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Moalnp. den 5. Januar

7 , Jahrgang

Xu«nie tagMuiiang* cildjeint ,ed«n Werttag. Regelmäßige Beilagen?rr tfnoer an» ieir*»",Ai, KpinnSul-e". <5r.u 9 oprri»: »ci den P-stanstalten vuruIiahiUch '.Dil. i ,'5 bei den Agenten monatlich SO Psg. hin,» tritt Postgebühr oder Irägerlohn. A»,eigen! «rund, eile AI Psg^ lokale 15 Psg, An,eigen oc», auswärts werden durtz po.lnachnahme erhoben Erftillmigratt H riedberg. KcherNleitnag und perlag Jriedberg (Hellen), Hanauer strotze lL. Fernlprecher 45. Postlchick-L-nto Ne. 48.',9, Amt Franljurt -. «.

Aeb erficht.

In Ttrahburg wird gegen dieienigen Aaberner Rekrvte», die die angeblich beleidigende Aeußernng des Leutnant« v. Äotftwer über die französische Fahne gehört habe» wollen, bei der Vernehmung wider die Wahrheit be­findet hatte», das Militärgerichtsverfahren eingeleitet werden.

Beim Eisläufen in Hamborn ertranken zwei Schüler.

Drei konnten gerettet werden.

Prinz Wilhelm zu Wied wird heute das Schloß in Neuwied verlassen und nach Potsdamni reisen, wo er in den nächste» Tagen die albanische Deputation empfangen wird, die ihm den Fürstenhut Albaniens anznbieten beauftragt sind.

Der Dampfer Wolgast", in Stettin beheimatet, aus der Reise von Königsberg nach Tebin, strandete 5 Kilometer westlich vom Lstseebad Rügerwaldermünde. Die Mannschaft wurde durch den Raketenapparat der Rettungsstation Rügen- waldermunde gerettet.

Im französische » Grenzort Homocourt wurden zwei Arbeiter durch .Kohlenschlacke verschüttet.

Nach demPopolo Romano" ist die Note, in der Griechenland angeblich droht, ohne gleichzeitige Erledigung der Jnselsrage Albanien nicht räumen zu wollen, in Rom nicht übergeben worden.

König Peter hat den bisherigen Ministerpräsidenten Paschitsch mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut, in da8 olle bisherigen Minister mit Ausnahme des Kriegsmini» sterS Bojanowitsch eintreten.

Bei Rabat in Nordwestmarokko sind durch eine von einem Felsen hrrabsturzende Steinwasir 22 Arbeiter getötet und niedrere andere verletzt worden.

Im Hafen von Rewpork sind die Kohlenschifser in den Aurftand getreten. Es wird befürchtet, daß der regel- mätzige Verkehr der Ozeandampfer unter dein Streik leiden könnte.

Die Mannschaft des englischen DampfersBaron Dalmani," hat am 1. Feiertag gemeutert. Der Kapitän des Schisses schüchterte schlietzlich die Meuterer dadurch ein, daß er einen Revolver zog und mehrere derselben verwundete.

Die Kämpfe bei Citnega dauern fort. Tie Regie- rungstrnppen machten einen Ausfall, wurden aber zurück- getrieben.

Zahresrückjchau.

B. Ausland.

Auf dem Weltheater haben sich im Jahre 1913 recht be­wegte Szenen abgespielt, für die Beteiligten meist wenig er­freulich. In der Hanptfache drehte sich die Handlung uni dn Balkan, wo ivesentliche Verschiebungen zu verzeichnen sind. An der Sckstvelle des Jahres schien der Krieg auf dem Balkan seinem Ende entgegenzugehen, da brach er mit er­neuter tstewatt los, nur mit dem Unterschiede, daß Bulga­rien sich von seinen bisherigen Verbündeten trennte und den Kamps gegen sie anfnahm. Mit welchem Erfolge, ist noch '» aller Erinnerung, das mit fckstveren Opfern eroberte Adr.L'.zrpeb wnrds rgteder von den Türken besetzt, die auch weiterhin dort verbleiben, und auch von den sonstigen er­rungenen Gebieten ging vieles verloren. Serbien und Grie- clienland erzielten ziemlich mühelos große Vorteile, und Bnl- gorien mußte schließlich einlenken, da auch Rnmänien auf arm Plane erschien und die Gelegenheit benutzte, eine Grenz- regnlierung zu seinen Gunsten durchzndrücken. Das ganze Auftreten RnmänienS während der Bukarester Verhandlun- gen zeigte, daß dieses Land alS Vormacht auf dem Balkan sich betrachtet, ein Faktum, mit dem die Mächte, nainentlich Rußland, künftig gar sehr zu rechnen haben werden. Tie Türkei selbst hat zwar schwere Einbuße an Macht und Land erlitten es macht aber doch den Anschein, als ob die OSmanen ndlich aus den letzten trüben Erfahrungen lernen wollen. Hitf wirtschaftlichem Gebiete sucht man eine Verständigung mit d-n Mächten namentlich über Kleinasien und in mili­tärischer Hinsicht will nian gleichfalls gründlich Wandel chaffen, indem man eine Militärmisjion ans Deutschland mit General Lima» an der Spitze nach Konstantiuopel be­rief. Diese Maßnahme war aber nicht nach dem Herzen der Tripleentente, ein großes Ränkespicl setzte ein und die Bot- Ichaster Frankreichs und Rußlands versuchten, Einsvruch zu erbeben, aber vergeblich, die Türkei blieb fest. Indessen ist die Angelegenheit noch, immer nicht zur Ruhe gekommen, und jetzt an der Jahreswende dauern die Verhandlungen noch iznmer an.

