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Lageoüberstcht.

Deullchra Ueick.

. :: Schars« Schüff« in Zabern. Das Generalkonrniando des

K. Atin^eiorps teilt dem Wolfichen Telegraphenbureau mit: Di« Molduug, de« auf den AAchtposten des Infanterieregi­ments Nr. 195 im Schloßgacten in Zabern am 26, Dezember 1913 zwei scharfe Schüsse abgegeben warben seien, Hot zur troU litärzerichUiche» Feststellung des Tatbestandes geführt. Di« Aussagen des Postens und zweier Zivilpersonen hach« zwei, selssrei ergeben, datz zwei scharse Schüsse aus nicht zu grotzer Entfernung vom Posten gefallen sind. Beide Erschoss« sind über dem Bereiche des Postens weggeslogen, dos eine und erst« so nahe, datz der Posten überzeugt war, es werdc auf ihn ge­schossen. Di« Annahme verschiedener Zeitungen, es handle sich um einen Unfug unter Verwendung einer Schreckpistole, ist nach den ongestellten Versuchen und den Aussagen der Zers­ägen vollständig haltlos geworden. Diese amtliche Feststell­ung ist darum wesentlich, weil sich mrlitärfeindliche Blätter vom Schlage der ,Franks. Ztg" und desBerliner Tage­blatts" alle nur erdenkliche Mühe gegeben haben, um darzu­tun, daß cs sich nur um ein« harmlos« Schießerei mit Kinder- prstolen oder gar nur um das Werfe» vonFröschen" gehan. delt habe.

:: Graf Hertling. Der bayerische Ministerpräsident Frhr. ». Hertling ist vom König in den erblichen Grafensdand erho­ben worben. Das Mitglied des Reichsrats, Graf v. Fugger. DIvctt ist zum Fürsten ernannt worden.

:: Die diesjährigen Kaljermanöver. Di« diesjährigen Kai­sermanöver finden, wie dieFranks, Ztg." erfährt, !m Bereiche des lt. Armeekorps statt. Der Kaiser wird wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des September di« Parade über das 1. Ar- mockrps auf dem großen Exerzierplätze bei Waldau in der Nähe von Kassel abgehalten. Dan« wird sich das Kaiserin«»«, ver durch den ganzen Regierungsbezirk Kassel hinziehen.

:: Die Eisenbahnkatastrophe bei Woippq. Di« Zahl der bei dem Eisenbahnunglück bei Woippy verletztem Personen be­trägt nach den letzten Feststellungen 15, von denen die meisten jedoch mit leichteren Wundem davongekommen sind. Militär- und Bahnärzte sorgten sofort für die llcberfllhrung der Ver. letzten in das Hospital. Di« Ursache des Unglücks ist, wie jetzt fesigestellt wurde, auf eine Unachtsamkeit des Lokomotivführers zurückzuführem, her den Militärzug auf einen Prellbock auffah- ren lieh, «l» «r seinem Zug auf «im Rebengeleir brachte, um der Vorschrift gemäh «imen Eilzrrg vornberzulasiem. Der An­prall war so heftig, dah der Postwagen der Militärzuges in den ersten Personenwagen hineinranirt« und denselben völlig zertrümmert«. Die Rettrmgs- und Ausräumungsarbeiien wur­den sofort in Angrift genornmen und bald waren sämtliche verunglückten geborgen. Eine Eerichtskommisfion erschien bald nach dem Unfall und beschäftigt« sich zunächst mit dem verhör des Zugführers und beteiligten Bahnperfonals.

Frankreich.

:: Der deutsch-russische Zwischenfall. Der Berliner Korre- spende,ri desTcmps" will aus deutsch:« gutinformierter Quelle die Versicherung erhalten haben, dag inan an ein« sehr baldig« Löf ung der beutfch.russijchon Schwierigkeiten heil. d«r Militärmiffion glaubt. Diese Lösung wird der Eigenliebe beider Teil« vollkommen Rcchnung tragen. Eine aus Konftan- tlnopel in Paris vorliegende Depesche meldet dagegen, dah di« Lösung des deutsch-russischen Zwischenfalles verschoben worden ist, und man hat den Eindruck, als ob General Linian v. Sanders noch nicht definitiv Besitz von seiner» Posten ergrif. fen hätte, da er außer einige» Konferenzen mit dem türkischen Eeneralstabe nur Kasernen inspiziert hat.

