Beschreibung 3
Spuren einer siebten, sowie links bis zu 2½ cm vom Interkolumnium und oben einen 2 cm hohen Rand. Bruchstück b, hoch 7,5, breit 2 cm, enthält ebenfalls Reste von 6 Zeilen und über der Kolumne einen über 1½ cm hohen Rand. Schon hierdurch wird eine Zusammengehörigkeit von à und „ wahrscheinlich; sie wird bestätigt durch eine im wesentlichen sichere Er— gänzung von Prof. Kalbfleisch in Zeile 6(s. unten Abschn. II S. 28). Für die Stückchen-f kann auf die Abbildung und auf die Ausführungen von Professor v. Premerstein verwiesen werden.
Bei dem Versuch einer Datierung der rechtsschrägen Buchschrift unseres Stückes ist zu bedauern, daß nicht von allen bisherigen Funden dieser Art Abbildungen vorliegen, da doch immerhin die Möglichkeit einer Zusammengehörigkeit mit dem einen oder anderen besteht. Die meisten dieser Texte scheinen Ende des zweiten oder Anfang des dritten Jahr- hunderts geschrieben zu sein. Eine gewisse Ahnlichkeit der Schrift unseres Stückes mit der allerdings der Geschäftsschrift zuneigenden des Londoner Bruchstücks der Isidoros-Akten(Archiv für Papyrusforschung X 1931, 6 ff.) ist nicht zu verkennen, so daß ich sie ebenfalls an den Anfang des dritten Jahrhunderts setzen möchte(early in the third centung Bell S. 5; gl. Grenfell-Hunt zu P. Oxy. IV 655, Einleitung).
Stummes Jota scheint nicht geschrieben zu sein(s. den Kommentar zu II 32). Lesezeichen kommen wenig vor: zwei Punkte über i bei iodupou (III 33) und bei vais(III 24), doch nicht regelmäßig; eine Paragraphos unter II 10, IV 33 und a 1;[ein kleiner schräger Strich vor eαi¹αονονẽũ&Aͤ 1; eine Vermutung über die Bedeutung solcher Striche bei Schubart in der Ein- leitung zum Theätetkommentar(Berliner Klassikertexte II 1905) S. VII. K(J. Schluß-y wird zweimal am Ende der Zeile durch übergesetzten waagrechten Strich bezeichnet: I 7 us, I 11 eine. In Kol. I 9 ist ev durch übergesetzte Punkte getilgt(Gardthausen, Griechische Palaeographie? II 400).
LA. v. Premerstein folgte dem sogenannten Leydener Klammersystem nebst Zubehör, behielt sich jedoch mit Wilcken(Archiv X 1932, 212) vor, stark verstümmelte Buchstaben, die er trotzdem für sicher gelesen hielt, durch Horizontalstriche zu kennzeichnen: g. Er verwandte aber außerdem für ergänzte Buchstaben, von denen er schwache Spuren zu sehen glaubte, die Bezeichnung fal. Obwohl ich für meine Person mich den Bedenken, die von Hunt(Chronique d Hypte 1932, 272) und Bell(Cαssiasjçç Re¹,ẽ, ͤ 1935, 181) dagegen vorgebracht sind, nicht verschliege, fühle ich mich doch nicht berechtigt, dem von Premerstein hinterlassenen Manuskript diesen Verzicht aufzudrängen. Man wird dies hoffentlich verstehen und entschuldigen. Daß auch dadurch Unstimmigkeiten zwischen Abschrift und Umschrift ent— standen, lieb sich nicht vermeiden.— Manche naheliegende und sichere Ergänzungen, die in die Umschrift aufgenommen sind, waren schon von Eberhart und Kalbfleisch gefunden. Diese im einzelnen zu erwähnen lohnt nicht, als Ganzes ist der Wiederherstellungsversuch ausschliehglich Premer— steins Werk. K.]
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