Einzelbild herunterladen

ültmmir 74

Snmsrny. ocn »S. «;arr 1914.

7. Iayrganfl

*«***»"h»0" "*' m ltien R'«'"n°bi«. 'Beilagen Lauer au» «essen".Yie Kpinnft-b.'-.

de, den Agenten monatlich SV Psg. Hlnzu tritt Postgebühr oder Träge,lohn. An,einen: Erundzett« 20 Pjg totale U. P,g Ersullungsott Friedberg. Schriftleitung und Verla» Friedberg (Hessen), Hananersttaße 12. Fernsprecher 18.

Leiugsprei,: Bei den Posta»,taitcn oier,el,al,rliq Mk. 1 ,!.', An,eigen vo auswärls werden durch Po lnachnahme erhoben Postscheck-Eonta Nr. 18Z8. Am« Feantfurt a. AI.

Die heutige Dummer umfaßt 14 Seiten.

tehrtt als ilortragsrrdlikr in jopaldmokra- liichkn ilrriamitilimafn."

IleKersichl.

Auf der ZecheJohann Deimclsbcrg" in Tteclc fließ ein mit drei Bergleuten besetzter Förderkorb so heftig ous die Sohle auf, daß die Insassen herausgcschlendcrt wur­den. Ein Bergmann wurde getötet, die beiden anderen schwer verletzt.

Das deutsche SegelschiffLuise" au? Ncnwarp in Pommern ist auf der Insel Bornholm gestrandet und von den Wellen wrackgeschlagen worden. Da man von der Mann- schast bis jetzt noch niemanden mehr gcsehn hat, so glaubt man, daß sie ertrunken ist.

Nach Meldungen griechischer Blätter soll bei Andrst- ginn im Epirus ein blutiger Zusammenstoß einer starken Abteilung albanischer Gendarmerie und de»heiligen Batail­lonen" stattgesunden haben. Auch bei Kolonia sollen heftige Kämpfe stattfindcn.

Die Aufständischen und die albanische Negierung wechselten 15 albanische Gendarmen gegen ebcnsoviclc cpi- rolische Bauern aus, die im Gefechte bei Odritfani gefangen nnd verhaftet worden waren.

Aus Tiflis wird gemeldet, daß der Gcncralgouvcr- nenr nnd Statthalter vom Kaukasus, der Fürst Woroncew- Tnszkow, sich im Sterbe» befindet. In den letzten drei Tagen wurde bei ihm die künstliche Atmung angewandt.

Wie aus Tunis gemeldet wird, ist der Kommandant oer zweiten Jnfauteriebrigade in Sousfe, General Fourie, gestern nachmittag in, Walde, vier Kilometer von der Stadt entfernt, tot aufgesunden worden. Ueber die näheren Um­stande verlautet noch nichts.

Bei der Pennsylvania-Bahn sind die Betriebsein- schränkungcn noch größer, als gestern gemeldet wurde. Die Bahn entläßt nämlich insgesamt 25 000 Angestellte.

Die rote Woche.

