Einzelbild herunterladen

51t. 48'

feft die Jubiläumsnummer schleunigst »m 50 hinaufgesetzt und feiert nun die Halbtausendjahrfcicr.

* Frankfurt o. M., 25. Febr. Um eine Entlastung der Straßenbahnstationen an der Hauptwache herbeizuführcn, sollen die von Homburg. Oberursel und Eschersheim kcm- niendcn Linien nach dem alten Theaterplatz geleitet werden und auch von hier ausgehen.

* F. CT. Frankfurt n. M., 24. Febr. Der Ehrenvorsitzende des deutschen Fleischerverbandes, der jahrelange erfolgreiche Versitzende des Verbandes, Karl Marx, begeht heute, am 24. Februar in körperlicher und geistiger Frische in seiner Vater­stadt Frankfurt a. M., seinen 70. Geburtstag. Marx wurde am 24. Februar 1814 zu Frankfurt a. M. geboren, trat nach seiner Konfirmation 1858 in das väterliche Geschäft, das er 1870 iibernahm und vor einigen Jahren an seine Söhne übertrug. Seit dem Jahre 1886 gehört Marx dem Vorstand i-es deutschen Fleischer-Verbandes an, war inehrere Jahre zweiter Schriftführer, wurde dann zweiter und schließlich erster Vorsitzender. Dieses Amt legte er infolge hohen Al- ters auf dem Derbandstage in Eassel 1913 in die Hände des Verbandes zurück und wurde zum Ehrenvorsitzenden er­nannt. Zur Hebung und für das Wohl des Fleischcrverban- de? war Marx unablässig erfolgreich tätig, was auch von der Allerhöchsten Stelle durch Verleihung des Kronenordens an ihn anerkannt wurde. Auch Im Interesse der Stadt wirkte er als Stadtverordneter. Alle Fleischer werden sicher an dem Ehrentage des Meisters dankbar seiner ge-

; denken.

* Frankfurt o. SB., 24. Febr. Auf offener Straße und ins mitten des stärksten Verkehrs entriß ein junger Mann in der Stistftraß« einer Dam« die Handtasche und flüchtete. Der freche Bursche konnte nach längerer Verfolgung verhaftet wer. den.

* Frankfurt o. SB., 24. Febr. Der 1889 m München gebo­ren« Reifende Heinrich Friedrich, der in Griesheim ansässig ist, unterschlug bei einer hiesigen Firma 3000 Mark, mit denen er

slüchtig ging. Es handelt sich um Gelder, di« Friedrich einkaf. siert hatte.

* Frankfurt a. M., 24. Febr. Vor der Strafkammer wird ich demnächst ein größerer Wucherprozeß abspielen, der sich gegen den früheren Gerichtsaktuar Tackmann richtet. Der Be. schuldigte war vor Jahren Gerichtsaktuar tn Rüdesheim, wurde aber entlasten, nachdem er mit den Strafgesetzen in Konflikt geraten war Er etabliert« sich dann tn Frankfurt. Sein« Ver­haftung erfolgte auf Grund eitler von ihm versuchten Zeugen» beeinflustung. Nachdern nämlich die llntersuchurgsbehord, ein« Anzahl Zeugen vernommen hatte, bestellt« Tarkmarm di« Zen, gen zu sich und ließ sich von ihnen schriftlich geben, daß nicht» Belastendes gegen ihn vorliege. Don den Aussagen setzt« er daun d!« Staatsanwaltschaft in Kenntnis, di« ihn nun schien- nlgst in Haft nahm. Es scheint min aber doch daß Tackmann« Vorgehen nicht einwandsfrei war, denn es wurde gegen ihn Anklage wegen Wuchers erhoben. Die Strafkammer verur- teilte den Kellner Xaver Haindl wegen Zuhälteret zu Mve, Jah­ren Gefängnis. Als di« Kriminalpolizei ihn im Hause große Fischergaste 19 sesinehmen wollte, warf «r aus dem zweiten Stock einige Deckbetten in den Hof und ließ sich am Kandel herunter. Der Kandel brach und Haindl fiel auf di« Decken. Sr kam mit heiler Haut davon und entkam. Es gelang, sei­nen Aufenthalt spater ausfimdig u machen und ihn zu ver­haften.

