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Flimmer C&

Sams

arl. den SI. Mär; 1014.

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-OieiUuc ^agLLie-ll'iip^ er cheint reden Werttag. Regelmähige Beilagen ,,Ver Karrer aus Hellen",Hie S^rnnÜulie"! Serugspreis: Bei den Postanstatlen oler.eiraiiruch i Afi 6ci den Ägenten monatlich 50 Hiniu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Grund^eile 20 Pfg., lokale 15 Psg^ Anreigen von auswärts werden our.h <>o tna.hnahme erhoben

ErfüNrngsori ^ riedberg. Schrittlritn»- und Verla- ^riedberg (Hessen). Hanaueritrahe 12. Fern precher 48. Postscheck-Tonto Nr. 4859. Amt Frankfurt o. 51.

Die heutige llmimifr nmfiiilt 12 Zeilen.

Feberstcht.

Nach einem Berliner Telegramm derKölnisck>en Leitung" wird die Entscheidung über die Besetzung des Straßburger Statthalterpostens innerbalb der nächsten drei Tage erfolgen, da der Kaiser bekanntlich ani 22. er. seine Reise antritt.

Das Hochwasser de? Rheins und der Maas, siat auch n Holland ernste folgen gezeitigt. Große Strecken Landes nid überflutet, zahlreiche Dörfer teilweise überschwemmt. Nestern bat in der Nähe von Grave das Walser der Mnast die Beseitigung durchbrochen. Truppen aus Nnmvegen stnd anaekommen, um den Bauern zu helfen, den Durchbruch zu dichten.

Bor dem Wiener Landgericht wurde gestern das Urteil im Spionagcprozkß gegen nenn Russen, die über die Grenze nach Galizien gekommen waren, um zu spionieren, gesprochen. Zwei wurden sreigesprochen, die übrigen zu schwer i Kcrkerstrasen von ?! Monaten b's z» 5 Jahren per- urtei t. Ter in Leipzig ansässige Russe Pitschknr erhielt 3% Jahre schweren Kerkers.

Zu dem Schiffsunalüik bei Venedig wird noch ge- meldet, das; es bisher gelungen ist, 30 Todesopfer zu bergen. * Kapitän Ninedea Padovan dom untergegangenen Daparetta ist ertrunken. Kapitän Pagnnini vom Torpedoboot !>si ilt

, verhaftet worden. Man sagt, das; der Zusammenstoß durch l'nporsichtigkeit veranlaßt wurde, weil die Mannschaft und .Kapitäne beider Schiffe den Evolutione eines Hydroplane? zuschauten.

I» der Ortschaft Bsclaitzi im Bezirk Bosnisch-Dadica kntsieckte ein Arzt zufällig drei Fälle von Genickstarre, die von einem aus Preußen zurüikgekehrten Einwanderer ein- geschkeppt worden ist.

Ehilponcingo, die Hauptstadt des Staates GuererS, hell in die Hände der Rebellen gefallen sein. England er- nennt seht weitere Konsuln an der teranischen Grenze, um

I jederzeit nüt den Revolutionären in Fühlung zu bleiben.

Räuberbanden desWeihen Wolf" stnd in der Pro- i vin.z Sbensi eingedrungen, nachdem sie Kintsewang in Ho- Ian geplündert hatten. ES ist bekannt, daß frühere Revo- I lutionSführer aus Shenst sich beimWeißen Wolf" besin- I den. In Sianfu herrscht Ruhe.

Es lebe die Republik!

Recht nette Einblicke in die Verderbnis der dritten Re- achlik Frankreichs gewähren die Vorgänge, die mit dem Fall -'aillaux in Verbindung stehen. Niemals ist deutlicher ge­eint worden, daß die radikalen Parlamentarier, die das Land egicren, schlimmer als die ärgsten Tyrannen Hansen und ihre lhrenstellung lediglich dazu benutzen, um sich zu bereichern. Geradezu klassisch ist cs, was dieFrankfurter Zeitung" über . diese Dinge schreibt. Das Urteil dieses Blattes ist un? da- mrt besonders wertvoll, weil einerseits dieFrankfurter Zei- ,,ng" stets mit einem Auge nach Frankreich schielt und über Ke dortigen Vorgänge wohlunterrichtet ist und andererseits, veil das Blatt selbst im innersten Herzen republika- l nisch gesinnt ist und weil seine engeren Parteigenossen I sind, die dort die Herrschaft ausübcn.

