Laufen ihre und unsere 'Ziele hier zusammen. Die Nachrichten von bevorstehenden Kämpfen sind unwahr und werden zu dem Zweck verbreitet, eine Panik hervorzurufen. Alle ungesunden Elemente Nußlands, die Bolschewiki und ihre An- Hanger, werden als außer dem Gesetz stehend erklärt. Personen, die Bolschewiki beherbergen, sollen dem Feldgericht übergeben werden. Wir erkennen keinerlei Organisationen an, außer den Organisationen, die gegen die Bolschewiki kämpfen der Freiwilligen- und der Kosaken-Armee, sowie der Armee der konstituierenden Versammlung. In Anbetracht dessen wird allen Organisationen, die im Besitz von Waffen sind, vorgeschrieben, die Waffen an die dazu bestimmten Vertreter der interalliierten Heeresleitung abzuliefern."
Der Ausi-nf ist unterschrieben von den Vertretern Englands, Frankreichs. Japans, Rußlands, Italiens, Belgiens, Serbiens Griechenlands und Rumäniens.
Welche Wirkung dieses Manifest hat, schilderte eine De- peich^des „Vorwärts "aus Zarskoje Selo, in der es heißt: Im ^Siiden finden erbitterte Kämpfe statt. Mehrere Hunderte non Arbeitern sind aufgehängt worden. Die Straßen bieten das Schauspiel vieler aufgehängter Arbeiterleichen. Der Stadtkommandant in Krasnow veröffentlicht ein Telegramm von Denikin, der befiehlt, jeden zehnten Mann der verhafteten Arbeiter aufzuhängen. In anderen Orten finden Aufhängungen in Massen statt.
Der Senat und Wilsons 14 Punkte
Washington, 4. Dezbr. (WB.) Reutermeldung. Im Senat begann eine allgemeine Debatte über die 14 Punkte Wilsons. Ein republikanischer Senator verlangte, daß der Präsident seine Prinzipien, die verschiedene Auslegungen zuließen. öffentlich interpretiere. Er sagte, der Präsident solle keine radikalen Vorschläge machen, ehe er die Gewißheit habe, daß das Volk ihnen zustimme. Ein anderer- Republikaner lagte der Völkerbund dürfe keine übergeordnete Negierung sein, die die inneren Angelegenheiten der Völker beherrsche und sich in ste einmengewohl aber könne es ein Welttribunal für Entscheidungen über internationale Streitfragen sein.
Reuter meldet aus New Donk, daß W'lson vor seiner Abreise nockunals ausdrücklich erklärte, daß er gegen den Militarismus in ieder Form kämpfen werde. Die Zertrümmerung des preußischen Militarismus betrachte er als den wichtigsten Teil seiner Aufgabe.
Die Bedingungen Tirols.
Du Verfolgungswahn der Anarchie.
Die nachgerade pathologisch anmutende Manie der Radikalen, allenthalben gegenrevolutionäre Umtriebe zu wittern, veranlaßt den ..Vorwärts" zu folgenden Ausführungen:
Wir wollen also auf Gegenrevolutionäre aller Art ein wachsames Auge haben. Aber diese Wachsamkeit braucht untr den gegebenen Verhältnissen wirklich nicht in Verfolgungswahn cruszuarten, und wir brauchen nicht überall „Gegenrevolutionäre" zu erblicken, wie ein Delirant überall lveiße Mäuse sieht. Unsere Sache ist viel zu gut und viel zu stark als daß sie durch den Hauch irgendeines Gnerals umgeworfen werden könnte, und ein schwarz-weiß-rotes Fähnchen das aus einem Fenster hängt, kann an der Tatsache nichts ändern, daß Deutschland bis ans Herz rot geworden ist. Seien wir also nicht übernervös und ängstlich.
Ein Sieg der Gegenrevolution ist ganz unwahrscheinlich. Möglich werden könnte er später einmal höchstens durch unser eigenes Verschulden. Wenn in unserer neuen Welt der Freiheit alles drunter und drüber ginge, wenn Korruption und Mißwirtschaft einrisse wenn die Produktion gelähmt würde, das Wirtschaftsleben verödete, die öffentliche Sicherheit ins Wanken geriete, ja, dann möchte wohl so mancher an die „gute alte eZit" zurückdenken, in der vieles besser gewesen ist!
