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Ans aller Welt.

Gold Nack««". Das elsässischr WortWockeS" hat durch dic Vorgänge in Zabcrn in ganz Deutschland eine recht »»- >wünschte Berühmtheit erlangt. Es dürfte daher von ^n- .., cffc sein, daß sich eine in Elsaß ansässige Taoalfabrik d.w ».sottGold Walkes" vo: einiger Zeit als Warcnzeichen schiigcn ließ. Das Zeichen ist laut WarcnzcichenbK.lt am l. lhtai v. I. angenieldet und am 30. September eingetragen worden. Diese Eintragung zeigt die Bedeutung des vielge- nannten Wortes denn doch in einem anderen Lichte. Denn ,venn ein elsässischer Fabrikant das Wort als Warenzeichen wählt, so können ihm nicht nur verächtliche Begriffe anhaftcn.

Fünf Millionen-Geschenl für eine Waldschule Der Stadt Berlin sind von einem Einwohner fünf Millionen geschenkt worden, die zur Anlegung und Unterhaltung einer Waldschule für Knaben dienen sollen, die gesund und namentlich nicht mit erblichen Fehlern belastet sind. Die Schule soll in einer wald­reichen Gegend in der Näh.- von Lanke errichtet werden. Der Stifter ist, wie wir hören, eine in Groß Berlin lebend« Per­sönlichkeit. die bisher in der Oefsentlichkert noch gar nicht her- vorgetreten ist. sich aber wiederholt an wohltätigen Veionstal- lungm beteiligt hat. Dem Wunsche der Stifters gemäß wird dessen Name vorläusig nicht bekannt gegeben, doch dürft« er in einiger Zeit bekannt werden, da Vi« Stiftung seinen Namen tragen soll.

Brandstiftung aus R>iche. Die Strafkammer d:s Königl. Landgerichts in Dresden verurteilte den 16 Fahre alten Dienstknecht, gebürtig aus Stadt Wehlen, wegen vorsätzlicher Brandstistiing zu drei Monaten Gefängnis. Er hatte in seiner Stellung bei einem Gutsbesitzer aus Rache wagen seiner erfolg­ten Entlassung ein« Scheune in Brand gesteckt und hierdurch einen Schaden von 11000 Mark verursacht. Er will die Tat ausDummheit" begangen hoben.

Das Recht des Geistlichen. Der Redner der freireligiösen Gemeinde zu Nürnberg, der bei einer Beerdigung auf denn Friedhöfe in Schopfloch ein« Rede in freireligiösem Sinne ge­ölten hatte, verklagte, wie gemeldet wird, den protestantischen llsarrer jenes Dorfes wegen einer Aeußerung. dl« dieser >m li.liglonsnnterricht« gemacht haben sollte. Der Angeklagte gab zu, daß er gesagt haben könne:Loute. di« das Jenseits leugnen, nenne die Schrift Lügcnpropheten", belonie aber, daß er sich von niemanden wehren lass«, derartigen Angriffen auf di» Lehr« der christlichen Kirche gegenüber diese Tatsache aus­zusprechen. Er habe nicht nur das Recht, sondern auch di« Psl'cht, der Jugend klar zu mach.n, was von solchen Lehren zu halten frf. Das Gericht erkannte an, daß der Pfarrer in "Vahrung berechtigter Interessen gohandelt habe, und sprach ihn frei. Die Kosten wurden dam Kläger auferlegt.

Tragödie eines Handwcrtsburfchen. In Werne an der ?ippe wurde «in äüjährlger unbekannter Handwerksburiche er. raren aufgefun.de». Zn seinen Taschen fand man «in Schrist- ,t!ick über eine ihm zugesallene Erbschaft von 20 000 Mark.

Rohelunsall. Zn Düren suhlen mehrere Kinder, die die Diamarckstratz« hinunterrodclten, in einen aus einer Neben­straße in di« Bismarckstraße «inbiegenden Sandkarren. Zwei Kinder im Alter von 8 und 7 Zähren wurden getötet, zwei ander« schwer verletzt.

Familiendrala. Zn Böblingen ln Schwaben schnitt der stiiher« Fabilkarbeiter Steppich seinem 3 Jahr« alten Sähu- chrn im Bett« den Hals durch und «rhäitgi« sich darauf. Sein '.ljähriger Sohn war noch rechtzeitig aufguvacht und so der Ermordung entgangen. Steppich war seit einem halben Zahlt Witwer.