Rußland.

:: Eine russische Nordpol-Expedition. Gleich nach dem rus- sisäzen Sveihnochtsfeste begibt sich eine Expedition nach dem hohen Norden, nm auf der Marschroute der Expedition Sedows nach dem Nordpol zu gelangen. An der Spitze der Expedition steht Dr. Uruffow, der bekannt« Polarsorlcher. Ein besoivders Interesse erregt diese Expedition dadurch, dah sich an ihr drei gelehrten Frauen, zwei Doktoren her Ravrrwiffenschaft und eine Medizinerin b-teillgen. Auch zwei Missionar« gehören zu den Rordpolfabrern, die während ihrer Reise inissionarisch tätig zu sein beabsichtigen.

Rumänien

:: Eine ösierreich freundliche Rede Majoresku». Am

Schluffe der vorgestrigen Adrctzdebatt« in der Kammer hielt Ministerpräsident Majoieskus ein« Rehe, dt« durch ihren österwichsreundlichen Ton größte Aufmerksamkeit in politischen Kreisen erregt. Er protestierte wider di« gegen Oesterreich ge­richteten Angriffe und erklärte, OesterreichUngarns Haltung Rumänien gegenüber fot immer sehr loyal und aufrichtig g«. wcsen. Auch das Grünhuch beweise das. Er habe noch im Juni 1912 Kenntnis erlangt von dem gegen Oesterreich und Rumänien gerichteten bulgarisch-serbischen Vertrag. Oesterreich und Rumänien hätten daher aus derselben Seite gestanden. Der Kaiser von Oesterreich habe seitdem immer für di« Ver. ffänbigun.ß mit ^Rumänien gewirkt. Es sei zu erwarten, bäft hn Falle eines rumänisch-bulgarischen Krieges Oesterreich tiumänien unterstützen werde.

Vom Balkan.

:: Kriegsminister Enver Pascha. Gestern nachmittag wurde das Jrade, dnrch das Enver Bei zum Kriegsminister ernannt wird, veröffentlicht. Der Erlaß des Sultan» besör- drrt ihn gleichzeitig zum Brigadcgeneral mit dem Titel Paick>a. Der Sultan empfing Enver Bei in besonderer Audienz, in der dieser den Amtscid leistete. Der bisherige Kriegsministcr Jzzet Pascha, wurde verabschiedet. Ebenso wie Enver Bei wurde auch der Oberst Dschemal Bei. der mit irr Führung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten betraut ist, zum Brigadegeneral befördert. Der neue Kriegs- tninister Enver Bei wechselte gestern gleich nach der Ucber- rwbme seiner Dienstgeschäste mit dem Chef der deuffchen Militärmission General von Liman Pascha sehr freundschaft­liche Besuche. Dabei wurde vereinbart, daß gleich nach der Älückkebr des Generals van Liman von feiner kurzen Orien-

»e,e TageszeNung. »»mag, »en S. Januar llli

tierungsreise, die er heute nach Kirkkillisse antritt, zwischen beiden Generalen eine eingehende Besprechung über die Re­organisation der türkischen Armee« stattsinden soll.

:: Tod eines berühmten Bandensührers. In Belgrad

vorliegende Blättermeldungcn aus Tirana besagen, daß am 3Q. Dezember der berühmte albanesische Bandcnfühcer Risa Bei verstorben ist. Risa Bei war einer der wütendste» Geg­ner Serbiens: sein plötzlicher Tod wird viel zur Beruhigung des Landes beitragen.

:: Die Flottenrüstmigen Gricchrnlands und drr Türkei. Der Ankauf des brasilianischen Kriegsschiffes dnrch die Tür- kei bat in Athen große Bestürzung verursacht und auch die bcschwichttgenden Erklärungen des Minffterpräsidenten Beni- zelos in der Kammer-, daß Griechenland trotzdem infolge der aiialitattven Ileberlegenheit seiner Marine für die nächste Zeit dns Uebergewi-G in der AegäiS behaupte» werde, haben die Aufregung nicht wesentlich verringert. Die Meinung ist vorherrschend, daß der Premierminister sich von seinem Op- timiSinns täuschen läßt. Die Presse verlangt schnelles und tatkräftiges Handeln der Regierung, um einem.eventuellen Borfprilna der Türkei vorznbeugen.

Wetter-Pachrichten.

Taiiwcttcr und Schnecstürmr.

