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Obersten wegen zu anstrengenden Dienstes beschwert hatten. Darauf habe man auch zwei Selbstniorde von Unteroffizieren znriickgefiihrt. Die Bevölkerung von Zabern habe es unangenehm empfimdcn, daß der Oberst sie mit „Leute" an- acredet habe. Es habe auch eine Aniniosität gegen den Obersten und den Leutnant v. Forstner bestanden, sonst batte das Wort „Wackes" nicht eine solche Empörung ausgelöst. Ter Zeuge dcbauptet, daß an, 28. November, den, Haupttagc, als die Verhaftungen vorgenonimcn wurden, eine fast gespenster- haste Ruhe auf den Straße» hcrrickte.
Leutnant v, fror stirer bestätigt als Zeuge die Be- schimvsungen der Offiziere. Unter den Tumultuanten auf eu Straße befanden sich zwar auch Kinder, aber in der Hauptsache junge Burschen von 20 Jahren. — Auf Befragen bestätigt der Zeuge noch, daß er zirka 1100 anonyme Briese und Karten erhalten habe.
Am zweiten Verhandlungstage bekundete ein Leutnant B e ck e r , daß er nach der Turnstunde einen jungen Meirichen verhaftete, der ibm absichtlich den Weg vertrat. In der Pan- durennacht führte der Zeuge eine Abteilung und ließ eine Anzahl Verhaftungen von Demonstranten vornehmen, die nmherstanden, zrischauten oder lachten. Als ein Tluchtver- such vorgenommen wurde, gab er Befehl, von der Waffe Gebrauch zu machen, zunächst von der kalten Waffe. Ein Mirs- ketier habe ibm am nächsten Morgen seine zerkratzten .Hände gezeigt. Bei den Tumulten zeigten sich kolossale Meirschen- r-' ssen auf der Straße. Polizeiorgane waren wenig zu sehen.
Die Zeugin Fra«, E v e r s will wiederholt Besrhimpfun- gen der Offiziere gehört haben: Gelächter und Drohungen aegen sie waren an der Tagesordnung. Die Svitznamen des Obersten „Silberkaninchen". „Blutsauger", „Sauvreuß" und „Schloßgeist" waren in Zabern gang und gäbe. An den Be- leidigungen der Offiziere beteiligten sich Zaberner Bürger und Auswärtige. Einzelne boten 10 J(, wenn tüchtig Bebau gemacht würde. Fabrikarbeiter hatten vereinbart, Miilhäuscr Genossen zum Brovozieren eines Krawalls bcr- ar,zuziehen. Es wurde auch davon gesprochen, einen Offizier ins Wasser zu werfen. Ta die Zeugin diese Beleidigungen der Offiziere verurteilte, sei ihr mit dem Bovkott gedroht worden, lim in ihrem Geschäft — die Zeugin betreibt einen Zigarrenhandrl — nicht geschädigt oder ruiniert zu werden, unterschrieb sie schließlich beim Bürgermeister eine Erklärung zu den Vorfällen, die ibr vollständig gegen den Strich ging. Auf ihre Klagen beim Bürgermeister soll dieser gesagt haben, die Zaberner leien nicht so schlimm, wenn sie gegen den Leutnant v. Forstner Stellung nähmen, dann wollten sie ihn nicht gleich umbringen. Tie Zeugin erzählt noch, daß kür den Obersten sie al? echten deutschen Mann geschwärmt bade, von dem man manchen hübschen Zug weiter erzählte und der besonders einmal ihr gegenüber mit seinem Lab der Elsässer und der Schönheiten des Landes nicht zurüikgehalten habe.
Es folgte die Vernehmung einer langen Reihe von Osfizieren und Unteroffizieren, die übereinstimmend die Bekundungen über Ausschreitungen des Publikums bestätigten.
Zwischendurch wurde eine Reihe von Insassen des Pandurenkellers vernommen, und den Soldaten gegenllberge- stellt. Sie erklären, nicht zu wissen, weshalb sie verhaftet wurden, denn sie hätten weder gerufen noch gehöhnt, noch gcpsiffen. Die Schreier seien Kinder von sechs bis sieben Jahren gewesen. Die Begleitmannschaften des Leutnants v. Forstner, die diesen auf seinen Besichtigungsgängen mit Gcwehr beschützen mußten, bestätigten die schweren Beleidigungen und Zurufe, weshalb sie zu den Verhaftungen schritten, die durchaus gerechtfertigt gewesen seien.
