Sen Dardanellen in türkischen Küstengewässern krenzt, bezeichnet nach einem weiteren Konstantinopelcr Telegramm der Tanin als einen Verstoß gegen das Völkerrecht, da die Türkei neuerdings die Neutralität erklärt hat.
Rumänien will die Neutralität ausgcbcn?
Genf, 2. Okt. Aus Petersburg wird französischen Blättern gemeldet, dag die Nowoje Wremja erfahre, daß Rumänien, das die Absicht kundgegeben habe, seine Neutralität anszugeben, dasiir so sonderbare Ansprüche gestellt habe, bas; in diplomatischen Kreisen Rußlands höchste Verwunderung und Staunen herrscht.
Verhaftungen in Odessa,
Wien, 2. Cft. Tie Südslawische Korrespondenz meldet aus Konstantinopel: Nach einer Meldung aus Odessa hat die Polizei die Mitglieder des österreichisch-ungarischen und deutschen Flottenvee- eins aus Beseht des Stadtkommandanten verhaftet. Tie Gründe der Verhaftung sind unbekannt.
Tas deutsch-amerikanische Kabel durchschnitten.
TU. Amsterdam, 2. Okt. Tas Handelsblad machte in Sörabaia aus Java den Versuch, über Amerika Nachrichten aus deutscher Quelle zu erhalten, jedoch mißglückte dieser Versuch, da die Engländer das deutsch-amerikanische Kabel durchschnitten. England besitzt die Insel Jap. wo das deutsch-amerilanische Kabel mündet, so daß die Telegraphenbureaus fortan ausschließlich aus Reuter angewiesen sind.
Clemeneeaus Zeitung beschlagnahmt,
WB. Paris, 2. Okt. Clemeneeaus neue Zeitung Homme en Chmnes (Mensch in Ketten) wirrde in Bordeaux beschlagnahmt, Tie serbischen Verzweislrnigsversuche.
WB. Budapest, 2. Cft. (Zur Berichtigung wiederholt.) Die Budapester Korrespondenz meldet: Unsere Offensive in Serbien schreitet erfolgreich vorwärts. Einen Versuch der Serben, sie durch einen neuerlichen Einbruch über die Sawe zu stören, endete mit einem vollständigen Mißerfolg, da unsere in der Nähe befindlichen Grenzschutztruppen die serbischen Truppen, die untergeordneter Qualität und in minderer Anzahl waren, sofort aus dem Lande vertrieben.
Ein Luftangriff brr Japaner zurückgewiesen.
Amsterdam, 2, Okt, Reuter meldet aus Tokio: Trei japanische Flugzeuge haben deutsche Kriegsschiffe aus 700 Metern Höhe beschossen. Tie Apparate wurden an den Flügel» und Vorgestellen durch deutsches Jener beschädigt und mußten darauf zurückkehren.
Erdbeben,
Hohenheim, 2. Okt. Gestern wurden von den hiesigen Erd- bebeninstrumenten drei mittelstarke Nahbeben ausgezeichnet, die ein und dieselbe Entfernung von etwa ICO Klmtr. hatten. Tas erste Beben erfolgte um 6 Uhr 26 Min. 10 Sek,, das zweite um 6 Uhr 32 Min., 41 Sek. und das dritte um S Uhr 31 Min., 60 Sek.
Hessen nnd Nachbargebiete.
«testen unv Umgebung.
— Nochmals die elektrische Straßenbahn. Zu der in der Mittwoch-Nummer unseres Blattes enthaltenen Notiz über die elektrische Straßenbahn wird uns von einigen Anwohnern des Seltersweges geschrieben: „Ihre Notiz beziiglich der elektrischen Straßenbahn ist durchaus zutreffend, bedarf aber noch insofern der Ergänzung, als diese Wagen nicht nur aus der grünen, sondern auch auf der roten Linie laufen und auch hier „Menschen rasend" machen können. Allem Anschein nach werden die im höchsten Grade reparaturbedürftigen Wagen übwechselnd auf beiden Linien verwendet, damit sich niemand über einen entgangenen „Genuß" beschweren kann. Daß nun Ihrem Wunsche auf Beseitigung des Uebelstandes noch nicht Rechnung getragen ist, mag wohl daran liegen, daß sich Herr Betriebsleiter S t o l t e gegenwärtig auf den Schlachtfeldern aushält und dort Liebesgaben verteilt. Im großen und ganzen ist ja gegen diese Tätigkeit, selbst wenn die Dienststunden dazu benutzt werden, nichts einzuwenden, nur dark der Betrieb, für den man doch bezahlt wird, nicht darunter lewen". — (Ganz unsere Ansicht! Red.)
