Die Neutralität der südamerikanischen Staate»».
Rotterdam. 29. 9tov. Die RegieruftgTn von Argentinien, Chile, Peru und llraguay wandten sich an die Vereinigten Staaten mit dem Ersuchen, sich ihnen zu einem gemeinsamen Schritte bet den kriegsührcnden Nationen zwecks Zurück- ziehung ihrer Kriegsschiffe aus den amerikanisckßm Gewässern 'anzuschließen. Brasilien wird gesondert einen ähnliche» Schritt tun. England soll bereit sein, alle Schiffe, welche noch in den Häfen Mittel- und Südamerikas zur Kohlenverforgung liegen, zurückzurufcn, falls sich die Vereinigten Staaten der Aktion anschließen und die übrigen kriegführenden Mächte bereit sind, dasselbe zu tun. Einige Mächte befürworten dagegen die Abgrenzung einer neutralen Zone von 100 bis 200 Meilen von der Küste.
Japan und Dentschland.
Aus Tokio wird dem Teinps von gestern telegraphiert: Ter japanische Ministerpräsident Gras Okuma teilte mit, daß Japans Teilnahme am Krieg mit der Eroberung Kiautschous nicht abgeschlossen sei. Deutschland müsse damit rechnen, daß es während des Krieges auch weiterhin dem japanischen Heere oder Flotte begegnen werde.
Zur Lage der in Rusiland zurückgehalteuen Deutsche«.
Tie eingegangenen Nachrichten über die bedrängt« Lag« einer großen Anzahl der in Rußland zuruckgehafteneii Deutschen haben, wie di« Nordd. Allg. Ztg. schreibt, die Reichsregiiermrg veranlaßt. Vorkehrungen zur Unterstützung der Notleidende» mit Geldmitteln zu treffen und zu biefem Zweck die Vermittlung der ainerikanisä,«» Botschaft in St Petersburg in Anspruch zu nehmen, Unterstützungs- bedürstia sind vorn«h,nlich die im ivcbrps sichtigen Alt«r stehenden Männer, di« meist nach den östlichen Gouvernements verschickt worden sind, ohne daß ihnen Zeit gelassen wurde, sich mit der für dt«se Gegenden notwendigen warmen Kleidung zu versehen. Ferner leiden die Angehörigen dieser Leute, di« bei -Nichtzahlung der Meie obdachlos werden, sowie di« arbeitslos gewordenen, nicht wehrpflichtigen Männer, nebst ihren Angehörigen, vielfach Not, brauchen Ge!d für die Rückkehr in die Heimat nsw. Di« Verteilung der von der Reichsregtcrnng bereitgestellten und nach Bedarf auszustillcnden Geldbeträge geschieht j„ der Weise, daß den amerikanischen Konsuln in den einzelnen russischen Gouvernements in regelmäßigen Zcit- nbständen Geldmittel überwiesen werde», die sie mit Hilfe deutscher Mittelspersonen den Bedürftigen zukvmnren lassen. Von St. Petersburg aus werden auch die nach den Gouvernements Wiatka. Wo- logda u. a. verschickten Deutschen regelmäßig mit Geldmitteln versorgt. deren Verteilung durch di« mit Bewilligung der russischen Regierung aus der Mitte der Verschickten heraus gebildeten Komitees ober durch deutsche Geistliche erfolgt. Tie Ermittelungen der amerikanischen Botschaft in 2t. Petersburg über die Lage der noch den, Gouvernement Wologda verschickten Deutschen haben ergeben, daß es hier allerdings vielen an den nötigen Eristenzmitdesil sehlt. doch sind die russischen Behörden bemüht. dem durch Schaffung von Arbeit nach Möglichkeit abzuhelfen. Gegenüber mehrfachen Klagen über di« Verteilung der Verschickten aus di« einzelne» Distrikte des Gouvernements. Uber die Bchandlung der Kranke», der Greife, der Frauen und Kinder haben die russischen Behörden niitgeteilt, daß in den äußersten Norden des Gouvernements nur diejenigen ivehr- pssichtigen Männer, die gegen Rußland im Feld« stehenden Truppenteilen angehören. verschickt werden: ollen übrigen, nanrentlich auch den Kranken, wird gestattet, tu Wologda selbst oder in den angrenzenden Ortschaften mit günstigeren klimatischen Verhältniffe» zu bleiben. Was die Befchasseichcit der Unterkunstsräunic a-nlangt, so wird bekanittgegeben, daß diese sich nicht von den Wohnungen der in Wologda ansässigen Russen unterscheiden: trotz des dichten Zu- sainmenwohnens sind Kranklretten bisher nicht zu verzeichnen gewesen.
