ihren Erwartungen nicht ge­täuscht werden. Wer in seinem nationalen Fühlen und Eupfinden wieder einnml gestärkt sein will, der konime am 12. Juli zum Fahnenweihfest nach Ober-Nosbach. Bis dahin tritt auch in die bis jetzt in fo überreichem Maße anstrengende Arbeitsperiode für unsere hiesige Bevölkerung etwas Ruhe ein, fodaß auch die Ortseinwohner nach den Strapazen der letzten Wochen sich gerne nach einer Ruhepause sehnen werden und auch hier gelten möge: Tages Arbeit, Abends Gäste Saure Wochen, Frohe Feste.

* Bad Salzhausen, 4. Juli. Vom 1. Mai bis 1. Juli sind 819 Kurfrenide einschließlich der Gäste des Ernst-Lud- wig-Heims, angekomnien (1913 411). Bis jetzt wurden 3059 Bäder verabfolgt (1913 2340) und 356 Inhalationen genom- men (1913 335).

* Bleichcnbach, 4. Juli. Zu dem Gauturnfest des Gaues Wetterau, verbunden mit Fahnenweihe und 50jährigen Jubelfeier des hiesigen Turnvereins am 11., 12. und 13. d. Mts-, welches hier stattsindet, haben sich bis jetzt 360 Turner und Kampfrichter zum Uebernachtcn angemeldet. Trotz der nahezu 800 Einwohner und der großen Sympathie für das künftige Fest und der überaus großen Gastfreundlichkeit nn- serer Bleichenbächer, wird es ohne Quartiere für die zuletzt angemeldeten Vereine schwerlich zugehen. Gestern traf be­reits die neue Fahne von der Hannov.-Miindener Fahnen- fabrik hier ein. Der von der Gemeinde gestiftete Ehrenpreis soll ein wertvoller, schöner Gebrauchsgegenstand sein und wird, wie verlautet, in den ersten Tagen ausgestellt. Auch die bereits hergestellte Festpostkarte mit den noch lebenden Mitgründern des alten Vereins, ist geschmackvoll. Vor- niittags 10,30 Uhr wird voraussichtlich in Friedberg ein Sonderzug über Nidda abgehen, fodaß den weitgelegenen Vereinen Gelegenheit geboten ist, Unserer Feier beiwohnen zu

können. Auch am Abend werden Sonderzüge von hier ab- gehen. Außerdem ist jedoch jedem weitgelegene» Vereine Gelegenheit geboten, mit den fahrplanmäßigen Zügen recht­zeitig nach Hause kommen zu können. Ter Gau selbst besaßt sich für diesmal nebst anderen turnerischen Leistungen auch mit Hürden- und Staffetteu-Laufen. Im übrigen wird noch auf das Inserat in heutiger Nummer dieser Zeitung hin-

* Frankfurt a. M-, 4. Juli. Donnerstag nachmittag kurz nach 6 Uhr, wollte ein Herr in der Kronprfiizenstraße auf einen Siraßenbahnzug der Linie 18 springen, trat aber zu kurz auf das Trittbrett und stürzte, wobei er unter die Schutzbretter des Bahnräumers geriet. Der Fuß war ihm derart eingeklemmt, daß der Motorwagen gehoben werden nrußte. Da der Mann eine starke Verletzung erlitten hatte, nahm ihn das Fahrpersonal in denr Wagen mit und in rascher Fahrt ging es bis zur Feuerwache Münzgasse. Hier trugen die Trambahner den Verunglückten ans die Rettungs­wache, die ihm die erste Hilfe angedeihen ließ.

* Frankfurt a. M.> 4. Juli. In der Nähe der Schieß- stände auf dem Bahndamm der Main-Neckarbahn hat sich in der Nacht zum Donnerstag ein etwa 35 Jahre alter Mag'.» mit schwarzem Kopfhaar und Schnurrbart, blauem Anzüge mit grünen Streifen, überfahren lassen, so das; der Kopf voni Rumpfe getrennt wurde. Jur Besitze des Toten fanden sich 1,50 M. An der Buchrainschneise im Stadtwald wurde ein unbekannter Mann von mittleren Jahren mit bunklem Kopfhaar und Schnurrbart, graugestreiftem Anzug erschossen aufgefunden.

Bereinigte Landwirte. Achtung!

BtsllhLiilMß kt BersuWlhtt iu Wen.

Die Fahrt nach G i c h r n findet nicht Montag, den 7. Juli, wir es gestern irrtümlich bcknnnt gegeben wurde, statt, sondern

Dienstag, den 7. Infi.

Das Landwirtschaftliche Institut der Universität Gießen hat unsere Vereinigung zu einer

BesichtigungihrerVersucksfeldeL

eingeladen, die wir mit Dank angenommen haben.

Die Besichtigung unter sachkundiger Führung soll am

Dienstag, den 7. Juli, nachmittags

stattfinden. Treffpunkt:

2 Uhr am Bahnhof (Hießen.

Wir fordern unsere Mitglieder aus, sich recht zahlreich an dieser Besichtigung beteiligen zu wollen.

Ter Vorstand.

Beste Verbindung:

Schnellzug: ab Frankfurt: 12,50 Uhr, an Friedberg: 1,24 Uhr, in Gießen: 2,01 Uhr.

Personenzug: ab Frankfurt 11,02 Uhr, ab Friedberg: 12,10 Uhr. in Gießen: 1,09 Uhr.

Kein anderer VlasebruLstr' erforderlich, da hierdurch die Wirkung beeinträchtigt und der Gebrauch verteuert wird.

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