Die Beschmutzung des Kaiscr-Friedrich-Denkmals in Berlin hat der nationalen Presse zu mancherlei Betrachtun­gen über die rote Kulturpartei Anlaß gegeben. Ob nnt Recht oder Unrecht, bleibe dahingestellt, denn die Beschmutzung alles dessen, was einem deutschen Manne als unverletzlich und hehr gilt, war ja doch von je der roten Männer vor- nehinstcs Geschäft. Selbstverständlich, daß die Partcidikta- tnr nach gewohnter Manier die rote Vaterschaft leugnet und daß derVorwärts" Veranlassung nimmt, zu schimpfen und zu toben, das ist sein alt verprüftes Recht, das ihm niemand streitig machen wird. Es wäre auch ein Unrecht, etwas an­deres zu erwarten, denn wenn die rote Kulturpartei hier ihre Kulturarbeit nicht anerkennen will, so entspricht das eben einer seit je her geübten Gepflogenheit, der zu Liebe sie auch ibrc anderen Kulturarbeiten im deutschen Volke, als da ist: die völlige Entsittlichung der Masse, das Entschwinden jedes Verantwortlichkeits- und Schamgefühls, die Zertrümmerung ieglicher Autorität der Eltern gegenüber den Kindern, der Herrschaft gegen die Dienstboten u. s. w., natürlich eben so wenig anerkennt. Interessant ist nur, daß die Kulturarbeit in ein neues Stadium zu treten scheint. Es war ja zu erwarten, daß die rote Herde nach dem Tode ihres großen Führers Bebel etwas auseinander geriet und in ge­diegener Kleinarbeit ihrem inneren Herzensdrange Luft machte. Nachdem man so ziemlich alles, was einem Tent- schcn noch hoch und hehr galt, beschmutzt und besudelt hatte, auch die Heldengestalten der deutschen Geschichte, unter denen man auch eine Königin Luise nicht vergaß, bcklechert hatte, ging man daz» über. Deutschlands größte Waffenfirn,a, die dem deutschen Namen unter den Nationen Ehre gemacht hat, mit dem roten Geifer zu bespritzen. Nach Zabern stürzte sich die Meute auf das deutsche Heer und als auch das nicht so ging, wir mnw erwartet hatte, sollte der mit demKomi.ee konfessionslos" geschlossene Bund eine neue Aern zeitigen. Wir wollen sie in ihrer lieblichen Arbeit hier nicht stören nach dem Motto: Religion ist Privatsache oder nach neuerer L.sung: Religion ist Privatsache der Partei. Aber nachdem man auch dies letzte versucht und vor der Begeisterung der inneren Glaubcnsgütcr unseres Volkes nicht zurückgeschreckt ist, kann die rote Kulturpartei frei nach Faust von sich rüh­men: Ich Hab' nun schon so viel getan, daß nur zu tun fast nichts mehr übrig bleibt. Aber Not macht erfinderisch. Man muß doch auf irgend eine Weise seine Existenzberechtigung Nachweisen, und der deutsche Arbeiter muß doch schließlich wissen, weshalb man ihm seine Groschen aus der Tasche zieht. So kommen denn die Denkmäler dran. Tie rote Bestie ist in den Kunstgarten geraten, lind wenn die rote Bestie cininal in den Kunstgarten hincingerät, dann wird sie eben nicht unterlassen, ihre Visitenkarte abzugeben. Das lugt in der Natur der Sache. Wozu also der Lärm?

Bon einem Lehrer wird uns geschrieben:

Im Winter 1912-13 ist dem Reallehrer Kayser von Eerns- heim untersagt worden, in einer Gewerkschaft zu Ossenbach a. M. einen naturwissenschaftlichen Vortrag zu halten und im Dezember v. I. hat der oberste Leiter des hessischen Schulwesens dem Lehrer Jung aus Darmstadt verboten, die organisiert« Ar- beiterschast über die Reform des hessischen Bolksschulgesctzes zu unterrichten. Darob klagt dieFrankfurter Zeitung" über Reaktionskurs lm hessischen Echulministerium. Eie schreibt:

.......Denn die Lehrer sollten ebenso wie die Pfarrer berusen

sein, vor allem Volk zu lehren, nicht nur vor denen, die eine vorschriftsmäßige Gesinnung haben. Das Vertrauen der El- lern zu den Lehrern wird durch einen Erlaß erschüttert, der mit nackten Worten besagt: Für euch sind die Lehrer nicht da. Die Tendenz dieses üble» Systems wird auch besonders klar, wenn man die Tatsache dagegenhült, daß die Schulbehörde vor einiger Zeit drei Wormser Lehrer zur Teilnahme an Kursen des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie beurlaubt hat. Herr Eüssert möchte am liebsten die Lehrer zu Agitatoren des Reichsverbandes degradieren. Die »olksverhetzenden Be­strebungen dieses Verbandes werden unterstützt und eine aus Volksversöhnung gerichtete Tätigkeit der Lehrer Hintertrieben.

Das ist der Kern des reaktionären Schulministeriums.....

Was von diesem Ergüsse derFranks. Ztg." zu halten ist, geht schon daraus hervor, daß sie dievolksoerhetzenden Bestrebun­gen" des Reichsverbandes derauf Volksversöhnung gerichte­ten Tätigkeit" in sozialdemokratischen Versammlungen gegen­überstellt. Wohl sind die Lehrer für alle Eltern da, und die als Eltern zu ihnen kommen, werde» auch offene Ohren und teilnehmende Herzen finden. Die obige» Verbote, welche von Staatrat Süfsert veranlaßt wurden, haben damit nicht das ge­ringste zu tun. Sie wehren auch nicht dem Lehrervor allem Volk zu lehren", sondern sie verbieten ihm nur, solches Volk belehren zu wollen, das sich absolut nicht belehren lasse» will. Leute, die des Klaubens sind, die Sozialdemokraten in Schul. und Erziehungssragen ausklären und umstimme» zu können, leben in einer gefährlichen Traumwelt, nicht aber in der har­ten Wirklichkeit. Darum tut Staatsrat Süsfert recht daran, Lehrern zu verbieten, sich in sozialdemokratischen Versammlun­gen als Vortragsredner sich zu betätigen.

ssuyesübrrlicht.

Deutsches ?tcich.

