Einzelbild herunterladen

;;r. so

zurNeue n Tageszeitung."

Samstag, den 28. Februar 101^. ^ 7. Zahrimna

ffiiir Kgnderiahrt ndi km heiligk« Cank.

1913.

Von (Vtinjin Marie zu Solms-Rokdrlhkii».

(Fortsetzung).

Nun niußten wir wieder abwärts fahren im langen Wagenzug, um zur rechten Zeit auf dem Schiff zu sein. ES lag ein englisches nnd ein italienisches Kriegsschiff im Hafen.

Manche sagten:Schöneres können wir seht kaum niehr zu sehen bekonunen." Aber daS sollte sich nicht bewahr­heiten. Was hat Gott für schöne Werke geschaffen! Was ans seiner Land kommt, erfreut das Auge.

Wieder auf dem Schiff, muhte man sich den materiellen Genüssen hingeben, anstatt den schönen Gasen und die Ans­fahrt zu bewundern. Da? ging noch öfter so. Unter den Menschen, die man nun kennen lernte, war ein ganzes Käus- lein angenehmer Mitreisender. Und es mögen noch viel mehr dabei gewesen sein, die man nicht kennen lernte. Den nächsten Nachmittag fuhren wir stundenlang an Kreta ent­lang. Ich machte eine Schiffsbesichtigung mit. Bei der Karte oben, wo der Kurs eingezcichnet wird, wäre ich ain liebsten geblieben. Im Geizranm hielt ich es vor Hitze und Lärm nicht lange ans. Ein Mann half mir wieder hinauf.

Sie haben da schwere Arbeit", sagte ich. Er darauf:Es ist nicht so schlimm, manchmal etrvas heiß", war seine Ant­wort. die mich erstaunte. Ich würde seufzen, hätte ich diese Arbeit. Er ist es ja gewöhnt, aber doch, es bleibt bewun­derungswürdig.

Angesichts Kreta 's las die Freundin über Paulus vor; dann arich, »nieder Strochwitz'sche Gedichte.

Der kleine, originelle, tief fromme westfalische .Geist­liche kam dazu. Wir hatten anregende Gespräche. . Das Meer ist nicht mehr", zitierte er ans der Offenbarung. Seine klaren, kleinen Angen sahen in die Zukunft. Alles Irdische wurde ihm eine Erinnerung an dos Himmlische, an die neue Erde. Ein glüchlicher Mann, nicht niehr jung, aber fröhlich wie ein Kind. Ein anderer Genuß lag noch in den Tagen der Seefahrt, der nicht gering war: Das frische Singen des gemischten Chores. Eine Stimme immer klarer wie die andere, gaben ein gut geleitetes, harmonisches Ganzes. Aber nran sah auch den Beteiligten die Freude am Singen an. Der Dirigent war, nran kan» es nicht anders sagen, immer dort, wo cs galt, mit Rat und Tat beizustehcn, und erfreuw sich einer großen Beliebtheit. Er batte, was man sagt, dos Herz auf dem rechten Fleck. Schade, datz das so etwas seltenes ist, daß es schon aussällt.

Es gab aber »och mehr schöne Moinente am Tage auf derSchleswig" für die Glücklichen, die die Seekrankheit ichnell überwunden hatten. Das erste Frühstück, bei dem man sich schon Eztra-Speisen bestellen konnte. Dann um Hl llhr die Morgenandacht. Zwar habe ich auch die, wie den meist Abends stattfindcnden Vortrag öfter mit Angst auf den zitterigen Stühlen verlebt; ernpfand man die Be­

wegung des Schiffes weniger, so konnte man nur sagen, das; cS wirklich selten schön war, solche ernste knappe freudige An­dachten zu hören. Dann Mittags daS zweite Frühstück. Eine wahre Lust unter einer Menge schöner Sachen mit de» prächtigsten Namen wählen zu dürfen, die der freundliche Steward auf das komischste aussprach. Es gab zwar auch Menschen, die diese Einrichtung nicht so schätzten, prar doch immer eine Anstrengung des etwa? mitgenommenen Ge­hirns damit verbunden, die sie scheuten. Da fand sich ein gute? Mittel zur ' Hilfe, wenn der Nachbar zur Rechten und zur Linken bestellten, konnte man sich cmschließcn. Arbeits­teilung ist das ja wohl, nur nicht ganz richtig durchgeführtr, denn sonst hätte der eine bestellen sollen, der andere cs essen. Nun, das kommt erst im Zukunftsstaatenbund.