Berlin, 4. Jan, Aus vielen Teilen Deutschlands wird Tauwetter gemeldet, so ans Görlitz, ferner aus Leipzig, wo das Tbermonieter 3 Grad, ans Kassel, wo cs 8 Grad Warme zeigt, desgleichen ans Köln. Am Mittelrhein trat gestern abend, nachdem es noch »m 12 Uhr mittags stark geschneit hatte, heftiges Tmiwetter ein,, sodaß Hochwassergefahr vor­handen ist. Auch Stuttgart meldet Regen und Tauwettcr. Dagegen herrscht in ganz Oberschlesien seit gestern abend bis heute mittag ununterbrochen Schneefall.

Kassel, 4. Jan. lieber Narbt ist hier ein heftiger Wetter­sturz eingetreten. Dns Thermometer ist von 810 Grad Kälte auf 3 Grad über Null gestiegen. Es hat daher ein äußerst heftiges Tanwettcr eingesetzt, und die Schnec- schmelze geht überaus rasch vor sich, so daß die Fulda und ihre Nebenflüsse in starkem Steigen begriffen sind. Bei Hersfeld wurde durch das Treibeis der Fulda die elektrische Licht­leitung gestört.

iw Dirk MalkMMch.

Bei der Stichwahl im vierten Landtagswahlkreis der Provinz Starkenburg (Waldmichelbach) erhielt der national- libcrale Kandidat Amtsrichter Wünzer-Darmstadt 1042 Stimmen, der sozialdemokratische Kandidat, Rcichstagsabge- orbncter Hascnzahl, 1748 Stimmen, Wünzer ist somit gewählt. Bei der Hauptwahl erhielt Wünzer (natl.) 808. der Forffchrittler Rcckrtsanwalt Carnier 434, der Zentrums­kandidat Hofmann 888 und der Sozialdemokrat Hasenzohl 945 Stimmen.

Aus diesen Zahlen ist zit erleben, daß das Zentrum Mann für Mann fiir den nationalliberalen Kandidaten ein­getreten ist und daß der sog, Forffchritt dahin gegangen ist, wohin er gehört, nämlich zur ertremen Linken, zu der So- zialdeniokratte. Außerdem ist es beiden Parteien gelungen, ncch Reserven heranzuziehen. Das Verhalten des ssrekstnn? nimmt Niemanden Wunder, es wirft aber ein grelles Licht auf die vielgepriesene Einigkeit der bürgerlichen Linken.

An« der Heimat.

* Fricdberg, 5. Jan, Seit Samstag macht sich ein Witterungswechsel bemerkbar. Der Schnee sängt überall an zu schmelzen. Heute morgen setzte sogar ein feiner Regen ein. Auch von auswärts wird von Tauwetter gemeldet. Hoffen wir, daß da? nur eine vorübergehende Erscheinung und uns die schöne Winterlandschaft noch erhalten bleibt.

* Friedberg, 5. Jan, Wegen einer abscheuliche» Schand­tat stand am Freitag der im nahen Assenheim gebürtige Hausierer Wilhelm Stipp in Frankfurt a. M. vor Gericht. In seinem Hausiererbernse hatte er die Gelegenheit benutzt, sich an ein blutjunges Mädchen heranzumachen. Der Unhold verging sich an ihr mit dem recht traurigen Resultate, daß das noch nicht 14 Jahre alte Kind Mutter wurde. Hier wäre eine mehrjährige Zuchthaussttafe am Platze gewesen, aber der Verbrecher kam mit der gelinden Sttafe von zwei Jahren Gefängnis davon.

* Lichtbiider-Abend. Wir machen an dieser Stelle noch­mals auf den am Freitag, den 9. Januar, abends Uhr, int Saale des Hotels Trapp stattfindenden Lichtbilder-Vor- trag aufmerksam. Herr Pastor Weigelt aus Wandersleben wird über seine Reise in Palästtna sprechen und durch Vor- führung von Bildern, die er bei dieser Gelegenheit selbst aufgenomnten hat, ergänzen. Der Besuch des Vortrages ist umso mehr zu empfehlen, als der Reinertrag dem Soldaten- heim zu Ohrdruff zugute koinmt,