* Frankfurt a. M., 25. Febr. Die unter Leitung von Professor WredeMarburg vorgcnonrmene Sammlung eines bcssen-naffauischcn Wörterbuches macht überraschend gute Fortschritte. Bis jetzt sind mehr als 50 000 Wortzeftel aus ollen Londestcilcn cingegangen; die meisten entstammen den Bezirken Weilburg. Ilsisgen, Biedenkopf, Frankfurt, Schlüch­tern, Dillenburg und Diez und sind hier in erster Linie von Lehrern gcsaiiinielt. Auch heimatkundliche Vereinigungen beteiligten sich in anerkennenswerter Weise an dem Werke. Neben den, Wörterbuch wird gegenwärtig ein Dialekt-AtlaS des Wörterbnchgebietes und für heffen-nafsauische Wortgeo­graphie bearbeitet. Für dieses Werk wurden durch Ant- loortkarten aus rund 300 Orten für einige Jdiokisnien die Synonyma eingcfordert. Ferner begann man mit der Auf­stellung eines Stichwörierverzeichnisses für ein späteres Yolkstümliches Idiotikon und das große Wörterbuch. An den Ai beiten und der wissenschaftlichen Sichtung der Eingänge sind neben Nrofessor Wredc noch die Assistenten vr. Corell und Iw. Kroh tätig.

Hessen-Nassau

* Griesheim o. M., 26. Febr. Die Gemeindewahlen ?nidcn am 3 und 4. März statt. Es scheiden je zwei Ge» «neind-räte aus jeder Klasse aus.

' Homburg, 26 Febr. Auf dem Sa-ndplacken. der Zwi- schcnstation zwilchen Homburg und dem großen Felbberg wird ein weiteres Gasthaus errichtet werden, nachdem sich heröusge- .tellt hat, daß die Räume des seit 19 Jahren dort vorhandenen Unteikunftsbauses nicht mehr ausreichen.

r Usingen, 26. Febr. Tie erste diesjährige Versammlung >cs Kreiskriegerverbandes Usingen war so zahlreich besucht, «ß der Saal in derSonne" die Erschienenen kaum fasten üumte Sämtliche 39 Kriegerverein« waren erschienen. Der Vorsitzende. Oberleutnant d. L., Bürgermeister Schürmg.Usin- en. eröffnet« di« Verhandlungen mit einer kurzen Ansprache, las Andenken der im Jahr« 1913 verstorbenen Verbandskame- cden ehrte die Versammlung in üblicher Weise durch Erheben on den Sitzen: insbesondere widmete der Vorsitzende hierbei ' rcn warm empfundenen Nachruf dem dieser Tage oerstorbe- I !N langjährigen Mitglied« des Vorstandes des Kreisverban. d s, Kameraden Friedrich Launharol Anspach, welcher stets ein e rigor Förderer der gemeinnützigen Bestrebungen unseres f uogeivereinswesens und ein durch sein biederes und befchei. k- res Wesen allseitig beliebter Kamerad war. Der Schrist- fl frei Heinrich Hemrich verlas alsdann das Protokoll der 2. vlrfähriarn Kreisverfamniluua von Eichbach welches allseitig«

9itut Tageszeitung. Donnerstag, Mn 2G. Februar 1914

Zustimmung fand. Dem ueugc gründeten Kriegen, cur» Mili­tärverein Reichenbach überreichte der Berbandsvorsitzende die Urkunde über seine Aufnahme in Den preußischen Londeskrie» xerverband. hieß den Verein willkommen mit dem Wunsche, daß er «in treues Mitglied des Kreiskriegerverbandes sein und bleiben möge und ermahnte die Anweftnren, jeder möge in seinem Teile dahin wirken, daß in denjenigen Gemeinden der Kreises, in welchem zur Zeit noch kein« Kriegervereine be­stünden, solche gegründet würden. Um di« Abhaltung des dies­jährigen Verbandsfestes hatten sich di« Berein« Cleeberg und Oberems beworben-, die Abstimmung ergab eine erhebliche Mehrheit für Oberems, woselbst das Vorbandsftft am 29. und 80. Juli gefeiert werden soll. Mit dem Wunsch« auf ein frohes Wiedersehen daselbst, schloß der Vorsitzende di« Versammlung.

* Wiesbaden, 28. Febr. Einem Dutzend junger Burschen in Dotzheim waren Strafbefehl« über j« 8 Mark zugegangen, weil sie in der Nacht zum 24. August in Dotzheim durch Singen, Pseifen usw. ruheftörrnden Lärm verübt haben sollen. Der Wachtmeister Frosch hatte wenigstens gegen sie aus Grund von Vornamen Strafanzeigen erstattet. Die Angeklagten führten an. Gymnasiasten aus Wiesbaden hätten den Krach vollführt und auch ihre Strafen bezahlt. Einer war zur fraglichen Zeit überhaupt nicht in Dotzheim. Di« Schöffen sprachen, indem sie di« Anzeige als grundlos bezeühneten, das Dutzend Burschen kostenlos ftei.