Nur durch strenge Ehrlichkeit können wir die Errungen- 'rbaften der Revolirtion retten. Wir schulden dem Volk Aufklärung und kc>ine bunten Versprechungen. Heute stellt sich Liebknecht hin, wie weiland Wilhelm II.. und erklärte:
. Herrlichen Zeiten führe ich euch entgegen!" Unsinn! Keine Partei und kein Softem kann das Volk aus dem Elend eines vierjährigen Krieges mit einem Satz in herrliche Zeiten hinüberschlüpfen lassen. Schweres steht uns noch bevor, und wenn wir nicht planmäßig, sparsam und fleißig arbeiten werden, so werden wir wie die Hunde verrecken. Ueber den Trümmern unseres Volkes, die dann noch übrig geblieben sind, kgnn dann vielleicht die Gegenrevolution triumphieren.
Ter Vorwärts" nimmt die Herren vom Spgrtakusbund harmloser als sie sind. Ihr Verfolgungswahn ist nicht echt, sondern nur eine Mache, die sie geschickt zur Stärkung und 5 um weiteren Ausbau ihrer eigenen Position benutzen. Ihr Feldgeschrei.' „Gegen die Gegenrevolution" heißt in verständliches Deutsch übersetzt: „Für den Bolschewismus".
Hoffentlich merkt das auch bald der „Vorwärts" und seine Partei, damit nicht Mephisto-Liebknecht feixend sagen kann: „Den Teufel emrkt das Völkchen nie.
Und wenn er es beim Kragen hätte."
Wien, 5. Dezhr. Aus Innsbruck wird gemeldet: Tirol stellt folgende Bedingungen im Falle seines Beitritts zu Deutsch-Oesterreich- Tirol erhält für zwanzig Jahre einen von der Landesversammlung im Einvernehmen mit der deutsch-österreichischen Nationalversammlung zu vereinbarenden namhaften Betrag für den Wiederaufbau und die tmrtichastliche Wiedererrichtung des Landes. Zwei Drittel der von Tirol geleisteten Steuern und Abgaben dürfen nur für Tire! oenvendet werden. Ohne Zustimmung der Tiroler Landesi^rsammlung darf kein militärisches Bündnis mit tinem auswärtigen Staat, kein politischer Anschluß, kein Abschluß wirtschaftlicher Verträge Platz greifen. Die Tiroler Landesversammlung darf mist den benachbarten Staaten sogenannte Landes- oder Meistbegünstignngsverträge im Einvernehmen mit Wien schließen. Dazu treten noch einige Nebenforderungen.
Keke gegen die Frontsoldaten.
Den Anarchisten und Srattakusleuten ist ob der Rückkehr der Fronttruppen m sie Heimat nicht wohl zu Mute: die Leute aus den Schützengräben baden sich nicht als genügend begeisterte Anhänger russischer Methoden gezeigt, haben an der davongelaufenen Etappe mit eigenen Auaen gesehen, was die Beseb tigung oller Ordnung und vernünftigen Disziplin zur Folge hat. und hoben unter diesen Folgen zum Teil erheblich leiden mögen. S<* cs. dcß ihnen die Verpflegung mangelt«, weil die Vorräte in den Magazinen statt betreut verschleudert waren. sei eß daß sie sich physische Strapazen zumuten mußten, weil^ d'e Transportmittel von denen weggeführt waren, die Ihre neue Freiheit in der Heimat, fern vom Schuß spazieren führen mu-ften. Kurz die Front steht, wie ja auch die Emser Tagung bewies, im Kamps zwischen Vernunft und politischem Wahnsinn zur ersteren Lehnt die Diktatur ab. verlangt batt
digst die Ratte nalversamrnklng, Ordnung, Arbeit, Brot unv wirkliche Freiheit und Demokratie. Soviel Forderungen, soviel Vergehen gegen den heiligen Bolschewismus. Und deshalb ist auf der ganzen Linie der anarchistisch-spartaklstischen Presse- Phalanx der Kampf gegen diese „Reaktionäre" voll entbrannt. Die Takttt rst dabei nicht ungeschickt: meist wird von irgend einem behaupteten oder tatsächlrchen Verhalten eines Offiziers ausgegangen, um dann in der weiteren Ausführung die Gesinnung seiner ganzen Truppe zu verunglimpfen und zu ver- dächtigen. Hat gar die Truppe soviel Disziplin oder auch Ka. meradschasllichkeit oder Ehrgefühl, je nach der Lage des Falles, sich ais eines Sinnes mit ihrem Führer zu erweisen, so ist da- m^t das todwürdige Verbrechen gegeurevolutionärer Gesinnung unwiderleglrch festgestellt, und „Freiheit" und „Rote Fahne" möchien diese Feinde des Proletariats am liebsten in corpore baumeln sehen.