Der deutsche Reichstag.
Die Verhandlungen des Reichskanzlers mit den Führern der Reichstagssraktionen, die Samstag begonnen haben, sind nach einem Bericht der Franks. Ztg. Sonntag fortgesührt worden. Auch die Fraktionen selbst hoben mit ihren Sitzungen Sonntag begonnen: u. a. hat die sozialdemokratische Fraktion während des ganzen Tages Beratungen abgehalten. Ten: Reichstag ist, wie schon gemeldet, eine einzige Vorlage zugegangen, in der ein neuer Kredit von 5 Milliarden Mark gefordert wird. Den Einzelcmpfängen der Fraktionsvorstände durch den Reichskanzler soll Dienstag noch eine gemein
same Sitzung der Fraktionsvorstände folgen. Vielleicht wird auch zu dieser gemeinschaftlichen Sitzung der Reichskanzler erscheinen, um eine vollständige Einigung mit den Parteien nicht nur über die neue Kreditvorlage, sondern auch über die allgemcin-politijche Lage und die innerpolitische Situation zu erzielen, daniit ebenso wie am 4. August die Plcnarvcr- handlungen des Reichstages nur einen sehr kurzen Verlauf nehmen.
Zwangsweise Berwalt««g französischer Unternehmungen.
Der Blnidcsrat hat eine Verordnung erlassen, nach welcher durch die Landcs.zentoalbehörbc» im Wege der Vergeltung solche Unternehmungen, deren Kapital ganz oder überwiegend sranzöstschen Staatsangehörige» zusteht, unter Zwangsoerwatttiug gestellt werden können. Dies« zivangsweise Vcrwaltting kann auch dam, on- gewendct werden, wenn zur Verdeckung der Beteiligung sranzösischrr Staatsangehöriger Angehörige anderer Staaten vorgeschoben werden. Der Verwalter hat sich in den Besitz des Unternehmens zu setzen. Er ist zu allen Rechtshandlungen für das Unternehmen befugt. Er kann bas Unternehmen ganz oder teilweise sortführen oder sich aus die Beendigung der lausenden Geschäfte beschränken.
Nach Abwicklung der Geschäfte kann der Verwalter, iveim es sich um eine Gesellschaft lzandelt. dir im Inland« ihren Sitz hat. aus Antrag eines deutschen Gesellschafters die Gesellschaft unter Zusttm- mung der Landeszentral behörde auslöfen.
Während der Dauer der Verwaltung ruhen die Befugnisse des Inhabers des Unternehmens sowie die Befugnisse aitderer Personen zu Rechtshandlungen flir das Unternehmen. Das gleich« gilt von den Befugnissen aller Organe.
Cholera unter russischen Gefanaenen.
Wie die Kriegszeitung des Berliner Lokalanzeigers meldet, teilte der Minister des Innern in einem Erlaß den Behörden mit, daß nntcr den russischen Truppen die Cholera herrsche, und daß infolgedessen eine Absonderung aller russischen Kriegsgefangenen porzunehmen ist. Jede Erkrankung und jeder Todesfall an Cholera asiatica, ferner der den Verdacht dieser Krankheit erweckt, ist sofort der Ortsbehörde zu melden. Als choleraverdächtige Erkrankungen sind insbesondere Brechdurchfälle aus unbekannter Ursache anzusehen. Es ist dringend erforderlich, daß die Behörden bei der Durchführung aller Vorsichtsmaßnahmen von der Bevölkerung wirksam unterstützt werden.
Krieqsqerichtöttrteilt.
Aus einer Tagung des Kriegsgerichtes in Neubreisach sind die nachstehenden Fälle hrrvorzuheben. Der Mülhauser Handelsvertreter B ächlen, der sich während der französischen Invasion anfangs August bei seinem Bruder in der Nähe von Senuheim aushielt und dem feindlichen Militär Führcrdieiiste leistete, wurde zu 12 Fahren Zuchthaus verurteilt. Wegen Ausstöße»» aufrührerischer Ruse beim Einzug der Franzosen in Mülhausen erhalle» ein« Reihe von Personen Gofängnisstraie» bis zu vier Monaten. Der Weber Eugen Rosem arg von Dörnach zeigte französischen Truppen am 18. August verkürzte Wege noch Mülhausen. Urteil: 1 0 Fahre Zuchthaus. Ter Schlosser Eduard Engen Rauch, der Maurer August Mun-sch und der Schuhhändler Johann Baptist Dongel von Mülhausen bezeichneten den Franzosen eine Anzahl Mülhauscr Mitbürger als von alldeutscher Abstammung. was di« Verschleppung der deutschen Bürger in sianzöstsche Gesa»genschast zur Folge hatte. All« Drei haben di« Strafe von je 4 Jahren Zuchthaus erhalten. Wegen versuchten Landesverrates erhielten der Landwirt Karl Breuder ans Zinnnershenn 1 Fahr, der Handelsvertreter August Wagner aus Mülhausen 3 Fahre Zuchthaus.
