Einzelbild herunterladen

Beilage zurNeuen Tageszeitung,"

----- 'imipi i i n iHMM M j BBp MIE>- " MWpWM!WMB npMM MMBHMBCTimryr iiiiii ii i m mmammn^a\:ja^rWuf.t .. .»

!>* 45 I Montag» den 23 . Fedrnar 1914. 7 , Znhrnang

Grdenkinge.

23. JfcStunr. 1685 G. F. Händel, Komp-, gcb. 1818 ©u[t.

Jahn geb. 1855 K. F. Gauß t. 1879 Kriegsminister

Graf v. Noon 's. 1888 Füist Adolf zu Schaumburg.

Lippe geb. 1905 Beginn der Schlacht nei Mnkden.

Vic Gütttbkümtkn-Bkreint, ihre Pchrkblinm und 'ihre tcRuni» zil iifii lurrn Ciitsbksitzcr«». PSchtkin.

Die Giiterbeamten-Dereine oder -Verbände mit ihren Zweigveremen bezwecken die Förderung der genieinsamen Interessen ihrer Mitglieder im Allgemeinen und zwar die Hebung deS Standes in sozialer und rechtlicher Beziehung, kostenlose Rechts-Vertretung, unentgeltliche Stcllenvermitb- lung, Unterstützung der Mitglieder im Felle N'werschnldetcr Ro:, Abschluß mit Versichernngsgesellschaiten. gegenseitiger Austausch praktischer Erfahrungen bei den gemeint unen Vcr- sanimlnngen und theorctisch>e Weiterbildung durch belehrende Verträge anläßlich dieser Versammlungen, sowie auch durch Fachartikel in ihrer Verbandszeitung. Wovon zur Zeit die . Deutsche GUterbeamten-Zeitung" in Berlin als Organ des Hanplvcrbandcs mit 21 angeschlosscnen Vereinen und zirka 19 000 Mitgliedern und dieWestdeutsche Güteröeamte,,. Zeitung" in Eöln a. Rh. unter Berücksichtigung der west- deutschen Verhältnisse kleinere und mittlere Güter als Organ des Westdeutschen Gütcrbeamten-Verbandes erscheint. Letztere erstreckt sich über die Rheinprovinz. Westphalen, Hessen und zum Teil über die Reichslande. Ter Westdeutsche Güterbamten Verband hat außerdem noch in Anbetracht der westdeutschen Berbältnisse einen Gntspachtnnchwcis für seine Mitglieder kostenlos eingerichtet, welchen auch Guts­besitzer und Pächter benützen können und auch von ihnen schon bänfig in Anspruch genommen wurde und durch wel­chen bedeutende Summen, welche sonst in die Taschen von Gütermaklern nsw. fließen, den Mitgliedern bezw. der Land­wirtschaft erhalten bleiben. Ferner streben die Verbände die Einführung von Lehrlingsprüfungen durch die Landwirt­schaftskammern. sowie den staatlichen Befähigungsnachweis an; um ihren Stand von Elementen frei zu halten, die nicht binein gehören und die nicht nur den Güterbeamten, sondern auch der deutschen Landwirtschaft größten Schaden zufügen. Das, diese Bestrebungen böchst berechtigt sind, haben auch in ganz Deutschland sck»on die maßgebenden und einsichtigen vndwirtschaftlichen Körperschaften anerkannt und ist Wohl ,ni besten dargetan, daß die Verbände für Schlesien, Posen, Brandenburg, Sachsen, Westphalen und die Rheinprovinz »en Landwirtschaftskammern dieser Provinzen angeschlossen mieden, welche auch Lehrstellen Nachweisen und zum Teil chon Lehrlingsprüfungen abhalten. Ferner sei noch ange­führt, daß z. B. an der Spitze des Giiterbeamten-Verbandes >on Ostpreußen als 1. Vorsitzender Herr Rittergutsbesitzer ilnntze, von Schlesien Rittergutsbesitzer von Klitzing n a. nt. stehen. Dadurch sei auch noch besonders darauf hingewiesen, daß die Güterbeomten mit ihren Herrn Chefs gemeinsam zum beiderseitigen Wähle und zum Woble der deutsche» Land­wirtschaft zusammenwirkcn wollen. Und sei die Bitte an hiesige bezw. die Westdeutschen Landwirte. Gutsbesitzer und Pächter gerichtet, di« Bestrebungen der Güterbeimtauxt- sine zu unterstützen, als Mitglieder beizirtrcten, die Per-

In den nächsten Tagen wird sich Wilhelm von Albanien in sein Fürstentum begben. Eine Deputation ist unter Füh­rung von Essad Pascha in Neuwied eingetroffen, tmt der Form wegen die Krone von Albanien anzutragen.

sammlungen zu besuchen und ihre Beamten zum Besuche ter Versammlungen anzuhalten, sowie durch Abonnements der Westdeutschen Gllterbeamten-Zeitung" sich zu orientieren. Nähere Aufschlüsse erteilt bereitwilligst der Westdeutsche Gllterbeantten-Verband in Cöln a. Rh., Altcnbergerstraße 12, Verwaltungsgebäude des Rheinischen Bauernvereins.