Zeuge Hauptmann Brunswig erzählte ein Erlebnis Im „Karpfen". Als er sich dort aufhielt, kamen 7 Arbeiter herein, die sich in auffälliger Weise benahmen. Sic hätten sich verabredet, abends in den „Karpfen" zu kommen, die Gasleitung abzureißen und die Offiziere anzugreifcn. Dann würden die draußen den Lärm Horen und es würde los- gchen. Als er sich im oberen Saale des „Karpfen" befand, sei ein Herr auf ihn zngetreten, der sich als Redakteur der Straßburger Zeitung vorstellte. Ter Herr nieinte, die Tumulte auf der Straße ständen mit der angeblichen Beleidigung der Zaberner in keinem Zusainmenhang. Die Tu- wumianien seien alles Radaubrüder, gegen welche der Kreis- direktor und der Bürgermeister polizeilich einschreiten sollten. Vor allen« mühten die Eltern aufgesordert werden, ihre Kinder zu Hause zu lassen, damit d'-e Beleidigungen der Offiziere aushNk^n. Tie Erzählungen von Zivilzeugen siihrten mitunter zu erregten Aenßerungen über das Vorgehen des Militärs. Man habe dabei einen Begriff bekommen, wie es in« Kriege zugehcn müsse.
Bewegung ries die Aussage hervor, daß die Einge- spcrrten tut Keller ihre Notdurst verrichten mußten.—
Ter Schreiner Levy, gegen den sich das Militär des HmiSsriedenSbrucheS schuldig gemacht haben soll, bekundete, daß er nicht gerufen und geschrien habe, und sich auf der Halste der steinernen Treppe vor dem Hause befand, als ihn« seine Hauswirtin zuricf: Gehen Sie weg, sonst werden Sie auch noch gefaßt! Er batte gerade noch Zeit, die Haustürc zuzuschlagen, als die Soldaten auch schon eindrangen. Cr flüchtete zwei Treppen hoch, von wo ihn die Soldaten her- nnterhollen und ihn in den Pandurcnkeller brachten.
Zeuge Rechtsanwalt Mayer fungierte an dem Kra- walltagc als Verteidiger in Zabern. Er hat während seines viertägigen Aufenthaltes dort keine Aufregung in der Bevölkerung beinerkt.
Der Zeuge Schall bekundete, daß Oberst v. Reuter ihm das Wort „Lump!" entgegengerufen habe.
Der Oberst gibt das zu: der junge Mensch sei ihm ihn flegelhafter Weise mit den Händen in den Hosentaschen entgegengetreten.
Zeuge D e n k e I beschwerte sich scharf über die Art und Weise, wie er in den Keller transportiert worden sei. So eine Behandlung werde keinem Hunde zuteil. Noch eine Reibe weiterer Beschwerden brachten die Insassen des Pandurenkellers über ihre Bebandlnna vor. So beschwerten sie
7 «teur Lageszeitung. Mittwoiy- ven 7. Januar 1914.
sich, daß ihnen zum Kaffe „Kaiserkuchen" gereicht «vorder« sei — damit ist Komißbrot gemeint. Lebhafte Klagen wurden auch darüber geführt, daß beim Transport der Festgenonnric- neu nach dem Aintsgericht die Soldaten drohten: Wenn Sie nicht bei mir bleiben, renne ich Ihne das Bajonett durch den Leib!
Sechs Zeuger« blieben nnvereidigt. Alle übrigen, auch die Frau Evers, der ihren Aussage noch einmal vorgehalten wurden, «vurden vereidigt.
Die Verhandlung Ivurde darauf auf morgen vormittag 9 Uhr vertagt.
Als sich Leutnant v. Forstner «nit zwei Kaineraden zum Babuhof begab, folgte ihnen eine größere Mensihenmenge, so daß die Offiziere schließlich die elektrische Bahn bestiegen. In diese,» Augenblick wnrden Hohn- und Pfuirufe laut. Die Polizeibeamten tvaren nickt imstande, die Offiziere vor dieser peinliche,« Szene zu schützen.
Cagesnkers«cht.
Deutsches Aeich.
