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Der Indüjlrik-Siaat ohne MuKne

Immer ernster werden die Zustände, die durch den ubei stürzten Friedensschluß und die übertriebenen An­sprüche der Arbeiterschaft an die Unternehmungen er­zeugt wurden. Die Krupp-Werke können höchstens noch zehn- bis zwölstausend Mann beschäftigen, denn die van der Arbeiterschaft erzwungenen Löhne zehren das Ltt-ftniapilall schnell auf, so daß in absehbarer Zeit nach demVorwärts" von dem Werk nur noch ein Trümmerhausen übrig bleiben wird. Von regelmäßiger Produktion könnte zudem keine Rede mehr sein, da die feindliche Besetzung in Aussicht stehe. Einer ähnlichen Katastrophe wie das Krupp-Werk geht die gesamte denncho Croß-Industrie entgegen. Wandte sich doch auch schon der Siemens-Konzern in Berlin mit einem Notschrei an die Oeffentlichkeit, denn die Lohnerhöhung der Arbeiterschaft um 16 v. H. würde nicht nur die an die Aktionäre gezahlte Dividende aufbrauchen, sondern das zur Aufrechterhaltung der Betriebe nötige Kapital schnell nemngern. Auch das würde, wie bei den Krupp-Werken, bedeuten, daß Hun^erttausende von Ar­beitern lohn- und brotlos werden müssen. Und diese

ir.

Cesahr steht unmittelbar vor der

Es ist unfaßbar, daß die deutsche Arbeiterschaft in solch kurzsichtiger Weise daran geht, die Grundlage ihrer Existenz zu vernichten. Ader die alten Sünden der langen Jahre vor dem Kriege rächen sich jetzt. Alle wohlmeinenden, ernsten Warnungen, Deutschland nicht allein auf die Industrie zu stecken^ wurden verlacht. Wie richtig sie waren, zeigt sich jetzt. Dadurch, daß die feindliche Besetzung Deutschland fast um drei Vier­tel seiner Exportproduktion bringt, wird die Industrie lahmgelegt; die übertriebenen Forderungen der Arbeiten schaft Zerschlagen die Unternehmungen und für die da­durch beschäftigungslosen Arbeiter besteht keine Mög­lichkeit, Unterkommen in der Landwirtschaft zu finden. Wären die Arbeitsverhältnisse ländlicher geblieben, nicht vorwiegend auf die Industrie eingestellt worden, hätte die Möglichkeit bestanden, kritische Zeilen, wie die jetzigen einigermaßen zu überdauern durch den stärkeren, leistungsfähigeren Zuschnitt der landwirts östlichen Wirt­schaftsweise. Statt dessen hat sich Deutschland einseitig industrialifiert, doch während es sich ganz auf den Ex­port einstellte, besaß man nicht die Einsicht, dem Export den unerläßlichen Rückhalt durch Schaffung einer ge­nügend starken Flotte zu geben.

Statt dem erhofften Frieden, Freiheit, Brot, er­halten wir jetzt Knechtschaft und Hunger. Und das, weit politische Kurzsichtigkeit die Militärmacht vernich­tete und die Arbeiterschaft durch ihre Forderungen die Hennen schlachtet, die ibr die goldenen Eier legte.

Aus der Aekmat.

K. A. Einschränkung der Beleuchtung. Die emste Lage der Kohlenoersorgung macht außerordentliche Maß­nahmen erforderlich. Bekanntlich ist ein Teil unserer Kohlenreviere vom Feinde besetzt, im Ruhrreoier ist eine wesentliche Einschränkung der Förderung infolge Ver­minderung der Arbeitsleistung, zum Teil durch Arbeits­einstellung, eingetreten. Hierzu kommen die Schwierig­keiten des Transports. Die Wagenstellung ist außer­ordentlich gering. Der Wasserweg führt durch besetztes Gebiet. Kurz, die Verhältnisse liegen derart, daß die vorhandenen knappen Bestände aufs äußerste gestreckt weiden muffen, um ein gänzliches Erliegen der Eas- und Elektrizitätswerke zu vermeiden oder doch wenig­

stens so lange als Irgend möglich hvttanzuhaUen. Das Kreisamt hat fich deshalb gezwungen gesehen, eine er­hebliche Einschränkung der Beleuchtung zwecks größtmög­licher Kohlenersparnis bei den Gas- und Elektrizitäts­werken zu verfügen. Es handelt fich hierin zweifellos um erheblich einschränkende Bestimmungen, die aber hinter den in anderen Städten verordneten Ein­schränkungen noch wesentlich Zurückbleiben. Die Be­völkerung handelt in ihrem ureigensten Interesse, wenn sie sich den Ernst der Lage vor Augen führt und nicht nur durch strenge Beachtung der gegebenen Vor­schriften, sondern darüber hinaus auch durch äußerste Sparsamkeit im Gebrauch von Gas und Elek­trizität in den Privathaushaltungen dazu beiträgt, daß die Gas- und Elektrizitätswerke aufrecht erhalten wer­den können. Die Einschänkungen müssen einsichtiger- weise in Kauf genommen werden unter dem Gesichts­punkt. daß es immerhin besser ist, sich mit einem Rot- betrieb zu behelfen, als daß schließlich gänzliches Ver­sagen unser gesamtes Wirtschaft- und Erwerbsleben be­droht. Möge jeder einzelne sich dies vor Augen halten.

Einlösung der Zinsscheine der Kriegsanleihen. Die Postanstalten lösen die fälligen Zinsscheine der Kriegs­anleihen bereits vom 21. des dem Fälligkeitstage vor­hergehenden Monats ab ein.