Um diese Hetze recht ausgiebig betreiben zu können, wer» den an sich harmlose Vorfälle zu großen Staatsaktionen aufge- bauscht, wird vor den stärksten Uebertreibungen und Entsteh lungen nicht zurückgeschreckt, und immer wieder muß der alberne Popanz der Gegenrevolution herhalten. Dabei wird die Kühnheit der Konstruktionen und der Unterschiebungen, der Verdächtigungen und Verdrehungen immer erstaunlicher. So benutzt die „Freiheit" ein angebliches Flugblatt Hrndenburgs zu eine« großen Alarmartikel und der effroyablen Ucberschrift: „Hinden- vurg gegen die Unabhängigen". Zn dem Flugblatt wird i» durchaus sachlicher und auch der Form nach einwandfreier Weise fcstgestellt. daß durch die Eingriffe örtlicher A.- und S.-Räte schwerwiegende Folgen der verschiedensten Art entstanden sind und entstehen müsien. wird vor Unordnung und Disziplinlosig. keit gewarnt, werden ibre Folgen auseinandergesctzt ebenso wie die einer bolschewistischen Herrschaft und wird die unbedingte Notwendigkeit betont, sich hinter die jetzige Regierung zu stellen. Einerlei, ob das Flugblatt tatsächlich von Hindenburg ausgeht oder nicht, es ist sachlich nicht das mindeste dagegen zu sagen: es ist nichts weiter als eine der nur allzu angebrachten M-ih. nunoen zur Ruhe und Ordnung; und es geht in nichts über die Loyalität hinaus die die Oberste Heeresleitung der Regierung zugesagt hat. Die Berliner Anarchisten fühlen sich getroffen durch die Kritik an den russischen Zuständen, die das Flugblatt übt. und empfinden das als einen Angriff auf sich selbst als politische Gruppe. Damit gestehen sie indirekt ein. daß sie sich im stillen mit dem Bolschewismus identifizieren, ihm anhängen und ihm in Deutschland Nachfolgen möchten.
Sie laufen zunächst Sturm gegen die Position, die ihnen bisher am erfolgreichsten Widerstand geleistet hat: gegen das Feldheer. Dort, wissen sie. ist der Hebel anzusetzen; von dort droht der Sieg der Vernunft über den politischen Wahnsinn des Bolschewismus- llnd darum suchen sie. noch ehe die größeren Verbände zurückkchrcn. den Boden zu unterwiihlen. Mißtrauen zu verbreiten, die Stimmung aufzustacheln Kommt es dann zu gelegentlichen Reibereien zwischen den von ihnen aufgeputsch. Elementen und den Feldtruppen, die ihr eigenes Ehrgefübl mitbringen und für Kokardenstürmerei und gewaltsame Entwaffnung nicht begeistert sind, so blüht ihr Weißen erst recht. Und die täglichen Schimpfereien der Herren von der „Freiheit" und der „Roten Fahne die zum Teil schon aus begreiflichen Gründen verhindert waren Frontsoldaten zu sein, sind die Willkommgrüße und die Lorbeerkranze. die die Anarchisten und die Spartaciten für unsere heimkehrenden Krieger übrig haben. Arbeiter gegen Arbeiter, Soldaten gegen Soldaten: nur immer aufeinander gegeneinander hetzen. Mögen die Männer des Zwistes so müde sein, wie sie wollen, mögen sie sich endlich nach Ruhe und Frieden sebn?n; was kümmert das die Herren. Die machen ihre „große Politik", die Politik des Bolschewismus. Und da das nicht mit den Frontlruppen geht, so geht es eben
Herzen Strümpfe.