Wir finden darin folgende Ansichten:

Tie Tatsache, daß ein Minister von reichen oder als reich geltenden Leuten zu politisik)en oder journalistischen Zwecken Geld genommen (!) hat, ist in Frankreich nichts Neues: das ist seit den Tagen von Panama bekannt. Auch daß Minister, gewesene Minister und Ministerkandidatcn in engster Verbindung (I) mit Finanzgesellschaften stehen, deren Mittel sie zu persönlichen (!) und politischen Zwecken in Anspruch nehmen können, ist nichts Neues. Eaillaux selbst steht an der Spitze einer großen Finanz- gescllsckwft, ebenso die gewesenen Finanzminister Du- inont, Cochery und Doumer. In Finanz- und Jndustrie- Gesellsctwsten sind unzählige Abgeordnete und Senatoren tätig oder sie leihen ihnen, natürlich nicht umsonst, ihren Einfluß. DaS hängt damit zusammen, daß viele Abge­ordnete, wie sie sich als Vertreter ihrer Wähler betrach­ten. denen sie, uni wieder gewählt zu werden, mancherlei 1 Dienste zu erweisen haben, berechtigt zu sein glauben, ihre Stellung auch für sich selbst auszunühen. (!) Die Negierung muß ihnen zu Willen sein, (So. so!) denn ihre Eristenz hängt vom Votum der Volksvertreter ab (hört, hört!) und cs ist nicht ratsam, sich die Stimme auch nur eines Volksvertreters zu entfremden. Diese Zustände haben manche ernste Republikaner schon längst mit Sorge erfüllt: sie haben dem Uebel durch eine Wablreform zu steuern versucht, aber diese ist bis jetzt nicht zu Stande gekommen. Auch andere Vorschläge wurden gemacht, so eine Revision der Verfassung, durch welche die Minister aus der Abbänalichkeit vom Varlcvnent und daniit aus

der steten Angst um ihre Eristenz erlöst würden, ferner ein Gesetz, das den Ministern und Parlamentariern ver­bieten würde, Leiter oder Mitglieder von Finanzgescll- schaftcn zu sein. Aber diese Vorschläge haben keine Aus­sicht, in absehbarer Zeit verwirklicht zu werden. Das französische Publikum hat sich bereits daran gewöhnt, (!) daß die Parlamentarier ihr Mandat dazu benutzen, Ge­schäfte zu machen(!), und von den Parlamentariern ist nicht zu erwarten, daß sie selbst Schritte tun, um ihrem Geschäftsgeist Zügel anzulegcn. Nur daß ein Minister, auf Grund seiner geschäftlichen Beziehungen, e? versucht und durchgcsetzt habe, daß ein Schurke seiner gerechten Bestrafung entging, das ist neu und hat das Publikum in Aufregung versetzt."

Wir fügen dem nichts hinzu. Deutlicher kann nicht ge­zeigt werden, wohin der Liberalismus, der Parlamentaris­mus und schließlich die Republik fährt. Besonders wertvoll ist der Hinweis deshalb, weil er von einem republikanisch­radikalen Blatte stammt. Wir danken für solche Zustände.

Lltruchllingt» eines Ariieilrrsjiir

KennkenkasskWahI.

Die Liste II ist, wie auch aus einer am Sonntag, den 15. März zu Fricdbcrg abgchaltcnen Vcrsamnclung hervorgegangen ist, eine rein sozialdemokratische."

So lautete in einem Aufruf derNeuen Tageszeitung" vom Donnerstag eine Stelle und trifft hiermit den Nagel aufdenKopf.

Als Arbeiter fühlte ich mich veranlaßt, am Sonntag in die in obigem Zitat angeführte Versammlung zu gehen, in welcher über die morgen Sonntag stattfindcnde Wahl zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse Friedberg referiert wurde. Nach einleitenden Worten kam der Redner zur Fragestellung: er möchte in aller Welt wissen, was die sozialdemokratische Partei mit der Ausschuß- Wahl zu tun habe, wie das von den Gegnern behcurptet würde und daß die sozialdemokratische Herrschaft gebrockten werden müsse. Er machte dann seine Glossen über die sich an der Gcgnerliste I betätigenden Persönlichkeiten, kam dann auf die Institution der Krankenkasse int besonderen und die Rcichsversicherungsordnnng im allgemeinen zu sprechen und am Schlüsse seines Referates schlug er sich auf den Mund. D. h. bildlich zu nehmen. Denn, wie oben an­geführt, tat der Referent eingangs seiner Ausführungen die Fragestellung bez. der sozialdencokratischen Partei, was d i e in aller Welt mit den Ausschußwahlen zur Krankenkasse zu tun habe. Und der gute Mann schließt sein Referat: Möge der 22. März ein Siegestag der sozialdemo­kratischen Partei werden."

