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9{cae Tageszeitung. Freitag. Den 20. März 1914

Vir. tw

Prnjch ,» a (Ztr), v. Wenden (tonj.) beteiligten, war der Eisenbahn-Etat erledigt.

Es folgte die Beratung des Grundteilungsgcfetzes in Der- bindung mit den Anträgen Frhr. o. Zedlitz (freikonf.) zur Er- haltung des Bauernstandes und eines ähnlichen nationallibe- ralcn Antrages Boisly, ferner den nationallibcralen Anträgen auf Landarbeiteranficdlungen und Schaffung von Allmenden, Schaffung von klein- und mittclbäuerlichen Betrieben, Förde­rung der inneren Kolonisation, die zusammen 300 Millionen für diese Zwecke verlangen, und schließlich ein fortschrittlicher Antrag, der aus einmal 300 Millionen zur Förderung der in­neren Kolonisation fordert.

Landwirtschastsminister v. Schorlemer begründete den Entwurf, der schwerwiegende und weitgehende Bestimmungen bringe. Er solle in erster Linie der inneren Kolonisation die­ne». Es gelte, den unheilvoll wirkenden Eüterparzellanten einen Riegel vorzuschicben, der reelle Bermittler solle aber nicht getroffen werden. Der Entvölkerung des platte» Landes müsse durch Ansetzung von ländlichen Arbeitern und Vermehr­ung der bäuerlichen Stellen entgegengewirkt werden. Das Bcrkauisrecht stelle keinen Eingriff in das private Eigentum dar. Das gerade befürchtete Abg. Dr. v. Kries (konf.f, der die Bedenken seiner Freunde gegen manchen Punkt des Ent­wurfs zum Ausdruck brachte. So sei besonders auch das Rück­trittsrecht zu prüfen. Er schlug eine Kommission von 28 Mit­gliedern vor und gab der Hoffnung Raum, daß sich eine Mehr- beit finden möge, um den Entwurf in annehmbarer Form Ge­setzeskraft zu geben.

Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr: Fortsetzung. Schluß halb 5 Uhr.

Aus dein lielßlchk» Geuoffr'lOaftslvklkii.

Die zur Abwicklung der laufenden Engagements der Landw. Genossenschaftsbank eingeleitetcn Maßnahmen nehmen ihren rüstigen Fortgang.

In der Generalversammlung der Landw. Genossenschafts­bank vom 12. November v. I. wurde, wie bekannt, beschlossen, gegen die früheren Mitglieder des Auffichtsrats und Borstan- des Regreßanfprüchc wegen des durch den Borstand und Auf­fichtsrat verursachten Schadens zu erheben und durchzuführcn. Die Regreßansprüche erscheinen um so begründeter, als fich er­geben hat, daß der Auffichtsrat bereits im Jahre 1910 durch einen Revifionsbericht auf die Mißstände hingcwiefen worden ist, aber trotzdem für Abstellung der Mißstände nicht gesorgt hat.

Nachdem die mit den früheren Mitgliedern des Aufsichts­rats und Vorstandes gepflogenen, üblichen Verhandlungen zu keinem Erfolg geführt haben, ist nunmehr die von der General­versammlung bcschlofiene Regreßklage eingereicht worden, zu­mal, da im Hinblick aus den Ablauf der Verjährung eine wei­tere Asschiebung der Zustellung der Klage nicht möglich war.

Der Schaden, der der Landw. Genossenschaftsbank und hiermit den hessischen ländlichen Genofienschaften durch die frühere Geschäftsführung erwachsen ist, wird von sachverstän­diger Seite aus mindestens 8 Millionen Mark geschätzt.

Im Interesse der Kostenersparnis und mit Rücksicht auf die Vermögensverhältnifie der Regreßpflichtigen ist die Klage zedoch nicht auf den vollen Schaden von 8 Millionen Mark, sondern nur aus einen Teilbetrag von 2 Millionen Mark er­hoben worden.

Selbstverständlich schließt die erhobene Klaxe nicht aus,

daß man doch noch zu gütlichen Verständigung« kommt, falls sich die Mitglieder der früheren Aufsichtsrats und Vorstandes zu anqemcflenen Leistungen entschließen.

