Nr. 65
Stift 3
(olle. Robinson bracht« «intn Antrag «in, demzufolg« bi« Deportierten unt«i gewissen Bedingungen zurücklehren dürften.
Japan,
:: Der Kamps «m da» japanisch« Flottenbobget. Zn der
Pubgetkommtsfion des Oberhauses «rklört« d«r Marinem inisler, bofi bic Herabsetzung des Flottenetats um 70 Millionen bi« national« Berteibigung erheblich beeinträchtigen würbe, Tr fügt« hinzu, daß bie Marineverwoltung unter bi«I«n Umstände« qelwungen sein würd«, di« noch aus b«m Bouprogramm stehen, den Torpedoboot« und Torpebobootzerstörer zu streichen.
Ans der Heimat.
* Frirdbrrg, 4. März, (Schöfscngerichtssitzung,) 1. Pin löjäbriger Kausbursche von Friedberg erhielt wegen Diebstahls — er hat im Kaufhaus Schleimer verschiedene Sachen entwendet — die Strafe des gerichtlichen Derweises. 2 Pin Kaufmann zu Homburg ist wegen Lvttrrievergehens enaeklagt. weil er in Hessen nicht zugelasiene Lose zum Kaufe anbot, er wurde zu einer Geldstrafe von 100 M verurteilt, 3. Pin Friseur und ein Weißbinder von Friedbcrg sind wegen Belästigung und Beleidigung eines Militär- Postens — auf der Kaiserstraße — angeklagi. Der Friseur erhielt drei Tage Gefängnis, während gegen den Weischinder aus Frcisprechimg mangels Beweises erkannt werden muhte. Gegen einen weiteren Beteiligten findet die Verhandlung sväter statt da sein Aufenthalt nicht bekannt ist. 4. Ein Dienstmädchen au? Wetter bei Marburg stahl ihrer Dienstherrschaft in Friedberg außer einer Reibe von Wäschestücken eine goldene Damenuhr. Wegen Diebstahls erhielt sie drei Wochen Gefängnis. 5. Ein Fortbildungsschüler von Wölfersheim bat sich wegen Beleidigung seines Lehrers zu verantworten, den er in der gemeinsten Weise beschimvfte. Wegen der Schwere der Beleidigung und der Ungezogenheit des Schülers seinem Lehrer gegenüber, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von drei Tagen. 6, Ein Fabrikant von Heldenberaen batte einen Strafbefehl erhalten, weil er Konserven Farbstoff beigab ohne diese Färbung zu dekla- riercn. Es erfolgte Freisprechung, weil der Zusatz „gefärbt" i-üt in einem Falle versehentlich unterblieben ist und weil durch den Zusatz der sogenannten Kondiwrsarbe die Ware nicht verfälscht und auch nicht minderwertiger wird,
* Friedberg, 4. März. Unsere hiesigen Musik- und T hcotersreunde seien heute nochmals ganz besonders auf die Aufführungen des „Reuen Berliner -Operetten -Ensembles" mit den Operetten-Schlagern „Die Kino-Königin" und „Die Tango-Prinzessin" am Sonntag und Montag aufmerksam gemacht. Diese Ausführung wird ein Kunstgenuß werden, wie er nur selten in unserer Stadt geboten wird und den deshalb niemand sich entgehen lassen sollte, zumal jede Operette hier nur einmal zur Aufführung gelangt. Einen solchen glänzenden stürmischen Erfolg, von der gesamten Presse einstimmig anerkannt, haben seit Jahren keine Operetten mehr gehabt. Eine einschmeichelnde prickelnde Melodie folgt auf die andere imd der Erfolg dieser Schlager ist daher aich überall zur Sensation geworden. Beide Operetten sowohl „Kino-Königin" als auch „Die Tango-Prinzessin", sind JVnfifrocrfc, die auch den verwöhntesten Geschmack zu befriedigen vermögen. Sic sind bei aller Lustigkeit doch stets dezent! Das „Rene Berliner Operetten-Ensemble" hat mit diesen beide» Schlagern einen glänzenden Sieg errungen. Man lobt überall die ausgezeichneten Solokräfte sowie das geradezu musterhafte Zusammenspiel. Beide Operetten erzielen trotz chrcr hohen Anfsührnngszahl 350 und 100 noch täglich in Berlin auSvcrknuste Häuser, ein« Taftache, die wohl einzig dastcht in der Geschichte der Operettel Es sind diese Operetten Novitäten, die jeder gesehen haben mutz. Auch bei uns- dürste daher mit einem ungewöhnlich großen Besuch zu rechnen sein. Wer sich also noch einen guten Platz siärern will, der hole sich umgehend sein Billet aus dem Vorverkauf von Ed. Oppenheimer Nachfolger, Zigarrengcschäft und Earl Buidernagel, Hoibuchhandlung.