Franifurt a. M., 18. Dez. Auf Anregung der Wiesbadener Negierung hat sich hier ein Frankfurter Lehrerrat gebildet, der sich die Beratung aller das öffentliche Schul- und Unterrichtswesen angehenden ^Fragen zur Aufgabe machen will. Er ist aus Vertrern sämtlicher hiesigen Schulgattungen, bezw. Lehrer- und Lehrerinnenvereine zusammengesetzt. Gestern vormittag wurde die Leiche einer etwa 17 bis 20 Jahre alten weiblichen Person an der Oberräder Schleuse gelandet. Man vermutet, daß es fich um ein seit etwa 14 Tagen in Offenbach vermißtes Mädchen handelt.

Aus Starkcnbulg.

Darmstadt, 16. Dez. Der Vorsitzende des Finanz­ausschusses des A.- und S.-Rates. Bastian, gibt jetzt eine Ausstellung über die seit Bestehen entstandenen Verwaltungskosten des Hessischen Arbeiter-, Vauern- urrd Soldatenrates bekannt, wonach bisher 22,076.94 Mk. für Vergütungen an Funktionäe, 8 Mann Büro- Hilfspersonal. Bürokosten. Vorlagen der Vürgerwehr usw, sowie Vetriebsvorschüsse an örtliche Volksräte und an die hessischen Delegierten zur Reichskonserenz aus­bezahlt worden sind. Die Unterhaltung des Krast- wagenparks einschließlich Lohn- und Betriebsstoff-Aus­gaben erforderten bisher etwa 8000 Mk., doch sind { dafür Ausftände für gestellte Kraftwagen vorhanden. Wegen der widerrechtlich an den nahezu 100 Wagen des seitherigen Großherzogs, entgegen der reichsgesetz­lichen Verordnungen zurückbehaltenen Gummibereifungen, hat nunmehr der Redakteur und Reichstagsabgeordnete Dr. Quessel, Delegierter des Arbeiter- und Soldaten- Rates gegen die seitherigen drei hessischen Minister v. Ewald, v. Hombergk und Dr. Becker bei der Staats­anwaltschaft Strafantrag gestellt, es finden zur Zeit über den Tatbestand, resp. über Berechtigung dieser Anklage Voterhebungen statt.

Aue Rheinheffe».

Bingen, 16. Dez. Rach Mitteilung der Bingener Handelskammer hat fich d!ese in einem Schreiben an den Provinzialdirector der Provinz Rheinhessen dem Proteste angeschloffen, den die Handelskammer Mainz und verschiedene Verbände gegen die Bildung eines an Stelle des abgetretenen Arbeiter- und Soldatenrates gebetenen Fünszehner-Ausschuffes erhoben haben mit

der Erklärung, daß ste diesem Ausschüsse keineriZr ge- setzliche Befugnisse zur Vertretung der Provinz Rheins Hessen oder von Teilen derselben zuerkennen.

Worms, 17. Dez. 2n den Trockenwerken Dr. Philipp Winkler brach am Freitag mittag GroßfeueZ. aus. Die Entstehungsursache ist noch nicht bekannt. Der französische Bahnhofskommandant hat ungeordnet, daß die Bahnhossanlagen (Vestibül und Bahnsteigs nur von solchen Reisenden betreten werden dürfen, die mit Fahrt- und sonstigen Ausweisen versehen sind. Bahnsteigkarten werden bis auf weiteres nicht mehr ausgegeben.

AuS Kurhcffen.

Gelnhausen, 15. Dez. Von einem ins Rollen ge- kommenen Auto-Anhängewagen wurde der seit einigen Tagen entlassene Soldat Herchenröther gegen die Wand gedrückt und schwer verletzt.

sr. Kassel, 15. Dezember. Die Siedlungsgesellschaft Hessische Heimat", die, mit einem Kapital von l 1 /® Millionen Mark ausgerüstet, unter Beteiligung des hessischen Vezirksverbandes, des preußischen Staates, sowie von Stadt- und Landkreisen, ferner von Gutsbesitzern, Industriellen, Kausleuten und Gewerbe­treibenden demnächst ins Leben treten wird, macht es sich zur Aufgabe. Land- und Lohnarbeiter, Handwerker, Kleingewerbetreibende. Beamte und Angestellte uftv. im Bereiche des Regierungsbezirks Kassel anzusisdeln. Es wird anoestrebt, ihnen, insbesondere den aus dem Felde Heimkehrenden, Wohnstätten, eigene Häuser und Heime zu erbauen, sowie zu beschaffen und zu erhalten, die mit einer den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Be- sitzers angepaßten ertragssühigen Bodensläche ausaestat- tet sind. Außerdem bezweckt die Gesellschaft die Sicke­rung und Befestigung bäuerlicher Ansiedelungen. Für alls diese Zwecke ist die Errichtung einer gemeinnützigen Auskunstsstelle für Gütervermiftelung, Hypotheken- und Darlehnsbeschaffung usw. vorgesehen. Die gesamte Tätigkeit der Siedlungsgesellsckaft ist eine gemeinnützige. Siedlungsslächen werden von Privaten und vom Staate, der insbesondere seinen ausgedehnten Streuparzellen­besitz in erheblichem Maße zur Verfügung stellen dürfte, zu Siedelungszwecken von der Gesellschaft erworben und an Siedelungslustige abgegeben.

Aus der Rhön, 15. Dez. Von der im Lager Ham» melburg liegenden 3. Er>atz-Maschinengewehr-Kompag-" nie wurde der Soldat Johann Bernauer am Halteplatz Schönau vom Zug übersahren und getötet.

AlseitsWrkigMm

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