An den Balkanwirren waren die Großmächte samt und anders mehr oder minder interessiert, von den Angehörigen

Dreibundes ganz besonders Oesterreich-Ungarn und Italien. ES bat dabei nickst an Differenzen gefehlt, die er­neute K.Implikationen heraiilbraclsten, bis es ersreulicher- i iv gelang, durch gegenseitiges Entgegenkommen doch die ufährlichen Klippen zu umschiffen. Freilich läßt sich nicht leugnen, daß die östereicknsche Diplomatie nicht immer sehr glücklich operierte, was sogar zu einer Keinen vorübergehen­den Perltiaununa zwischen Berlin und Wien führte. lieber-

Haupt hat die Donaumonarchie kein sehr freudenreiche? Jahr hinter sich, denn auch die Lage ini Inneren war keine sonder­lich gute, und nur mit Mühe gelang es, das Parlament ar­beitsfähig zu erhalten. Wenigstens aber war es möglich, die Wehrvorlage durchzubringen, nachdem sich die Regierung in­folge der Ereignisse auf dem Balkan genötigt gesehen batte, beträchtliche Kredite für die Heeresverstärkung zu verlangen. Besser war Italien daran, wo die Neuwahlen trotz Aus­dehnung de? Wahlrechts der Regierung eine ganz beträcht­liche Mehrheit brachten, sodaß sie gefestigter dasteht, denn jo. Man ist im Apenninenreiche infolge des Mackstzuwachses durch de» Türkenkrieg recht selbstbewußt geworden und for- dert energisch seinen Anteil an der Mittelmeersonne. In mehreren Reden haben die leitenden Staatsmänner mit dent- sicher Adresse durchblicken lassen, daß sie keinerlei Vorherr­schaft irgend einer Macht im Mittelländischen Meere zulassen würden, und diesem Grundsätze entsprechen soll auch die Wehrkraft zu Wasser und zu Lande verstärkt werden. Gleich­zeitig hat man mehrfach auf das nachdrücklichste das Festhal­ten am Dreibünde betont und das Liebeslverben von ge­wisser Seite zurückgewiesen. In Frankreich hat das ver­schiedentlich böses Blut gemacht und das Echo von der Seine klang darum nicht gerade sehr freundlich.