* Fricdbrrg, 4. März. Daß unser Kino auf der Höhe ist, beweist der fortwudrcnd gute Besuch der Vorstellungen. Die zur Vorführung gelangenden Films sind aber auch erstklassig und üben infolgedessen aus das Publikum eine große Anziehungskraft aus, sodaß sehr oft die Sitzplätze nicht aus- reichen die erschienenen Besucher auszunehmen. Daß solche Films der Direktion schweres Geld kosten, braucht mau hier nicht erst zu erwähnen und ist schon aus diesem Grunde der Direktion ein immer gut besuchtes Haus zu wünschen. Der neue Spielplan von heute bis 6. März, ist über alle Maßen sehenswert und umfaßt das alles berichtende und sehende Patl-e Journal, eine lustige, alle Laäumiskcln in Bewegung setzende Komödie „Willi als Arzt", „Die Frau des Richters", ein in Italien und Amerika spielendes großes Drama von alwcchselungsreicher Handlung, eine herrlich kolericrte Ratnrauinahme aus den Westalpeu „Don Grenoble bis Aix les Bains", als Einlagen: „Moritzens Besorgung", „Tragödie an Bord" und „Die sieben Töchter des Professors". Tie Eintrittspreise ins Kino sind so nieder gesetzt, um auch Minderbemittelten Gelegenheit zu geben, die Vorstellungen öfter zu besuche».
* Osicihcini, 4. März. Ein Veteran von 1870/71 hat
hexte Vormittag die müden Lider zum letzten Schlmmner zugemacht. Herr Rentier Georg Christian Schäfer, der frühere Päüster des hiesigen Hofgutes, ist nach langem, schweren Leiden verstorben. Der Verblichene war durch sei» biederes- Wese» eine überall gern gesehen« Persönlichkeit und ruft sein Tod große Trauer hervor. Er ruhe in Frieden. •
* Holzhaus«« v. b. H., 4. Marz. Di« Inhaber bes Iveitbe- fannf-ctt Gasthauses „Zur Krone", Philipp Schmidt «. Frau, feierte« ihr goldenes Hechz-itsftst, Das Jubelpaar erfreut sich noch einer un-gcuröhnliiben lorpcrlichen »nb geistigen Regüim- !«U.
