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Debcrsicht.

Stuf der Steife von Bornholm »ach.Hamburg ist der üentschr DreimaftschonerVorwärts", der mit Klinlrrn bc- ladrn war, untrrgrgnngrn. Dir Bcsatznng von drri Mann ist rrtruiikrn.

Gestern abend wurde bei Büpow im Eilzng Lübeck V off uif rin Rrisender im Zlbteil ztreitcr Li lasse mit rinrr Schußwunde in der Schläfe schwer verletzt aiifgcsniidk». Wie sich später herausstcllte, handelt cS sich »in ein verbrechen. Ter Täter konnte noch nicht ermittelt werden.

Eine neue Feiicrsbrnnst in der Papierfabrik in Nie. srrn bei Pforzheim ist gestern Nacht auSgebrochen, die das TurbinenhauS zerstörte. Der Schaden wird auf 50 «XXI A veranschlagt.

In Nizza verhaftet« die Polizei drei Teutsche, und zwar einen Johann Lenz, genannt der rote Hans, Anton Wcintfortncr, und einen gctviiicn Kreisclmcycr. Sic waren de. Betruges im Spiel überführt worden.

Anstelle des herrschenden Frostes ist ein ungewöhn­lich starker Nebel getreten, der die Schisfahrt im Kanal ausicr- »rdentlich rrschwert. Die Dampfer müssen stundenlang auf einer Stelle liegen bleiben, da man Zusammenstöße befürch­tet. Die kleinen Dampfer, die den Verkehr von Calais nach Dover besorgen, brauchen für diese Streike daS Doppelte und Dreifache der gewöhnlichen Zeit.

Grossrn Unregelmäßigkeiten ist man aus der Güter- absrrtigungSstklle in Romanshorn auf dir Spur gekommen. Der in Betracht kommende Kassenbeamte ist vorläusig vom Dienste suspendiert worden. Es soll sich tun eine sehr große Summe handeln.

In CSmoriz stürzte während de? Gottesdienste? der Fnßl eben einer Kapelle zusammen und ris, zirka bst Personen in die Tiefe. Zwei von ihnen wurden sofort getötet, die übrigen witrden mehr oder weniger schwer verletzt.

Wie a»S Kap Haiti gemeldet wird, ist der ehemalige Minister Tavilmar Theodore zum Führer der Revolutionären «negeruse» worden. Er hat mit seinem Generalstab und SlXttl gut bewaffneten Soldaten den Marsch nach der Haupt­stadt angetrelen.

Das Isrgebnis der iyuljjiiljlmtt*.

Wir lesen in derJranksnrter Zeitung":

..Die vorläufigen Ergebnisse der Viehzählung vom l. Dezember 1013 im deutschen Reiche liegen nunmehr vor. ES wurden gezählt: 20 Oll 258 Stück Rindvieh, 25 591 794 Schweine, 5 504 195 Schafe und 3 535 697 Ziegen. ES bedeutet dieS gegenüber der Zählung vom 2. Dezember 1912 eine Zunahme von: 762237 Stück Rindvieh gleich 8.8 Prozent, von 3668 087 Schweinen gleich 16,7 Pro­zent und von 125 304 Ziegen gleich 3,7 Prozent. Die Zabl der Schüfe hat um 299 250 Stück gleich 3.7 Prozent abaenommen. Der Rindviehbcstand ist absolut ztvar der höchste, der je sestgestcllt wurde, ist aber gegenüber frühe- re» Zählungen nicht im Verhältnis zur Einwohnerzahl gestiegen. Tenn aus 100 Einwohner komnien hcitte 31.3 Stück Rindvieh, in, Jahre 1912 30.4 und im Jahre 1907

33.1 Stück. Der Schweinebestand bat ebenfalls feinen höchsten Stand erreicht, sowohl absolut als auch im Ver­hältnis zur Bevölkerung. Nach der neuesten Zählung kommen auf 100 Einwohner 38,3 Schweine. im Jahre

19.2 nur 33 und im Jahre 1907 35,5. Tic Ziegen haben ungefähr den gleichen Stand wie im Jahre 1907 wieder erreicht «5 3 Stück anf 100 Eittwohner gegen 5.7 in 1907). Die Schafe haben in den letzten 40 Jahren von Zählung z Zählung rasch abgenommen, von 25 Millionen i», Jahre 1873 6i3 ans 5'.«. Millionen im Jahre 1913. Wäh­rend im Jabre 1873 noch 61 Stück Schafe anf 100 Ein- Ivohner knnien, ist diese Ziffer heute anf 8.2 gefallen.

