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Abg. Fenchel (Bbd.) erklärt, daß schon im Jahre 1911

der Ausstniß einen diesbezüglichen Entschluß gesetzt, der auch bon der zweiten Kummer zur Annahme gelangt sei, wie aus den Protokollen, die der Redner verliest, hcrvorgehe. BIS jetzt sei aber in dieser Angelegenheit nichts geschehen.

Nach weiteren Bemerkungen wird der Nnsschutzantrag angenommen und dann die Sitzung ans den nächsten DicnL- tna. de» 5. Mriez, vertagt.

Ans der Heimat.

Friedberg, 28. Febr. Der Diskussionsnach- mittag deS Vereins ehemaliger F r i c d b e r g e r LandwirtschastSschüler, der am 24. Februar unter der Leitung seines Vorsitzenden, Laudtagsabg. Fenchel- Lberhörgcru imSiatslcller" stattsaud, war wie gewöhnlich, sehr gut besucht. Ter Vorsitzende begrüßte die beiden cr- ichienrnen Ehrennntglieder I>r. Hossniaun und Lehrer Ringshaujen und de» Referenten RegiernngSral Langer- ui a n n, der sich drin» anSsiihrlich über das Theina des TagcS, das Krankcnvcrsili>erungsgesctz verbreitete. TaS neue Gesetz bringe den Versicherten eine ganze Anzahl neuer Vorteile und Rechte und demgemäß für die Arbeitgeber er­höhte Ausgaben. Diese Leistungen schieden sich in sogen. Regcllcistnngen «nd Mehrleistungen, erstcrc müßten ge- leistet werden, es gehörten dazu das Krankengeld, das Wöch- nerinncngeld und das Sterbegeld, als Mehrleistungen kämen in Betracht die Fainilienuntcrstützung und das Still- geld für Wöchnerinnen. Die Erhebung der Beiträge ge- schehe nach Lehnslusen. So habe der Kreis Gießen 6 Stnsen mit cincm Hixiistsatz von 5 Jl Tagclohn und 4 Pro­zent angenommen. Schotten hat den Ortslohn und 3 Pro­zent angesctzt. Fricdberg stehe niit 10 Stufen, 6 M Höchst lohn und 4 Prozent an der Spitze. Wie ans den weiteren Ansführnngen des Redners hervorging, zeichnet sich auch sonst der Kreis Friedberg durch die Höhe seiner Leistungen ans. So gewähren alle Kreise Hessens ini Falle einer Krank­heit i» den ersten 3 Tagen keine Unterstützung und von da ab 50 Prozent, Friedberg aber leistet schon nach dem zweiten Krankheitstage an und dann 60 Prozent. Gießen gebe ein Sterbegeld von 50 M int Höchstfälle, Friedberg aber den 25- sachen Grundbetrag, der 150 M erreichen könne. RegierungS- cnt Langermann empfiehlt Vorsicht bei den Leistungen, ehe man mit 2 Füßen hineinspringe, müsse man erst einmal sehen, wie die Hase» hüpsen. Entschieden spricht er sich da­gegen aus, daß die Arbeitgeber die ganzen Beiträge über- uchme», wenn die Arbeiter Rechte hätten, so müßten sie auch Pslichten aus sich nehmen, des weiteren müsse die Ver­sicherung erzieherisch auf die Arbeiter wirken, sei er aller Abgaben los und ledig, dann sei es ihm recht, wenn aus dem vollen gewirtschastet werde, müsse er aber an den Lasten teilnehmcn, so werde er schon von selbst zur Sparsamkeit neigen. Endlich sei doch gerade in der Landwirtschast das Geld rar und mau brauä>e auch aus diesem Grunde nicht über den gesetzlichen Beitrag hinanszugehcn. Die Aus­führungen des Herrn Ncgicrungsrats Langermänn fanden den verdienten Beifall. In der Anssprach? gab Conblvirt- schastSkannncrmitglicd Hcnsel einen lleberbftck über die

R««r Tageszeitung. Samstag, den 28. Februar 1914.