D«r Backenbart der Damen das ist das Neueste aus Paris. Das Haupthaar wird so angeordnet, daß vor dem Ohr eine große Strähn« di« Backe entlang herunterhängt. Es handelt sich nicht etwa um di« berühmten ^erlich gedrehten .Schillerlocken-, die unsere Mütter in den fünfziger und sech- :lg:e Zähren des vorigen Zechehundeitr mit Vorliebe trugen, dl« neue Pariser Mode macht den fatalen, den Spoilern sehr Willkommens» Eindrl'.ck eines Kotleltenbarle» an der zarten iveibllchrn Wange.

Setzerstreik. Znsolge d:s Sctzerstreilcs haben die Drucke­reien in Lemberg ihren Betrieb eingestellt. Sechs polnische Zeitungen veranstalteten «ine gemeinsam: Ausgabe im U,n- lange von vier Seiten, welche in dieser Form während der Dauer des Streikes «inmal täglich erscheinen wird. Di« >u- lhenischen Blätter dürsten vorläusdz auch nicht erscheinen. Iln. prfähr 000 streikende Seher. Maschinenmeister und Druck.-! hielten < rt« Versammlung ab.

Gino ungeheure Feucrsbrnnst hat das Theater, den Zirkus Palhee und einige Häuser in San Sebastian zerstört. Infolge des herrschenden Sturmes mar cs unmöglich, die anderen be drchte» Gebäude zu schützen. Di« Truppen haben die den, Feuerherd benachbarlen Kasernen geräumt. Die Einwohner sind von einer Panik ergriffen worden.

Tragisches Ende eines Ehepaares. Die Ehefrau bc-3 Drechslers Morenga in Lyck (Ostprcnßcn) wurde gestern fräh in der Räucherkannncr tot ausgefunden. Als der Ehemann die Lcich>e die Treppe hinabtragen wollte, wnrde er vorn Herzschlage getroffen und starb ebenfalls.

Vor, Wilderern erschossen. Bei der Verfolgung von Wildb'.'bcn irr der Nähe von Pirschen wurde der Gutsmann Koslar-» l, l'O'i Wilderern durch zwei Schüsse irr die Brust und Hals tödlich verletzt. Die Täter wrirden verhaftet.

D -la ch:r Mordversuch in Eharlottenburg. In der

i: ' !'-«.ß? lottenburg gab gestern naehnrittag

n: '« alle H . ::r Paul Iawronski auf seir e

.i a >e Delmhardt und auf deren

a : l- e.ster im-u.-r. ' Schüsse ab, durch welche alle »l-ckl.N. .ich ' '.letzt N urden. Ter Täter ' k> > so'bst eine f .were Schnßverletznng bei.

Üe des Motiv-- >r Tat sein.

lrnsu ocrwalter »ns Gerresheim ver,

l. Vf >> iursninverlualtcr der lüerresheimer Glas- ' ue Wilüöl», Wasscrrschmidt, dc>- in der verflossenen

' - >e wach Vrrnlmng erheblicher Unterschlagungen flüchtig oiwrs. >.t >n der Schweiz verhaftet worden. GleichzeHia i»

fjjeuc Tageszeirung. Samsiag, oen 3. Januar 1914.

die mit ihm geflüchtete Bürogehilfin Magda Witte von der .Kriminalpolizei festgenommen worden. Nach den bisherigen Feststellungen beträgt die unterschlagene Summe erheblich mehr als die anfangs angenommene Summe von 30000 M.

Der Tod in den Wellen. Nach einer aus Rochefort vor­liegenden Meldung, schlug infolge des hohen Seeganges eine Schaluppe des KreuzersCosmoro" um. Von der Besatzung die inS Meer geschleudert wurde, sind drei Matrosen er­trunken.

Frecher Diebstahl. Ein unerhört frecher Diebstahl hat sich gestern nachmittag in einer großen Gasometecfabrik auf dem Boulevard Vaugirard ereignet. Ein ehemaliger Nachtwächter der Fabrik Dupleix, der die Räumlichkeiten der Fabrik ganz genau kannte, drang gestern nachmittag in die Bureanräume ein. In dem Zimmer eines Direktors be­mächtigte er sich einer Smmne von 60 000 Francs in Bargeld und verschwand, nachdem er noch einen Ueberzieher des Direktors angezogen hatte. Freundlich nach allen Seiten grüßend und verschiedenen Angestellten die Hände schüttelnd, verließ er ungehindert das Fabrikgebäude. Der Direktor, der sich für wenige Minuten aus dein Bureau entfernt hatte, machte mit Entsetzen die Entdeckung, daß aus seinem wohl- verschlossenen Schreibtische das gesamte, für die Auszahlung der Arbeiter am Ultimo bestimnite Geld verschwunden war. Dublcix wurde von der Polizei bisher vergeblich gesucht. Es ist kein Anhaltspunkt vorhanden, wo er sich hingewandt haben könnte.

