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Regierung zeigt vielfach ei» Schwanken. Di« Parlament« hat.

ten den Deutschen den Rücken stärken sollen. Wo bleibt eigent­lich di« Kllstenbahn? Wo das Paizellicrrnvgsgcietz? Die Re. jierung müßte seiner den Zuzug von Reichsdär-eir verbieten. Jur «ine feste energische Politik kann helfen.

Abg. Nissen (Däne): Das Verbot gegen Amundsen mute einetz ander« Kulturnation schwer verletzen. Das Vereins- xesetz wird gegen uns aufs schärfst« angcweirdet. dabei gibt es in ganz Deutschland keine ruhiger« Bevölkerung als bei uns. Wir lassen uns unser« Sprache und unsere Kultur nicht nehmen.

Abg. Schifferer (MI.): Der Ausgleich zwischen deutscher und dänischer Bevölkerung scheint in immer weitere Fern« g«. rückt. Ein Hauplteil der Schuld daran mutz der Regierung za- gcschoben weiden. (Hört, hört! b. d. Dänen und Sehr richtig! b. d. Natl.) Wir wünschen eine gerechte, aber entschieden« Po­litik, frei von Chikanen, j«doch konsequent. Ein größeres Ent­gegenkommen, als die Zustimmung zum Optantenvertrag konnte die Regierung nicht zeigen. Gegen die grundlosen Unterstellun. gcn des Abg. Kloppenborg beim Iustrzctat gegenüber unseren Richtern in Rordschlcswig erheb« ich entschieden Widerspruch. Sie verwalten ihr verantwortungsschweres Amt in derselben unparleiischc» Weise, die den preuitzschen Richterstand über Haupt anszeichnet. (Sehr richtig! b. d. Natl. und rechts). Die Staatenlosen bilden jetzt einen Pfahl in uneserem nationalen Fleisch Die Zentralanstanz mutz mehr Rücksicht auf die lokalen Instanzen nehmen, die die Verhältnisse viel bester kennen. Auch für bessere Verkehrsweg« mutz die Regierung sorgen mit einer großzügigen Verkehrspolitik. Möge sie nicht nur reden, son. dein auch handeln. (Lebhafter Beifall).

Minister des Innern v. Dallwitz: Die Behauptung des Al>g. Schifferer, das einzig« Beständig« in der Politik der Re­gierung sei der Wechsel, trifft wenigstens auf meine Mitwir. kungszeit nicht zu. Ach Hab- keinen Augenblick daran gedacht, die bestehenden Abwehrmaßregeln gegen die dänischen Agitatio­nen und Agressionen irgendwie abzuschwächen, im Gegenteil, sic sind schärfer gehandhabt worden. Ebensowenig denken wir daran, durch Einbürgerung von Staatenlosen in weiterem Um. fange die Interessen des Deutschtums zu schädigen. Sie dienen auch nicht der deustchen Sache, vielmehr sollte das Geleistet« osscn anerkannt werden. Dadurch wird die Siegeszuversicht im Deutschen Reich besser gestärkt werden, als durch allzuviel Kri­tik, und der Kampfessreudigkeit und Siegeszuversicht bedarf es, um dauernde Erfolge zu sichern. (Beifall b. den Natl. und rcchis).

Abg. Graf Baudiffin (konf.): Ich kann mich dem, was die Abgg. Johannsen und Schifferer gesagt haben, nur an-

fchlietzen.

Dis Haus vertagt sich.

Auf «ine Anfrage erklärt Graf Schwetin-Löwitz: datz nach Schluß der Eeneraldiskufsion, aff» voraussichtlich am Dienstag, di« Interpellationen und sonstige zu Gunsten der durch das Hochwasser Gefchädigten, auf di« Tagesordnung kuni. u.en würden.

Wsitsrbcratung: Montag 11 Uhr.

Cagesnversicht.

Dentlches Reick.

:: Die Kölner Bischofs.Konferenz. Ucber den Verlauf

sei Bischofs.Konferenz, di« in Köln unter dem Vorsitz des Erz- bischoss von Köln, Dr. Hartmann, fiattgefunden hat, und an der die Bischöse des niederiheinischen Kirchensprengels Dr. Bertram von Hildssheim, Dr. Schulte von Paderborn, Poggen- nirg von Münster, Dr. Botz von Osnabrück und Korum uon Trier teilnahmen, wird derRhein. Wests. Ztg." mitgeteilt: Die Bischofs.Konferenz war zufammengetreten, um eine Bera- inng über die gegenwärtigen Togesfragen herbeizuführen. Sie hat beschlossen, beruhigend« Erklärungen in den nächsten Ta- grn öffentlich bekannt zu geben.