— Schwurgericht. Am Freitag verhandelte das Schwurgericht gegen den Müller Karl Heinrich Schneider von Ober-Mörlen bei Friedberg wegen wissentlichem Mein- cd. Der Fall liegt fast genau so, wie der von Harbach, der am Mittwoch abgeurteilt wurde und Uber den wir in der Tvnnerstags-Nummer unseres Blattes berichteten. Ter Angeklagte wurde in einer Privatbeleidigungsklage, über die das Schöffengericht in Bad Nauheim verhandelte, als Zeuge vernommen. Bei dieser Gelegenheit wurde er befragt, ob er mit der Privatklägerin wiederholt in Bad Nauheim zusammengetroffen sei und mit dieser auch Spritztouren zum Nennen nach Frankfurt-Niederrad gemacht habe. Beides stellte der Angeklagte in Abrede, trotzdem es von verschiedenen anderen Zeugen unter Eid behauptet wurde und ihn der Vorsitzende des Schöffengerichts wiederholt ermahnte, die Wahrheit zu sogen und seine Vereidigung bis naeli erfolgter Vernehmung aussetzte. Trotzdem beschwor der Angeklagte das Gegenteil, was die übrigen Zeugen bekundet hatten. Er wurde daraufhin nach beendigter Schössengerichtssitzung unter dem Verdacht des Meineids verhaftet. Später ließ er sich in Bad Nauheim dem Richter vorführen und legte ein mitsassenües Geständnis ab. Er will an dem Tage der Ver- Handlung in einer hochgradigen Aufregung gewesen sein und nicht gewußt haben, um was es sich handele. Er sei der Aui- fassung gewesen, daß man ihn über intime Beziehungen zu der Privatklägerin ausfragen wolle, und das habe er verneint, weil er in Wirklichkeit mit der Frau nicht das gangste gehabt habe. Auch habe er dadurch verhüten wollen, daß seine eigene Frau von der Geschichte etwas erfahre, und die Privatklägerin, die ebenfalls verheiratet ist, geschont würde. In der heutigen Verhandlung wurde jedoch festgestellt, daß der Angeklagte sehr wohl gewußt hat, um was es sich bei dem Privat-Beleidigungsprozeß handelte. Er ist wiederholt von dem Richter auf das Unwahre seiner Behauptungen hinge- kviesen und ausdrücklich vor Meineid gewarnt worden. Ten Geschworenen werden 2 Fragen vorgelegt und zlvar 1. nach wissentlichem Meineid und bei Bejahung der 1. Frage eine
<$ rn 8e, ob der Angeklagte bei Angabe der Wahrheit selbst eine Verfolgung wegen eines Verbrechens oder Vergehens zu g-wärtigen hatte. Die Geschworenen bejahten beide Fragen, worauf der Staatsanwalt eine Zuchthausstrafe von 8 Monaten beantragte, die er in eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr umzuwandeln ersuchte. Der Verteidiger, Herr Justizrat Katz, der den Angeklagten in recht wirkungsvoller Weise verteidigte, ersuchte das Gericht, auf die gesetzliche Mindeststrafe «u erkennen, doch gab dieses dem Anträge des Staatsanwal
tes statt und verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens.
— Gefallene des Gießener Regiments: Landwehrmann Karl Boß aus Alsfeld. — Reservist Heinrich Klee aus Altenburg (Kreis Alsfeld). — Wehrmann Karl Kühl aus Gießen. — Reservist Wilhelm FaY aus Grüningen (Kreis Gießen).
^ ~ Gefallene aus Cberhessen und Nachbargebieten:
kZÜsilier Johannes K o r m e I aus Fronhausen (Kreis Marburg). — Füsilier Karl Schweigert aus Gießen. — ©erg. Jakob Goos aus Wollmar (Kreis Marburg). — Füsilier 2oreuz Storck aus Vockenrod (Kreis Alsfeld), sämtlich Füsilier-Regjment Nr. 80 Wiesbaden. — Unteroffizier Fritz Woweries aus Ullrichstein (Kreis Schotten), Jnf.-Regt. Nr. 81 Frankfurt. — Unteroffizier Ctto Lamßmann aus Büdingen, Leibgarde-Jnf.-Regt. Nr. 115, Darmstadt.