:: Der Kronprinz und die Affäre von Zabern. Di« Behauptung der „Fianlfurter Zeitung", die «vir gestern gebracht haben, der deutsche Kronprinz habe schon vor den Ereignissen von Zabern an den kommandierenden General v. Deimling ein Telegramm geschickt, welches die Aufforderung zu einem schaffen Vorgehen enthielt, wird der „Telegraphen-Umion" von bfftunterrichtetcr Feite als durchaus unrichtig bezeichnet. Richtig ist einzig und allein, wie wir wiederholen, l>aß der Kronprinz dem Oberst v. Reuter für sein Eintreten für die Ehre und das Ansehen der Armee seine Anerkennung ausgesprochen hat. Demgegenüber fyäii di« „Franks. Ztg." heute ausdrücklich ihre Behauptung aufrecht, der Kronprinz Hab« an den General v. Deimling zwei Telegramm« geschickt.
:: Polizeipräsident von Iagow und die kommandierenden Generäle. Bon verschiedenen Seiten war berichtet worden, die kommandierenden Generäl«, die am Reujahrstog« wie all. jährlich in Berlin versammelt waren, hätten dem Polizeipräsidenten von Iagow als Ehrengast zu ihrem Neujahrsdiner «ingeladen. Wie das „Berl. Tagebl." hört, verhält cs sich damit folgendermaßen: Das alljährliche Festesten der komman
dierenden Generäle ist eine private Veranstaltung. Es steht den einzelnen Teilnehmern frei, Gäste zu dem Diner anzumel. den. So soll auch Herr von Iagow als East eines Festteilnehmers und nicht als Gast der Gesamtheit der kommandierenden Generäl« an dem Diner teilgenommen haben.
Bier Matrosen wegen Aufruhr verurteilt. Wegen militärischen Aufruhr, verurteilt« gestern das Marinekricgsgericht die Marineartilleristen Koebk« zu 3 Jahren 4 Monaten. W-ber 2 Jahren g Monaten, Langenwcg und Lickcseld zu je 2 Jahren 8 Monaten Gefängnis. Es handelt sich um eine Krawalljzene, die die Angeklagten mit «nehreren nicht zu ermittelnden Kameraden in dem Forts Stffrn herbeiführten, indem sie einem Feuerwerker, der an diesem Tage den Offizier im Dienst vertrat, den Gehorsam veriveigerten.
:: Rätselhaftes Verschwinden eines Generalkonsuls. Der Eroßh. hest, Generalkonsul W. Kempff, ein bekanntes Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, wird, wie «ne „Hamb. Rachr." seit einigen Tagen vermißt. Sein Dcffchwinden wird mit Uebertretungen gegen den 8 178 des 2. E. B. in Zusammenhang gebraiht.
England.
:: Unwetter in England und Schottland. Uebcr den Norden Englands und Schottlands ist aufs Neue schweres Winterwetter hereingebrochen und ans verschiedenen Teilen des Landes werden hfftig« Schneestürme gemeldet. In Derbyshire sind die Flüste Wlyc und Derwent über die Ufer getreten und über Lothlans und DerwiSshir« ging ein Blizzard nieder, der in kurzer Zeit den Boden mit 8 Zoll Schnee bedeckte. Am Kanal wurde die Ost- und Südküst« von schweren Stürmen heim- gesucht. Der deutsch: Dreimaster „Ludwig Reidermann", der am Sontag im Shorehamhasen sestlief und gfftern frei gemacht wurde, Ivurde von einem scharfen Südlvestwind gefaßt und von den Wellen auf den Strand gewoffen. Alle Anstrengung, das schiff mit Hilfe von zioei Schleppern bei der Flut flott zu machen, waren ergebnislos.
Rußland,
:: Dis Gärung in Sibirien. Die revolutionär« Gärung in Westsibirien und anderen Landesstrichen Sibiriens hat «inen sehr ernsten Charakter angenommen. In Tschita wurde MM. tär konsignicrt. Fast allnächtlich finden Haussuchungen statt und zahlreich« Berhafdungen werden vorgenommen. Bisher dürsten etwa 288 Personen verhaftet worden sein. Die Leitung der Bewegung effolgt, wie di« Behörden sestgestellt haben, von den russischen R-.voluiionszentien aus.
Türkei.