* Friedberg. 5. Jan. (Landw. Raftno.) Das zweite Wintervergnüge» des Landw. Kasinos war si> zahlreich be­sucht, daß «s wirklich für di« Spätgekommenen schwer hielt, ei. iten Platz zu bekommen. Der erst« Teil des Festes wurde ausgefüllt durch Musikvotträg« der Hanauer Ulanenkapell«, auch einig« Beremsmitglieder sorgten in liebenswürdiger Weist für di« Unterhaltung der Feftgäfie. Ganz besondere Anerkennung aber verdienen die Gcsangsvorträge des ersten Fritdberger Doppelquartett» unter Leitung ihres Herrn Se- mmarlehrers Kuhn. Es waren einfache, schlicht« Lieder, dt- gesungen wurden, der Bortrag war sa hindurch dacht und künst­lerisch vollendet, daß er ein Geinch war, ihnen zu lauschen. Im zweiten Teil kam die Jugend zur Geltung und der Tanz trat in sein« Recht«, Gewohnterw-ise wurde es Morgen, bis man zum Aufbruch rüstete.

* Friedberg. 5. Jan. Der Fischerverctn Ofteirhach hat bei dem Fffchereiveretn de, Großherzogtum, Hessen dem Antrag gestellt, ein« gesehliche Bestimmung herbeizuführen, wonach tn her Frühjahrsschonzett der IHM* di« Ausnahmetage an

dem die Fischerei ausgeübt werden darf, beseitigt werden svl. leir, weil durch das Wegfangen der Fische an den Laichplätze während der Arichgeit (April, Mai und Juni) her Fischbestaiid

der Flüsse erheblich geschädigt werde. Der Antrag wurde von der Haupwersammlung des Fffchcivereins für das Trotz!;:' zogtum Hessen angenommen und dem Vorstand der >

Veranlassung überwiesen. Der Hessische Anglcrbund hat !v reits im Herbst 1912 einen gleichlautenden Antrag de: Regie rung und den beiden Kammern überreicht.

* Deutsch« Turnkrschast, 1. Gau Hessen. Den Dereinen sind die Unterlagen für di« Vesiandserhebung frühzeitig zugegan­gen. Dieselben sind gewissenhaft ausgefüllt, dem Gauvertre­ter vor dem 10. Januar einzusenden. Sollten Vereinsvorstände besonders von kleinen Landvereinen, über manche Fragen im Unklaren sein, dann sind gewiß Lhrer oder ander« kundige Personen bereit, ihnen zu helfen.

* Ossenheim, 5. Jan. Bei der cim Samstag hier abge haltenen Treibjagd wurdet! 278 Hasen zur Strecke gebracht.

* Dorheim, 5. Jan. Bei der gerichtlichen Leichenschau

des jüngst aus dem Leben geschiedenen Georg Westpbal sau, man einen Zettel in der Kleidung des Inhalt:Scheid«

wegen E. E und 58. S. (die Namen waren ausgefüllt D. N.s freiwillig aus dem Leben und wünsche ihnen ein Lebewohl Georg." Das Gericht hat den Zettel beschlagnahmt. Dir Beerdigung Westphals fand gestern Sonntag nachmitlac statt. Die Beteiligung war sehr stark. Den Leichenzug be­gleiteten der Pfarrer, der Kriegerdcrein, eine Musikkapelle und viele Leidtragende.

* Schotten, 5. Jan. Die Schweincpreise sind wieder gestis- gen. In der Woche vor Weihnachten zahlten di« hiesigen Metz per 61 Pjg. per Pfurch Schlachtgewicht, jetzt zahlen sie Tf. Psg Die gewaltigen Schneemaffen, welche am 28. auf 29. Dezbr. ntrdrrgtngen, haben an den Obstbäumen hier und in der Um­gegend grotzen Schaden angerichtet.. All« Birnbäume sind gänzlich aus der Erd« gehoben, dl« Kronen der Zwrtschen- bäume sind auseinanderyedrnckt. Es sieht in den Gärten aus, als wenn di« Artillerie scharf hineingefeuert hätte. Im Ober- waldc liegt der Schnee durchschnittlich 89199 Zeniimeter hoch. Rooeln und Schneeschuhlcmfen werden effrig bettiebne. Während der Wcihnaisfeiertage herrschte auf dem Hoherods- kopf starker Betrieb. Di« beiden Klubhäuser und di« Gafthöfe in Breungeshain waren von Fremden überfüllt.