■— Aus der letzten Verlustliste. Als vermißt werden gemeldet: Reservist Johann Eckert aus Wetzlar. — Füsilier Wilhelm Jung 1s. ans Wetzlar.
— Ausmarsch ins Feld. Das kurz nach Ausbruch de? Krieges aus jüngeren Lmchsturmpslichtigen in Gießen zusammeugestellte Londstnrmbakrillon, das bisher hmPtsächlich dir erforderlichen Machen stellte. wird dieser Tage Gießen verlassen und sich ins Feld begeben. Es wird durch die seit einigen Tagen eingezogenen ältere,, Jahrgänge des Landsturms ersetzt.
— Die Beschränkung in der Bemiftung der Schnellzüge ans Strecken über 50 Stilcunetcr ist im TirekiivnLbe.ziik Mainz anige- boden worden. Somit können die seit drin 1. Oktober eingesllhrte» Schnellzüge auf alle Eutfermrugen benützt iverden. Im Eisenbahn- direkiionsbezirk Frankfurt ist das leider immer »och nicht der Fall. Für Reisende nach Bad Olauhaim eder Frirdbcrg ist die Benutzung eines Schnellzuges von Gießen oder umgekehrt von Frankfurt ans ausgeschlossen.
— Der Gesangverein „Eintracht" hält am Sonntag, den 4. Oktober, abends 8% Uhr, im Doppelzimmer des Gcwcrkschaftshanses seine Herbsi-Genevalversammlung ab. Ta äußerst wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, ist das Erscheinen aller Mitglieder dringend erwünscht.
—Treis a. Lda. Unser Ort hat auch schon zahlreiche Kriegsopfer zu verzeichnen. Als gefallen wurden hierher gemeldet: Musketier Philipp Leinweber, Musketier Heinrich Klein, Reservist Wilhelm Grau, Reservist Peter Preis, Landivebr- uiann Philipp Am ent. Tie beiden erstgenannten waren ledig, die letzteren verheiratet. Sie gehörten sämtlich dem Infanterie- Regiment Nr. 116 in Gießen an.
Bst,Klar.
— Kriegsopfer. Unser Parteigenosse, der Reservist Traugoit Sartmann miS Wetzlar-Niedergirmes, Jnf.-Regt. Nr. 8t, ist bereits am 22. August gefallen, während seine Fra» nnd Eltern erst am 36. September davon bestimmt« Nachricht erhielten. Genosse Hartmann war 27 Jahre alt. Former aus den Budernsscheu Eisenwerken hier, und erst seit Ostern d. I. verheiratet.
-r. Gemcinderaiswahl in Launsbach. Bei der hier vollzogenen Wahl wurden 4 Parteigenossen geirählt und zwar zwei in der zweiten und zwei in der dritten Klasse. Somit haben wir ein Mandat in der zweiten Klasse neugeivonnen.
Vereittskalender.
Sonntag, den4. Oktober.
Gießen. Gesangverein „Eintracht". Abends 8%. Uhr Generaivorsammlnng im GewerkschafishanS.
Alien-Buscck. Turnverein. Nachmittags 143 Uhr Versammlung im Verrinslokal. Wichtige Tagesordnung.
Die Russen in Ungarn.
Ein totaler Mifterfolli.
Budapest, 2. Okt. sEir. Frist.) Tie am Sonnlag früh begonnene Invasion der Russen in de» Komiiate» U ng und Maramnros schein« nun glücklich völlig ü b c r ft a n d c n zu sein. An dem bei der Orlsämst Vcreczkc erfolgten Einbruch der Russe,, waren zwei Jnsaiilcric-Rcginicntcr sowie lausend Kosaken mit Maschinengewehren und zwöls Geschützen beteiligt. Hier sowie bei Uzjot wurden die Russe» nach einem den ganzen Tag über andauernden Geplänkel von unseren Truppen » in z i n g c l i und zum großen Teil vernichtet, während der Rest über die Grenze enikam. Im Maramaroser Komiiai wurden die Russe», wie bc- rciis amtlich gemeldet, bei Oekocr-Mczoe geschlagen und über die Grenze getrieben. Bei Kocrocs-Mczoc wurde» größere Truppcn- inasscn znsammcngezogcn, um die cingcdrungciicn Russen zu versage». In beiden Komiiate» sunktionicrcn die Aemter ahne Unterbrechung: auch der Eisenbahnoerkchr wird aiisrechterhalien.