Auch war es immer hübsch, seine Kenntnisse zu erwei­tern durch das beobachten der Teller der anderen. Aber ich mache gewiß einen sehr gierigen Eindruck.

Am letzten Abend war der Schriftsteller Dietrich Sveck- niann endlich soweit hergestellt, uns etwas von der Ent- stchungsgeschichte seiner Bücher zu erzählen. ES ist einmal ein Schriftsteller, dessen Anblick einen nicht enttäuscht. Er macht einen angenehmen Eindruck nnd gehört zu den Men­schen, von denen man sagt:den möchte ich näher kennen

lernen."

Endlich, am fünften Tag, früh morgens wurden wir mit dem Liede:Freut euch des Lebens", geweckt. Ganz paßte es ja nicht in die Sttmmnng, aber doch hatte e? etwa? hübsches das Wecken durch blasen eines Liedes.

Dort war ein Streifen weißes Land das heilige Land stieg auf aus den Fluten des Meeres.

Wein hätte jch cS geglaubt, noch vor kurzem, ber mir gefggf Hütte: ,D>» wirst daS Land betreten, wo der Heiland gelebt, wo das Christentum geboren^ist, und wo jeder Platz an biblische Geschichten erinnert!"

Jetzt regte die Frage die Gemüter auf: wie kommen wir durch Jasfa's Klippen? Vor denselben zagten auch Männer. Man versicherte,das Wasser ist so ruhig wie fast nie." Das war also nicht einnial der Aufregung wert. Aber das Ein­laden in die Boote sah ein wenig gruselig aus. Man riet mir, mich nicht zu wehren, und das war ein guter Rat. Ich flog so schön durch die Luft von vier Araberarmen gepackt. Sie setzten mich etwas unsanft auf ein schwankes Brett. Die Araber mit buntem Wechselgesang und Geschrei ruderten mit kräftigen Schlägen, der jüngste, rot bekleidet, ruderte stehend. Cr arbeitete sich iu eine. Extase hinein.Allemann gutt, Hallcniaun, Allemann. Hallemann, Allemann gebe Geld, gebe Geld, gutt, gutt, alles gutt." So passierten toir die Klippe nnd kamen an das Land.

Auf dem Wege zuin Bahnhof erledigten wir auf der deutfclren Post die Angelegenheit mit den sortznschick-uden Postkarten. Der Ansichtspostkartenkauf verdient auch wahr­lich einer Erwähnung. Er fand 2 Tage auf dem Schiffe statt. Eine geradezu unübersehbare Fülle der verschiedensten Ansichtskarten des gelobten Landes lag dort auf 2--8 Tischen

anSgcbreitet. Eine Menge Menschen saßen, standen um diese Tiscbe. Die einen ordneten, die anderen warfen durch­einander. Jeder suchte, seufzte, schwitzte, mit Respekt sagen, und schon .nieder kann ich etwas lobendes vu>, meinen Mitmenschen melden, man bekam pon ganz fremde» Menschen geholfen, daß man zu den Karten gelangte, di: man gerade wünschte. Tann, ganz erschöpft, verl'c'ß man den Raum.