* Butzbach, 5. Jan. Bon iner eigenartigen Verwendung wirklich verwundeter Personen weiß die FrankfftrterVolks- sttmme" zu berichten. Bei einer Theaterausführnng des Jungdeutschland-BnndeS hatten auch Verwundete mitzn-- spielen. Um das Stückmöglichst realisttsch darznstellen, nahm inan als Verwundeten einen jungen Arbeiter, der sich wenige Tag« vorher den Arm gebrock^n hatte und diesen deshalb in der Binde tragen mußte. Der Arzt soll dem jungen Manne die Mitwirkung bei der Aufführung gestattet haben.

* Watzenborn, 5. Jan. Von einem tragischen Mißgeschick wurde der Landwirt Ullnrann betroffen. Kurz nach Ablauf des Feuerversicherungsvertrages äsckzerte ein Großfeuer seine gesamte Besitzung bis auf die Fundamente ein.

* Gießen, 8. Jan. Der Gouverneur von Metz, General der Infanterie v. Oven, hat wie militärische Zeitungen be­richten sein Abschiedsgesuch eingercicht, dem binnen kurzem entsprochen werden wird. Die Neubesetzung des wichtigen Grenzposten? erfolgt ,u KaiferSgeburtstag. Es ist dafür seit längerer Zeit der Kommandeur der 16. Division in Trier, Generalleutnant v, Lindenau, in Aussicht genommen. General v, Lindenau hat lange dem Generalstabe der Armee angehört, war Chef der 1. Abteilung des Großen General- stabs und später Kommandeur des Großherzoglich hessischen Kaiserregiments in Gießen.

* Gießen, 5. Jan. Die Strafkammer verurteilte dett verheirateten Lehrer E. Schmidt von Lardenbach, Kreis Als­feld, einen Mann Mitte der 40er, wegen sittlicher Verfehlun­gen, begangen an ihm anvertranten Schulkindern zu sechs Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Ange­klagte war geständig, seit sechs bis sieben Jahren in dem kleinen Dorfe sich itnsittlich an Kindern vergangen zu haben. Es standen sieben Fälle unter Anklage. Ilnter den Zeugen waren teilweise siebzehn bis achtzehn Jahre alte Mädchen, welche den Angeklagten belasteten. Der Gerichtshof erklärte bei der schweren sittlichen Schädigiina, welche Schmidt bei der Jugend in der Gemeinde angerichtet, habe man mildernde llmstände versagen müssen. Man hat schon seit Jahren in Lardenbach über das Treiben des Lebrrers gemnnkelt, eS hatte aber niemand den Mut, gegen denselben vorzngeben. Zuletzt aber wurde dem Manne doch der Boden z» heiß, er ging ins Ausland und erst dadurch kam der Stein ins Rollen.

* Wieseck. 5. Jan. Ein 2 Jahre altes Kind fiel in einen Topf heißen Waffeis und zog sich schwer« Brandwunden an den Beinen und am Oberkörper zu.

* Frankfurt a, M., 8. Jan. Ein folgenschwerer Zusam­menstoß ereignete sich gestern abend gegen 6 Uhr auf der oberen Efchersbeiiner Landstraße zwischen Ganghofer- und Körberstraße. Ein von Eschersheim kommender, mit zivet Pferden bespannter Wagen des Fuhrwerksbesitzers May wollte einem hinter ihm berkommcnden Wagen der Linie 24 nusweichcn. Infolge des an den Straßenseiten anfgc- schichteten Schnees war der Fuhrmann gezwmigen, auf das andere Geleis zu fahren und stieß hierbei mit einem von Frankfurt kommenden Zuge der Linie 23 so heftig zusam­men, daß das eine Pferd aus der Stelle getötet wurde, wäh­rend das zweite Pferd heute nacht verendete. Auch der Wagen wurde vollständig zertrümmert, der Lenker des Fuhrwerks kam mit dem Schrecken davon. Die Wagen der Elektrischen wurden mehr oder weniger beschädigt. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, wird erst die Untersuchung ergeben.

Hrffeu-Raffau.

* Bad Hamburg. 5 . Jan. Der Landvat des Obertaunlvs- kreists hat sämtliche Verein«, ble am Geburtstag« d«s Kaisers öffentliche Lustbarkeiten veranstalt», von der Zahlung «iner Lnstbarteitssteuer Heft eit.

* Oberstedten, 5. Jan. In der Gastwirtschaft von Herz- »eroer brach ei» Brand aus. der zwar bald gelöscht wurde.