:: Albanische Deputationen in Berlin. Aus Albanien tref. fcn zwei Dcpulaiionen in Berlin ein. Die eine, mit Essad Pascha an der Spitze, besteht aus 14 Notabeln und vertritt Nord- und Mittelalbanien. Di- ander« Deputation ist aus sie. bcn Vornehmen gebildet und kommt aus Slldalbanien. Hierbei ist bemerkenswert, datz einige von den Leuten aus Korizza und Argürokaftro gewählt sind, Gebieten, in denen zurzeit noch di« Griechen als Herren weilen. In Triest sammelt sich eine dritte Deputation, die aber nicht nach Deutschland kommt. Sie be­steht aus den Vertrauensmännern der in Rumänien und in Sndalbanien lebenden Albanier.

:: Einweihung des Schlüchtern-Tunnels. Am heutigen Montag treffen ans Anlatz des Durchstichs des Distelrasen-Tmi- nels 01 höhere Eisenbahnbeamie in Schlüchtern ein, um den Tunnel zu besichtigen. Mittags kurz nach 12 Uhr bringt -in Sonderzng di« Gäste von Schlüchtern nach dem Tunnel. Die Feier war aus Samstag angesetzt, wurde aber wegen des Todes des Eisenbahnpräsidenlen Thom« auf heut« verlegt.

Franlreich.

:: Die Sturmflut a» der iranzöfischen Nordsecküst«. Die durch di« starten Stürme der letzten Tage hervorgerusene Sturmflut hat noch immer nichts an Heftigkeit erngebüht. Am Samstag wurde ein Knabe, der sich mit mehreren Kameraden aus dem Weg zur Schule befand, von einer Welle «rfatzt und ins Meer getrieben. All« Versuche, ihn zu retten, blieben er- folglos. Die Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werben.

:: Der DampferNiagare" in Seenot. Wie aus Havre g«. »erdet wird, hat der transatlantisch« DampferNiagara", der «m Samstag, den 7. Februar von L« Havre nach Newyork ab­gefahren ist. aus drahtlosem Wege das Büro der Compagnie Generale Transatlanftqu« in L« Havre davon benachrichtigt, datz er sich in Seenot befindet, da er infolge de» heftigen Wo. genganges sein« Steuerbordschraube und ein« seiner Backbor»- schrauben verloren habe. Der im Hafen von Le Havre liegende DampferBordeaux" hat sofort Befehl erhalten, demRia. gara' zu Hilfe zu eilen und seine Rückkehr in den Hafen von Le Havre zu bewerkstelligen. Die Stelle liegt ungefähr 250 Äm. westlich von der französischen Küste entfernt. Man nimmt jUii der Compagnie General« an Irak her Kavilän des Danrp-

tzjene Tageszerlung. Montag, «en 18. Februar 1811.

fersNiagara" schon vor einiger Zeit sein« Notsignal« gab und

es versuchte, die französische Küste zu erreichen, da er sonst b«. deutend mehr an Newyork herangekommen sein mutzte, zumal er bereits am 7. Februar von der französischen Küste abgefah­ren war. An Bord des Packetdaurpfers befinden sich 147 Pas. sagiere, davon 46 Mann erster Klasse. Man glaubt, datz der Niagara", wenn keine weiteren ilnfällc «intreten, bis Diens­tag abend Le Havre erreicht haben wird.

Nutzland.