Nachher, nämlich nach dem Besuch der deutschen Post zu Jaffa, folgt daS, was ich gern wieder geben möchte, was mit aber gänzlich unmöglich ist. Meine Mitreisenden hörte ich zum Teil später sagen:Jaffa hat mir nicht gefallen". Ich kann vor mir nur sagen, ich war ganz entzückt von diesem bunten Leben. DaS war der Orient, der mir farbvoll, leben­dig zum ersten Male fast überwältigend vor Augen trat. Ich siel beinahe in Löcher, verirrte mich beinahe, soviel halte ick zu sehen. Kamele schritten durch die Menge. Diese Tiere die manche Menschen für häßlich erklären, haben für mich etwa? anziehendes. Sie passen vortrefflich in ihrer sichere» Würde zum Araber, auch crlchicnen sie mir nicht nngraziöS Die Eingeborenen, ich sagte vorhin Araber, dies war abei vielleicht eine falsche Bezeichnung, Shrer oder eine Misch­rasse sind sie wohl, schleppten vom Schiff bis zu>n Bahnhof oft gonz ungeheure Lasten auf dem Rücken. Drei große, schwere Koffer auf einnial. Sic hatten zwar ein Sackleinen als Schutz ans dem Rücken und Polster unter den Armen, mehr aber nicht. Sie bekamen dafür Abends einen Hammel geschlachtet, etwas Geld und Reis, worauf sic sich freuten,

Endlich, später >nie beabsichtigt, fuhren wir los. Es wae Freitag, aber durch die Verzögerung konnten N>ir bei un­serer Ankunft in Jerusalem die Klageinaiicr nicht mehr be­sichtigen, Die Dahn ist französisch), dg? Dampfroß aber aus Deutschland bezogen. Der deutsche Geistlirls'e ckiis Jaffa*) liid »ns ein auf dem Rückweg einer Grundsteinlegung eines Krankenhauses bciznwohnen.

"j Anmerkung: Pastor von RabcnMi.

(Fortsetzung folgt).

Aus dem hcf). Landing.

I. Kammer der Stände.

Der 2. Präsident Fürst Solms Lich cröftnet die Sitzung mit IO 14 Uhr und wird als erster Gegenstand die Riick- üußerung der zweiten Kammer zur BcsoldungSvorlage be­raten. Der Berichterstatter des Finanzausschusses Fürs! Jsenburg-Bierstci» erklärt, da Wohl auf allen Seiten die Ab­sicht bestehe, der Sache zu diene» und das Werk in irgend einer Form zum Abschluß zu bringe». Man habe sich zu- uächst mit der Besoldung der Volksschullehrer besckiästigt und beantrage un Einverständnis mit der Regierung das Höchst­gehalt auf 3600 c4i festzusctzen.

Staatsminister Dr. v. Ewald begrüßt diesen Beschluß als einen loyalen Schritt der Verständigung,

Fürst Isenburg Birrstcin richtet nach dieser Erklärung

Siegfrieds!)

flupftäaff

Orlginalsnat.

Frü.hesier Hafar der Gegenwart, |

libertrotren. 5 Ctr. 70 Mk., 4,50 Mk., I Postkolli 2 Mk.

.Siegfried

Feinstes Saatgut: 5 Ctr. 75 Mk., I Ctr. 16 Mk., >/, Ctr. 8,50 Mk.,

'/. Ctr. 4,75 Mk., 4»/, kg (Postsack) 2,50 Mk.

Mein verbesserterWeisser Rieseniiatsr (Originaisaat)

wurde im Ertrag und Güte von keiner anderen gleichnamigen Sorte 5 Ctr. 70 Mk., 1 Ctr. 15 Mk., Ctr. 8 Mk., l /i Ctr.

Ausführliche Preisliste kostenlos.

,öS' Grofffaimsr-Erfurt 192 . f

Dieser auf kaltem Hoden u. in rauhem Kiinia gezüchtete Hafer bewährte sich in allen Gegenden u. Bodenarten.

Mißernten last unmögüch.

Wer hohe Erträge erzielen will, dem kann ich diese Sorte Hafer zum Saat- weclise! nicht warm genug empfehlen. . Sehr itpiüMer Quaiitälshaler. -lebten Reife in dis Kotute lull - Seytis! fällt. Uebertrifft andere Sorten im Ertrag und Giite. Die straffen, elastischen lager­festen Halme werden bis 1,80 m hoch. Die > durch ihre besondere Form schon auffallenden ttipsen sind mit feinliiilsigen, schweren Körnern dicht besetzt.

