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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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Jeder Krieg zwingt die Führerschaft der kriegführenden Völker zur grundsätzlichen Erörterung und zur Abwägung der jeweiligen gegenseitigen Stärkeverhältnisse.

Wenn auch das Wagnis richtiger Entscheidungen im richtigen Augenblick und der wagende Einsatz der Gesamtheit Siege verbürgt oder erst ermöglicht, so vermeidet doch ein klares Abwägen zu richtiger Zeit verbunden mit

persönlichem Wagemut Katastrophen und ermöglicht erst den endgül⸗

tigen Sieg.

Je höher die betreffenden Völker kulturell differenziert und entwickelt sind, um so vielseitiger werden auch die einzelnen Gebiete und Faktoren gestaltet sein, die zum völkischen Leben gehören. Dies gilt besonders und ist zu berücksichtigen in einem Kriege, in dem alle modernen Waffen und Lebensfaktoren eines Volkes zum Einsatz gelangen.

Wie ein großes Räderwerk mit intakten Einzelheiten müssen daher alle Lebens⸗ und Machtfaktoren kulturell hochstehender Millionenvölker in Ordnung sein, wenn ihre Schicksalsstunde schlägt, d. h. wenn das Gesamt⸗ volk zum Einsatz gelangt. Sie müssen aber auch vor allem in Ordnung bleiben, solange das Volk um die Entscheidung ringt.

Zu dem augenblicklichen, dem deutschen Volke aufgezwungenen Kampf um sein Lebensrecht als europäische Großmacht, um die Befreiung einer un⸗ erträglichen Bevormundung und Vergewaltigung durch die westlichen Raub⸗ demokratien ist sowohl im In- als auch im Auslande von militärischen, wirt⸗ schaftlichen und politischen Gesichtspunkten aus bereits vielfach und vielerorts Stellung genommen worden.

Für uns Deutsche, die wir eine auf dem Boden von Blut und Rasse stehende und nach biologischen Gesichtspunkten handelnde Regierung besitzen, ist es selbstverständlich, daß wir in dem augenblicklichen Krieg neben den militärischen, wirtschaftlichen und politischen Fragen auch die bevölkerungs politischen und rassenbiologischen nicht vergessen dürfen.

Wir wissen, daß wir erst dann einen weiträumigen Blick und ein tieferes Verstehen der großen Zusammenhänge im Leben und in der Geschichte der Kulturvölker bekommen können, wenn wir die bevölkerungspolitischen und rassenbiologischen Faktoren zu erkennen vermögen und berücksichtigen.

Der beste Gradmesser für die Stärke des Willens zum Leben in einem Volke und das beste Maß für die vorhandenen und verfügbaren Volkskräfte ist die sog. Bevölkerungsbewegung in dem betreffenden Volke.

So lassen sich die biologischen Kräfteverhältnisse auch bei der augen⸗ blicklichen kriegerischen Auseinandersetzung um eine neue europäische Ordnung wohl am sichersten abwägen, wenn wir die Bevölkerungsbewegung im groß⸗ deutschen Reiche untersuchen und mit derjenigen der westlichen demokratischen Gegner vergleichen.

Zunächst möge ein kurzer Überblick über die Besitzverhältnisse der Erd⸗ oberfläche und die Verteilung der Erdbevölkerung die augenblicklichen raum⸗ und machtpolitischen Gegebenheiten zeigen und die zukünftigen Notwendig⸗ keiten andeuten(s. Abb. 1).