* Ober Erlcnbach, 4. März. Zu dem bereit» gestern ge- meldeten Raububerfall wird und weiter berichtet: In der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag wurde auf der in nicht gutem Zustande befindlichen Straße Ober-Erlenbach— Seulberg der Fahrbursche des Mineralwasserhändlers Weil zu Vilbel überfallen, sehr schwer verletzt und seiner einkos- fierten Gelder in der Höhe von etwa k>0 <M sowie seiner eigenen Barschaft beraubt. Dir Pferde blieben bis zum nächsten Morgen an einem nahen Holzmasten stehen. Maurer- meister Kloos von hier leistete dem Schwerverletzten die erste Hilfe, der die ganze Nacht hindurch in der Nähe seines Wagen besinnungslos gelegen hat. welcher Zustand bis heute ncch nicht gewichen ist. Da die Stcaße sehr wenig Verkehr hat und die angrenzenden Orftchasten das größte Interesse an der Aufklärung dieses Falles zeigen, so erscheint es unerklärlich, daß die Polizei bis heule noch nicht bestimmte Anhaltspunkte in Händen hat. Große Entrüstung herrscht besonders darüber, daß die zuständige preußische Behörde — der Ueberfall fand auf preußischem Gebiete statt — erst nach Verlauf von nahezu zwei Togen eine örtliche Defichftgung vorgenommen hat. Wer die Schuld daran trägt, daß diese Behörde in so schleppender Weise verständigt wurde, ist uns unbekannt. ES handelt sich hier um ein wertvolles Menschenleben, um einen ehrlichen, braven Mann und Familienvater, der der Hand eines Mordbuben vielleicht noch zum Opfer fallen wird. Rühmend und lobenswert mutz das Verhalten der hiesigen Gendarmen hervorgehoben werden, die alles getan haben, was für die Ermittelung des Täters nützlich sein konnte, soweit sie als hessische Beamte dazu befugt waren,
* Vilbel, 4. März, Der laugmonatliche Stteit um die Verwaltung des Orts-gerichts und des Standesamts ist nunmehr dahin erledigt worden, daß Bürgermeister Berg am 1. Mürz die beiden Aenfter übernahm.
* Gieße«, 4. März. Der aus Frankfurt a, M, stammende Ingenieur Konrad, der Vertteter der hiesigen Filiale der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschast in Berlin, wurde seit Donnerstag von seinen Wirtsleuten vermißt. Trotz der eifrigen Reäierchen der Polizei konnte nichts über den Verbleib des Ingenieurs ermittelt werden. Jetzt ist das erste Lebens
zeichen von ihm eingetroftcn. Ein ihm bcfteundeter Pfarrer hat nämlich von ihm einen Aries aus Frankreich erhalten, in dem er usitteilt, daß er von Werbern in die Fremdenlegion verschleppt worden sei. Konrad wollte noch in diesem Monas heiraten. Man nimmt an, daß Konrad hier von franzö- fischen Agenten betrunlen gemacht und dann über di« r '' ;c gebracht worden ist.
Fronksurirr Wetterbericht voraussag«: vorwiegend trübe, zeitweise Aegensäil: c.ras wärmer, frische westliche Wind«.
Kirchliche Anzeigen.
Evangrlischr Grmrinde,
Gottesdienst in du Stobtkirchr.
Donnerstag,- 5. März 1914, abends WA Uhr: . c
motettr des Kirchengcsangvcreins unter Mitwirkung von Solisten und der Chorschulc.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach, Donnerstag, 5, März 1914, abends 8 Uhr, in der Kirche: Passivusandacht. Herr Pfarrer Zatzmann.
Gottesdienst in der Bnrgkirchr.
Freitag, 6, März 1914, abends 8 Uhr: Passionsondacht Herr Pfarrer Diehl.
Oie zunehmende Verteuerung der Lebenshaltung macht die Empiehlung gesunder und billiger Genussmittel besonders wertvoll. Eines der besten Getränke bietet zweifellos
MESSMEß’s TEE
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Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg; für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen TngeS- zeüung", A.-G., Friedberg i. H.
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Teieion Hr. *51.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung-, daß unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel
Georg Christian Schäfer
Rentner
Veteran von 1870/71, früher Pächter in Ossenheim
heute morgen TU Uhr nach langem schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist.
Ossenheim u. Bauernheim, den 4. März 1914.
Die tleftranernden Hinterbliebenen.
1. d. N.: Adolf Schäfer.
Die Beerdigung findet in Ossenheim statt: Freitag, den 6. März, nachmittags 27s Uhr.
Durch Ankauf eines großen Lagers habe einen Riesenposten für die Hälfte des regulären Wertes anzubieten.
englisch uncl Kammgarn Popefine, englisch u. schwarz
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Paletots
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Michael Scheuer
Friedberg i. H.
Kaiserstraße 53
Telefon 398