:: Derneue Kurs". In einer Versammlung von Reichs, raten, Abgeordneten und Professoren, wurde nach einem Vor­trag des Generals Druchinin über Rußlands Kriegsbereitschaft eine bemerkenswerte Resolution zu den bevorstehenden Handels, vertragsoerHandlungen mit Deutschland angenommen, die dem neuen Premier überreicht weiden wird. In der Resolution heiht es: Die demonstrative Nachgiebigkeit und an Unfähigkeit grenzende Schwäche der russischen Diplomatie in einer ganzen Reih« von Fragen über Albanien, Silistria, Skutari, Turtukai, Baltschik, Adrianopel, wie der Mission Lima» von Sanders, läßt sich weder durch di« innere Lage Rußlands, noch durch die unvollständige Kriegsbereiischast der russischen Armee rechtfer­tigen. Eine Fortsetzung der Politik muß unfehlbar zum Verfall jeden Prestiges Rußlands in Europa uird Asien führen und das Ansehen der Tripleentcnte schädigen. Diese Politik untergräbt Rußlands Handel und wird zum Abschluß eines ungünsftgen russischen Handelsvertrages führen. Es ist deshalb sofort eine Aenderung des Kurses und ein Ausgleich mit den vernünftigen Forderungen der öffentlichen Meinung vorzunehmen, damit rnan Rußland außerhalb seiner Grenzen wieder achten lernt.

Vom Balian.

:: Die Lage. Der frühere Kommandant türkischer Truppen und jetzig« akonesische Bandenchef Keffim Bei unternahm einen Angriff aus das von griechischen Truppen besetzte Dorf Odritza. Er ließ den griechischen Kommandanten auffordern, den Ort zn räumen, andernfalls er zum Sturm übergehen werde. Da der griechisch« Komnraudont der Aufforderung nicht Folge leistet«, plünderten die Angreifer die umliegende» zumeist von Griechen bewohnten Dörfer und steckten sie sodann in Brand.

:: Griechenseinülich Demonstraiionen in Albanien. In Rom sind Meldungen über groß« griechenfeindlrche Demonskationen in Durazzo eingctrosfen. Im Anschluß an Streitigkeiten, die ein Türke in einem Casehause mit einem Griechen hatte, kam es in spontaner Weise zu großen Demonstrationen des Volles gegen Griechenland. Große Menschenmenge» durchzogen die Straßen Durazzos und machten schließlich vor dem österreichi. sthen und dem italienischen Konsulat Halt, wo sie in Hochrufe auf beide Länder ausbrachen. Eine ganze Anzahl Redner er- grfff später vor dem zukünftigen Fürftenschlotz dos Wort und feierte in den gehaltenen Reden das freie Albanien, woraus di« Meng« in Hochruf« auf den neuen Fürsten ausbrach.

:: Die Reise de» griechischen Königspavres nach Bukarest. Di« rumänische Grenzpolizei wurde dieser Tage davon verstän­digt. datz das griechische Kömgspaar i» Begleitung des Thron­folgers in den ersten Tagen nach Bukarest abreisen werden. Be­kanntlich soll bei dieser Gelegenheit di« Verlobung des griechi. scheu Kronprinzen mit der ältesten Tochter des rumänischen Thronfolgers, der Prinzessin Elisabeth erfolgen.

Mexiko.

:: Zuspitzung der Lage. Die ausländischen Gesandtschaften in der Stadt Mexiko tressen neuerdings Vorbereitungen sür den Fall einer Verschlimmerung der Lage. Bezeichnend für di« 2i. tnation ist auch, daß der arncrikanische Geschäftsträger Shaug- ncfsy, dessen Vater in Newyork im Sterben liegt, auch für kurz« Zeit seinen Posten nicht verlassen Hai. Die erst« Truppenbe. wegung in der von Huerta angeordneten energischen Cham­pagne im Norden Mexikos fand vorgestern statt, indem 1000 Mann unter General Euardiola ans Nusvo Laredo ausrückten.

Sieg des Zenlrims in Offendurg-Kthl.

Bei der ReichStagsstichwahl int Wahlkreise Offenbnrg-- Kehl erhielten bei 28 378 Wahlberechtigten Professor Josef W i r t h - Frcibnrg (Zentr.) 13 137 nnd Stabtrat Kaufmann Leopold Kölsch- Karlsruhe (natl.) 13 050 Stimmen. Wirth ist somit gewühlt.