Soweit dieFeankinrter Zeitung." Daß die Schafzucht sin Abnehmen begrissen ist, Ivill nichts besagen, sondern be- Titit nur, daß für ertensive Wirtschaft im deutschen Reich ' in Platz mehr ist. Die Zunahme der Rindviehbestände und mentlich die Vermehrung der Schweine, deren Bestand, besonders bervorzuhcben ist, auch im Verhältnis ii ; Bevölkerung, die höchste Zahl in Teutiebla-id je >. !t worden ist, erzielt hat. Was wurde vor zwei Jahren .... das Wort des Reichskanzlers, d> dieFlcischnot" nur i.v vorübergehende Erscheinung" fei, gespottet und nun . st man ovne tveitereS die nackten Tatsackien mitteilen. ohne in de. Lage z» lein, eine Bemerkung dazu zu machen.

In d c r s e t b c » 2iu»t »er derssronkfurtcr Zeitung '

liadru n>ir folgende Notiz:

. Wrilcres Sinke» drr Schwrinkprrisr. Leit etwa ,wöl> Wochen zeigen aus dem Fraiiksiiitc, Piehmarkt die Sei a eiueprcise eine rückläufige Tendenz. Auch gestern war wieder ein Rückgang der Preise z» verzeichnen, und zwar gingen voltsleischige Scktzveine von 80 die- 10» Kilo gromin und vollsleischige Schtvcinc unter 80 Kilegrainm dnrch.ichnilllich pro Pfund Schlachtgewicht 3 Pfennig gegen die Vorwoche znrück. Ter Markt wurde bei einem Anftrieb vor. 2414 Sätweinea o»3 Hannover Sldenbu-a.

Posen, Oberhessen und Nassau, und bei gedrücktem Handel nicht geräumt. ES wurde bezahlt pro Pfund Schlacht- gewicht 6t> die- 68 Pfennig, bezw. 65 bis 67 Pfennig: das sind Preise, wie sie seit Februar 1912 nicht m.-hr notiert wurden. Vergleicht nian diese Preise mit denen vom Markttage am 6. Februar 1913, an dem die genann­ten Qualitäten nüt 87 hjz 89 bezw. 86 bis 88 Pfennig pro Pfund Sailachtgeuxhit notiert wurden oder aber vom 21. Januar 1912, also etwa vor genau einem Jahre, an dem 83 bis 85 bezw. 82 bis 81 Pfennig bezahlt wurden, so ergibt sich ein Rückgang binnen Jahresfrist von 21 Piennig pro Pfund Schlachtgewicht. In den Kreise» der Produzenten und in denen dcS Handels wird niit einer weiteren RückwärtSbewcgung gerechnet. Hosfentlich folgen nun auch die Metzger in ihre» Verkaufspreisen die- ser rückläufige» Bewegung."

Olol!! wie bescheidenl Wie so ganz anders hat die Frage gclnntct, als die Landwirte infolge Hitze, Dürre und Fnlternot aczlvnngcn waren, höhere Preise sür ihr Vieh zu nehmen, da erscholl eS im ChoruS: Tie Grenzen auf! Ta lautete die Toiiart: Wir fordern, wir verlangen i Jetzt aber begnügt man sich mit einem ganz bescheidenen: Hosfentlich".

Das Ministerium Kaempf.

Ueber das Präsidium Kaempf schreiben dieBer­liner Neue sie n Nach richte n":

Am letzten Freitag sind der Reichskanzler und Herr Staatssekretär Delbrück zweinml gezwungen gewesen, gegen die sozialdemokratischen Schmähungen zur Selbst- Hilfe zu schreiten, weil die freisinnigen Herren Or. Kaempf und Dove die ihnen anvertrante Disziplinargewalt nur in höchst »nznlänglichem Maße auöübten. Solche Fälle einer mangelhaften Präsidialfllhrung häufen sich, seit die Linksmehrheit" die Herrschaft antrat, in so aufsälligeni Maße, daß mit der Kritik dieses unerträglich werdenden Zustandes nicht länger znrückgchalten werden darf. In den Zeiten, in welchen die aus Konservativen, National- liberalen und Zenlrnaisnritglieder» znsamnicngcsctzten Präsidien die Verantwortlichkeit für Würde und Ansehen des Reichstages trugen, ist diese Würde im allgemeinen gewahrt worden, während jetzt die Zügel am Buden schleifen. EL zwingt das zu dcni Schlüsse, daß die Ur­sache» der seit zwei Jahren ständig sich steigernden Dis­ziplinlosigkeit weniger i» persönlichen Eigenschaften der jetzigen Präsidcnlen (wie unzureichender Wachsamkeit und mangelnder Energie) zu suche» sind, als in ihrer Parteizugehörigkeit und demokratischer Grnndauffassung, anS welcher heraus sie der systematischen Herabsetzung un- seien antoritaliven Gewalten und ihrer Träger, wie auch gewissen,freimütigen" Auslassungen über Regierung, Krone und Heer eine weit geringere Empfindlichkeit cnt- gegcnbringen, als sie in deutschen Landen überliefert, be- rechstigt und erforderlich ist. Am stärksten ist die Unfähig­keit des Präsidenten Iw. Kgcmpf, von den Disziplinar- mitteln der Gesck)äftsokdnung den richtigen und aus­reichenden Gebrauch zu machen, in den Skandalsitzungen