* Wiesbaden, 25. Febr. Di« Verhandlungen der Stadt Wiesbaden mit der Rheinstrombauverwoltung wegen des wirt. schaftlich wichtigen Anschlusses an den Schiersleiner Hafen von der projektierten Bahn WiesbadenSchiersteinNiederwalluf aus sind auf Schwierigkeiten bezüglich des Schiersteiner Ha­fens, wegen der erforderlichen Anlagen und des dazu in Frag« kommenden Geländes sowie in welcher Weis« der Anschluß an den Hasen ersolgen soll, nicht gestoßen. Der Vorsitzende der Rheinstrombauverwaltung, der Oberpräfident der Rheinpvo- vinz, Frhr. v. Rheinbabcn. hat deshalb zugesagt, bei dem Res­sortminister für das Projekt der Stadt Wiesbaden soweit er sich um den Schiersteiner Hafen handelt, «inzulreten. Es neh. inen also die Verhandlungen wegen des wichtigen Hafrnbahn- anschlustes, der natürlich nur im Verein mit der projektierten Bahnlinie Wiesbaden-SchiersleinNiederwalluf zur Perfek­tion gelangen kann, guten Fortgang. Wie wir weiter hören, kommt vor der Hand ein« Fortführung der Bahn bis Eltville nicht in Frage. Der nn 66. Lebensjahr« stehend« Amtsqe- richtsrot Hermann Kaufmann, der feit Einführung der Jugend, geeicht« dem Jugendgerichtshof in Wiesbaden vorfaß und der Bormnndschaftsechieilung de» hiesigen Amtsgerichts Vorstand, verstarb nach kurzem Leiden in Wiesbaden. Der Berblichen« war jüdischer Konfession, aus Gießen gebürtig und früher in Hochingen tätig. Der Landwirt Dilliifch und seine Ehefrau au« Frauenftein, deren Milch Ende Januar bei einer genom­menen Prob« einmal 18 Prozent Wasser zeigt«, wurden zu je 1V Mark Geldstrafe verurteilt.

« Wiesbaden, 28. Febr. Die Maul- und Klauenseuche, di« schreckliche Geisel nicht allein der Landwirte, sondern auch der Viehhändler, ist zu Beginn des Marktes am 25. Februar im hiesigen Schlacht- und Diehhos bei einem Transport Rinder aus Norden ffchland ftstgestellt worden. Jnfolgedesten mußt« der ganze Austrieb: 38 Rinder, 212 Kälber. 84 Schafe und 517 Schwein« abgeschlachtet und kein Stück Vieh aus dem Viehhoft entfernt werden.

* Marburg, 26. Febr. Eine scheußliche Tat begingen in dem Dorfe Breitenbach mehrere Burschen. Sie banden den angetrunkenen Gemeindehirten an einen Baum mit dem Kopf nach unten fest und überließen ihn seinem Schicksal. Erst am anderen Morgen wurde der dem Tode nahe Mann entdeckt und losgeschnitten. Die Rohlinge konnten noch am gleichen Tuge ermittelt werden.

* Herborn, 21. Febr. Die Tausendjahrfeier der Stadt findet am 30. und 31. August d. I. statt: sie soll in erster Linie den Charakter eines großen Hcimats- und Volksfestes tragen.

* Fulda, 21. Febr. In Burghaun hat gestern ein acht­stündiger Brand gewütet, der zwei Gasthöfe, mehrere Bauern­höfe und eine Brennerei einäscherte. Das Vieh konnte ge­rettet werden, da das Feuer bei Tagesanbruch ausbrach. Der große Schaden ist meistens durch Versicherung gedeckt.

Au? Stnrkenbnrg.

* Lsftnbäch a. 31!., 26. Febr. Gestern morgen gegen 3 Uhr versuchte der hier zurzeit auf Urlaub weilende Soldat, Andreas Hillenbrand, vom 5. Bayerischen Infanterieregi­ment in Bamberg, die Fabrikarbeiterin Anna Pachinger ans Offenbach nach voransgegangenem Wortwechsel von der Mainbrücke in den Main zu stoßen. Auf die Hilferufe des Mäichen? eilten zwei Männer herbei, die den Soldaten an de.- Ausführung der Tat binderten. Villenbrand wurde d-r Polizei übergeben, die ihn der Militärbehörde aus- licferte.