So siehst de also aus! Liste II zur Ausschußwahl der Allgemeinen Ortskrankenkasse Friedberg l

Zur Diskussion sprach dann noch ein Genosse Nehl- Rodheim v. d. H., der seine kurzen Ausführungen ebenfalls mit deni vom Referenten getanen Wunsch schloß, daß der 22. März ein Ehrentag für die sozialdemokratische Partei werden möge. Ferner sprach noch ein Gcnoffe von Butzbach, der hauptsächlich betonte, daß die Arbeitnehmer- liste II von den Besten der Besten zusammengestellt sei und auch er hoffte, daß die Wahl ein Siegestag der s o z i a l - demokratischen Partei würde.

Aha! Aha! Don den Besten die Besten und Wahl ein Siegestag der sozialdemokratischen Partei! Merkste wat Justav?

Arbeiter! nach solcher Argumentation besteht -also sicher kein Zweifel, wer auf der Arbeitnehmer- liste II stehen kann. Asiens nur waschechte Genossen. Andere haben nach Ansicht dieser Herren kein Anrecht, auf die Liste ausgenommen zu werden. Sie gelten als Epigonen.

Arbeiter! Zieht ein Mal einen Vergleich zwischen der Liste vor 3 Jahren und der jetzigen sowie deren vor 6 Jahren, so werdet Ihr finden, daß man etliche Leute, die vor 3 Jahren und vor 6 Jahren schon Vertreter in der Generalversammlung der Friedbergcr Krankenkasse waren, glattweg gestrichen hat, weil das kann man mit ruhigem Gewissen behaupten sie keine Genossen sind. Hat man d a n n e r st die Fähigkeit, sozialpolitisch denken und taten zu können, wenn man sich einer Partei verschreibt? Nein und abermals nein, wir haben unter der Arbeiterschaft viele klar denkende Menschen, ohne daß sie Sozialdemokraten sind. Und es wäre auch traurig bestellt um die Arbeiterschaft, wenn dos nicht der Fall wäre.

Arbeiter! gebt den Mächcrn die richtige Antwort auf solche Machinationen und laßt morgen bei der Wahl zum Ausschuß der Allgemeinen OrtSkrankcnkasse Fricdbcrg die rote L i st e glänzend d u r ch f a l l e n und die Liste I siegen, dann werden die Herren sehen, daß denkende Arbeiter keine Waschlappen sind und sich nicbt

um irgend ein Mandätchen halber zum roten Proleten niachen lassen.

Veutlcher Reichstag.

Das Haus erledigte am Freitag zunächst kurze Anfraget».

Abg. Hoff (Fortschr.l wünschte Auskunft darüber, ob es üch bewahrheitet, baß Söhne von Volksschullehrcrn als Offt- ziersaspiranten der Marine nicht angenommen werden.

Kontrcadiniral Dehnhardt verneinte dies. Bestim­mungen darüber gäbe cs nicht. Tatsächlich dienten auch eine Anzahl von Sceossiziere» oder Anwärtern aus dem Vo!ks- schullehrcrstande. Die Zurückweisung solcher Anwärlcr, die übrigens allen Ständen angehörten, geschehe lediglich, wenn die Zahl erreicht sei.

Abg. Schisser-Magdeburg (Natl.) fragte nach der Ent­scheidung des Kammcrgcrichts, wonach der Generalpardon de» Mehrbcitragsgesetzcs auch in den Stcucrsachen Anwendung finde, in denen ein Strafverfahren schon eingeleitet war.

Untcrstaatssckretär Jahn erwiderte, daß die Frage ge­prüft werde. Es könne aber schon jetzt bemerkt werden, daß die Einleitung eines Strafversahrens nach Abgabe der Ver­mögens- und Einkommcnserklärung nicht für zulässig zu hol ten sei.

Nunmehr setzte das Haus die Erörterung des Etats ,iit Südwestafrika fort.