Eine solche gütliche Einigung wäre selbstverständlich im Interesse unseres hessischen Genossenschaftswesens nur zu wünschen.

Aus aller Welt.

Die Unterschlagungen bei einer Banksirma. In der llil- terschlagungsafsäre bei dem Bankhaus von der Heydt, Kersten u. Söhne in Elberfeld, die bekanntlich im Juli vorigen Jahres aufgedeckt wurden, ist außer den bereits verhafteten drei Bank­angestellten auf Vcranlasiung des Untersuchungsrichters auch der Bankbeamte Karl Affolderbach jetzt verhaftet worden.

Wiederaufnahmeverfahren. Das Schwurgericht in Düssel­dorf hatte am 27. November vorigen Jahres den 19jährigen Fabrikarbeiter Faßbender aus Neuß wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Auf Grund neuer Beweisumstände hatte der Verteidiger des Faßbender den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt, doch war dieser Antrag von der Straf­kammer des Landgerichts abschlägig beschiedcn worden. Nun­mehr hat das Düsieldorfer Landesgericht in dem Prozeß gegen Faßbender das Wiederaufnahmeverfahren ungeordnet.

Raubanfall auf einen Kassierer. Der Kassierer einer Fa­brik in Ezenstochau, der eine Summe von 20 000 Rubeln für die Auszahlung von Löhnen an Arbeiter bei sich trug und von mehreren Polizeibeamten begleitet war, wurde in der Nähe des Bahnhofs Aarai von sechs mit Mausergewchren bewaffne­ten Banditen angegriffen. Durch einen Bombenwurf wurde rin Polizeibeamter getötet und mehrere schwer verletzt. Al; Polizeimannfchaften auf dem Plane erschienen, ergriffen die Räuber die Flucht, ohne daß sie den Raub hatten ausfiihren können.

Schrecklicher Tod. In der Nacht zum Montag wollte ein Eisenbahnangestellter die Schienen in der Nähe des Bahnhofes Elermont-Ferrand überschreiten, als er unglücklicherweise mit dem rechten Fuß in den Schienen stecken blieb. Trotz verzwei- selter Bemühungen gelang es nicht, sich aus seiner Lage zu be­freien. Der Bedauernswerte stand qualvolle Minuten der To­desangst aus, da jeden Augenblick der Expreßzug LyonBor­deaux die Stelle passieren mußte. Die Defteiungsversuche wa­ren erfolglos. Der Zug brauste heran. Der Körper wurde, schrecklich verstümmelt, von der Maschine 30 Meter weit fort» geschleudert.

Hochstapeleien einer falschen Krankenschwester. In Hirsch-

bcrg wurde eine Hochstaplcrin verhaftet, die es verstanden batte, einem Berliner Rentier während anderthalb Jahren größere Summen, insgesamt etwa 21 000 Mark aus der Tasche uz locken. Auch der Mann der Schwindlerin ist in Rochlitz i. S. unter dem Verdacht der Mittäterschaft scstgenommen wor­den.

Ein sranzöfischer Aeropla« die Grenze überflogen. Das

Echo de Paris" gibt folgende Darstellung zu der Berliner Meldung, daß ein ftanzösischer Acroplan die Grenze unweit Velsort liderflogen haben soll: Am vergangenen Mittwoch

nachmittag 4 Uhr überflog «in Militäräroplan, der von dem llnteroftizier Madon und einem Pionier gesteuert wurde, die Grerrze und führte über dem Elsaß in einer Höhe von etwa 1200 Meter Uebungsfahrten aus. Die Flieger hatten eine dichte Etehwolke zu passieren und aus dies« Weise gegen ihren Willen die Grenze passiert. Als sie ihren Irrtum erkannten, kehrten sie wieder um. Inzwischen haben die deutschen Behör­den einen Bericht darüber abgefaßt, der nach Belsort weiter- gegeben wurde. Die beiden Aviatiker werden dieserhalb zur Rechenschaft gezogen werden.