Nun zum Dreiverband. Diese einst so gepriesene Kon­stellation scheint doch nicht mehr so halten zu wollen, waS sich ihre Teilnehiner anfänglich versprachen. Gewiß besteht sie noch und sie ist tut Laufe des letzten Jahres genug in Aktion getreten, andererseits aber niachte sich mehr und niehr eine Lauheit Englands geltend, weil man jenseits des Kanals eingesehen hatte, daß von einer innigen Verbrüde­rung mit Frankreich und Rußland nicht alle? Heil komnie. Vor allem suchte Grey eS zn vermeiden, in Abenteuer auf dem Balkan verwickelt zu werden, und seine Haltung hat wohl nicht zuletzt dazu beigetragen, daß Frankreich und Rußland in wichsigen Fragen, die schwere Konflikte heranf- zubringen drohten, schließlich einlenkle». Dazu kani. daß sich eine ersichtliche Annäherung Englands an Deutschland vollzog, der schließlich auch Rußland Rechnung getragen hat, indem bei den bereits erwähnten Besuchen Ssasonows und Kokowzews in Berlin über wichtige Angelegenheiten, nan-ent- lich die kleinasiatischen Fragen, eine Verständigung erzwlt tvorden ist. In Frankreich war nian von alledem nicht sehr erbaut und die Stimmung jenseits der Vogesen war daher im letzten Jahre meist eine recht gereizte und nicht nur Deutsch­gegenüber. Außer von Italien hatte man auch von Spanien einen zierlich geflochtenen Korb erhalten, als man gelegent­lich des Madrider Besuches Poincarcks versuchte, Spanien an den Dreiverband zn ketten. Die spanischen Machthaber sagten sich jedoch, daß ein solcher Anschluß für das Land keinen Nutzen bringe, sondern nur Verpflichtungen nuferlegen würde und daß es besser sei, allein zu bleiben, weil man da­durch mehr für sich herausschlagen könnte. Im übrigen halte Frankreich im Innern Sorgen genug. Der neue Präsident Voincarck hat iin abgelaukenen Jahre nicht allzu viel gl ick- siche Tage gesehn. Die Militärvorlage ging zwar mit Hän­gen und Würgen durch, bei der Kostendeckung kam es aber zum Krach und das Ministerium Barthon inußte in der Der- srnkiiilg verschwinden, um einem Ministerium Doumecguc, dessen Seele Caillanx ist, Platz zu machen. Die Stellung dos Kabinett? ist eine keineswegs gesicherte und die 'vnere Lage in Frankreich ist daher keineswegs geklärt.

Auch in England bat es an schweren inneren Verl-.-gen- heiton nicht gefehlt, während die äußere Politik in Erfolgen reich war und England gerade in den Balkanwirr.m unter dcn Mächten die führende Stellung einnahm.

In Rußland bat die Lage im Innern keine wesentliche Aonderung erfahren: die Duma fristet nach wie vor ein

Scheindasein. Nur die Pansfavisto» haben während des Balkankrieges den verantwortlicheil Stelle» das Leben recht schwer gemacht, »nd sie baden wobl ai'ch durch mächtige Hin­termännern es tx-rstanden, der Anßenvolitik jene Richtung zn geben, die Rußland zu den anderen Mächten int Gegensätze brachte und Verwickelungen berberfiibrle.

In den übrigen europäuchen Staaten waren Ereig­nisse von außerordentlicher B -deiitung kainn zu verzeichnen. Dagegen hat man in der neuen Welt ein reckst ereignisreiches Jahr hinter sich. Hier war es Mexiko, das llnruhe i» die politische Lage brachte und den Gegenlatz zn de» Vereinigten Staaten in das hellste Licht rückte. Am liebsten hätte man in Washington wohl gesehen, wenn es zu einein offenen Bruche gekommen wäre, aber mehrer Enropamächle haben in Mexiko große Interessen zu vertreten und derem Einflüsse in Washington ist es wobl zuznschreiben. wenn man sich dort ziirückliielt, zumal der schlaue Huerta olle? mögliche tat, um einen Anlaß z» einer bewaffneten Intervention Nordameri­kas zu verineiden. Tie Eipansionoliist der Dreeinigten Staate» stößt auch sonst anf Widerstand, wenigstens würde Japan alles in Beivegung setzen, um eine Ausbreitung der Mackst Nordcmicrikas zu verhindern. Eine Zeitlang hatten die Dilferenzen gelegentlich der Einwanderungsbill einen rccht scharfen Grad angenommen, jedoch gehört keine große Sehergabe dazu, uni anznkünden, daß es um die Herrschaft im Stillen Ozean doch noch einmal z» einem gewaltige» Rin­gen konnnen wird.

iungfriftijif

I» H'r Fteischmarktenguetekommission hat der Vor- sitzende, Staatssekretär IIr, Delbrück osse» zugegeben, daß die Einfuhr ansländischon Fleisches, von der die Rogiornngo», Ircmi auch nicht Wnndorwirknngo», so doch ein merkliches Herabdriicken der Fleischprcise erwarteten, zn einer P>-'is- clinäßignng int allgemeinen überhaupt nickst geftilnt hot Daß er den städtische» Fleischbezng immerhin als eine Vor sorgung der minderbomitlelten Kreise mit etwas billigereui Fleisch gelten lassen möchte, ist vom Standpunkt des Vize­kanzlers, der die Politik der verbündeten Regierungen nickst gut als völlig wirkungslos preisgeben kann, wohl ohne wei­teres verständlich. Seine Erinnerung an den Nnistand, daß Berlin, als es im April wegen ungenügender Zus.ibr russischer Sckstveine der Fleischhalle den Ankauf inlän­discher Schweine gestattete, dieses angeblich »»er­schwinglich teure einheimische Schweinefleisch z »in glei­chen Preise wie das russische verkaufe» koiinte, besagen I ja genug und lehren, daß es zur Versorgung der Bevölke. iinig mit preiswertem Fleisch, der langen Farhten ins Ausland überhaupt nicht bedarf. Nötig ist gllein eine An- nähernng der Fleischverzehrer an die Vieherzeuger, sei es dlirch Vermitelnng der Stadtverwaltungen, sei es durch im» initlelbare Verbindungen zwischen Fleischer- und Landwirts- genossenschciflen. Ans dem Kampsseide der Fleischversorgnng ist der Abschluß langfristiger Lieferungiverträge die For- dernng des Tages.