Gras pflpski nnfrr der Anklage des -oppelten Totschlags.

S. u. H. «esereitz, 20 F«br.

Den Vortztz im Gerichtshof« führt Lanbgerichtsdftektor Co», tenius, di« Anklag!« vertritt erster Staatsanwalt Boelefahr. Di« Verteidigung de« Angeklagten haben Instizrat Jarrrki (Po­sen) und Rechtsanwalt Drwenski lPosen) übernommen.

Graf Mielzynski, der durch die Untersuchungshaft stark mi-tge. nommen ist, wurde bereits gestern au» dem Untersuchuttgsg«. sängni» in Grätz nach hier überführt. Es war ihm gestattet worden, hierzu sein eigenes Automobil zu benutz«», dessen Fen­ster verhängt waren. Wie noch erinnerlich, war die Untersuch ungshast des Angeklagten aufrechterhalten worden, trotzdem er «ine Kaution von einer Million Mark angeboten hatte.

Der Angeklagte ist ein mittelgroßer schlanker Herr mit ei­nem leicht ergrauten Haar. Sein Gesicht weist unverkennbar slawischen Typus auf. Er ist sehr elegant gekleidet und trägt ein ruhiges Benehmen zue Schau, nur das Flackern seiner Augen zeigt di« inner« Unruh«.

Der klein« Zuhörermum. ja fct» der Eintritt tan gegen

Karten gestattet ist, ist im Nu Lbersülit. Unter den Zuhörern bejinden sich überwiegend kleine Leute; di« SlanLcsgenossen o«: Grasen scheinen sich ostentativ von der Verhandlung fernzuhul teil, soweit st« nicht als Zeugen geladen sind.

Nachdem der Angeklagic mit sefter Stimme Angaben übe, seine Personalien gemacht, wild der Eröffnungsbeschluß ver. lesen, der tzem nAgcklagten Totschlag in zwei Fällen zur Last legt, mit der Milderung, daß er vor der Tötung durch schwere Beleidigungen zum Zorne gercizt wurde und aus der SleNe zui Tat schritt. Der Staatsanwalt stellt hieraus den Antrag, wüh rend der ganzen Dauer der Verhandlung di« Oess-ntlichl.äi auszuschlicßcn. da auch sexuelle Momente erörtert werden muß ten. Der Rechtsbcistaud des Angeklagten erttärt, daß («in Mandant trotz mancher Bedeuten diesem Antrag« zustimm«, oa cs ihm darauf ankomme, das Andenken der Frau rein van je­dem Schmutz zu erhalten, die nun einmal die Mutter sein., Kinder sei. Nach längerer Beratung beschließt der Gericht. hos, den Ausschluß der Oesfenllichkeit für die Dauer des Pia zesses, auch für di- Presse. Wie verlautet, soll sich der Ange klagt« bei seiner Vernehmung dahin geäußert haben, daß sein« Frau schon seit längerer Zeit Liebschasten unterhielt, darnntn auch mit einem Probst Wackowiak, Eine Zeit lang war die Gräfin wegn ihres Aufenthaltes in Posen gescllschastlich un möglich Als die Gräfin bei ihrer Mutter in Benilowo weilte, begann die Liebßhast mit ihrem Ressen. Sie empfing dieser m Schlafzimmer, sodaß selbst die Dienerschaft stutzig wurde. Die Vorgänge bei der Tat schildert« der Angetlagtc im wesentliche- wie sie schon bekannt sind. Auf die Nus« der Eesellschafteiin Herr Eras, was haben Sie getan, erwiderte dieser: Warum hat man mir nichts von dieser Schweinerei gesagt, geht zum Pric, ster- Der Angeklagte behauptet, der Umstand, daß er in den. Schlafzimmer seiner Frau ein« Männerstimme hörte, habe ihn fast wahnsinnig gemacht, sodaß es ihm ganz schwarz vor der Augen wurde. Er habe keine klar, Vorstellungen mehr gehabt sondern nur das Gefühl: drauf auf ten fremden Kerl, Als f wieder zu sich kam, habe er die Leiche auf den Divan gelegt und zu sich gesagt: der lieb« Gott hat sie durch meine Hand bestrast. Der Angeklagte verwahrt sich energisch dagegen, daß er etwa in­folge eines Testamentes an dem Tod« feiner Frau interessier sei. Dem Vernehmen nach hat die Beweisaufnahme ganz un. glaubliche Einzelheiten über das unwürdig« Betragen der Grä­fin ergeben. Namentlich ging das aus sehr kompromittierender Briefen hervor, di« zwischen ihr und ihrem Neffen gewechselt wurden, Di« Zusammenkünfte des ungleichen Liebespaares fanden an den verschiedensten Orten statt, z. B. in dem bekann ten Restaurant Hungaria in Posen. Eine Zeugin aus Breslau ist geladen, welche bekunvet, daß das Paar wiederholt auch bei ihr Quartier suchte. Die Anklage steht allen Angaben des An. geklagten wohlwollend gegenüber, nur wird ihm nicht geglaubt, daß er in Bewußtlosigkeit gehandelt habe. Der Anklagevertre­ter steht auf dem Standpunkt, daß der Angeklagte ein erfahre, »er Jäger und sehr guter Schütze ist und sich daher sagen mußle daß zwei Schüsse, aus f« «mnittelbo er Nähe abgegeben, unbe­dingt tätlich wirke» mußten.

