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Sir. 53

Dir -Murr rirkirijlhe ;lrbrrIanÄ-Zrnjralr.

Schon vor Wollen haben wir i» lüngc^ii Anssührungc» ibcr diese Anlage behauptet, daß sie nie rentieren würde »nd die städtischen Ttenerzahlcr jedes Jahr ein Mnes Stück Geld dranslegen müßten, um eine ganze Anzahl Ortschatten, bis zum Ebsdorfcr Grund hin. niit billigem elektrischen Licht zu versorgen. Wie Recht wir mit dieser Behauptimg hatten, beweist ein heute durch denGießencr Anzeiger" der- össcntlichtes Urteil eines ungenannten Sachverständigen, welches unser damligcn Behauptungen vollauf bestätigt. Die der Stadtverordnetensitzung vorgelegten Tabellen find in dem Urteil als eine arithmetische Spielerei, von wenig Praktischem Werte bezeichnet, und die von dem Oberbürger- neister aufgestellte Rentabilitätsberechnung führe Ziffern vor, welche viel zu hoch gegriffen seine. In Wirklichkeit sei nüt einem Fehlbeträge zu rechnen, der nach ordfiungsmäßiger Bilanzierung jährlich über 100 000 M. betrage. Also eine recht schöne Ueberraschung für die Aießcner Steuerzahler. ^

Weiter wird in dem Gutachten ausgesührt, daß die ganze Anlage mit einem viel zu hohen Kostenaufwand aus- gebaut sei. Während bei andern elktrischen Zentralen das in dem Leitungsnetz fcstgelegte Anlagekapital 0,50 bis 1 pro nubbar abgegebene Kilowattstunde betrage, ergebe dies für Gießen ein investiertes Kapital von 4 M, dadurch sei die ganze Anlage, wclclie l 980 0<X> M gekostet, aber nach vor­stehendem Beispiel nur 750 000 M kosten dürfe, mit 1,2 Mil­lionen Mark überkapitalisiert. Hinsichtlich der Kostenan­schläge ist der Sachverständige der Ansicht, daß dieselben un- vollständig seien, oder falsche Angaben enthielten.

Zum Schlüsse heißt e§ in dem Gutachten, daß es unver­ständlich sei, ans welchen Gründen die lleberlandzentralc durch die Stadt erbaut Ivurde, da doch ihre Unrentabilität jedem auf den ersten Blick hätte cinleuchten müssen und sie für die Stadt eine schwere finanzielle Belastung bedeute.

Nun, daß der Oberbürgermeister und der Direktor Stote die Haupttriebfedern für die Erbauung der Ueberland- Zentrale waren, während der Ausbau des städtischen Straßenbahnnetzes versäumt wurde, weiß jeder in Gießen, der sich für kommunale Angelegenheiten interessiert, hat doch der Beigeordnete Emmelius einmal die Ueberland- Zentrale offiziell als das Steckenpserd des Oberbürgermei­ster? bezeichnet. In Anbetracht seines hohen Preises hätte er r? beller das teure Rennplerd genannt.

Als der Oberbürgermeister s. Zt. den Antrag stellte, der Kommission des Elektrizitätswerkes besondere Rechte zu verleihen und sic zu Abschlüssen und Käufen zu autorisieren, ohne die Stadtverordneten zu fragen, da war es gerade der Beigeordnete Grüncwald, welcher ihm sekundierte und den Betrieb des Werkes mit der Geschästsführung einer Aktien­gesellschaft verglich, deren Vorstand freie Hand haben müsse und über die Leitung des Unternehmens den AufiichtSrat nicht zu fragen brauche. Auch die Sozialdemokraten, nament- sich ihr Führer Krumm, war immer ganz entzückt von dem billigen Arbeiten der städtischen Betriebe. Es entspricht ja dem soizaldemokratischen Programm, immer mehr Leute an die städtische Futterkrippe zu stellen, denn desto eher kann ihr Weizen reifen, aber hier ist jetzt den Herren ein Beweis erbracht, der zur Genüge dartut, daß die Stadt den Gcschäst- treibendcn ihren Verdienst gönne», und daß sie die Anlegung großer Werke, die über den eigenen städtischen Bedarf hinaus produzieren, ruhig der Privafindustrie überlassen soll.

Ans der Heimat.

* Friedbrrg, 4. März. Nunmehr hat auch in unserer Stadt der völkische Schutzvereinsgedanke festen Fuß gefaßt. Am letzten Freitag versammelten sich einige Herren, die zum Teil schon seit längerer Zeit der Schutzvereinsarbeit teil­nehmend gegenüberstehen, im GasthauseKaiserhof" zu einer Besprechung. Von Gießen war der Obmann der dortigen Ortsgruppe des Bundes der Deutschen in Böhmen, Herr Assessor Clarius, erschienen. Nachdem derselbe in großen

Sie»« 1og«»j«i»ung. Mittwoch, den 4. Mär, 1914.