Beschimpfung der Sozialdemokratie trotz des „Burgfriedens".
Der sozialdemokratischen Presse ist fast alle Kritik und jede Polemik unmöglich gemacht. Alle parteipolitischen Auseinandersetzungen sind untersagt, „damit die wundervoll-' Einigkeit des deutschen Volkes nicht gestört wird". Die sozialdemokratische Presse hat sich dem Gebot der Stunde gefügt, sie hat den Burgfrieden bisher gehalten. Daß aber unsere politischen Gegner nicht gewillt sind, ein gleiches zu tun, beweist ein Flugblatt, das die Zcchenpartei in Selm in Westfalen zu den Gemeinderatswahlen herausgegeben hat. Dies die Sozialdeniokratie in gemeiner Weife beschimpfende Flugblatt hat folgenden Wortlaut:
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 128
„Bist du so gewissenlos, mich jetzt noch zu verhöhnen?" sagte der verlassene Mann. „Ol ihr macht mein Wort schnell genug wahr, daß unter den Verfolgten und Alisgestoßenen bessere Menschen sind, als ihr seid. Was wollen Sie noch von inir?" fuhr er hastig fort, indem er sich zu Helgcstad wandte. „Sie wollen mein Gut, wollen mich zum Bettler machen! Der Gedanke hat mir oft genug vorgcschwebt, aber ich habe ihn verworfen, weil er mir zu gemein und nichts- würdig schien. Sie haben Ihren Plan dazu an dem Tage gemacht, wo Sie zuerst meinen Königsbrief sahen, und haben die richtigen Helfer gefunden. Wohlan denn, nehmt den Raub hin. wenn ihr könnt. Unrecht und Schande können niemals Segen bringen."
„Nuh!" sagte Helgestad, völlig unempfindlich gegen diese Vorwürfe, „seid, wie immer, viel zu hitzig. Habe Euch Lehren gegeben wie einem Sohn, habe Euch nicht verschwiegen. wie ein kluger Mann handeln und sich bewahren muh. Habe Euch auf des heiligen Apostels Paulus Regeln ange- wiesen und Euch inehr wie einmal gezeigt, wie Schaden über Euch kommen kann. Habt alle meine Warnungen nicht geachtet. habt also kein Recht, mir Vorwürfe über Eure Nach- lässigkeit und Euren Unverstand zu machen. Denke ja. Ist'? nicht so? Bin ein Mann, der nichts zu fürchten hat, weder von einem Richter, noch von der Meinung aller guten Leute im Lande. Geht hin und tragt ihnen Eure Sache vor. Werden Euch auslachcn und von ihrer Tür jagen, sage es Euch vorher. Werden sich nur ärgern, daß der alte Niels Helgestad den Schlag gemacht hat, und daß sie es nicht waren. Zeige Euch die Dinge, wie sie sind, und biete Euch noch jetzt die Hand zu Eurem Vorteil," fuhr er fort, als er Marstrand sprachlos und mit gesenktem Kopfe stehen sah. „Will den Gaard, und was dazu gehört, von Euch kaufen. Zahle zwanzigtausend Spezies bar. rechne die sechzehntausend ab. übernehme dabei alles, wie es steht und liegt, und was an Schulden bezahlt werden mutz, ist meine Sache. Könnt die
viertausend bekommen zu jeder Stunde und damit anfangen was Ihr wollt. Könnt heimkehren nach Kopenhagen, ist ein hübsches Stück Geld, tvas Ihr mit zurückbringt, habl wenige Monate dafür gearbeitet. Zahle Euch zudem heraus, was Ihr in Bergen verdient habt an dem Fischhandel. Mögt in der Königsburg Euer lustiges Leben wieder ansangen: wird wie ein Traum sein, was Ihr erlebt habt, und könnt es benutzen zu schönen Geschichten beim Glase mit Euren vergoldeten Genossen. Mögt schimpfen und lachen über den alten Gauner am Lyngenfjord oder von ihm lernen und klüger werden."