Eine Konsnlsgattin als Ladenidebin. Die Gattin des früheren deutschen Konsuls in Boston Reincke wurde in Ncw- york unter der Beschuldigung, wertlose Kleinigkeiten fich an­geeignet zu haben, verhaftet, doch gegen Bürgschaft entlasten. Es wird angenommen, daß die Dame an Kleptomanie leidet.

Es ist nicht einerlei, womit die Schuhe behandelt weiden, denn auch an Schuhwerk kann man sparen. Manche durch schreiende Reklame empfohlene Schuhcremesorten sind minder­wertig und für das Leder schädlich, darum sollte man beim

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Einkauf nur das Beste wählen. Die länger alsH^" Kundenkreisen fich des besten Rufes erftenende Fabrik«'"

Starcke, Melle i. Hann., liefert eine gute Schuhcreme r°nnt bester Qualität unter dem NamenDiamantine" n (es Fabrikat erfreut sich großer Beliebtheit, denn es ist reines Wachspräparat. aus den feinsten Stoffen Hera st.m konserviert somit das Leder bestens und man erzielt dam , überraschend schnell einen prachtvollen Hochglanz. Außerde, liefert die Fabrik diese Diamantine auf Wunsch mit dem ,h patentamtlich geschützten Sparsieb. Durch das Sparsieb wir die größte Sparsamkeit beim Verbrauch erzielt und somit bit­tet Diamantine-Echuhcrem in jeder Beziehung Vorteile. "

Kursbericht

vom 19. März 1914 der

Mitteldeutschen Creditbank

Aktienkapital u. Reserven Ai. 70 000000

gegründet 1836.

Frankfurter Börse.

4% Reichsanleihe 98.50'-, 3'/.'/. 8«.

3'/o 77 50

3 1 /« V» Preuß. Confols 86.10 3*/o 77.50

4°/- Hetzen 97.25

3/i% 84.30

3*/. ,, 74.30

1 */»/, Griechen v. 1890 54.80 1*/,% Monopol-Griech.. 4*/,/t Eiiberrente 87.3) 4/ 0 Oefterr. Goldrente 3 Portugiesen Serie I 61.70 3» . . Ul 64.70

4 '/,*/, Rüsten ». 1905 97.80 4 % 1902 90.

4 '/«Administr. Türken . 4°/o Türken von 1903. Türkenloos« !BL 168.60 4 % Ungar. Goldrente 83. 4 Kronenrente 82.30 .

3°/ 0 Buen.-Air. Pr. Anl. 64.'/,

4 '/,»/» Chinesen 8J.50

4 '/>"/» Japaner 89.70

3°/, Silber-Mexikaner 41.

4 >/,/, Mex. Irrig, Anl. 67.90 Berliner Handels Ant. 161 65 Tarmstädt. Bank 123?/, Deutsche Bank 258./, Deutsch-Asiatische Bank 126 80

Diskonto Komm. Ant. 197.-«, Dresdner Bank Akt. 15s 25 ' Atitteld. Ereditb. Akt 123.-0 ' Oest. Creditanst. Akt. 20525 ' Bochumer Gußstahl 224 50 ' BuderuS E. > W. Act. 113.1g' Deutsch Luxemburg 13475

EschweUcr Sergio. 220 . 41 1 Gel eukirch. Berg,v.Akt. 19350 ' Harpcner Bergbau , 184 . 2 z Phönix Bergb. 239.'/, '

Laurahüte 155 ._'

Griesheim Elektron 269 Höchst, Farbwerte 66825

Holzverkohtungs-Znd. 314,/z Rütgerswcrke 20280

Chem.Fabr. Albert, 450

Allg. Etcklr. Ges. 247?/,

Dtsch.Udersce G.G. 177. '

Schuck. Elektr. Ges. 149.'/,'

Siemens u. Halskr 217.

Steaua Momaua 147, '

Zellstoff Waldhof -25. *

Hambg. Amt. Pal. 141 .'/,' Rordd. Lloyd 124 50 [

Oefterr.Staasbahn 155.25

Lombarden '

Baltimore u. Ohio 89.'/,"

Prioaldistoni 3?/'

Tendenz: behauptet

Berliner Börse.