vom 3. und 4. Dezember v. I. bervorgetreten..... So

geht es unter Herrn Kaempf in jeder Sitzung her, in welcher die Sozialdemokratie der präsidialen Hilfs- und Willenlosigkeit zu spotten wünscht. So bot die Sitzung vom letzten Freitag niit ihren spät und kaum gerügten Anwürfen wider den Thronfolger, Herrn von Jagow u. s. w. ein würdiges Seitenstück zu den unwürdigen Szenen vom 3. und 4. Dezember. Die Demokratie scheint mit diesen ihren Deetrauensmännern am Präsi­dium glücklich und zufrieden. Indessen haben die Na- ttonallibcralen die jetzige Verteilung der höchsten, par­lamentarischen Vertranensämter mitverschuldet. Meinen sic nicht, daß sie es der naftonalen Wählerschaft allmäh­lich schuldig sind, von diesem Präsidium ab,»rücken, indem sic ihren Herrn Iw. Paasche aus ihm zurückrufen? Doch ist das ihre Sache."

Denljcher Deichslag.

200. Sitzung vom 28. Januar, 2 Uhr.

Am BundeSratStisch: I>r. Drlbrück.

Vor Eintritt in dir Tagesordnung dankt Präsident l>r. Karmps den Schriftführern, die anläßlich der 200, Sitzung seinen Platz mit einem Blumenstrauß geschmückt Hab n und tritt weiter mit, daß er gestern dem Kaiser die Gliickwüinche des Reichstages überbracht habe.

Das Haus setzt die allgemeine Erörterung des Etatsfür das RcichSnint des Innern

fort.

Abg. Girsbcrte (Zentr.): Tie Ruhcpau'e in b 3o,n! Politik darf nicht znm Stillstand führen. Unsere Witn-cn- nnd Waisenversilherung steckt z. B. noch in de.» rrsiin Ansia,- gen: ihr Ansban muß die nächste Aufgabe der Sozialpolitik sein. Auch die Herabsetzung der Altersgrenze der Jnvaliden- vertiiberiina auf 65 Javre ist nnanltcbiebbvr. Die Gewerbe-

a m hrr M* "'1 r.ll"rk."°ie wüsten auch weiter euer- gstch tn-kampft werden. Eine eanziehung der Arbeiter

Ickp st ur Gewcrbe,nspeRum, l. de, Lohnsestietzm.g nutz

wreö?»^ Til Z"*LT'V ,f ' ntn " ««' ' t-nnSolirf,-

0, . ^ nllui| 3 Regien,ng auf der Berne,

..rde,,er,chtzkonferenz sind tvir nicht zufrieden. Eine Er ^""^^Srhutzalters der Jge:.dlieöe j der Nachtarbeit

1. uc dort verlon.D werden n. mit. Von der SHifcftinipiun ^ ^bei'0'ber über die foziew.üt.ij^ Lasten dürfe., wn >l"S nicht »nterkriegcn ruf; -r. G.n de diese Lasten sind ge-

ot'öeret, Lasten der Industrie. :'.-jch,

...Ischls Kapital und Jntelllge.pl. ! -'der,, auch der Aibei een.a'/"'« ^ T^.Iligkeit labenNS g.os,

n u ^oiis,i,kras!,ge Arbe!ec sind dem 'Miltclstande nützlich. Das Clcnd der Arbeitslosen und der.Hein.arbeile, st t.nmrr »och sehr groß. ES gibt aberoch viel zu a.bei- len. Besondere Maßnahmen gegen !. , TerroriSmuS. für den Schutz der Arbeitswilligen sind nicht notwendig. Die Pclize.vcrlvattnnge» verstehe» sich aus die Sindd,ttg ven AuLschreitnuge,,. Tie Ehristlickien haben nie Hilse gegen d^n,Terror der Sozialdemokraten verbiegt, sie werden damit allein fertig. Kein Stillstand darf einleetc» in der Ersüllmig wichtiger Aufgaben, sondern nur ei» Fortschritt.