Biafltt Sei gerihter tesaat fl. Wfliiw trträtt.

So schreibt dasEichsfelder Tageblatt" unterm 6. November 1913:

Wieacnfeld, 5. Novbr. Im Laufe de> Sommers wurde vielfach von grossem Hafer geschrieben, aber vom Ern teertrag wurde leider wenig berichtet. Auch liier in der Eichsfcldcr Schweiz wurde grosser Hafer gezogen; so erntete Herr Franz Fiege von 50 kg Original Siegfrieds allcrfrixhestcn August- Hafer-Aussaat 1617 kg 32 Ctr. 34 Pfd., also den 32fachen Ertrag. Da rede man noch vom armen Eichsfelde.

Versteigerung.

Stiegen Ausgabe der Oefonomte kommen Donnerstag de» I». Hflütj 1014, vormittags JO tthr nachfolgende (üegenftäribe hegen bare Zahlung öffentlich rnciftbteteab zur Versteigerung.

Zioekfpänner volrst. W rgen mit ^rnteleitern, I HalbverdeS, f Walze, l Tezimalwage, mehrere loggen und Pflüge, i Pfuhlfafl. 1 HöOkselmafchine, 1 ?keg»nühle. I Dtekwurzmühle, 1 Obstkelter, Pferde­geschirre und Deeken sowie verschiedene andere land­wirtschaftliche Geräte, ferner einige 100 Zentner Liroh und Heu.

Karl Jung,

. Ostheiln bei Butzbach.

Bakterien tötende Vyiikung. dauerhaftester Belag kauft man atn besten u. billigsten im

Tapeten-u. Linoleiiniliaiis

l 4*n«i Siaä&ter, Friedberg, Ka!serstr.2l.

Zentrifugen für mittlere u. größere Wirt­schaften

der Mark. Maschinenbau, Anstaltttteme" Frankfurt «. O. nnb erstklassig, aus bestem Material u. gröh. iet Sorgfalt heraeftellte (Er, -eugniffe. Haarscharfer (Ent, ratjmung, unbegrenzte Halt, barkeit, spielend-Ielchrem Tang schneller, bequemer wie oründl. Nein guna u. Preiswürdigkeit. Dl«, leiden sind zn beziehen durch:

<rarl Mendt

Inh.: Wilh. Wieder-

i

fiofrufrßfiöiiima.

Dienstag, den 3. März I 3*. uotmiUaflO !) Uhr onfaiigcnt kdmmt im Reichel-iheinier Gemein dewald nachifehenees Holz zuir STettduf:

9 Eicheii-Ztämme 5 Fstm.

1 Kiesem-Stamm 0,27 Mm,

29 Fichien-stämme 0.3.') Fstni.

30 Derbstangen 1 13 m

lanfl,

23 Lörchen-Derbstangen 09 ir (na?

5,03 Am. Fichten Nutzreisig 20 Rm, Eichen-Nuijrelsig zu Baumstützen geeignei 10 Rm. Bnchen-Scheilei

44

1

2

69

30

1

19»

392

Eiche»- Bfrfen- Kiefern-

Buchen --Knüppel Eichen-

Haitibuchen Kniiupel Birken-

Kiefern

Buchen-Reisig Eichen- ,

Birken-

Kiefem-

Buchen-Ciöct«

Eichen

Zusammenkunft am 3»detiküch-

lof.

i. Ul., 27. Fein. 1011 tbiotzh. Biirgermeist. Reichelrheim. 2 ch m i s.

Ksiivkrßkilitrmig

im (Semeindewalo im Spietz. Nächsten Montag, den?. Slärj normiitags 10 Uhr lommen zur Versteigerung:

sJOO Eichen Wellen (meist Lack­holz).

Zusammenkunft am Eingang des Waldes aus der Friedrtchs- dorfcr Chaussee.

Äollhatilkn n d.sj., 26. Febr. 1014. (öwtz h. Bii rgertncljt erei.

Zilßiiut

E.'ns., Fähnr.. P.-m.. Abitur. .. Ph'ssp.fre:.