Gegen Mittag erfuhr dt« Verhandlung ein« kurze Unter, brcchung, da der Angeklagte beim Anblick der vor dem Gerichts- tifch ausgedreiteten, blutbefleckten mattblauen Nachtrabe feiner Frau, des Anzuges der Grafen un» seiner Gewehre i n Ohn macht fiel. Es wurden ihm Stärkungsmittel gereicht, wonach er.wieder zu sich kam. Es ist «in ganzes Heer van Journalisten anwesend, darunter auch zrchtreich« Vertreter polnisch. . L-lätter De^^usfchlußde^Press^o^^araufzurückzusuh^nch t-U:

Zirm Pfiiryeise».

Roman von M. Prigae-Brook

30 .!

..Wird Papa sterben müssen?" fragte sie Heinz.

Er hatte nicht den Mut. sie zu täuschen, die Wahrbeit zu sagen, war er aber auch nicht imstande. So nahm er sie in fetnen Arni und barg ihr Köpfchen an seiner Schulter.

Du bist jetzt mein, Geliebte, vergiß das nicht. Dein lieber Papa hot's gewollt, Ilnsere Liebe war sein letztes Glück, das muß Dich trösten."

Vonr Nebenzimmer her drang leises Stöhiten, Der ßvarse Geruch des Kampfers, den der Arzt anwandte, drang durch die Tür,

Mary riß sich los.

Der Papa!" Sie stürzte vor das Bett in die Kni«. Carcnno öffnete noch einmal die Augen, sein Blick suchte Heinz, der in der Türe stand. Unmerklich winkte er ihn näher, zeigte ans sein in Tränen zerfließendes Kind und murmelte, nur Heinz hörbar:Dein!"

Der junge Mann hob seine Hand wie zum Schwur, denn beugte er sich nieder und umfaßte die Geliebte.Sieh ihn noch einmal an", flüsterte er ihr zu.

Mary sab ans.

Der Sterbende zwang sein Gesicht zum Lächeln, ntühsam lob er die Hand und legte sie an> die vereinten Kinder, die >->, ihm knieten.

Ein letztes, mnrniclndes Wort, von niemand verstanden, ei» letzter, lieber Blick, dann schlossen des Malei-s Angen sich für immer. Er hatte anSgeliilen.

Mary begriff den Tod des geliebten Vaters erst, als seine Hand kalt und starr zu werden begann. Sie tat einen Schlei der die llinstehenden entsetzte, sank dont, wie leblos in des Liebsten Arm, der sie ttnifaßt hielt. Es währte lange, bis sie wieder zu sich kam. Die Nacht sank schon hernieder, Heinz saß an ihrem Bett und strich ihr tröstend das Haar ans der -Tckir»»

Papal" schrie sie jammervoll.Er ist. . .."

Tot", vollendete Heinz ergriffen.Gönne ihm de» Frieden, Kind. Der Doktor sagt, daß ihm im Leben nur Schmerze» und Pein beschirden gewesen, davor ist er jetzt gliicklich bewabrt. Er bat die Beruhigung mft sich genom­men, daß sein Kind nicht verlasse» ist. Du hast mich, Lieb­ling, ich bin Dein und lasse Dich nicht allein."