„Niemals will ich nach Kopenhagen zurückkehren!" mur- niclte Marstrand.
„Nu!" sagte Helnestad, „seid ein Mann, weiß es, der Willen und Gedanken hat. Steht hier Paul Petersen, der unseren Pakt in Richtigkeit bringen kann, ehe eine Stunde vergeht, und soll von Euch abhängen, ob wir in Frieden und Freundsck)aft weiter beisammen leben wollen. Habt das Werk im Balselftvaldc begonnen, mögt es fortführen. Habt Verstand dazu und Erfindung. Wird manches Tausend Spezies noch kosten, bin aber der Mann, der seinen Kasten ausschiebt, soll lange dauern, ehe einer auf den Grund sieht. Kann's tun. Ihr könnt es nicht. War kein Werk für Eure Kräfte, müßt es cinsehcn. Denke ja, ist's nicht so?"
„Ich sehe zu spät ein", antwortete Marstrand, „wie Ihr Schritt für Schritt mich dahin geführt habt, es einzusehen."
Helgestad lachte. „Ist eine Geschichte", rief er, „von der Ihr für Euer ganzes Leben lernen und klug werden könnt. Mögt es mir danken nach Jahren: sollt aber hier bleiben und das Gut verwalten, will nicht knausern an Gewinn und Lohn."
Die Unverschämtheit, mit welcher Helgestad sich noch rühmte, ihm Gutes erzeigt zu haben, und sein Anerbieten, als Verwalter bei ihm zu bleiben, trieben Marstrand das Blut ins Gehirn. In dein Augenblick jedoch, wo er aufs äußerste gereizt heftige Schmähungen hervorstoßen wollte, fiel ihm ein, daß dies gänzlich unfruchtbar sein würde. Der alte Spekulant stand vor ihm mit ausgestreckter Hand, aber
„Achtung! Wähler der 3 Abteilung.
Am Donnerstag den 26. findet Wahl der 3. Abteilun daher aus der Hut. Wählt nur solche Personen, die da- trauen des Volkes besitzen und uns keine unnütz hohe» ; ausbürden. Auch solche Personen, die uns durch ihre T genügend bekannt sind, wählen wir nicht. Es ist in Selm di höchste Zeit, daß wir weitcrblickcnde. umsichtige Vcrtre,. Gcmeindcrat zustthre». Seid aber auch aus der Hut, u roten Gesindel einen Spieß entgegen zn halten. Eine» Arbeiter ist es nicht möglich, für das Wohl osicr zu Gehen wir einmütig für unsere Helden im Fcindeslain Wahllokal und wählen nur (folgen die Namen der kandtdatenj."
Tie Verbreitung eines Flugblattes ist jetzt, unsi Kriegszustand, bekanntlich von der Genehmigung di Hörden, die den Inhalt prüft, abhängig. Hat die T zn dieser Beschinipsung ihre Zustinimung erteilt?
Jedenfalls hat das Flugblatt doch auch wieder das daß unsere Arbeiter nicht zu vertrauensselig werden Scharfmacher und Jnteressenpolitiker ruhen nicht. Und Arbeiter tun güt, zu sorgen, daß sie nach deni Kriege x dastehcn, sonst dürften sie noch manche schlimme Erst machen.
G' ; ii übrigens bezeichnend, daß das Flugblatt de, parteiischen" Dortmunder Generalanzeiger beigelegt 1
Strcscinani» gegen Bassermann und Pa.
Tr. Strcsemann, der Syndikus des Verbandes sä. Industrieller, der bekanntlich als nationallibcraler tagskandidat im Kreise Aurich-Emden aufgestellt war! hat sich ant 26. November in Dresden außcrordcntliä gegen die Versuche ausgesprochen, englische Gesellscha deutsche überzuführen. Er sagte nach einem Bericht dt liner Tageblattes:
„Ich bl» der Meinung, daß wir gar keine Berat haben, englischen Trustsirmen ihre Kapitalien zu retten, daurc nur, daß hochgestellte, ja führende Persönlichkeiten | ihren Namen dazu hergcben. an der llcbersührung Firme» in deutschen Besitz mitzuwirkcn. Man sollte Engländer unbarmherzig in ihrer Not sitzen lassen, sollt! lehnen, ihnen Geld zu geben, um Verluste siir sic zu vei Die Angestellten und Arbeiter dieser Firmen werden bei d Firmen Unterkommen. Tr. Strescmann wies mit Bebau den Fall der Sunlight-Gcsellschaft hin, wo sich Leute fan Gelder hergabcn, um diese Firma zu retten."