* Neu Isenburg, 26. Febr. Bei Schwanhcim wurde gesteru die Leiche des Schuhmachers Dihlcr von hier aus dem Main geborgen. Ditzler halte im Dezember 1913 feine bei­den Zwillingskinder vergiftet und war seit der Tat ver­schwunden.

* Langen, 26. Febr. Zur Ausführung größerer Arbei- ten für di: Frankfurter Firma Holzniann & Co. reisten gestern 17 hier wohnhafte Kanalmaurer auf zwei Jahre nach Rußland. In zwei Wochen folgen weitere 15 Mann nach.

* Tarmstadt, 26. Febr. Der Bericht des ersten Aus­schusses der zweiten Kammer zu dein Hanptvoranschkag 1914 ist soeben. 147 Druckseiten stark, erschienen und an die Ab- xrordneten versehet worden. Er enthält in ausführlicher Weite, die von uns in der Hauptsache schon mitgeteilten Be­schlüsse und Abänderungen. Von Interesse ist hierbei der folgende in der Einleitung enthaltene Satz:Betrachtet man die in den Darstellungen gegebenen Zahlen, so kann mit Be­friedigung auf die erfreuliche Entwickelung unserer Finan­zen seit 1910 zurückgeblickt werden. Dieselben geben aber auch die Gewäbr für die Zukunft, daß trotz der GrsiLbuna

Seite 8.

der Geholter dec Deointen. Volksschullehrer usw. an eine Sftueierhöhung in absehbarer Zeit näher zu treten, absolut nicht nötig ist. Die von der Regierung in ihren Finanz- planen vom Jahre 1915 ab vorgesehene Stcuererhöhung mit 5 Prozent der Einkommensteuer und Erhöhung der Ver­mögenssteuer von 05 Pfennig aus eine Mark von 1000K Vermögen kann unbedenklich in Wegfall kommen.

* Darmstadt, 25. Febr. Di« Lage des Aibciismaikies in Hessen im üsionat Januar 1914 hat sich durch die andauernde Kälte rerschlechtert. Obwohl an einzelnen Plätzen di« Markt­lage sich etwas günstiger gestaltet«, kann von einer eigentlichen Besicrung nicht gesprochen werden. In der Poriefeuillebranch« trat gegen den Vormonat keine Verschlechterung «in. die durch di« allgemein ungünstige Konjunktur aus dem deutschen Markt verursacht wurde. Das Angebot an Arbeitskräslen war beson­ders groß und di« Arbeitszeit mußte vielfach herabgefetzi wer­den. Der Geschäftsgang bei den Holzbildhauern in Mainz wird als gut bezeichnet. In der Baubranche war bi» jetzt im ganzen Eroßheizogtum nur sehr schwaches Leben zu verzeichne» Der Bedürfnisnochweis im Eaftwirtsgewerb«, der seit einer Reihe von Jahren im Allgemeinen mit gutem Ersolg eingefühlt ist und vor allem ein« Beseitigung zahlreich.-, Ani- inieikneipen zur Folg« hatte, soll a-uf Antrag der Gastioirte- deputotion nur aus weitere drei Jahr«, also bi» 1917 verlän. gert weiden, obwohl die Bürgermeisterei dies« Einrichtung zu einer dauernden gemacht haben möchte.

* Darmftadt, 25. Febr. In den Alten der Frankfurter Po­lizei ist der Rentucr Eharlei Weif Sattcrey alsrücksichts­loser" Automobilfahler eingetragen. Er hat deshalb auch schon manche Strafe erlitten, zudem «r drei Autos im Besitz hat uno es ihm auf ein paar Mark Simse anscheinend nicht cnkommt. Im Sommer 1912 hotte der Angeklagte, der am 23. Februar vor der Strafkammer in Darmstadt stand, zwischen Mörfelden und Walldorf das Fuhrwerk eines Landwirtes überholt und beim allzusrühen Verfahren nach rechts das Hwndpserd schwer beschädigt, sodaß es am Oberfchenlel ver­näht werden mußte und noch längere Zeit in ärztlicher Be­handlung war. Das Tier hbt hierdurch einen Minderweit um etwa Ivvü Mark erhalten. Das Schöffengericht hatte S. zu einer Geldstrafe von 58 Mark verurteilt, obwohl er geltent machte, daß der Fuhrmann an dem Unfall di« Schuld trage In der Berufsverhandlung wurde nachgewiefen, daß S. über, mäßig rasch gefahren ist, erst im letzten Augenblick seine Hup- penfignale gab und dadurch ein besieres Ausweichen des Fuhr- UUNIN» unmöglich machte, sodaß ihm allein die Deranlworb- lichteit für den Schaden zuzuschreiben ist. Di« Strafe wurde bestätigt, er hat weiter die Kosten beider Instanzen zu tragen und die Schadenersatzklage wird nicht ausbleiben.