Roman von Helene Scbütky. geb von Gersdorfß (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.)
Nachdruck verboten.
„Schwerlichl Und wenn auch! Ich muß doch zuerst mit ihr reden, und sie muß sich auch ankleiden lasten", entgegnete Tante Ella. „Das nimmt alles Zeit Also geh nur, und komm', sobald es geht, wieder!"
Reinhold eilte fort und kehrte noch vor Ablauf einer Stunde
zurück.
„Da bin ich. Tantchen, für heute los und ledig aller Pflicht, außer derjenigen, als dein und Hilde's getreuer Ritter", sagte er, sie wieder begrüßend.
Beim Lnmb war die ganze Familie, auch das Brautpaar, Hans und Marie versammelt Die beiden Letzteren halten mit Entsetzen und tiefer Teilnahme von Hilde's schweren Schick- ^len und mutigen Taten gehört. Jede halbe Stunde ging TaTtte Ella oder Marie abwechslungs weise an Hilde's Zimmertür. um zu horchen, ob darin noch alles still sei. Immer kamen sie mit der gleiten Nachricht wieder. Hilde schlief noch immer Mt. denn man hörte keinen Torr. So vergingen viele Stunden » banger Sorge. Denn in allen war die ängstliche Frage' wie »ird sie erwachen? wird sich ihre Konstitution allen diesen Strapazen. Aufregungen und Schrecken gewachsen zeigen oder
Nlcht r
65 wurde, und Hilde sich immer noch nicht rührte, sagte Tante Ella entschlosten:
„Jetzt ist's genug? Jetzt gehe ich hinein! Geschlafen hat sie nun über zwölf Stunden, also wenn ich sie störe kann es nun kecn großes Unglück mehr fein. Sollte sie indesten fiebern und bewußttos daliegen, so ist's höchste Zeit, daß Hilfe kommt"
e r* • o* 1 ' 0etQn : 3ft(m ma "^chte sich auf den Weg nach
Hrkde s oimmer, stand ein Weilchen lauschend davor und klinkte -ann leise die Tür auf.
Däminerfchein des anbrechenden Abends konnte sie zi nächst nichts unterscheiden. Dann ging sie sachte auf Zeher lpchen an Hilde's Bett und beugte sich sanft über sie.
f ®* P 2 Wten .5 e * mei S"ße klare Augen an. zwei weiche Ar« ItQien ii df am ihren Hals und Hilde's Stimme flüsterte:
„Liebe, liebe Tante?"
„O Kind du bist wach und hast nicht gerufen? Da ist die Glocke doch neben deiner Hand. Wir haben immer auf dein Klingeln gewartet", sagte Frau Ella, „wir wollten deinen Schlaf nicht stören"
„O, Tantchen ich war so matt und es war so schön, hier ruhig und geschützt zn liegen'" erwiderte Hilde.
„Mein armer, armer Liebling?" Wie fürchterlich hast du gelitten' Wie schrecklich muß alles gewesen sein! Aber. Gottlob nun ist es vorbei? Nie. nie wieder sollst du Aehnliches durchwachen? Nie. nie lasten wir dich wieder von uns gehen! Du bist und bleibst von mm an unser eigenes Kind?"
„O. Tantchen, wie gut du bist' Wie himmlisch wohl es tut deine liebevollen, guten Worte zu hören nach all dem Kampf dem Schrecklichen, was ich erfahren habe!"
„Aber nun sage mir vor allen Dingen. Herzenskind, wie es mit deinem Befinden steht. Fühlst du dich wohl, glaubst du. daß wir keinen Arzt brauchen, um dich zu kurieren?"
„Einen Arzt? Wozu denn?" erwiderte Hilde mit glück-
lickiem Lächeln. ..Mein bester Arzt ist nur eure Liebe.
roeiteT brauche ich keinen Ein wenig matt und zerschlagen bin ich wohl noch", setzte sie, sich etwas reckend und aufrichtend, hinzu, „aber das wird bald vergehen."