:: Die Monarchengespräche in Venedig. Rach demEor- riere della Sera" bildeten die Verhältnisse in der asiatischen Türkei den hauptsächlichsten, wenn nicht den einzigen Kegen- siand der Monarchenbesprechung von Venedig. Deutschland und Italien wünschen beide die Fortdauer des Türkenreiches unter Zugrundelegung von Reformen, welche die Bevölkerung Kleinasiens der Konstantinopeler Regierung nähern sollen. Italien könne im Hinblick aus seine Mittolnreerstellung nicht müßig Zusehen, wenn andere Mächte in Kleinasien Kulturarbeit verrichten, sondern müsse sich gleichsolls daran beteiligen. In Deutschlands Interesse liege es, Italien hierin zu unterstützen, dessen Einflußkreis auf Kilikien und Pnn philien auszudehnen wäre.

:: Die Erfahr der Einschleppung der Maul- und Klauen­seuche durch ausländiphe Brbeiler, so schreibt der Polizeibericht, besteht für dieses Jahr in hohem Maße, da die Seuche in den Ländern, die hauptsächlich Saisonarbeiter nach Deutschland sen- den, gegenwärtig in erheblichein Ilmsange herrscht. Die Land­wirte, die derartige Arbeiter beschäftigen, werden daher daraus aufmerksam gemacht. daß es sich wegen der drohenden Eefayr einer erneulcn Einschleppung der Maul- und Klauenseuche durch diese Arbeiter dringend empfiehlt, die Kleidung und das Schuhzeug usw. dieser Arbeiter sofort noch ihrem Eintressen vor Betreten der Arbeitsstätte einer gründlichen Reinigung und Desinfektion zu unterziehen, Tie Desinfektion ist am beste» mit dreiprozentiger Bazilloliösung vorzunehmen,

Rußland.

Da» geplante russische Pserdeaussuhr-Veriot. Zu der Petersburger Meldung von einem angeblich geplanleii russi- Ichen Pfcrdeausfuhr Verbot schreibt dieWiener Reue Freie Presse": Die militärischen Maßregeln in Rußland werden in

Oesterreich mit großer Nüchternheit behandelt. Wir glauben auch nicht, daß diese Maßregel» mit der Verschärfung der poli­tischen Lage zusammenhängen. Sie deuten jedoch an, daß Ruß- laiid vermutlich unter dem Druck des französischen Eeneralstabs in jedem Zweige der militärischen Verwaltung sich zur politi­schen Bereitschoit rüstet. Dies geschieht heutzutage wohl übcr- oll und eine andere Gattung von Frieden kennen wir leider nicht haben und müssen zufrieden sein, daß uns wenigstens diese Ruhepause zur wirtschaftlichen Eulwicklung vergönnt bleibt. England.

:: Zur Lage. Die Erklärungen, die Ministerpräsident As- guith in der Frage der Demission von French und Evait gab, enthielt die Ankündigung eines neue» Armeebefehls, die all­gemeines Aufsehen erregte. Dieser Armeebefehl cnlhält das Verbot für kommandierende Ossiziere, die ihnen unterstellten Offiziere und Soldaten darüber zu bekraaen, wie üch diese I

einem an sie ergangenen Befehl gegenüber verhalten wollen Dadurch sollen jegliche Bedenken ansgcschaltet werden, die ge­eignet wäre«, di« Ausführung »in«» «ibiläeissche» Lüfehi» zu verhindern. Weder Ossiziere noch Soldaten dürften in Zukunst solche Versicherung verlangen. Vielmehr sei jeder Angehörige der britischen Armee verpflichtet, alte Bcschlc des Vorgesetzten auszusühre», die sich im Rahmen des Gesetzes bewegten, die da zu dienten, das öjfcnlliche Eigentum zu schützen oder das Lebe» friedlickier Bewohner im Falle der Störung des inneren Frie tens zu sichern und de» Zioilbehörden »ach jeder Richtung hi, weitgehendste Unterstützung angcdeihcu zn lassen. Dieser Ae mcebcsehl sei von dem Kabinettsrat in Gegenwart des Eene, ralfeldmarschalls French gesoßt worden.

Von, Balkan»

:: Jtalicuischc Besorgnisse wegen Albaniens. Mit dem

Herannahen dvS Termins zur Räumung Südalbaniens durch die griechischen Truppen im März wächst in Rom die Besorg nis, daß die cpirotischc Frage neue Schwierigkeiten bereite! lvcrde. Namentlich die letzten Nachrichten über de» bewaft, neten Aiisstand griechischer Elemente nach Abzug der rrrr: lären griechischen Truppen machen in Rom lebhaften E: druck. Das äußert sich auch in der Presse. Sa fordert da TnrincrStampa" den Fürsten von Albanien ans, sein Laut von den Griechen zu säubern, andernfalls die Großmächte ge meinsam oder die Adriamächte allein einschreiten müßten Die gleichen Drohungen gegen die griechischen Ucbcrgrisse finden sich im offiziösenPopolo Romano."