* Gernsheim «. Rh., 25. Febr. Der Conservenfabritant I. Üuy in Gernsheim hat sich gegen die handelsgefetzlichen Be- itinrnrungen vergangen, indem er in feinem 1898 gegründeten Betrieb di« Bücher unrichtig führte und auch falsche Bilanzen aufitellte, indem er seinen Grundbesitz verschiedener Art bedeu­tend höher «instellte, als sie in Wirklichkeit Wert waren. Er geriet ISIS in Konkurs und wird für di« Gläubiger nichts üb. rig bleiben. L. wird zu einer Eeldstroft von 188 Mark evtl. 28 Tagen Eefängmis verurteilt.

* Bürstadt, 25. Febr In der Näh« von Bürstadt im sogen. Bruch ging am Sonntag früh ein oo» Stmßburg kommender Flugapparat nieder, der anscheinend die Richtung verloren hott« und sich nicht zurechtfand Als der Führer sich orientiert und etwas gestärft hatte, nahm er in glattem Ausstieg di« Fahrt nach Frankfurt auf, wo er gut gelandet sein soll.

Aus Rheinhesirn.

* Mainz, 26. Febr. Der Bruder de? Herrn Bischofs Or. Kirstein, Geistlicher Rat Professor Dr. Anton Kirstein, ist gestorben.

* Bingen, 26. Febr. Seit dem 17. Februar wird die hier wohnhafte Ehefrau des Oberlehrers Professor Ludwig Kreisel. Louise Wilhelmine geb. Schmal,l, verinißt, u-,d mit ihr das am 17. März 1906 in Bingen geborene Kind Elise Kreisel. Die Frau ist seit längerer Zeit hochgradig nervös. Es ist deshalb nicht ausgeschloffen, daß ffe in diesem Zustand mit dem Kinde planlos »mher'rrt oder aber Selbstmord verübte und das Kind beseitigt bat. Die Veriiiißte ist 1.75 Meter groß, schlank, hat dunkelbraunes Haar, bleiches läng, liches Gesicht, blaue Augen: sie trug helle Bluse weißen Steh, kragen, dunkelblaues Kostüm schwarzen Samihnt und Hand­tasche. Das Kind ist zirka 1,20 Meter groß, kräftige Gestalt blond, hat blaue Augen, trug yrau:s Kleid, gmues Mäntel chen, schwarze Stiefel.

* Gonsenheim, 26. Febr. In der letzten Zeit sind wie derholt die Gasmäntel der Laternen durchgeschoffen lvorden Die Bürgermeisterei hat daher eine Belohnung für Ergrei fung des Täters in Aussicht gestellt, und die Schutzmann ichaft ist eifrig bemüht, die Täter zu ermitteln. Eine ener­gische Strafe wird nicht ausbleiben.

* Worms, 26. Febr. Gestern früh hat der Bauunter, nehmer Heinrich Lang aus Ludwigshafcn, der von seiner Frau getrennt lebt, seine hier seit t. Februar in Stellung befindliche Braut, eine geschiedene Fra» Wild, vor ihrer Wohnung erschossen. Sie hatten vorgestern noch zusanimen den hiesigen Karneval besucht, so daß die Tat um so rätsel­hafter erscheint. Die Frau stand im Alter von 43 Jahren Lang hat sich selbst der Polizei gestellt.

* Worms, 24. Febr. In Hofheim erstach Ler 13jährige Schüler Herma, m Metzger den gleichalterigcn Adam Heckmann, indem er ihm fein Taschenmesser in di« Brust stieß.

Franklnrrrr Wetterbericht.

Voraussage: Etwa? kälter, wolkig, meist trocken, nord­östliche Winde.

Verantwortlich für den politische» Teil: Otto Hirsck, cl Fricbberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Kol- Schmidt, Fricdberg. Druck und Verlag derNeuen Tages­zeitung". A.-G., Friedbera i.