Ein wenig getröstet, schmiegte sie sich an ihn.Wirst Du immer bei mir bleiben?"

Natürlich, Liebling, Oder Du bek mft DaS kommt auf dasselbe heraus. Versuche jetzt zu Wasen, indessen ich an die Arbeit gehe."

Er wollte sie verlassen, Mary kkvmmKst« fich ketdenstbaft- lich an ihn.

Laß mich bei Dir blechen, ich siirchk« mich", staininelte sie und sah aus wie ei» hilfloses, verirrtes Kinh.

Gerührt zog er ste an sich,Ich werde Dir die Schwester schicken, sie kann bei Dir bleiben", bis der Schlaf sich Dein:r

Ich kann nicht schlafen, laß' mich zu Papa gehen,"

Versnch's, Liebchen, Wenn's gar nicht gehen will, ziehst Du Dich an und kommst zu nrir. Ich bin im Arbeits­zimmer Deines Vaters. Versuchs mir zuliebe."

Damit hatte Heinz die Zauberformel gefunden, der Mary sich willenlos unterwarf. Gehorsam legte sie ihr Köpfchen in die Kissen zurück, ließ sich die Gegenwart der Schwester gefallen und Heinz seine Wege gehen.

In der Tür wandte er sich noch einmal um. Nr süßes Kindergesicht lächelte ihm unter Tränen zu. sie sah so hilf­los und jung aus, daß er sich heilig gelobte, ihr eine treue Stütze zu sein. Weib, Kind und Geliebte würde das bolde Geschöpf ihm werden, er wollte ihr Führer sei».

Da der Arzt versprochen hatte, die erforderlichen Schritte zur Abhaltung der Leichenfeier, der unmittelbar die Beerdigung folgen sollte, an Heinz' Stelle zu tun, da der Doktor stattfremd, fand er Zeit, seine eigenen Angelegen-

Alles war überraschend schnell gekonrmen. Am Morgen bciten zu bedenken.

hatte Heinz noch keine Ahnung gehabt, daß der Abe- o als Bräuftgam, Mary als Waise finden wücoe. An je . jubelndes Glücksgcffihl misckite sich bittere Wehmut um de Verstorbenen. Daß er sich des Glückes seiner Kinder »ich wenigstens kurze Zeit hatte freuen können, blieb ein Schat­ten auf dem bellen Bilde. Hoffentlich verwand Mary ihren Verlust; er wollte ihr den Schmerz um den Verlorenen nach Kräften tragen helfen.

Freilich, in Wien konnte er nicht bleiben, seine Arbeit drängte. Von ihrem Gelingen hing znm größten Teil o. Ausgang seines Examens ab. Der junge Doktor hätte seit Examen gern vor der Heirat absolviert, unter den obwalten­den Umständen würde sich das nicht niachen lassen. Es war für Mary besser, wenn er die Hochzeit beschleunigte. Si." hatte, wie Carenno sagte, nrenianden auf der Welt, ansge- nommen die Mutter.

Vor der graute ihm. Er nahm sich vor, eine Annäbernng der ehebrecherischen Frau an seine Braut weder jetzt noch päter zu dulden. Mt Mary sprach er lieber nicht über sic Er wollte Roseinarie bitten, sie von Wien abznbolen und i> sein Haus zu führen, so bald als möglich. Wenn die gesetz­lichen Formalitäten erfüllt sind, führte er sie dann als Herrin ins Pflugeisen ei», unbeschadet der Trnncr. Mary würde seine Beweggründe versieben und sich ihnen fügen. Ec brannte vor Begier, das junge Kin d schützend an feitt«in Herzen zu bergen.

Aber Rosemarie? Bei dem Gedanken an die Schwester wurde ihm plötzlich siedend heiß. Rosemarie wußte ja nicht ton Mary, ahnte nicht, daß er sie liebte, würde außer sich sein. Heinz bereute jetzt, daß er ihr nicht öfter von dem lie­ben Mädchen gesprochen, damit sie vorbereitet war. Aber hatte er selber denn gewußt, daß cs so kommen würde? Wat er nicht in der festen Absicht hergercist, seine Liebe zu be­zwingen und zu warten, bis aus dem Kinde ein Weib ge­worden? Als er sie wiedersah, hatte cr's freilich gleich ftc- wußt. Mary war kein Kind, sondern ein vollbewußtcs. reise Mädchen, dem nur die Jahre fehlten. Das südliche Blut des