Zur Erniordung Harrst Fragsons. Die polizeiliche Un­tersuchung über die Beweggründe, die den Vater des bekann­ten Sängers und Variötökünstlers Fragsons zur Ermordung seines Sohnes veranlaßten, hat ergeben, daß der 33jährige Mann offenbar an Verfolgungswahnsinn leidet, Der Greis war von der fixen Idee befallen, daß sein Sohn ihn ver­stoßen wolle und litt an einer krankhaften Eifersucht gegen die Freundin seines Sohnes, Ans Vorgefundenen Aufzeich­nungen, die der alte Mann hintcrlnssen hat, gebt hervor, dnß er auch beabsichtigt, die Freundin seines Sohnes zu erschießen und sich dann selbst das Leben zu nchnlen.

Liebcsdrama. In Bottrop drang der Zigarrenhändler Wentzel in der Nacht in das Schlafzimmer seiner Braut ein und tötete sie durch drei Revolverschüsse. Dann schoß er auf deren Schwester. Hier verfehlte aber die Kugel ihr Ziel und schließlich jagte er sich eine Kugel in die Schläfe, die seinen sofortigen Tod herbeiführte.

Zu dem Selbstmord eine» Obersekundaner» wird weiter aus Berlin gemeldet: Die Annahme, daß der Obersekundaner Zeß Selbstmord verübt hat, wird durch dir angestellt«» Ermit­telungen bestätigt. Es ist b:r«fts gelungen. Uhr und «inen Ring wieder zur Stelle zu schaffen, während das Sparkassen, buch und ein zweiter Ring noch fehlen. Nach allen jetzt be­kannt gewordenen Umständen ist mit Sicherheit zu sagen, baß Jeß aus Scham über ei um Fehltritt in den Tod gegangen ist. Irgendwelche Vorgänge Ort der Schule, sowie der Ausfall der Zensur haben mit der ganzen Afsäre nichts zu tun, denn die Zensuren wurden erst am Dientag verteilt, während J»ß be. vcits am Montagabend sich von feinen Eltern «ntfernt hat. Es liegt hier wohl der Fall vor, daß ein geistig über fein« Jahre entwickelter 17jähriger junger Menfch, dessen Gefühlsleben vollkommen seinem Alter entsprach und der in der elterlichen Familie streng gehalten wurde, bei einem Schritt vom Weg« gestrauchelt ist, und daß dann die Ernüchterung so mächtig auf den jungen Menschen einwirkte, daß er in seiner Scham den Weg zum elterlichen Haufe nicht mehr zurückfand, sondern nach verzweifeltem Herumtieiben sich da« Leben nahm. Der öfter zttierte Freund, der Sohn eines füdamerikanischen Offiziers, der früher in deutschen Dienste» gestanden hat, hat sich an dem Abend des Abenteuers bald entfernt und kehrte am Dienstag in die Schul« zurück. Zeß, der feinen Weg allein gtag, hat auch die Tat allein ausgefuhrt.

Ans der Heimat

* Kitten, 3. Jan. Stuf die beiden Vorstellungen des mor­gigen Sonntags im hiesigen Sladttheater sei besonders Hinz«, wiesen, da sie zweiSchlager" des gegenwärtigen Reporloiers bringen, nämlich nachmittags dir G fangsposieFiimzar-ber" und abends den SchwankDie spanische Fliege". Di« sortwäh- rendcn Wrederl-olun.jen dieser beiden Stücke sprech'n im über- zeugenostrn sür den Erfolg und Zugkraft.

Aus Starkenbnrg.

* Darmstadt, 3. Je». Der Urheber d-s tätlichen Unglücks- fall.s in der Liebf-aueistraß« hier, welchem der 26 Jahre all« Buchhalter Peter Dör.am zum Opfer si.l, ist noch nicht ermit­telt. Gestern vormittag sar.d eine gerichtliche Augenschein, nähme statt, der auch der Oberstaatsanwalt Dr. Schrvarz bei- . wohnte. ' Weiter« Anhalts» :!!:- für einen bestimmten Täler haben sich hierbei »ich! erg bei,. Schon feit Jahren ist der N-ujahrstrubel gerade in der fragt ch:n Gegend besonders stark. Aus de» meisten Fenstern erschallte,, N-ujahrsruf« d.r Nachbarn. Ueberall war Feuerwerk, j allen Ecke» und Enden kracht: cs. Das den Tod Dötsirms verursach',rde Geschoß muß aus einer alten Rciterpistole oder einem anderen Vorderlader abgegeben worden sein, denn in dem Zimmer an desf.n Fenster sich der tätliche Voisall ereignet,, fand man drei ziemlich große Bleibrecken, die jedenfalls in dem Sacj der iotbrirgcnden