Zügen den Rassen kämpf in der Ostmark geschildert hotte, und besonders betont hatte, daß es für die Reichsdeutschen ein Gebot der Selbfterhollung sei, mit allen Kräften mitzuarbei- ten, daß deutsches Blut und deutsches Land unserem Volks- tume erhalten bleibe, wurde unter Zustimmung sämtlicher anwesender Herren die Gründung einer Ortsgruppe Fried- berg des Bundes der Deufichen in Böhmen vollzogen. Die neue Ortsgruppe tritt sofort mit etwa 20 Mitgliedern ins Leben. Die sofort vorgenomniene Wahl des Ausschusses hatte folgendes Ergebnis: Obmann: Herr Feldbereinigungsgeo- Nieter Ritzert, Leonhardstraße, Säckelwart: Herr Assessor Schlörb, Schriftführer Herr Theol. Schmal. Der Mindest­beitrag wurde auf 2 «Ä festgesetzt. Anmeldungen sind an den Herrn Obmann z» richten. Für die nächste Zeit wurde ein größerer Vortragsabend in Aussicht gestellt, um den völkischen Schutzvcreiusgedankcn auch in weitere Kreise zu tragen, die ihm bis jetzt noch fern stehen. Ein Redner für den Abend ist schon gewonnen. Die Friedberger Ortsgruppe ist nun die dritte in iinserer Gegend. Im Jahre 1913 wur­den schon in Gießen und Marburg Gründungen vollzogen. Die Gießener Ortsgruppe zählt schon über 220, die Marbur- ger über 100 Mitglieder. Im deufichen Reich hat der Bund der Deutsck>en in Böhmen in etwa 30 Ortsgruppen über 6000 Mitglieder, in Bühnen in 1100 Ortsgruppen über 120000 Anhänger. Diesen hohen Zahlen entspricht auch die Tätig­keit des Bundes zum Heile unseres deufichen Volkes, und cs ist zu wünschen, daß in immer größeren Schichten unseres Volkes innerhalb der schwarz-weiß-roten Grenzpfähle das Verständnis fiir die Bedeutung des Deufichtums im Aus- lande, besonders im Gebiete unseres einzigen, noch verläß­lichen Bundesgenossen, Oesterreich, Wurzel faßt.

* Friedberg, 4. März. Am Montag, den 23, März, vormit­tags 9 Uhr, beginnt an der Er, Obstbau- und lauino. Winter­schule zu Friedberg der diesjährige Baumwävterkursus. Die Dauer desselben beträgt 8 Wochen und zwar 5 Wochen im Früh­jahr, 1 Woche tm Sommer und 2 Wochen im Herbst. Teilneh­mer. welche sich zu berufsmätzlgen Baumwärtern ausbilben «ol­len und rin Alter von 18 Jahren haben, find honororstei und können aus Antrag von den beiressenden LanchwlrtfchafiÄam- mer-Ausschüssei, bis 80 Mart Zuschuß erhalten. Das Honorar für Pttvat« und Nichthesfen bettägt 20 Mark. Anmeldungen nimmt die Direktion obiger Anstalt entgegen.

* Frirdberg, 4. März. Der März, der am Sonntag seinen Einzug gehalten hat, genießt den alten Ruhm des Frühlingsbringers und hat seinen Namen vom römischen Kriegsgott Mars. Im allen deufichen Kalender (Karl des Großen) war ihm der Name Lenzmonat oder Lenzmond bei­gelegt. Das Wort Lenz ist gleichbedeutend mit Frühling und stammt von lengitz, das heißt länger werden, ab, denn die Tage werden merkbar länger und die Nächte wieder kürzer. Frühlingsanfang fällt auf den 21. März. Im All- gemeinen pflegt der März wenig Lenzescharakter zu tragen. Wenn auch bereits vereinzelte Tage mit frühjahrsverheißen- dcm Wetter verstrichen sind, so ist doch in den letzten Tagen hauptsächlich nachts das Thermometer bezw. die Temperatur wieder bedeutend gesunken. Wenn die Sonnensttahlen immer wärmer zur Erde fallen, beginnt wieder neues Leben in der Natur und aus fernen Zonen nahen die Zugvögel als sichere Vorboten des wiederkehrenden Frühlings. Schon bei den alten Germanen war der März ein wichtiger Zeitabschnitt, wenn der alle Frühlingsgott Donar des Winters Macht mit klüftiger Hand aus den Landen getrieben hatte, wurde der 22. März festlich begangen. In allen Gauen herrschte große Freude, daß die Mächte des Lichts und des Lebens wieder über dos Reich der Finsternis frohlocken durften. Wenn auch die Menschen sich noch nicht so recht des Frühlings erfreuen können, so ist es doch ganz anders im Tier- und Pflanzenreich. Der März ist der Monat der jugendlichen Kraft. Ucberall macht sich in der Natur von innen heraus der erste und zugleich mächtigste Trieb zu neuem Leben be­merkbar. An Hasel- und Erlensträuchern schaukeln sich die Kätzchen und an den Bäumen und St räuchern werden die Knospeii dicker und sprengen allinähiich ihr braunes Wintcc-