:: Die Veränderungen in der türkischen Diplomat««. Der
Korrespondent der „Franks. Ztg." meldet feinem Blatt« aus Konstantinopel, daß die Abberusung d:s tückischen Botschafters in Berlin, Mahmud Mukhdar Pascha, in der türkischen Hauptstadt große Beachtung gefunden hat. Die plötzliche Abberufung Mukhtars, der am Berliner Hose als persona grata galt, wird aus polittsche, mehr aber noch auf persönlich: Beweggründe zurückgeführt. Man glaubt nicht, daß Mukhtar Pascha den ihm angebotcnen Posten eines Armeeinspektors onnimmt, sondern, daß er es vorziehen wird, in das Privatleben zurückzukehren. lieber seinen Nachfolger hat die Pforte noch keinerlei Beschlüße gefaßt. Man hält es indesten für wahrscheinlich, daß bet Botschafter Rifaat in Patts nach Berlin versetzt und der Pariser Posten für eine andere Persönlichkeit srei gemacht wird.
China.
:: Die inneren Schmierigkeit!«. Der „Daily Telegraph" meldet as Peking, daß die Kommission der Berwallungskon- fcrenz di« Auflösung des Parlaments und die Einberufung «i. nes neuen im Sommer oder Herbst «mpsohlen hat. Dieser Beschluß bedarf allerdings noch der Bestätigung durch die Konferenz selbst. Es wird versucht «oerden, so viel als möglich aut
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bürokratischen, Wege zu reoigonisieren, bevor das neue Parlament eingreifen kann. Besonders denkt man bei dies«!. Re. formen an den Staatsschatz, der an der größten Knappheit leidet trotz aller Versuche, Gelder aus der Provinz zu erhalten.
Bereinigte Staate».
:: Untergang d» »Oklahoma". Die Hamburg Amerika- Linie erhielt ein drahtloses Telegramm des Kapitäns Eraals vom Hapagdampfer „Bcoaria", das Einzelheiten über die Ka- tasttophe des Petroleumdampfers „Otlahoina" enthält. Kapi. tän Eraals berichtet, daß in der Sonntagsruhe die „Oklahoma" plötzlich gerade vor der Koinmandobrücke in zwei Teil« barst, ohne daß vorher an Bord «ine Explosion stattgefunden hätte und überhaupt irgendivelche Gründe hierfür anzugebe» wäre». Das Hintere Stück des Schisfes sank innerhalb zweier Minuttn mit sämtlichen auf ihm bffindlichen Heizern, während der vorder« Teil durch die wasserdichten Schotten über Waster gehalten wurde. Kapitän Eraalf setzte sofort Rettu«:gsboate aus und mit Hilfe eines am Vorderdeck festgcmachtur Seiles gelang es den Rettungsmamischaften, die meisten der aus Vorderdeck befindlichen Personen zu retten. Der Kapitän erklärt weiter >» seinem Telegramm, daß die amerikanisck-en Schiffe zwar die Hilferufe der „Oklahoma" wertergaben, aber selbst nich« zur Unfallstelle eilten. Di« „Bavaria" sei als erst« an dem Schau, platz der Katasttophe augelangt.
Bereinigte Landwirte.
Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die ani
Donnerstag, den 8. ds. Mts., zu Frankfurt a. M. iin Saale der „H a r m o n i e" (Sachsenhauscn) stattfindende Hauptversammlung aufmerksam. Um Vfc2 Uhr beginnen die Borbrindluo^en über den Treberpreis, da bis dahin die endgiltige Antwort der Brauereien eingetrofsen sein wird.
Die jährliche Hauptversammlung beginnt um 3 Uhr. Neben der durch die Satzungen vorgeschricbenen Tagesordnung machen wir besonders auf den Vortrag des Herrn Reichstagsabgeordncten Strack, Landgcrichtsrat zu Gießen, aufmerksam, der über den Wehrbeitrag mit bcsow derer Berücksichtigung der Landwirtschaft sprechen wird. Da dieses Thenia gerade in der gegenwärtigen Zeit von größtem Interesse ist, so hoffen wir auf einen starken Besuch.