Türkenlose M., m

Baltimore u. Ohio

Eanada Pacific Akt 211__

Prince Henri E. B.Akt 160. . Echantung E. B. Akt 142. Berliner Handels Ant. Deutsche Bank Akt. 259. . Disk. Kominandit Ant. 197.'/, Dresdner Bank Akt 158. PetJntHandelsb.Akt 209.75 Rust.Banks.a.Hand. A. 172?/, . Allg.EletGesellsch. Alt 247.25 .

London

Atchison Topela Doll. 98.25

Southern Pacifik 17?/,

Chicago Rock Ist. 4.50

MisfiKons. ».Tez.R. . 17.50

Union Pacific. 161.'/,

U. S. Steel Common 55.56

Deutsch-Luxeinb. B.Akt. 134.'/, Dtjch-Übepee E. G. Akt. 1.8.75 ", Gelseukirchc» Äergir. . 1 .19 .'/, Harpener Bergbau Lkt 18425 Hohenlohewerre Alt 123 " Laurahütte Akt 154?/,,

Oberschlesier E. Akt 84.'/,

Phönix Bergbau Akt 239?/, " Rombacher Hütte 158.

Siemens u. HalskeAkt---,

Privatdiskont 325

Tendenz: behauptet Bör>«.

Amalgamated Copp. Doll. 77,'/. Ehartered Company Lftr. 0.83 Eaurand Propnelary 1.81 Goldftelds . 2.18

Rand Minss , 5.58

De Beers Conioltd 18.31

Die

Depofitenlrasie Friedberg i. H.

empfiehlt fich zur

VBioiittluiix »Iler bankniässigcn Geschäfte.

An- und Verlauf von Wertpapieren an allen Börsen.

Errichtung lausender Rechnungen und provislonsfreier Schcck-Coati llmwechslung von Coupons und Sorten.

Annahme von offenen und verichlostenen Depots. Entgegennahme verzinslicher Svar-Cinlage». ^

ZUM Mugeiseil.

Roman von M. Prigge-Brook.

51 sFortsetzung).

Sie sftrbt, wenn wir nickst das letzte Mittel versuchen und sie in eine Nervenheilanstalt geben."

Roseinarics Gedanken irrten ab. Wenn Mary ging und gesund lvicderkäme, dann gehörte der Kleine nicht mehr ihr. Sie nahm ihn dann als ihr Eigentum in Anspruchs »nd bei der geringen Neigung, die zwifcherr den Schwägerinnen bc- siand, war nicht anzunehmen, dah sie den Jungen dann noch stündlich um sich hatte. Sie liebte dieses Kind fanatisch. Er war ihr mehr als ein geliebtes, kleines Kind. Als die Hoff­nung des Hauses, den Erben der Firma, der sie ihr Leben geweiht, empfand sie für den Unmündigen eine an Anbetung grenzende Liebe.

Sie konnte ihn nicht hergeben, um keinen Preis, auch nickst an feine Mutter. Wenn Mary fortging und wieder­kam .....?

Sie war mit ihren Gedanken noch nicht im Reinen, als der Doktor anfstand.

Sie willigen also ein, daß ich mit Fenchtwangen olles in die Wege leite?"

Rosemarie kämpfte mit sich. Ihr guter Genius siegte.

Ich schreibe selbst an den Professor", beschied sie den alten Freund.Ich sehe cs ein, es muß seinl"

Die Abendpost beförderte einen Brief von Fräulein Rose- marie Sebald. Er war an Herrn Professor Feuchtwangen gerichtet und fragte an, ob er die Heilung feiner Schwägerin garantiere, falls sie in seine Anstalt übersicdele.

Tie Antwort des Professor? ließ nicht auf sich warten. Er schrieb, daß er natürlich nicht für den Ausgang stehe, zu- mal ihn, die Fortschritte der Krankheit der jungen Frau nicht bekannt feien. Der Brief des Kollegen mache es ihm aber zur Pfticht, Fräulein Sebald aufmerksam zu machen, daß eine Heilanstalt die letzte Rettung sei. Was er gefürch­tet. sei leider einaetrcten: Frau Sebald bedürfe nunmehr

ständiger ärztlicher Ueberwachung, wie eine solche ihr nur in klinischen Verhältnissen zugänglich sei. Er werde die ihm interessierende Dome gern bei sich anfnehmen, doch müsse er in einigen Tagen leider auf längere Zeit verreisen. So lange vertrete ihn fein Freund und Schüler, Direktor der Landes- irrcnanstalt, bei feinen Patienten.