Abg. Oucssel (Soz.) lehnte den Bahnbau ab, weil die Regierung sich weigere, die geringen Fodrerungen zum Schutze der Eingeborenen und Arbeiter zu ersüllen. Das in der Ko­lonie herrschende System laufe auf eine Ausrottung der Far­bigen hinaus.

Abg. K e i n a t h (Natl.) empfahl das englische System der Selbstverwaltung, das die Einzelheiten des Etats ihr überlassen werden und das Mutterland nur die Kontrolle habe.

Abg. Dr. L eitel (kons.j bat, die Diamantenfrage end­lich ruhen zu lassen, empfahl aber dem Staatssekretär, bei der Verwertung der Diamanten eine Dosis Gerissenheit aufzu- bringen. Neben den Diamanten sollte man aber die Farmer nicht vergehen, die das zukünftige Rückgrat der Kolonien seien. An eine Vichaussuhr könne vorläufig noch nicht gedacht wer­ben und käme wohl nur nach den benachbarten Kolonien in Frage. Eine Wassererschließung großen Etiles sei zur Boden, lultur notwendig. Die Konzessionsgesellschaften. die seine Freunde stets bekämpft haben, mühen zur Erfüllung ihrer Pflichten ungehalten werden. Den Farmern aber mühe zum Ausdruck gebracht werden, daß man auch im Reichstage ein Herz für sie habe. Südwest werde noch einmal die fchöuste Perle der Kolonien werden, jedoch mühe dafür auch etwas ge­tan werden. (Beifall rechts).

Abg. Ahlhorn (Fortfchr.) wünschte die Errichtung eines Diamantenmarktes in Berlin.

Staatssekretär Dr. Solf lehnte dies ab und sagte Ab- Hilfe bei manchen Mißständen zu.

Eine Denkschrift über das Schulwesen werde vorbereitet. Eine Versorgung des heimischen Echlachtoiehmarktes fei nicht zu erwarten. Der natürliche Absatzmarkt fei Südafrika. Ma­die Konzessionsgesellschaften anlange, so werde geprüft, wie man der Unbequemlichkeiten Herr werden könne, die die Ge­sellschaften mit ihrem ungeheuren Areal bereiten. Der Ge­setzentwurf der Budgetkommission zu dieser Frage sei ihm sym­pathisch.

Abg. Mumm (M. Vgg.) besprach die segensreiche Tätig­keit der Missionen.

Abg. P a a s ch e (Natl.) stimmte ihm darin völlig zu.

Samstag Fortsetzung.

Eayesnkrrstcht.

Deutsches Weich.

:: Das Rennwcttgesctz. DieNorddeutsche Allgemcim Zeitung" verösfentlichte gestern den Entwurf zum Nennmett­gesetz und begleitet ihn an der Spitze des Blattes mit einem Artikel, in dem es u. a. heißt: Dem Bundesrat ist ein in den beteiligten Reichs- und preußischen Rehorts aufgestellter Ent­wurf eines Rennwettgcsetzes zugegangen, in welchem versucht wird, den immer mehr wachsenden Uebclständen auf dem Ge­biete des Rcnnwettwcsens entgegcnzutrcten. Die Reichslest tung legt entscheidendes Gewicht darauf, daß der Entwurf vos den gesetzgebenden Körperschaften noch während der gegenwäv »igen Tagung verabschiedet wird. Um der öffentlichen Erörte> rung der Angelegenheit genügenden Spielraum zu Iahen uu» zugleich für die Beratung der Gesetze, deren Deckung aus dem Rcnnwettgesctze erstrebt wird, eine Unterlage zu gewinnen, hat man sich von Seiten der Regierung entschlossen, den Ent­wurf schon im gegenwärtigen Stadium bekannt zu geben. Ein» Verschärfung der bestehenden Strafbestimmungen kann allein dem Buchmacherwescn nicht abhelfen. Ebenso wenig wirksam ist ein weiterer Vorschlag, sich mit einer Herabsetzung der To- talisatorabgabe zu begnügen, in der Annahme, dadurch das wettende Publikum auf die Rennplätze zu locken: denn ein er­heblicher Teil der Mettlustigcn wird sich schon aus Zeitmangel niemals auf die Rennplätze begeben.

Rußland.

:: Graf Witte über die Erneuerung des deulsch-rusfischen Handelsvertrages. Der Petersburger Karrelnondcnt des