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Seit« von der Straße aus gesehen, bst durch eines der Geschosse die Ecke etwa 6 Zontimeier stark h: rau-gebrochen und ' >,

man an, dag der Schnst van der-linke» östlichen Seit« kann Das Geschoß fanii nur wagrecht geflogen sein. Dadurch lam der schief östlich gegenüber in Liebsrauenstraßc 1l2 wohnende Schneider P. Heß in Verdacht, der mit seinem Ressen, dom Hilfsschaffner Heiß, in seiner Wohnung in gleicher Stoäw..:-' höhe Sylvester feierte. Da beide am vorige-,, Reüjah. -- ' geschossen haben, fiel auf sie der erste V-rdachi und erfolg:- durch ihre Festnahin«. Au- , dem bei Heiß varg:!»»d-n. voioer, der vorgestern »achter»,iiielt wurde, ist aber an:: enh in der fraglichen Nacht kein Schuß abgegeben worbe: auch sein Neffe besaß in dieser Nacht keinen Revolver : . streiken beide entschieden geschossen z» haben. Da sich weitere Verdachtsmoment« gegen beide acht eigar»', , : sie gestern abend nach ihrer Borsllhriuig und Vcrnehluaz >" dem Amtsgericht wieder auf freien Fuß gesetzt. D:.> Ermil- lungen werden mit Eisei sorigesctzt,

Rülselsheim o. M. 3. Jan. Wegen Verletzung de? geheimnisies wurde die Ehefrau Schneider g b Arndt vo:. :. vom Schöffengericht Groß-Gerau in ein« Geldstrafe ro» genommen. Die Frau hatte ihrer Neugierde hie Zstx. ;>1 Ron lasten und einen von dem Kreisamt Groß-Geran o : Bürgermeisterei Dornhrfm gerichi-ten Brief erbreche» ,,'d - ' lesen.

Aufruf.

Wie mir von einem früheren Partcifrern'd gesch:!ebe» wird, ist Dr. Böcke! krank und arm gclvcrden. Ei beschäftigt sich mit schriftstellerischer Arbeit und hat manches gute Buch:Die Napdleancr", jb« deutsche Wald im dent scheu Lied" »nd andere inehr IjerauSßcgctien alle getragen von vaterländischem Geiste. Das letzte Werk bekitclt sieb Seele,rland" und ich kann allen Bücherfreunden war,:: enipfehlcn, sich da? Buch sende» zu lassen, znnial I>r. Dock. , dadurch unterstützt wird. Ich habe die Sache ander? ange- ' saßt, indem ich bei Parteifreunden eine Sammlung veran- staitet habe, die den Betrag von 32,10 J( ergab. Es ist doä- Tatsache, daß >>r. Böcke! es war, der in unserem Hessenland die Bauern aufrütteltc ans ihrer Gleichgültigkeit auf pol, tische,» Gebiete und ihm ist c§ vor allem zu verdanken, daß nnt den Bauernstimmen nicht mehr alle Parteien Fangball spielen können. Wenn er sogar seinen cigcntliären Berns a!-i Bibliothekar an der »niversität Marburg anfgeben mußt-, so niiissen wir dies umso inehr würdigen, da seine ganze Arbeit den Bauern, dem Volke, gegolten hat! Nun ist er krank und arm geworden, hinter ihm steht keine Pension. Vermögen konnte er nicht erwerben. Es wäre doch be­schämend, wenn wir Bauern die Leute hungern und ver­kommen ließen, die uns die besten Jahre ihres Lebens ge­opfert, die sich in den Dienst des Baiicrntnms gestellt und in, Kampfe unverdient Schiffbrnch erlitten haben. Soll die alte Hessentrcue einem Manne gegenüber zu Sckfanden werden, der wie kein Anderer, es verstand, das Gefühl der Znsanimengehörigkeit auch in unserem Berufe zu wecken: niemalsI Soviel müssen wir können, dnß wir einem Mann der sein Leid nicht an die große Glocke hängt, eine klein» Weihnachlsfreude bereiten können.

W ö l f e r s h e i m , 20. Dez. 1013.

Wilhelm Dorsch, LandtagSabgeordneter.

Nachschrift. Der Verlag derNeuen Tageszeit»,m" tf. kiern bereit, Spenden zu diesem Zwecke anznnchmen. Wer direkt senden will, der richte seine Sendung an Dr. Otto Böckel in Michendorf Mark) Potsdamerstraße 6.

Ich sage es Ihnen immer wieder: Sie müssen genau auf das geschlossene Pa-et mit Bild und Namenszug des Pfarr-'vs Kneipp achten. Nur dann erhalten Oc echten Kathreiners Malzkaffee. S- Sie vorsichtig: Es gibt täuschend äh, Packunaen