Sonnt hat also das Zentrum, wenn airch mit knapper Mehrheit, den Sieg davongetragen und der seitherige lib. Abg. Kölsch ist unterlegen. Das ist hocherfrenlich, denn Kölsch ist als typischer Vertreter des Notblocks anzusehen, der sich längst, den Sozialdemokraten zn liebe, aste nationale Regungen abgewöbut hat. Seine Niederlage ist airch mit deswillen zu begrüßen, weil sie eine Niederlage des Hansa- Hundes bedeutet. Ungeheure Geldmittel haben die Nießer nnd Konsorten in den WMkreis geworfen, der reinste amerikanische Wahlkampf tobte in dem Wahlkreis. Es war vergebens, wenn auch die roten Genossen Mann für Mann für ihren Kölsch zur Wahlurne zogen, er wurde nicht ge- wählt. Dem Zentrum gebührt das Verdienst, diese Erschei­nung aus dem Reichstag entfernt zu haben. Seine ganze parlamentarische Vorgeschichte wies so deutliche, rote Spuren auf, datz er kaum noch zn den Nationalliberalcn z» rechnen war. Und man kann deshalb die no.tionaülberale Reichs- tagsfraktion zn diesemVerluste" eigentlich nur beglück­wünschen.

Uach ruf.

Am 4. Februar verschied nnerwaetet nach längerem Leiden im Alker von 64 Jahren der Oldenburgische

Lairdtagscibgcordiietc Gutsbesitzer Müller Nutzhorn, Oberleutnant d. L. a. D., Inhaber deS Eisernen Kreuzes, Landesvorsitzender des Bundes der Landwirte für das Grotz- herzogtnm Oldenburg.

Zu den Mitbegründern des Bundes gehörend nnd als­bald durch daS Vertrauen seiner Bernssgenossen in den A»s- schutz desselben berirfen, hat der Verstorbene unseren Be- ftlebnngen mit vorbildlicher Hingabe gedient. Alle, die ibm

__SeiteL.

nähertrctcn durften, sckzätzten ihn nicht nur wegen seine» offenen lauteren Charakters, seiner patriotischen Begciste- rnng. sondern auch wegen der unerschrockenen Treue, niit der er in Wort und Sckirift unsere gemeinsamen Anschauungen vertrat. Ein schweres Herzleiden, das ihn mehrfach da- inederivarf, f»- >' nur noch deutlicher hervcrtreten, wie dieser portresffichc Man» unter Anrapfernng der eigenen Persön­lichkeit seiner nnd unserer Sache ergeben war nnd ihr bis .imi! letzten Augenblick zu nützen trachtete: Hatte er doch noch in den jüngsten Tagen seiner Tätig'eit im Oldenburger Landtage abgelegen und sein Erscheinen bei größeren Bnn- desversanimliingen in Anrich und Oldenburg zngefggt. an dcien Teilnahme ihn in letzter Stunde noch die Verscl'lin,. mernng seines Befindens hinderte.

Im Oldenbnrgischcn Landtage war er seit langem du anerkannte, zielbewntzte, erfolgreiche Führer der Agrarier, In den Reichstag wurde er als Vertreter des Wahlkreises Wnldeck für die Legislaturperiode 1898 bis 1903 gewählt und schloß sich dort der Fraktion der deutsch-sozialen Reformpnr- tei an.

Wir trauern um den Verlust dieses vielbewährten Bnn- desvorkämpfers und werden sein Andenken immerdar tu hohen Ehren halten.

B c r l i n. den 6. Februar 1914.

Der engere Vorstand des Bundes der Landwirte.

Die Vorsitzende»:

Freiherr von Wangenheim. I)r. Roesicke.

Der Direktor:

Dr. D i c d e r i ch H a h n.

Zur (0 vk.lt rnnUenüasscnw

Laiidwirte-Vcrsnrnmlung in Frirdbcrg.