..Gott sei gedankt, teures Kind? Glaubst du wohl, daß du noch heute aufftthen kannst und hmunierkommen? Unten sind nämlich liebende und bangende Herzen, die sich sehr um dich sorgen und nach dir sehnen."
„Tante, sprich, ist Rernhold da? O ja, ich möchte ihn sehen? O, Tantchen, kannst du dir vorstellen, welche Seligkeit es für mich ist. ihn wiederzujehen. nachdem ich schon glaubte, auf immer verzichten zu müsten!"
„Ja. Liebling, das kann ich mir sehr gut vorstellen Aber da weder bei ihm. noch bei dir die Absicht vorhanden ist zu verreisen, so könntet ihr das Wiedersehen auch noch bis morgen verschieben falls du dich zu angegriffen fühlst, um aufzustehen."
nein, Tantchen, es geht ganz gut! das fühle ich schon. Ich komme!" sagte Hilde min ganz belebt und munter. „Bitte, schicke mir nur einen Teller und eine Kleinigkeit zur Stärkung herauf, während ihr unten tafelt. Dann kann Lina mich anziehen .... ach. meine gute, treue Lina!" unterbrach
sie sich selbst. „Tantchen, sag' mir. wie geht es ihr? Sie hat viel mehr geleistet als ich. Tantchen, es ist großartig, was sie alles für mich getan hat. Nie. nie wäre mir die Flucht ohne sie und ihre wahrhaft erstaunliche Aufopferung und Schlauheit gelungen. Denk nur sie hatten sie auch bestechen wollen, damit sie mich verriete, und das pfiffige Ding tat auch so. als ob sie darauf einginge. Was wäre aus mir geworden, wenn sie falsch gewesen wäre, ja wenn sie sich meiner nun nicht angenommen häjte? O, Tantchen, ich wäre verloren gewesen, rettungslos verloren? Nie. mein ganzes Leben lang kann ich ihr genug danken und auch Neinhold nicht", setzte sie errötend hinzu, „denn ohne ihre treue Hingebung hätten wir uns nie wieder gesehen. Sag' mir. Tantchen, wie geht es ihr? was macht sie?"
„Soviel ich weiß, geht es ihr gut", antwortete Tante Ella. „Nachdem sie noch geholfen hatte, dich in's Bett zu bringen, habe ich sie auch schlafen geschickt. Wahrscheinlich schläft sie immer noch "
„O. das ist dut. Tantchen, laß sie schlafen, so lange sie mag!" tief Hilde erfreut. „Ich kann mich schon allein ankleiden. Hak Viel Auswahl habe ich allerdings nicht, da bei meiner Abreise neulich nur wenige von meinen Sachen hier geblieben sind. Immerhin genug, daß ich überhaupt erscheinen kann."
„Ich werde dir Bwbette schicken, denn du kannst in deinem angegriffenen Zustand unmöglich auch noch Schränke und Kommoden durchsuchen", entschied Tante Ella. „Gottlob, daß dio Sache glimpflich abzulaufen scheint, ohne daß du ernstlich erkrankst. Herzenskind? Jetzt aber muß ich die guten Leute unten beruhigen, die sicherlich vor Angst und Sorge fast vergehen", fügte sie. sich erhebend, hinzu.
Mit einem innigen Kuß verabschiedete sie sich von Hilde, die noch eine Weile ruhig liegen blieb. Glückliche Gedanken, freundliche Vorstellungen und ein warmes tiefes Dankgefühk er- füllten ihr Herz. Vfte hatte Gott sie wunderbar geführt, wie batte er ihr in der größten Not bei gestanden. ihr Kraft und Hi'.fe gesandt' Wie gut war es, hier still und geborgen bei wahren Freunden weilen zu dürfen? O. und welches Glück stand ihr noch bevor! Reinholdk Sie würde Reinhold Wiedersehen. heute noch'
Ein halbe Stunde später erschien Babette mit einem Tablets voll allerlei appetitlichen, schmackhaften Dingen, die Hilde treff. lich mundeten, der beste Beweis, daß ihr« Gesundheit kein Lei»