Ein neuer Seehusar!
Ticbcn cnstlifche Dampfer versenkt!
(WB. Nichtamtlich.) Dos Verl. Tageblatt meldet aus
Amsterdam: Stach hier vorliegenden Nachrichten hat der kleine Kreuzer „Karlsruhe" im Atlantischen Ozean siebe» englische Dampfer versenkt.
Vcraniworllicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.
Veriaa von Krumm & Eie,, Gießen.
Truck: Verlag Osfenbacher Abendblatt. G. m. b. H.. Ottenbach a. M.
I.Kmiiikli.Gicßeii
Marktplatz II.
Ubrma-s« und Goldarbeiter.
Reichh^liize» Lager tn Uhr»», «Sold- und rttderwaren.
Lieferant des Konsum - Verein» Gieße» u Umg. nnd des Esse»» bahn-Koissunwe-eiu?.
— Man verlange Rabattmarken. —
Henkels Bleich-Soda,
Telegramme.
Das Ringe» im Westen.
Wichtige deutsche Erfolge. Erstürmultst Aniwerpcner Forts.
Großes Hauptquartier, 2. Lkt., abends. (Amtlich.) Von dem westlichen Armccslügel wurden erneute Umfass- u n g s v c r s u ch e der Franzosen a b g c w i e s e n. Südlich Rotze sind die Franzosen ans ihren Stellungen g c w o r - f c».
In der Mitte der Schlachtfront blieb die Lage unverändert.
Tie in den Argonnen vordringendcn Truppen crkämps- tci, ,m Vorschreitcn nach Süden wesentliche Vorteile.
Qcstlich der MaaS unternahmen die Franzosen aus Toul energische nächtliche Vorstöße, dir unter schweren Ver lusic» für sic z u r ü ck g e w o r f e n wurden.
Vor Antwerpen sind das Fort Wavre- St. Ga t h a r i n c und die Redoute 2 o r p w c l d t mit Zwischen werken gestern nachmittag 5 Uhr erstürmt, das Fort Waelham c i n g e s ch l o s s e n worden. Ter westlich heraus- geschobene wichtige Schulterpnnkt Tcrmonde befindet sich in «nserm Besitz.
Aus dem ö st I i ch e n Kriegschauplatz scheint der Vor- in a r s ch russischer Kräfte über den Rjcmcn gegen das Gouvernement Suwalki bevorznstehcn.
Ter feindliche Bericht.
Die Hoffnung schwindet!
(Etr. Bln.) Nach dem Pariser Korrespondenten des Eorricre della Sera schwindet die Hoffnung au» einen entscheidenden Sieg über die Deutschen immer mehr. Wer in der vorigen Woche die Umgehung des rechten deut- ichen Flügels für sicher hielt, ist nunmehr von der Unmöglichkeit einer schnellen Lösung der Lage durch einen Haupt- schlag auf die Deutschen überzeugt und sieht jetzt nur noch eine sehr l a n ge D a u e r der Kümpfe bis zur endlichen Erschöpfung der Gegner voraus. Im übrigen scheint aus den Pariser Depeschen an die italienischen Zeitungen hervorzugehen, daß man in Paris immer noch nicht von der Einnahme des Forts Camp des Romains durch die Deutschen unterrichtet ist. Der Pariser Korrespondent des Secolo schließt beispielsweise sein Telegramm der letzten Nacht mit den Worten: Tie Verbündeten halten die Höhen südöstlich von Verdun und nördlich von Spada besetzt nnd verhindern das von den Deutschen versuchte Vordringen in der Richtung auf die Mosel bei St. Mihiel.
Das Pariser Bulletin vom 1. Oktober, nachmittags 1 Uhr, besagt, daß keine Aenderung in der Gesamtlage eingetteten sei.
Edgar Borrmaan, Giessen.
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