Entwickelung des gegenwärtigen Krankenlassenwcsens in Hessen. Die LandwirtschastSkammcr habe sich sllr die Er­richtung von Landkrankenkassen ausgciprochen und in der Tat seien diesem Rate alle hessischen Kreise bis ans 5, gefolgt, in Oberhesscn sei der Kreis Friedberg der einzige, der sich nicht für eine Landkrankenkasse ausgesprochen habe. Wenn auch in diesen Kassen die Leistungen gesetzlich festgesetzt seien und man nicht glaichcn dürfe, daß sie viel billiger wirtschaf­ten würden, so sei auch der Einfluß der Landwirte ge­sichert, der bei den Ortskronkenkassen in Frage stände. Nach langen Verhandlungen hätten sich die Arbeitgeber auf einer gemeinsamen Liste für die bevorstehenden Ausschußwahlen geeinigt, auf der 4 Gewerbetreibende, 8 Landwirte, 2 In­dustrielle und 1 Handclsangehöriger standen. Da auch die Sozialdemokraten eine eigene Arbeitgeberliste aufslellten, so sei geboten, daß jeder Landwirt seine Schuldigkeit tue und zur Wahl schreite. Auch eine nichtsozialdemokratische Arbeit- »ehmcrliste sei zustande gekommen und auch hier gelte es, für sic zu arbeiten. Auch dieser Redner spricht sich dagegen aus, daß die Arbeitgeber alle Lasten übernehmen i man müsse einheitlich Vorgehen, damit die Arbeiter ihre gesetzlichen % zu leisten hätten. (Beifall.) Landwirt Fr. Häuser- Niederweisel unterstützt lebhaft die letzte Forderung. Die Arbeiter müßten lernen, Haus zu halten, das sei unmöglich, wenn sie nicht auch zu den Pslichten '-erangezogen würden. Tann würden sic einsehen lernen, daß man nicht kostenlos hohe Leistungen verlangen könne, sondern daß dieses Geld koste. Die sozialen Lasten und anderes drückten so schon aus den Bauernstand, wenn es so weiter ginge, dann hätten die Bauern Wohl Aeckcr, aber kein Geld mehr, um sic bewirt­schaften zu können. (Beifall.) Redakteur H i r s ch e l - Friedberg zeigt, wie die Sozialdemokraten ihren Einfluß nüßbrauchen, wenn sie im Besitze der M a ch t sind, wie dies bei der Ortskrankenkasie in Friedberg der Falle sei. Wäh­rend im Kreis Gießen und Büdingen beinahe in jedem Orte gewählt worden sei, solle in Friedberg nur in 23 Gemeinden gewählt werden, als Wahlorte habe man sich natürlich, wo es anginge, nur rote Orte hcrausgcsucht, die katholischen Ge- meinden, wo man den Einfluß der christlichen Arbeiterschaft fürchte, seien überall anderen Gemeinden zugeteilt worden. Alle Versuche, eine besser Einteilung zu erlangen, seien siuchtlos geblieben, man habe an demWahirechtSraub", um in sozialdemokratischer Spraclic zu reden, festgehalten. Die roten Machthaber kämpften um ihre Existenz. Wenn jeder scinc Sckiuldigkeit tue, so mache aber der 22. März einen Strich durch die wohlvorbereitete Rechnung der Sozial­demokraten. (Beifall.) Negierungsrat Langermann stellt fest, daß ini Kreise Gießen von 78 Gemeinden in 7 5 gewählt worden sei. (Hört, hört!) Weiter, daß bei den Arbeitnehmcrwahlen die sozialdenwkratische Liste 753 und die nichtsozialdcmokratische 690 Stimmen erhalten hätten, trotzdem die Landwirte, da sie in der Landkrankenkasse seien, nicht mitgcwählt hätten. Beide Listen hotten mithin die gleiche Anzahl Beisitzer im Ausschuß erhalten. Einen Er­folg, den nian nicht für möglich gehalten hätte. Damit war die AuSspraäie geschlossen. Mit einem Tank an den Refe­renten und die Herren, die sich an der Aussprache beteiligt hatten, schloß der Vorsitzende die anregend und interessant verlaufene Versammlung.___

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* «Rieben, 28. Febr Die in dem Prozeß Troß gegen di« »cr- id)i*fc«nu-n Redactkure ergangenen Urteil« find jetzt, ohne daß di« Herren einen Widersprach wagten, rechtskräftig geworden und wir werden gelegentlich wieder einmal vorrechnen, wie viel Arbetterzrolchen die gegen Herr» Troß oorgebrachten Lügen und Perlernndungen getost» haben, wenn dieselben aus der Partei, tafle bezahlt weiden müssen. Die ganze gegen Herrn Troß in Szvire gesetzte Hetze findet jetzt eine andere Pell Itei lang, nach­dem man weiß, daß di« anoirpmen Denunziationen bei de, Staatsanwaltschaft von einem sozialdemokratischen Parteifunk. tronär ausgingen, einem Salonproletarter, der anscheinend: Lügen und Verleumdung speziell angcstellt ist und da, hott« Fahr am Amtsgericht herumlungert Weiter weiß man jetzt, daß hinter der Preßhetze, di« in oerschiedenen Blättern au,'ge­führt wurde, ein ganz geri-benrr Gauner steckt, der schon wegen Betrug und auch wegen Faischeid hinter Schloß und Riegel ge­sessen hat, sich jetzt aus reoolverjnurnalistischem Gebiet betätigt und die Ehrabschneiderei gewerbsmäßig betreibt.