Wenn Frau Sebald komme, so müsse es bald sein, da­mit er den Direktor über ihren Zustand unterrichten könne. Es fei das durchms notwendig, weil eine falsche Behandlung wie sie von einem Uneingeweihten leicht eingelcitet werden könne, die schlimmsten Folgen »ach sich ziehe. Es gebe schließ­lich Schlimmeres als den Tod.

Rosemaries Herz pochte hörbar in ihrer Brust; sie hatte einen Entschluß gefaßt.

Sie fckstckte Luise zu ihrer kranken Schwägerin. Mary lag zu Bett. Sie war so fckstvach geworden, daß ne das Auftein nicht mehr ertrug. Nur in der Nacht, wenn alles schlief, kam die Unruhe über sie. Dann wanderte sie und wandcrte, uni Heinz zu suchen, deften Stimme sie zu hören glaubte. Sonst lag sie still auf dem Lager und erwartete den Tod nur den Tod.

Luise setzte sich zu ihr und faßte ihre kalte Hand.

Geht's Dir bester, liebes Herz?"

Statt der Antwort brach Mary in Tränen aus.

Wenn ich nur sterben könnte!" Sonst sprach sie über­haupt nichts mehr.

Luise redete ihr zu und suchte ihr klar zu machen, daß sie dem kleinen Heinz ein Opfer bringen müsse.

Du sollst zu Professor Fcuchtwangcn nach Gohlis. Er wird Dich gesund machen."

Ich will nicht", antwortete die Kranke eigenwillig.

Dabei blieb sie. Erna gab sich die größte Mühe, sie nmzusftmmen. Vergebens. Sie blieb dabei:Ich will sterben,"

*

Acht Tage waren vergangen; der Professor war abgc- reist. Da er von Fräulein Sebald keine Antwort erbielt.

hatte er angenommen, sie gäbe den Plan »nt ihrer Schwäge­rin auf. '

Rosemarie hatte nun lange genug Geduld gehckbt. Sie ging energisch ans Werk. Zu ungewohnter Stunde trat sic bei Mary ein.

Wie fühlst Du Dich heute, armes Kind?" fragte sie freundlich.

Erschreckt sah die Kranke sie an. So teilnahmsvoll hatte die Schlvägerin nie gesprochen.

Ich bin zum Sterben müde", antwortete sie gleich­gültig.

Möchtest Du denn gar nichts tun, aus diesem Zustande heraus zu kommen? So kann es doch nicht weitergehcn. Der Haushalt verkommt, das Kind wird ohne Dich groß. Was soll daraus werden?" Das war der alte, harte Ton, die alte Rosemarie.

Was soll ich tun," inurmelte die junge Frau gequält Ich kann nicht."

Rasse Dich auf und tue Deine Pflicht, wie wir alle. Denkst Du, Heinz' Andenken genug zu tun, wenn Du sei" Kind vergißt?"

Kann ich dafür, wenn ich schwach und elend bin ui» das Leben nickst ertrage?" Nagte Mary weinend.

So werde gesundl Habe Willen zum Leben, und D" wirst leben."

Wenn es zu spät, wenn meine Kraft gebrochen . -

So stirb!" wollte Rojemarie rufen, doch sie faßte stG Sie wollte nicht hart sein, sie wollte Mary überzeugen.

Es ist nicht zu spät", erwiderte sie dringlich- --Aber Du mußt unverzüglich etwas dazu tun, wenn Du gcncjeo willst. Möchtest Du meinem Rate folgen, bis Du Dir feUK wieder raten kannst?" .

Die blasse Frau nickte ein Ja. Nur damit Roscman- ein Ende machte. Sic war so müde.

Ich habe Dein Wort. Dein festes Versprechen? fügst Dich mir?" .,

Wieder das gleichgültige:Ja". (Fortfetzuvq