Der bloßen Worten abholde, für eine Politik entschlosse- nen Zugreisens, in mancher Beziehung vorbildliche Ulmer Oberbürgermeister v. Wagiier hat in der Kommissioii die verständigeii Forderungen ausgestellt, daß

1) auf gewisse Zeitränine der Bevölkerung gleich- bleibende Fleischprcise gesichert sind,

2) die inländische Vieherzeugung gehoben und die Fleischversorgnng dos deutschen Volkes vom Ausland unabhängig wird,

3) bei der städtischen Bevölkerung das Verständnis sür landwirtschaftliche Fragen wächst »nd

4) die innere Entfremdung zwischen der industrieller und landwirtschasttreibenden Bevölkerung bekämpst wird.

Das sind gewiß vernünftige Forderiingen. An ihrer Verwirklichung arbeitet man in Ulm durch Taten, lind aiich anderwärts verkennt man nicht länger, daß weder die schön­sten, der Parteischablone angepaßten Worte, noch das ver­legene Suchen im Auslände nach unerschöpflichen Queller billigen Fleisches zu befriedigendem Ziele ftihren kann. Spricht es etwa nickst Bände, daß neuerdings der Berliner Aiifkänfer niis Rußland, aus dem ihn die hohen Schweine- Preise verscheiichten, nach Serbien geflüchtet ist? Erfreu- sicherweise haben bereits einige Großsladtmonarchen, w>< die Oberbürgermeister Wallras-Köln und Rive-Halle, sich gleichfalls zu langfristigen Lieferungsverträgen bekannt, iinli ist auch der entsprechende Versuch in Ulm bereits gemacht und als gelungen z» bezeichnen, so fehlt doch vorlänlig noch der praktische Versuch auf breiterer Basia Was in der Koinmissio» die Vertreter des Schlöchtergewei >- : dagegen eingewendet haben, kann als ausschlaggebend >i" möglich anerkannt werde>> lind wird wahrscheinlich an-/ keineswegs von allen Fleischern als zutreffend gewertet. To- einzig wirkliche durckjfchlagende große Mittel so hot Iw Giaf Schwerin-Löwitz in der Konimission die langen Erör­terungen mit Fng znsainmengesaßt sind langfristige V r. träge, denn wenn auch die Produktion bis z» einem ge­wissen Grade durch andere Mittel gesteigert werden kann so wird man doch die Schwankiinge» durch ein Verhüten doi Kolberschlachtimgen, durch innere Kolonisation oder der gleichen niemals ans der Welt schcissen. So drängt denn hier die ganze Entwickelung gebieterisch auf praktische Ver­suche im großen »nd man darf einigermaßen gespannt sein io welchem Teinpo sich der Zwang zniii Schaffen hier gegen Eigensinn, biireaukrntilck>e Schwerfälligkeit und behäbigen, die goldigen Reize der Konjunktur preisenden Eigennnf durch setzen wird.

Ans dem hell. Landtag.

Zivritk Kammer.

Tie Zweite Kammer des hessischen Landtages ilt f Dienstag, den 13. Januar d. I., einbernfen worden.' - i« Tagung dürste nur kurze Zeit danerii. Ans der Tage-: i > nung steht die Besprechung einer Reihe von Anträgen :-»! Vorstellungen, darunter eine Anzahl, d-e di- neue V, ?- Versicherungsordnung betreisen, ein Antrag d?S Abba !f Stadecken, die Erbaiiung einer Nebenbahn von Und-- nach Arnsheim, der Antrag Auler, den Ban der Red- br Densheim- Linde,ifels, dann desgl. Anfrage d"? A' '.- >d- neten Brauer, die Notariatsgebühren und die Beurl-i l-mg von Jmmobilienveränßerungen betr. die dc---gl. t- tr. i! des Abgeordneten Woll-Stadecken, die Tätigkeit - m- merzienrats Ihrig bei der Land». Genossenlckiat- - ' '.et' u. s. w