Herr Strcsemann spielt damit zunächst auf die bei Vorgänge in der Jasmatzi-Gesellschaft an, in der Herr ' ein Aufsichtsratsamt trotz lebhaften Zuredens seiner freunde nicht niederlegcn will. Aufsichtsratsvorsitzen! Sunlight- oder jetzt Tun licht- Gesellschaft ist aber, r gleichfalls schon niitteiltcn, der Vorsitzende der m liberalen Partei, Herr Bassermann.
Militärisches Alkoftolverbot.
Der stellvertretende Kommandeur des 1V. Armeekorps den Küste»- und Grenzbezirk bestimmt:
„Fm Regierungsbezirk Aurich, den Kreisen Aschendorf, ling, Meppen, Lingen. Bentheim und Soltau sowie im Gro tum Oidenburg, in dem Amte Jever, soweit das Amt nicht Fcstungsbercich Wilhelmshaven zusammensällt, wird der weinausschonk »nd der Kleinhandel mit Branntwein und verboten. Auf Grund schriftlicher ärztlicher Verordnung i Tagesbedarf an einzelne Personen verkauft werden. »Flir d Borkum und das FcstungSgcbict von Wilhelmshaven sind Kommandanten besondere Bestimmungen getrosten"
Der Kaiser an der Ostfront.
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Zu der Meldung des Wolfft'chbn Telegrapl>enl x aus dem Großen Hauptquartier, daß der Kaiser sich j» .
dem östlichen Kriegssckiauplatz befinde, sagt der J® Lokalanzeiger: Wenn der Kaiser sich jetzt vom Westi ^ dem Osten begeben hat, so mag dafür mehr als ein Vorgelegen haben. Zweifellos ist das, was unser ^1 2®® Osten geleistet hat, nicht niinder bedeutend, als das, ' I Westen erreicht wurde. Da konnte der Kaiser wol » Wunsch haben, auch einmal den tapferen Hütern der W und ihren ruhmreichen Führern von Angesicht zu Angi l IJ" 1 begegnen und ihnen den Dank für ihre Großtaten auch I ■ sich auszusprechen. Wenn der Kaiser aber den E gerade in diesen Togen gefaßt hat, so geht man vielll
mit einem Gesichte von Erz: nichts auf der Welt hättH Zug darin verändern können.
„Ich vermag es nicht. Ihnen auf der Stelle eii wort zu erteilen," sagte Marstrand mühsam. „Uet 3» wie ich bin, bedarf ich der Ueberlegung."
„Nuh!" antwortete Helgestad, „habt ein Recht de habt Zeit bis morgen. Gut Ding will Weile haben, beide uns bedenken, will an meinen Vorschlag nicht den sein."
„Wenn idi an Ihrer Stelle wäre," sagte der Si „faßte ich mit beiden Händen zu."
„Wenn Sie an meiner Stelle wären, Herr Pc ’i< .. erwiderte der junge Mann stolz, „würden Sie au 5 recht daran tun. Ich aber werde Herr in meinem Eis + , J bleiben — wenigstens bis morgen, und bis dahin > >
Sie, meine Gäste zu sein, so gut ich's geben kann. ^ ö" 1 heut und morgen liegt eine Nacht, und oft schon w * ' z, Becher bis zum Munde ein weiter Weg."
Er kehrte sich nicht an das Gelächter des Schreib ' Ki
an Helgestads Grunzen. I
„Nuh!" rief der Alte, „müssen Geduld haben, W wie Ihr wollt, Herr. Eine Nacht hat mancherlei schor glaubt aber nicht, daß ich morgen nicht Niels Helgesto * Sitze, wie ich bin, morgen wie heut an Eurem Tisck J „Gewiß, Herr," sagte Marstrand, „das hoffe idr Balselfgaard ist ein sicherer Ort, kein Schiff, wo m> Nacht rücklings über Bord fallen kann."
Ein Blick voll Haß und eine Stirn voll lautloser > II gen war Helgestads Antwort. Er folgte mit seinen £5 Begleitern dem Gaardherrn, der voranging und zÄ hinter sich Pauls krähende Stimme und lautes G hörte. Im Hause befahl er einem Diener, ein i M nehmen und Fiscke zu fangen, dann hielt er eine V 8 mit den Mägden in Küche lind Speisekammer, es stl jedoch heraus, daß wirklich fast nichts von eßbaren F* vorhanden war, und da der Abend schon hereindwll war auch nichts mehr anfziitreiben, was diesen Gä nügt hätte.
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lKortsetzung folgt.)
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