Staatssekretär vr. Delbrück: Der Abgeordnetc Gothein hat mir vorgeworse», ich hätte in meiner Lobrede auf die Wirtschaftspolitik die- tbcsa,tgi,the.ben der Sparkasse» mit den jährlichen Einnahmen vcrwechlclt. Allerdings konnle der Wortlaut meiner AnSsührungen z» diesem MißverstLnd- n,s sührcii. Wenn ich für die Sparkassen N Milliarden an- setzte und zugleich sagte, daß unser Wohlstand ganz nllge ine-in um 8 bis 10 Milliarden zugenoniinc» habe, so kann die Oefsentlichkeit über den tatsächlichen Wert dieser Tale., nicht getäuscht fein. Tie Rcvcrdsi-itc der glänzenden Medaille, die ich in meiner letzten EtatSrcde- gezeigt habe, sind die Verhältnisse des gewcrblickien Mittelstandes. Ter Mille, stand hat unter den Begleitrrschcinnngen der Entwickeliina z» leiden gehabt. Er ist von oben her durch Handel »»>- Industrie, von unten durch den Ausstieg der Arbeitertla« - bedrängt. Durch all diese Tatsache» ist der gcweibliei'e Mittelstand in eine ganz besonders ungünstige Vr, fasst:,-> versetzt worden. Tic alten Organisationen des Handwerl haben sich allmählich überlebt,nd man hat in den fünfzige, und leck^igcr Jahren des vorige» Jahrhundert nicht darot, gediick-t, geeignete Handhaben sür die Neubelebnng der allen Formen zu schasse». Es mußte deshalb völlig Neues schassen werden. ES handelt sich um die technische Schnlitttg des Mittelstandes anf allen Gebiete», in denen der Klein­betrieb noch niit dem Großbetrieb konkurrieren kann oder ibt» überlegen ist. Tic Ausgabe der technisckien »nd Nur. schastlichen Erziehung fällt in das Gebiet der tkinzelstaaten. und man kann mit höchster Anerkennting seststellen, daß si- auf diesem Gebiete mit großeni Erfolg gearbeitet haben. Ta - Reich aber hat durch die Nenregelung des Genossenschaft-: Wesens, durch die Bcstiniitiiingcn über die AnSbtldtttig von Gesellen, über den Schutz des Meistertitels, über den ktala.-n Befähig,,ngSitachwe-is »sw. das Bestreben gezeigt, alle Sin foideriingen zu erfüllen, lieber die Frage, Wa8 mm weite, iicschehen soll, gehen ja die Meinungen niiSrinander, aber es läßt sich seststellen, daß grnndlegende gesctzliilie Matznah- nien getroffen sind. Zunächst werden viele Enqueten Über die Handwcrkerbetriebe gefordert. Mit einer dieser Enqueten über das Müllereigewcrbe, habe» wir allerdjngo keine guten Elfahrnngen gcinacht. Ein großer Teil der kleine» Betrieb ­hat sich außerstande gezeigt, nnscre Fragebogen in besried,. pendcr Weise z» beantworte«. Aber immerhin ist diese En ouete noch eine der beste» gewesen, die wir bisber ang-- stellt haben. Bei der Bankenqnele sind die Verhältnisse d.-s Handwerks einer eingehenden Betrachtung unterzöge» wor­den. Wir sind so ans dem Wege der stückweise,, Ermiftelitng der Verhältnisse der Kleinbetriebe fortgeschritten und » - t,V , in, Laufe der Zeit z» einem klaren Bilde koiiitn-n. Sobald die Verhandlungen meines Etats hier abgeschlossen sind, wei­den die Fragen in meinem Ressort weiter behandelt werdea. bejondcrs die Fragen, die det, kausmätiniiche» Mittelstatto betreffen. Wen» ich jüngst von einer sozialpol,tilck>cn Paus', spiack', so meinte ich natürlich damit nicht, daß »US nun je»! liberbaupt nichts nichr z» tun übrig bliebe. Einige Mitte!- standSsrage» sind besottders altuell geworden, so die Frag« der Einschrünknng deS HansierhandelS, der Beschränkung de, Watidrrlagcc und die Wiittlcl>e der Kleinbetriebe ans eint zweckmäßige Ausgestaltung der Sonntagsruhc, Zu alle- den Fragen liegen Gesetzentwürse vor, die bereits von Kont- mijsioncn beraten werdet,. Als besonders dringend ivird auel die Frage des Lieferungs- und BedingungSw-fenS hingestellt Auch niit ihr beschäftigen sich bereits einige «ommislionet,, und auch die Koiiimisfi»» sür die RüftungSlieserungen soll seslstellcii. ob der Staat nicht etwa zuviel bezahlt. Unser gc- si-.mteS Verdi,,gnngSivescn bei der Armee, bei der Eisenbatzt- l-ci jeder andcrr» Behörde beruht aus der Voraussetzung, dar, eine große Zahl von einander »»abhängiger Konkucrenlen durch ihre Angebote eine» oiigeniesscacn Ausgleich der Prcii - bringen sollen. Da wie gber mit einer freien Kenkiirren-