Die auf Sanistag Nachmittag in das Steinhänßer'sche Lokal einberufene Dersammlnng von Landwirten war so stark besucht, datz sich die Räume als unzulänglich erwiesen und die Teilnebmer bis in den Gang stehen mutzten. Zn dcni so starken Besuch niag der Umstand viel beigetrage» habe», daß wenige Tage zuvor die Anforderungszettel für die Ortskrankenkasse autgegeben wurden, die nahezu eine Verdoppelung der Beiträge gebracht haben. Die Lerfammlnng wurde von Herrn Landwirtschastskammermit- glied W e i t h - Niederwöststadt geleitet, der zunächst dem Einbernfer der Versammlung, Herrn Ad. H e n s e l - Tortel- weil den Dank ausfprach für die viele Arbeit, die er gerade in dieser Frage geleistet habe. Herr Hensel nahm dar.: ft selbst das Wort. Er gab einen Ueberblick über den Werde- gong der Verbältnisse. Mit Ausnahme von drei Kreisen, seien überall in den hessischen Kreisen Landkran len- k a s s e n eingeführt worden, in Oberhessen bilde leider der Kreis Friedberg die einzige Ausnahme. Hier fei be­schlossen worden von den seitherigen Kaffen nur die zu Bad- Nanheim und Friedberg bestehen zu lassen. Die Ortskranken» kasscn zu Vilbel. Niedcr-Wöllstadt, Assenheim. Reichelsheim und Butzbach die seither bestanden batten, sollten eingehen nnd der Ortskrankenkasse zu Fricdberg, die ansgebout werden solle, einverleibt werden. Die Kaffe zu Fricdberg stehe ganz unter sozialdemokratischem Einfluß. Das mache sich jetzt bemerkbar. Es sei nicht möglich gewesen, eine gerechte Ein­teilung der Wahlbezirke zn erreichen. In nur 23 Orten werde gewählt, das bedeute geradezu eine Wahlrechtsentziehung für viele Versicherte. Vollständig versagt habe das hiesige KreiSamt. Dessen Dezernent habe bei den roten Herrschaften seine Jnforinationen geholt. Er gab seinem Bedauern Ansdruck, daß es nicht zur Errichtung einer Landkrankcnkosse gekommen sei. Noch sei aber die Möglich­keit dsi^u vorhanden. Vorher aber möge man trotz alledem versuchen, einen Einfluß auf die zukünftige Gestaltung deS Vorstandes der neuen Ortskrankenkasse zu gewinnen. Zu diesem Zwecks hätten sich die Landwirte mit den gewerblichen, industriellen und kaufmännischen Arbeitgebern auf eine ge- nicinsame Liste vereinigt, die zum Siege zn bringen, müsst zn vörderst die oberste Aufgabe sein. (Lebbaft-'r Beifall.) Redakteur H i r f ch e l - Friedberg entschuldigte zunächst die Abwesenheit des Landtagsabgeordneten Or. v. Helmolt, der nach Berlin zur Geneeal-Versammlung des Bundes der Landwirte gereist sei. Was die vorliegende Frage betreffe so riet er, zunächst die Frage der Errichtung einer Land- krankenkasse offen zu halten, dagegen mit allen Kräften sick an den bevorstehenden Wahlen zur Ortskrankenkasse zu be­teiligen. Neben der Arbeitgeberlist; sei auch eine Liste 4oo:i Arbeitncbmern ausgestellt worden, die sich aus Gegnern der Sozialdemokraten znfammensetze. Die Aussichten seien di« besten, leie» doch in Gießen auf die Sozialdemokraten 7!>? und ans ihre Gegner 690 Stimmen entfallen, so daß ans dei Arbcftnelmrcrscite ans beide Richtungen gleichviel Ausschuß. Mitglieder gewählt worden seien. Diesen AnSgang furch, ten die derzeitigen roten Machthaber, deshalb suchten sie zu­nächst zu retten, was zn retten ist nnd weiter durch die Wahlkreiseintcilnng ibre Gegner um das Wahlrecht zu bringen. .Lroffentlich erzeuge aber der Druck Gegendruck, daß dieses Manöver vereitelt wird. Die Bauern mutzten Leiter­wagen anspannen, um die Wäblcrschast zur Urne zu brin­gen, auf datz den Roten die Gewalt entrissen werde. (Bei- lall.) Banuntcrnebiner M o r s ch e l - Friedberg warnt jcvi noch, eine Landkrankenkasse zu erichten, es dürfe keine Spaltung der Arbeitgeber eintreten. davon hätten nur die Sozzen den Vorteil. Er sei der Meinung, datz es so Heller sei. Zwei Kassen neben einander arbeiteten teuerer. Nur wenn die Lnndwirtsckiast mitgehe, wäre eine sozialdenw'ra- tisch« Mehrheit zu verhindern. Kammcrdirektor Der n-Allen- heim bedauert, daß eine Landkrankenkasse nicht errichtet wor­den sei. Er sei entschieden in, Kreistag sür deren Errichtung eingetreten, leider hätten niit einer einzigen Ausnahme alle