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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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brauchbaren Weg, um den Pferdemangel auszugleichen. Glücklicherweise ist in den letzten Jahren die Zahl der Schlepper in der Landwirtschaft stark erhöht worden, und ebenso wertvoll ist es, daß wir seit etwa zwei Jahren auch Schleppertypen besitzen, die für den Einsatz in kleineren Bauernbetrieben geeignet sind.

Zusammenfassend kann wohl auf Grund der Erfahrungen des letzten Herbstes gesagt werden, daß die Abgabe von Menschen und Pferden an die Wehrmacht trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten kein unüberwind⸗ liches Hindernis für die Fortführung der landwirtschaftlichen Produktion bedeutet. 5

Zum Schluß möchte ich noch kurz auf die schon erwähnten Beziehungen zwischen Ernährungswirtschaft und Außenpolitik eingehen. Die Aushungerung Deutschlands im Weltkrieg war nicht allein eine Folge des Zusammenbruches der landwirtschaftlichen Erzeugung im eigenen Lande. Sie war ebensosehr eine Folge der Tatsache, daß es unserer Außenpolitik nicht gelungen war, die politische Einkreisung zu durchbrechen. Vor allen Dingen rächte es sich auch in der Ernährungswirtschaft, daß der Draht nach Rußland abgerissen war. Dieser Hinweis allein genügt, um Ihnen zu zeigen, welche ungeheure Bedeutung auch ernährungswirtschaftlich im jetzigen Kriege dem Freund⸗ schaftsverhältnis mit Rußland zukommt. Indem in diesem Krieg Rußland in der Einkreisungsfront fehlt, steht Deutschland die Tür offen nach einem der gewaltigsten Agrargebiete der Welt.

Wenn wir zum Abschluß die heutige Lage mit derjenigen des Welt krieges vergleichen, sehen wir im eigenen Lande eine wehrwirtschaftlich auf die höchste erreichbare Leistungsfähigkeit gebrachte Landwirtschaft, wir sehen einen gerecht und reibungslos funktionierenden Verteilungsapparat. Die in der Ernährungswirtschaft tätigen Menschen sind sich ihrer soldatischen Pflicht bewußt. Wir sehen ferner dank der Außenpolitik des Führers die Möglich keit, die Versorgung durch große Zufuhren aus dem Osten zu ergänzen. In allen Punkten stehen wir unendlich gefestigter da als 1914. Das gibt uns die Gewißheit, daß auch auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft dem deutschen Volke die Garantien für den Sieg gegeben sind.