Tripolis.

:: Neue Kämpfe. In einem heftigen Kampfe zwischen ei-,er italienische» Kolonne unter Oberst River, und Ansstän- dischen des Stau,nies Mogarba, der am 25. Marz zu Myfilia statlsaud, liehen die Aufständischen etwa 50 Tete auf den Kampfplätze zurück. Viele Tote und Verwundete nahmer sie nüt. Auf Seite der Italiener fielen zwei Offiziere, ein italienischer Soldat und zwölf Asknris, verwundet wurden 1 Offiziere, 3 Soldaten und 12 Askaris»

Änc. der ftcimitf,

* Friedberg, 28. März. Sonntag, den 29. d. 971. gastieren im Saalbau (Roth) nochmals die Liliputaner, welche uns tu, Januar d. I. mit den tadellosen Aufführungen vonStuoeu- tenliebchcn" undEine Million" so genußreiche Stunden berei­tet haben. Dar Sonntag Abend Uhr hier zur Ausführung gelangende StückVenus aus Erden" ist eine heitere Komödie für das Familien Publikum reich musikalisch illustriert. Di, Ausstattung an Kostümen, Requisiten und Dekorationen p vollständig neu und sehenswert. Sonntag nachmittag 1 Uh, gehl be, ermäßigten Eintrittspreisen und ebenfalls mit neue: prachtvoller AusstattungDer kleine Däumling" in 5 Akten >n Szene. Der BiNel-Vorverkanf ist in der Buchhandlung Din dcrnägel, in den Zigarrengeschästen Oppenheimer und Tür! lSonniag nachmittag auch im Saaiban). Billets für die Nach- inittagsvorstellung stnd vorher nur im Saalbau zu haben. De, Besuch kann nur angelegenilichst empfohlen werden.

* Fkiedberg, 28. März. Zum vierien Mole veranstaltet

der Metterauer Reiterverein am Sonntag, den 21. Mai ei: Rciicrfcst auf dem Sportplatz der Seewiese. Dos Program - das in Lies»,» Jahre 12 Rennen answeist, ist zum Teil ver dert, ne» hinzukam ein Hindernißfahren, eine Damen-R : Konkurrenz, eine Spring-Konkurrenz mit Patrouillien-Spi - gcn. Roch Verhandlung mit Herrn Bürgermeister Stahl wi. die Bahn, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Stadtv ordnelen, vergrößert, die Kurven für die galoppierte Jagdlou- k,irren,; sollen möglichst groß und ungesährlich werden. Ter

Verein hossi aus recht zahlreiche Beteiligung. Ueber 10Ü0 nummerierte überdachte Sitzplätze werden vorhanden lein Karlen werden vom 10. April ab ausgegeücn. Der Eießenc: Reiter-Verein hat auch in diesem Jahre dem Verein seine Un icrstützung zugesagt und wünsche» wir dem Wetterauer Reiter verein wieder einen vollen Erfolg! Au! den Reit- und Fah:- nsslug für morgen Sonnlag sei hierdurch nochmals hinge- wiesen.

* Ober-Nosbach, *3. Mörz. Landbricfträgcr (Tiöri|4 dahier wurde mit Wirkung vom 1. April ab als Postschaffner ach Darmsto.dt an oas Postamt I versetzt. Der Vollsbildungc- verein verliert i» ihm seinen früheren eisrigen Präsidenten, da sich derselbe die edle Sache der Volksbildung sehr am Herzen gelegen sein lief). M en ' in seinem neuen Wirklings,:« :> die besten Erfolge beschieden sein.

* Güssen, 28. März. (Strafkammer.) 1) Ter Kauf­mann Wilhelm Lantciischläger ans Frankfurt a. M war alt Reisender in einer Friedberger Möbelhandlung in Stelllirug Ter Inhaber der Firma hatte L. seiner Zeit aus purer Freundschaft anfgenoinmen und ihm ein ausreichendes Ge­halt gewährt, welches nach und nach aufgebessert wurde, so- daß L. wohl in der Lage war, auszukomnien. Erst als er einVerhältnis" ansing, langte ihm sein Gehalt nicht mehr ans und war es n»t seiner Redlichkeit vorbei. Er vergriff sich an der Kasse seines Ehess, und unterschlug Kundengelder, die er im Aufträge seiner Firma bei Leuten in den Orte» ReichelSheiin, Klein- nnd Okarben, Ober-Mörlen und Stein- kurth u!w. einkassiert batte. Nachdem seine- Nerfeblunaen