_____ Seile

klcid. Ebenso geht es in der Blumcnwelt. Allenthalben sicht man frisches Grün aus der Erde sprießen, das noch Sonnensttahlen lechzt. Auch in der Tierwelt ist des Winters Macht vorbei. Die Drossel schlägt, der Fink singt jeii, Lied der Sperling zwilcht lustig in die Winde und baut sein Nestz auch der Star kehrt zurück und das hochbeinige Bachstelzchen sucht sich seine Nahrung ans den frisch gepflügten Aeckern. Der Landmaiin wünscht sich im März sonniges, trockenes Wetter. Fiir die liebe Schuljugend ist er noch ein Arbeit?, inonat. Es werden die letzten Anstrengungen zur Osterven sctzung gemacht. Dem glückliche» Abiturienten lockt die Herr- lichc Studentenzeit, Bruder Studio schnürt sein Bündel, die bevorstehenden Ferien im Elternhausc zu verleben.

' Ei'ßen, 4. März Dem Dr. phil. Johannes Pfttzn«r geboren in Königsberg i. Pr., wurde gestern bi« venia legendi bei der philosophischen Fakultät der LandesunioefiilLt für dos Fach der Staatswissenschatien erteilt.

vereinigte C>a»»«hea,er Franfiurt a. M.

Opernhaus

Donnerstag, den 8. März, abends halb 8 Uhr:Fidelio" 17. Vorstellung im Donnerstag-Abonn. Eew. Preise.

Freitag, den 6. März, abend, halb 8 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen:Der lieb« Augustin". Außer Abonu.

Samstag, den 7. März, abends halb 8 Uhr:Eugen Oue- gln". 19. Borsielluag im Eamstag-Abomi. Große Preise Schausptelhaus.

Donnerstag, de« 8. März, abends 8 Uhr:Pygmalion". Außer Abonn. Eew- Preise.

Freitag, den «. Mär», abends halb 8 Uhr:Maria Stuart". Außer Abonnement. Eewöhnl. Preis«.

Samstag, den 7. März, abends 8 Uhr: ,T>i« Tongoprinzes. fin", 19. Borsiellung im Samstag-Abonn. Eew. Preise

Epiclplan des Etadttheaters in Gieße».

Mittwoch, den 4. März, abends 7 Uhr:j)ic Bäuerin", »Di« Lore",Paul «nd Paula". 18. Mittwoch-Abonnements. Vorstellung. Eew. Preis«.

Donnerstag, den 8. März, abends 8 Uhr: .Das Kloster". Außer Aboim. Eew. Preis«. Abends 8 Uhr in Marburg: Alt-Heidelberg". 18. Abonnementsvofitellung

Freitag, den 8. Aiärz, abends 8 Uhr:Rösselsprung", iz. Freiiag-Abonnementsvofitellung. Eew. Preise.

Wie Scotts Emulsion Ijilftl

Von meinen Zwillingsttndern Philamina und Anna machte mir letztere infolge ihrer Schwächlichkeit große Sorge. Während ihre Schwester ei» ttäsllges Mädchen war. blieb Anna mehr und mehr zurück, und man konnte selbst mit IS Monaten bet ihr an Eehverluche noch nicht denken. Als ich ihr aber aus Anraten der Hebamme eine Zettlang Seotts Emulsion gab, konnte ich es beinahe selbst nicht glauben, daß ein solcher Umschwung, wie der

( ich nun zeigende, möglich sei. Denn nach einigen Flaschen stellte lch Anna aus ihre Belachen, ihre Eesich:sfarbe wurde rosiger und hre ganze Entwickelung mochte so schnelle Fortschritt. -og st» ihr Schwesterchen bald einholte. Heute gehr sie so gut wie diese ist ein munteres Eeschöpichen, das uns durch seinen guten Appe fit, seine roten Päckchen und sein Irisches Aussehen viel« Freud' macht.

(gez.) Frau Magdalcne Buchschustcr. Druisheim in Schwaben, den 8. Jan. 1913.

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Leicht verdaulichschmackhaftgern genommen Doch stets Scotts Smnlfion verlangen!

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Ia. llunkeikerue in allen Sorten Ia. Saatwicken, Saaterbsen

In. SaatUartoffei, norddeutsche Ware, (Magnum bonum, Fiüh-

rosen, Kaiserkrone, Paulsons Juli, Perle von Erfurt, Ella, Industrie, Märker, Wolthmann No. 34 , Saß, Up-to-date, Süesia, Bönm's Erfolg, Böhms Hassia, Vater Rhein etc.

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