* Gießen, 28. Febr. Fn der vorgestrigen Generalversamm­lung der Eewerbebanl Gießen wurde an Stell« des verstorbenen Direktors Laos Herr Rechtsanwalt Arnold zum Direktor ge­wählt. Derselbe gehörte seither schon dem Auffichtsrat« an. ist ein erfahrener Jurist und mit dem ganzen Geschäftsgänge der Bank vertraut. Mft ihm scheidet auch Herr Justizrack Dr Gut. fleisch wegen seiner andauernden Leidens ans dem Auffichts- rat. Für diese beiden Herren wurden neu gewählt Herr Heinr. Man und Herr Christoph Schmidt. DI« anderen statutengemäß ausschcideirden Herren wurden wtodergcwählt. Die Verteilung de» Reingewinns wurde nach dem Vorschläge des Vorstandes gertgeheißen.

* Frankfurt a. M., 28. Febr. Rach Mitteilungen des Statistischen Amtes sinkt in Frankfurt die Geburtenziffer rapid, die noch krasser in die Erscheinung träte, wenn di« Sterblichkeit nicht gleichzeitig sänke. Seit dem Jahre 1504 kis 1913 sank die Geburtenziffer von 28.6 aus 20.3 pro Tausend, wobei sich aber die Bevölkerung im gleichen Zeit­raum hon 320 000 aus 440000 vermehrte. Die Zahl der Sterbesälle fiel von 1904 bis 1913 von 15,7 aus 11,7 pro Tausend. Demzufolge sank auch der reine Geburtenüber­schuß von 13,2 auf 8,6 im angegebenen Zeitraum. Diesen Feststellungen gegenüber konstatierte man allerdings i» der gestern stattgefunderien evangelischen Stadtsynode ein Auf. steigen der Geburtenziffer.

* Frankfurt a. M., 28. Febr. Zu den wicderholken scharfen Angriffen aus das Salvarsan durch den ..Türmer" und denFreigeist" wird jetzt bekannt, daß nur der Magi­strat der Stadt Frankfurt und die beiden Krankcnhausärzte l)r. Herxheimer und Dr. Altmann Strafantrag gegen die genannten Blätter gestellt haben. Beide Untersuchungen werden getrennt geführt. Der ..Türmer" kündigt die Her» beischasfung eines gewaltigen Bcwcismaterials an. ES stehen demnach zwei große Salvarsanprozcsse in Ausücht, zu denen beide Parteien ein großes Aufgebot von Wissenschasllern und Sachverständigen laden werden. Wenn die Prozesse statt- sinden. ist noch unbestimmt.

* x. Oberursel, 28. Febr. Verunglückt ist ein Arbeiter in d«r Motorensabrik, indem ihm ein Rad von großem Gewicht auf den Kops siel. Die Verletzungen find schwerer Natur, jedoch nicht lebensgefährlich.

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Holzversteigerung.

Donnerstag, den 5. März l. Zs. werden versteigert au? den Diftriften Sparnwala 32a, d und 33, Echberg 8 und 16, Wan» 10 und 12 der Foritwartei Finlenioch:

Stamm«: Linden V. Ei. 1 Sick 0,21 Fstm., VI. El. 1. Sirf. =* 0.2« Fstm, Kiesem 11. 81. 1 Sick. = 1.45 Fstm., III. KI. I Sick. -» 1,05 Fuu, IV. Kl. 5 Stck. = 3,20 Fm., V. Kl. 19 Sick. = 6.0t Fiu» Lärchen V. KI. 3 Stck. ^ 0,52 Fstm Fichten IV. Kl. 1 Slit. 1,32 Film.. Va Kl. 2 Stck. = 1,56 Fstm., Vb 81. 35 S'ck. 9.62 Fstm.

Derbstangen: Eschen II. Kl. 1 Stck. 0,02 Fstm. Laichen II. 8t 141 Sick. = 2.92 Fstm. Fichten II. Kt 22 Sick. = 0,41 Film.

Brennholz: Scheiter: Buche I. Kl. 4l2 rm, II. Kl. 31 nru Knüp­pel: Buche 335 rm, Eiche 40 rm, Kieser 4 m. Knüppeteeifi,: Buche 23 rm, Eiche 147 rm. Stamme« si,: Buche 557 1 in. Astreisig: Buch« 38 rm. Stöcke: Buche 148 ,m. Elche 28 rm, 8ie er 2 rm.

Zulammenlunst vormillags 10 Uhr am Pstan garten im Distrikt Sparnwala an der Kreisftraße. Das Holz aus Listrilt Svarnwald wird vorgezeigt. Die blau unterstrichenen Rr. des Brennholzes kommen nicht ,um Ausge ot. Alles übrige Hoi,, la- wir da» zerstreut sitzend« Dürr- und Windsallholz roirt> nick» vo:> g zeigt und tommt von ungefähr/A Uhr in der Bersteiaerun s- dalle zu Forfthaus Finkenlorb zum Ausgebot.

Im An chiuß an die Versteigerung lammen 40 leere Dünger- säcke in zwei Loien zum Ausgevot.

Nähere Auskunsr erietu der Eroßh. Forftwart B ären, zu Finkentoch (Post viidda,.

Koueadodors, den 28. Februar 1914.

Grohherzogtiche kbersörstcrei Konrabadork.

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