Die Kikßenkr elektrilchk Abkrliuld-Zelili-alc-
Als unser Oberbürgermeister kürzlich, nachdem erst feir Gehalt um 2000 erhöht war. plötzlich so leidend wurde, daß er nach ärztliche,n Gutachten nicht mehr im Stande war. fein Amt weiter zu führen und sich pensionieren ließ, da koiinte man sich schon denken, daß nach seinem Weggange einige heiße Kohlen für seinen Nachfolger liegen bleiben würden. Eine kürzlich abgehaltene Geheimsitzung der Stadtverordneten hat nun diese Vermutung vollauf bestätigt und dargetan, daß unser Elektrizitätswerk resp. die damit verbundene Ueberlandzentrale wohl die gliihendste dieser Kohlen darstellt. Um zirka 600 000 M ist der Voranschlag der Uebcr- landzentrale überschritten, für diese Summe ist keine Deckung da und jedenfalls wird sich auch keine nur annähernde Ncn- tabilität der Anlage erzielen lassen.
Ursprünglich war das Elektrizitätswerk klein angcfan- gen. Es sollte später vergrößert werden, aber in der Hnupt- so che dazu dienen, außer der Beleuchtung der Stadt vor allen Dingen es zu ermöglichen, vermittelst elektrischer Straßenbahnlinien den Verkehr, der durch veffchicdene Nebenbahnen in den letzten Jahrzehnten ganz von Gießen abgelenkt war, wieder für die Stadt zurückzugewinneu. Nun hielt es aber schwer, den Oberbürgermeister nur dazu zu bewegen, die beiden jetzt bestehenden Straßenbahnlinien in der Stadt zu befürworten, dagegen legte sich mit feiner ganzen Autorität für die Ueberlandzentrale — „das Steckenpferd des Herrn Oberbürgermeisters", — wie es einmal offiziell genannl wiirde, ins Zeug. Das Schlimme bei der ganzen Sache ist nun, daß nur mit einer Gemeinde (Krofdorfs ein Vertrag besteht, der dieselbe zur Abnahine eines bestimmten Ouan- tums Stroin, oder zur Zahlung einer bestimmten Mindest- snmme verpflichtet, welche der Stadt ine Zinsen ihres ausge- wanden Kapitals garantiert. Alle anderen Gemeinden sind an keine derartige Bcsttmmung gebunden und brauchen nur ?'.« bezahlen, was sie an Strom beziehen. Man hat s. Zt. ans Antrag des Oberbürgermeisters und Befürwortung de? Stadtverordneten Grünewald die Kommission des Elektrizitätswerkes bevollmächtigt, selbständig, ohne die Stadiver- ordnetensitzung zu befragen, die Verträge mit den Genieinden abzuschließen. Die Kommission hat sich nun von dem Gedanken leiten lassen, daß durch den Anschluß von Motoren au! dem Land dem Werke namentlich bei Tage, während die Beleuchtung ruht, der Strombedarf entnommen wiirde. Diese Hoffnung hat sich insofern nicht erfüllt, als nur das eine gioße Chamottewerk bei Mainzlar tagsüber ständiger Ab- nchmer ist, während die sonst, wenn glich in größerer Anznht nufgestellten Motore z. B. bei Metzgern und Bäckern auf dem Lande nur ganz kurze Zeit, täglich vielleicht Vz—1 Stunde im Betrieb sind.
Ein weiterer llebelstand bei der lleberlaiidzentrolc besteht darin, daß die Rechnung derselben nicht für sich, wie bei der Straßenbahn, geführt wird, sondern, daß sie «nil dem Betrieb des ganzen Werkes verknüpft ist. Es ist dadurch gar nicht möglich, herauszufinden. waS die lleberlandzen- trale einbringt und es kann somit alles, was die Stromabnehmer in der Stadt gut niachen, bei der Belenchtung der Ortschaften des Ebsdorfer Grundes wieder drauf gehen, ohne daß es jemand merkt. Zirka Y* der gesainten Schulden bei Stadt sind in dem Elektrizitätswerk und der Ileberlandzen trale investiert und deshalb können auch die Stenerzahlel mit Recht verlangen, daß ihnen wenigstens einmal über dek Monat Dezember öffentlich der Nachweis geliefert wird, si!« welchen Betrag a» jedes einzelne angcschlossene Dorf Stromabnahme stattgcfunden hat.
lieber die erwähnte Gchcimsihuna bat der Leibjonrnalist


